Bonus runter: Tausende Raiffeiseler zahlen Zeche

Bis zu einem Viertel weniger soll es 2018 für Banker der Genossenschafts-Gruppe geben – Bluten für Krise der Spitze.

Weihnachtszeit, Bonus-Zeit. Die Bilanz zum auslaufenden Jahr ist für 100’000 Bankangestellte immer „The Moment of Truth“: Wie viel fällt für mich ab?, so die zentrale Frage.

Bei der grossen Raiffeisen ist die Antwort erteilt. Die Boni für alle Mitarbeiter werden für 2018 deutlich niedriger ausfallen im Vergleich zum Vorjahr.

Laut einer Quelle, die sich auf Internas bezieht, rechnen die Betroffenen mit einem happigen Einschnitt um 15 bis sogar 25 Prozent. Ein Viertel weniger beim variablen Teil der Entlöhnung.

Offiziell gemacht hat die Bonuskürzung die Geschäftsleitung der Raiffeisen Schweiz, also der Zentrale der 250 verschiedenen Raiffeisen-Banken in der Schweiz.

Das Schreiben der obersten operativen Führung im St.Galler Hauptquartier fiel offenbar dürr aus. Es käme zu einer Kürzung bei den variablen Entschädigungen, stünde dort.

Auf Anfrage bestätigte diese Woche eine Sprecherin von Raiffeisen Schweiz die Absicht der Banken-Leitung.

„Im Durchschnitt fällt die variable Vergütung in diesem Jahr für die Mitarbeitenden von Raiffeisen Schweiz leicht tiefer aus“, meinte sie.

Auf konkrete Zahlen und die Information, dass es in Teilen der Belegschaft in St.Gallen zu einem Rückgang um einen Viertel gehen könne, wollte die Pressefrau nicht eingehen.

Sicher ist, dass die Tausenden von Angestellten am Hauptsitz der grossen Genossenschafts-Gruppe nun die Zeche für die Krise mittragen müssen.

Diese zu verantworten haben andere. Der Verwaltungsrat liess gemäss Finanzmarktaufsicht dem früheren Chef Pierin Vincenz weitgehend freie Hand bei dessen Deals.

Die Geschäftsleitungskollegen bremsten ebensowenig. Es habe ein Klima des „vorauseilenden Gehorsams“ geherrscht, meinte dazu Ermittler Bruno Gehrig. Dessen Bericht wird in diesen Tagen fertiggestellt und dann den Zürcher Kriminalermittlern ausgehändigt.

Die Bonus-Kürzungen für die vielen Mitarbeiter und mittleren Kaderleute der Raiffeisen-Zentrale in der Ostschweiz, die nichts mit Vincenz und seinen Abenteuern zu tun hatten und einzig ihren Job erledigten, sind nicht leicht zu begründen.

Die Führungsmannschaft hat nämlich bis jetzt trotz den medialen Erschütterungen rund um versteckte Unternehmenskäufe durch ihren Ex-Chef und strafrechtliche Verfahren dazu stets hervorgehoben, dass es dem Raiffeisen-Verbund im Geschäft hervorragend laufe.

Von neuen Spitzenwerten war da stets die Rede und davon, dass die Krise einzig und allein den Ruf belaste, nicht aber das Daily Business.

Das aber würde doch heissen, dass die Mitarbeiter an der Front und in den rückwärtigen Zonen im zu Ende gehenden Jahr ihre Ziele erreicht hätten.

Warum sie nun trotzdem persönlich bluten müssen für einen Skandal, der die Schweiz wie nur wenige bewegt, ist zunächst nicht einsichtig.

Man müsse eben solidarisch den schwierigen Weg gehen, will wohl die Raiffeisen-Spitze der Belegschaft weismachen.

Einer für alle, alle für einen – ein typischer Genossenschafts-Gedanke, nicht?

Und: Würde man gleich viel Bonus wie immer ausschütten, könnte das in der Öffentlichkeit und bei den Kunden zu neuer Aufregung führen.

Das mag wohl sein. Nur: Wer trägt die Verantwortung für den Schlamassel? Wer ist bezahlt dafür, dass es in rauen Zeiten Kritik absetzt?

Wer erhält Millionen, um präzis in solchen Momenten hinzustehen und zu sagen: Sorry?

