Vorzeige-Fintech mit Promis: Super-Crash

Bei Advanon sind Eric Sarasin und bekannte Startup-Financiers dabei – Medienhype – Nun plumpen Betrügern aufgesessen.

Die Advanon wurde von Zeitungen hochgejubelt. Der Gründer der Rechnungs-Vorfinanziererin sei der „grosszügigste Chef der Schweiz“, meinte die Handelszeitung.

Nun ist Advanon tief gefallen. Das gefeierte Unternehmen musste mitteilen, dass es bei ihm zu einem Millionenbetrug gekommen ist.

Es seien von einem Partnerunternehmen Rechnungen über 2,4 Millionen Franken über Advanon „an Investoren“ verkauft worden.

„Diese (Rechnungen) waren nach jetzigem Kenntnisstand weitestgehend gefälscht, ebenso wie allem Anschein nach die Bankauskünfte und zahlreiche Emails im Namen von renommierten Debitoren über angeblich erbrachte Leistungen und Güter“, hielt das Unternehmen in einer Mitteilung fest.

Um welche Namen von „renommierten“ Käufern es geht, die für den Betrug missbraucht worden seien, wollte die Advanon nicht sagen. Ebensowenig, welches Partnerunternehmen hinter dem Betrug stehen könnte.

„Den verweisenden Finanzierungsdienstleister und das Elektrogeräte-Handelsunternehmen können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen“, sagt die Sprecherin.

Das Unternehmen stellt sich auf den Standpunkt, dass es selbst Opfer des Betrugs sei. Umso mehr betont es, dass es alles zur Aufklärung des Betrugs unternehmen würde.

„Advanon übergibt professionell gefälschte Rechnungen, Bankauskünfte, Emails und andere Beweismittel an die Staatsanwaltschaft“, schreibt die Firma.

Ihr bisher wegen unbegrenzter Ferien für die Mitarbeiter medial in Szene gesetzter CEO und Gründer wurde im Communique widergegeben mit einem Satz, der mehr Fragen als Antworten aufwirft.

„Wir werden alles dafür tun, dass die Geschädigten zu ihrem Recht kommen“, meinte der Mann, der Phil Lojacono heisst.

Heisst das, die Firma übernimmt den Schaden und zahlt den gemäss Advanon insgesamt 78 „“privaten Investoren, welche die gefälschten Rechnungen vorfinanziert haben, den erlittenen Verlust zurück? Keine Antwort.

Der Hype um Advanon hängt auch mit bekannten Aushängeschildern unter den Aktionären zusammen. Da wäre zunächst Eric Sarasin von der gleichnamigen Basler Bankersfamilie.

Sarasin war lange einer der bekanntesten Private Banker im Land. Er strauchelte dann aber über einen Fight mit dem deutschen Milliardär Carsten Maschmeyer, dem Sarasin umstrittene Steuer-Produkte verkauft hatte.

Sarasin musste die Bank, die seit 2012 Safra Sarasin heisst, verlassen. Bei den deutschen Strafbehörden kaufte er sich mit einem hohen Betrag frei.

Danach wollte er als Investor und Startup-Financier durchstarten. Vor allem mit Advanon. Ausgerechnet mit dieser erleidet Sarasin nun seinen nächsten Rückschlag. Auf Anfrage wollte er nichts sagen.

Der nächste bekannte Investor und Advanon-Aktionär ist Daniel Gutenberg. Der wurde reich mit frühen Investments in Tech-Firmen wie Facebook und andere.

Gutenberg wird in der Szene gefeiert als Guru der Startup-Finanzierer. Er gilt als der eigentliche Star unter den Schweizer Business Angels. Auch er liess Fragen unbeantwortet.

Schliesslich noch Stefan Heitmann. Der Mann, der das erfolgreiche Finanzportal MoneyPark mit gegründet hat. Heitmann reagierte auf eine Email-Anfrage, redete aber sein Engagement klein. Auskunft geben müsse das Unternehmen respektive dessen Gründerteam.

„Ich bin zwar (Klein-) Investor der ersten Stunde bei Advanon, aber weder im Board, noch aktiver Investor“, führte Heitmann aus.

