UBS, CS: Zwei Derivate-Granaten vor Zündung?

Genau 10 Jahre nach Rettung durch Steuerzahler und Öl-Scheichs geht bei beiden Schweizer Finanzmultis erneut die Angst um.

Am 15. Oktober 2008 rettete die Schweiz die UBS, Katar die CS. Heute, am 12. Oktober 2018, stehen die beiden Finanzmultis erneut vor ungewisser Zukunft.

Ihre Aktien brechen derzeit um mehrere Prozente ein – pro Tag. Die CS schloss gestern Abend noch bei gut 13 Franken, die UBS bei nicht gross über 14.

Die Einbrüche sind dramatisch. Gestern verlor die CS-Aktie 3,3 Prozent, die Aktie der UBS 3,6 Prozent. Beide gehörten zu den grossen Verlierern an der Schweizer Börse – so wie fast immer zuletzt.

Die Kurse von 13 respektive 14 Franken pro Titel: Sie sind nur noch ein Schatten früherer Grösse. Der UBS-Valor war einst rund 70 Franken (nicht 100, wie ursprünglich geschrieben), auch der CS-Titel erreichte vor der Finanzkrise stolze Höhen.

Und heute: Misere, Tristesse, Non Valeur. Doch warum soll das ein Problem sein?

Der Zürcher Finanzprofessor Marc Chesney hat das in einem kürzlichen NZZ-Aufsatz aufgezeigt. Die CS sitzt auf Derivaten im Umfang von 687 Mal dem eigenen Kapital. Bei der UBS ist es Faktor 361.

Das sind Bomben – Derivate-Bomben. US-Legende Warren Buffett nannte sie die „finanziellen Massenvernichtungs-Waffen„.

Die Chefs der UBS und der CS betonen seit der Grossen Krise vor 10 Jahren, wie stark sie die Risiken eingedämmt und wie sehr sie ihr Geschäft verkleinert hätten. Ihre Bilanzen seien deutlich reduziert.

Auch hier klingt die Story besser als die Realität. Der Derivate-Berg der UBS war per Ende 2017 laut Professor Chesney 20 Mal so hoch wie die eigene Bilanz, also alle Aktiven respektive Passiven. Jener der CS war gar 36 Mal so hoch wie die Bilanzsumme.

Die Bilanzsummen sind nicht Peanuts. CS- und UBS-Bilanz zusammen machen das Dreifache der Schweizer Jahresproduktion aus. Sie sind riesig, immer noch.

Noch riesiger ist der andere Berg. Zwei gigantische, in Zahlen nicht mehr fassbare Derivatekonstrukte türmen sich am Zürcher Paradeplatz. Ob sie halten, wird man sehen.

Die Aktien von CS und UBS zeigen jedenfalls, dass die weltweiten Investoren grundsätzliche Zweifel haben. Sie glauben nicht an das Modell der Schweizer Grossbanken.

Diese sind nie wirklich über die Bücher gegangen – 10 Jahre lang nicht. Ihre Chefs sagen zwar, sie seien je eine grosse Vermögensverwaltung mit angehängter Investmentbank.

Doch das Derivate-Gebirge zeigt, dass dies nicht stimmt. Beide, UBS und CS, sind immer noch riesig im globalen Trading.

Was, wenn der Berg einstürzt? Wirklich neu seit der Finanzkrise von 2008 ist nur, dass es heute zwei neue rechtliche Einheiten gibt: eine Schweizer UBS und eine Schweizer CS.

Die beiden Aktiengesellschaften sollen das Rettungsböötli sein, wenn alle Stricke reissen. Gelingt das Manöver, wenn die Märkte weiter einbrechen?

Professor Chesney setzt Fragezeichen. „Ungeachtet der lobenden Jahresberichte und der Expertisen zahlreicher Sachverständiger sind die Schulden der Grossbanken nach wie vor überproportional“, schreibt er.

Beide Swiss Multis sässen nicht auf solchen Derivategranaten, hätten sie ihr Modell von Grund auf geändert.

Was droht? Im schlimmsten Fall haben die Schweiz und ihre Bürger erneut ein Problem. Rettungsaktionen mit Steuergeldern sind nicht ausgeschlossen, wie Hans Geiger in einem Video ausführte.

Schweizer Aktiengesellschaften für das sogenannt systemrelevante Geschäft von CS und UBS hin oder her: Die Lehren aus der Krise vor 10 Jahren haben hierzulande die Verantwortlichen nicht gezogen – zu verlockend waren Millionen-Boni für sie.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

58 Kommentare zu “UBS, CS: Zwei Derivate-Granaten vor Zündung?

  1. Nach dem Crash 2008 wurde nirgendwo, vor allem nicht an der Wall Street ein einziger der zum Teil mit Vorsatz kriminell agierenden Börsenzocker und Banker angeklagt, geschweige denn wegen Betrugs und anderer Delikte verurteilt. Wenn man illegal mit Milliarden jongliert, wird das gesellschaftlich akzeptiert, wenn man eine Packung Zigaretten klaut, kommt der Staatsanwalt?

