Galp Portuguese Oil

Mir gefällt Portugal. Aus zwei Gründen: Ich habe bereits einmal eine gute portugiesische Aktie gekauft (Jeronimo Martins), aber vor allem lebt mein Bruder schon seit fast zwei Jahrzehnten in Portugal, als Hotelier und Immobilieninvestor.

Deshalb fahre ich jeweils im Herbst an die Algarve in das brüderliche Hotel. Dabei fällt mir jedes Mal auf, dass es mit Portugal aufwärts geht: Es wird rege gebaut, vor allem in Lissabon, die Strassen werden immer besser, es gibt immer wieder neue, raffinierte Restaurants. Alles Zeichen des Aufschwungs.

Man sieht das auch an der Börse: Wer seit der Jahrtausendwende regelmässig in Portugal investiert hat, verfügt heute über mehr Vermögen, als wenn er denselben Betrag in der Schweiz angelegt hätte.

Das liegt daran, dass man in Portugal Aktien auf viel tieferem Preisniveau kaufen konnte. Das garantiert höhere Dividendenrenditen und mehr Potential für Preissteigerungen. In der Schweiz ist schon alles so teuer, dass Dividenden und Upside-Potential minimal sind.

Das sind alles gute Gründe, Top 10-Liste der portugiesischen PSI-Aktien genau anzuschauen. Zuoberst steht die Ölaktie Galp, was mich an den frischen Orangensaft erinnert, der man auf der Alentejo-Autobahn bei den Galp-Raststätten erhält.

Die positive Assoziation verfestigt sich nach einer Google-Suche zur Galp-Aktie: Die Royal Bank of Canada, eine der sichersten Banken weltweit, empfiehlt Galp zum Kauf, weil sie gegenüber anderen Aktien günstig ist.

Ermutigt nehme ich mir die Galp-Webseite vor und freue mich gleich ein zweites Mal. Das Unternehmen ist überaus stolz auf eine Auszeichnung für Nachhaltigkeit des „Dow Jones Sustainability Index“, auf dem Galp eine Top-Position hält. Galp hat sich nämlich verpflichtet, bis zu 15% der Investitionen in erneuerbare Energiequellen zu investieren.

Gute Ränge, eine Auszeichnung für Nachhaltigkeit und die Strategie, in erneuerbare Energien zu investieren, überzeugen mich. Ich kaufe 300 Aktien für mein wöchentliches Anlagebudget von rund 5’000 Schweizer Franken.

Kommentare

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  1. Abgehobene, verzerrte Werbung für Portugal. Aus eigener Wahrnehmung stelle ich eine Verarmung weiter Teile der überaus freundlichen Bevölkerung fest. Das kann auch Investoren nicht erfreuen.

    • Sterns Fundamentalstrategie:
      „Gehen Sie an die Börse, und stecken Sie Ihr Geld in Aktien. Dazu kaufen Sie sich in einer Apotheke eine große Dosis Schlaftabletten. Nach vier Jahren wachen Sie als reicher Mann auf.“
      André Kostolany (1906-99), amerik. Börsenkolumnist ungar. Herkunft

    • @ GAM:

      Nur in Produkte des Hauses investierte Anleger bringen Provisionen.

      Deshalb wird dieses Zitat, was zu den besonderen, seither nicht wieder dagewesenen wirtschaftlichen Bedingungen der 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts seine Gültigkeit hatte (historisch hohes Zinsniveau am Beginn der 80er Jahre und seither nur sinkende Zinsen, Zerfall des Kommunismus und wirtschaftliche Öffnung des Ostblocks, Rationalisierungsgewinne durch Technisierung und Internet, Beginn der Globalisierung) gerne auch heute noch verwendet, obwohl es so nicht mehr gültig ist.

  2. Jetzt habe ich es nachgerechnet: die Portfolio-Angaben zum Aktiensparen in Portugal, Spanien und Griechenland sind nicht währungsbereinigt.
    Wenn ich den Frankenkurs im Jahre 2000 mit EUR/CHF 1,60 einsetze und 2018 mit EUR/CHF 1,15, so sind die Portfolien einzelner Anlagen inklusive Dividenden zwar in Euro gerechnet im Plus, in Schweizer Franken gerechnet jedoch 30% tiefer.

    Ihr Satz

    „Man sieht das auch an der Börse: Wer seit der Jahrtausendwende regelmässig in Portugal investiert hat, verfügt heute über mehr Vermögen, als wenn er denselben Betrag in der Schweiz angelegt hätte.“

    ist zumindest irreführend, denn man betrachtet Anlagen in der Schweiz zunächst einmal in Schweizer Franken und nicht in Euro.