„Es wäre daher nicht professionell und seriös von mir, mich zu internen Prozessen bei Advanon respektive zum Fall, der unzweifelhaft sehr unschön ist, zu äussern.“

Speziell am Fall Advanon ist, dass das Startup-Unternehmen sich auf seiner Homepage rühmt, dass die Eidgenossenschaft die Firma als besonders innovativ betrachtet und unterstützt.

Das entsprechende Label „CTI Certified“ findet sich auf der Advanon-Internetseite. Inzwischen hat der Name geändert. Die Förderorganisation der Schweiz läuft inzwischen unter Innosuisse, die „Schweizerische Agentur für Innovationsförderung„.

Innosuisse will nach eigenen Angaben „insbesondere risikoreiche Projekte mit hohem Innovationsgehalt“ unterstützten. Im Fall von Advanon haben sich die Risiken nun exemplarisch bestätigt.

Weniger ersichtlich beim mit Steuergeldern geförderten Unternehmen ist der hohe Innovationsgehalt. Nicht einmal einen plumpen Millionenbetrug mit gefälschten Rechnungen hat die Firma entdeckt. Etwas, das es in der Welt wohl seit den alten Griechen gibt.

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51 Kommentare zu “Vorzeige-Fintech mit Promis: Super-Crash

  1. Die Businessidee ist toll, der Markt ist da, aber die Ausführung war hier ganz schlecht. Tatsache ist, dass ein solches Geschäft viel Personal erfordert, um eine Due Diligence auf jeder Rechnung durchzuführen…was hier eindeutig nicht gemacht wurde. Advanon hat gute Leute, aber mit viel zu wenig Erfahrung im Finanzbereich.
    Sie hatten eine gute Marktposition aufgebaut, aber jetzt ist es Game Over. Schade, aber verständlich.

  2. Ich finde es kritisch, dass IP hier ein Fintech zersetzt, andererseits aber für ein anderes Fintech, das genauso mauschelt (Crowdhouse) einen Werbeartikel schaltet.

    Meine Quellen besagen, dass Crowdhouse genauso eine dodgy Complianceprüfung hat wie Advanon. Nur eine Frage der Zeit.

    • Ich finde es ein sehr smarter Zug von Crowdhouse, hier Werbung zu schalten. Die Zielgruppe passt perfekt. Und eine Dur Dilligence kann man von einem Banker noch verlangen.
      Und ich glaube nicht, dass sich Hässig dadurch kaufen lässt. Ich habe aus dem Umfeld SmallWorld gehört, der Rotbart habe Hässig vor dem Börsengang mit einem hübschen Batzen kaufen wollen (Stille Beteiligung). Das Ergebnis haben wir hier erlebt.

  3. Na ja, sicherlich gibt es einige wenige Fintech-Unternehmen die gut sind und Zukunft haben. Ein Grossteil dieser Firmen bestehen nur aus Schall und Rauch, ein paar hübschen PowerPoint Slides und schönen blumigen Worten! Es ist viel Geld im Umlauf und darum wollen einige Raffkes diese Goldesel melken, auf welche Art auch immer!

  4. Es gibt nirgends soviel Schall und Rauch, wie in der innovativen Finanzindustrie: 2 Esslöffel Digitaliserung, eine Prise Crypto, ein Hauch von Blockchain, ein Gutsch Gel ins Haar des durchtrainierten CEOs und Label Street Klamotten: schon haben wir eine „moneyburnende“ Fintechhoffnung. Irgend ein Hedgi oder ein Bankfonds wird das alimentieren und eine Bank diese hype Firma später mit einem Gewaltadgio übernehmen. Eine Frage bleibt aber: wird der CEO nun den neusten Tesla oder Panamera fahren?

  5. Selbst Schuld wer sein Geld solchen Fintechs anvertraut!
    Alles weg, alles weg!!!!

    Lest nur, liebe Anleger, so geht es wenn man den Banken nicht vertraut.

  6. Man kann Lukas Hassig nicht vorwerfen, dass er ein rein kapitalistisches Geschäftsmodell verfolgt und er nur von den von ihm generierten Click Rates lebt.
    Aber er muss vorsichtig sein, es passieren ihm in der Gier und nachdem sich die Bankenkriae nicht mehr beliebig skandalisieren lässt einfach zu viele Fehler.
    Daniel Gutenberg hier auf Insideparadeplatz mit angestellten und rein bonus-getriebenen Banken-CEOs zu vergleichen ist Realsatire. Er ist mit Sicherheit der erfolgreichste Start Up- Investor Europas, sein Track Record sucht seinesgleichen und er hat Hundertausende von Arbeitsplätzen direkt oder indirekt geschaffen.

