Krimi-Untersuchung im UBS- und CS-Lobby-Büro

Prüfer gehen Taten der abgesetzten Chefin von „Swiss Finance Council“ nach – Captains Rohner, Weber: Ups, We’ve got a Problem.

Die grossen UBS und CS profitieren vom Ruf und von der Sicherheit der Schweiz. Ihr Lobbying aber konzentrieren sie auf Brüssel und Washington. Wozu sich um die Berner Provinz kümmern?

Das CS-UBS-Büro in Brüssel trägt den Namen Swiss Finance Council (SFC). Dort kam es kürzlich zum Eklat.

Die Chefin des SFC wurde über Nacht abgesetzt, wie das Portal Finews meldete. Sie wurde ersetzt durch Lucia Waldner von der CS und durch einen Manager von der UBS.

Die beiden sind nun Co-Leiter beim SFC und müssen das Lobby-Büro in Brüssel neu aufbauen.

Die Gründe für die Express-Absetzung der alten Crew blieben bisher im Dunkeln. Offenbar geht es nicht um Peanuts.

Denn nun wird bekannt, dass das Gespann UBS-CS unter Führung der Präsidenten Axel Weber und Urs Rohner, die beide im Obergremium der gemeinsamen Organisation sitzen und deren Finanzierung verantworten, einen scharfen Audit durchgeführt haben.

Das heisst, die Zuständigen liessen von externen Prüfern unter die Lupe nehmen, was genau bei der Lobbytruppe in Brüssel vorgefallen ist.

Bei der UBS wird dieser Audit inoffiziell bestätigt. Es heisst in Gesprächen, dass „regelmässige“ Prüfungen im Banking „nichts Unübliches“ seien.

Ein Insider spricht von grosser Aufregung hinter der Kulisse. Bei der Untersuchung gehe es um eine harte forensische Untersuchung.

Forensisch meint in diesem Zusammenhang, dass die Prüfexperten jeden Stein umdrehen würden mit der Frage, ob allenfalls auch Illegales vorgefallen sei.

Bisher gebe es keine Strafanzeigen, ist aus den beiden Grossbanken zu vernehmen.

Die Untersuchung dreht sich um Vorgänge rund um die operative Ex-Chefin des Swiss Finance Council sowie möglicherweise weiterer Involvierter.

Laut der Quelle sollen mehrere operative Personen den SFC inzwischen verlassen haben. Das wurde von der CS und der UBS allerdings nicht bestätigt.

Mit ihrem Brüsseler Lobbyclub wollten Helvetiens Finanzriesen vor 5 Jahren in der EU-Kapitale einen Horch- und Einflussposten einrichten. Es ging darum, die Bankenpolitik der Union zu begreifen und mitzugestalten.

Neben der operativen Chefin wurde mit Alexis Lautenberg ein Berner Diplomat mit grosser Strahlkraft als Präsident des Councils eingesetzt. An dessen Seite nahmen die beiden Präsidenten von UBS und CS Platz, Axel Weber und Urs Rohner.

Nun ist auch Lautenberg Geschichte, zumindest als Präsident. Und für Weber und Rohner ist der Fall Swiss Finance Council heikel. Wenn Fragwürdiges oder sogar noch Gravierenderes vorgefallen ist, dann stellt sich die Frage, was die beiden Aushängeschilder der hiesigen Grossbanken seit 2013 genau gemacht haben.

Aus der UBS heraus wird das anders dargestellt. Gerade dass nun eine externe Untersuchung laufe zeige, dass die Kapitäne genau hinschauen und im Notfall schnell und rigoros handeln würden.

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10 Kommentare zu “Krimi-Untersuchung im UBS- und CS-Lobby-Büro

  1. Dachten die CS und UBS wirklich, daß diese Belgierin ihre Schweizer Interessen in Brüssel gut vertreten würde?

    https://www.google.ch/search?q=Judith+Hardt&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiR1fmo3eLcAhUS-qQKHXUfAKQQ_AUICigB&biw=2400&bih=1208#imgrc=kuKN4BMbIpgvgM:

    Was machte die Posten-Trulla davor?

    Sie war Generaldirektorin des europäischen Börsenverbands, der Federation of European Securities Exchanges (Fese) usw.

    Man könnte natürlich auch einen Fleischermeister ernennen für die Vertretung der Interessen der Veganer.

    Oder die Gewerkschaften könnten zum Beispiel Blocher anfragen, ob er nicht ihre Interessen nach außen vertreten wolle.

    Wäre auch so eine gute Idee.

    Der Bundesrat setzte mit Philipp Hildebrand einen ehemaligen EU-Politologen (WOZ) und Hedgefonds-Typen an ihre Spitze.

    Was tat er nach kurzer Zeit?

    Er vertrat die Schweizer Interessen so: Franken an den Euro binden.

    Merkel jubelte, endlich waren die Schweizer auch im Euro.

    Auch, wenn der Franken nicht Euro hieß war er plötzlich wie die dänische Krone mit drin (die Dän. Krone ist mit dem Wechselkursmechanismus II an den Euro gebunden).

    Heute sitzt die Schweiz auf den weltweit größten Euro-Beständen.

    Wenn der Euro zusammenbricht so wie die andere Währungsunionen auch schon (http://www.schweizer-franken.ch/?Geschichte___Geschichte_der_Lateinischen_Muenzunion) dann kann man mit diesen Euros allenfalls noch irgendwelche Öfen befeuern zum Heizen.

    Bildlich gesprochen.

  2. Ausgerechnet Lucia Waldner. Hier in der Schweiz versagt und dann einfach noch weierbefördert an den nächsten Honigtopf. Pfui Teufel, wie eckelhaft sind diese „Schweizer“ Banken…

  3. „Wenn Fragwürdiges oder sogar noch Gravierenderes vorgefallen ist, dann stellt sich die Frage, was die beiden Aushängeschilder der hiesigen Grossbanken seit 2013 genau gemacht haben.“

    Ernsthaft? Ist der Papst katholisch?

    Das exakt genau Gleiche wie sonst auch: Ihren Allerwertesten mit einem weiteren Jöbli vergoldet!

    • Ja, sehr katholisch.

      Aber die meisten können sich nicht vorstellen was katholisch wirklich ist.

  4. Solche Posten sind die Pfründe einer degenerativen Managergilde. Man sollte mit Weber und Rohner ein Einsehen haben.

  5. ‚Forensisch‘ bezieht sich auf die Art und Weise der Beweiserhebung. Nämlich so, dass diese vor Gericht als Beweise nutzbar sind. So dachte ich zumindest…

    • Ja und schon bald starte Rohners Holde wieder ihr Züri Filmfestival – super terminiert um Gras über die Sache wachsen zu lassen.

  6. Die Aushängeschilder machen, was die Bezeichnung schon sagt: Sie lassen ihn raushängen, den grossen Macker, natürlich, was denn sonst? – „Übrigens: Wo geht es denn hier zum Apéro?“