Zusätzliche Rendite dank Small-Cap-Effekt

Mit Aktien von kleineren bis mittleren Schweizer Unternehmen lässt sich gegenüber dem Schweizer Marktindex (SMI) zusätzliche Rendite erwirtschaften. Aber Vorsicht: Die geschickte Selektion der Titel spielt eine zentrale Rolle für den Erfolg dieser Strategie.

Diverse Studien belegen, dass aktive Anlagestrategien in hochliquiden und effizienten Märkten (Informationen sind in den Wertpapierpreisen enthalten und dadurch fair bewertet) einen schweren Stand haben. Folgte man überdies der Lehre des Capital-Asset-Pricing-Model (CAPM), wäre es unmöglich, die Gesamtmarktrendite auf lange Frist mit aktiven Anlageinstrumenten zu schlagen.

Für die Grossunternehmen (Large Caps) des Schweizer Marktindexes SMI erweisen sich diese Lehrmeinungen als richtig, zumal erstgenannte Argumente der Liquidität und Effizienz zutreffen und in der Vergangenheit fast kein aktiver Manager seinen passiven Gegenspielern den Rang ablaufen konnte.

Dass es dennoch Möglichkeiten gibt, die Anomalien teileffizienter Märkte mit kleinerer Informationsverfügbarkeit auszunutzen, zeigt beispielsweise die SPIVA U.S. Scorecard 2017 von Standard & Poor’s. Die Studie wirft ein positives Licht auf die aktiven Fondsmanager von amerikanischen Small- und Mid-Caps, von denen im letzten Jahr 53% respektive 56% ihre passiven Gegenspieler ausstechen konnten.

Der Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen basiert auf der Grundidee, dass Firmen mit geringer Marktkapitalisierung im Durchschnitt bessere Aktienrenditen abwerfen als Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung.

Damit die Small-Cap-Strategie jedoch auch langfristig funktioniert, muss die Qualität der Unternehmen anhand der Profitabilität, der Gewinnausschüttung und dem Gewinnwachstum fundamental untersucht werden. Auch qualitative Faktoren wie das Management und die operationellen Risiken müssen berücksichtigt werden, damit die Spreu vom Weizen getrennt werden kann und ein langfristiger Renditevorteil entsteht.

Das gleiche Phänomen des Small-Cap-Effekts lässt sich auch bei Schweizer Aktientiteln beobachten. Eher selten anzutreffen sind sie in Branchen, die Grundbedürfnisse abdecken respektive in denen Skaleneffekte einen kompetitiven Vorteil mit sich bringen.

Letztere Sektoren werden seit jeher von den Large Caps dominiert. Die kleinen und mittleren Unternehmen sind oftmals in Nebensektoren angesiedelt, haben ein längerfristiges Kernaktionariat und verfügen über ein höheres Gewinnwachstum.

Die Perlen mit den versteckten Ideen zu finden benötigt in der Regel viel Rechercheaufwand, vor dem sich Analytiker scheuen. Nichtsdestotrotz gibt es Banken und Vermögensverwalter, welche mit Fonds oder Vermögensverwaltungsmandaten ihren Kunden in diesem Segment Lösungen bieten.

Mehrwert schaffen beginnt mit einer sauberen Analyse, auf welcher eine Strategie aufgebaut wird. Dazu lohnt es sich immer, Experten beizuziehen. Das untenstehende Beispiel zeigt ein aktiv verwaltetes Schweizer Aktienportfolio im Vergleich zum SPI.