    • 100‘000e geschaffene Arbeitsplätze? Wohl kaum. Ein paar Dutzend sind es eher. Auch eine Leistung, aber diese hat er sich sehr gut bezahlen lassen.

    • @Claude Sulzer
      Wo ist denn hier ein Fehler in dem Artikel? Advanon hat einen Schuh voll raus gezogen. Na und? Soll Herr Hässig das etwa zum Schutze der Reputation von Herrn Gutenberg totschweigen? Ein seltsames Verständnis von Medien haben Sie, Herr Sulzer.
      Wenn Ihnen unkritischer „Jubeljournalismus“ zusagt, dann gehen Sie doch einfach zu Finews.
      Und diese Aussage steht mir wohl zu, Herr Hässig hat nämlich auch schon über mich berichtet. Das muss man sportlich nehmen.

  7. Immer schön auf den Mann spielen sonst gibts keine Story für Insideparadeplatz.
    Start Ups sind riskant und nur erfahrene Investoren sollten hier überhaupt Geld investieren. Aber jedes heute große Unternehmen war irgendwann mal ein Start up und wir können den damaligen Investoren dankbar sein, dass sie ihr Geld hierfür riskiert haben. Investoren sollten hierfür gelobt werden, wir brauchen sie in diesem Land. Ich kenne leider weder Stefan Heitmann noch Daniel Gutenberg, habe aber selber nur beste Erfahrungen mit Eric Sarasin. Bei ihm ist ein Wort ein Wort und er unterstützt die von ihm geförderten Unternehmer wo er kann und mit großem persönlichen Engagement.
    Falls in diesem konkreten Fall det Unternehmer berrugerisch tätig gewesen sein sollte ist das sicher nicht den Investoren anzulasten. Die Strafverfolgung muss – bei erhärtetem Verdacht – aufklären.

    • In Bezug auf echte Unternehmer mit einem sinnvollen Geschäftsmodell bezogen, bin ich voll einverstanden. Wo aber der echte Mehrwert einer Debitorenzwischenfinanzierung für zwei, drei oder vielleicht vier Wochen liegen soll? Jede Bank bietet solche Finanzierungen schon seit Urzeiten an, wenn die Ausstände dann auch Fundament haben und vielleicht im Kontext mit ein paar anderen Geschäften!

  8. Funktioniert ja irre simpel, das Modell:
    Rechnung hochladen – Preis setzen – Geld erhalten.
    Da würde ich Mio-Beträge mindestens durch zwei Personen prüfen.
    Der Sarasin ist durch die Dt. Cum-Ex-Geschichte (mehrfaches Abkassieren der Div am Stichtag) eh lebenslang belastet.

    • Kennen Sie Eric Sarasin persönlich oder schreiben Sie nur so daher? Medial wurde er in der Cum/Ex Geschichte als Sündenbock hingestellt. Aber factual ist absolut nichts hängengeblieben und er wurde nach einem profunden Rechtsprozess vor Deutschen Gerichten vollständig freigesprochen. Auch dass er sich – wie L. Hässig schreibt – frei gekauft habe – entspreicht in keiner Weise de Tatsachen. Herr Sarasin ist seit vier Jahren nicht mehr Banker und erfolgreich unterwegs. Man sollte sich erkundigen, bevor man solche Nachrede betreibt!

  9. Schuld daran sind sicherlich die Angestellten die statt im Buero in den tollen, bezahlten Ferien verweilten und herum bloeften …. zum k……

  10. Die Fintech Blase entlüftet langsam. Es werden weitere Flops folgen, insbesondere im Crowdlending Bereich. Und dann gibt es noch das Krypto Biotop, das sich mit dem Bitcoin Kurs langsam selber entwässert. Im Gegensatz zum Platzen der Internet Blase wird das Sterben weniger spektakulär erfolgen, das Zeugs ist ja alles nicht kotiert. Zu Schaden kommen die selbsternannten Startu up Gurus, Serial Fintech Entrepreneurs, Founders, Co-Founders, VCs, Evangelists etc.
    Wen kümmert’s?

