Deutsche Bank Schweiz crasht, Chef weg

Paul Arni, Ex CS und Bär, per sofort abgesetzt – 2 Kollegen auch – Keine Kunden – Der Neue, Claudio de Sanctis: Directors raus.

Paul Arni, Mitte 50, zählt zu den bekannten Chefs auf dem Zürcher Bankenplatz: mit langer Karriere to the top bei UBS, CS, Julius Bär. Im Sommer 2017 wurde Arni Chef Schweiz der Deutschen Bank.

Bis Montag. Dann wurden Arni und zwei seiner Kollegen – der Chef für Zürich sowie der Leiter für die Ultrareichen und die Externen Vermögensverwalter – ins Büro des CEOs der Deutschen Bank Schweiz gerufen; und weg waren sie.

Dieser CEO ist neu, er sitzt im 33. Stock im Prime Tower beim Zürcher Bahnhof Hardbrücke. Sein Name: Claudio de Sanctis. Sein Job: Die Deutsche Bank Schweiz endlich flott zu kriegen.

Sein grösstes Problem sind die Kunden. Die fehlen. Paul Arni holte seine eigenen Vertrauten, liess diese schöne Pläne auf Papier bringen, mit Kurven, die nach oben zeigten.

Zum Fliegen kamen die Vorstösse nicht.

Die Tristesse zeigte sich jüngst beim grossen Kundenanlass in St.Moritz, mit Polo und allem Drum und dran. Laut einer Quelle, die sich auf einen teilnehmenden Kunden bezieht, seien dort „x mal mehr DB Leute als Kunden“ gewesen.

„Es waren kaum richtige Kunden da, nur sogenannte Prospects, mit denen man die leeren Plätze füllen musste“, berichtet die Auskunftsperson.

Das Ganze sei laut dem Kunden, der dort gewesen wäre, ein „totales Debakel“ gewesen.

Ein Sprecher der Deutschen Bank Schweiz wollte gestern die Abgänge der drei Spitzenleute weder bestätigen noch dementieren. Man äussere sich nicht zu Personalien.

„Die Deutsche Bank Schweiz bekennt sich zum Markt Schweiz“, meinte der Sprecher. „Wir suchen neue Kundenberater.“

Paul Arni war nach seiner CS-Zeit Chef Zürich bei der Julius Bär geworden. Dort schied er nach dem Abgang seines einstigen CS-Kollegen Barend Fruithof als Schweiz-Chef der Bär-Bank im Sommer 2016 aus.

Ein Jahr später, im Sommer 2017, kündigte die Deutsche Bank Schweiz Arni als ihren neuen Leiter für die ganze Schweiz an.

Geholt hatte ihn Pedro Hinder, damals seit wenigen Jahren Chef der Deutschen Bank Schweiz. Arni und Hinder kannten sich aus gemeinsamer UBS-Zeit.

Die jetzt erfolgten abrupten Abgänge von Arni, dem Chef Zürich sowie dem Leiter Externe Vermögensverwalter und Ultra-Reiche werfen ein Schlaglicht auf die Probleme der Deutschen Bank im Private Banking Schweiz und Europa.

Für das Wealth Management trägt ein Mann die weltweite Verantwortung, der in London sitzt und laut einer Quelle wenig am Hut hat mit der Betreuung vermögender Privatkunden.

Fabrizio Campelli, so heisst der Bigshot der Deutschen Bank, würde sich scheuen, grosse und entsprechend wichtige Kunden zu treffen.

Grund: Er verstehe schlicht zu wenig vom Geschäft. Deshalb würde der Italiener ständig neue Manager in Spitzenpositionen berufen – um von sich und seiner Schwäche abzulenken. Zudem sei er menschlich umstritten.

Im letzten August kündigte die Deutsche Bank, die in einer schweren Krise steckt und möglicherweise zwangsweise fusioniert werden muss mit der Commerzbank, Claudio de Sanctis als neuen Leiter für das ganze Europa-Privatebanking an.

„The Europe region is the backbone of our business and I’m very excited to have someone of Claudio’s calibre joining Deutsche Bank Wealth Management at a time when we’re so focused on strategic growth“, meinte Campelli damals.

„He’s another excellent addition to the team as we invest in great people and technology to serve our sophisticated clients in Europe and around the world.”

Campelli hofft nun, dass seine neuer Star de Sanctis die Deutsche Bank im Private Banking Europa und Schweiz endlich in die Gewinnzone bringt. Der haut als Erstes um sich und schneidet teure Direktoren aus der obersten Hierarchie heraus. So sinken wenigstens die Kosten.