  2. Die jetzige Kursschwäche der Schweizer Großbanken hat meiner Meinung nach nichts mit irgendwelchen mysteriösen Derivaten zu tun, sondern mit der allgemeinen Lage: Zinsangst in den USA und der durch Italien ausgelösten Euro-Angst, die wiederum die extreme Labilität dieser im Grunde gescheiterten Polit-Währung demonstriert. Der Euro und nicht irgendwelche Derivate ist die größte Bedrohung für das Finanz-System. Wenn beispielsweise Italien in eine Griechenland ähnliche Krise geraten würde, dann hätten wir ein gewaltiges Chaos. Dann würde es auch bei den Derivaten krachen, aber das wäre nur Begleitmusik.
    Grundsätzlich gibt es bei dem gewaltigen Derivate-Berg, den heutige Finanz-Institutionen vor sich her schieben, ein Kontrahenten-Risiko, für das in der Bilanz nur wenig oder gar keine Vorsorge gemacht wurde, andernfalls gäbe es diesen Derivate-Berg gar nicht. Bei der Lehman-Pleite gab es einen großen Kontrahenten-Ausfall und das Finanz-System hat diesen erstaunlich gut verkraftet. Als viel schlimmer hat sich das mit der Pleite einhergehende gegenseitige Misstrauen erwiesen. Dieses Problem hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Es ist die genuine Aufgabe der Zentralbanken und Staaten in solch eine Krise durch öffnen der Geldschleusen und durch garantieren der Forderungen zwischen den Banken einzugreifen und das haben sie 2008 auch recht erfolgreich gemacht. Man könnte den Derivate-Berg abbauen, indem man die dafür notwendige Vorsorge in den Bilanzen erhöht. Wahrscheinlich würde dadurch das Finanz-System ineffizienter aber mit Sicherheit auch transparenter werden.

    • Ehm gut verkraftet? Die USA ist von 9 Billionen auf 20 Billionen Dollar Schulden jetzt. Gut verkraftet ist das nicht wirklich, oder?

    • @Sammy: Die USA sind einsame Spitze. Die haben mit der Aufhebung der Goldkonvertibilität des USD das finanzielle Perpetuum mobile erfunden. Henry C.K. Liu hat formuliert: „Die USA produzieren die Dollars und die übrige Welt produziert die Waren, die man damit kaufen kann.“ Und Ferdinand Lips in „Die Goldverschwörung“ schrieb, der Dollar sei ein Tributsystem in Form des Handelsbilanzdefizits. Dieses sei eine Steuer, die die USA auf der ganzen Welt erhebe, weil sie nicht daran denken, den aus Luft geschaffenen USD jemals wieder gegen Gold konvertierbar zu machen.

  3. Wenn wir hier von der CS und UBS sprechen, sind dann die Konzerne gemeint und überleben „unsere“ nationalen Gesellschaften „Credit Suisse (Schweiz) AG “ und „UBS Switzerland AG“ eher ein solches Szenario?

  4. Und? Nichts Neues. Ausser das Ueli der Finanzstratege aus Bern der Wirtschaft Steuern in unberechenbarer Höhe schenken will (wer die offiziellen Angaben glaubt, ist selber schuld) hat Ueli nun noch die Idee, den CH-Unternehmen Bussen welche diese Firmen (vorallem Banken) im Ausland fassen (aktuell: Frankreich, demnächst Den Danske Skandal) steuerlich Abzugsfähig zu machen. Da hat doch der Heribert Scheidt von der Bankiervereinigung ganze Arbeit geleistet. Wieviele Spenden fliessen wohl ins Kässeli der $VP? Ueberall wo Ueli auftaucht, gibt es dubiose Geschäfte. Erinnert sich noch jemand an die Sanierung einer Rostlaube Namens Duro für 500 Mio? Pro Auto 250000.–! Wenn die Politiker gekaufte Lobbisten sind, kommen halt am Ende solche Situationen zustande. Da ist die Besetzung der Finma mit einem Libor-Spezialist als Chef nur noch die logische Fortsetzung. Ansich ein Jammer, dass wir als Bürger in einer direkten Demokratie unsere Macht nicht höher Werten. Das wir uns alles, wirklich alles gefallen lassen. Aber solange Burkas, Minarette, Flüchtlinge etc die Titelseiten beherrschen, bei jeder Abstimmung sämtliche Arbeitsplätze in Gefahr sind, die PKs und AHV pleite gehen, kurz: mit Angst politisiert wird, kann in deren Schatten so ziemlich jedes Drecksgeschäft durchgewunken werden. Mir schwant schlimmes, wenn ich lese, wie die UBS und CS mit ihren Derivaten dastehen. Was für Derivat-Berge haben da wohl Vontobel, Baer und Konsorten in den Büchern stehen? Nichts, aber auch rein gar nichts an Lehren aus dem 2008 Desaster gezogen. Im Gegenteil. Und man sollte auch nicht vergessen, dass nebst diesen Finanzbomben noch ein ganzes Arsenal an zukünftigen Katastrophen vor der Tür stehen: Klimawandel, Umweltschutz, Plastikmeere, Dürren, Kriege, innere Unruhen usw usf. Freuen wir uns darauf. Geschichtlich gesehen haben wir einen absoluten Logenplatz im Schauspiel „Niedergang der Menschheit“. Falls es nach uns noch jemanden gibt, der das überhaupt interessiert.
    In dem Sinne geniesst den schönen Herbsttag.

