Gilets jaunes all over

Das Gratisgeld macht Schuldenmachen zum Geschäftsmodell – für die Elite. Die Folge ist Revolution.

10 Jahre nach Rettungsringen an das westliche Bankensystem, getränkt in „Hopium“ (in Gestalt von Gratisgeld an Spekulanten und Zentralbanken, die zu Spekulanten mutieren), beginnt das „Volk“ langsam aufmüpfig zu werden. Statt wie im grossen Plan vorgesehen auf Kredit zu konsumieren, stänkert es auf der Strasse und verhindert den „flüssigen Verkehr“ im voll-degenerierten Kasinokapitalismus. 

10 Jahre sind eine lange Zeit, und noch hängen sie in den Rettungsringen (die Teilnehmer im Finanzkasino); aber die Folgen dieser Perversion werden deutlich sichtbar. Gläubiger bezahlen die Schuldner für das Schuldenmachen, die SNB spekuliert mit 100 Milliarden geborgtem Geld in US Aktien (hauptsächlich Facebook und Konsorten), die Sparer haben Tausende von Milliarden Geld an die Spekulation verloren, weil sie hohe Bankgebühren bezahlen (müssen) und keine Zinsen mehr bekommen, ganz ähnlich die Vorsorgeeinrichtung.

Wer trägt Verantwortung, Elite oder Aufständische (Bild: Famille Chrétienne)

Die börsenkotierten Unternehmen sind zum Spielball ihrer degenerierten Managements geworden, die für 7’000 Milliarden Eigenkapital mittels Aktienrückkäufen vernichteten (und nach 10 Jahren sind sie immer noch in ihren Spielchen). Dabei haben die besagten börsenkotierten Unternehmen vor allem in den Kapitalmärkten Geld aufgenommen. In den USA haben die Schulden um 100% zugenommen – bei höchsten Gewinnen in 100 Jahren.

Da diese Schulden praktisch nichts kosteten, haben die Managements der Grossfirmen alles gemacht, um ihre Unternehmen auszuplündern und sich an ihnen zu bereichern. Statt der Gesellschaft zu helfen mit besseren Preisen, Investitionen in den Schutz der Ökosphäre, Zuschüsse in die Altersvorsorge (die bei Null- und Negativzinsen Pleite gehen werden), Steuern zu zahlen (Eigenkapitalvernichtung ist ein Steuerumgehungsgeschäft), mit besseren Gehältern in den tiefen Gehaltsklassen (80% der Lohnbezüger), haben sie Produktion und Dienstleistungen nach Asien verlagert und verkaufen tatsächlich immer mehr nur noch Brandnames.

Bei der anstehenden Wachstumskrise werden viele von ihnen liquidiert. Und was geschieht mit ihren Lohnverdienern? Klassisches Beispiel: Apple Corporation, deren Börsenwert am vergangenen Donnerstag um 400 Milliarden Dollar eingebrochen war (gegenüber Ende September). Ihre Mobiltelefone erreichen die Häfen von San Francisco und Los Angeles zu sage und schreibe einem Drittel des Endpreises an die Kunden.

Und Apple hat Teile der Gewinne, die die Firma nicht in Aktienrückkäufen „verbrannte“, nach Irland verschoben, um keine Steuern zu bezahlen. Ein grosser Teil dieses Geldes hat Apple jetzt unter der Steuer-„Reform“ der Administration Trump zurückgeholt und voll und ganz in den Rückkauf von Aktien „investiert“.

Die Absicht dahinter waren die Kaufrechte der Manager, die diese sich zuteilen, zu vergolden. Die Rechnung ist bis anhin nicht aufgegangen. Sie laufen höchstwahrscheinlich wertlos aus.

Viele Menschen wissen nicht viel von diesen Machenschaften (und scheinen sich auch nicht dafür zu interessieren: Andere Probleme sind wohl dringender), aber sie merken langsam, dass der Kasinokapitalismus die Grundpfeiler der aktuellen Gesellschaft komplett korrodieren.

Dafür haben die Eliten (auch Universitäten), welche der internationalen Geldplutokratie zu-dienen, dafür gesorgt, dass mittels wahnwitzigem Schuldenwachstum, Einkommen und Vermögen immer mehr Richtung der 0,7% der Bevölkerung umverteilt werden.

Es gilt: Schuldenwachstum auf allen Ebenen (Frankreich hat aus dem bilateralen Handel mit Deutschland einen Schuldenberg von 1’000 Milliarden Euro, aktueller Stand, aufgehäuft) ist der wirksamste Umverteilugsmechanismus von Vermögen und Einkommen schlechthin und zerstört den Sozialkontrakt.

Diese immer dramatischere, zur Normalität geformte Praxis wird zu Massenaufständen, Revolutionen und am Ende vielleicht gar Blutvergiessen führen. Das heutige Regime ist in keiner seiner Ausprägungen nachhaltig. Es führt in die Katastrophe.