One Man, No Bonus? Patrik Gisel, Tag der Rüegg-Stürm-Absetzung (Bild: IP)

Die obersten Raiffeisen-Chefs verdienen eine Million und mehr pro Jahr. Sie tragen durch die einzigartige Stellung der Raiffeisen im Hypotheken-Geschäft des Landes wenig Risiken, dass es im Business plötzlich nicht mehr läuft. Dafür laufen die 250 Front-Banken in den Regionen zu gut.

Wofür also haben die Spitzenkräfte des helvetischen Raiffeisen-Verbundes Jahr für Jahr derart viel Geld verdient, wenn nicht, um im Moment der grossen Krise und der schweren Erschütterung die eigene Verantwortung rigoros zu klären und dies darauf beim eigenen Bonus abzubilden?

Nun haben sich die St.Galler Big-Bosse in bester sozialistischer Manier für einen anderen Weg entschieden.

Wir sind alle Teil dieser hässlichen Episode der Raiffeisen-Geschichte, also leisten wir alle gemeinsam einen Obolus. Was für die Kulisse gut tönen man, bedeutet für den Mitarbeiter im Schiffsrumpf der grossen Bank ein paar Tausender weniger Christmas-Geld.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. solidarisch den schwierigen Weg gehen! Das ist der Satz denn ich liebe. Wenn es um Bonus geht und ums verteilen geht das nur gerade ein paar „sehr wichtige Manager an“. Wenn es dann schief geht werden dann die Probleme solidarisch behoben, will heissen Ihr bezahlt auch für unsere Fehler.

  2. Das ist leider die übliche Art wie Ertragsprobleme geregelt werden: Die Verantwortlichen kassieren und verschwinden, die Mitarbeiter, die meist nicht verschwinden können, ziehen den Gürtel enger. Das sahen wir so bei der UBS der Nullerjahre und bei der Swissair, dort verloren Tausende die Stelle. Zu den Verantwortlichen gehört neben Vinzenz auch der VR. Von diesen Herren und Damen ist nichts mehr zu hören. Die sollten von ihren Bezügen zur Vinzenzzeit mindestens die Hälfte abgeben müssen wegen Versagens im Dienst. Leider nur ein frommer Wunsch.

  3. Wäre bei so wenig Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme, der Name Rosteisen B….nicht viel eher zutreffend?
    Könnte mir gut vorstellen das beim nächsten lmmocrash nur noch der Rost der Bank übrigbleibt. Die Bonis, sowie die völlig überhöhten Saläre, sowie Bankkundenguthaben, könnten dann auch den Wert von durchgerostetem Eisen erreichen.
    Ganz einfach wird “Raiff“ durch Rosteisen ersetzt, – ein reiner Bilanzschrumpfungsprozess durch Zahlenveränderungen am Compüterchen.
    Noch eine Frage an die Steuerbürger: Darf man Schrotteisen wirklich als systemrelevant bezeichnen, und die Steuerzahler für Rost, Schrott und Betrug auch noch haftbar machen ?
    Sorry, aber müsste man, bei Bankrenrettungen, nicht die Politik einklagen, wegen Betruges?
    Die Politik müsste doch wissen, dass es sich beim derzeitigen Finanzsystem, lediglich um ein System der systematischen, betrügerischen Bilanzverlängerungsmaschinerie, mittels immer neuer endloser Kreditvergaben handelt. Alles ohne realwirtschaftliche Leistung erbracht zu haben.
    Mit Bankenrettungen betrügt man lediglich die in der Realwirtschaft arbeitende und leistungserbringende Bevölkerung.

  4. Raiffeisen zahlt für eine Bank niedrige Löhne, nicht zu vergleichen mit Grossbanken oder grossen Industrieunternehmen etc. Und an alle die Bonuszahlungen kritisieren, haben sie schon einmal eine Lohnausweisrs eines Arztes, Versicherungsangestellten oder Pharmaangestellten gesehen? Nein… dann sollten das schleunigst nachholen, das wird ihnen die Augen öffnen. Da werden Summen ausbezahlt, da sind die Boni von Raiffeisen ein Witz.

  5. Herzliche Gratulation Herr Hässig zur Ernennung zum Journalisten des
    Jahres 2018.
    Wenn nur die vielen „dummen“ Schreiberlinge auf diesem Bloc
    nicht wären. Alle Besserwisser lassen den Frust ab und wiegeln sich
    gegenseitig auf. Wem hilft das?????