    • „…. Finma mit einem Libor-Spezialist als Chef“

      Er ist nicht nur „Libor-Spezialist“, sondern – als ehemaliger Stiftungspräsident – eben auch „Verbier-Spezialist“ (siehe UBS-Prozess in Paris).
      https://insideparadeplatz.ch/2017/04/06/finma-chef-branson-der-casanova-im-betriebe/

      Daneben ist er zusammen mit Herbie Scheidt auch „Swap-Spezialist“ für die Swap-Devisen“strategien“ von Uli Hoeness, von denen keine Terminabrechnungen existieren ….. – GwG, „if you know what I mean“.
      Wir sind damit bei aktiver Beihilfe zum Münchner Prozess-Betrug (OLG München).

      Im weiteren ist er VTB-Mosambik-Spezialist, der das Dossier bereits ins Archiv geschoben hat, sonst könnte ja die Weisse Weste (und er selbst) noch Probleme kriegen, z.B wegen „verdecktem Treuhandkredit“ – GwG „all over again*.
      Aber ein (ex-Gross-)Banker hackt dem anderen eben kein Auge aus.

  5. Hier noch der LInk auf die entsprechenden Statistiken der US-Behörde die dies für US-Banken trackt:

    https://www.occ.gov/topics/capital-markets/financial-markets/derivatives/derivatives-quarterly-report.html

    Sowie die FSB-Berichte dazu:
    http://www.fsb.org/policy_area/otc-derivatives/

    Ja, es liegt noch einiges im Argen, aber das Thema ist seit mehreren Jahren hoch auf der Liste der Policymaker. Im Gegensatz zum 2007 sind diese eher nicht „asleep at the wheel“.

    Der nächste SChock kommt vermutlich aus einer anderen Richtung, nicht aus dem Finanzsystem selbst…..

  6. Die gewaltigen OTC (Over the Counter, d.h. ausserbörslichen) Derivateberge der internationalen Grossbanken sind seit der GFC 2008 ein Thema bei G20 und dem globalen FSB (Financial Stability Board).

    Als Massnahmen dagegen wurde 2009 verordnet, dass alle OTC-Transaktionen auf elektronische Plattformen verschoben werden müssen, damit die Transparenz und das Counterparty-Matching steigt.

    Währenddem dies in den Jahren 2009-2015 nur langsam voranging, sieht es derzeit so aus, wie wenn man die grössten Unklarheiten im Prozess dieser Systemmigration diskret ausgeräumt hätte und der grösste Teil dieser Blase nunmehr auf einigermassen transparenten vollelektronischen Plattformen geführt wird.

    Bei diesen gewaltigen Volumina ist auch zu berücksichtigen, dass dort alle möglichen Öffnungs- und Schliessgeschäfte die noch auf den Bücher sind, aber ökonomisch bereits abgewickelt bzw. wert- und schwankungsneutral sind, mitgezählt werden.
    (Beispiel: ein Kunde macht einen Zinsswap mit Notional von 100 Mio. und einer Laufzeit von 6 Monaten. 3 Monate später entschliesst er sich zu einem irgendwie andersgearteten Deal (Laufzeit, o.ä.), schliesst das alte Geschäft wieder und macht ein neues auf. Obschon das alte Geschäft ökonomisch glattgestellt ist, bleibt es bis zur Erledigung gemäss Laufzeit (d.h. erst in weitern 3 Monaten) noch „im System“ erfasst und wird erst danach ausgebucht.