Kommentare

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  1. Vielen Dank für die Blumen @Platon, die ich nicht verdient habe. Ich kann die (verzweifelten und verlorenen) Trump Wähler verstehen. Das Trump nicht wirklich Interesse an ihnen hat, dafür können sie nichts. Ich kann die Deutschen nicht verstehen, dass sie es geschehen liessen von Gerhard Schröder zur Schlachtbank geführt zu werden. Niemand fragt sich dort was eigentlich in der Zukunft mit all den 1 € Jobbern, Hartz 4 Empfänger und working poor’s geschehen soll? Dabei meint Deutschland zurzeit auch noch quasi Vollbeschäftigung zu haben. Ich kann nicht verstehen das die Welt zuschaute wie Ronald Reagan in seiner totalen Mont Pelerin Verblendung die westliche und damit ganze Welt in den Abgrund stürzte. Ich kann nicht verstehen, wieso sich niemand fragt wieso der Schuldenberg und die Armut immer weiter steigen und steigen, wo doch zurzeit soviel Geld wie noch nie in der Geschichte der Welt im Umlauf ist. Geschweige denn wo all dieses Geld überhaupt ist. Ich kann die Gilets jaunes verstehen, sie sind im Moment für mich der einzige Lichtblick am Ende des Tunnels.

    Ich kann nicht verstehen, wieso die Schweiz die schon längst gescheiterte 2. Säule nicht endlich aufhebt. Es ist die grösste Umverteilungsmaschine von Arm zu Reich die es in der Schweiz je gegeben hat. Schlussendlich gefährdet die 2. Säule auch noch die Demokratie, ist ein soziales Pulverfass, denn in der Schweiz lässt man sich nicht einfach so wie in Deutschland zur Schlachtbank führen. Wo man bezüglich Vorsorge mit Österreich das beste Beispiel wie es gehen kann vor der Türe hat. Ich kann nicht verstehen, wieso die Gesellschaft bei Banken einfach so Giralgeldschöpfung zulässt. Die Banken verdienen mit einem simplen Strich dem man jedem Kindergärtner zeigen kann Milliarden. Dazu hat man in beiden Fällen noch eine extrem teure Kasten im absoluten Hochlohnsegment geschaffen die noch nie richtig gearbeitet haben und die wir als Gesellschaft voll durchfinanzieren. Die teilweise weder die zweite Säule, Stichwort Hedgefonds, Auslandanlagen – man muss schon fast froh sein, wenn die überhaupt wissen was ein technischer Zinssatz ist – kennen, noch etwas von Buchgeld wissen. Letzteres wegen Desinteresse. Ich kann nicht verstehen, wieso es keine Einheitskrankenkasse gibt, wo man doch mit der SUVA permanent eine Erfolgsgeschichte vor Augen hat, die man nur kopieren muss. Wo alle meinen unser Gesundheitswesen ist viel zu teuer und wird immer noch teurer. Wieso finanzieren wir dann 80 Krankenkassen, 80 extrem teure Teppichetagen, auch hier lässt die Kaste grüssen, wie jeder weiss der den K-Tipp liest, und 80x teure und permanente Werbung für ein und dasselbe.

    • @AHV,

      vielen Dank. Der Austausch über unterschiedliche Herangehensweisen an ein Thema ist ja überhaupt erst der Schlüssel zur Erkenntnis, deshalb finde ich Ihre Beiträge sehr wertvoll. Existenzsichernde Renten sind ein Verfassungsauftrag, oder?. Ich habe die Diskussion im Nationalrat i.S. Ergänzungsleistungen letzten Sommer verfolgt. Die anrechenbaren Mietzinse wurden seit 2001 nie angepasst, wohingegen die durchschnittlichen Mieten um 24% gestiegen sind. Als Laie wollte ich verstehen, ob hinter der sehr starken Kürzungen in der 2. Säule, eine Art Agenda 2020 Schweiz, steckt? Was im Nationalrat beschlossen wurde ist eine einzige Abbauvorlage die Verknüpft an der (SV17) die Umverteilung von Arm zu Reich noch hinzufügt, zu der ohnehin schon systembedingte Umverteilung von Fleissig zu Reich.

  2. „Im Leben stehen einem anständigen Charakter so und so viele Wege offen, um vorwärts zu kommen. Einem Schurken stehen bei gleicher Intelligenz und Tatkraft auf dem gleichen Platz diese Wege auch alle offen, daneben aber auch noch andere, die ein anständiger Kerl nicht geht. Er hat daher mehr Chancen, vorwärts zu kommen. Infolge dieser negativen charakterlichen Auslese findet eine Anreicherung der höheren Gesellschaftsschichten mit Schurken statt.

    Das ethische Durchschnittsniveau einer Gesellschaftsschicht wird umso schlechter, je besser und einflussreicher sie gestellt ist. Nur dieser Umstand vermag die Tatsache zu erklären, warum die Welt nicht schon seit mindestens fünftausend Jahren ein Paradies ist. Das muss man wissen, wenn man die Weltgeschichte verstehen will.“
    Hermann Oberth

    • @AHV,

      schön Sie wieder zu lesen. Sie sind die „heimlichen Herrscher der Welt“, bezeichnen sich selbst als „masters of the universe“. Sie diktieren der Gesellschaft und der Politik ihre eigenen Regeln – und wie Sie bestimmt wissen – ist die Schweiz mit der 3. Säule Doktrin diesen Kreisen besonders ausgeliefert. 2007/08 handelte es sich klar um Finanz/Kreditbetrug. Und so wie sich die 2. Säule nicht reformieren lässt, gilt es insbesondere auch für die Finanzmärkte. Trockenlegen ist die einzige Möglichkeit.Ich habe vor Tagen folgendes Dokument gefunden:

      http://www.kommunisten.ch/index.php?article_id=931

      Es passt sehr gut zur Diskussion in der Runde. Sie als Fachmann werden gleich erkennen, sofern Sie es nicht bereits wissen, wer „uns“ in die S…..se geritten hat. Es ist alles dabei. Parteien, Lobbys, Namen usw….