Kommentare

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  1. Dies ist die älteste Börsen-„Weisheit“ der Welt – Penny-Stocks kaufen und einkassieren.
    Allerdings funktioniert dies nicht mit Recherche wie der Author darlegt, sondern ganz anders und viel einfacher:
    Eine grosse Summe Geld nehmen und einfach quer Bet kaufen; dies ergibt etwa 80% Verlierer und 20% Gewinner.
    Die grossen Gewinner davon (von den 20%) decken nicht nur die Penny-Verluste der Verlierer, sondern ergeben satte Gewinne……
    Allerdings ist jetzt, am baldigen Ende des längsten Booms der Börsengeschichte, definitiv nicht der richtige Zeitpunkt dies zu tun – jetzt ist der Zeitpunkt für Wein, Weib und Gesang und Bargeld (auch Gold,Silber etc,)- ZU HAUSE !!
    (dies sofern Ihnen die Bank Ihr Geld noch gibt, frei nach dem Motto: „jäää für was bruchets sie soviel Bargääld“……..

    • @Richard Oaten,

      You bury your treasure……Where it can’t be found…..diese Bastarde:))

  2. @Unsere Arbeit dient dem Wohl der Menschen in Europa

    Die €-Südländer sind dazu verdammt, unterzugehen mit einem starken Euro. Das war zum Vorneherein klar; dazu braucht man nicht allzu grosse VWL-Kenntnisse: ihre Lohnstückkosten sind einfach nicht konkurrenzfähig; da eine AGENDA 2010 in Ländern wie Frankreich oder Italien zum Glück politisch nicht zu machen ist. Eine Abwertung daher der Währung ist unter dem € erschwert und beispielsweise für Deutschland nicht wünschenswert, ja gar schädlich wie für die Schweiz. Daher ist der Süden für den € – und damit die Nordländer – ein Fass ohne Boden, ob man das nun zur Kenntnis nehmen will oder nicht. Die Folge ist, dass die Nordländer langfristig auf Südländer-Niveau absinken. Dass die Südländer auf Nordländer-Niveau ansteigen sollen, ist und bleibt einzig ein Wunschtraum und Teil der Propaganda!

    Zur Börse und Schweizer Träumereien:

    Die USA und Grossbritannien haben durch ihren Imperialismus die Werte der Welt zusammengerafft und ihre Währung exportiert, weshalb es immer nur in anderen Staaten zu Währungszusammenbrüchen kam – wobei sowohl $ als auch £ in den letzten Jahrzehnten gewaltig an Wert verloren. Solange das Erdöl in $ gehandelt wird, brauchen fast alle Staaten $, um das dringend benötigte Erdöl zu kaufen, weshalb es zu einer permanenten Nachfrage nach $ kommt. Es geht bei den Kriegen der USA also weniger um Erdöl als vielmehr um die Durchsetzung der Vorrangstellung des $.

    Daher ist die Politik der SNB unverantwortlich, denn wenn der Wert ihrer Währungs“reserven“ zusammenbricht, hat die Schweiz ein Problem….Nein….hat der Schweizer Steuerzahler das Problem…. die Überakkumulation von Geldvermögen, ist insbesondere in der Schweiz das Problem. Gemäss dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund besitzt 2.1 Prozent der Reichsten in der Schweiz gleich viel wie die restlichen 97.9 Prozent und diese Zahlen von der zunehmenden Vermögenskonzentration werden von der ESTV bestätigt: Quelle 1980 – 2015 vgl. Methodenhanhang. Unser Problem ist doch, dass wir es unter dem Deckmantel der Freiheit selbst so verteilt haben. 150 Jahre Bürgerliche Mehrheit fordern ihren Tribut.

  3. James O’Shaughnessy, der den US Aktienmarkt im Detail analysiert hat, hat den Effekt untersucht und kam zum Schluss, dass nur die kleinsten US Firmen den Small Cap Effekt erklären. Das sind Aktien mit einer Marktkapitalisierung von 25 Mio. USD und weniger.

    Fonds etc. können in diese Firmen nicht investieren, da die Titel zu illiquide und die Marktkapitalisierung einfach zu gering ist, um Millionenbeträge zu parkieren. Investments von ein paar Tausend sind eher möglich.