    Der grösste Teil dieser Derivategeschäfte sind im übrigen Zins- und FX-Geschäfte. Aktien udn Rohstoffe machen nur einen kleinen Teil aus und werden eher über die transparenteren Futures-Märkte abgebildet.

    • Das „counterparty risk“ besteht aber weiterhin (trotz Glattstellung). Ob eine allfällige Clearing-Zentrale alles auffängt „in case of emergency“?

    • @@Dick Druten
      Bankgeschäfte bestehen ALLGEMEIN aus Gegenparteienrisiken und eine Auslagerung auch von OTC-Transaktionen in eine Clearing-Gesellschaft zieht (hoffentlich) genügend vorgängige Collateral-Forderung nach sich!

  7. Halblang bitte: wir wissen doch gar nicht, wo UB/CS in den Derivaten long oder short positioniert sind. Kann sich um Hedging handeln oder um kurz/mittel/langfrist-Strategien handeln (evt. mit Gegenpositionen von Währungspaaren), wir wissen es nicht. Dass die Aktienmärkte gerade unter Druck sind, heisst nicht, dass die OP Miese machen. Ganz im Gegenteil. Und nein, ich bin in keiner Weise Teil der Genannten – Nur ein ferner Beobachter ganzeinfach

  8. Wenn ich das so lese … zusammen mit dem Video am Ende ….

    BLENDEN!

    Bildlich sieht es für mich aus wie in einer Western Stadt in der der äussere Schein gewahrt wird. Vor dem Blick hinter die Kulissen scheut sich der Bürger wie auch die Staatsorgane die das angeblich kontrollieren sollten. Ein System das auf Staatsebene so geduldet wird zeigt mir deutlich auf wie der Staat von der Wirtschaft abhänig ist oder ist der Staat wirklich so blind?

  9. Ja leider sind diese „Facts“ kein „Märli“, sondern nackte Realität! Ja es steht eigentlich bildlich gesehen noch schlimmer um die beiden Grossbanken. Man stelle sich vor: man weiss, das ein Haus massiv einsturzgefährtet ist und trotzdem geht man rein! Was ist aber der wahre Grund für die Krise? Nun es gibt einige, ja es handelt sich um eine Kumulation von Marktgegebenheiten und Fehlentscheiden. Einen Hauptgrund finde ich persönlich das allgegenwärtige Anreizsystem von der Entlohnung des obersten Managements und z. T. des Verwaltungsrates. Bei letzterem handelt es sich „leider“ noch um absolut überforderte Personen, welche nur ihr persönliches „Konto“ im Fokus haben. FAZIT: Kein wirklicher Gewinn für die Wirtschaft, resp. unserer Schweiz. Sie hinterlassen einen riesigen SCHADEN!

  10. Derivate können sich risikomässig kompensieren, insofern
    ist nicht das Gesamtvolumen als Marktrisiko relevant. Ihr Artikel ist reisserisch, da er über das tatsächliche Risiko
    nichts aussagt.

  11. Die Credit Suisse hat ein neues Unwort: Fippen. FIP steht für: Fast Impact Program. Bedeutet: Schnell mal ein paar Büetzer rausschmeissen für immediate Cost/Income Verbesserung. Mangels Income.
    Fippen.
    „Muesch au na e chli fippe?“ fragen sich die CS Mänätscherli gegenseitig und dünken sich wichtig dabei.
    Fip you.

    Ein anderes Unwort der CS ist: MRTC.
    ???????????
    Siehe CS Annual Report 2017, Compensation:
    1’070 MRTC sacken Fr. 1.7 Milliarden im Jahr ab.

    Was heisst jetzt MRTC, hallonochmal?
    Material Risk Takers und Controllers.
    Hübsch neu verpackt, damit die Aktionäre es nicht schnallen.
    1’070 Stück gönnt sich die CS davon.
    Mit anderen Worten: 1’070 CS Mitarbeiter verdienen im Schnitt Fr. 1.6 Millionen pro Jahr.

    Fip them. Zumindes 1’050 davon.

    • Hmmm …. so ca 50 von denen reichen vermutlich vollkommen aus! Den Rest könnte man auf die Strasse stellen und hätte auf die Schnelle 1,6 Mia. eingespart. Boni oder goldene Fallschirme sind nicht notwendig, da diese im letzten Jahrzeht fürs Nichtstun schon vorbeizogen wurden! Nun wäre eben mal Zeit zum das Risiko nehmen zum Wohle des Unternehmens!

