Raiffeisen zwingt Kunden in Vontobel-Luxusfonds

Superteures 3a-Vehikel: 50 Prozent mehr für steuerbegünstigtes Sparen – Keine Wahl für Kunden – Raiffeisen-Regionen sauer.

Die Raiffeisen Schweiz drückt ihren 250 regionalen Banken einen Säule 3a-Fonds aufs Auge. Das Produkt hat es in sich. Es kostet 50 Prozent mehr.

Statt Gesamtkosten von rund 0,80 Prozent beträgt die sogenannte TER (Total Expense Ratio) neu 1,21 Prozent.

Der Fonds stammt von der Bank Vontobel. Diese ist zur grossen Profiteurin des Vincenz-Desasters geworden. Die Familienbank konnte von der Genossenschafts-Gruppe die Privatbank Notenstein und die Assetmanagerin Vescore übernehmen.

Nun erhalten die Zürcher auch noch direkten Zugang zu den 4 Millionen Retailkunden der Raiffeisen. Für viele von ihnen sind Säule 3a-Fonds wichtig. Kleinsparer wollen mit ihrer Vorsorge Steuern reduzieren.

Bisher hatten die Betroffenen ihr Säule 3-Geld in einem Fonds, der passiv von der Genfer Pictet verwaltet wurde. Die Kosten waren mit 0,80 Prozent TER laut einem Fachmann bereits „stolz“. Aber gemäss seiner Einschätzung gerade noch OK.

Nun wird umgestellt auf eine aktive Verwaltung des Fonds. Per 1. April würden „die Anlageentscheide aktiv gefällt und nicht mehr wie bis anhin passiv“, steht in den Briefen an die betroffenen Kunden.

„Nicht mehr passiv“: Brief an Raiffeisen 3a-Kunden (IP)

Die Folge sind Kosten, die auf die erwähnten 1,21 Prozent hochschnellen. Der Grund ist, dass Vontobel ihren 3a-Fonds „aktiv“ managt. Das heisst: Die Banker an der Zürcher Gotthardstrasse kaufen und verkaufen tagein tagaus Aktien und sonstige Wertpapiere.

Ziel: viel Umsatz und vielleicht auch eine Überrendite. Laut dem Fachmann ist eine solche über die Zeit allerdings unwahrscheinlich. „Nur die wenigstens aktiv geführten Fonds schaffen das“, sagt er.

Die Preiserhöhung um 50 Prozent erfolgt diskret. Auf dem ersten Blatt der Information steht gar nichts dazu. Da wird nur erwähnt, das der TER des passiven Pictet-Fonds bisher 0,80 Prozent betragen habe.

Dafür streichen die Raiffeisen-Chefs ihre soziale Verantwortung hervor. Man richte die ganze „Vorsorgefondspalette (…) vollständig nachhaltig“ aus.

Grünes Mäntelchen in Zeiten der Klima-Aufwallung (IP)

Erst auf einem Beiblatt kommt dann die Wahrheit beim Geld zum Vorschein. „Gesamtkostenquote (TER) 1,21% p.a. (indikativ)“, steht da.

Die Kunden haben keine Wahl. Im Brief der Raiffeisen steht, dass ihre angelegten Vorsorgegelder automatisch ins neue Produkt übertragen würden.

Schock im Kleingedruckten: Preiserhöhung auf Beiblatt (IP)

Ein anderes, sprich ein wie bisher passiv und damit kostengünstiger gemanagter Fonds, steht nicht bereit. Wer das neue, superteure Vontobel-Produkt nicht will, der muss sein Vorsorge-Geld im Cash parkieren.

In Minuszins-Zeiten eher unattraktiv.

„Mit der Anpassung schafft Raiffeisen Schweiz eine konsistente, transparente und nachhaltige Produktpalette im Vorsorgebereich“, hält die Raiffeisen Schweiz in einer schriftlichen Stellungnahme von gestern Abend fest. „Künftig werden im Vorsorgebereich keine passiven Mandate mehr geführt.“

Das Produkt passe zur Kundschaft. „Raiffeisen Schweiz ist überzeugt, dass durch das aktive Management und die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten für die Kundinnen und Kunden ein Mehrwert erzielt werden kann.“

Spannend ist die Antwort auf die Frage, wer von der Umstellung vom günstigen Passiv- zum teuren Aktiv-Angebot profitiere. „Erhält die Raiffeisen Kickback von Vontobel für Geldzuführung, oder wo liegt das monetäre Interesse der Raiffeisen?“, lautete die Frage an die Pressestelle der Raiffeisen Schweiz in St.Gallen.

