Ernst&Young-Chef peppt sich zum CEO hoch

Marcel Stalder, Liebling der Ringier-Presse, nutzt Titel, den es im weltweiten Revisionsverbund nur für einen gibt: den Global-Chef.

Marcel Stalder ist der Glamour-Mann der Big Four. Gemeint sind die vier grossen Revisions- und Beratungsfirmen. Stalder steht für die Ernst&Young, die anderen sind PwC, KPMG und Deloitte.

Das Magazin „Bilanz“ hat kürzlich über die Big 4 eine Titelstory verfasst, weil diese wiederholt in Krisen gerieten. Die PwC mit der Raiffeisen, dort auch die EY, die KPMG bei der Post und in England.

Die Bilanz schrieb, EY-Schweiz-Chef Marcel Stalder dürfe sich nun „Market Leader Germany, Switzerland, Austria“ nennen; dies zusätzlich zum Titel CEO der EY Schweiz.

Beide Bezeichnungen geben bei der EY zu reden. Betreibt Stalder, oft erwähnt in der Ringier-Presse und ein enger Vertrauter des CEOs des Boulevard-Zeitungshauses, einen Titelschwindel?

CEO habe die EY genau einen, sagt ein Insider. Tatsächlich nennt sich in der ganzen EY-Gruppe mit ihren gut 250’000 Mitarbeitern nur einer CEO: Mark Weinberger, Chef der globalen EY.

Andere Länderchefs halten sich daran. Sie verzichten auf den Titel CEO und nennen sich anders. In Deutschland ist der oberste Mann der „Vorsitzende der Geschäftsführung„.

In Österreich nennt sich der Chef ebenfalls anders, dort trägt er den Titel „Country Manager„. In England heisst das nationale Aushängeschild „Chairman and Managing Director„.

Einzig der Schweizer EY-Chef Stalder hängt sich den Titel eines CEOs um. Aber nicht nur das ist umstritten. Auch die zusätzliche Bezeichnung des „Market Leader Germany, Switzerland, Austria“ stösst EY-intern kritischen Beobachtern sauer auf.

Marcel Stalder würde sich damit eine Position anmassen, die ihm gar nicht zustehe, sagt einer von ihnen. Denn es entstünde ein falscher Eindruck.

Effektiv gibt es eine Regionalchefin für die drei EY-Marktgebiete Schweiz, Deutschland und Österreich, die man in der Fachsprache auch DACH-Region nennt.

Die Frau heisst Julie Linn Teigland, sie ist auf der Homepage des EY-Gebiets Europa und Mittlerer Osten (EMEIA) unter „Regional Managing Partners“ aufgeführt.

Bei der EY Schweiz heisst es auf Anfrage, dass alle Titel von Chef Stalder korrekt seien. Stalder sei neben seiner operativen Führungsrolle bei der Schweizer EY eben auch verantwortlich für die deutschsprachigen Märkte innerhalb der Region EMEIA. Von Titelschwindel könne somit keine Rede sein.

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40 Kommentare zu “Ernst&Young-Chef peppt sich zum CEO hoch

  1. Ich muss feststellen: Die manipulierten Likes wurden nicht korrigiert. Wie kann man nur so blöd sein?
    Nun gut. Dann werde ich einen ganz langweiligen Wetterbericht zusammenstellen.

  2. Was habe ich genau verpasst? Die anderen „Länderchefs“ der restlichen drei Big4 nennen sich gemäss der jeweiligen Website auch „CEO“. Oder ist dies nun eben ein „EY-spezifisches“/“stalderisches“-Problem, das es Wert ist, hier thematisiert zu werden?

  3. You made my Day. EY-Marktgebiete Schweiz, Deutschland und Österreich, die man in der Fachsprache auch DACH-Region nennt. Scheinbar spreche ich tagtäglich nicht nur Deutsch & Englisch, sondern auch Fachsprache. So wie EU, EMEA, USA, CH, FYI, MFG, PS, UBS, zB und nicht zu vergessen: lol.