  6. Gewöhnt Euch dran, dass es in Zukunft statt Bonus nur noch Bonüssli gibt, Peanuts genau genommen. Die Bonusunkultur muss nämlich endlich aufhören, dann würde in den Banken auch wieder besser gearbeitet werden. Und an den Messi(as) vom Paradeplatz: Hoffe nicht, dass im diesjährigen Jahresbericht wieder der Super-Bullshit-Begriff „Key Risk Taker“ auftaucht, wo es doch heissen müsste „Rundumversicherter Angestellter ohne Risiko aus der Maximalabgreifer-Kaste“.

  7. Die mehrstufige Bonuskultur wird insofern verschwinden, weil die Banken zu Plattformen mutieren werden (müssen).
    Für alle ewig gestrigen good news: Die Gier auf der Teppichetagen bleibt aber in jeder Firma erhalten.

    • Hä???
      Diese Kultur (in Zeiten der altehrwürdigen SBG, SBV und SKA waren die bezogenen Weihnachtsgelder doch noch um einiges bescheidener) ist doch erst mit dem internationalen Einfluss und der entsprechenden Ausbreitung eben zu solchen Plattformen entstanden!!!

  8. Ich bedaure, dass Hr. Hässig Raiffeisen nicht vollständig zu kennen scheint. Raiffeisen Schweiz entscheidet nur und ausschliesslich über die Boni in der sogenannten Zentrale und in deren Niederlassungen). In den einzelnen Banken (ca. 250 auf der Landschaft) bestimmt der Verwaltungsrat (jeder einzelnen Bank selbständig) die Höhe des Bonustopfes. Für die Verteilung auf die einzelnen Mitarbeiter hat die Bankleitung (der einzelnen Bank) ein gewichtiges Wort mit zur reden. Die Banken interessiert eine allfällige Empfehlung der arg angeschlagenen Zentrale wenig oder gottlob überhaupt nicht. Der Wasserkopf in St. Gallen soll vorerst vor der eigenen Tür „wischen“.
    Nach meiner Meinung entspricht der Artikel nicht der gelebten Praxis. Sorry!

    • dieser Kommentar stimmt m.E. , alles andere geht nur die RB St. Gallen an, aber eben mit allen „Filialen“ in den Städten! Ich bin nur gespannt
      wann dies geändert wird.

  9. Was da für Gelder an überbezahlte Raiffeisenbänker ausbezahlt wird ist ja unglaublich. Anstelle von MIllionen von Boni an die Raiffeisenbeamten auszubezahlen, würde die Genossenschaftsbank ihren Kunden wohl besser die Gebühren für die genutzten Bankdienstleistungen senken. Das Bonusgehabe der Raiffeisen ist keinen Zoll mehr besser als dasjenige der Grossbanken. Wünsche allen Raiffeisen-MA viel Spass bei der Evalutation des neuen Sportwagens!

    • Welche Gebühren? Sofern Sie nicht alles in Papierform zusenden lassen haben Sie das keine Gebühren. Und wenn, sind diese Im Vergleich zu den Grossbanken vernachlässigbar. Sie gehören vermutlich auch zu jener Gattung Mensch, die Topleistung konsumieren wollen aber nichts dafür bezahlen wollen. Bevor Sie wieder so einen Schmarren schreiben, denken Sie lieber zweimal nach!

    • @hansGuckindieluft.

      Ich bin uralt und habe keinen computer und lust dazu. Auch Sie werden mal uralt – so hoffe ich – und dann sind Sie froh wie ich, dass Sie nicht mehr am computer sitzen müssen und dass die Bankpost mit Post zugestellt wird.
      Sie begreifen dies heute noch nicht, aber…….

  10. Der Bonus ist sehr wichtig: er wirkt sich sehr positiv auf Motivation und Leistung der Mitarbeiter aus, belohnt sie direkt am erwirtschafteten Erfolg, führt zu langfristigem und nachhaltigen Denken. Je weiter oben in der Hierarchie, desto ausgeprägter trifft dies zu. Nicht zuletzt profitiert auch der Kunde von gut bezahlten, gesättigten Beratern, denn so wird mehr beraten und weniger verkauft.

