Zeltner, Khan, Frau: Wer übernimmt bei Bär?

Bloomberg meldet baldigen CEO-Wechsel unter Neu-Präsident Lacher – UBS-Zeltners Chance – Beste Bär-Berater laufen davon.

Julius Bär suche einen „successor for Chief Executive Officer Bernhard Hodler“, meldete Bloomberg gestern. Das Rennen ist damit eröffnet, wer neuer Chef der angeschlagenen Privatbank wird.

Sofort verfügbar wäre Jürg Zeltner. Bei der grossen UBS vor 15 Monaten rausgeschmissen, wartet der Ex-Chef des weltweiten Private Bankings des Finanzmultis weiter auf seine nächste Chance.

Hello Jürg? (LinkedIn)

Im Gespräch ist auch Iqbal Khan, das Pendant Zeltners bei der anderen Grossbank, der CS. Khan ist ein enger Vertrauter des neuen Bär-Präsidenten Romeo Lacher, der in knapp 4 Wochen gewählt wird.

Sollte es ein Frau sein, gäbe es Sabine Keller-Busse von der UBS. Ihr fehlt aber Private Banking-Knowhow.

Zeltner sticht aus dem Trio heraus. Er steht bereit, wäre mit UBS eine Alternative zum CS-Personalüberhang innerhalb der Julius Bär, kennt die guten Private Banker auf dem Platz Zürich.

Sein Problem waren die internen Frauengeschichten bei der UBS. Die sind in der Zwischenzeit in Vergessenheit geraten. In Erinnerung bleibt, dass Zeltner gegen die interne Fusion von Amerika und Global im Private Banking UBS war – zu recht.

Kommt Zeltner, geht nicht nur der heutige CEO von Bär Hodler. Sondern dann hat die ganze Truppe zuoberst in der Privatbank abgewirtschaftet.

Collardi Ü60, Hodler U40: Bär-Kurs seit CEO-Wechsel (Swissquote)

Rémy Bersier, der seit Jahren intern wegen seiner heissen Kunden als Risikofaktor gilt, ist auf dem Absprung. Er scheidet bald aus der Geschäftsleitung aus, sagt eine Quelle.

Schweiz-Chef Gian Rossi hat eine Russen-Vergangenheit und eine Golfplatz-Gegenwart. Er scheint keine interne Alternative für den CEO-Job zu sein.

Nun zeigt sich, dass auch Sonnyboy Yves Robert-Charrue, ein Hobby-Musiker, kaum in die Kränze kommt. Der immer noch junge Bär-Spitzenmann hat beim Trauerspiel um Tochter Infidar versagt.

Chancenlos: Robert-Charrue (JB)

Weitere Youngsters wie Nic Dreckmann haben den Ruf von emsigen, aber braven Kofferträgern. Bleibt Finanz-Übervater Dieter Enkelmann, der jede Bär-Schraube auswendig im Kopf hat. Als CEO kommt er trotzdem kaum in Frage – zu wenig Ausstrahlung.

Deshalb die Suche nach einem externen Kandidaten, die Bloomberg nun offengelegt hat.

Für Neo Präsident Romeo Lacher pressiert es. Die Bank Bär ist seit dem abrupten Abgang ihres „Sonnenkönigs“ Boris Collardi Ende 2017 in schwere Turbulenzen geraten.

Jetzt zeigt sich, wie schwer die Schäden sind. Die besten Berater stürmen davon. Sie haben Ende Februar den Bonus einkassiert, nur um das Bär-Schiff rasch zu verlassen.

Sie heuern nicht nur bei ihrem Ex-Schirmherrn Collardi an, der seine Zelte praktischerweise vis-a-vis vom Bär-Sitz an der Zürcher Bahnhofstrasse aufgeschlagen hat.

Einige sollen auch zur Basler Safra Sarasin gegangen sein, heisst es auf dem Platz Zürich.

Doch im Zentrum ist und bleibt Collardi. Wie ein schwarzer Schatten schwebt der flamboyante Secondo über seiner alten Bank – und lockt die grossen Stars mit fetten Boni-Versprechen und der Aussicht, weiterhin Business zu machen statt der Compliance zu gehorchen.

Collardi sei daran, nach dem grossen Middle East-Team, das er schon geschnappt hat, nun Spitzenleute und Teams für Brasilien, Israel und Kerneuropa unter Vertrag zu nehmen, sagt eine Quelle.

Für den neuen Bär-Kapitän Romeo Lacher sind die Abflüsse aus vollen Rohren bei den Beratern – und damit bei den reichsten Kunden – ein Alarmsignal grösster Stärke. Er muss das Bär-Schiff rasch aus dem Sturm kommandieren und die offen Luken schliessen.

Wie? Mit einem neuen CEO, das zeichnet sich nun ab. Bernhard Hodler wird dann als netter und zum Karriereende hoch bezahlter Kurzzeit-Chef in die Annalen eingehen.