  12. Warum kommentieren? Weiss es nicht. Bin ausrangschiert. aber ich weiss noch so gut wie gestern dass gegen Ende 90er Jahre die JPM als Todeskandidat gehandelt wurde, weil sie endless short silver Kontrakte hatte, das über-x-fache vom Underlying Mkt, und ja wennnnnn dann das Metal mal steigen würde… (es stieg doch, im QE-Land, oder?). Dasselbe in den Mitte 2010er und auch nach dem 2011er dip… die waren IMMER voll drin. So auch SocGen und CS und DBK, Barclays etc.. na es wird NIE zum DerivativeGAU kommen. Leider. War noch toll das LTCM Debakel anzugugge und kürzlich hat Zerohedge mal wieder über ZinsRISIKEN geschrieben.. Wäre noch toll, die DerivativEndzeit mitzuerleben vor dem letzten Hemd… Ja hat nicht Berlin auch ein Megalöchlein von 1,7€ Bn wegen Zinsderivativen. Alles Paletti.

  13. Kannn mir jemand vielleicht die Details erklären? Ist es korrekt dass die UBS/CS auf eigene Rechnung Derivate gekauft, diese deshalb auf der Aktivseite der Bilanz stehen, und deren Bewertung „mutig“ ist? Würde die Bewertung dieser Derivate massiv sinken, könnten evtl. die Aktiven die Passivseite nicht mehr decken?
    PS: unter welcher Position in der „Bankbilanz“ sind diese Derivate verbucht? Weiss das jemand?

    • @Rico Schmied: In der Bilanz werden nur die Wiederbeschaffungswerte der Derivate abgebildet, nicht aber die Nominalwerte (Kontraktvolumen).

      Am Beispiel UBS (per 31.12.2017):

      Das totale Kontraktvolumen beträgt CHF 18’500 Mrd. (sic!).
      Dazu erscheint in der Bilanz:

      Positiver Wiederbeschaffungswert (Aktivseite): CHF 118 Mrd.

      Negativer W’beschaffungswert (Passivseite): CHF 116 Mrd.

      Die Wiederbeschaffungswerte heben sich somit praktisch gegenseitig wieder auf. Also alles null Problem, oder?

  14. Wenn die Gefahr wirklich so gross isi, warum wird da nicht von der internen, externen und Finma Kontrolle interveniert. Die können doch alle rechnen?

    • Da erwarten Sie aber viel Kompetenz von der Finma..
      Die Finma hat kein Interesse bei den Grossbanken auf die Finger zu schauen, da sie aus lauter Personen die von UBS und CS kommen besteht.

    • Banken-Wirtschaftsprüfer-Finanzmarktaufsicht:

      Verfilzt und korrupt… aber der Bundesrat wird dem Steuerzahler dann schon aufzeigen wo die Probleme waren die man nicht hat erkennen können…

    • @leu fro, es hat damit zu tun, dass Derivate nicht direkt in der Bilanz erscheinen und zudem in der Bankenwelt fälschlicherweise als etwas positives gewertet werden. Tatsache ist, dass Derivate ein Hochrisikogeschäft ist.

      Falls je eine große globale Großbank, Versicherung usw. wieder zum schwarzen Schwan wird und eine Kettenreaktion entsteht. Dann fällt die Derivateblase schnell in sich zusammen. Vor allem, da Nationalbanken, die nach 2008 32 Billionen Dollar ins System pumpten und jetzt nicht mehr reaktionsfähig sind, um einen solchen Crash aufzufangen.

      Das Derivategeschäft profitiert davon, dass man große Summen arbeiten kann, die ohne Sicherheiten funktionieren. Im Falle eines Crashs werden diese Summen sicher nicht zurückbezahlt werden. Auch wenn Wetten mit Gegenwetten abgesichert werden, kann es im schlimmsten Fall sein, dass am Schluss der Bürger mit seinem vollen Vermögen für die Billionenwetten der Banken bürgen muss.
      Ich weiss nicht wie viele hundert Billionen Derivate die Banken in der Schweiz haben. Vom totalen Volksvermögen der Schweiz werden diese Werte jedoch nur im Promillebereich gedeckt sein.
      Derivate sollten sofort verboten werden!

  15. Eigentlich nichts Neues. Das würde 10 Jahre gewurstelt und nichts verbessert. Wenn der Hut dann wieder brennt, schreit man wieder nach dem Staat und denn Geld der Steuerzahler. Da würde ich dann mal vorschlagen, dass diese Herrn und Damen erst ihr Vermögen einbringen, sie enteignet werden. Warum sollte der Steuerzahler bluten und die Herrschaften machen es sich in ihren Villen bequem und reden oberschlau daher. Sicherlich ist eine Rettung volkswirtschaftlich von Vorteil, die Banken müssten dann konsequenterweise aber zerschlagen werden. Vor 10 Jahren hat der Staat diese Erbsünde mit der Rettung zugelassen, so dass sich die sogenannten systemrelevanten Banken in einer Sicherheit wiegen. Leider wurden die Riesen UBS oder CS damals nicht zerschlagen, so dass 10 Jahre nach dem gleichen Prinzip weitergewurstelt wurde mit dem Effekt dass der nächste Rettungsring irgendwann geworfen werden muss!