    Ihre Strategie fällt bei Betrachtung der Resultate in Franken in sich zusammen, denn die währungsbereinigten Griechenlandverluste erreichen dann 50%, und auch in Spanien und in Portugal sind sie im Minus.

    Haben Sie sich schon mal überlegt, was Sie bei weniger versierten Schweizern mit Ihren Empfehlungen anrichten ?

    Ihre aus Taschenspielertricks und gewöhnlichen Irrtümern plus angereicherten Rechen- und Betrachtungszufälligkeiten herbeigeredeten „Strategien zum Aktiensparen“ führen im Endeffekt zu einer Faktenlage, wie Sie sie eigentlich nur aus den staatsanwaltlichen Ermittlungsakten in Betrugsverfahren kennen.

    Wollen wir mal hoffen, daß keiner Ihrer wöchentlichen Geldvernichtung folgt und selbst diesselben Beträge einsetzt und verbrennt wie Sie.

    Aus juristischer Sicht ergibt sich aus o.g. Beitrag jedenfalls ein Anfangsverdacht der arglistigen Täuschung, da Ihre Betrachtungen gegenüber Verkehrskreisen, die sich außerhalb des Bankenhandels bewegen, zu verlustreichen Engagements führen könnten.

    Nebenbei: rechnen sie mal durch, welche Verluste Sie einfahren, wenn Sie Ihr Modell für das Einstiegsjahr 2007 (statt für 2000) betrachten.
    Sollte sich das aktuelle Einstiegsjahr 2018 wie das damalige Einstiegsjahr 2007 weiterentwickeln, sässen sie nach 10 Jahren auf 50% Verlust.

    Think over it !

    • Alle Berufe
      sind Verschwörungen
      gegen den Laien.

      George Bernard Shaw
      * 26. Juli 1856 † 2. November 1950

    • @ Kleinanleger

      Sie kennen aber schon den Unterschied zwischen einem Quacksalber und einem Arzt ?
      Der Arzt empfindet Befriedigung über einen erfolgreichen Heilungsprozess, der Quacksalber möchte nur seine neue Medizin ausprobieren.
      Den Quacksalber erkennen Sie hilfsweise daran, daß es ihm vollkommen gleichgültig ist, wenn er eines Fehlers überführt worden ist.

  3. Wie kann der, der seit der Jahrtausendwende regelmässig in Portugal investiert hat, heute über mehr Vermögen verfügen, als wenn jener denselben Betrag in der Schweiz angelegt hätte?

    Der nationale portugiesische Aktienindex PSI 20 weist seit dem Allzeithoch im Jahr 2000 bei 14.822,59 Punkten einen Verlust von ca. 70% auf und befindet sich aktuell bei 4.836 Punkten:

    https://www.onvista.de/index/PSI-20-Index-324727

    https://de.wikipedia.org/wiki/Portuguese_Stock_Index_20

    Hingegen hat der SMI seinen im Jahr 2000 erreichten Höchststand immerhin wieder leicht übertroffen.

    Hinzu kommt für den schweizer Anleger der Wertverlust aus der Einheitswährung Euro, der Frankenkurs stand im Jahr 2000 bei CHF 1,60 je Euro und heute bei CHF 1,13 je Euro:

    https://www.boerse.de/historische-kurse/EUR-CHF/EU0009654078

    Also zusätzlich ca. 30% Währungsverlust durch die zinslose Schwachwährung Euro.

    Da nimmt es sich fast nichts aus, daß Sie wieder eine Aktie nahe dem Höchstand kaufen, die vor kurzem aus der 200-Tage-Linie gelaufen ist:

    https://www.boerse.de/aktien/GALP-ENERGIA-SGPS-NOMEO1-Aktie/PTGAL0AM0009_boerse,0

    An Ihrem Beispiel und den vielen falschen Aussagen darin kann man hingegen exemplarisch den wirtschaftlichen Niedergang von Europa sehen und die Art und Weise, wieviel Wohlstand in Europa während der letzten beiden Dekaden durch die Einheitswährung Euro verloren gegangen ist.

    Dies wird zusätzlich erschwert durch die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Portugal von 19%, denn jene Einkommensarmen und in der Regel Vermögenslosen werden in Zukunft die hohe Staatsverschuldung in Höhe von ca. 121% des BIP sowie die sozialen Lasten der heute noch im Erwerbsleben stehenden Generation schultern müssen:

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/74795/umfrage/jugendarbeitslosigkeit-in-europa/

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167464/umfrage/staatsverschuldung-von-portugal-in-relation-zum-bruttoinlandsprodukt-bip/