Kommentare

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  1. Kann sein dass es Barend ja langweilig ist bei der Landmaschinenfabrik von seinem Buddy Spuhler. Er wäre sicher eine Option: kennt die Bank als ehemaliger Schweiz-Chef aus dem effeff, ist gut vernetzt und Collardi ist ja jetzt auch weg. Man sollte ihn zurückholen.

  2. Ach wie vermissen wir den JZ bei der ubs, wenigstens ein banker und kundenmensch. Das meine ich jetzt wirklich ernst, ich habe keine ahnung wieso man einen versicherungs kopf zum ceo ch macht und seinen vorgänger (er hat damals die zweitgrösste deutsche bank an die wand gefahren) zum globalen wm leiter ernennt. Welcher tiefflieger hired nur solche leute, es ist sooo frustrierend…

  3. Es wird wahrscheinlich bessere Kandidaten geben als irgendwelche Wanderpokale, Leute die anderswo rausgeschmissen wurden, Quotenfrauen und Heissluftföne, welche die Leistung nie brachten.

  4. „Sollte es ein Frau sein, gäbe es Sabine Keller-Busse von der UBS. Ihr fehlt aber Private Banking-Knowhow.“

    Wer kommt denn mit diesem Namen um die Ecke. Da fehlt nicht nur Private Banking know-how, da fehlt so ziemlich alles an know-how.

    Juerg wäre schon der Richtige.

  5. Grüezi. Sie schreiben zu einem Kandidaten: „Sein Problem waren die internen Frauengeschichten bei der UBS. Die sind in der Zwischenzeit in Vergessenheit geraten.“ Ist das logisch ? Ich meine, wenn Sie es hier erwähnen, bedeutet es ja, dass es nicht vergessen ist, oder ? Und überhaupt, was meinen Sie mit „Frauengeschichten“ ? „Schneewittchen“ oder „Frau Holle“ sind z.B. Frauengeschichten, oder ? Meinen Sie das, oder öppis anders, hä ?

  6. Zeltner hat nicht die schlechtesten Karten – immerhin lud er damals Bernie auch schon mal zu einem Kundenlunch im Top floor bei UBS ein.
    Dass Hodler dieses dann mit ein paar Cognac-shots begann, ist nebensächlich…
    (das servierende Personal könnte sicher noch viele interessante Geschichten erzählen. Obige Story kommt vom Kunden direkt!)

  7. Zeltner wäre eine super Lösung für JB, aber die JB kann sich wohl die Ablösesumme nicht leisten.

    Keller-Busse oder Dagmar Bohrens wären katastrophale Kandidatinnen und auch Enkelmann ist ungeeignet mit seinem kreativen Accounting

  8. Ein Berater, der wirklich etwas drauf hat als Private Banker, macht sich selbständig. So kann er sich wirklich um das Kundenwohl kümmern und muss nicht noch irgendwelche anderen Begehrlichkeiten befriedigen.

    • Rossi ist der ideenloseste Head Schweiz aller Finanzinstitute. Null Charisma, null persönliche Leistung, keinen Stil. Nur Show. Reicht knapp für den Golfclub. Aber nicht als Private Banker. Die Bank hat bessere verdient, die Zeit solcher Blender ist abgelaufen.

    • Rossi’s erfolgloser Wasserträger und Market Head Zürich kann bei dieser Gelegenheit gleich mit entsorgt werden. Null Wachstum und nur ein RM mit nennenswerten Neugeld-Zuflüssen – noch dazu jener, der inzwischen in eine andere Region verfrachtet wurde…
      Duo infernale: Jetzt heisst’s anschnallen!

    • Scho no blöd, wänn d’Zigarre i de Schnorre fasch grösser isch als de, wo sie pafft…!

  9. Danke Karma!!! Jeder bekommt das, was er verdient…
    Btw… Kleine Rechtschreibprüfung…“Sunnyboy“ u. „Yves“;-)

  10. Zeltner wäre gut und würde aufräumen. Die GL bei Julius Bär ist ziemlich ratlos wie sie die Bank weiterbringen will. Insbesondere in der Schweiz hat Gian Rossi keine Strategie wie er wachsen kann. Hier braucht es dringend frischen Wind und andere Führungsleute auf allen Ebenen. Zumindest greift nun endlich Compliance durch. Die Baustellen bleiben aber riesig. Vor allem auch bei der IT, welche der Konkurrenz massiv unterlegen ist. Gibt viel zu tun.

    • Ahahah: der Witz der Woche…
      Ich glaube der Zeltner passt nich dorthin, aber ich kann auch einmal die Wette verlieren…
      Es ist schon traurig, dass diese “ geschlossene Welt“ keine echte Leader mehr hat…geschweige denn Menschen mit Kultur, Statur und Weisheit…
      Mir stört keine Entscheidung eigentlich, aber es tut leid für die damals gloriose Bank…
      Viel Erfolg!