  16. „…Die beiden Aktiengesellschaften sollen das Rettungsböötli sein, wenn alle Stricke reissen. Gelingt das Manöver, wenn die Märkte weiter einbrechen?…

    —> Nein, das Rettungsböötli wird nicht retten, sondern ebenso untergehen wie der Rest der beiden Banken. Das Beispiel Swissair hat es gezeigt. Sollen sie beiden Banken ruhig von der Bühne verschwinden.

    • Jede Bank bietet leicht kopierbare, banale Dienstleistungen an („Produkte“ im Bankster-Slang).
      Weshalb sollte man solche Aktien also kaufen?

    • @Weshalb soll man Bankaktien überhaupt kaufen?
      Jede Bäckerei bietet leicht kopierbare, banale Brötchen an. Weshalb sollte man die dann überhaupt kaufen?
      NB Hat deswegen wohl noch nie jemand auf dieser Welt einen Bäcker als „Bäckster“ benannt!
      Denk mal ein klein wenig über Deine Aussage nach!

  17. Die Schweizer LEs zu bauen war eine reine Alibiübung, die notabene dreistellige Millionenbeträge gekostet hat. Die LEs arbeiten auf der gleichen, total veralteten und teuren Infrastruktur, werden von den gleichen Service Centers rund um die Welt «bedient» und fahren immer noch dir irrwitzigen Prozesse.

    Man hat die Chance verpasst, moderne, schlanke und effiziente Schweizer Banken zu bauen, auf der grünen Wiese und wirklich eigenständig. Schade.

    Wer glaubt, dass die Amis im Abwicklungsfalle die Schweizer LEs ruhig weiterarbeiten lässt, lebt auf einem anderen Planeten…

  18. Wo ist eigentlich die Oberaufsicht FINMA ? Beobachtet sie weiter kleine Bankangestellte bei ihrer Arbeit ? Sieht sie vor lauter Bäumen den Wald nicht ? Man bekommt zumindest diesen Eindruck

  19. Ich zitiere: „die weltweiten Investoren glauben nicht an das Modell der CH-Banken“. Ich als (noch-) -Aktionär auch nicht.
    Was die Banken voraussagen betreffend Börse, Wirtschaft, Kundenberatung usw.usw. sind nur Meinungen – mehr nicht.

  20. Ermotti und Thiam im Fahrwasser von Ospel und Co??
    Wenn ein solcher Derivat-Crash kommen sollte dann sähe es speziell für die UBS sehr schlecht aus. Im Besonderen wenn dann noch eventuell eine Busse von 5 Milliarden
    in Frankreich droht wegen Steuerbetrug und Geldwäscherei.
    Das wäre dann wahrscheinlich der Untergang der UBS.

    • Einer der häufigsten Sätze, mit welchen die Banken CEOs Deutsch üben ist:

      „Ich zahle Busse.“
      „Er zahlt Busse.“
      „Wir zahlen Busse.“

      Der andere ist:
      „Ich bekomme meinen Bonus.“
      „Du bekommst deinen Bonus.“
      „Wir bekommen unseren Bonus.“

  21. Ich zitiere aus obigem Artikel:
    “Die Kurse von 13 respektive 14 Franken pro Titel: Sie sind nur noch ein Schatten früherer Grösse. Der UBS-Valor war einst fast bei 100 Franken, auch der CS-Titel ging gegen solche Höhen.“
    Um die obige Aussage vom IP zu überprüfen habe ich mir den 20 Jahres-Kurschart von UBS auf Factset (wie Bloomberg/Reuters) angeschaut. Da ist irgend jemanden ein kleines Missgeschick passiert. In den letzten 20 Jahren war der UBS Höchstkurs ca. CHF 69.00, und dies im Mai 2007. Die Zahl CHF 100.00 stimmt halbwegs schon, nur eben hat die UBS im Juli 2006 einen Aktiensplit im Verhältnis 2 neue Aktien für eine alte Aktie durchgeführt.
    Vielleicht macht sich IP die Mühe diesen Irrtum zu korrigieren.

    • Vielleicht – im Gegensatz zu Bloomberg – hast Du dabei vergessen, dass in den meisten Unternehmen über solche Zeiträume Kapitalverwässerungen in Form von Kapitalerhöhungen stattgefunden haben. Richtigerweise müssen die natürlich ins Chartbild mit einbezogen werden.