Die Antwort der Sprecherin ist … keine. Sie lautet: „Der Entscheid wurde vor dem Hintergrund der Schaffung einer konsistenten und transparenten Produktpalette im Vorsorgebereich gefällt. Vontobel verwaltet die übrigen Pension Invest Fonds bereits erfolgreich.“

Statt „Ja“ oder „Nein“ zu Kickbacks zu sagen erfolgte ein Werbespruch mit Wörtern wie „konsistent“, „transparent“, „erfolgreich“.

Die Raiffeisen-Banken draussen in den Regionen, die den Kunden den Säule 3a-Wechsel in diesen Wochen mitteilen müssen, sind nicht happy. Offenbar haben in den letzten Tagen querbeet Kunden bei ihnen reklamiert.

Die Unzufriedenheit kriegen die Kundenberater der einzelnen Raiffeisen-Banken direkt zu spüren. Sie müssen Wut und Enttäuschung ihrer Kunden entsprechend aushalten.

Gegenüber einer Auskunftsperson, die selbst betroffen ist und wütend protestierte, meinte dessen Raiffeisen-Anlageberater in einer Zürcher Gemeinde, dass man „ebenfalls keine Freude“ am Befehl aus dem Raiffeisen-Headquarter habe. Die Preiserhöhung passe nicht zum Kerngedanken der Raiffeisen.

Dieser beinhaltet Solidarität mit weniger betuchten Kunden. Das ging in der Ära von Ex-Chef Pierin Vincenz und dem vor dem Bündner kuschenden Verwaltungsrat in den letzten Jahren verloren.

Viele Kunden erhofften sich unter der neuen Führung, die mit der unrühmlichen Vergangenheit rasch aufhören will, konkrete Zeichen des Umdenkens.

Als eine der ersten Neuerungen flattert ihnen nun aber eine massive Preiserhöhung für ihre Vorsorge ins Hause, bei der die Information erst noch intransparent erfolgt.

Ob dies mit der Machtübernahme im Anlagebereich der Raiffeisen Schweiz durch einen Vontobel-Mann zusammenhängt, bleibt offen. Dessen Wechsel erfolgte offenbar erst nach dem Beschluss in St.Gallen, auf ein Vontobel 3a-Produkt umzustellen.

„Der Entscheid wurde Ende Juni 2018 getroffen“, sagt jedenfalls die Raiffeisen-Sprecherin. Der neue Anlagechef war im Herbst von der Vontobel zur Raiffeisen gestossen.

Kommentare

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  1. Tipp an Raiffeisen:
    Die ausgezeichnete nachhaltige Vorsorgefonds-Palette mit dem Growth Fonds zu ergänzen/diesen umzuwandeln macht ja grundsätzlich Sinn. Ich empfehle Ihnen jedoch beispielsweise eine zweite Linie mittels Robo Advisor zu lancieren, welche tiefe Management Fees aufweist. Somit kann jeder Kunde selbst entscheiden, welche Variante er möchte.

  2. Schade so viele sehr unbedarfte Kommentare hier im Blog zu lesen, die aufzeigen, dass die Materie nicht jedem vertraut ist.

    Die Qualität eines Fonds hängt von der Performance nach Kosten ab – richtig: von Performance und Kosten. Ein passives Produkt kann in dem Sinne sehr teuer sein (und bei 0.8 % sowieso teuer sind). Ich kenne viele gute aktive Produkte, die über längere Frist den Markt schlagen.

    Dass in den Bullmärkten der vergangene Jahre passive Produkte sehr gut liefen, muss nicht heissen, dass es die nächsten Jahre auch so läuft. Viele „aktive“ Produkte der Grossbanken sind eher passiv mit hohen Gebühren. Daher muss der Endkunde sich informieren und neben passiven auch gute aktive Produkte suchen.

    Purer Populismus ist es, zu schreiben, dass „aktiv“ heisse „Die Banker an der Zürcher Gotthardstrasse kaufen und verkaufen tagein tagaus Aktien und sonstige Wertpapiere.“ Entweder ist das grosses Unwissen bei LH oder grenzt schon an Verleumdung.

