Ich kaufe Schweizer Bluechips, stinklangweilig, super rentabel. Und Sie?

Wer in der Schweiz ohne Erbschaft und von unten kommend reich werden will, braucht die Börse – und dort Erfahrung.

Nirgendwo wird mehr gelogen als bei Gesprächen über Sex und Geld.

Das ist kein Wunder, ist die sexuelle Attraktivität doch ein zentrales Thema unserer Leitmedien. Und wer in der Schweiz lebt und nichts von der Geldanlage versteht, sollte besser auswandern. Das Land ist für Menschen, die nicht mit Geld umgehen können, zu teuer geworden.

Daher mehren sich, offen und verdeckt, die sozialen Auseinandersetzungen. Gegen vierzig Prozent aller Schweizer brauchen Sozialunterstützungen vom Staat, das heisst von reicheren Steuerzahlern, sei es für Rechnungen der Krankenkassen, als Mietzuschüsse oder eine endlose Liste diverser Sozialleistungen.

Jetzt verlangen sogar die völlig verarmten Verleger zusätzliche 80 Millionen Franken vom Staat, damit sie das Schweizer Volk weiter, eher mässig als gut, ins Bild setzen können. Vielleicht ist es auch nur diese mässige Art der Berichterstattung, die eine Direktzahlung der Bundesverwaltung rechtfertigt.

Und doch gelten wir als die reichsten Menschen der Welt, einmal abgesehen von den benachbarten Liechtensteinern oder Luxemburgern, die beide ihre Finanzplätze besser schützen konnten, als dies unseren politischen Eliten gelungen ist. Während bei uns die Jahreseinkommen eines normalen Bankmanagers laufend sinken, ist dies im benachbarten Fürstentum kein Thema.

Wir, also die voll aktiven Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, müssen daher unglaublich gut mit Geld umgehen können. Unter Dreissig verdient man selten gutes Geld, und über Fünfzig wird man schon abgebaut. Ich rede nicht von den Ausnahmen, den Superstars. Dort gelten andere Regeln.

Meine erste Beobachtung: Reich wird man am besten durch ein gutes Erbe. Das gilt für sogenannte Erfolgsunternehmer wie Philippe Gaydoul oder Patrick Liotard. Oft ist es auch der richtig ausgewählte Ehepartner (nicht Konkubinatspartner) aus bester Familie, der den sozialen Aufstieg ermöglicht.

Die schlechteste Lösung ist es, von unten durch eigene Arbeit zu einem Vermögen zu kommen. Das ist oft hart und meist unmöglich.

Wer mit dem „Goldenen Löffel, möglichst brillantbesetzt am Griff“ geboren ist, soll an dieser Stelle nicht weiter lesen, denn für ihn, die vermögensmässig „upper two percent“ unserer Gesellschaft, gilt nicht, was ich jetzt als Spielregeln für den Erfolg mitteile. Ich schreibe konsequent für Aufsteiger, die sich aus eigener Kraft im Schweizer Kapitalismus mit teildemokratischer Legitimation behaupten wollen.

Wie Willis Towers Watson soeben meldete, verdient ein Mitarbeitender aus dem mittleren Management in der Schweiz im Durchschnitt 163’443 Dollar. Will er nach Zürcher Art, also etwas grosszügig, leben, hat er kaum eine Chance, zu einem Sparbatzen zu kommen. Hat er Familie und zwei Kinder, schon gar nicht. Also muss die Ehefrau/Partnerin auch ins Büro; davon leben die überteuerten Kitas.

In unserer KMU- und Gewerbewirtschaft sind solche Jahressaläre höchst selten. Wer weniger verdient, wird kein Millionär aus eigener Kraft. Deshalb sind die Lotto- und Toto-Kioske oft überfüllt. Ausnahmen sind die steinreich gewordenen Immobilienhändler und Grossgärtner, denen bisher das Geld niagaramässig in die Koffer floss.

Vor einer Generation musste man ab etwa 35 Jahren mehr als 150’000 Franken im Jahr verdienen, ab 40 aber mindestens 250’000, dann steil ansteigend, um zu „serious money“ zu kommen. Man hatte dann die Chance, bis ins Alter von 55 bis 60 Bestverdiener zu werden mit „einer Kiste“, mehr als einer Million im Jahr.

Dieser Weg ist heute den meisten Menschen versperrt. Es ist wie in der Bibel: „Eher geht ein Kamel durch das Nadelöhr (…).“

Im letzten Jahr war ein Glückspilz, wer weniger als fünf Prozent seines Vermögens verloren hat. Viele verloren das 3- bis 5fache davon. 2018 war für viele Privatanleger, aber auch Institutionelle, eine Katastrophe.

Sie folgten entweder ihren eigenen Vorurteilen oder ihren Bankberatern: „Nein, kein Gold.“ Aber Gold stieg. „Unbedingt in die Schwellenländer.“ Aber dort sanken Währungen wie die Kurse. „In die USA, das ist die Rettung.“ Dort krachten die Aktien. „Dann in Bonds, das ist sicher.“ Ja, sicher im Verlustbereich.

Lukas Hässig hat mich gebeten, als Longtime Investor einige Erfahrungen weiter zu geben, wohl wissend, dass gerade die Leserinnen und Leser von IP die Anlagebranche bedeutend besser kennen als der Durchschnittsschweizer. Daher kann jeder Satz, den ich hier schreibe, sofort zur Fehlerquelle werden, ganz wie jede Geldanlage, die sonntags perfekt aussieht und sich montags als Katastrophe herausstellt.