    • Hier mit der Bitte um korrekte Kommentierung. Es gab z.B. am 17.6.2008 eine ganz normale Kapitalerhöhung. Dazu kommen laufend Bonusprogramme und auch die „Dividendenzahlungen“ in Form von Kapitalrückzahlungen müssen in die Kursgestaltung mit einbezogen werden.

  22. Ob die Schweizer Einheiten im Worst-Case wirklich schadlos gehalten werden? Dazu gibt es noch keine Rechtssprechung-ich wage es zu bezweifeln.

    Was wir heute brauchen ist ein klares öffentliches Statement der Eidgenossenschaft: Wir werden die Grossbanken im finanziellen Krisenfall nicht stützen. Implizit verlässt sich der Investor immer noch auf diese Garantie. Wenn sie offiziell wegfällt, entsteht zumindest seitens Investoren ein Fragezeichen und vielleicht sogar ein Handlungsimpuls?

    Geschäftsleitungen, welche ein solches nicht-realwirtschaftliches Volumen (mit Hebel!) zulassen, gehören strafrechtlich verurteilt, da sie die Entwicklung dieser Finanzinstrumente nicht steuern können und damit grobfahrlässig die Sicherheit eines Landes gefährden.

    • Doch, die gibt es. Seit vorgestern.
      Da hat das Bundesgericht entschieden, die JB Cayman Islands und Rudolf Elmer hätten mit der Schweiz, der Julius Baer und dem Bankgeheimnis nichts zu tun.
      Also, ist doch alles wunderbar: somit werden auch die UBS Switzerland und die CS SUB (Swiss Underwater Bank oder so) null Probleme haben, sich von den Derivat-Tsunamis, losgetreten von UBS International und CS Internäschnl, weisszuwaschen.
      Und sonst fragen wir Örs, den wahren weissen Riesen!

  23. Wir haben keine Angst! Da wir die „richtige“ Zusammenhänge „behind the scene“ kennen. Punkt. Seit mehreren Jahren versuchen wir klarzustellen mit wenigen Erfolgen. Nicht, das wir unfähig sind eine gute Story zu erklären, aber da die „Finanzakteure“ (Notabene Actors… und viele nicht alle natürlich….) sind einfach geblendet von Zahlen, von Resultaten, von zum Teil schein Gewinnen….Wir sind mehr als 35 Jahren in diesen Business indirekt oder direkt involviert, obwohl noch relativ jung sind, haben wir mehrere Krise gesehen, erlebt und gelöst. Es ist klar, dass die Entwicklung von diesen Krisen immer anders ist….aber die Grundelemente sind immer gleich. Immer. Und jedes Mals man täusch sich selber und man sagt: „This Time is Different…“ aber eben ist immer gleich.
    Zusammenfassend und was wir in diesen 10 Jahren gesehen haben, ausser wenige überzeugende Akteure, waren Gier, Gier, und Gier. Viele solche Teilnehmern waren einfach wieder (die meistens sind gar nicht so Jung eigentlich…) wieder geblendet von Geschichten von Risikoreduktion, und Erfolgreiche Massnahmen, usw. Wenn der „Party is on“ wir tanzen weiter sagte ein GB Chef auch nach den Krise, da er persönlich gar keine Rappen verloren hat. Somit meine Quintessenz, ohne Polemik, ist: „This Time is not Different…“
    In Tat und Wahrheit sind die Risiken nicht kleiner geworden, hingegen sind noch gestiegen für die globale Wirtschaft. Es kann doch nicht anders sein, wenn wir aus der Physik kennen gelernt haben, dass Energie nicht kreiert oder reduziert werden kann, aber nur „Transformiert“, sogleich auch Risiken werden nicht minimiert sondern transformiert.
    Andererseits sollten wir überhaupt keine sorge machen, da um nur, meisten gar nicht notwendiges Geld geht. Und wenn ein bisschen solche Geld verliert sollte überhaupt kein Problem sein. Wir haben „Keine Angst!“ Hingegen bei der richtige und relevanten Problemen wie Umwelt oder Migration, haben wir wirklich ein bisschen sorgen… keine Angst, da wir wissen, sowieso müssen wir alle sterben früh oder später. Aber diese werden nicht gelöst, gar nicht diskutiert, ausser ein paar „Propheten“ tragen sorgen weltweit… somit lassen wir uns weiter „blenden“ von Pseudo – Problemen und vergessen die richtige, fast wie „Drogenabhängige“ oder andere Süchtige. Die Welt ist Süchtig geworden, leider von falschen, irrelevanten Thema. Und niemanden, niemanden kann bestreiten, wenn die Zahlen von sich selbst sprechen lassen (sogenannten facts…): mehr als 80 Trillionen Geld ist im Umlauf weltweit…. aber wir haben „Nur eine Erde“ meine Damen und Herren. somit was sind ihre Prioritäten? Leben oder (Stein) Reich zu sein?