    • Ihre Punkte mögen ja stimmen. Was in diesem Fall aber ebenso stossend ist, ist der Stil des gewählten Vorgehens. Per Brief, mit einer nur 3 wöchigen Überlegungsfrist, die relevanten Aussagen (Wechsel von passiv auf aktiv, um 50% höherer TER) auf der Rückseite des Briefes, keinerlei Beschreibung des neuen Produktes und/oder Factsheet (gibt es sage und schreibe immer noch nicht!! 1 Woche vor Wandlung …). Als ob sie etwas zu verstecken haben, als ob sie einfach etwas ‚unterjubeln‘ wollen. Schlechter Stil.

  3. Was soll der Aufschrei? Es gibt 1. noch teurere 3a Lösungen und 2. kostet „Nachhaltigkeit“ eben etwas mehr. Ist bei EKZ Ökostrom und Bioprodukten auch so. Wäre aber gut wenn Raiffeisen verschiedene Lösungen anbieten würde. Dann kann der Kunde auswählen.

  4. Neben all den in den Kommentaren aufgeführten Punkten:
    1. Retros/Kickbacks: Völlig intransparent, trotz mehrfach bestätigter Rechtsprechung des BGer. Bestandespflege“gebühren“/Vermittlungsprovisionen: Durch den Kunden nicht nachprüfbar. Finger weg, ausser man hat die Kraft, das Wissen und das Geld, die in Streifen zu schneiden und neu aufzukleben. In den Vereinbarungen mit Institutionellen über die Rückerstattung besteht vielfach die Schweige(geld)klausel.
    2. Nachhaltigkeit: Die Finanzindustrie kennt nur eine Nachhaltigkeit: Geld! Alles, was Geld bringt, ist nachhaltig.
    3. TER: Sind da alle Kosten inbegriffen? Bei der Umschichterei?
    Jeder/jede ist gut beraten, sich andernorts umzusehen. Tipps dazu hat’s ja in den Kommentare viele. IP sei Dank.

  5. Dasselbe übrigens mit dem Sparfond den ich erst Ende letzten Jahres einrichten liess als Sparkonto für mein erworbenes Eigentum. Kennt jemand Alternativen?

    • Die indirekte Amortisation der Hypothek via verpfändeter Säule 3a ist an sich keine schlechte Sache. Nur prüfe eingehend, mit wem er sich „ewig“ bindet, denn alles, was mit Zwang zu tun hat, wird ausgenützt. Freies Geld bedeutet eben auch (Wahl-)Freiheit. Aber solches Geld will zuerst erschaffen werden (ex Boni).

    • Es ist keine 3A sondern separater Fond für allfällige Arbeiten die irgendwann mal kommen könnten. Investitionszeitpunkt war super, direkt nach der Flaute Ende Jahr, nun fast 6% im Plus. Mir war es aber wichtig, dass er passiv investiert ist.

    • @Joel: Die aktive Variante mit weniger Risiko hatte dieselbe Rendite, somit macht aktives Investieren durchaus Sinn (wenn gut verwaltet und Rendite nach Gebühren besser).

  6. Hatte ähnlich Diskussionen mit meiner Raiffeisen Bank. Die Mitarbeiter dort waren gar nicht happy – wurde ihnen über den Kopf gezogen.
    Ich bin höchst schockiert ob dieser Vorgehensweise – v.a. wenn man noch bedenkt, woher Raiffeisen kommt.
    Dies ist Vertrauensmissbrauch und Vertrauensbruch im Quadrat – und dies bei einer der ‚ländlichsten‘ Banken, die die Schweiz hat. Wie kann es Raiffeisen wagen ohne adäquate Information Vorsorgegeld in einen teuren Fonds umzuwandeln. Ist dies gar Diebstahl? Meine persönliche Konsequenz: Adieu Raiffeisen mit allem was ich bei ihnen habe.

  7. Am besten geht man auf compare-invest.ch von Liberty Vorsorge und sucht sich das passende Anlageprodukt für die 3. Säule aus. Es stehen dort institutionelle Produkte zu günstigen Kosten zur Verfügung. Erfahrende Anleger können sich bei Liberty auch ein eigenes Fondsportfolio zusammenstellen.

