Thiam peitscht Chefs: Die streichen weitere Jobs

CS-CEO fordert für die nächste Dreijahres-Periode deutlich mehr Gewinn – Seine Unterstellten reagieren mit Sparzielen.

Tidjane Thiam ist auf der Zielgeraden. In Kürze wird er verkünden, dass er die bei seinem Stellenantritt vor 3 Jahren versprochenen Gewinnzahlen ziemlich punktgenau erreichen wird.

Wie? Durch Entlassungen, Bonus-Kürzungen unten und im mittleren Kader, Outsourcing und dem Auspressen von Lieferanten.

Mit Kunden hingegen und neuen Geschäften eher weniger, auch wenn die CS unter Thiam viel Neugeld an Land gezogen hat. Die Umsätze mit diesen Neukunden und Neugeldern halten sich in Grenzen.

In Strategie-Workshops müssen nun in diesen Wochen die Direktunterstellten von Thiam neue Gewinnziele definieren. Es geht darum, die Gewinne für die Periode von 2019 bis 2022 zu fixieren.

Aus der CS ist zu hören, dass Thiams Kollegen massiv aufs Gas drücken. So wolle Iqbal Khan, der Chef für den Bereich International, den Gewinn für seine Division eindrücklich nach oben schrauben.

Für das laufende Jahr 2018 lautet das Gewinnziel von Khan 1,8 Milliarden. Neu soll es rund eine Milliarde mehr sein.

Khan will die Latte offenbar besonders hoch legen. Er aspiriert auf die Nachfolge von Thiam als nächster CEO der CS. Sein schärfster Widersacher Thomas Gottstein muss entsprechend nachdoppeln und den Gewinn des eigenen Bereichs ebenfalls deutlich steigern.

Powerpoint ist geduldig, auf Folien sind stolze Gewinnziele rasch gepinselt. Doch wie sollen diese unterlegt werden?

Laut Insidern fehlen überzeugende Initiativen. Bei Khan im internationalen Geschäft habe in den letzten drei Jahren die Region Middle East viel Neugeld und Gewinn gebracht.

Doch nun sei dort der Zug ins Stocken geraten. Und andere Regionen würden nicht in die Lücke springen.

Was bleibt, wenn das Geschäft harzt? Die Kosten, natürlich. Sie bleiben der Hauptfokus bei der CS.

So wie schon in der ersten Dreijahres-Periode von Thiam werden die Bereichsleiter Khan, Gottstein und der Asienchef also auch über 2018 hinaus vor allem die Ausgaben reduzieren.

Das heisst: nichts Neues bei der CS. Der grosse Aufbruch mit guten Kunden und neuen Geschäften bleibt aus. Und das globale Trading, dass Extragewinne versprechen könnte, ist gefährlich.

Die Zeche für die fehlende Phantasie des obersten Managements zahlen die Leute im Maschinenraum. Es werden auch ab 2019 weiterhin Jobs gestrichen. Die CS, eine anhaltende Baustelle.

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34 Kommentare zu “Thiam peitscht Chefs: Die streichen weitere Jobs

  1. Die losgetretene Lawine rollte weiter und die Leute müssen gar nicht mehr auf die Strasse gestellt werden sondern gehen von alleine… CS versucht Gegensteuer mit mehr Vaterschaftsurlaub, Möglichkeit auf Ferienkauf pro Mitarbeiter etc… viel Glück

  2. Gähn… nichts Neues bei der CS.

    Wenn Thiam so erfolgreich gewesen wäre wie er behauptet, dann wäre er schon wieder abgeworben worden. Aber bei diesem Saftladen kann er ja mindestens super verdienen.

  3. Cs und UBS werden in 3 bis Max 4 Jahren 5000 MA alleine in der Schweiz weniger aufweisen, das PB muss neu aufgegleist werden, jeder kann sich selber ausrechnen, wenn 70 % der Assets in der CH weniger wie chf 500 000 sind, diese durch blockchain uns vom Anleger selber verwaltet werden, wie viele Banker wir noch brauchen. Abgesehen wir die UBS oder CS in wenigen Jahren nicht mehr selbstständig sein.

