Surprise in Basel: Dagmar Kamber wohl CEO BKB

Ex-Spitzenfrau von UBS und CS steht zuoberst auf Kandidatenliste für Leitung der Basler KB – Staatsbank in Frauenhand.

Dagmar Kamber Borens war im Vorzimmer von UBS-Kapitän Marcel Ospel, lenkte für die Nummer 1 die Finanzen in Singapur, wechselte zu Thomas Gottstein zur Nummer 2 im Land, der CS Schweiz.

Und nun steht sie vor dem Sprung an die Spitze der Basler Kantonalbank. Das sagt ein Insider aus der Basler Finanzszene.

Die Wahl wäre ein Scoop für die Verantwortlichen im VR der Staatsbank – und käme wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Niemand hatte Kamber auf dem Radar, obwohl nach ihrem CS-Abgang mit ihr zu rechnen war.

Vielmehr rechneten fast alle mit der Wahl von Simone Westerfeld. Die Frau hält seit dem Wechsel von Guy Lachappelle zur Raiffeisen im letztem Herbst das operative Steuer der BKB in den Händen.

Die Handelszeitung verkündete letzten Donnerstag, Bankerin Westerfeld stünde vor der Wahl zur definitiven CEO der Basler Staatsbank. Die Story hatte eine Halbwertszeit von 48 Stunden. Am Samstag nahm sich Westerfeld aus dem Rennen. Sie wolle nicht von Zürich nach Basel ziehen.

Für Kamber kein Problem, sie lebt schon mit ihrem Mann und den drei Kindern am Rheinknie. Und die Leitung der Basler KB schafft sie mit links: Bei der CS führte Kamber rund 5’000 Leute im Schweizer Backoffice.

CS-Männerriege drückte sie raus: Kamber, bald BKB-Chefin? (Bild: ladiesdrive.tv)

Oder wäre Kamber doch nicht die Richtige? Bei der CS ist sie ausgeschieden, nachdem Chef Gottstein ihre Grenzen in der ganzen Informatik und beim Organisieren der internen Abläufen erkannt hatte. Warum soll sie dann für die BKB, immerhin eine der grossen Kantonalbanken, erste Wahl sein?

Laut einem Gesprächspartner ist die Ausgangslage ganz einfach. „Die BKB ist eine der wenigen grossen Bankhäuser der Schweiz, die einen grossen Anteil an Frauen in der obersten Führung haben. Diesen Vorsprung wird die Bank bestimmt nicht leichtfertig aus der Hand geben.“

Frau Kamber also, damit eine Frau das Rennen macht? So tönt es. Eine andere Auskunftsperson, die mit den Leistungen Kambers bei der UBS und der CS vertraut ist, sagt, die Bankerin möge bei der CS in Ungnade gefallen sein. „Doch als Spitzenfrau der BKB wäre sie eine Traumbesetzung.“

In der heutigen 7köpfigen Geschäftlsleitung der Basler Kantonalbank sitzen neben der Interims-Chefin Westerfeld zwei weitere Frauen. Daneben gehören 4 Männer zum operativen Spitzengremium, wovon laut einem Insider zwei sich ebenfalls als CEO der BKB bewerben.

Zürich vor Basel: Interims-CEO Westerfeld bleibt Nr. 2 (Ausschnitt: Handelszeitung)

Auch im Bankrat, sprich dem Aufsichtsgremium der Basler KB, fehlt es nicht an vielen Frauen. Vier von neun sind vom weiblichen Geschlecht. Die Bank der Amazonen – so der Eindruck.

Kamber ist gut vernetzt, nicht nur im Bankenzentrum Zürich, wo sie ihre bisherige Karriere gemacht hat, sondern eben auch in Basel, was laut Mitteilung der BKB vom Samstag offenbar zentral ist.

Wie die Basler Zeitung am Samstag festhielt, habe die BKB bei der Stellenausschreibung via einen externen Headhunter betont, dass „man eine regionale Verankerung erwarte“. Bei Dagmar Kamber ist diese der Fall.