Da Risiken mich immer gereizt haben, mehr aber noch deren Bewältigung, will ich auch diese Herausforderung annehmen. Ich tue dies im Bewusstsein, dass ich in den letzten vierzig Jahren meinen Lebensstandard nicht zuletzt deshalb perfekt steigern konnte, weil die Schweizer Banken aus mir einen erfahrenen Anleger gemacht haben. Sie lehrten mich, ihren Empfehlungen nicht zu folgen.

Aber was heisst im Anlagegeschäft schon Erfahrung? Mein erster Bankier, den es zu beraten galt, hiess Dr. Hans Mast, Chefökonom der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA). Er unterstand Dr. Heinz Wuffli, dem damals besten Bankier der Schweiz, den man über „Chiasso“ zu Fall brachte.

Wenn ich Hans Mast als dessen „Ghostwriter“ morgens um 07.30 Uhr in seinem Büro besuchte und sagte, die gestrige Kursprognose war miserabel, antwortete er nur: „Schreiben wir eine neue.“ So ging das acht Jahre.

Mehr lernte ich bei Alfred Isler, dem Gründer und Verleger der „Finanz und Wirtschaft“, der seinen Journalisten sagte, wenn sie sich wieder einmal über das magere Salär beklagten: „Geht an die Börse; Ihr wisst genug, um mehr zu verdienen.“ Heute ist derlei „off limits“.

Wie also kann man dennoch in einer Zeit reich werden, wo die Nationalbank den Negativzins partout nicht aufheben will? Es ist wie ein Gang auf die höchsten und gefährlichsten Gipfel der Alpen. Was zählt, ist gute Vorbereitung, um die richtige Route zu finden, ein ruhiger und sicherer Schritt, denn abstürzen kann man jederzeit, und der Wille zur Umkehr, wenn es aussichtslos wird.

Erstens: Ohne Wissen und substantielle Erfahrung sollte man erst gar nicht in diesen Markt einsteigen.

Zweitens: Die professionelle Beratung durch Schweizer Banken hat mich bis heute, das sind gut vierzig Jahre, mehr Geld gekostet, als ich dort verdient habe. Zweimal ging es dort gewaltig schief, und ich musste mich zur Wehr setzen.

Drittens: Keine gefährlichen Experimente, solange man nicht mindestens 30 bis 50 Millionen „Net cash“ auf dem Konto hat. Keine Hedge Funds, was sich 2018 bestätigte, keine Krypto-Währungen, keine Anlagen in Indien, Brasilien oder anderen Schwellenländern, auch wenn die Zinsen locken. Keine ETFs. Es sind Massenvernichtungswaffen, wie Warren Buffett mich überzeugte. (Buffett hatte über Derivate gesprochen.)

Viertens: Nicht mit Krediten arbeiten, auch wenn sie derart günstig sind wie seit einigen Jahren. Tiefe Hypo-Zinsen verleiten dazu, sehr gross zu bauen. Die Entlassungswellen in der Finanzbranche und anderen Konzernen zeigen, dass diese Rechnung immer weniger aufgeht.

Langweilen Sie sich nicht, das Wichtigste und Überraschendste kommt erst. Ich habe zu 90% Schweizer Aktien gekauft, aber hoch flexibel:

Ich ging in die „Heavyweigths“, die lange verpönten Substanzwerte an der Zürcher Börse. Bei Nestlé musste ich zehn Jahre warten, ehe sich nach Brabeck-Letmathe unter einem deutschen CEO der Kurs wieder bewegte.

Lindt & Sprüngli und Ems Chemie kaufte ich spekulativ und tief, verkaufte sie aber wieder rechtzeitig, ehe die Kurse nach unten rauschten. Danke, Herr Tanner. Danke, Frau Martullo. Bei Firmen, die ich als riskant betrachte, steige ich bei einem Plus von 20 bis 30 Prozent immer aus.

Nicht die beiden Grossbanken kaufen, sondern die Waadtländer und die Walliser Kantonalbank. Deren regionale Märkte haben sich perfekt entwickelt, und in der Bankleitung sitzen Profis.

Es ist eine lange Liste.

Gold und Immobilien braucht man, wenn es wirklich einmal krachen sollte. So spürte ich die Krisen der 1980er wie der späten 1990er Jahre nur wenig, weil ich im allgemeinen Höhenrausch immer ein wenig mitlief, um nach 20 Prozent Rendite wieder auszusteigen.

Wichtiger als das Investment ist der gute Schlaf.

Natürlich experimentiere ich: Ein wenig GlaxoSmithKline, Daimler und Alibaba. Wer so schöne Autos baut, muss eigentlich Geld verdienen. Und die chinesische Google-Alternative muss man beobachten. Aber das waren keine Investments, sondern Beobachtungsstationen. Bisher hat sich der Einsatz dort nicht rentiert, aber ich bleibe dabei.

Was empfehle ich unseren Leserinnen und Lesern?

Ruhig bleiben. Gute Schweizer Aktien rentieren auch 2019 gut. Negative Ausreisser bleiben im Netz der eigenen Diversifikation gefangen.