  3. Liebe Frau Villalon,

    „In Deutschland herrscht seit Jahren Quasi-Vollbeschäftigung, in China wurden die meisten Milliardäre und Millionäre erschaffen in kürzester Zeit“

    Irrtum auf ganzer Linie Frau Villalon. Ich nehme mir die Zeit Ihre Behauptungen zu widerlegen; weil die Propaganda, hier im Westen, Ausmasse erreicht hat die George Orwells düstere Vision einen beklemmenden Wirklichkeitsbezug geben.

    Beweis:
    Als nicht mehr arbeitslos zählen Arbeitslose mit Krankenschein, die sich in einer Weiterbildung befinden oder über 58 Jahre alt sind. Das sind über 3,3 Millionen sogenannte Unterbeschäftigte – also Arbeitnehmer, die unfreiwillig weniger arbeiten als sie arbeiten wollen. Kommen hinzu abhängig Beschäftigte mit Teilzeitverträgen, die mehr Arbeitsstunden leisten würden. Das sind 27 Prozent der fünf Millionen ausschliesslich geringfügig Beschäftigten. Ausserdem arbeiteten 2,6 Millionen neben ihren sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen noch in geringfügiger Beschäftigung. D.h., sie brauchen einen Nebenjob, weil der Hauptjob allein sie nicht ernährt. Aktuell können fast eine Million Selbstständige aufgrund ihrer schwachen Ertragslage nicht für das Alter vorsorgen. Sie verdienen häufig weniger als den Mindestlohn. Damit sind wir bei über acht Millionen Erwerbsfähigen, die in Deutschland entweder gar keine Arbeit haben oder von ihrer Arbeit nicht leben können. Und die Lüge der „OFFENEN STELLEN“ die nicht zu besetzen sind ist auch mit einem Realitätscheck in allen Punkten zu widerlegen.

    Der chinesische Schuldenberg ist mit über 29 Billionen US-Dollar der zweithöchste der Welt. Die Schuldenquote beträgt mehr als 250 Prozent. Allein in den letzten zehn Jahren ist sie um 100 Prozentpunkte gestiegen. Inwieweit der mit über 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP) verschuldete Unternehmenssektor einen lange anhaltenden Handelskrieg übersteht, kann niemand sagen, und ja, es gibt sehr reiche Menschen und Familien:

    https://www.scmp.com/news/china/article/1071504/wen-family-hits-back-lies-hidden-fortune

    und das immer (insbesondere hier bei uns in der Schweiz) eine Umverteilung von fleissig nach reich stattfindet ist eine Binsenweisheit wenn man die Steuer,- Abgabesysteme wie auch das Bodenrecht anschaut. Schulden – Minus Vermögen = NULL! Es ist immer eine Frage der Verteilung des erschaffenen Fortschritts. Die Gelbwesten sind lediglich ein Symptom einer anschwellenden viel grösseren Problematik die sehr leicht ist zu durchschauen.

  4. Ich denke eine Revolution wird kommen. In China ist fast alles erlaubt, ausser sich politisch zu versammeln ausserhalb der herrschenden KPC. Warum wohl? Weil man dort seit Jahrtausenden Angst vor Volksaufständen hat. Bei uns ist es anders. Aber die internationale Finanzelite (Ich nenne sie mal so, weil sie sich selbst so sieht , z.B Blankfein: „wie tun nur Gottes Handwerk“) handelt gegen die Interesse der meisten Menschen. Sie lebt eine Welt ohne Nöchstenliebe vor.
    Wann hat Jesus je die Reichen gepriesen?
    Auf die Dauer wird das nicht gutgehen. Gott, und er hat die Welt erschaffen, möchte nicht, dass Menschen so miteinander umgehen und versuchen, auf Kosten anderer Menschen zu leben. Das Leben ist ein Geschenk, und wir sollten versuchen, es auch für andere Menschen möglichst gut zu machen.
    Durch Nachdenken, nicht durch Gier, lassen sich viele Probleme lösen.

  5. Wenn ich all die Kommentare lese tönt es ziemlich pessimistisch. Das Grundproblem ist doch, dass uns die wertschöpfende Arbeit ausgeht. Wir haben keine Produktion mehr. Sie wurde in die dritte Welt verlagert. In ganz Asien und teils Südamerika arbeiten alle für etwa 20% unserer Löhne. Und wir kaufen diese Produkte weil sie eben viel billiger sind. Schlussendlich gibt es eine Angleichung. Unser Lebensstandard wird sinken, derjenige der dritten Welt wird steigen und irgendwann sind wir etwa gleich überall auf der Welt. Momentan haben wir noch gute Möglichkeiten in hochwertiger Produktion wo wir andern voraus sind. (auch dank unserm Bildungssystem) Aber die andern holen auf, wir müssen schauen, das wir den Vorsprung halten können. Was uns auch immer mehr Wettbewerbsfähigkeit kostet ist die uferlose Betreuungsindustrie, das Sozialsystm für jeden und die schnelle Zunahme unserer öffentlichen Verwaltung. All das macht letztlich unsere Produkte konkurrenzUNfähig.