  8. Schön blöd! Ich bin bei der UVZH und habe das grosse Los gezogen: Meine 3a-Gelder werden in vier versch. Fonds investiert – inkl. Insti Tranchen – mit dem „Best in Class“-Prinzip. Und ist eine verwaltete Lösung! Muss also nichts mehr machen. Kann es jedem ans Herz legen, schnellstmöglichst zu wechseln. Und nein, auch ich werde nicht bezahlt für den Kommentar!! Bin nur erstaunt, wie wenig die UVZH kennen. Habe sogar die Option 20% Cashanteil. Hammer!

    Einen schönen Abend miteinander!

  9. Dies ist die Kehrseite des „höhen Verkaufspreises“ für Notenstein. So kann Raiffeisen gegenüber der Öffentlichkeit sein Gesicht wahren.

    • @Beobachterin:
      Sie meinen die hässliche Fratze lässt sich somit besser verdecken?

  10. Den Verwaltungskosten sollten Kunden generell mehr Beachtung schenken. Es gibt auch andere Anbieter, die Erspartes bedeutend kostengünstiger und mit nicht weniger Rendite anlegen.

  11. Keine tolle Sache. Der Kunde kann ja aber jederzeit 3a wechseln. Das ist das schöne an diesem Land.

    Fragwürdiger finde ich einen Fachmann zu zitieren ohne den Namen des Fachmannes anzugeben. Einige Zitate lassen sich nämlich hinterfragen.

  12. Ich habe mein Raiffeisen 3a Depot gestern gekündigt. Zuerst 1% Zeichnungsgebühr abkassieren, dann 0.8% Gebühren für ein passives Produkt belasten und dann das Produkt einfach ohne gleichwertiges Angebot abschaffen ist eine Frechheit. Werde zu Viac oder VZ wechseln.

    • Gratuliere! Kann ich nur empfehlen, Abriss mit Zocken sicher ohne mich : und bald werden es tausende mehr sein, die sich solch dämliche Frechheiten nicht gefallen lassen.

  13. Man muss das aus einer anderen Perspektive sehen.
    Die Millionen Investition in Avaloq lohnt sich nur dann, wenn über Gebühren die Einnahmen der Bank erhöht werden.

    Stossend finde ich, dass eine Bank wie Raffeisen, über keine eigenen Säule 3a Kompetenzen verfügt, und sie extern bezieht.
    Wenn man schon keine eigenen Produkte hat, hätte man mit gutem Beispiel voran gehen können, und dem Kunde bei der Suche nach einem passenden Produkt auf dem Markt unterstützen können.

    Auf Vontobel wirft das natürlich auch kein gutes Licht.
    Wie soll die Reputation steigen, wenn man Raffeisen als Vertriebspartner hat.

  14. Irgendwo muss man die abgeschriebenen Millionen wieder reinbringen. Genau, es trifft am Ende wieder die Kleinen: Nämlich Sie und mich

  15. Den Raiffeisenkunden kann man nur raten, ihre 3a-Gelder zu VIAC zu verschieben. Da gibt es bis zu drei Konti, Anlagemix und sogar ds Cas wird noch positiv verzinst. Geringste Gebühren auf dem Markt. Kontoeröffnung auf dem Telefon oder Tablet mit der App in 7min!
    Habs ausprobiert, funktioniert.

    Und nein, ich bin bloss Kunde dort und bekomme für diesen Beitrag keine Provision. Ich sehe nur, wie im 3a-Business die Leute systematisch abgezockt werden.

  16. Kaufe besser gestaffelt einen „All World Country Index“ – ETF und lasse diesen so stehen die nächsten 40 Jahre bis zu deiner Pensionierung.

    Diese steueroptimierten 3.Säule A Vehikel bringen bloss den Banken was.

    Habe wohl bestimmt die viel bessere Performance nach 40 Jahren, weil in diesen verwalteten Produkten viel Schrott verpackt ist. Der jährliche Steuerbonus ist somit eine blosse Farce.

    • Wäre eine wissenschaftliche Studie Wert, die man aus Daten der letzten 40 Jahren speisen könnte.

      Die meisten 3.Säule-Vehikel bringen trotz jährlicher Steuersparnis wenig. Bloss die Banken sind giggerig für diese Schwindel-Produkte.

  17. Am Ende entscheidet die Performance, nicht die TER. Wenn der neue teurere Fonds mehr abwirft als der alte passive Fonds, dann wird sich keiner beschweren.