Keine modischen Engagements in „Social Responsibility“- oder Klimawandel-Aktien. Entweder will ich Geld verdienen oder Geld verschenken. Beides muss man streng trennen. Viele Bankberater arbeiten mit dem schlechten Gewissen ihrer unerfahrenen Kunden. Daher verdienen die beiden Grossbanken in der Schweiz noch Geld, das dann andernorts abfliesst.

Flüssig bleiben. Gehen die Kurse wieder einmal tiefer, einfach zukaufen. Keine Angst vor Rollercoastern.

Grossrisiken (Weltverschuldung, Krieg USA-China etc.) ausklammern. Eine eigene grosse Wiese für die Selbstversorgung sollte im Ernstfall reichen.

Auf keinen Fall „traden“. Das macht süchtig und arm. Der Präsident von Bayern München hat bei Vontobel gezeigt, wie man es nicht macht. Apropos, es gibt eine alte Marketingregel: Man lebt besser von der Dummheit seiner Kunden als von deren Klugheit.

Ich gehe nur spärlich in den Dollar, auch wenn Larry Summers mich für einen Idioten hält. Das amerikanische Wirtschafts- und Finanz-System ist für mich als Kleinanleger zu instabil.

Auch in den Euro gehe ich nicht ernsthaft. Als bekennender Kultureuropäer sehe ich in der EU und dem Euro nur eine Art riesiger Tinguely-Maschine. Mein Markt sind der Schweizer Franken und die „Swiss Stars“.

Finden Sie das langweilig? Wer kein Spieler ist, verdient nur so sein Taschengeld für das Alter, die Kinder und die Enkel.

Kommentare

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  1. Geschätzter Herr Stöhlker, der Artikel ist sehr treffend geschrieben. Man kann mit Fleiss (Arbeit und Weiterbildung) und auch Glück innerhalb von 15 bis 20 Jahren (im Alter zwischen 30 und 50) Karriere machen und Geld sparen, damit es danach bis mindestens zur Rente reichen sollte. Mit CHF 2’500 monatlich (oder 300’000 in 10 Jahren) lebt man in vielen wärmeren Ländern wie im Paradise, ja auch dort wo ihre charmante Schwiegertochter herkommt und wegen einer Netflix-Serie einen echten Tourismusboom ausgelöst hat.

    Noch eine Weisheit vom Dalai Lama:
    Er versteht die Europäer nicht, die sich arbeitsmässig so abrackern und körperlich schädigen bis zum hohen Alter wegen Geld, um dann mit dem Ersparten die hohen Arztrechnungen, Therapien und Medikamente zu bezahlen.

    • @ Gringo
      Der liebe Dalai Lama kommt aber oft in die Schweiz, um Spenden einzusammeln, die von den hiesigen Arbeitsbienen erarbeitet wurden.
      Selber arbeiten, nein. Profitieren schon.

  2. Die Dividendenperle im SMI, die Zurich Insurance, bitte angelsächsisch, hat ihre Dividende auf 19 CHF erhöht. Ergo, der Aktienkurs schoss hinauf, wie der aktuelle Bonus und die 10’000den bereits im Depot vorhanden Zurich Aktien der Herren. Dafür wird intern das Personal geknechtet. Ein anderes Wort für entlassen, für outgesourct, für blinden Aktionismus, für noch mehr Stress, für (teilweise sehr) lange Arbeitsabläufe, für teilweise unseriöse Arbeit. Je nach Division wo man arbeitet kommen noch individuelle Punkte dazu. Ach ja, den Kunden gibt es auch noch. Obwohl in allen Power Point Präsentationen an erster Stelle fast vergessen.

    Was halten subjektiv empfunden alle nicht angelsächsischen MA hinter vorgehaltener Hand von diesen 6% Dividendenrendite (nach dem Stark angezogenen Aktienkurs gerechnet). Ein einziger McKinsey Wahnwitz! Codewort: Swissair! Das kann nicht seriös sein. Weit weg vom inneren Wert – was sowohl McKinsey wie auch die Hand in Hand gehenden Heuschrecken nicht die Bohne interessiert. Hätte man die Dividende auf gigantische (!) 17 CHF reduziert, hätte man an einem Tag alle langfristigen Ziele erreicht. Zudem hätte man weiter Geld, um wieder seriös arbeiten zu können. Man könnte wieder kurze Arbeitswege einführen in dem man Arbeitsplätze, die im Ausland weder für Banken noch für Versicherungen funktionieren, zurückholt. Wie die UBS und die Allianz. Die Zurich Insurance Aktie habe ich in Ihrer Empfehlung vermisst.

    • Lieber Klaus Stoehlker, das wusste ich eh. 😉 Sie können mich nur noch insofern überraschen, dass Sie die Zurich Insurance nicht erwähnt haben. Ihre Kolumnen auf IP sind für mich Pflichtlektüre. Toll das Sie sich auf die Niederungen von uns einfachen Büezern begeben.

