Board-Zimmer mit Riesen-Screen: UBS-Boss-Palast

Ermotti und Kollegen ziehen in diesen Tagen vom Provisorium ins herausgeputzte Bahnhofstrassen-Headquarter – Putin-mässig.

Am 3. Dezember ist Publikumstag. Dann darf das gemeine Zürcher Volk die heiligen Hallen ihrer Grossbank UBS besichtigen. Diese wurden in 3 Jahren auf Vordermann gebracht.

Die UBS des Volkes? Wenn man die Staatsrettung von 2008 zum Massstab nimmt und die anhaltende Staatsgarantie für die Nummer 1 des Landes, dann trifft die Formulierung zu.

Aber natürlich ist die UBS keine Schweizer Bank. Sondern eine des Managements. Des Spitzen-Managements.

Dieses vergoldet sich seit Jahr und Tag mit Entschädigungen, welche jenseits von Gut und Böse sind, wenn man sie auf die Leistung beim Aktienkurs bezieht. Damit bauen sich die UBS-Kapitäne nun private Villen an der Goldküste.

Nun folgt eine weitere Entschädigung. Die ist fast noch schöner als Boni, die schon am Tag nach der Bescherung an Glanz verlieren – Geld macht immer nur hungrig nach noch mehr Geld.

Bei der jüngsten Belohnung geht es um einen Palast für sich selbst. Der Umbau des Hauptsitzes an der Bahnhofstrasse 45, auf halber Höhe zwischen Rennweg und Paradeplatz mitten in der Zürcher City.

Ein gigantisches Bauwerk.

Selbst für den Multi UBS. Von 2015 bis 2018 haben die Herren der Bank mit den drei Schlüsseln im Logo Hunderte von Millionen ausgegeben, um sich einen Sitz zu zimmern, der Putins Kreml-Luxus in den Schatten stellen könnte.

Wie viel genau die UBS-Spitze sich ihre goldene Hütte kosten lassen liess, gilt als Staatsgeheimnis. No comment, meinte gestern eine Sprecherin.

Umso mehr liefert der stolze Prachtsbau internen Gesprächstoff. Vor allem der sogenannte Board-Room, das Zimmer also, wo CEO Sergio Ermotti und Präsident Axel Weber ihre Gremien einberufen, funkelt und glänzt wie aus einem Interior-Design-Magazin.

Besonders angetan haben es den höchsten Kräften der Bank superteure, technische Gadgets. Nur das Beste, Modernste und Teuerste darf es sein.

Ins Auge sticht ein grosser Bildschirm, der für die Live-Zuschaltung von Chefs in Fernost und Übersee ebenso gedacht ist wie für die Präsentation neuer Geschäftsideen.

Allein der Screen der Luxusklasse fürs VR-Zimmer koste mehr als eine Million, macht derzeit die Runde im UBS-Maschinenraum. Die UBS warnt: Man soll keine irrwitzigen Zahlen in den Raum stellen.

Sicher ist, dass Ermotti, Weber & Co. sich nicht in einem normalen Arbeitsumfeld mit USM-Haller-Möbel wohl fühlen. Sie brauchen den Luxus – immer, überall.

Das bewiesen die Spitzenkräfte der Too Big To Fail-Bank der Schweiz mit ihrem Provisorium. Während 3 Jahren, der Umbauzeit des Hauptsitzes, hausten sie im UBS-Nebengebäude am Talacker, einer Parallelstrasse zur Bahnhofstrasse.

Wer nun gedacht hat, dass die UBS-Chefs dort einfacher, ja vielleicht gar zusammen in einem Grossraumbüro, gearbeitet hätten, der sieht sich getäuscht.

Auch wenn es nur für 3 Jahre war: Für die obersten Banker des Finanzriesen standen auch im Asyl edelste Büros bereit. Die Kosten übernimmt der Aktionär – der soll zufrieden sein mit seiner Dividende.

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42 Kommentare zu “Board-Zimmer mit Riesen-Screen: UBS-Boss-Palast

  1. Als ich meine Karriere als Berater begann hiess es: Du kannst nicht mit einem Porsche bei einem Kunden vorfahren, bei dem Du Sparmassnahmen umsetzen musst.

    Die wenigsten Kunden bei UBS sind UHNWIs denen man vermeintlich mit Prunk und Luxus imponieren muss.

    Allen anderen präsentiert sich die UBS als ein Unternehmen, das sparen muss. Denn es werden Leute gefeuert, Kunden vergrault, Gebühren erhöht … auf der anderen Seite aber jahrelang an einem Prachtbau gewerkelt, der alles bisherige in den Schatten stellt. Irgendwo schizo.

    Und das alles für das Ego von ein paar Wenigen.

    Was mich zu der häufigsten Frage führt, die mir im Rahmen meiner Tätigkeit immer und immer wieder gestellt wurde: Wie kann es sein, dass wir sparen und daher Rationalisierungsmassnahmen ergreifen müssen, während auf der anderen Seite immer noch Geld für Prestigeprojekte zur Verfügung steht.

    Liebe UBS, sagt doch mal….