    • Wird er aber nicht. Diese Fonds haben durchs Band weg eine schlechte Rendite, praktisch keiner schlägt den Index. Die Banken parkieren ihren Müll darin, den sie oder andere Kunden loswerden wollen. Bauernfängerei und Kundenverarschung.

    • Wenn der neue teurere Fonds mehr abwirft als der alte passive Fonds, dann wird sich keiner beschweren. -> genau mein Humor 🙂

    • Haha…was für ein schlechter Witz: wer kann diesen „Was wäre wenn“ Vergleich schon rechnen und publizieren? Der Anbieter?

      Aber eines ist unumstösslich gewiss: die vom Anbieter geltend gemachten Kosten fliessen in seine Taschen, ob Performance hin oder her.

      Einfach ein schlechter Witz!

  18. Im indifferenten Geschäft (ca. 15-20%) generiert Raiffeisen einen bescheidenen Ertrag zum Gesamtertrag. Auch so kann man Erträge forcieren. Zuerst der grosse Abschreiber, dann Gebührenerhöhung und siehe da, im Januar 2020 wird wieder ein „sehr gutes Ergebnis“ gegenüber 2019 ausgewiesen.
    Ist doch einfach, oder?

  19. Fliesst hier Geld zu Lasten der 3. Säule und des kleinen Mannes hin zu Gunsten von Raiffeisen und Vontobel? Ist Lukas Hässig hier einem Korruptionsskandal auf der Spur?

    • Danke für diesen Link zu einem Blogeintrag, der vollkommene Kompetenzfreiheit des Autors bezüglich des Themas offenbart.
      Ausserdem ist die Tabelle dort (die Fonds kennend) sicherlich fehlerhaft. Und ein Assetmanager, der „Lafarche“ schreibt,…

  20. Eine TER von 1.21% frisst wahrscheinlich mehr als die Rendite weg. Ein Verlustgeschäft für die Kunden und viel zu teuer für einen solchen Fonds. Das kann nur noch als Abriss bezeichnet werden. Glücklicherweise steht es den Kunden frei, die Säule 3a-Guthaben zu anderen Banken zu transferieren, wo es noch vernünftige Angebote gibt.

  21. Das ist nicht mehr zeitgemäss!! Der Markt für 3a Anlagen geht klar in Richtung individueller, kostengünstiger ETF-Lösungen. Ich habe meine Säulen 3a beim VZ und kann für die halbe Gebühr marktgängige ETF selber zusammenstellen und gewichten. Beim Bezug kann ich die eingesetzten ETF problemlos in mein privates Depot übertragen.

    • Man rechne:

      Halbe Gebühr = 0.6% beim VZ
      Produktgebühren = 0.2 bis 0.4% je nach ETF

      Gesamtkosten = 0.8% bis 1.0% d.h. kaum günstiger als 1.2%

    • Zum Glück kann man 3a Gelder auch transferieren! Würde mich nicht wundern wenn Performance inkl. Gebühren negativ ausfällt.

    • Lieber Frau Trudi
      Man kann nur sparen, weil die Banken täglich neues Geld drucken; denn nun mit mehr entsteht mehr! Die Eigengeschäfte sind verfassungswidrig, müssten längst von der Judikative unterbunden werden, würden sie das Geldystem verstehen!

  22. Danke für den Artikel, Hr Hässig. Ein absolute Frechheit von Raiffeisen! Man wird als Kunde nicht gefragt und hat keine Wahl. Die meisten aktiven Fonds von Vontobel zu horrenden Gebühren kann man rauchen, underperformen ständig. Kostengünstiges, passives investieren ist im Falle der 3. Säule am sinnvollsten, das konnte man bei Raiffeisen bis vor Kurzem haben. Nun drängt sich wohl ein Bankwechsel auf, sehr schade.

    • Nein, überhaupt nicht „sehr schade“ – sondern das Gebot der Stunde: der Bankwechsel drängt sich geradezu auf!

  23. Die Bank Vontobel vermarktet ihren grossen CH-„Nachhaltigkeitsfonds“ mit dem Argument „Ueberperformance“. Allerdings schliessen die vorgegebenen Nachhaltigkeitskriterien des externen Beraters „seit Jahr(zehnt)en“ die Schweizer Grossbanken aus, was unter anderem zu einem Nestlé-Klumpen führte ….