    Es ist auch verwunderlich, wie spät bei manchen die Erkenntnis ankommt, dass Titel nur Schall & Rauch sind. Vielleicht legt man bei unserem Nachbarn noch Wert auf Nennung vom Magister. Doch ansonsten ist der Witz am Stammtisch doch schon völlig ausgetreten, dass Beat Meier zum neuen Senior Facility Manager an der Grundschule im hinterletzten Dorf befördert wurde, sprich der alte Hauswart bleibt. Am Senior oder Principal im Titel kann man genauso wenig über Alter & Erfahrung ablesen, wie den Unterschied zwischen pauschalem Account Director zum Key Account Manager. Selbst wenn wir bei deutschsprachigen Bezeichnungen bei einer CH-Versicherung bleiben, so vermutet man hinter einem „Resortleiter“ als Aussenstehender definitiv mehr als einen Teamleiter für 4 Programmierer, oder?

    Aber gut, wenn man sich hier noch über solche Titel wundern kann, und hinterfragt, wie denn Märkte firmenintern aufgeteilt sind, dann ist die Welt noch nicht verloren 🙂

    • Wie heisst es so schön:

      „Wer keine Namen hat, der braucht einen Titel“

      Warren, Bill, Jeff, Mark und Tim müssen im Silikon Valley keinen tragen…

  4. Das ist schon lange Thema bei EY. Niemand hier nimmt Stalder noch ernst. In den meisten Mertings ziehen schon andere Partner über ihn her. Baut stellen ab wo langjährige Mitarbeiter gehen müssen und weniger qualifizierte Mitarbeiter deren Job übernehmen. Setzt inkompetente Directors oder Neu-Partner in Leitung von der Sorgenkind-Abteilung und es wird nur schlimmer. Wir alle lächeln, doch versuchen uns heimlich von dem sinkenden Boot zu retten.

    • Im Vergleich zum Stalder ist der Hässig aber ziemlich erfolgreich in seinem Beruf, muss man sagen… 😘
      Und ob der Stalder auch einen solchen Kommentar veröffentlichen würde? 😎

    • Da haben Sie wohl gleich selber geantwortet Herr Haessig. Ich habe meinen Kommentar um 18.36 Uhr verfasst, um 23.00 Uhr war er noch nicht aufgeschaltet und trotzdem wurde er schon um 21.24 Uhr kommentiert – wie das wohl geht?
      ….einfach nur ganz ganz peinlich.
      Herzlichst
      Ihre Svetlana Tupolev

    • Liebe Frau Tupolev, da wir uns auf dem Nachhause-Weg alle über Ihren Kommentar amüsiert haben, kann es nicht so spät gewesen sein. Sie sollten Ihre Internet-Verbindung kontrollieren. Die von Swisscom, welche wir auf unserem EY-Handy haben, ist eigentlich nicht so schlecht (ich nehme mal an Sie sind auch hier angestellt). Einfach ab und zu auf „refresh“ klicken, oben bei der Browser-Leiste. Herzlichst, Noch-EYler

    • @Svetlana
      Ihre Aussage ist schlicht unwahr. Ich habe Ihren unflätigen Kommentar gestern auf der Zugfahrt nach Hause gelesen, das war so um die 20 Uhr.
      Was zu diesem Beitrag abgeht, ist ein Skandal: Manipulation von Likes (wurde ja bereits 2x genannt), solche Fake-Kommentare.
      Offenbar ist man bei ey nervös. Herr Hässig, hier sollten Sie dran bleiben!

  5. Liebe PR-Abteilung. Ich bin wütend über die Manipulation der Daumen-hochs. Plötzlich finden über 80 Personen Comments gut, die Herrn Hässig übel beschimpfen und Marcel verteidigen. Das ist unglaubwürdig, auch bei den „Top-Stories“ zu Raiffeisen erreichen die meisten Comments nicht solche Werte.
    Somit liegt hier Manipulation vor. Und es ist auch klar, aus welcher Küche das stammt.
    Darum ein Hinweis: Wenn diese Manipulation nicht sofort aufhört, dann könnte ich mir ein Lyca kaufen und Herrn Hässig anrufen um über das Wetter und andere Dinge zu plaudern. Ich sage nur Mee-too, Independence und Ereignisse in BS und GE.
    Wenn unklar, einfach M. fragen, er weiss schon, was damit gemeint ist.
    Am besten ruft ihr Hässig an, legt ein Geständnis ab, bittet um Entschuldigung und bittet darum, dass er die Anzahl der Daumen korrigiert. Das wäre glaube ich der sicherste Weg.
    —–
    Comment geschrieben mit einem TOR-Browser. Nachverfolgung/Klagen sinnlos.