  11. Hört mal auf mit dieser einseitigen Polemik! Das ist ungerecht gegenüber der grossen Mehrheit, die einen Super-Job machen. Als ehemaliger Teamleiter in der Raiffeisen Schweiz weiss ich, dass die von Raiffeisen bezahlten Entschädigungen (Gehalt plus Bonus) beim grossen Teil der Belegschaft tiefer ist als bei anderen grösseren Unternehmen (Banken, Telecom, öffentl. Verwaltung).

    • Den ersten beiden Sätzen kann ich noch zupflichten.

      Dass die Entlöhnung bei einem Grossteil (!) der Mitarbeiter tiefer als auf dem Markt wäre, stelle ich jedoch in Frage. Zum einen wirst Du als „ehemaliger Teamleiter“ kaum die Saläre von über der Hälfte der Belegschaft kennen und noch dazu für jeden eine vergleichbare Stelle in anderen Unternehmen. Stimmt’s?
      Zum anderen kenne ich persönlich bereits 3 Personen, bei denen es nicht der Fall ist. Sie sind ua. wegen des Salärs + Zusätzen zur Raiffeisen gegangen. Einer ist wegen personeller Querelen wieder gegangen, trotz finanzieller Einbussen. Nein, salärmässig geht es ihnen wirklich nicht schlecht.

    • Der Artikel beschreibt eine Reduzierung von Boni und keiner der Kommentatoren hat einen blassen Dunst, wie die Gesamtentschädigung aussieht. Aber viele davon ziehen in schlechter Art über die Raiffeisen-MA her. Das finde ich voll daneben und sehr ungerecht.
      Zum Artikel: Wie wäre es, wenn sich der Journalist des Jahres auf jene Themen konzentrieren würde, die wirkliche Missstände aufzeigen? Weniger wäre mehr und er könnte zeigen, dass er wirklich ein besonderer Journalist ist.

  12. Boni gibts im Normalfall bei besonders guten Leistungen. Die kann ich bei unseren Banken allerdings nicht erkennen. Das nennt man demzufolge nicht Bonus-Kultur, sondern Bereicherungs-Kultur.

  13. Ist doch bekannt, dass Bonus je nach Sympathie und Beziehung zu VG verteilt werden.
    Schlimmer noch bei vielen RB’s, dass Bankleiter Bonussumme und Verteilung nach persönlichen Ueberlegungen und nicht unbedingt nach Leistung berechnen.
    Motto: Bankleitung first.
    Verwaltungsrat = nickt ok.(?????)

    • Nein, Raiffeisen Schweiz hat bei der Gestaltung der Löhne und der Boni bei den einzelnen Banken nichts zu sagen, diese werden von der jeweiligen Bankleitung resp. vom VR der Bank bestimmt.

    • Das habe ich mich auch gleich gefragt! Wie soll das denn gehen?

      Falls es geht, heisst das für mich, alle eigentlich selbständigen Raiffeisenbanken unterstehen der Gnade und den Weisungen aus St. Gallen. Die Bankleiter/VR dieser eigentlich selbständigen Raiffeisenbanken wären nur unnütze Marionetten!

      Bitte um Aufklärung.

    • @Hugentobler; Die Löhne (und Boni) in den einzelnen sogenannten unabhängigen Aussenstellen werden sehr wohl von der Zentrale (mit)bestimmt: Viele VR’s werden von der Zentrale in die Aussenstellen „abkommandiert“… Sind häufig Kaderleute der Zentrale. Selbstverständlich wählt der einzelne Genossenschafter „seinen“ Verwaltungsrat selbst, nur werden die auffallend häufig zentral vorgeschlagen… Schon einmal etwas von einem wild Kandidierenden und auch gewählten VR einer Raiffeisenbank gehört? Ich nicht! Entschuldigen Sie bitte mein Eindringen in Ihre heile Welt! Frohe Weihnachten!

  14. Wozu Bonus? – Arbeiten denn Ärzte, Ingenieure et al. „nur“ für den Salär?
    Völlig abgehoben, diese Branche. Die per se nichts herstellt und laufend Werte vernichtet.
    Und noch staatlich geschützt ist.
    DER Systembetrug schlechthin.