  11. Bitte erst die Fakten genau einordnen, bevor so etwas geschrieben wird. In jeder Schweizer Bank kommen Betrügereien mit gefälschten Dokumenten durch einzelne Kunden im Wochentakt vor – lesen wir hier etwas davon? Nein, da es unter der Decke gehalten wird.

    Ist es bei einem Startup, schreien gleich alle Bankbeamten auf: wir wussten es. Unser Job bei der Grossbank ist das Beste, nur nicht bewegen und das Gehalt kommt monatlich.

    Schade, dass LH nicht die Grössenordnung des Falles in seinem Artikel erwähnt. Dieser Fall alleine wird eine Advanon selber nicht zu Fall bringen (2.4 mn versus Volumen über 50 mn). Natürlich ist da der Reputationsschaden. Da ist die grösste Gefahr, dass die Medien, wenn die Firma am Boden liegt, nachtreten.

    Schade auch für die Schweiz, da durch diese Art von negativer Berichterstattung, Jungunternehmen der Zugang zu Kapital schwieriger gemacht wird. Und das in einem Land, in dem die meisten Banken leider mit angesichts des technologischen Wandels steinzeitlichen und ineffizienten IT Prozessen laufen.

    • Die Grössenordnung ist schockierend: rund 5% des Kreditvolumens sind durch einen einzigen (!) Betrugsfall ausgefallen! Bei jedem normalen Finanzinstitut würde die FINMA auf der Matte stehen bei einem solch diletantischen Risikomangement.

    • @Peter Müller: Bitte ordnen SIE die Fakten richtig ein: Eine Bank unterliegt einer viel strengeren Regulierung und hat hunderte von Auflagen u.a. bezüglich Kapitalisierung zu erfüllen. Das gibt Kunden und Investoren Sicherheit.
      Advanon hingegen ist lediglich bezügl. Geldwäscherei der Finma unterstellt (DUFI) und im Weiteren mit einem geradezu lächerlichen Aktienkapital von Fr. 135’375.00 (sic!) ausgestattet. Merke: Wer als (hochgejubeltes) Startup wegen mangelhaften Prozessen oder einer nachlässigen Due Diligence einen Betrugsfall in der Höhe von Fr. 2,4 Mio. ermöglicht, ist meilenweit von der Marktreife entfernt.

    • Der Kommentar von Peter Müller ist absolut korrekt.
      Selbst die UBS war vor einigen Jahren einem Betrug in x-facher Höhe des hier vorliegenden nicht gewappnet und dabei handelt es sich um eine „Vorzeigebank“. Es ist lächerlich, wie sich die Medien nun auf ein junges Unternehmen stürzt, weil es einem Betrug unterlag. Gegen Betrug ist weder Advanon, noch UBS oder sonst ein Unternehmen absolut immun.

      Leider – muss man sagen – ist es nun einem jungen Unternehmen passiert und der Reputationsschaden ist gross, auch für andere Jungunternehmen in diesem Bereich. ABER, dieses Geierhafte verhalten der Medien ist wiedermal nicht förderlich für die Innovationsstandort Schweiz und die „mutigen“ Unternehmer, die die Schweiz weiterbringen wollen. Risiko ist Teil des Geschäfts – in jeder Branche.

    • @Sandra Niggli: In der Tat ist das Aktienkapital der Advanon gering, aber bisher hat die FINMA als Aufsichtsbehörde das ja nicht bemängelt. Kritisieren Sie die FINMA?

      Advanon ist ausserdem eben nicht eine Bank, die die Kredite auf ihrem eigenen Buch hat, sondern eine Vermittlerin der verkauften Forderungen. Wer bei 8-12 % Zins blind zugreift, muss sich nicht wundern, wenn es mal schiefgeht.

      Aber die zusätzlichen Fakten in der Diskussion wie AK oder Forderungsvolumen kommen z.B. von Ihnen oder mir, aber nicht von LH. Schade, denn die Nachricht selber haben wir in finews schon vor sechs Tagen lesen können. IP ergänzt dies nur durch Kritik an den Investoren, denen mal eins so richtig übergezogen wird. Lieber hätten wir doch den Namen des Elektro- und des Finanzunternehmens gelesen, das wären Fakten.

  12. Na, da hat Mr. Sarasin und Co überhaupt nichts aus der Sache Casten Maschmeyer gelernt! Übrigens, wer Gutenberg etwas näher kennt weiss, dass seine Taschen immer zuerst kommen- und dann lange nichts. Würde sein Ego zu kurzen Beinen führen, könnte er unter dem Teppich laufen….