    • Ich könnte mir gut vorstellen, dass Herrn Stalder seine PR/Marketing-Abteilung (das was davon übrig ist) auf das angesetzt hat. Vielleicht gleich noch eine Rundmail im AIBD, damit alle mit Ihren Computer/Handys/Geschäftshandys die „Daumen“ verteilen.

    • „Miss Minirock“, die man ohne Umsatz oder andere Erfolge den Aufstieg geschafft hat, hilft da sicher gerne. Auf einen Like zu drücken schafft sogar sie.
      Irgendwann werden die Hintergründe zu dieser skandalträchtigen Beförderung schon zu Hässig durchsumpfen. Ist nur eine Frage der Zeit.

    • Sie können trotzdem verfolgt werden. Denn Sie sind der einzige, der sich nervös umschaut, Angst hat, stets TOR betont, und allem voran überall Manipulation vermutet. Als ob heutige PR-, Marketing-, Strategie- und HR-Abteilungen inkl. deren Backoffice Leute nichts anderes zu tun hätten, irgendwelche Kommentare mit Daumen-hoch oder -runter zu bewerten.

      Übrigens, ACHTUNG, hinter ihnen schaut jemand durchs Fenster über die spiegelnde Schranktür direkt auf Ihren Bildschirm!

  6. Diese Geschichte berührt den Kern des Problems, nicht nur bei EY, sondern bei allen Big-4s.
    Es geht hier auch nicht um Stalder, aber man kann es an dem Beispiel festmachen.
    Stalder ist natürlich kein CEO. Eine Big-4 ist eine Partnerschaft. Der Länderchef ist nur „Primus Inter Pares“. Nicht mehr, nicht weniger. Es ist eine Ehre und eine Bürde, dieses Amt zu erfüllen. Jemand, der sich in dieser Situation CEO nennt, der hat damit bewiesen, dass er oder sie der Rolle nicht gewachsen ist. Moralisch nicht reif genug dafür ist.
    Es ist nur ein weiteres Zeichen dafür, wie schlimm es um die Integrität der Big-4s steht. Ich vermisse hier bei meinen ehemaligen Kollegen jegliche Selbstkritik. Der Fall Post ist eine Katastrophe, Der Fall Raiffeisen ein Skandal. Solche Dinge dürfen nie mehr geschehen. Da müssen die Big-4s (und die RAB) drakonisch durchgreifen. Ich verlange lebenslange Sperren für die fehlbaren Partner.

  7. Die „Likes“ werden offensichtlich manipuliert! Plötzlich sind diese bei den wenigen Stalder-Support Posts explodiert!
    Wie verzweifelt muss die Lage sein, dass man zu solchen Schritten greift?
    Herr Hässig, lassen Sie sich nicht beirren! Sie haben hier ein wichtiges Thema aufgegriffen. Und diesen Big-4s sollte man schon genau auf die Finger schauen.

  8. Ist unseren Gesellschaft soweit gekommen dass man positive, effiziente Leistungsträgern nur mit negativen Schlagzeilen und Fake News immer wieder übergiessen muss?

    Fakten; EY wächst, EY schreibt ++ Zahlen, EY performt! Meckern, meckern, meckern. Liefermal lieber zuerst mal etwas überdurchschnittliches, Hässig!

    • Fakt ist dass EY Schweiz seit Jahren das Sorgenkind ist bei den anderen internationalen Partners. Viel zu hohe Kosten und zu wenig Umsatz.