    • Lieber Klaus Stoehlker, was mich noch interessiert. Sie sind doch ein profunder Kenner der Szene plus gigantischem Netzwerk. Sie wissen genau, heutzutage wird in keiner multinationalen Bank oder Versicherung, von ABN Amro über CS und Deutsche Bank bis UBS, von Allianz über Axa und Swiss Re bis Zurich Insurance, mehr seriös gearbeitet. Es wird sich nur noch von geschönten Quartalszahlen zu geschönten Quartalszahlen gew…/gehangelt und dabei alles ausgepresst, was es aus der Firma auszupressen gibt. Sie wissen bessser als ich, die Zurich Insurance ist in genau der gleich sinkenden Lage wie die CS. Was logisch ist. Ist ja beides das Werk ihres Kumpels Walter Kielholz und McKinsey. Trotzdem haben Sie weder bei Tele Züri noch bei IP je ein Wort über die allgemein trostlose Lage der multinationalen Finanz Dienstleister verloren. Einfach nur weil Sie genau wissen das der Staat – die Staaten aller kapitalistischen Länder – dann sowieso wieder eingreifen wird um den totalen Kollateralschaden zu verhindern? Nicht das die oberen 20% auch noch in Mitleidenschaft gezogen werden.

  3. Interessant ist, dass synchron die Immobilien-Sektoren bröckeln in USA, GB (inkl. London), Australien…innerhalb der nächsten 5 Jahren wird die Blase auch in Deutschland platzen. Diese negative Zinspolitik gepaart mit Wirtschaftsabschwung – der sich schon jetzt abzeichnet – wird zu einer dramatischen Verschiebung führen. Aufgrund der extrem hohen fundamentalen Überbewertung und den zunehmenden Anzeichen einer Abkühlung der Konjunktur ist eine weitere Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten überaus wahrscheinlich. Vorsicht ist geboten. Wer Kann; rate ich Schulden herunterzufahren.

  4. GlaxoSmithKline, Daimler .. die ewigen Loser. Wer braucht sowas ?
    Diese Aktien kaufen sich nur unbedarfte Kleinanleger, verführt durch die Dividendenrendite.

    Mit dem Verzicht auf US-Aktien dürfte ausserdem der gesamte IT Boom an Stöhlker vorbeigegangen sein.

    Ein Tipp ist aber brauchbar: Keine Grossbankaktien! CS und UBS sind gigantische Kapitalvernichter.

  5. „Grossrisiken ausklammern“ Ja, sicher eine tolle Strategie /s
    „Wie gewonnen, so zerronnen“ kommt mir da in den Sinn.

    Wenn man schon selektiv Warren Buffett zitiert, dann schnappe ich mir doch lieber die Affäre um die „Solomon Brothers“ anfangs der 90er, welche er als die wichtigste Entwicklung an den Finanzmärkten seiner ganzen Karriere bezeichnet hatte.
    (in Kurzform: es ging um einen Mechanismus, den Finanzinstitute im grossen Stil anwendeten, um ihre Bilanzkapazität in die Höhe zu schrauben. Dies war Ursprung eines positiven Feedback-Loops innerhalb der Bilanzen dieser Finanzinstitute, welches zur globalen Finanzkrise 07/08 führte und die Zentralbanken veranlasste, über ein Jahrzent lang „temporäre Notfallmassnahmen“ zu ergreifen)

    Zentralbanker klopfen sich selber auf die Schultern, weil sie meinen eine grosse Depression verhindert zu haben, indem sie dank ZIRP/NIRP Symptome einer florierenden Wirtschaft künstlich erschaffen haben. Die Kreditwachstumsschwäche seit Q1 2016 und die nun befürchtete globale Rezession, droht allerdings dieses Kartenhaus unsanft umzublasen.
    Symptome einer florierenden Wirtschaft sind bekanntermassen steigende Preise. Die daraus folgenden steigenden Lebenskosten waren den Wohlhabenden recht egal, denn diese wurden unter anderem mit steigenden Aktienpreisen wettgemacht. Bei allen anderen führte das aber zu einer Radikalisierung im Wahlverhalten und zu gelben Westen.

    Anlagetechnisch bezeichne ich die Entmachtung der technokratischen Elite, als das Grossrisiko der kommenden Monate/Jahre. Das Preisniveau im FIRE Sektor wird wohl im Gleichschritt mit den Köpfen der Technokraten purzeln.

  6. Ich habe mit Schweizer Aktien unter dem Strich sehr viel Geld verdient.Ich komme aus bescheidenen Verhältnissen (Vater Maurer und Mutter Verkäuferin) aber irgendwie habe ich die Mechanismen des Kapitalismus verstanden. Leider nur wollen uns die Linken und ein grosser Teil der Presse (wohl auch links) einreden, dass die Börse ein Spielcasino sei und Aktien nur für Spekulanten. Einen grösseren Blödsinn habe ich noch nie gehört. Das aber bleibt im grossen Teil des Volkes haften und die haben Angst. Es ist natürlich klar, dass man nicht für Aktien und die Börse sein kann, wenn man den Kapitalismus überwinden will. Wenn man dann erfolgreich in Aktien investiert und viel Geld verdient hat kommen die gleichen Linken und wollen mich hoch besteuern. Also muss ich mich einer exorbitanten Besteuerung durch Wohnsitzwechsel zum Teil entziehen.

  7. „Wer so schoene Autos baut, muss eigentlich Geld verdienen“. LoL, messerscharfe Analyse. Schon mal in letzter Zeit die Bonds und CDS von Jaguar LandRover angeschaut? Die bauen auch recht schoene Autos…

  8. Sehr geehrter Herr Stöhker
    Eine sehr sympathische Analyse. Sympathisch wohl deshalb, weil sie meinen Intentionen so ungefähr entspricht. Bei mir aber einfacher: Weil ich nichts vom Ganzen verstehe, investiere ich nahe am SMI und als Buy-and-Holder und Thesaurierer seit Mitte der Sechzigerjahre. Was da zusammengekommen ist, darf sich sehen lassen. Haben Sie wirklich ALLE Linth und Sprüngli verkauft? Und der Koffer? Da flippt meine Familie im Mai stets völlig aus. Jetzt bin ich alt und thesauriere nicht mehr. Das Sackgeld ist, ich darf es sagen, komfortabel.

