Panik bei Six: Lassen Franzosen Deal platzen?

Closing des Verkaufs der Payment-Division an Worldline wurde mehrfach verschoben – Franzosen wollen offenbar Preisnachlass.

Bei der Six ist Feuer im Dach. Präsident Romeo Lacher sieht seinen schönen Deal mit der französischen Worldline in Gefahr. Die Besitzerin von Worldline, die grosse Atos, ist unzufrieden.

Die Atos-Chefs haben nun offenbar beschlossen, die Bücher der Six Zahlsparte nochmals genau unter die Lupe zu nehmen. „Vermutlich werden die Atos-Leute den Preis drücken“, sagt eine Quelle.

Dieser ist gigantisch. Atos zahlte im Mai in Form eigener Aktien 2,8 Milliarden Franken für die Payment-Division der Six. Präsident Lacher konnte sich ob des stolzen Betrags auf die Schultern klopfen.

Nun muss Lacher zittern. Grund: Die Paymentsparte der Six zerfällt. Die Leute sind demotiviert, die halbe Mannschaft ist krank, die Burnout-Rate schiesst durch die Decke.

Die Folgen sind dramatisch. Der Service bricht zusammen. Beispiel: Der Anruf einer Kleiderboutique, bei der die Zahlkarte eines Kunden nicht funktioniert, bleibt unbeantwortet.

24/7 Callcenter: Fehlanzeige.

Die Six weiss das. Die Chefs reagieren mit der Peitsche. Sie drohen den Leuten, sie bei verpassten Hotline-Anrufen zu sanktionieren.

Genau die falsche Massnahme, wie die Reaktion der Crew zeigt. Die will nur noch eines: weg. Viele sind schon gegangen, der Rest wartet auf die nächstbeste Absprungmöglichkeit.

Für die meisten ist eh klar: Eine Zukunft gibt es für sie kaum. Sobald die Franzosen das Kommando übernehmen, werden ihre Jobs nach Warschau und Marokko verlagert. In Zürich bleibt nur der Verkauf.

Die Six-Chefs versuchen, das Problem mit Sofortmassnahmen in den Griff zu kriegen. Sie haben gewisse Services an externe Firmen wie die Ostschweizer MS-Direct ausgelagert.

Pflästerli-Politik. Das Grundproblem bleibt: Die Zahlsparte ist in zentralen Bereichen wie dem Callcenter und der Helpline nicht mehr richtig funktionstüchtig.

Von all dem haben die Franzosen inzwischen Wind bekommen. Jedenfalls ist der Deal, bei dem nur noch das sogenannte Closing fehlt – das ist der definitive Besitzerwechsel -, ins Stocken geraten.

Ursprünglich war geplant, den Hebel am 1. Oktober umzulegen. Danach wurde das Closing auf den 1. November verschoben.

Auch dieser Stichtag verstrich ohne Ergebnis. Neu ist 1. Dezember als Start der Six-Payment-Division unter der französischen Flagge von Worldline geplant.

„Wir werden den Deal definitiv im 4. Quartal über die Bühne bringen“, sagt ein Six-Sprecher.

Von Problemen will er nichts wissen. „Die Arbeiten laufen auf Hochtouren, alles nach Plan.“ Die Payment-Division sei örtlich bereits klar vom Rest der Six abgetrennt, mit eigenem Eingang, eigenen Batches, eigenen Sitzungsräumen.

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14 Kommentare zu “Panik bei Six: Lassen Franzosen Deal platzen?