  6. Kurz und prägnant alles auf den Punk gebracht. Genau so wird es sein. So wie es Muhammad Yunus kürzlich an einem Vortrag in New York zusammengefasst hat: „It’s a question of explosion. (…) Anger at the bottom will be just endless. You cannot contain it.“ Es wird sehr schmerzvoll sein. Aber es wird auch den Weg für etwas Neues, hoffentlich etwas „besseres“ ebnen. Zu hoffen bleibt ebenfalls, dass die Revolution nicht zuerst von ganz Rechts „abgeholt“ wird.

  7. Deshalb bleibt wohl auch Macron dem WEF fern: kommt gar nicht gut im TV, mit den Casinoplayern in Davos Hände zu schütteln. Tut ihm sicher weh, aber eben…

  8. Guten Tag Herr Peter Müller,

    es trifft zu, dass in guter Lage in den Ballungszentren in Deutschland der Leerstand gering ist. Um den Auswirkungen der Leerstandsentwicklung gerecht zu werden, hat man eine flächendeckende und vor allem regionalisierte Leerstandsbeobachtung durchgeführt, dabei festgestellt, dass derzeit die Zahl der leerstehenden Immobilien auf 2 Millionen gewachsen ist. Es ist auch richtig nicht überall sind die Problemen der Infrastruktur gleich ausgeprägt. Die schlechtesten Strassen gibt es in Nordrhein-Westfalen welches auch das Bevölkerungsreichste Land ist. Bei Mobilfunk und Internet gibt es in Ostdeutschland die grössten Probleme. Der Zustand von Brücken und Schulen ist in Teilen in einem desolaten Zustand. Und über die DB legen wir einen Mantel des Schweigens. Auch der Zustand der infrastrukturellen Gesundheitsversorgung hat sich in den letzten 20 Jahren dramatisch verschlechtert.

    Vielleicht wäre es besser mal zuhause anzufangen? ABSOLUT!

    In der Schweiz ist die Verschuldung wesentlich höher als in den USA. Die Schulden der schweizerischen Haushalte betragen 130% des BIP, (Gemäss OECD 190%!) die Schulden der ameikanischen Haushalte hingegen „nur“ etwa 75% des BIP, trotz allen Kreditkartenschulden, Studiendarlehen oder Konsumkrediten. Die Haushalte der Schweiz weisen die höchste Verschuldung weltweit auf (u.a. infolge unserer steuerlichen Behandlung der Hypothekarschulden). Jetzt summieren wir diese Verwerfungen zu der 3 Säule Doktrin und SNB Geldpolitik/Bilanz. Was sagt Ihnen Ihr Bauchgefühl?

    @Der Rückbauer,

    Eine gemeinsame Währung erfordert eine gemeinsame Konjunkturpolitik, bei der nicht ein Land künstlich seine Löhne senken darf, um dann alle anderen Länder mit den billiger erzeugten Waren nieder zu konkurrieren. Auch die Finanzkrise ab 2007/8 wurde von den Notenbanken mit starken Zinserhöhungen seit dem Jahr 2005 ausgelöst. Von den dafür Verantwortlichen hat also jeder die Immobilienkrise kommen sehen, denn Zinserhöhungen treffen nun einmal den Immobilienmarkt ganz besonders. Sobald es zur Krise kommt, würden die Politiker gezwungen sein, Politik nach dem Vorbild von Reagan und Thatcher zu betreiben, weil sie ohne Einfluss auf die Geldpolitik sein würden, da der Euro für jedes Land praktisch eine Fremdwährung ist. Da liegt der Hasse im Pfeffer!Glauben Sie es handele sich um Dinge die vom Himmel gefallen sind?

    • Platon: Stimmt, nichts fällt vom Himmel (sogar Blankfein, Goldman Sucks, hat seine Aussage, Investmentbänker verrichteten Gottes Werk, zurückgenommen, glauben tut er’s aber wohl immer noch). Soeben habe ich das 2012, also nach dem Minicrash geschriebene Buch „Der grösste Raubzug der Geschichte“ durchgeackert (mit 889 Quellenangaben!). Im Grunde ist es ja eine chronologische Aneinanderreihung der Vorkommnisse seit 2008. Interessant ist, dass heute, 6 Jahre darnach, praktisch alle Voraussagen eingetreten bzw. auf dem Weg in die Umsetzung sind. Das Schuldgeldsystem wird uns um die Ohren fliegen. Die Frage ist wie immer: WANN? Wie lange wird es gelingen, den Kollaps/Niedergang hinauszuschieben? Ihre Aussage, der Euro sei für jedes Land praktisch eine Fremdwährung, ist gut. Fremdwährung kann auch mit Hure ausgedrückt werden. Jeder schaut, dass er möglichst auf seine Rechnung kommt.

    • Der springende Punkt war aber, dass die Hypotheken x-mal verbrieft wurden und so Kapitalimport in die USA stattfand.

    • Warum nicht das Modell Holland übernehmen mit den Hypotheken maximal Faktor 4 vom jahrslohn??

  9. Sehr lesenswert und glaubhaft geschrieben. Der Begriff „Casinokapitalismus“ ist für mich eine treffende Bezeichnung. Doch wer wo und wie kann eine konstruktive Korrektur uns in eine menschenwürdige Zukunft führen?