    • Der Effekt ist allgemein sichtbar:

      Dow Jones, S&P 500 –> Nasdaq
      DAX –> TECDAX, MDAX, SDAX
      SMI –> SPI
      CAC 40 –> CAC next
      FTSE 100 –> FTSE 250

      Mithilfe von ETF´s und einer Trendfolgestrategie läßt sich dieser Umstand gut für private Anleger nutzen, da die teilweise hochvolatilen Einzelwerten vereinigt im Index eine gute Rendite bei niederer Volatilität ergeben.

  4. Aus aktuellem Anlaß:

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/so-lang-am-stueck-ging-es-an-der-wall-street-noch-nie-nach-oben-15749793.html

    https://www.boerse.de/historische-kurse/SundP-500/US78378X1072

    Zum Vergleich:

    https://www.boerse.de/historische-kurse/SMI/CH0009980894

    Die Währungsgewinne im schweizer Franken ergeben ein zusätzliches Renditeplus, vermögen die vielen Jahre mit Minusrenditen im SMI aber nicht zu kompensieren.

    Die seit 2009 laufende Hausse war in Amerika bis 2013 ein Wiederaufholen der bisherigen Kursverluste vom Hoch 2007 bei ca. 1.500 Punkten im S&P 500 und seither bis heute ein Anstieg über die alten Hochs hinaus, derweil in Europa alle (Kurs-)Indizes teilweise immer noch deutlich unter den in den Jahren 2000 und 2007 erreichten Höchstständen notieren.

    Dies ist nur das äußere Anzeichen dessen, daß die Einheitswährung Euro Europa insgesamt schadet und zudem der Anschluß an internationale Zukunftsindustrien verpaßt wird.

  5. Dee Artikel ist leider inhaltlich nicht korrekt. Zwar haben 2017 in der Tat 52% der amerikanischen aktiven Small Cap Fonds ihren Index geschlagen, 2016 waren es aber z.B. nur 15%. Diese Werte schwanken sehr von Jahr zu Jahr und ein einzelnes Jahr herauszupicken ist unseriös.
    Relevant ist sowieso wie es über längere Zeiträume aussieht. Über die vergangenen 10 Jahre haben nur 4% der aktiven amerikanischen Small Cap Fonds ihren Index dauerhaft geschlagen.
    Der Fondsmanager richtet also in den meisten Fällen Schaden an.

    Quelle der Zahlen ist ebenfalls SPIVA U.S. Scorecard 2017.

  6. Es empfiehlt sich ETF´s auf den amerikanischen Nasdaq – Index oder den deutschen MDAX – bzw. TECDAX – Index zu erwerben und diese mit einer Trendfolgestrategie wie der 200 – Tage – Linien Strategie zu bewirtschaften bzw. bei entsprechender Risikoneigung diese Investments zusätzlich mit Fremdkapital verstärken.

    Man vergleiche die 5 Jahres – Renditen dieser mit jenen anderer bekannter Indizes:

    https://www.finanzen.net/indizes/Top-Indizes

    Vorteil ist die bisher deutliche Überrendite bei überschaubarem Research, wenigen Handelstransaktionen (200 Tage Linie) und geringer, jedoch mindestens monatlicher Kontrolle hinsichtlich des Trends.

    • Ich weiss nicht so recht. Die US Börsen sind sehr teuer und der Bullenmarkt hat noch nie so lange gedauert. Zudem erhöht das FED langsam die Zinsen. Weiter gibt es weltweit viele Konflikte (Türkei, Iran, unkontrollierbarer US Präsident, Handelsstreit etc.).
      Insgesamt ist das Risiko hoch, dass die Kurse sinken werden.

    • @ Michael

      So ist es.

      Deswegen heute schon Kapital sichern (beispielsweise in US – Treasuries), um dies um den Scheitelpunkt der nächsten Krise (200 Tage Linie) verlustfrei flüssig für Investitionen in den dann unterbewerteten Aktienmarkt zur Verfügung zu haben.