  9. Herr Stöhlker, falls Sie ein Beratungsgespräch mit mir vereinbaren wollen, hier eine Kostprobe.
    Weisheit erwerben ist besser als Gold und Einsicht erwerben edler als Silber.
    Sprüche 16:16
    1. Zeit ist wertvoller als x-Milliarden Vermögen, die Steve Jobs auf dem Konto hinterlassen hat
    2. Gesundheit ist wertvoller als die Milliarde, die Michael Schumacher auf dem Konto hat
    3. Scheidung ist finanziell die dümmste Entscheidung, Jeff Bezos lässt grüssen 4. Auto besitzen die zweit dümmste Entscheidung, eine Geldvernichtungsanlage, in 40 Jahren ist das 3/4 Kiste
    5. Digitalisierung ändert alles, die Geldwirtschaft gibt es in 20 Jahren nicht mehr, mein Smartphone von heute hatte vor 20 Jahren einen technologischen Wert von x-Milliarden Franken.

  10. Der Fall Chiasso ist mir noch vor Augen wie auch die damaligen nicht zu überhörenden Wutausbrüche unseres Genius sel. Hans J. Mast…

    Wenn ich die Stadien der Gelderwirtschaftung (aus Geld) seither kurz und plakativ skizziere, so ergeben sich für mich in etwa 8 Stadien (Beginn 1973):
    1. Die Entdeckung der Aktie in der CH (oder die Zeit der Aufdeckung schlummernder stiller Reserven in CH-Unternehmen); auch die Zeit als die Finanzanalyse als Mittel zur systematischen Aktienbeurteilung in der CH etabliert wurde (mit entsprechenden Bankabteilungen)
    2. Aufbau von Abteilungen, die sich mit going publics und der Generierung internationalen Firmennetzwerke und deren Fusionen/Übernahmen aus wirtschaftlicher Sicht befassten.
    3. Die Schaffung von „Aktien-Generika“ (wie Zertifikate) und die Schaffung von Aktienableitungen (z.B. Stillhalteroptionen auf Blue Chips; Ebner war hier federführend.)
    4. Die Einführung der Soffex in der CH, wodurch ein liquider Handel in den Ableitungsprodukten sichergestellt wurde sowie die Einführung von Indexprodukten.
    5. Die goldenen 90iger als Aktiennebenprodukte und Ableitungsprodukte ihren Höhepunkt erlebten.
    6. Der OTC-Markt, wo Aktienderivate und Koppelprodukte (ich nannte es die 2. Ableitung des ersten Grundgeschäftes) in immer rascherer Kadenz gehandelt und entwickelt wurden.
    7. Dann die Suche nach Paketschnürungen wie z.B. die Verbriefung von Krediten, Fonds etc.
    8. das passive Investieren in Form von Indexnachbildungen (z.B. ETF) und die Schnürung von strukturierten Produkten.

    Damit ist die Zitrone weitgehend ausgepresst.

    Und der virtuelle Teil von Finanzinvestitionen hat wohl seinen Zenit erreicht. Denn die Grundgeschäfte liegen mittlerweile 2-3 layers unter den virtuellen Ableitungen irgendwo.
    So fragte ich kurz vor der Finanzkrise einen Investmentbanker, der eine implizite Vola und Zeitwert am Rechnen war, was denn sein Grundgeschäft sei. Er schaute mich verwirrt an und sagte, dass dies für seine Problemstellung nicht relevant sei.

    Leider hat in all den Jahren der virtuelle Anteil an Finanzinvestitionen progressiv zugenommen.

    Vor der Finanzkrise hat man sich häufig an normalverteilte Ertragsprofile gehalten und sich mit der (theoretischen) Eintreffens-Wahrscheinlichkeit abgefunden, bzw. diese zur Rechtfertigung herangezogen. Bis dann der „schwarze Schwan“ in die Köpfe der Finanzingenieure Einzug hielt und man dann vermehrt von fat tails sowie rechts- und linksschiefen Verteilungen sprach. Hinzu kommt, dass der sog. risikolose Zinssatz als benchmark mittlerweile keine Orientierungshilfe mehr ist.

    Als ich realisierte, dass für’s Investmentbanking eine volks-oder betriebswirtschaftliche/finanzwirtschaftliche Ausbildung nicht mehr genügte, sondern nur noch eine mathematische Ausbildung, begann ich zu vergleichen:
    Ich verglich die Performance meiner langweiligen CH-Bluechips mit der Performance von hochkomplexen state of die art Produkten so lange es ging und stellte ernüchternd fest:

    Die Performance der „Langweiler“ war auf lange Sicht (30 Jahre)nicht schlechter als diejenige der sog. sexy Produkte. Und dies bei wesentlich weniger Kosten und bedeutend weniger schlaflosen Nächten!

    Aber ich anerkenne auch: bei den sexy Produkten und allen andern Abarten vom Grundgeschäft (=biedere Aktie) hat auch die Bank schön mitverdient. Dies hier ohne Wertung.