  4. Nach über 15 Jahre bei dieser Bank lasse ich mich auch RIFen. Die letzten Jahre waren gar nicht mehr tolle an der Front. Es war ein Irrglaube, dass nach dem Bankgeheimnis nun wieder der Kunde im Vordergrund steht. Nein, die eine (Kostenspar–)Übung folgt auf die nächste…

  5. Die Geschichte wiederholt sich.

    Wie die Kommentare interessant veranschaulichen.

    Noch ein paar wenige Kommentare zur CS.
    Mehr nicht.

    Die ehemaligen Eingefleischten haben resigniert. Seit 10 Jahren ist klar, dass die Schweiz ihres Bankgeheimnisses beraubt wurde und das ausschlachten der „Schweizer“ Banken begonnen hat. Die beiden Grossbanken sind in ausländischem Besitz, das Management ist ebenfalls mehrheitlich ausländisch, teure Schweizer Mitarbeiter werden noch toleriert solange bis billigerer Ersatz da ist. Die Bank wird ausgepresst zum Gewinn von ausländischem Aktionariat & Management, noch ein wenig und dann geht man und lässt den Scherbenhaufen zurück. Plan erfüllt. US banks are taking over.

    Diejenigen welche die Misstände bei der CS permanent noch anprangern, werden von Thiam müde weggelächelt.

    Die paar neuen Kommentatoren (Ah! Da ist doch was faul!) die die letzten 10 Jahre noch hinter dem Mond unter einem Stein gelebt haben sind schon vom neuen Zyklus.

    Too late.
    The party (not yours) is over. Mission complete.

    Wer noch bei der CS dabei ist tut dies freiwillig. Mitarbeiter wissen, dass sie drangsaliert werden. Kunden wissen, dass sie ausgenommen werden. Man ist selber schwächlich opportunistisch und Teil des Systems. Sonst würde man davonlaufen.

    Es interessiert niemanden mehr.

    • Aber auch Kunden haben eine Schwmezgrenze. Nachdem im Online Banking erst die Automaten und jetzt Direct Net angepasst wurde, ist eine spürbare Verschlechterung eingetreten. Als IT’ler habe ich schon diverse Homepages und Onlineanwendungen gesehen, aber das aktuelle DN scheint dafür konstruiert wurden sein, Kunden zu verschrecken. Bin zwar nur ein kleiner Fisch, aber ich hab meine Konti bei der Bank aufgelöst.

  6. Khan und Gottstein haben es erkannt: Man muss die Latte richtig hoch setzen, damit man erhobenen Hauptes untendurch spazieren kann …

  7. Tja, es ist ganz einfach so: Kosten zu reduzieren ist eben schon viel einfacher als Erträge zu steigern. Denn Kosten senken kann jeder, Erträge steigern nur ganz wenige. Wohl war TT somit einfach der falsche Mann!

    Ich mag mich auch nicht an Beispiele erinnern, wo Kostensenkungen zu Wachstum geführt haben. Natürlich muss man die Kosten im Griff haben. Aber nur Kosten senken um den Gewinn zu erhöhen, für langfristig nicht zum Ziel! Aber vielleicht war dies auch nicht das Ziel von TT, sondern einfach einen guten Bonus sichern.

    Normalerweise muss man zuerst Investieren um nachher zu ernten. Das weiss jeder Bauer wohl besser als TT!

  8. Ich fasse zusammen:
    Outsourcing, Lieferanten auspressen, Strategie-Meetings, Powerpoint-Folien, Initiativen, Zielerhöhungen,…
    Alles BS-Bingo-Begriffe!
    Mit der Realität hat das nichts zu tun, und wüsste man es nicht schon, so müsste man aufgrund der Vorgänge in den beiden Grossadministratoren (Banken sind es ja schon länger keine mehr, und Unternehmen noch viel weniger!) vermuten, die Chefs hätten keine Ahnung, in welchem Ozean sie sich befinden.
    Das Nächste wird dann vermutlich der Eisberg sein, den man aufgrund all der höheren Zielvorgaben zu spät sieht. Ob der zufällig aus dem Middle East stammt, wo man so „stark gewachsen“ ist in den vergangenen Jahren, wird sich zeigen.
    Jeder selber schuld, der mit diesen beiden Firmen noch zu tun hat!