    • „Zumindest greift nun endlich Compliance durch.“
      Ach ja?
      Sie sprechen aber nicht Projekt Atlas an, wo externe Firmen wir Capco sich eine goldene Nase verdienen und erfahrene Leute mit PB-Background gegen Studienabgänger und Youngsters ohne Bankerfahrung ausgetauscht werden, die dann die KYC’s der Kunden aufgrund nicht vorhandener files updaten sollen?

      Die Kunsthaus-Baustelle ist im Vergleich zu der bei Bär etwa so gross wie ein SUP-Board zur USS Nimitz!

  11. Nach Total 30 Jahren bei CS und UBS bin ich seit 1.10.18 beim Bär. Trotz den aktuellen Problemen eine super Kultur. Sehr erfrischend für r Großbanken Banker. Hier steht der Kunde/RM klar im Mittelpunkt der Bank. Dafür wird gearbeitet. Langjährige Bär Banker mögen dies differenziert sehen da sie noch die alten Zeiten des Eldorado (sprich alles geht solange es Geld bringt) erlebt haben. Aufgrund der Compliance Probleme mussten hier die Regeln vernünftig angepasst werden, was auch in einem gesunden Mass passiert ist.

    Man ist noch weit weg von den Zuständen bei den Grossbanken, welche ausgerichtet sind die Macht der jeweiligen Chefs zu zementieren. Kunden und RM’s sind nur mühsame Hindernisse.

    Zeltner wäre eine Katastrophe für Bär. Der würde JB im Nuh in eine Mini UBS mit der One size fits all Mentalität umbauen. Er kann ja gar nicht anders. Ich hoffe dass die Bären klug genug sind von ihm die Finger zu lassen.

    Khan könnte gut passen auch wenn er ein wenig wie Boris funktioniert. Die CS Maschine kommt ins Stocken, Risiken werden erhöht. Man sucht sein Glück nun in Afrika (no comment). Mindestens könnte er mit seinem Enthusiasmus den Bären neuen Schwung einhauchen.

    Obwohl Bernie wenig Charisma hat, ist er für die nächsten 2 Jahre Aufräumarbeit meines Erachtens der richtige Mann.

    • Der Meinung bin ich auch. Es braucht nicht überall und immer irgendwelche Luftheuler mit super tollen Ideen, die dann doch nichts bringen.
      Immer die selbe Leier von Charisma: wohin haben denn die „charismatischen“ Supertypen, jung, dynamisch und erfolgsfrei, die Banken gebracht?? Es braucht Leute mit Durchhaltevermögen und Mut auch unangenehme Entscheide zu treffen. Und harte Arbeit!!! Sch… auf Charisma!

    • Ja ja ja. Nach 4 Monaten hat man bei JB noch Hoffnung, dass alles besser sei als der s*** nach 30 Jahren Grossbanken. Berichte doch nach 3 Jahren von Deinen wunderbaren Erfahrungen bei JB, dann schauen wir mal… good luck…

  12. Jürg wäre die beste Wahl für JB. Da würden dann einige Kunden und Berater sofort wechseln und Pictet kann die CS Leute von JB abwerben – no problen. Wir waren nicht immer einverstanden mit seinen Entscheiden, nun fehlt er uns bei UBS, wenn man die heutigen Dummschwätzer als Referenz nimmt. SKB redet immer vom neuen DNI und wenn nachgefragt, argumentiert sie mit längst vergangenen Phrasen wie „Swissness“ und schmeisst ein paar fashion words wie Digitalization und Disruption herum. Technologie hat sich immer weiterentwickelt, nichts Neues. Das sind dich alle keine Banker mehr. Nur noch ehemalige Unternehmensberater mit null Bankerfahrung.

  13. CEOs taugen weniger wie Geldgeber im Fussball, diese beiden Schichten verstehen nichts von ihrem Geschäft. Auch Hodler kommt und er geht, die gesamte Hodler Truppe ist grün hinter den Ohren – Ende 2020 wird es Baer in dieser Form nicht mehr geben – von 9 grossen Privatbanken, abgesehen viel zu viel für die Schweiz – werden mind. 2 verschwinden, eine wird Baer sein.

    • Dem stimme ich zu, ich wage aber noch eine weitere aufhellende Prognose.

      Ewgeni aka Smuschi und Xenia aka Wasserträger lassen vor dem JB verschwinden noch den Russenbereich in die Luft fliegen. Wie man hört beginnt es zu rumoren und die richtigen Böller mit all den verborgenen, interessanten, reputationsschädigenden Informationen hätten im Keller Feuer gefangen. Die Lunte ist lang und die Explosion um so größer. C’est dur de mourir au printemps!