  10. Wow so viele Mega Motzer hier! Arbeitet mehr, macht mehr eigenes Geld und studiert weniger and der Weltwirtschaft und Salaten nach. Fakt ist: Null Prozent Prob. es zu beeinflussen aber 100% Prob. selber Kohle machen.

  11. Neulich sah ich die Grafik mit den ¨Target¨ Verbindlichkeiten
    von Spanien und Italien gegenüber den ¨Target¨ Forderungen Deutschlands diesen zwei Ländern gegenüber: brutal.

    Frankreich wird bald in der selben Kategorie wie Spanien und Italien zu finden sein. Somit hätte Deutschland sozusagen ganz Europa im Sack. Kein Schuss ist gefallen, purer Merkantilismus basierend auf der Einheitswährung EURO.

    Gilets jaunes sind nicht nur die Reaktion auf den Kasinokapitalismus der letzten 10 Jahre. Es ist, insbesondere, auch die verzweifelte, schlecht artikulierte Reaktion des Volkes, auf die wirtschaftliche Kolonisierung durch die zwei Mega-Merkantilisten der Welt: Deutschland und China.

    Früher gab es eine gewisse Autarkie in Italien, Spanien, Frankreich. Man fuhr Fiat, Seat, Peugeot und Citröen, kaufte Möbel aus Mailand, Valencia oder Roche Bobois…, es gab noch Uhrenmanufakturen im französischen Jura und Textilmanufakturen in Katalonien. Alles, aber wirklich alles futsch. Wäre es nicht dank Nissan – wären die französischen Autobauer wohl heute platt.
    Seat gehört dem VW Konzern und Fiat kann man getrost abschreiben (Chrysler-Jeep Verschnitt). In Valencia, Mailand, Barcelona und Belfort stehen riesige Produktionshallen still – während 65 % der Jugendlichen bis 35 Jahren im Hause Ihrer Eltern wohnen müssen (heiraten und Kinderkriegen, wann? Nie. Europa, ein Altersheim aber auch ein desolates Armenheim).

    Deutschland und China haben das alte Mittelmeer-Europa auf dem Gewissen, keine Frage. Die Schweiz konnte sich industriell als Zulieferbetrieb Deutschlands über Wasser halten, hingegen haben wir die Finanzindustrie auf dem US Altar geopfert. Die wird nicht mehr zurückkommen.

    Wir, die Europäer, sind nun anfällig für Rattenfänger im Stile des grossen Vladimir, sei es in Frankreich, Spanien, Italien oder der Schweiz (je nach Grad der Zerstörung der jeweiligen Wirtschaft mehr oder weniger anfällig). Unkontrollierbare, plötzliche Eruptionen von Volkszorn und Aufstände sind wohl unvermeidlich, wie Herr Feuermann richtig anmerkt.

    • und dann gibts in Deutschland auch noch Ökonomen, die die Target2 Salden als völlig unproblematisch abtun und sich lustig über ein ifo etc. machen…Dieses Nachbarland ist sowas von am Ende.

    • @Isabel:

      Die Schuld dürfen und können sie nicht den Deutschen geben.
      Der Euro war die Idee Frankreichs und die französische Regierung verlangte die Einführung des Euro als Gegenleistung für die Wiedervereinigung.
      So gesehen sind die Franzosen heute selbst die Opfer ihrer eigenen Dummheit.
      Die Deutschen können nichts dafür, der Billig-Euro sorgte aber natürlich für entsprechende Exportüberschüsse.

      Hier eine wirtschaftshistorische Analyse dazu, unbedingt lesen:
      https://www.flossbachvonstorch-researchinstitute.com/de/studien/die-unendliche-geschichte-des-euro/

    • Sehr geehrte Frau Villalon,

      Sie Schreiben Zitat: „Deutschland und China haben das alte Mittelmeer-Europa auf dem Gewissen, keine Frage.“

      Wen meinen Sie mit Deutschland und China?

      Deutschland drohen der wirtschaftliche Absturz und schwere gesellschaftliche Konflikte. Bereits Mitte vergangenen Jahres kündigte sich einen grossen Abschwung an, und seit Ende 2018 sind die finsteren Wolken am deutschen Konjunkturhimmel nicht mehr zu übersehen. Inzwischen sind Millionen Deutsche Niedriglöhner. In Ostdeutschland ist es bereits jeder Dritte. Wenn sich an der Einkommensverteilung nichts grundlegend ändert, werden diejenigen, die heute Kinder grossziehen, im Alter alle arm sein.

      In China ist seit 2008 die Bilanzsumme des chinesischen Bankensektors von 9 Billionen Dollar auf 24 Billionen Dollar gestiegen. Chinas Wirtschaftsleistung ist mit einem BIP von 8,9 Billionen Dollar deutlich kleiner als die der Vereinigten Staaten mit 16,7 Billionen Dollar. Aber die Bilanzsumme des chinesischen Bankensektors entspricht 33,1 Prozent des Welt-Bruttoinlandsprodukts. Und die sozialen und ethnischen innen-chinesischen Spannungen seien an dieser Stelle nicht erwähnt.

      Nein Frau Villalon. Die Urheber sind die jeweiligen Eliten in den Nationalstaaten der EU. In Portugal wie in Deutschland in Frankreich wie in Italien. So haben bereits die kapitalabhängigen Medien damit begonnen das Wort: „Souveränisten“ negativ zu belegen. Dasselbe galt schon immer für „Nationalist“.