    • Soso Viktor, schlechte Erfahrungen gemacht. Also ich kenne D. Gutenberg und er ist ein seriöser, hilfsbereiter Business Angel. Ohne solche Leute würde die Schweizer Startup-Szene nicht existieren, und das wäre sehr schlecht.
      Advanon hat ein operatives Risk-Mgmt Problem, das ist nicht die primäre Aufgabe von Investoren darauf zu schauen, sondern von CEO und VR.

  13. Armer Eric Sarasin, wollte immer ein grosser Privatbanker sein und seine Mitarbeiter bei der Safra damals nahmen ihn nur zu Kundengesprächen mit, weil die Kunden dann „geehrt“ waren aber geleistet hat Sarasin fast gar nichts. Eine Luftnummer sondergleichen, wie auch seine Mitarbeiter meinten. In Basel ist er auch nicht mehr so gerne gesehen.

  14. Alles schon da gewesen! Wer erinnert sich noch an den Fall Balsam AG? Wieso haben diverse Factoring-Gesellschaften (darunter insbesondere auch solche mindesten je einer inländischenGross- und einer Kantonalbank) Pleite gemacht (…oder wurden stillschweigend liquidiert)? Es ist nun mal ein Kinderspiel, Rechnungen zu fälschen. Wenn die nötigen Kontroll- und Plausibilierungsmechanismen fehlen, dann nützt auch die Verpackung der Factoring-Tätigkeit in ein innovatives, high-tech Finanz-Start up wenig – wie der vorliegende Fall exemplarisch zeigt.

    • ach wie trollig 🙂 Die letzten beiden Einträge waren am 5. März. Was bitte sollen diese mit der aktuellen Meldung zu tun haben? Hey, aber cool, man hat Werbung für eine Plattform gemacht, wo 100% nachgewiesen ist, dass die Feedback echt sind. Hätte ich 10 Daumen, würde ich sie jetzt alle gleichzeitig ausfahren …

    • Richtig soziales Unternehmen; ab einem bestimmten Alter wird man wohl direkt rausgemobbt:
      Umgang mit älteren Kollegen 2,50

    • Insider2too: Coole Referenz, Kununu, das Portal für frustrierte und unfähige Mitarbeiter um Dampf abzulassen.

  15. Etwas „Start-Up“… etwas „Innovation“ und dazu noch etwas „High-Tech Digital-Irgendwas“ … und schon ist in unserer Wirtschaftswelt ein neues „Super-Unternehmen“ entstanden mit immer wieder naiven Investoren.
    Was das reale Geschäftsmodell und die Wertschöpfung anbelangt liegt meistens im Verborgenen … und dann wundern sich die Leute, wenn’s aus einem Geschäftsprozess über Nacht ein Betrugsprozess werden.

    • ……..dazuhin noch etwas „crowdfunding“ als neue Variante. All die gehypten Ausdrücke machen noch kein echtes Unternehmen. Be alert.

    • Währenddessen erhalten viele Biotech-Unternehmen mit guten Ideen, anspruchsvollen Arbeitsplätzen und gesellschaftlich sinnvollen Projekten in Europa kein Kapital, weil die Geschäftsmodelle sehr langfristig ausgelegt und riskant (aber auch hoch rentabel) sind, während jedem Schwachsinn mit „Social Media“,“Blockchain“,“Krypto“-sonstwas mit einer „App“ das Geld nur so nachgeworfen wird. Die Menschen werden für ihre Dummheit & Kurzsichtigkeit noch teuer bezahlen müssen, denn jeder wird eines Tages mit einer schweren Krankheit und Altersleiden konfrontiert sein und dann feststellen müssen, dass es in der Medizin in den letzten Jahrzehnten kaum Fortschritte gegeben hat und die Lebenserwartung mittlerweile in den USA und GB sogar wieder sinkt, während sich die Rechenleistung von Computern alle 24 Monate verdoppelt. Mal schauen ob dann die coole neue App oder FB-Seite irgendwas gegen den Krebs oder Alzheimer ausrichten können…

  16. ….vielleicht mit der small-Plattform des Nestlé-Erben fusionieren.
    Hauptsache in den Medien nach dem Motto: mit dem Cüpli in der Hand fährt man die Firma schneller an die Wand.
    NB: Eric Sarasin sieht „etwas traurig“ aus ohne eigenes Bänkli, nitt?