    LH: bitte gleich freischalten und nicht aufheben…

    • Danke Hubertus. Gradlinig und befreiend.
      En Banker stellt Nichts her, produziert Nichts.
      Sitzt nur noch auf deinem hergeschleppten Geld und erwärmt es mit seinen Darmgasen. Multipliziert es dann in seinem PC, oft bis zu 90 x mal, und vermietet es weiter. Habe 5 Jahre oec. Studium und 38 Jahre Unternehmertum gebraucht um es zu begreifen. Es basiert auf der wichtigsten Währung der Welt: der Dummheit. Dummheit ist nämlich ein mächtiges Tauschmittel.
      Cheers

    • Ja, Ärzte und Ingenieure arbeitet für ihr Salär. Künstler & Geistliche vielleicht noch aus Überzeugung. Und Service Kräfte im Gastrogewerbe für das Trinkgeld. Und Ärzte mit eigener Praxis schaffen sowieso in die eigene Tasche, dort wird noch mehr auf dem Umsatz geachtet. Klar, kann man Autoverkäufer ausschliesslich einen Fixlohn zahlen, doch wenn eben von ihrem Engagement, sprich die Überzeugungsarbeit, der Unternehmenserfolg & -umsatz massgeblich abhängt, warum sollte man dann nicht auf Provisionsbasis agieren lassen?!
      Ich sehe daran NULL Systembetrug.

      PS: Wutbürger stellen auch per se nichts her.

    • @Santa Fe
      Eher blamabel wenn man nach 43 Jahren Erfahrung immer noch nicht begriffen hat, wie das System im Grundsatz wirklich funktioniert und irgendwelchen youtube-Träumereien nachhängt! Wenn Du Deinen herbeigeträumten GM-Multiplikator so in die Tat umsetzen könntest, warum gründest Du denn nicht selber eine Bank???

    • @Hubertus, @Santa Fe
      Na ja, ihre Kommentare deuten auch nicht auf übermässige Intelligenz hin.

  15. Ich verstehe nicht, weshalb die Mitarbeitenden weniger Bonus erhalten. Die Zahlen sind gut und der Bonus wird anhand des Geschäftsjahrs ausgerichtet… Die Leistung des einzelnen Mitarbeitenden hat noch kleinen Einfluss, aber der ist minim. Die Zeche zahlen nur FS 3 bis 6, FS 0 bis 2 werden schon schauen, dass sie gleich viel Bonus erhalten. Wie wäre es, wenn der VR und die RCH-Bankleitung die Verantwortung übernimmt und auf den Bonus verzichtet, dafür gibt es keine Reduktion des Bonuses für die Mitarbeitenden? Das wäre eine schöne Geste!
    Schliesslich läuft das Geschäft nur dank den Mitarbeitenden.

    • @Supermario, @F.Rausch
      Ihr zwei Lieben,
      Intelligenz zeichnet sich unter anderem auch dadurch aus, dass man komplexe Systeme mit vier, fünf Sätzen erklären kann, so dass ein 15-jähriger Schüler den ganzen Sachverhalt aufnehmen, verdauen und begreifen kann. Der ist dann Lebenskompatibel. Ohne 30- seitiger power point Präsentation. Unternehmer wenden dieses Prinzip täglich an, sind erfolgreich und wohlhabend. Der grosse Rest bleibt an-gestellt und an-geschnallt, meckert über Arbeitszeiten und PK Umwandlungsschatz, absolviert Team-Bildungs Kursen und darf Visitenkarten herumreichen,worauf coole Berufsbezeichnungen zu sehen sind: COO, CFO, CRO, Vice Präsident, Compliance Officer, Quality Manager etc. Also – tragen Sie auch solche Kärtchen oder tragen Sie Verantwortung? Schönes Wochenende noch.

    • @Santa Fe
      Bist vermutlich im falschen Thread und zudem kann ich echt nicht nachvollziehen, was irgendwelche Power-Points oder andere „coole“ Abkürzungen (welche vermutlich Dein 15-jähriger zuallerletzt versteht) mit der erwähnten, „wundersamen“ Geldvermehrung zu tun haben sollten?

  16. Die zahlen (die Zeche) gar nicht, nur schon die Wortwahl ist eine Frechheit, oder geben die Leute etwas von den hohen Boni der letzten Jahre zurück? Nein es wird fröhlich weiter abgezwackt, einfach auf etwas minim tieferen Niveau.
    Wieso sollen für normale Tätigkeiten noch Boni bezahlt werden, die Einnahme sprudeln wegen tiefen Zinsen an die Einleger und hohen Zinsen/Gebühren bei den Kunden. Zudem kassiert die St. Gallen-Zentrale von den einzelnen Filialen viel Geld für Verwaltung??? Ach ja, und die Genossenschafter sollen viel weniger Dividende erhalten!