  1. Die Komödie/Tragödie in ihrem letzten Akt. Drehen wir die Uhr mal 2-3 Jahre zurück. Payments bringt Jahr für Jahr ca. 100 EBIT, erbringt eine qualitativ gute Deinstleistung, Mitarbeiter identifizieren sich mit dem Arbeitgeber usw., läuft.
    Hier nun eine Hypothese, wie es weiter gegangen ist.
    Der Tessiner, der ja bereits das S aus UBS streichen wollte, braucht Geld. Hmmm Urs, mach Geld aus der SIX! Zu Befehle. Urs geht zu dem damaligen CEO und weiht diesen über seine Pläne ein. Nick ist mit dem Vorgehen nicht einverstanden und kann das so nicht durchziehen aus moralischen/ethischen Gründen. Nun gut, dann ciao Nick. Urs macht mal ein halbes Jahr den pseudo CEO und schaut wie man am besten vorgeht und wo man welche Leute brechen muss. Wie weiter? Da war doch so ein Überheblicher der sich schon mal beworben hat und den Nick nicht wollte. Ein solcher wär genau der richtige. Skrupellos? Der Aphoteker, mein Mann! Dazu braucht er noch jemanden dem ich (Urs) vertraue, der umsetzt was ich ihm sage und die Zahlen im Griff hat. Reto du wirst Chief Transformation, großes Budget und Ziel so viel wie möglich automatisieren. Ach, einen pseudo CEO brauchen wir auch noch. Hmmm, am besten ein Niemand der keine Ansprüche hat, den wir einfach hinstellen können. In der Türkei gibts einen ex McKinsey Typ der dem entspricht. Ja Jörg, ich stoße Apple vom hohen Ross, Weber. Wer ihn kennengelernt hat, weiß, dass er schon beim Versuch ein Kind vom Pony zu stoßen, scheitern würde.
    Es gibt nur eine Zielvorgabe, bringt die operativen Kosten so weit runter, dass unsere Braut attraktiv ist für die großen Freier. Das schlachten begann. Klar blieben ein paar auf der Strecke (Melching, Weber), die hatten sich aber auch zu doof angestellt. Schlussendlich würde das Ziel erreicht. Operative Kosten gesenkt, Freier gefunden, 2,7 Milliarden kassiert. Dass die Firma operativ gar nicht mehr funktionstüchtig ist, könne die Franzosen gar nicht sehen. Das die Mitarbeiter kappput gehen, auch nicht. Urs hat ja gesagt, mit allen Mitteln. Unterdessen hat Rüeggsek ja wieder einen neuen Job, bei dem er sicher von seinem Tessiner Freund gesponsert wurde.
    Nun gut, die Franzosen denken Sie kaufen einen hochmotoriserten Sportwagen und in Wirklichkeit bekommen sie einen Schrotthaufen mit Motorschaden, der außen aufpoliert ist, mehr nicht. Mal schauen ob sie’s noch merken:)
    Hoffe wir bekomme wenigstens einen grosszügigen Sozialplan.

    • Der „Apotheker“ hatte einen sehr guten Job gemacht. Dass dies dem bräsigen Teil mit dem Glauben lebenslange Jobgarantien zu haben, weniger zusagte, liegt in der Natur der Sache.
      Was hier passiert ist Wettbewerb. Das kannte man eben lange nicht. Und nun werden die Franzosen zeigen, was Wettbewerb heisst. Es wird einsamer werden bei der Payment Services.

  2. Das mag ja sein, dass die Franzosen den Deal nun günstiger haben wollen. Würde ich an ihrer Stelle auch probieren. Aber mit SIX mit ihrem neuen Spirit wird das keine einfache Sache. Dann ist da ja auch noch der CFO von Welt (Schmucki), der es richten wird. Ihm gelingt ja heute schon alles. Er hat ja noch ein paar Tage Zeit:-)

  3. SIX und Innovation ist schon ein Widerspruch in sich!!
    SIX ist ein Beamtenladen und mit diesem Management wird sich auch nichts verändern. Technologiekenntnisse sind nicht vorhanden. Energetische, dynamische Manager mit Sozialkompetenz gibt es nicht bzw diese sind nicht erwünscht.
    JD versucht zwar, sich dynamisch zu geben, ist aber in Wirklichkeit sehr schwach

  4. SNAFU = situation normal all fucked up.
    Also, ich finde es unfair, so darauf herumzuhacken, dass SIX bei Kreditkarten-Problemen nicht zügig antwortet. Bei Börsenfragen antwortet die SIX monatelang nicht.

  5. Aber Hallo!?

    Das ist doch nicht wahr…
    Das ist doch Unnötige übertreibung.. wie Traurig.
    Aber nagut wir sind ja die Bösen.

    Gruss
    Ein Weiterer Six Mitarbeiter.

  6. Gott sei Dank bin ich nun wieder weg dort und wieder zurück bei dem grossartigsten Schweizer Telekomanbieter, sonst wäre ich in diesem Artikel wieder einmal mehr der Buhmann gewesen, dabei war ich ja bloss ein knappes Jahr dort und konnte dennoch beachtlich viel erreichen!