    • Der angesprochene „Nestle Erbe“ sieht dem auch rot-bärtigen Advanon Mitgründer Lojacono übrigens auch optisch sehr ähnlich, ich halte bei beiden den rotbärtigen Auftritt mit offenem Hemd ohne Krawatte für anmassend und deplatziert. Beide scheinen vom selben (Abzocker) schlag zu sein. Unfassbar dass die FINMA die bösen Buben in der Schweiz jedesmal laufen lässt und beschämt wegschaut bei diesem Multimillionen- Betrügereien.

  17. Ist doch logisch, dass es bei Heitmann nur zum Klein-Investor reicht. Was denn sonst? Schliesslich hat er seine MoneyPark der Helvetia praktisch verschenkt.

    • @Sandra Niggli: Musste er ja, ist ja auch nichts wert, ausser dass ein paar gescheiterte Hypo-People noch einen Arbeitsplatz haben.

    • @Hansli Meier: Das wäre eher ein internes operatives Compliance-Thema. Eine Revisionsstelle kann hier nichts machen.
      Die Firma hat wohl einfach keinen sauberen Compliance-Prozess bei diesem Peer-to-Peer geschäft. Bleibt zu hoffen, dass daraus gelernt wird.
      @LH: Sorry, was sollen nun Business Angels hier zum Alltagsgeschäft einen Kommentar abgeben? Wir sollten froh sein für unser Startup-Ecosystem, dass wir auch in der Schweiz mutige Early-Stage-Investoren haben. Aber in der Neidgenossenschaft bashed man gerne bei jedem kleinen Misserfolg.

    • Offenbar gibt es keine DueDilligence und die Debitoren wurden auch nicht notifiziert.
      Aufgrund dieses Versehens wird man den Investoren nun halt die 2,4 Millionen zurückzahlen müssen.
      Das ist gut angelegtes Lehrgeld, wenn man dann aufrüstet.
      Die Frage ist, ob das ein Einzelfall war. Erfahrungsgemäss eher nicht – in den „einschlägigen Kreisen“ verbreitet sich die Information über ein dummes und reiches Opfer meist in Windeseile.

  18. Debitorenvorfinanzierer gibt es ja schon lange und nicht jeder der eine Bank geerbt hat taugt auch als Unternehmer / Investor oder was auch immer.

    • Das scheint das Problem von Advanon: alleine Kenntnisse von neuer Technologie / dem Aufbau von Vermittlungsplattformen reichen nicht – man sollte auch das zu Grunde liegende Geschäft verstehen.

  19. „Wir werden alles tun, damit die Geschädigten zu ihrem Recht kommen“. Aha, Advanon zahlt also den Schaden, der durch Advanons mangelhafte Due Dilligence entstanden ist.
    Das ist nicht grosszügig, sondern selbstverständlich.
    Liebe Geschädigte: Am besten Frist ansetzen und wenn doch nicht bezahlt wird, Betreibung einleiten. Wenn Advanon Rechtsvorachlag einleitet, dann kann man immer noch weiter schauen. Ich würde kein Vergleichsangebot unter 80 Prozent annehmen. Die stehen nämlich unter Druck – solange das nicht gelöst ist, können die unmöglich an die Börse oder neues Kapital von Dritten holen.
    Und immer schön IP informieren, das schafft Druck.

    • Extrem uninformierter Kommentar von dem angeblich „erfahrenen Investor“. Investoren finanzieren Rechnungen vor und kriegen dafür die Forderung abgetreten. Das Risiko tragen die Investoren. Ein Betrug ist ein Betrug.

    • @Peter
      Natürlich werden die Zahlen, wenn man etwas Druck aufsetzt und die Medien involviert. Was denn sonst? Denen sind eben über 6 Prozent der Ausleihungen ausgefallen. Die Due Dilligence war offenbar Müll.
      Korrigenda: Sich mit 80 Prozent zufrieden zu geben wäre sehr grosszügig. 100 Prozent. Da sollen die halt eine Kapitalerhöhung dafür machen. Und wenn sie das Geld nicht haben, dann gehört die Advanon halt in Zukunft den Gläubigern.