Kommentare

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  1. Einal mehr, weg mit den durchschnittlichen Banker. Das einzige was sie können ist schöne, farbige PP-Folien ohne wirkliche Aussagen zu konstruieren. Gelernt bei McKinsey, der Klubschule für PP-Präsentationen! Psaat aber zu der DB, den grössten Blender Europas!

  2. Der Fisch stinkt immer vom Kopf. Wer auch immer Campelli eingesetzt hat, hat der Bank einen Bärendienst erwiesen. Ein Mc Kinsey Stäbler als PB Chef, das kann nicht gut gehen. Er hat weder Ahnung vom Anlagegeschäft, von Private Banking Strukturen und Prozessen, noch von Personalselektion.

    Und so werden profitable HNW Kunden vergrault, während man auf low margin UHNW fokussiert und diese auch nur dank Bilanzeinsatz und Kreditvergabe halten kann, es aber nicht schafft deren Vermögen dann auch in die Bank zu holen.

    Keine systematische Führung der Kundenberater, operative Prozesse mit enormen Schwächen und Zusammenbrüchen dank vollständigem Outsourcing vom Backoffice an Avaloq, projektgetriebene Minimal IT mit Kopf ohne PB Erfahrung, Region gegen Region, völlig fehlgeleitete Personalentscheide, Managementwechsel im Halbjahrestakt – alles in allem eine Chaostruppe am Ruder.

  3. Banken haben ein schlechtes Image, tun nichts dagegen und wundern sich dann, dass die Kunden ausbleiben. Irgendwann sollte auch mal den Bank-CEOs klar werden, dass ein guter Ruf und natürlich gute, erfolgreiche Mitarbeiter, wesentlich für den Erfolg sind. Die DB leistet sich einfach noch ein Büro in der Schweiz, weil es zum guten Ruf gehört. Die Bank selbst ist nicht wesentlich. Schweizer vertrauen lieber Schweizer Banken und nicht solchen, die ihren Hauptsitz in der EU haben. Irgendwie verständlich. Ein neuer CEO ändert die Situation käumlichst, wenn er so weiter macht, wie seine Vorgänger. Es gibt also viel Arbeit für diese Auslandbanken.

  4. Die Deutsche Bank hat in der Schweiz gleich drei Probleme:

    1.
    Die Gerüchteküche um die nackte Existenz der Bank in Deutschland.
    2.
    Der verminderte Zufluss an Kundengeldern aufgrund der OECD-Regulierungen
    3.
    Das Überangebot an Bankdienstleistungen in der Schweiz

    Auch nach Schließung von 45% der Privatbanken sucht die ganze Branche in der Schweiz immer noch die Bodenbildung.
    Die USA und Großbritannien rücken immer mehr in den Fokus der Anleger, selbst CH-Topadressen vermelden dorthin massive Kapitalabflüsse.

    Selbst ein Genie täte sich in dieser vertrackten Position schwer.

  5. Die Deutsche Bank Schweiz hatte gute Kunden. Dann kam der absolute Grössenwahn und sie wollten nur noch Kunden ab 10 Mio. Alle anderen Kunden hatten sie tatsächlich aufgefordert die Bank bitte zu verlassen. Andere Banken in der Schweiz hatten sich über die neuen Kunden gefreut. Jetzt jammert die DB Schweiz, dass sie keine Kunden hat. Die DB Schweiz ist ein absolut kranker Laden mit völligen Nieten im Management. Ferner ist die DB Schweiz auch im operativen täglichen Geschäft völlig überfordert. Einfache Vorgänge konnten sie nicht richtig und effizient ausführen. Wollen nur grosse Kunden betreuen und können das auf allen Stufen gar nicht. Dass die DB überhaupt eine Banklizenz hat in diesem Zustand ist schon sehr erstaunlich.

  6. Das übliche Karussell. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Wirklich gute Banker halten sich in ihren Positionen, weil sie Wert für ihre Kunden und die Bank schaffen. Viele Banken sind aber Sammelstellen von Schwätzern und Blendern, vorallem wenn sie in den oberen Chargen selber schon von solchen geführt werden. Ironischerweise bzw bezeichnenderweise lassen die sich blenden von Menschen des gleichen Schlages. DAS ist die wahre Tragödie und der Grund, weshalb sich nichts bessert bis der Schuppen halb abgebrannt ist.

  7. Eine gute Dienstleistung ist die beste Werbung.
    Solange alle Topmanager nur damit beschaeftigt sind, sich intern gegeneinander zu profilieren wird es auch nichts werden mit der guten Dienstleistung. EMEA kaempft gegen Deutschland. IB kaempft gegen PB. Jeder Standort kaempft nur fuer sich. Das Topmanagement kann die widerstreitenden Fraktionen nicht auf eine Linie bringen. So hilft auch der exclusivste Kundenanlass nichts. (Jedenfalls nicht der Bank.)