    • Sprudel doch noch etwas weiter und erklär mal, wie eine Bank (ob sie nun Raiffeisen oder anderswie heisst) mit 0% Einlagenzins vs -0.75% bei der SNB ein Geschäft machen soll! Und ach ja; meines Wissens werden Genossenschaftsanteile verzinst und es werden eher keine Dividenden ausgeschüttet!

    • @Supermario
      Lieber Supermario
      Es macht echt Spaß dir einfache tricksereien des Systems
      „Berufsleben“ zu erklären. Es geht um Kompensationsmechanismen. Diejenigen die es in real Life nicht geschafft haben, kompensieren das mit Flashy visitcards, Klamotten Label und Leasing Porsches, weil es ihnen eben dämmert, dass sie im Leben leider abgehängt worden sind. Das sind die “ HR Ressourcen „. Und Ressourcen werden nämlich verbraucht. Offenbar bist du wahrscheinlich bereits „verbraucht“. Je nach Alter kann man aber wieder anfangen, es diesmal richtig anpacken. Try. Die Chancen sind da. Mach s gut.

  17. Zudem wurde durch die ganze Belegschaft Zusatzarbeit geleistet in einem enormen Ausmass. Tausende von Überstunden für das Programm RAINBOW.
    Ende Jahr wird den Mitarbeitenden, trotz einem top Geschäfstergebnis, der variable Lohnanteil gekürzt.
    Das Wiedererwägunfsgesuch der GL beim VR doch noch den Bonustopf aufzustocken wurde abgelehnt! Im gleichen Zug wird dem neuen VR-Präsi massiv mehr Geld bezahlt als seinem Vorgänger.
    Einige Mitarbeitende hat es dieses Jahr bei Raiffeisen und Arizon noch härter getroffen: Wurden zum Teil mit 57 Jahren, ohne Möglichkeit auf eine Frühpensionierung, auf die Strasse gestellt!
    Skandalöse Zustände. Und das bei einer Organisation mit „Genossenschafstgedanken“.
    Einfach unglaublich. Leider kommt es im 2019 noch schlimmer….das Konstrukt Arizon/Raiffeisen/Avaloq endet in einem Desaster!

  18. Wieder trifft es die kleinen, gerecht wäre, dass alle im Verwaltungsrat und Top Kader auf Ihr Weihnachtsgeld verzichten würden. 25% von 1 Mio. oder 25% von 7500 ist ein Riesen Unterschied.
    Frohe Weihnachten

  19. Die Bonuskultur ist nur noch widerlich und dekadent. Es müsste endlich zu einem absoluten Unwort erklärt werden. Erstaunlich, dass selbst in der Raiffeisen mit seinen genossenschaftlichen Grundsätzen, solcher Unsinn gewährt wird. Schmerzhaft für jeden Malocher in der Schweiz, der nicht mal einen 13. Monatslohn kriegt………

    Allenfalls könnte ein Arbeitgeber für überdurchschnittliche und langjähriger Arbeit eine Gratifikation gewähren. Ein Früchtekorb mit einigen Flaschen Rotwein würde bestimmt auch auf Wertschätzung stossen………..

    Auch bei unseren Grossbanken im SMI dürften eigentlich solche Gratifikationen bloss ausgegeben werden, bei erfolgreichem Geschäftsgang über einen längeren Zeitraum. Diese Gratifikation dürfte bloss in Aktien erfolgen mit 10-jähriger Sperrfrist.

    Für solche gute Zeiten im banking müssen wir länger als 10 Jahre zurückblicken…….

    ALLES ANDERE IST DIEBSTAHL AM KUNDEN UND DEN AKTIONÄREN, BASTA.

    • Bloss ein Beispiel aus der realen Welt:

      Der Lohn eines Neueinsteigers bei der Fluggesellschaft Swiss als flight attendant nimmt sich in Anbetracht der respektablen Verantwortung eher bescheiden aus.

      Alle Zulagen einberechnet, beträgt er maximal 4000 Franken. Ein 13. Monatslohn wird jetzt gestaffelt über etliche Jahre hin eingeführt.

      Der jammernde, weinerliche Ton bei der Raiffeisen ist degoutable und ein Affront für viele hart arbeitende Arbeitnehmer.