    Die „brillante“ Performance ist damit weder dem Genie des Managers noch dessen imposanter Körpergrösse zu verdanken, sondern allein dem Faktor „Glück“ (chinesisch: Schwein). Das Verkaufsargument „Performance“ ist damit gewissermassen eine „Sauerei“.

    PS: Weder Raiffeisen noch Vontobel scheinen etwas vom Widerspruch „teure aktive Fonds“ vs. „Markteffizienz“ gehört zu haben.

  24. Zum Vergleich ist der 3A Fonds UBS Vitainvest 75 Swiss: ISIN – CH0293175037 mit TER 1.59% fast im hedgefund bereich – was die Kosten angeht.
    Dabei verwalten nicht etwa die Besten und Unabhängigen Köpfe der Industrie das hart ersparte 3A Vorsorge Geld, nein, es sind quasi verbeamtete UBS Söldner, mit passiv/aktiv ansatz, ausführen marsch mentalität.
    Wie dreist muss das UBS Management sein, um das hartverdiente Vorsorgegeld der Kleinsparer so zu „besteuern“? Schande!

    0.5% TER wäre fair!

    • Ueli – kein Wunder bist du noch Knecht, wenn du 0.5% TER Fonds hältst und als fair betrachtest. Heutzutag sind TERs fair bis maximal 0.2% – alles darüber führt dazu, dass man Knecht bleibt oder wird.

  25. Das Genossenschaftsidyll ist nur in den Köpfen real (und vielleicht noch in wenigen Raiffeisenbanken irgendwo in den Pampas). Ansonsten ist die Raiffeisen eine kalt kalkulierende (Gross-)Bank, gesteuert von der abgeschotteten CH-Zentrale. Besonders im Anlagegeschäft ist die Bank ein Wolf im Schafspelz.

  26. Der Stall ist immer noch nicht ausgemistet, da fliesst wieder schön Honig direkt in einen privaten FS 1 Honigtopf

  27. Ein TER von 1,20% (wobei Total Expense Ratio NICHT ALLE KOSTEN enthält) bei einem 3a-Produkt steht heutzutage ziemlich schräg in der Landschaft. Das dies die Verantwortlichen bei Raiffeisen nicht sehen und entsprechend Gegensteuer gegeben wurde, spricht nicht für die neue Führungscrew.

  28. Und was ist die Relevanz dieses Beitrages? Ich sehe den Sinn dieses Beitrages definitiv nicht, Bits somit unnötig verschwendet.

    • Als betroffene Person finde ich es hingegen sehr gut, dass diese News breit gestreut werden, ist eine Schweinerei! Bisher alles gut bei 3a-Lösungen der Raiffeisen und nun mittels schwammiger „Nachhaltigkeits-„Ausrede und Freipass für sinnloses hin- und herschieben via „aktiv“ diese Änderung, dass kommt wahrscheinlich gar nicht gut an… Sehr unhappy!

    • Mit allen Respekt Herr Müller, wenn sie die Relevanz dieses Artikel nicht erkennen, dann sollten sie ihn auch nicht kommentieren oder in einen Finanz Forum teilnehmen

  29. Ich bezahle nicht einmal die Hälfte bei der Viac, wo man 97% Aktien halten kann und 5 Depots per Mausklick aufmachen kann (World gemixt mit Schwellenländern). Die 3. Säule darf man ja halten, wo man will, also einfach wechseln, wie die Krankenkasse.

    • Genau das habe ich noch am selben Abend getan, an dem ich den Brief erhalten und gelesen habe.
      Auch andere Mütter haben schöne Töchter.

  30. Vielen Dank für diese wichtige Information. Die VZ-Portfolio-Analyse Ende 2018 hat ergeben, dass alle von Raiffeisen vermittelten Produkte in meinem Depot in den letzten drei Jahren bei überdurchschnittlichen Kosten eine schlechte Performance erzielt haben (4. Viertel Morningstar). Es wäre interessant zu erfahren, welchen Anteil überteuerte Produkte an den satten Raiffeisen-Gewinnen haben (von denen wir Genossenschafter nicht profitieren können).

    • Blödsinn und alter Kaffee. Lassen Sie sich Ihre Kenntnisse aus den 90ern erneuern. Wer richtig hinsieht, findet mittlerweile Anlagefonds, die günstig und zugleich gut verwaltet sind (v.a. Passiv). Bei den sicheren Obligationenanlagen wünsche ich viel Glück!