    • Das ist schlicht unwahr. EY Global wächst. Aber EY CH hat letztes Jahr keinen Rappen Wachstum erreicht.
      FSO (vorheriger Bereich Stalder) läuft katastrophal, insbesondere PI. Non-FS läuft deutlich besser, aber da hat Stalder auch keine wirkliche Rolle.
      Der Umsatz pro Partner ist auch dieses Jahr wieder deutlich gesunken.

  9. Vielleicht ein CEO mit der ersten Biz Card, welche sich vor dem (Neu)Kunden in Luft auflöst ein paar Sekunden nach der Übergabe … ganz im aktuellen Banksy-Style.

  10. Titelgeilheit, die Plage der heutigen Welt. Da werden Doktortitel geführt, die es nicht gibt. Oder Titel „übersetzt“.
    Und im Zeitalter von IP geht das dann halt manchmal bös schief.
    Und der Name „Stalder“ liest man sowieso etwas oft auf IP. Das ist nie ein gutes Zeichen.

    • Ein Journalist MUSS nerven! Sonst tut er seine Arbeit nicht!
      Und dass Stalder in der Szene als der mediengeilste und gleichzeitig schwächste Big-4 Chef (nein, CEO ist er nicht – das ist immer noch eine Partnerschaft!) der Schweiz gilt ist nun wirklich kein Geheimnis.

    • Es gibt auch den CDO oder Chief Desaster Officer….
      Wissen sie etwas davon? Es gab viele…🤣🤣

  11. Altes Ego …

    Wieviele C-Level Titel gibt es heutzutage? Unzählige.

    CVO – Chief Visionary Officer
    COO – Chief Office Management Officer 😉
    CAO – Chief Analytics Officer
    etc.

    Oft steckt ein 2-Mann/Frau Team dahinter, aber wer’s braucht …

  12. Die Geschichte als solche ist vollkommen belanglos und dennoch zeigt sie etwas, das sich – nicht zu letzt ip sei Dank – wie ein roter Faden durch „Corporate Switzerland“ zieht:

    * Eitelkeit und Noblesse statt Stallgeruch
    * Verwalten statt Managen
    * Schönfärben und Schönreden statt Ingenieurskunst und Genialität

    Act accordingly!

  13. Ach du mein liebes Tuetchen! – Wenn ich jeweils so Jobbezeichnungen und -Titel sowie Self-Descriptions von Leuten auf LinkedIn lese, die ich beruflich (auch) kenne, dann ist der Stalder noch ein Harmloser. Da stylen sich Sesselfurzer, in der x-ten Reihe sitzende Dummschwaetzer, Nichtsbeweger (ausser eigenes Mundwerk) und traege Etappenhengste zu Helden des Business hoch, bis an die Schmerzgrenze.

  14. Nun ja, wenn diese Titelchen Stalder’s Ego gut tun, bringt dies vielleicht sogar EY weiter. Wir wissen ja alle: nur glückliche MITARBEITER sind gute Mitarbeiter.

  15. Dieser Titel hat innerhalb von EY schön öfters zu Reden gegeben.
    Er ist der einzige Country Manager, der es wagt, sich CEO zu nennen. Glaube nicht, dass das Weinberger weiss und schätzt.
    Ist aber nur ein Symptom eines tieferen Problems.

    • …und wenn man weiss, dass sich EY Switzerland seit dem Beginn der Ära Stalder in den internen Performance-Vergleichen jeweils ganz am Ende der Rangliste findet. Und die Konkurrenz zieht davon.
      Nur in einer Disziplin ist Stalder ganz stark: In Bezug auf die Menge an saftigen Berichten auf InsideParadeplatz. Da lässt er die anderen Big4-Chefs locker hinter sich. Ob er Hässig unter dem Tisch Geld zahlt, damit er wenigstens hier Aufmerksamkeit kriegt?

  16. Ein Revisionsboss, der sich ein paar schöne Job-Titel erfindet. Ich glaub, mein Schwein pfeift!
    Ich glaube, das Selbstbewusstsein kann nicht besonders hoch sein, wenn man zu solchen Mitteln greift.
    Überhaupt machen die Revisionsstellen in der letzten Zeit eine ganz schlechte Figur.