    • Ein Unternehmen als Aktionär oder Kunde zu verlassen ist wesentlich einfacher als für einen Arbeitnehmer… wenn sich also ein Aktionär oder ein Kunde bestohlen vorkommt, kann er ohne weiteres gehen.
      Das ist übrigens auch die einzige Sprache, die ein Unternehmen versteht und nicht missachten kann!!!

    • Zum Thema „BONUS(-Kultur)“ bzw. „Grossbanken im SMI“ folgende TA-Anmerkung:

      „Vor drei Jahren stellte Thiam die Idee vor, das Schweizer Geschäft der CS teilweise zu verkaufen. Heute dürfte er froh sein, das nicht getan zu haben: Es ist das Kronjuwel der Bank.“

      Soviel zur BONUSbelohnten „strategischen Weitsicht/Kompetenz“ am Beispiel „Tidjane Thiam“ – Kommentar überflüssig.
      Und wieviel kassiert Thiam jährlich für seine „Hellsichtigkeit“ zum Wohle des CS-Aktienkurses?

    • Was beim Beispiel des Flight Attendant nicht aufgeführt ist, sind die Vergünstigungen die seine ganze Familie für Flüge bei Swiss, Edelweiss etc. erhalten; das tönt wie wenn die Grossmutter eines Raiffeisenmitarbeiters einen höheren Zins erhält. Man sollte schon alles auflisten wenn man Beispiele aufführt.

    • @Steppenwolf,

      ein Neueinsteiger bei Swiss hat noch keine „respektable Verantwortung“. ein Neueinsteiger arbeitet im Team und da es bei der Swiss glücklicherweise kaum bis keine ernsthaften Zwischenfälle gab, konzentriert sich die Arbeit der Flight Attendants auf (a) Routine-Checks & -Arbeiten (ja, die sind wichtig, wie auch die eines Automechanikers) und (b) vor allem auf den Kundenservice. Und 4´000 CHF sind dafür für einen Berufseinsteiger (!) gut.

    • @Paul Müller

      Diese Vergünstigungen fallen bestimmt auch nicht monetär ins Gewicht. Die offerierten gratis oder kostenreduzierten stand by-Flüge machen die Situation auch nicht viel besser.

      Ob die chemische Reinigung 20% Rabatt offeriert und ob es dort vergünstigte Reka-Cheques gibt, weiss ich allerdings nicht…………?

  20. Ein feudalistisches System im genossenschaftlichen Tarnanzug. Als Outsider amüsiere ich mich immer wieder darüber. Wer da mitmacht, ist selber schuld oder hat seine eigenen guten (sprich: egoistischen) Gründe.

    • Wenn der neue CEO Heinz Huber die Raiffeisen am 7. Januar 2019 übernimmt, soll er die Bank gemäss seinen Aussagen „langweiliger machen“.

      Ist von zentraler Bedeutung, dass dieses „feudalistische System im genossenschaftlichen Tarnanzug“ (gut beschrieben), sofort auf den Prüfstand kommt.

      Eine angemessene gute Entlöhnung soll es geben bei der Raiffeisen; dies aber ohne Unfrieden stiftende Bonuswillkür.

  21. Für was Bonus nur weil Frontleute Depots abspitzen mit Derivativen Produkten und Schrott. 99 % der Assets wurden nie von Frontleuten aquiriert – alles ummutierte bzw. umgeschlüsselte Assets. Die heutige Art von Private Banking sollte in der Schweiz total überarbeitet werden. Sie zielt nur darauf hin, dass MA im Direktionsrang ihre Tasche ohne wirkliche Arbeit füllen.

    • Diese Rundumschläge kennen wir langsam zur Genüge. Man sollte noch viel im Leben, aber von Euch Schlaumeiern hat noch keiner ein wirklich griffiges Konzept vorgestellt, wie er sich denn innovatives Banking vorstellt. Wären die Kunden wirklich so unzufrieden, würden sie wohl auch den angesprochenen „Schrott“ nicht mehr kaufen. Ausser halt die persönliche Gier überstimmt den gesunden Menschenverstand!

    • Max Meier weiss definitiv was Sache ist. Seine Beschreibung als „Rundumschläge“ (Zitat:Supermario) zu bezeichnen, ist bloss ein billiges Ablenkungsmanöver. „Innovatives Banking“ müsste stattdessen viel eher „aufrichtiges Banking“ heissen.