  11. Am besten, lieber Herr Stöhlker, hat mir gefallen, dass Sie sich (und mich) zu den 30- bis 50-Jährigen zählen – mit einer Börsenerfahrung vierzig Jahren. Meine Rede: ich habe immer gesagt, wir müssen schon im Kindergarten beginnen.

    Am zweitbesten, lieber Herr Stöhlker, hat mir gefallen, dass Sie nicht in Gesellschaften investieren wollen, die etwas völlig Neues auf den Markt gebracht und deshalb gigantische Monopole haben, welche ihnen astronomische Gewinne bringen.

    Lustig ist auch Ihre Idee, Gewinne auf 20 bis 30 Prozent zu begrenzen, um so weniger Verlust zu erleiden. Dabei begrenzen Sie nur Ihren Gewinn.

    Dafür empfehlen Sie Gold. Wenn Sie vor sieben Jahren Gold hatten, so beträgt ihr Verlust heute rund 25 Prozent. Gold ist spekulativ. Und Rohstoffe (Kurse sinken seit 200 Jahren) noch viel mehr.

    Daimler kaufen Sie, weil Sie Freude an Ihrem Mercedes haben. In den letzten fünf Jahren hat sich der Kurs halbiert.

    Dafür haben wir zwei 50 Jahre alten Hasen die Chinesen entdeckt, Sie lieber nur von der Seitenlinie aus: Beide können viel mehr als ihre amerikanischen Pendants, sind folglich noch marktmächtiger und haben noch bessere Aussichten, auch wenn ihre Kurse wegen der US-Schikanen schlingern und man manchmal verkaufen muss.

    „Auf keinen Fall traden.“ Genau, denn „Hin und her macht Taschen leer!“ Haben Sie sich diese Bauernregeln auf ein Tüchlein gestickt und auf den Bundesordner mit den Bankformularen geklebt? Und darüber hängt im Tannenholzrahmen: „Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit’ren Stunden nur!“

    Natürlich soll man möglichst wenig handeln. Aber wenn es nötig ist, muss man. Ihnen sind wegen der hohen Transaktionskosten bei Ihrer Bank die Hände gebunden. Weil die Kurse vielleicht bald wieder steigen, gibt es noch einmal hohe Kosten, um wieder einzusteigen; da ist es besser, doch nicht verkaufen. Sie haben einen klassischen Zielkonflikt (Kursverluste verhindern vs. Kosten verhindern), der nötige Massnahmen blockiert. Ihre Bank sagt Ihnen, das ist eben so, da kann man nichts machen.

    Aber wie wäre es, lieber Herr Stöhlker, wenn Sie es einmal bei einem Broker probierten? Meine Amazon für 40’000 Franken kaufe ich bei einem von der FINMA kontrollierten Broker, der Kommission und Gebühren von gerade einmal 66 Rappen belastet. Und für den Kauf von Schweizer Cembra-Aktien (Tubeli-einfaches und sicheres Geschäft und hohe, teilweise steuerfreie Dividende) im Wert von 70’000 Franken zahle ich für Kommissionen und Steuern gerade einmal 40.58 Franken, d.h. rund ein halbes Promille und nicht – wie Sie – ein halbes Prozent.

    • Sorry Seppli, Du drehst dem Stöhlker alles (und das grundfalsch) im Mund herum und hast darum in einem nachhaltigen Anlageuniversum nichts zu suchen.

  12. Ich kann da nur wärmstens beipflichten. Schon in den 80ern fragten wir:
    „Wie kommt man bei einer Grossbank zu einer Million?“
    Antwort:
    „Man muss zwei (Millionen) bringen“…

  13. Die Leute, die ich kenne und die in den letzten paar Jahren aus ihrer Perspektiven vermögend(er) wurden, realisierten diese Gewinne alle mit Investments in Cryptowährungen. Bitcoin exisitert seit 10 Jahren, ist allen Unkenrufen zum Trotz aus den Medien nicht mehr weg zu denken bzw. zu schreiben und hat seinen Wert von 1 Dollar auf rund 3500 Dollar pro Einheit gesteigert in den letzten 9 Jahren. Pauschal zu empfehlen „keine Investments in Cryptowährungen“ halte ich darum für gewagt.

    • Mit Sicherheit hundertmal weniger gewagt, als die Warmluftwährungen als Investment zu betrachten!

  14. beste weg um ihr vermögen zu vermehren? unterschreiben sie ein vv-mandat bei einer schweizer bank oder vermögensverwalter… (ironie off)

    • @ rico schmied: So ist es! Sie wissen ja wie man zu einem kleineren Vermögen kommt? Genau, man fängt mit einem grossen an 🙂

  15. Herr Stöhlker macht jetzt Herrn Stern Konkurrenz als Anlageguru. Dabei sind ihre Empfehlungen ähnlich nützlich: eigentlich überhaupt nicht. Aber Herr Stöhlker liest sich besser.

  16. Sehr geehrter Herr Stöhlker
    Sie bringen das sehr gut auf den Punkt, insbesondere der «Social Responsibility»-Abschnitt ist ein Volltreffer. So konzis wie Sie hat das wohl noch niemand geschrieben.