  2. ..schön und gut aber deshalb sind die Bankenplatzprobleme der Schweizer Banken noch lange nicht gelöst. Seit dem verschwinden des Bankgeheimnisses für Ausländer durch unsere linke und bankenfeindliche Politik haben die Schweizer Beamten das Zepter über die Schweizer Banken übernommen – die Schweizer Banken haben deshalb jetzt im Ausland den Ruf als Geldblockierer und internationale Investoren vermeiden es Geld in die Schweiz zu senden. Zum Glück sind die Schweizerbanken nicht dumm und überbrücken die Schweizer Beamtendiktatur indem sie ihre Aktivitäten im Ausland (Hongkong Brasilien) verlagen, da können sie viel Steuern sparen und prachtvolle Büroräume am Paradeplatz bauen. Ich gratuliere der UBS zum Erfolg und zu den tollen neuen luxuriösen Büroräumen! Und die zürcher Beamten können schon heute anstatt Wein Mineralwasser bestellen! Wer die Hand beisst welche ihn füttert ist selber Schuld! Ich bin internationaler Geschäftsmann und spreche täglich mit internationalen Investoren und muss es ja wissen!

  3. Wir haben verstanden, wo das „added value“ von Herrn Ermotti liegt.
    Haargel war eingentlich seine erste Priorität, derzeit ist aber Luxus in seiner Festung gekommen. UBS sinkt unter Chf 10.–, Weihnachtsgeschenk für seine Aktionäre ist serviert.

  4. Herrlich! Erinnert mich an den „War Room“ bei Dr. Strangelove. Dort ist „the big board“ auch der Augapfel des durchgeknallten Air Force-Generals …

  5. Evtl. können sich dei Herren auf dem neuen grossen Screen einmal den UBS Aktienkurs anschauen. Die Kurve füllt den ganzen Screen aus, eine Diagonale von links oben nach rechts unten.

  6. Ist mir mittlerweilen völlig Schnuppe. Der Leistungsausweis bewegt sich gegenläufig zum Decor, kein Grund Stolz zu sein. Geld ausgeben können viele.

  7. „Performance“ der UBS-Aktie 2018: Minus 25%. Vereint im Misserfolg: Auch Urs Rohner findet den Aktienkurs nicht so wichtig.

  8. LH kennt sich augenscheinlich aus im Kreml, der übrigens schon vor Putin existierte und wohl auch nach ihm noch existieren wird.

    Dass nun auch LH die Putin-Keule bemüht, ist billig. Nicht nur im Vergleich zum UBS-Palast. Und trägt auch nicht wirklich etwas zur Sache bei.

  9. Naja wenn man „kurzsichtig“ und „schwerhörig“ ist dann brauchts halt eben einen grossen screen und vorallem viel viel surround…

  10. Geldverschwendung auf Kosten anderer (Aktionäre) ist Charaktersache. Dass dies nicht das Ding von Weber und Gelmotti ist, ist längstens bekannt.

  11. Das durch Outsourcing und Entlassung der 50+ eingesparte Geld haut die UBS Führung gleich wieder für ein Luxus Palast raus. Hoffentlich haben wenigstens Schweizer Handwerker auf den Baustellen gearbeitet…

    • Aber selbstverständlich! Schweizer Handwerker haben die Offerten rausgelassen und den Auftrag bekommen. Weil sie leider, leider so fest im Büro beschäftigt sind, haben danach wirklich nur ausnahmsweise Istvan, Srdjan und José übernommen, aber die machen das super und brauchen auch nur 10 Franken pro Stunde … brutto.

  12. Sorry geschätzter Hässig, das ist nun wirkich keine Story, dass Ermotti und Weber abgehoben sind wissen wird, dass sie von den Lakaien der UBS gestützt werden auch, dass die nach Ermotti völlig umwichtige Aktie mit 13.63 im Keller ist auch. Kein Stress die UBS wird wieder wichtigere Geschichten liefern als Büromöbel und grosse Bilschirme für die kurzsichtigen Damen und Herren der Bank! Wahrscheinlich haben sie noch geheizte Koldeckel damit ihr Sitzfleisch während der grössten Anstrengung des Tages nicht leidet!

    • War schon auf der Titanic so, der Geldadel hat die schönsten und besten Kabinen und wenn der Kahn untergeht, steigt der Geldadel zuerst in die Rettungsboote.

  13. Und gleichzeitig erhalten zur Zeit verdiente Mitarbeiter nun kurz vor Weihnachten den blauen Brief! Es trifft dabei wieder nur die ü50jährigen.
    Ich kann nicht so viel essen, wie …… Lassen wir das. Sell on any rally and as employee leave this Titanic asap. Diese Bank wird von geldgetriebenen und ethisch rücksichtslosen „Manager“ geführt, ohne nennenswerten Leistungen zu zeigen (siehe Aktienkurs).