    • @Platon

      In Deutschland herrscht seit Jahren Quasi-Vollbeschäftigung, in China wurden die meisten Milliardäre und Millionäre erschaffen in kürzester Zeit: wer meinen Sie, hat die deutsche Vollbeschäftigung und die Kapitalkummulierung in China bezahlt?

      Die Opferstaaten, deren Mittelstand und dessen Kinder.

      Beste Grüsse.

    • Der aktuelle Durchschnittsverdienst in Deutschland beträgt EUR 38.901,00.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschnittsentgelt

      Bei Steuerklasse I oder IV bekommt man so monatlich EUR 2.045,03 netto heraus.

      Ein lebenslanger Durchschnittsverdiener darf im Moment auf eine Rente in Höhe von EUR 1.231,45 monatlich hoffen.

      Jedoch lag der durchschnittliche Zahlbetrag der Versichertenrenten am 01.07.2014 bei 1.061 Euro (Männer) bzw. 770 Euro (Frauen) in den alten Bundesländern und bei bei 993 Euro (Männer) bzw. 532 Euro (Frauen) in den neuen Bundesländern.

      Das ist das angeblich glückliche, vollbeschäftigte Deutschland in Zahlen.

      Noch Fragen?

    • Gut geschrieben betreffend Merkantilismus. Bei den Target-Verbindlicheiten ist es aber hoch umstritten, ob diese realisierbar sind. Es ist eine Währungsunion. Die Schweiz hat das nicht und muss für hunderte Milliarden Staatsanleihen kaufen. Also Target-Salden sind ev. ein kleineres Übel und D profitiert vom tieferen EUR. Und politisch ist längst klar, dass die EU eine Repuplik mit Transferzahlungen werden sollte.

    • @Citoyen,

      Game over! Zahltag naht…In den Jahren von 2010 bis 2018 hätten alleine in Deutschland – „Musterknabe“ – der kapitalabhängigen Medien – die Privathaushalte Zinseinbussen bei Einlagen, Rentenpapieren und Versicherungen in Höhe von insgesamt 533 Milliarden Euro erlitten, errechnete die DZ Bank. „Die fetten Jahre sind vorbei“ sagte Olaf Scholz. Die Konjunktur kühlt sich viel rapider und kräftiger als bisher angenommen. China und USA beginnen gerade erst gegen die Verschuldung der einkaufenden Unternehmen und Privathaushalte zu intervenieren; u.a. mit Zöllen und/oder Verteuerung bzw. Verknappung von Krediten. Chinas Verschuldung der Unternehmen und Privathaushalte hat 233 % des BIP erreicht. Das ist dauerhaft ebenso wenig tragbar, wie die noch höhere Verschuldung der US Unternehmen bzw. Privathaushalte. Und die Schafe grasen weiter, bis kein Gras mehr vorhanden ist….

    • Nein, eben nicht. Das sind seit 10 Jahren ausserordentliche Verhältnisse, welche im Neokapitalismus (Reagan/TINA) ihren Anfang genommen haben. Wir erleben heute den Uebergang vom Neokonservativismus zum Neofeudalismus, welcher zu soziale Unruhen oder Revolutionen führen kann. Solange aber die Mitteleuropäer (des Exportweltmeisters) Bier, TV und Fussball samt mindestens 3 Malleflüge à 19.95 haben, wird das so weitergehen. Aber wehe…. Die Revolutionen gehen von Frankreich aus. Für mich unbegreiflich ist, dass nicht mehr Leute schnallen, was hier abgeht.

  12. Dieser Artikel bringt es auf den Punkt. Wie ist es möglich dass Cevian mit mikrigen 5% Anteil an ABB es fertig bringt, dass ABB die Stromsparte an die Japaner verkauft. Wo sind unsere Banken und Verwalter der 2. Säule, die dies zulassen, indem sie mit ihren Stimmrechten solches unterstützen. Es ist himmel traurig, dass unsere Politiker in Bern nicht auf die Barrikaden steigen. Die Negativzinspolitik ist Diebstahl an den Zwangssparern zu Gunsten eben dieser Kasinokapitalisten. Mit der geplanten Erweiterung der HSG in St. Gallen werden noch mehr von diesen herangezogen. Wenn das so weiter geht sind soziale Unruhen vorprogrammiert. Ich bin kein Sozi aber wie viele KMU’ler ein Unternehmer mit sozialer Verantwortung.

  13. Diese Gesellschaft hat eben vergessen, dass es neben Kleingedrucktem, neben Juristen, neben Schlaumeiertum Dinge gibt , die ultimativ aus jedem Rennen die Luft rausnimmt.

    Tränen sind durch NGO’s und die Lobbysten schon in Beschlag genommen worden; entsprechend inflationär sind sie.

  14. Super Artikel, der den Nagel genau auf den Kopf trifft.
    Die Politik wurde nur zu wenig erwähnt, denn die Politik ist auf dem gleichen Bergabwärts gehenden Weg wie die europäische Politik zwischen dem Ende des ersten Weltkriegs und dem Beginn des zeiten Weltkrieges. Erst meine Taschen füllen und dann nach mir die Sintflut. Das Resultat kennen wir ja.
    Ich hoffe es nicht, aber ich glaube, dass wir hier in der westlichen Welt näher am nächsten grossen Krieg stehen, als uns allen lieb ist! Die Gier der Manager und der aktuellen Politik, egal ob rot, grün, schwarz oder gelb eingefärbt ist Mitschuld, sollte es krachen und Unruhen, Revolutionen oder gar Kriege ausbrechen!