  9. Ich mag lh als unabhängigen Blog-Lieferanten ja wirklich. Manchmal frage ich mich aber schon, ob die ewige Nörgelei überhaupt einen Sinn hat. Im einen Artikel werden die Derivaten an die Wand genagelt (ist ja wohl unbestritten eines der initiativsten Geschäftszweige von IB’s und deren Wirkungsweise kann auch – wenn sie richtig aufgegleist sind – bestehende Exposures ausgleichen oder zumindest dämpfen) und im gleichen Atemzug verlangt er von den gleichen Banken mehr Innovation. Irgendwann – trotz mancher guter Einwände – wäre dann doch auch ein klein wenig Kredit zugunsten dieser Institute schon fair. Oder anders gesagt, wem hierzulande bringt es denn wirklich was, wenn sie zu Tode geschrieben werden?

  10. Ich bin Kunde bei mehreren Banken, auch bei der Credit Suisse. Ich stelle fest: sie haben nur noch in einem Bereich die Spitzenposition: bei den Preisen. Ehrlich, für einen Normalo mit kleinem Depot, Hypo und 3a kriege ich bei jeder KB mehr oder das Gleiche günstiger. Vielleicht für eine internationale Clientele spielt die CS noch eine Rolle, aber im Retail, Affluent und im PB hat die CS in der Schweiz nichts mehr verloren.

  11. Repressive Führung, wie in der Heimat. Aber in diesen innovationslosen zwei Grossbanken geht’s ja nicht anders, wenn man selber noch ein paar Jahre abgarnieren will.

    • Thiam war von Anfang an eine Fehlbesetzung, aber der VR Präsident ist es auch…….. von daher ein Dreamteam, nur nicht für die Aktionäre und Kunden.

  12. Bei einem price earning von minus 46.14 wäre die Credit Suisse eigentlich eine Aktie mit Fantasiecharakter. Ein Schnäppchen………. Auch bekannte Value-Investoren wie Braun, von Wyss, Müller mit ihrem „Classic Global Equity Fund“ haben in CS investiert. Sie wurden auch nach mehreren Jahren nie glücklich mit ihrem vermeintlich billigen Titel………

    Leider glaubt kaum jemand an diese story. Jegliche visionäre Weiterentwicklung wird vermisst auf dieser Sandburg. Diese generelle Strategielosigkeit auf dem CH-Bankenplatz verbunden mit dieser obszönen Bonuskultur gibt zu denken.

    • Echte Fantasie kommt in diese Schweizer Finanztitel inklusive CS, UBS, JB und EFG erst als Übernahmekandidaten.

      Man sieht dies gegenwärtig bei der tief gefallenen GAM als Beispiel mit seinen Gerüchten………..

      Bei der jetzigen Selbstbedienungsmentalität könnten diese selbstzufriedenen Institute aber auch implodieren. siehe andere Geschichte von heute.

  13. Wenn sich diese Bank (endlich!) entschliessen würde, die hunderte (tausende?) Directors, MD’s etc., welche nichts, aber auch GAR NICHTS, bringen, zum Teufel zu jagen, könnten sich Iqbal und Thomas bequem in ihren Sesseln nach hinten lehnen und sich einen Drink gönnen, die Milliarde(n) wäre(n) da – innert Jahresfrist.
    Aber den Maschinenraum zu zertrümmern ist einfacher, tönt brutal, aber scheint so zu sein.

    • Das sehe ich auch so. Das Business Modell der CH-Banken, die Schwarzgeld-Strategie, ist erledigt und das CH-Banking ist nicht fähig ein neues Modell zu erschaffen. Ähnlich kranke Tendenzen sind auch bei Big-Pharma zu beobachten. Nur stimmt dort das Business Modell noch immer, die Baby Boomers kommen erst noch. Das CH-Banking wird in wenigen Jahren in der Unbedeutendheit verschwunden sein.