  8. Woher kommen eigentlich all diese Masken, dieses unzählige Heer von Namen? UBS, CS, Bär, ZKB, XY, alles Gefässe und Drehscheiben für die immer gleichen Truppen mit dem Namen „man kennt sich“. Da müssen tausende herumschwirren, seit Jahren sich an Sessel und Gspänli klammern und seilschaften. Wow, ich staune einfach immer wieder, was da in dem Tümpel alles noch schwimmt. Wenn ich abends die Lichterketten auf den Autobahnen aus Zürich raus betrachte frage ich mich wie mancher Bänklerli stossgebetet, dass morgen die genau gleich blöden Kunden hoffentlich ihr Geld weiterhin immer noch Richtung Bonustopf schieben. Waaahhh gruselts mich.

  9. Setzt dem Drama bei der Deutschen Bank (Schweiz) und dergleichen z.B HSBC (Schweiz) etc. ein Ende. Diese CH Ableger hatten und haben ohne Schwarzgeld keine Daseinsberechtigung.

  10. The facts
    Claudio de Sanctis:
    ML, Barclays (?), UBS, CS (2x), DB.
    2.5 years on average in each position until the banks realize he is a problem with low EQ, no client contact, produces employee relations cases one after the other.
    Is this his last position before we send him back home? It‘s time
    DB guys can start counting ….

    • Absolutely right!! De Sanctis is only eyeing on the job of Campelli. He is letting people go in order to finance the very expensive hires of his friends and long time companions from CS (like Caironi). The special italian connection seems to work fine; many of the leading positions are held by „fellow countrymen“ first installed by Bizzozero and now from de Sanctis. Hinder was to weak to clean the mess since another Italian was his „little“ Boss. Cheers

  11. Aha – aber wirklich nicht überraschend. Der „gute“ Mann weiss nicht mal wie man Kunde schreibt. Hat schon bei der CS kläglich versagt. Überraschend ist einzig, dass solche Heissluftföhne immer wieder einen (gut dotierten) Job finden. Aber vielleicht ist jetzt mal Ende Gelände!

  12. Eigentlich gut für die zahlreichen erfolglosen und überzahlten Kundenberater, die auf Jobsuche sind. Sie können sich jetzt nicht nur bei Falcon sondern auch bei der DB Schweiz bewerben und dürfen auf eine neue Heimat hoffen.

    • …und Personen Ihrer Berufsgattung können daher nach wie vor beruhigt zurücklehen und die Ware Mensch weiterhin dem „Meistbietenden“ unterjubeln… 😉

  13. Als Dottore De Sanctis von UBS zum CS wechselte, wurde von einigen „PB Superexperten“ begleitet.
    Diese Mannschaft brachte aber keine Kunde mit.
    Theorien, Strategien, Visionen waren von CS als added Value betrachtet. Nun, Dottore ist weg uns seine italienische Gefährten sind wie Schnee verschmolzen.
    Ein Extrazug Richtung DB Novosibirsk ist bereit, einsteigen bitte !

    • Natürlich bringen diese Leute keine Kunden mit, denn sie wissen ja nicht einmal was ein Kunde ist und haben ja auch von Kundenbetreuung keine Ahnung. Aber sie präsentieren ihren Chefs schöne Folien und erzählen sich gegenseitig wie gut sie doch sind. Das wie der Chef von einem Malergeschäft nicht weiss, was ein Pinsel ist. Leider ist das Standard und die Banken verdienen immer noch genug, dass sie sich diesen Wasserkopf, der nichts zur Wertschöpfung beiträgt, leisten.

  14. Paul Arni ist ein netter Mensch aber das wars dann auch. Die Deutschen verlangen Leistung und da sind unsere Schweizer Manager nicht die Besten. Warum sonst sind so viele Deutsche und Angelsachsen bei uns in Führungspositionen. Haben einfach mehr Biss.

    • Deutsche und Angelsachsen? Kann sein sind einfach dich noch besseren Blender als die bekannten Schweizer Blender.

    • @gonzo. Bei der Deutschen Bank Schweiz geht es nur um Sales und sonst gar nichts. Wer nicht akquirieren kann, überlebt diesen Job nicht. Wir Schweizer sind einfach viel zu gemütlich, was jetzt wirklich nicht neu ist.

    • Deutsche und Angelsachsen? Wenn ich den Artikel richtig lese sind bei der Deutschen (!) Bank zwei amici am Werk, die weder Deutsche noch Angelsachsen sind, auch wenn sie vielleicht mal in London gearbeitet haben.