  24. und wundert sich, dass ein paar Pensionskassenvermögen „eher schlecht performen“ und die Renten immer dürftiger werden.

    Was ist mit den PK-Verantwortlichen, die dem Bonus-Treiben von Ermotti, Thiam & friends tatenlos zusehen, während gleichzeitig ihre CS- und UBS-Bestände dem Nullpunkt immer näher kommen?

    • „Was ist mit den PK-Verantwortlichen?“

      Gar nichts. Unsere PK-Gelder, dick wie Grönlandleis, werden schneller weggeschmolzen sein als letzteres.

      Es war ein grosser Fehler der Richter, die Verantwortlichen der SwissAir ungestraft zu lassen. Dies öffnete der Verantwortungslosigkeit Tür und Tor.

  25. Derivate sind dann kein Problem wenn man sie einem noch Dümmeren verkauft hat. Sonst spricht man lieber nicht darüber, es könnten ja viele kleine Schwänchen enthalten sein. Also redet man nur über die schönen Dinge im Business und macht sich Gedanken über seinen Bonus.

    • Du verstehst das Geschäft wohl wirklich; kann Dir aber diesbezüglich beipflichten, dass man ohne Ahnung schlicht die Finger davon lassen sollte!

  26. C H- Grossbanken sind die Oberzocker dieser Welt:
    A m Ende werden diese zwei im Orbit verglühen.
    S o sicher wie das Amen in der Kirche.
    i ist nur noch eine Frage der Zeit…..
    N iemand gibt diesen eine letzte Chance.
    O hnehin zählen nur noch Trottel und Hasardeure
    B estenfalls zu deren Aktionären.
    O hne Hintergrund, Kompetenz und Verantwortung
    Y aulend in den sicheren Abys !
    S elbstheilung dieses Mal ausgeschlossen.

    • Bürschteli, du machst es dir ein bisschen einfach. Es sind zum einen nicht „die Banken“, sonderen deren Lenker. Zum anderen werden solche Machenschaften in den USA und Deutschland noch wilder getrieben als in der Schweiz

  27. Bin gleicher Meinung wie Lukas Hässig!

    Es ist, leider, stark zu vermuten, dass sämtliche Anti-Too-Big-Too-Fail-Massnahmen nur eine Alibiübung waren.

    Die neuen Sollbruchstellen der UBS werden zuwenig sein. Die Stresstests bei gewissen Banken (z. B. in der EU) eine Durchwinkerei.

    10 Jahre später scheint sich das Ganze zu wiederholen. Eine Schande!

    Hätte man der Sowjetunion 1990 soviel Kredit gegeben wie heute den USA so gäbe es die Sowjetunion noch weiter. (Gorbatschow sagte, mit dem Ölpreis, den Putin zur Verfügung hatte, hätte er seine Reformen durchgebracht).

    Fast 30 Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat sich das westliche System durch folgende Krisen durchgeschlichen:

    – 2000: New Economy, Kredit-indusziert durch Alan Greenspan
    – 2008: Subprime-Krise, Kredit-induziert und betrugsbehaftet
    – 2018: wiederum Kredit-induziert. Zombie-Firmen, – Staaten und -Schuldner haben Angst vor Zinserhöhungen

    In der Weltgeschichte sind 30 Jahre nichts. Niemand interessiert sich -schon heute- für die Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.

    Das heutige System wird nirgenwie als Nachklang des 20. Jahrhunderts in die Geschichtsbücher eingehen.

    In den letzten 10 Jahren entwickelte sich ein regelrechter Hass auf Boni-Banker. Sollte die UBS (oder neu die CS) nochmals durch den Staat gerettet werden müssen, wird man sich die Reaktionen nicht vorstellen können. Die FDP wird eine Zustimmung wie die FDP Deutschlands haben (= ferner liefen).

    Island wird als Musterbeispiel einer Erholung gefeiert, nachdem sie die aufgeblasenen Banken krachen liessen.

    Die Schweiz wird weiter im Stockholm-Syndrom verfangen sein.

    „Spannendes“ Wochenende noch.

    • Ein bischen pessimistisch… aber auch nicht so daneben: Kompliment!

      „Gestern standen wir noch kurz vor dem Abgrund, heute sind wir einen entscheidender Schritt weiter….“
      Diamonds

    • Sie haben die Krise vergessen die zur Aufhebung des Bretton-Woods-System geführt hat von 1973.

      Die USA und damit der ganze Westen war 20 Jahre VOR dem Zusammenbruch der Sowjets pleite.