    • Zur Politik muss man auch sagen, dass diese von Lobbygruppen und Monarchen auch immer mehr korrumpiert wird. Wir in der Schweiz erlebten es hautnah, wie ein sehr reicher Herr sehr prominent wurde in Bern.

      Da die grossen Medien alle auch jemandem gehören und dieser jemand meistens wohlhabend ist erhalten die meisten Menschen in westlichen Ländern nur selten klares Wasser aufgetischt, lieber zettelt man Diskussionen gegeneinander an.

      Und ein dritter Faktor ist die Industrie 4.0 die Leute mit geringem IQ einfach nicht mehr braucht. Und selbst für die anderen wird es eng. Höchste Zeit dass wir das Geldsystem neu gestalten, bevor wir Zustände wie Amerikas Zeltstädte auch hier haben.

  15. (Angeblicher) Umweltschutz und Klimareligion als universelle und politisch korrekte Begründung, das Fußvolk weiter zu schröpfen.

  16. Die Welt entwickelt sich nicht, wie wir es uns gedacht hatten: von einem unipolaren zu einem multipolaren System. Natürlich gibt es auf der einen Seite die eurasische chinesisch-russische Union, aber es gibt keinen Westen mehr. Plötzlich findet jeder NATO-Staat seine Unabhängigkeit wieder. Es ist wahrscheinlich, dass Einige Initiativen ergreifen werden, weil sie überzeugt sind zu wissen, was sie tun müssen. Es ist sogar möglich, dass sie sich untereinander auf neue Kriege einlassen.

    Alles, was wir von der Welt gelernt haben, ist zu Ende. Eine neue Ära beginnt.

    Thierry Meyssan aus:
    http://www.voltairenet.org/article204679.html

    • Seit zwei Dekaden – ungefähr der Zeitspanne, seitdem der Euro Zahlungsmittel ist – wachsen in Europa Wirtschaft und private Einkommen kaum.

      Einzelne spektakuläre Booms wie in Spanien erwiesen sich als Strohfeuer, denen stets ein langjähriger Niedergang und ein extremer Anstieg der Staatsverschuldung folgten.

      Insofern ist der Euro wesentlicher Grund für den wirtschaftlichen Zustand Europas heute.

      Deswegen Rückkehr zu eigenen Währungen!

    • @ working poor:

      Um nichts zu erreichen, hat man in Europa einen großen Teil der stillen Reserven – beispielsweise in Form der Verschuldungsfähigkeit – aufgebraucht.

  17. Ein Mann mit Erfahrung. Die heutigen Manager glauben offenbar, ihre Kinder konnen auf der gekauften Elite-Privat-Universität die versäuchen Salate und Gemüse gesünder verdauen, als die 80% (von ihnen) ausgebeutete Mittel-/Unterschicht.
    Tja, so hebildet (=HSG?), und doch no Schimmer, warum trotz hoch studierter, überteuerter Medizinalwissenschaft, die Krankheitszahlen jährlich ansteigen.
    Grossen Dank, an jene Manager-Versager (Hauptsache IHR Portemonnaie stimmt). Ihe Kinder müssen sich ja nicht vom Salat und Gemüse (eines grossen Kreislaufes) ernähren. So sehrn die auch die restlichen Zusammenhänge (Und glauben auch noch dem Schmiergel, die Russen sin an allem schuld)!

  18. Unsere vorrangige Aufgabe ist es, Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten und so die Kaufkraft der gemeinsamen Währung zu erhalten

    Jüngste Mærchenstunde der EZB – Direktorin Sabine Lautenschlæger:

    „Well, I’m a saver myself.“

    „Yes, but the United States is in a completely different stage of its economic cycle. Its economy is much more mature, and its economic upturn started much earlier (2009 ?) than ours (2009 ?) and has been going on for much longer.“

    https://www.bis.org/review/r190107a.htm

  19. Wenn 75,7 % der Stimmberechtigten in der Schweiz Nein zu einer Vollgeld-Initiative sagen, tragen diese 75,7 % – auch wenn es ihnen mangels Intelligenz nicht bewusst sein mag – Mitschuld an der hier erschreckend treffend beschriebenen Perversion.

    • Ich würde mal schätzen, dass 98% der Bevölkerung in der Schweiz absolut keine Ahnung vom herrschenden Geldsystem hat (inkl. die Mehrheit der im „Bankwesen“ sich tummelnden Leute) und daher die 24.3% Ja-Stimmen bereits ein Achtungserfolg waren….

    • Das Vollgeld soll eine Lösung gewesen sein? Mit dem Vollgeld hätte die SNB die Fähigkeit erlangt, die Geldmenge 1:1 zu erhöhen – ohne Checks, Balances oder Bremsen. Das wir, trotz von der Zentralbank verursachten Tiefstzinsen, nicht eine noch höhere Teuereung haben ist unter dem Umstand geschuldet, dass sie eben nicht alleine Geld schöpft (sondern nur das „Rohmaterial“ hierfür erstellt). Das heutige System ist alles andere als perfekt, aber immerhin spielen hier mehrere Akteure mit als nur ein Gremium allwissender Bürokraten.