  14. Das Zocker – Kasino UBS

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    Wer mit solchem Blend-Werk der Mega-Klasse noch bestehende und neue Kunden locken muss, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

    Während die Kosten, Honorare und Administrations-Gebühren von Jahr zu Jahr höher zu Buche schlagen, versteckt z.T. in fragwürdigen Massnahmen, mäandern die UBS- Aktienkurse von einem Tief zum Nächsten! Im Asset Management und Fond-Business figurieren die Resultate oft (immer öfter) im roten Bereich! Damit das Kasino rollt und die Boni weiter steigen, sind im Bahnhofstrasse-Versailles nur das Beste gut genug. Eine Fata Morgana für die Besucher am 3. Dezember.

    Nach 2008 wurde aus einer Raupe ein Schmetterling, welcher nun vortäuscht Fliegen zu können.

  15. Und dies alles abgezockt bei Fonds mittelständischen Kunden.
    Ohne Stil und ohne Gewissen.
    Gleich wie Ospel, der mit faulen hypotheken- und absolut return Fonds tausende mittelständischer Anleger und Rentner vorsätzlich beschissen hat und immer noch in der gespielten Opferrolle frei herumläuft. Dank der bankenaffinen Schweizer Justiz.
    Ein trauriges Kapitel Schweizerischer Rechtssprechung, das dereinst aufgearbeitet werden muss.

    • ja aber das Ospel der Grosse nicht mehr in die Kronenhalle darf ohne angemacht zu werden, da leidet er sicher stark darunter, also ist er ein Opfer

    • Die Schwezer Finanzgesetzgebung ist Makulatur. Die Bankenkobby inkl. die sog. Unabhängigen Vermögensverwalter bekämpfen jede Art von Kontrolle und schützen so all die kriminellen Abzockereien. Ihre Lobby reicht stark in die Politik und die Regierung. Vernetzt über Rotarier und Zünfte. Sekundiert durch die bürgerlichen Medien. Die Justiz ist Teil dieses Systems. Eine Schande für ein Land, das für sich in Anspruch nimmt, eine unabhängige Justiz zu haben.

  16. ….Take the Money and run away….. Und der Aktionär steht bald mit leeren Händen da. Der Bankensektor soll sich endlich verändern ! Migrosbank zahlt keine Boni mehr… hoffentlich folgen weitere Banken! Die Mitarbeiter im Finanzsektor verdienen immer noch viel zu viel….

    • Richtig Migrosbank zahlt keine Boni mehr……dafür wurden die Fixgehälter entsprechend erhöht!

    • Was heisst da entsprechend erhöht. Die Migros Bankangestellten verdienen gegenüber den anderen Banken um einiges weniger, selbst der CEO. Ich hoffe schwer das andere Banken da mitziehen wobei nach meiner Einschätzung wird das nur eine Utopie sein. Die Gier der Bankern ist unersättlich und krank. Die Banken generieren keinen Mehrwert mit Ihren Produkten sondern rein gar nichts. Nachhaltige Produkte anpreisen aber selbst das Gegenteil tun. Wie erbärmlich und kein bisschen Moral haben unsere Banken.

  17. Wenn man die obersten bzw. die verantwortlichen von Banken für Risikogeschäfte zur Verantwortung ziehen würde und Prunkbüros von diesen Blendern selber bezahlt werden müssten, dann wären Bankaktien ein Kauf. Diese massiv zu hochdotierten Schausteller suchen das Weite wenns in die Hosen geht und sagen sich: CATCH ME IF YOU CAN, der Aktionär zahlt die Zeche. Anscheinend ist die Naivität des Aktionärs noch grenzenlos, wenn man an der GV die Masse von Aktionären anschaut.

    • Es sind die Stakeholders und auch die Schweizer Pensionskassen, die in diesem Sumpf zulasten der Destinatäre und übrigen Aktionäre mitmachen. Für den PK Manager und die Stiftungsräte gibts dann Hypotheken zu Vorzugsbedingungen sowie garantierte Zuteilungen bei Neuemissionen und andere goodys wie z.B. Wochenende in St.Moritz oder Teilnahme an der EM und/oder Teilnahme an Formel1 Rennen mit entsprechender Übernachtung im 5Stern Hotel. etc., etc., Mitarbeiter, die dies ausplaudern oder sich daran stören werden entlassen. Das ist die Realität Schweizerischer Bankethik. Eine Lachnummer.

    • „Die Masse von Aktionären“ – das sind nur die Schweizer Kleinaktionäre! Die Gross-Aktionäre sind es, denen man als Bank imponieren will, denn in diesen Kreisen wird geprotzt „was das Zeug hält“!

    • Da freut man sich doch umso mehr dass die Onlinebanken demnächst in die Schweiz kommen. Die bezahlen sogar noch Zinsen und sind kostenlos für den Kunden. Fairerweise müssen sie auch keine Paläste und hunderte Standorte unterhalten. Es gibt heute fast keinen Grund eine Bankfiliale aufzusuchen. Für die seltenen Fälle gibt es ja noch Hausbesuche oder für die Modernen per WeChat etc.

      Es ist nur eine Frage der Zeit, bis unsere Banken den Bach runter gehen und gegen die Konkurrenz aus Asien und Co. kollabieren.