Schliesslich macht Kamber mit ihrem Mann, einem Anwalt bei einer grossen Wirtschaftskanzlei, optisch eine gute Figur. Jedenfalls wirkt sie auf Fotos attraktiv – was man nicht schreiben sollte, da gegen Political correctness. Aber schlecht ist dies ja nie.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Das wäre eine Katastrophe. Vom traditionellen Banking und Kreditgeschäft wie es eine BKB betreibt hat sie keine Ahnung. Der Job ist mindestens 10 Schuhnummern zu anspruchsvoll für Dagmar.

  2. Ob Männlein oder Weiblein, ist mir egal. Die Person soll den Job ernst nehmen. Weitere Skandale vermeiden und vor allem die Altlasten bereinigen.

  3. Ich bin mir sicher dass sich Frau Kamber diese Unternehmens-Un-Kultur der CS nicht mehr länger antun wollte.
    Machismo!
    Der ist nicht nur sexuell geprägt. Der geht auch so: Nach einem Townhall fragt eine besorgte Mitarbeiterin, wie man sich verhalten solle wenn man privat wegen der CS angefeindet werde. Sie habe sehr Mühe damit. Thomas Gottsteins Miene wird finster, seine Augen blitzen böse, und er antwortet: Wenn man das nicht vertrage, müsse man auch nicht auf einer Bank arbeiten. Hat er wirklich gesagt, vor laufender Kamera.
    Der Mann hat mehrere Dutzend Millionen Franken kassiert bisher.
    Und weiss nicht, was er da anrichtet mit seinem losen Mundwerk.

    Die CS Mitarbeiterin mit 75’000 Einkommen braucht keine solchen „Manager“. Die muss sich nicht für die Spesenpauschale eines Managing Directors verarschen lassen.

  4. „Nichts auf der Welt
    ist so gerecht verteilt
    wie der Verstand.

    Denn jedermann ist überzeugt,
    dass er genug davon habe.“

    René Descartes
    * 31. März 1596 † 11. Februar 1650

  5. @Lukas Hässig

    Sie schreiben:

    Jedenfalls wirkt sie auf Fotos attraktiv – was man nicht schreiben sollte, da gegen Political correctness. Aber schlecht ist dies ja nie.

    Völlig einverstanden. Abgesehen davon: Auch bei Männern schadet es nicht unbedingt.

    Bei Sergio R. Mötteli von der Oops frage ich mich auch immer, was er neben seinem guten Aussehen sonst noch so auf die Waagschale werfen kann …

  6. Interessant.

    Gerüchteweise soll Dagmar Kamber auch in der engeren Wahl für die Nachfolge eines wichtigen Postens im Executive Board bei einem globalen Player im Financial Services Bereich mit Hauptsitz Zürich sein.

    Ich würde mal annehmen, dass sie dort pro Jahr deutlich mehr $$ nach Hause nehmen würde. Aber sie wäre halt nicht CEO. Schwierige Wahl …

    Schaunwermal.

  7. Who cares? Hauptsache, die BKB hat ihr EBanking besser im Griff als die CS. Ist ja wieder mal grauenhaft, wie langsam DirectNet der CS heute ist. Unbrauchbar.

  8. Viele Frauen im Management sind also ein „Vorsprung“. Ist „Frau-Sein“ also ein technischer oder digitaler Skill, dass die BKB dies als Vorsprung sieht? Freue mich schon, bis sich die beiden Damen zuoberst durch Intrigen selber zerstören und damit dieser Key-Skill Be a woman Bewegung einen Dämpfer erteilen.

    • Quatsch Hampä. Die BKB hat 60% des Basler Marktes und kann nur durch die Tochter Cler weiter wachsen, da diese schweizweit tätig ist. Sie braucht also die Cler und hat sie darum auch zu 100% übernommen.

  9. Sehr gute Wahl!
    Dagmar war bei der CS sehr beliebt und wir vermissen sie. Leider haben die Machos sie in die Flucht geschlagen.
    Viel Erfolg bei der BKB, bin mir sicher sie wird dort über Jahre erfolgreich sein und die Bank reformieren.

    • Das kann ich so bestätigen.

      Sie hat die richtigen Leute gefördert und auch die richtigen vor die Tür gesetzt (z.B. den Digitalchef Marco Abele).

    • Wenn Machos sie in die Flucht geschlagen haben, ist sie dann geeignet für diesen Job? Betreffend Foto: Was für eine Körpersprache! Bitte einen Profi kontaktieren Dagmar!