    Ein kleiner Irrtum ist Ihnen aber unterlaufen:
    Uli Hoeness tätigte seine Devisengeschäfte vor allem via Vontobel. Es handelte sich nicht um «Spekulationen», sondern um verdeckte Zahlungen mittels abgesprochener Intraday-Kassageschäfte. Die Swap-Strategien, wie in der UBG behauptet, sind ein Münchner Märchen: Es konnten keine Terminabrechnungen vor Gericht präsentiert werden.
    Zum Glück spielten FINMA und OLG München (bzw. die bayerische Politik) beim Prozessbetrug mit.

    PS: Auch das vom Stern-Informanten behauptete Riesenvermögen war tatsächlich bei Vontobel (siehe z.B. die astronomisch hohen Securities & Lending Fees gem. Gerichtsunterlagen) und wurde im Februar 2013 mit nicht-elektronisch (sic!!) erstellten Unterlagen nachträglich wieder „zum Verschwinden“ gebracht. Es liegt heute (unversteuert?) mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit bei den RLD-Erben.

    Ob diese Finanzierung durch eine Schweizer Bank
    https://sportbild.bild.de/bundesliga/vereine/zins-geschaeft-kostet-die-bayern-millionen-27302690.sport.html
    mit dem Festgeldkonto des FC BM sichergestellt war (gem. GWG zwar verbotener „verdeckter Treuhandkredit“)?

  17. Völlig verarmte Verleger?? Da schiesst einer mal wieder populistische Verbalraketen ab und meint vermutlich nicht Michael Ringier, Peter Wanner, Pietro Supino oder Christoph Blocher. Von denen sind Sie meilenweit entfernt. Warum haben Sie nie eine Zeitung zum Erfolg geführt, obwohl Sie offenbar alles viel besser als jeder Verleger können? Seien Sie doch mal positiv Herr Stöhlker und nicht immer nur negativ.

    • Lieber Herr Bauer,
      natürlich war dies von mir ironisch gemeint. Der Reichtum unserer Verleger, die ihren Markt in hohem Masse selbst vernichtet haben, indem sie ihre Redaktionen zu wenig förderten, ist mir bekannt. Kann ein dummer Verleger kluge Journalisten haben?

  18. „Aber das waren keine Investments, sondern Beobachtungsstationen“.

    Guter Rechtfertigungsspruch, den man sich merken muss; insbesondere bei Fehlallokation. Ist im Stile von André Bartholomew Kostolany („Hin und her macht Taschen leer“)

  19. One secret of success
    in life is for a man
    to be ready for his opportunity
    when it comes.

    Benjamin Disraeli
    * 21. Dezember 1804 † 19. April 1881

  20. Was haben Sie als im Jahr 1941 Geborener gemacht in

    – 1967 – 26 Jahre alt – Nachkriegsrezession
    – 1975 – 34 Jahre alt – Ölkrise
    – 1982 – 41 Jahre alt – Schulden- und Sparkassenkrise
    – 1987 – 46 Jahre alt – schwarzer Montag
    – 1993 – 52 Jahre alt – Nachwende Krise
    – 2003 – 62 Jahre alt – New Economy Krise
    – 2009 – 68 Jahre alt – Finanz und Wirtschaftskrise

    Die glücklichen IT-Neuemissionen Microsoft, Dell, Cisco, Sun, Micron Technology, Oracle, u.s.w. mit jeweils mehr als einer Verhundertfachung des Aktienkurses (x 100) während einer Dekade in den 80er und 90er Jahren gingen einfach an Ihnen vorbei?

    • Wer von der Bausucht befallen wurde,
      braucht keinen anderen Gegner,
      um sich zugrunde zu richten.

    • @ tenbagger: „Die glücklichen IT-Neuemissionen Microsoft, Dell, Cisco, Sun, Micron Technology, Oracle, u.s.w. mit jeweils mehr als einer Verhundertfachung des Aktienkurses (x 100) während einer Dekade in den 80er und 90er Jahren gingen einfach an Ihnen vorbei?“
      Schön, dass Sie davon träumen können überall dabei gewesen zu sein 🙂

    • Lieber Bagger,
      weil viele dies wissen wollen, antworte ich gerne:
      – 1967 geschrieben, gelesen, nachgedacht
      – 1975 Gut bezahlter PR-Berater, Praxis mit Schweizer Konzernen, keine grossen Anlagen
      – 1982 Gründung der Stöhlker AG (alles Geld in der Firma)
      – 1987 Laufender Vermögensaufbau, viel Arbeit mit Kunden
      – 1993 wie 87
      – 2003 Krisenjahre heissen immer Spitzenhonorare. Von Krise keine Spur
      – 2009 Aufbau eines Portefeuilles, das sich bis heute bewährt hat.

    • Wir leben alle unter dem gleichen Himmel,
      aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.

      Konrad Adenauer
      * 5. Januar 1876 † 19. April 1967

    • @ Trader:

      Das war genau die Zeit, als ein gewisser Elmar Agostini, von Beruf Finanzvorstand der Deutschen Bausparkasse Badenia AG auf die Idee kam, das Geschäftsvolumen des mit von ihm geführten Instituts zu erweitern, indem preiswert erworbene Restbestände an Wohnanlagen der gewerkschaftseigenen Wohnungsbaugesellschaft Neuen Heimat in Eigentumswohnungen / Stockwerkseigentum aufgeteilt und finanziert mit Krediten des Hauses überteuert an unbedarfte Kleinanleger zur Altersvorsorge verkauft wurden:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Immobilienbetrug

  21. Man will Geld verdienen,
    um glücklich zu leben,
    und die ganze Anstrengung,
    die beste Kraft seines Lebens
    konzentriert sich auf den Erwerb dieses Geldes.