      Insider wissen zu Genüge, dass in vielen Anlagefunds der Banken, die miesen Kröten aus dem private banking versteckt werden. Der Kleinanleger wird einmal mehr versäckelt. Im Mandatsverhältnis werden oft hirnlos Aktien gekauft und kurz darauf wieder verkauft. Diese wirren Aktiendeals bringt den Banken Umsatz – und den Bankern Bonus. Umsatzbolzerei – und nicht anderes. Der Benchmark eines ACWI, SMI etc. wird ohnehin nicht erreicht.

      Falls Anlagefunds, bloss solche kaufen von unabhängigen Fond-Boutiquen mit mindestens 5-jährigem erfolgreichem Track record – ansonsten ganz klar ETF.

    • @Warten auf Godot
      In Bezug auf den Einsatz von Fonds kann doch gerne diskutiert werden; da gehe im Grundsatz natürlich sofort mit Dir einig. Wenn aber ETF’s die einzige mögliche Innovation sein soll (immerhin bezeichnet der Kommentator so ziemlich alles bestehende als „Schrott“), dann ändert das allerhöchsten im Detail etwas an der Sachlage. Auch diese beinhalten alle möglichen Gebühren, wenn zugegebenermassen auf leicht tieferem Niveau.

  22. VR der RBCH – Soll zuerst seine Bezüge der letzten Jahre zurückzahlen – denn diese haben gemäss offizieller Feststellung ihren Job nicht gemacht.

    • Ich erwarte vom VR dass er sich mindestens für das Jahr 2018 das Honorar kürzt. Die meisten Mitglieder haben die Vincenz Krise zu verantworten. Die Honorarerhöhung trotz Krise im 2017 war ignorant, provokativ und gleichzeitig eine Blossstellung der offenbaren Schwächen der VR Mitglieder.

  23. Die Angestellten der Raiffeisen haben einen kleinen Trost: Die Verursacher des Desasters (Pierin Vincenz, Patrik Gisel & Co.) sind gesellschaftlich total abgestürzt!

    • ein Wermutstropfen bleibt: solange die Handlanger wie Schaub, Kurtz, Plöntzke usw. noch da sind, gibt es keine Genugtuung, noch nicht….

    • Das ist doch kein Trost. Weshalb sollen die Mitarbeitenden die Zeche zahlen? Es war ein erfolgreiches Geschäftsjahr! Daran ist der Bonus geknüpft!

  24. Hat sich nicht der Verwaltungsrat vor ein paar Monaten noch ein satte – in keiner Weise gerechtfertige Lohnerhöhung bewiligt?

    Einfach (System)krank – aber weder die Finma, Politik, HSG Professoren oder die sogenannten kritischen Medien (ausser IP) machen das zum Thema.

  25. Boni sind des Teufels, sollten abgeschafft und durch gute Firmen- und Führungskultur ersetzt werden (Raiffeisen!). Dass gute Leistung nicht von Boni abhängt, ist erwiesen (Migros Bank macht’s vor, andere werden nachziehen).
    Habe drei Jahrzehnte Bankerfahrung mit Bonussystem. Jedes Jahr das selbe Lied: steigende Nervosität bei den Angestellten, Anbiederung beim Chef, Einschleimen bei den Abteilungsleitenden, Stellungsbezug am Bonustopf, unrealistische Erwartungen, überschätzte (Eigen-)Leistungen, kurzfristige Sicht. Die Kunden gehen dabei oft vergessen.
    Grauenhaft.

    • Ernsthaft, was erwartest Du denn, wenn auch auf der Zipfelmützenetage das halbe Arbeitsprogramm (so richtig vorbildhaft) mit dem Ausarbeiten von möglichst ausgeklügelten Entschädigungssystemen ausgefüllt ist?

  26. Ich bin mit der Gier der ehemaligen Genossenschaftbänker natürlich alles andere als einverstanden. Aber wieso ist die Bankenlandschaft so „Bonus“ getrieben? In vielen gewerblichen Betrieben oder auch anderen Branchen ist das unüblich. Nehmt doch ein Beispiel von der Migrosbank; da werden Boni abgeschaffen. Ich als Unternehmer schaue das die Angestellten sehr gut bezahlt sind auch mit guten Sozialleistungen und Ferien. Das schafft Mehrwert für die Firma für die Kunden und die Angestellten; es braucht keine Bonus für Motivation.