  7. Eigentlich kann man sagen, wenn man weiß wie es hier wirklich läuft, im Artikel wird die Situation schon fast schön geredet. Es ist das planke Chaos. Die Operations bricht vollkommen auseinander. In Warschau, wohin der Kundendienst ausgelagert wurde (ja, die Kunden zahlen immer noch Schweizer Preise für Schweizer Qualität, die sie nicht bekommen) warten über 5000! Kunden Mails auf Beantwortung. Hotline Kunden rufen aus Verzweiflung bei der SIX Börse an, weil bei Payment kein durchzukommen ist. Panikreaktionen wie Auslagerung gewisser Dienste an externe (MS-Direct) sind Amateurhaft umgesetzt und haben schon nach kurzem heftige Reklamationen großer Kunden ergeben.
    Wie meine Großmutter zu sagen beliebte, Himmel arsch und Zwirn

  8. Ihr sind doch alles Schnurris.

    Panikmache ohni Grund. Die Informationen die Inside Paradeplatz haben sind nicht falsch – aber wie beim Blick nur teils wahr und extreme aufgepusht.

    So gewinnt man Leser!!! Mit seriösem Journalismus hat das nichts zu tun.

    Ein SIX Mitarbeiter

    • @SIXMitarbeiter
      Wenn Du wirklich ein SIX Mitarbeiter wärst würdest du ehrlich sein und schreiben das purer Chaos in der SIX herrscht.

      Ich gehe eher davon aus das Du ein Managerli bist der alles versucht schön zu reden.

      Schauen wir mal was bei der SIX so geht:

      DFI seit Jahren NULL Resultate. Angstmacherei und ein französicher CEO der nur noch wartet pensioniert zu werden. Bis dahin keine Veränderungen. Alte Prozesse alte Produkte und alte MA. Die Jungen gehen, da sehr schnell klar wird dass nichts verändert oder verbessert werden kann. Devise: „nicht auffallen“

      Im Payment ist eh schon klar das alles bergab geht. Nichts neues ausser Polen, Inder u.s.w.

      DGI:
      Viel bla bla. Sonst alles beim alten. Die Jungen gehen und die alten bleiben „aus Angst“. Sparen und sparen und sparen.
      Die Jungen können nichts verändern oder Innovation einbringen, da dies nicht im Interesse ist der Managerlis ist.
      Arbeitskultur Projekt für über 2 Mill. und was kommt dabei raus. Die MA sollten bei sich die Veränderung suchen und nicht immer die Firma in Frage stellen. Das ist Kultur

      Dies ist nur eine kurze Zusammenfassung.

      😉

    • Hahaha so guet:)
      Du schreibst gleich wie in Payments gearbeitet wird. Die Infos sind nicht falsch, stimmen aber nur zum Teil? Ja was nun, wenn sie nur zum Teil stimmen, ist ein Teil falsch oder nicht?
      Den sie wissen nicht was sie tun…und scheinbar auch nicht was sie schreiben:)

  9. Ja, genau so habe ich die Knallerin mit marokkanischem Namen mehr und mehr wahrgenommen, nachdem es dort immer anspruchsvoller wurde. So wie ich genüsslich mitbekomme, ist sie masslos mit der Situation überfordert und peitscht einfach noch mehr (aus Ratlosigkeit).
    Und der R. Himmel hält wie immer üblich, an den falschen Personalien fest und entledigte sich lieber denen, die er persönlich einfach nicht mochte.

  10. SIX. Die SIX-Manager holten sich das Fett. Was noch übrig bleibt ist ein Skelett! Ein monströser Untergang in Raten : Nun riechen die Franzosen den Braten. Aktionäre sind unsere zwei Grossbanken: Welche den Deal brachten ins Wanken? Bald folgen jetzt auch hier Abschreiber: Wer so wirtschaftet braucht keine Neider!

  11. wen wundert das bei SIX!!
    Katastrophale Kultur, keiner geht freiwillig dorthin, ausser wenn sich sonst nirgends eine Chance bietet. Gute Leute suchen das Weite, „Sesselkleber-Beamten bleiben – es wird nirgends an einem Strang gezogen, leider!
    Sehr schwaches Management, die Erneuerung hat keine Verbesserung gebracht
    Es ist traurig, aber es stellt sich die ernsthafte Frage: wozu braucht es die SIX noch??