Oberster UBS-Anlagechef befördert seine Lieblinge

Im Chief Investment Office geht es zu wie in einem Kloster: „Abt“ Mark Haefele zieht seine Günstlinge die Karriereleiter hoch.

Das Chief Investment Office (CIO) des Schweizer Platzhirschen ist eine Art Grosshirn. Dort stellen die Brainies die Weichen für die weltweiten Anlageentscheide des Finanzmultis.

Mitten drin im CIO thront dessen Chef. Er heisst Mark Haefele, ist ein Angelsache mit Studien in Australien und den USA – und er gibt zu reden.

Haefele ist nicht nur Aushängeschild der Bank, wenns ums Geldanlegen geht. Sondern er führt seinen für die ganze Bank zentralen Bereich wie ein Abt sein Kloster.

Einer, der unter seinen Zöglingen ein paar Lieblinge auswählt, um diese dann durch steile Beförderungen die Karriereleiter innerhalb der UBS hochzuziehen.

Gemeinsames Merkmal der Auserwählten: Praktisch bei allen Beförderten handelt es sich um Angelsachsen – so wie Haefele selber einer ist.

Diversity im CIO? Nicht wirklich.

Chef Haefeles jüngster Favorit in der UBS-Klostergemeinschaft ist ein Mann mit eindrücklichen Studien an den renommiertesten Universitäten, so wie dies seinem Chef gefällt; auch Haefeles CV besticht.

Der Beförderte – die Rede ist vom Sprung zum Managing Director, wobei dies erst in Bälde offiziell werden soll – heisst James Purcell.

Netter Ausdruck im Gesicht, gescheites Haus, viele Jahre bei der UBS – und nun das neue Aushängeschild für alternative, nachhaltige Anlagen.

Purcell springt damit in die Bresche für Simon Smiles, der aus gesundheitlichen Gründen kürzer tritt.

Purcell wirkt adrett, nett, gepflegt. Doch das ist nichts im Vergleich zu einem anderen „Klosterschüler“ von Abt Haefele; einem, der noch stärker an den Traum-Schwiegersohn erinnert.

Die Rede ist von Kiran Ganesh, einem äusserst jugendlich wirkenden Managing Director im Chief Investment Office der UBS.

Sitzt in London, führt auf LinkedIn viele Studien auf und ist schon über 10 Jahre lang für die Schweizer Grossbank tätig.

Ganesh sei der absolute Liebling von Chef Haefele, gefolgt von weiteren jungen und braven Angelsachsen wie Purcell, heisst es.

Na und? Rund ums Chief Investment Office, dem Anlage-Hirn der UBS, rumort es – schon seit Jahren. Zunächst erschütterte ein Hahnenkampf mit einem Skandinavier die Abteilung. Der Mann wurde abgeschoben.

Nun heisst es, dass der Service, den das Investment-Büro für die Superreichen der UBS erbringen sollte, am Zerfallen sei.

Diese Klientel läuft unter dem Kürzel UHNWI, also Ultra High Net Worth Individuals. Es sind diese Privatkunden, die im Fokus der ganzen UBS stehen. Sie will man mit guten Services gewinnen und so im Wettbewerb gegen die Konkurrenz punkten.

Laut einer Quelle passiere genau das Gegenteil. Die UHNWI erhielten vom Chief Investment Office unter Chef Haefele immer weniger Qualität – bei gleich bleibenden oder steigenden Preisen.

Die UBS will davon offiziell nichts wissen. Es wird betont, dass das Segment der UHNWI klare Priorität habe und entsprechend gefördert würde.

Gleichzeitig müssten alle in der Bank sparen. Das gelte auch für die Cracks im Chief Investment Office und könne dort zu „Stress“ führen, vereinzelt gefolgt von „Frust“.

Dass die Leistungen des Chief Investment Office rund um die Reichsten der Reichen innerhalb der UBS-Kundschaft zu wünschen übrig lasse, sei aber sicher nicht der Fall.

Mit anderen Worten: Abt Haefele kann seine bevorzugten Klosterschüler aus den USA, England und Australien weiterhin an allen anderen vorbei hoch hinauf in seinen Olymp ziehen.

Kommentare

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  1. Man kaufe den Gesamtmarkt (einfach möglichst breit gestreut in die grössten Unternehmen), versehe das Paket mit einer tollen Story, nehme ein paar kleinere anpassungen vor, die klein genug sind, um nur eine kleine underperformance zu erreichen, und versehe das ganze mit ein paar prozent an kosten.

    Und fertig ist die eierlegende wollmilchsau aus sicht einer bank. ein traum! will auch!