  14. Die CS ist neben der UBS ein Vorzeigeinstitut der Schweiz. Wenn eine führende Organisation wie die CS einzig und alleine die Kosten treibt und Werte, Innovation und die Kundenloyalität nur opportunistisch betreibt, dann ist das schlecht und auch kein gutes Vorbild. Kosten sind die Elemente die man beeinflussen kann, auf der anderen Seite es ist klar, dass der Bankenmarkt umkämpft ist – hier müsste man sich differenzieren; durch Innovation, als starker Partner von Firmen, als innovativer Player für Private. Aber das geschieht nicht. Man sprach immer davon, dass man den Wagen dreht, aber in den letzten drei Jahren ist nichts an Innovation (ok Digipig ist wohl eher ein Gatchet als eine Innovation) dazu gekommen. Ich wünschte der CS, dass sie mit ihrer Kundschaft spricht und sich fragt, „was sind unsere Werte und was macht uns stark“. Net New Value anstatt Net New Money. Die Kunden werden es langfristig schätzen….

    • Wow…ein righties „Pamphlet“:…
      Das erinnert mir an die „neue Umwelt schönend“, die Anstatt eine richtige Lösung zu finden und neue saubere Autos zu kreieren, fahren einfach langsamer und somit „schadet den Umwelt“ ein bisschen weniger… aber man realisiert nicht, dass am Ende der Fahrt man hat trotzdem gleiche Emissionen gehabt!
      Somit die Problemen werden nicht gelöst….und kommen Krise, externe natürlich, man gibt die Verantwortung am anderen (FED in USA….die einzige Institut, neben IMF, der wirklich die Finanzindustrie geholfen haben mit limitierte MIttel) nach 6 / 7 Jahren kommt sowieso ein andere Person und geht so weiter. …Multi Milionär geworden, aber nichts für die Firma oder Gesellschaft etwas geleistet. So ist unsere Finanzsystem pervers geworden…ich meide keine Kritik…ich bin sowieso nur ein „kleine Philosoph“…unbekannt noch dazu! Geschweige denn wichtig….

    • „Die CS ist neben der UBS ein Vorzeigeinstitut der Schweiz.“

      Wirklich? Nicht etwa das Gegenteil?

    • „Die CS ist neben der UBS ein Vorzeigeinstitut der Schweiz“. Inzwischen wohl eher ein Schandfleck…..

  15. „auf Folien sind stolze Gewinnziele rasch gepinselt“, sehr treffend formuliert. Man schaue nur mal den Aktienkurs an und dessen Verlauf, so relativiert sich sehr rasch das „Gelabber“ der obersten CS-Chefetage dort in „Tsüri“ am Paradeplatz.

  16. Jedes Land bekommt die Banken, die es verdient!

    Jeder Aktionär bekommt den CEO, den er verdient!

    Transitiv: Jedes Land bekommt die Banken-CEOs, die es verdient.

    Die Schweiz ist eine freiwillige Besucherin dieses Sado-Maso-Studios.

    Ein Banken-MeToo in 30 Jahren ist unglaubwürdig, weil ihr schon alles längstens bekannt ist!

    Zeit für die rote Pille!

  17. Wie wäre es mit 50% Lohnkürzung für C- Level und Gruppen MDs? Da bliebe immer noch genug zum Leben und das würde wahrscheinlich 100 andere Jobs retten.

  18. Bei Monsieur Thiam ist allenthalben sparen angesagt, ausser bei sich selbst. Es gleicht immer nehr einer drückenden Herrschaft. Und die ist ein schlechter Ratgeber.

  19. ….die gehören auch gepeitscht: das einzig wirksame Mittel in dieser Industrie ist ZUCKERBROT UND PEITSCHE!!! Nur so funktioniert das reudige Personal…

    Zynismus aus

    • Ein passenden Namen hast du dir gegeben – Sarkasmus hin oder her – aber Radelfahrer wäre auch passend (nach oben buckeln und nach unten treten)