    Das Glück wird vergessen,
    das Mittel wird Selbstzweck.

    Albert Camus
    7. November 1913 † 4. Januar 1960

  22. „Eine eigene grosse Wiese für die Selbstversorgung sollte im Ernstfall reichen.“ Richtig! Erinnern wir uns: Im Jahr 1816 haben die Menschen in der Ostschweiz und im Zürcher Oberland das Gras von den Wiesen gegessen. So war es und so wird es wieder sein. Das Gras wird dann mehr Nährwert haben als die Papiere der Banken, die auf ihren inneren materiellen Wert gefallen sein werden – den Nullwert. Als Beimischung empfiehlt sich ein wenig Gold: Goldene Hände zum produktiven Schaffen des Lebensnotwendigen und ein goldenes Gemüt, um sich ob der Reinigung der Natur von den Narren unserer Zeit zu freuen. Das ist die beste Investition für die Zukunft der Kinder und Enkel.

    • Ersetzen Sie Geld mit Rohstoffen und ich kann Ihnen beipflichten.
      Geld hängt eher mit Krediten und Wirtschaftswachstum zusammen sowie der Politik der Nationalbank.
      Wenn ich die Möglichkeiten habe im Vergleich zur übrigen Bevölkerung überproportional Geld zu verdienen, dann ist dies systematisch nicht fair, aber kein Diebstahl.

    • @ W.B.

      Ich würde Ihre These so umformulieren:
      Geld wechselt nur den Inhaber; damit einer Geld verdient, muss ein anderer investieren.

      Träfe Ihre These zu, dann würde sich die umlaufende Geldmenge in einer Volkswirtschaft nie verändern.

      Preisfrage:
      Warum verändert sich die umlaufende Geldmenge?

    • Aber hier liegt genau der springende Punkt. Wer hat oder bekommt das Privileg über­pro­por­ti­o­nal Geld zu verdienen ??

    • @Mutti:
      Bedenklich finde ich, dass die Menschen, die realwirtschaftlich gesehen am wenigsten zum Allgemeinwohl beitragen – ich meine damit diejenigen, die das eigene oder das Geld anderer Leute Gassführen gehen – aus finanzieller Sicht mit Abstand am besten abschneiden. Und Menschen, deren berufliche Tätigkeit oder Lebensaufgabe darin besteht, anderen Menschen zu helfen, im direkten Vergleich leer ausgehen! Auch ein Vasella, Ermotti, Vincenz und wie die Schmarotzer alle heissen, sind wahrscheinlich dankbar, wenn sich im hohen Alter noch jemanden finden lässt, der einem das Fudi putzt! Einfach nur armselig, diese „Topshots“ sowie unser ganzes, krankes System.

      Und bevor die übliche Neidkeule wieder kommt: Von mir aus können die Herrschaften an Ihren Geldbergen ersticken, das interessiert mich schlichtweg nicht. Geld ist eine Nebensache; um was es im Leben eigentlich geht, sind ganz andere Dinge, über die wir als heranerzogene Konsum- und Arbeitssklaven nicht mal mehr in der Lage sind nachzudenken und zu reflektieren!

      Nicht nur unser Finanzsystem wird uns um die Ohren fliegen, sondern die ganzen menschlichen Abgründe werden sich auftun und sich offenbaren. Keine schönen Bilder…

  23. Das erwähnte Bibelzitat lautet ironischerweise vollständig: „Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr als dass ein Reicher ins Reich Gottes gelangt“.
    Natürlich wurde der zweite Teil des Zitates weggelassen, schliesslich geht es im Artikel darum reich zu werden (und dann nicht mehr durchs Nadelöhr zu passen)…

    • Das sogenannte „Nadelöhr“ war angeblich ein Stadttor in Jerusalem, welches sehr eng und klein war, folglich unpassierbar für ein Kamel. Der Grössenvergleich wird somit etwas „relativiert“. Auch ein Reicher hat eine Chance auf einen Sonnenplatz im Himmel. Voraussetzung: Genügend Platz im viel gepriesenen Himmel. Wer’s glaubt…?

  24. Wenn man den Zürcher Konsum und Marken-Lifestyle braucht, wird man in der Tat nie reich, egal ob man 100’000.- oder 500’000.- p.a. verdient.

    Wem der Lifestyle nichts bedeutet kann jedoch sparen und gute Investments machen. Ich habe vor 11 Jahren meine erste Wohnung als Renditeobjekt gekauft als mein Lohn noch 7’000.- und meine Sparquote ca. 3’500.- pro Monat betrug. Heute ist der Lohn deutlich höher aber noch mehr Einkommen bzw. Mieteinnahmen habe ich mit den mittlerweile drei kleinen Mehrfamilienhäusern, die ich alle aus Erspartem gekauft habe. Dafür wohne ich nicht ab der Goldküste sondern in ZH-Nord und fahre ein Auto mit Restwert 3’000.-. Und zwei Kinder habe ich auch und auch das ist nicht so teuer. Also Herr Stöhlker, es geht schon, man muss nur wollen und nicht auf grossem Fuss leben.