  2. Nichts gegen diesen Kiran Ganesh, ich kenne ihn nicht. Wenn ich aber das Foto anschaue und so einen aalglatten, lächelnden Manager wie aus dem Ei gepellt sehe, so werde ich erst mal misstrauisch. Bevor ich so jemandem einige Millionen anvertrauen würde, möchte ich den Mann und seine Ergebnisse dann doch genauestens kennen lernen. An seinen Früchten sollt ihr ihn erkennen …

  3. So gut sind diese eitlen, narzisrischen, geschleckten Prahler gar nicht. Sie kaufen den US-(insider)-Investorenbrief, und machen was der sagt. Der Rest ist viel Blabla, um sich teuer zu verkaufen.

  4. Ja warum schaffen es denn die Schweizer in einer behüteten, gesetzlich beschützten Werkstatt mit einem schweizer CEO nicht das sie befördert werden??? Weil sie in den meisten Fällen schwach sind. Durch Vitamin B ins Bankgeschäft gekommen, oder weil man einfach gescheit aber sonst ein Weichei ist. Oder man hat das Bankgeschäft gesucht, weil man da viel verdient, am Morgen um 09:00 anfangen kann und Abends um 16:00 die Bühne verlassen kann. (Au weisch ich muess is Training). Lauter Minimalisten, die es aber in den letzten 30 Jahren weit gebracht haben. Nun dreht der Wind.

    • So ziemlich genau die Sachlage beschrieben. Die Banker leben auch heute noch auf einem anderen Planeten.

  5. Mir hat einmal ein UBS Kunde gesagt, wenn er auf die Empfehlungen von UBS gehört hätte, wäre er heute ein armer Mann – recht hatte er!

  6. Ach das ist doch nichts Neues. Das läuft immer mehr so, seit v.a. der angelsächsische laute Stil bei den grossen Schweizer Unternehmen Einzug gehalten hat. Es geh schon lange nicht mehr um Qualifikationen. Selbst wenn man – als Frau oder Mann, egal welchen Alters – doppelt so qualifiziert ist als die Günstlinge, sog. „Talente“ der jeweiligen Chefs, hat man keine Chance. Schade für das Unternehmen. Der Kanton Zürich erteilt ja sogar befristete Bewilligungen für Bewerber aus dem Ausland um befristete Projekte, obwohl doppelt so qualifizierte Bewerber, die schon hier sind aber aus Altersgründen zum RAV müssen – die Aufgabe besser machen könnten. Aber der ausländische Bewerber kennt halt den Hiring Manager. Aber auch als Kanton müsste man sich fragen, ob das nicht ein Irrsinn ist, menschlich wie finanziell, qualifizierte Schweizer solchen Demütigungen auszusetzen ganz zu schweigen von den ALV-Geldern, die bezahlt werden müssen und man dann weiter immer wieder neue ausländische Arbeitnehmer selbst für befristete Projekte hier arbeiten lässt.

    • Ja ja die Behörden als bereitwillige Handlanger… Was können wir Schweizer dagegen machen? Nichts? Wir sind ja zu dumm um zusammenzuhalten.

      Ich kenne einen Fall eines U50, der seit längerer Zeit ausgesteuert ist. Ein gemeinsam bekannter MDR bei der CS hilft nicht, angeblich seien ihm die Hänge gebunden, weil er niemanden einstellen könne, bla bla bla…

      Dann das Abstimmungsresultat am vergangenen Wochenende…

      Die Schweizer sind so ziemlich die dümmsten Menschen die ich kenne…

    • das wird nie mehr besser, ob CS, UBS, Baer, Raiffeisen alles Typen und schieben sich Millionenboni in den vergoldeten ……

  7. was die kleinen hübschen Jungs in ihrem Karrierewahn nicht sehen, ist dass man sie nur befördert damit man nachher genug MD hat um sie zu befördern und zwar nach draussen. Also sowas wie Kanonenfutter. Weil bei der nächsten grösseren Abbauwelle kommen dann auch die MD’s drann. Und jeder Häuptling muss dann auch ein paar Federchen (unterstellte MD’s) lassen. Nichts neues wenn man das Spiel kennt.

    • das ist doch den Jungs wurscht. Bis zum Rauskick haben sie alle volle Taschen oder ein paar Dekaden auf den Putz gehauen.

  8. It was long coming – there is no professional of research at the head of CIO. Call it the Friedman’s curse. It’s all about bad communicators (Haefele, who visibly has no clue of what he is talking about and is boring like a piece of wood) and all gloss and no substance (Purcell, Ganesh, Wright and the Smiles‘ stable). This is worrying for the clients who will hear rubbish „advice“.

    Favoritism and nepotism are at a high at the top of each cycle. This is the proof. GAM fell, next UBS CIO. It will require a real Hercules to clean up UBS CIO’s stables, especially since the rotten „heads“ will start to contaminate the immediate levels below. What is even more worrying as these guys will then spread and contaminate other banks.