      Die einzige Lösung um dem Kasinokapitalismus Einhalt zu gebieten, ist allen Akteuren wieder mehr Verantwortung für ihr tun zu geben. Staaten sollen sich nicht über Inflationssteuer versteckt finanzieren dürfen, sondern für ihre Ausgaben und deren Konsequenzen gerade stehen. Banken sollen nicht, geschützt durch Nationalbanken und überbordenden Regulierungen, so gross werden können, dass sie zu „too big to fail“ quasi Oligopolisten werden. Aber das Zeitalter der sich gegenseitig befruchtenden Megacorporations und Nanny-States, die Bürger nur als möglichts vom eigenen Willen zu befreiendes Konsumvieh sehen, schreitet ungehindert voran.

  20. Der Autor scheint alles richtig gemacht zu haben und kann das Chaos, das in Europa ausbrechen wird – und ich tippe auf den grossen Knall, wenn dann mal in D die Millionen von Minilohnjobbern auf die Strasse gehen in der nächsten Rezession -, gemütlich aus Uruguay zuschauen.

  21. Das ist kein Kasinokapitalismus sondern Imperalismus, genau so wie er vor 100 Jahren aus der Taufe gehoben wurde.

    Bloss vergisst der gemeine Bürger allzuschnell aber Menschheitsgeschichte hat sich immer wiederholt und wird sich immer wiederholen.

    Zu den Eliten (auch Universitäten) gehört die HSG an fordester Front und soll nun um 60% aufgemotzt werden. Soros & Co. freuts, Kanonenfutter aus SG.

  22. In Europa schädigt die EZB die Ertragskraft der vielfach wirtschaftlich angeschlagenen Banken durch systemwidrige negative Einlagenzinsen, die beispielsweise im Gegensatz zu Amerika verhindern, daß europäische Banken an den Einlagen ihrer Kunden durch Deponierung bei der Zentralbank Erträge geniereren können.

  23. Wer heute einen Wertpapier – Lombardkredit aufnimmt, zahlt bereits mit einem Bruchteil (!) der Dividenden die Zinsen dafür.

    Wenn zudem der Wertpapierkredit in einer während Zeiten der Hausse tendenziell abwertenden Währung wie dem japanischen Yen aufgenommen wird, winkt zusätzlich ein Währungsgewinn aus dieser Kreditaufnahme.

    In Zeiten der Baisse wie heute hingegen wertet der japanische Yen auf, da mit dem Verkauf der Wertpapiere der diese finanzierende Kredit in japanischen Yen getilgt wird, so daß aktuell und entgegen der Logik der institutionellen Gelddrucker der japanische Yen eine temporär gesuchte Währung wird.

    Ein wachsender Grenznutzen niederer oder gar negativer Zinsen ist nur bei solchen spekulativen Investments oder im Grunde für das jeweils betroffene Unternehmen mittelfristig sogar wirtschaftlich schädlichen Transaktionen wie Aktienrückkäufen, fremdfinanzierten Dividenden und überteuerten Übernahmen gegeben zu Lasten aller Arten von zinsbasierter Alterversorgung:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Grenznutzen

    Während in Japan so etwas wie ein gesamtgesellschaftlicher Konsens darüber besteht, die wirtschaftlichen Folgen der Exzesse von vor 30 Jahren und der überalternden Gesellschaft über die Nullzinsen zu tragen, wurden hingegen die Europäer mit der Einheitswährung Euro durchwegs belogen und hintergangen, wovon die hohe (Jugend-)Arbeitslosigkeit in Südeuropa und über 1 Million leerstehende Immobilien aus dem letzten Boom zeugen:

    https://tinyurl.com/y98r52xe

    • @Unsere Arbeit dient dem Wohl der Menschen in Europa,

      da braucht man nicht Richtung Süden zu sehen. Der Leerstand in Deutschland nimmt dramatisch zu: Inzwischen stehen etwas mehr als zwei Millionen Wohnungen leer. Quelle: Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung ist dem Bundesbauministerium unterstellt und berät die Bundesregierung. Und bleiben wir beim Musterknaben. Mit der Agendapolitik in Deutschland gleich nach der Einführung des EURO wurden durch Lohndumping und Sozialabbau die Exporte in die Eurostaaten hochgetrieben und die Handelspartner im Euroraum zwangsverschuldet, denn die deutschen Überschüsse waren deren Handelsdefizite. Und Deutschland weist der grösste Niedriglohnsektor Europas, kaputte Infrastruktur und Gesundheitswesen, rollende Armutswelle in einem Ausmass der gefährlich werden könnte für die Gesellschaftsordnung. Warten wir bis Mai nach den Europawahlen und mal sehen wo die Reise geht….Und wir hier?

    • @Platon:
      in den Wirtschaftszentren Deutschland steht praktisch keine Wohnung frei. Die Infrastruktur ist hervorragend.

      In der Schweiz – eine immer noch durch Zoll und Politik geschützte Hochpreisinsel -, die so lange davon gut gelebt hat, dass gebühreninsensitives Geld Steuerzahlungen in anderen Ländern vermieden hat, stehen Wohnungen en masse leer. Alles gekauft mit dem Pensionsgeld der Angestellten, die wieder mal zusehen und sich über den Süden oder Deutschland aufregen.

      Gleichzeitig wird konsumiert wie verrückt oder fast nichts gewagt – siehe Banken.

      Vielleicht wäre es besser mal zuhause anzufangen?