    • @bankkunde, ja seit die von ihnen erwähnten angelsachsen und deutschen am ruder sind haben wir chaos auf dem bankenplatz, ein riesenchaos

  15. Oh Göttchen! St. Moritz und Polo?! So stellt sich Mäxchen Müller im Private Banking wohl vor, wie man UHNWI hinter dem Ofen hervorlockt. – Kleiner Tip: sowas geht den meisten komplett am Allerwertesten vorbei, besonders in St. Moritz mit all den Möchtegerns.

  16. Ich erwähne seit Jahren bei IP, dass die CEO’s der ausländischen Banken in der Schweiz bereits bei der Einstellung wissen, dass sie eine max. Restlaufzeit von 2 bis max. 3 Jahren haben. Ihr Ziel ist lediglich Zeit zu gewinnen und mind. CHF 500 000 bis Mio. 1 p.a. zu verdienen. Jeder CEO bei den 245 Banken in der Schweiz kann nichts beitragen damit neue Assets in die Schweiz fliessen. Der Abfluss pro Monat ist 11-15 Mrd CHF, dies wird von Banken Jahr für Jahr vertuscht, da PK Zuflüsse, eigene Fonds, das interne Ummutieren von assets, Dividenden der eigenen Bank usw. als Neugelder berechnet werden.

    • Früher kannte der obere Chef die besten Kunden persönlich oder hat sie sogar oft selber betreut. Heute weiss das ganze Management nicht mal was ein Kunde ist, da sie sich nur intern profilieren und Folien ihren Chefs präsentieren. Das bei der Deutschen Bank Schweiz extrem, aber ist auch bei anderen Banken der Standard in der Zwischenzeit.

  17. Warum kann der Chef der Deutschen Bank Schweiz den Chef Schweiz der Deutschen Bank feuern?
    Was wäre, wenn der Chef Schweiz der Deutschen Bank mit einer Entlassung des Chefs der Deutschen Bank Schweiz zuvorgekommen wäre?

    Wie man leicht erkennt: bei solchen Strukturen kann ein Unternehmen nicht erfolgreich sein.

  18. Diese Leute verkaufen sich überall und wieder und wieder mit denselben Phrasen, Foliensätzen mit ihren alten Buddies im Schlepptau und es geht immer maximal ein bis zwei Jahre bis die heisse Luft aus dem Gebläse draussen ist.

    Mehr gibt es als Szenenkenner dazu eigentlich nicht zu sagen ausser ein Buchtipp dazu:
    Bank Banker Bankrott von René Zeyer

    • richtig und immer verdient einer dieser nichtsnutzigen headhunters eine stange geld für das erstellen eines aufgeblasenen cv ohne wert

    • Auch so die sackstarken Tugenden vom Sack Blender, ex Notenstein, Notenstein verlor mind. 100 Mio. Assets da Fronleute fluchtartig absprangen.

    • @meier Max: Ja, der Sakko-Blendet hat mit seiner Unfähigkeit und seinem fehlendem Fachwissen die Leute verscheucht, die Kunden betreut haben und somit Geld für die Bank verdient haben! Er selber hat ja nichts gemacht, ausser mit seiner Inkompetenz die anderen Leute geärgert!

  19. Arni: Nun, CS und Bär sind bekanntlich auch nicht die Topadressen derzeit. Sein CV deutet auf ein strukturelles Problem hin, er bringt womöglich die von ihm geforderte Leistung nicht. Vielleicht landet er bald bei der Raiffeisen, würde irgendwie passen, oder?

  20. Die in Frankfurt pennen total, wenn man das im Artikel beschriebene Management by bella figura so anschaut. Aber Frankfurt ist auch nur eine Haftungs-Hülle, das London nach wie vor den Ton angibt. Das ändert sich ja nun mit dem Brexit vielleicht.

  21. Diese marode, mehrfach verurteilte Bank soll geschlossen werden. Das Hauptgeschäft, Kunden über den Tisch zu ziehen, funktioniert nicht mehr.
    Hundere wenn nicht Tausende Prozesse laufen gegen diese Bank.

    • Ganz richtig. Deutsche Bank Schweiz sollte geschlossen werden und sollte ihre Hausaufgabe in Frankfurt erledigen. Sankt-Moritz, Champagne, Pelz: alles is Schnee von Gestern. Industrie 4.0 kommt massiv auf uns zu – Deutsche Bank hat vielmehr damit zu gewinnen. Reorganisation der Automobilindustrie, Kompetenzcenter fuer Big Data, Parade gegen das neue chinesche Machthunger, das ist die Zukunft und nicht die Lifting 3.0 von der alten Damen von Sankt-Moritz.