    Time to set a blacklist and ship them back to the UK and US to do their nefarious work?

    • Yes ! Take them to the cleaner … . Don’t worry, be happy: It will come even better ! Very soon,
      UBS (or CS for the sake of it … ) in it’s current format will vanish from the Swiss banking landscape – forever !

  9. Der Austausch der CH Kader und Angestellten – auch im Banking – geht fröhlich weiter.

    Wann merkt ihr endlich, dass die Personenfreizügigkeit eurer existenzieller Ruin ist?

    • Sie merken es spätestens ab 45, ganz bestimmt ab 50. Jahre. Dann ist es zu spät. In der Zwischenzeit stimmen sie gemäß den Vorgaben der economiesuisse und den von George Soros finanzierten Menschenrechtsorganisationen (siehe SBI). Ab 50 merken sie dann, dass die Menschenrechte keine feste Anstellung beinhalten und die economie suisse sich einen Deut um sie schert.

    • @ Mike Lang

      Der dumme Schweizer merkt es bis heute nicht! Siehe Abstimmungsresultat vom letzten Wochenende.

    • @ Energieberaterin

      Bravo, wenigstens eine Person mit gesundem Sachverstand.

  10. So ist es halt, wenn man einen autistischen Technokraten zum CIO macht, keinen Deut besser als sein Vorgänger, nur noch verschrobener.

  11. Oh je der sogenannte Flaschenzug.

    I.d.R. werden ja meist nicht die Besten und Intelligentesten befördert sondern die mit der längsten Zunge und die welche sicher dem Chef nicht gefährlich werden könnten.

    Leider hat sich diese Art der Beförderung die bisher
    nur der Finanzindustrie vorbehalten war auch auf andere Branchen ausgedehnt.

  12. Immerhin : Daniel Kalt is UBS Chief Economist Switzerland and Regional Chief Investment Officer Switzerland – macht allerdings die Performance
    leider auch nicht besser …

  13. Nur weiter so UBS. Die Amerikaner werden alles auf einer CD speichern und die UBS bezahlt in der USA weitere Milliarden-Bussen.
    Wann lernen die Banker und erkennen endlich das simple Spiel?

  14. Wenn wenigstens die Performance stimmen würde. Letztes Jahr war sie natürlich positiv, lag aber teils hinter den direkten Konkurrenten zurück und dieses Jahr ist die Performance für ein ausgewogenes PM Mandat hoch rot bei ca min 5 %

  15. James Purcell, der „Head: Alternative and Sustainable Investments“

    Wenn ich das nur schon lese, dieses scheinheilige grüne Mäntelchen, das sich die Banken umhängen – genau jene Branche, deren Kunden die (Um)Welt ruinieren (1MDB u.a.). Und jetzt gaukelt man den Kunden vor, sie könnten mit Hilfe der Banken die Welt retten!
    Entscheidend ist allein das Verhalten der Verbraucher – die Banken nehmen sich einmal mehr viel zu wichtig.

  16. … wie schrieb schon Erich Maria Remarque: „Im Westen nichts neues…“

    Wer Kunde oder Mitarbeitender von UBS ist, der ist selber schuld. Es gibt nur einen einzigen bedenklichen Aspekt. Wenn es richtig schief geht, dann muss der Schweizer Steuerzahler mal wieder für den Sch***** gerade stehen.

  17. Ein Armutszeugnis, die obersten sollten nur befördert werden, wenn auch die Aktie des Unternehmens entsprchend performed – einmal mehr – schwache Leute stützen schwache und die Hoffnung stirbt zuletzt – diese Menschen sind total erfolgsverwöhnt – das Resultat spiegelt sich ab in der Performance der Aktie seit 10 Jahren. Nicht nur das, die verwalteten Assets der UBS wiesen im Verhältnis zu den meisten anderen Banken immer eine schlechtere Performance aus.

    • @meier max: völlig einverstanden. Aber der CEO & VR sind die echt Schuldigen am „piss-poor“ Aktienkurs. Sie sind dafür (fürstlich) entlohnt, dass die Performance akzeptabel ist.

    • @Müller: Gehen Sie doch in den Urlaub und verschonen Sie uns mit Ihrem saudummen Gelaber, Müller! Abtreten!

    • @Benny Ach, Benny. Wer nimmt Sie denn noch ernst, ein „Bankfachmann“ – das klingt als Berufsbezeichnung etwa so aktuell wie „ Pferdekutscher“

      @John Nylon: Der Inhalt dieses Artikels ist einfach sehr minim. Jetzt dürfen Sie wieder ausatmen – bitte nicht aufregen am Arbeitsplatz bei der UBS!