  31. Bedauerlich, dass es Raiffeisen nicht schafft ihren Kleinsparern ein eigenes Produkt anzubieten. Die Nummer 3 der Banken hat auch Verpflichtungen und wer weiss, würde sich damit für die Zukunft auch selbst einen Gefallen tun. Aber das wäre vermutlich mit Arbeit verbunden…

  32. Haben eigentlich alle vergessen, dass Vincenz sich damals mit der Bank Vontobel angelegt hatte – mit dem Segen der Nieten des RB-VRCH. Der damalige Vontobel-VRP ist bis heute der entscheidende Berater; er hat einen langen Schnauff und mit dem einen oder anderen VR der RBCH persönnliche, offene Rechnungen.
    Ungerecht? – Die Suppe muss ausgelöffelt werden, die RBCH-VRs sind weg…

  33. Notenstein-Nachgeschmack (-Gestank):

    Mit dem bezahlten Kaufpreis hat sich die Vontobel sehr wahrscheinlich ein paar Rosinen ins Kleingedruckte (Side-Letter) aushandeln lassen. Da wir alle den Vertrag nicht kennen, wird nun die Milchkuh Raiffeisen gemolken.
    Auf Teufel komm raus. Warten wir ab was der nächste Einverleibung-Prozess mit sich bringt.

  34. Nur die Nichtwissenden sparen in Säule 3 Produkten, denn Steuern sparen tut man nicht! Vielmehr muss man Kapitalgewinne beim Bezug der Gelder im Pensionsalter versteuern; viel günstiger ist es das Geld selber in Aktien zu investieren und dann sind die Gewinne steuerfrei und man ist erst noch flexibel.

    • Nun, das kommt doch auf die Länge (Zeit) der Anlagen, deren Rendite und die Steuerprogression an. Wer die Wahl (heisst: genügend Geld) hat, muss es sich zurechtlegen. Es gibt ein Restrisiko auf beiden Varianten: das Steuerrechtsrisiko. Niemand weiss, wie die Steuern in Zukunft (z.B. in 10, 20 oder gar 30 Jahren) sein werden.

    • Jährliche Vermögenssteuern, Einkommenssteuern von Dividenden etc. wohl vergessen?

    • Beim Bezug der Säule 3a Gelder zahlen Sie maximal 1/5 der maximalen Einkommenssteuer (Vermögenssteuer spielt keine Rolle, weil Sie ja diese vom Datum des Bezuges sowieso zahlen würden).
      Bei normalen Einkommens- und Vermögenssteuern zahlen, resp. sparen Sie maximal die Maximalsteuern.

      NICHT JEDER spart schliesslich mit einer und jeder Säule 3a Lösung. Die Säule 3a bietet auch konkurrenzlose Vorteile für „Einkommenschwache“, z.B. die nicht Pfändbarkeit. Fragen Sie einen guten (nicht unbedingt den teuersten) Berater.

      Sorry, ich weiss, dass das jetzt eine sehr einfache Darstellung ist.

    • @HPR

      Selbst für Fachpersonen gleicht der aktive Handel mit Wertschriften oft einem Casino-Spiel. Steuerfreie Gewinne resultieren nur aus Verkaufsgewinnen. Gewinne aufgrund vom reinem Wertzuwachs auf dem Depot sind zwar auch steuerfrei aber leider nicht sicher / real.

      Ich bin gerne bereit, für die Vermögensverwaltung einen Preis zu zahlen, aber nicht einen überdurchschnittlichen.

    • Die Auszahlungen aus der Säule 3a werden mit einem gesonderten Steuersatz besteuert. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit den Bezug der 3a Vorsorgegelder zeitlich zu staffeln damit weniger Steuern bezahlt werden.

    • @Alle: Bei Aktien sind ja nur die Dividenden steurerpflichtig für Privatpersonon, jedoch nicht Kapitalrückzahlungen und Kapitalgewinne.

      Somit macht es ja wenig Sinn, Aktienprodukte in die steuerreduzierte 3. Säule zu verpacken, da ja dann die Kapitalgewinne bei der Auszahlung zum Rentensatz versteuert werden müssen. Bei Obligationenfonds ist dies wieder etwas anderes.

  35. Der Kunde kann es auf dem Konto parkieren oder zu einem anderen Anbieter wechseln und davon gibt es doch einige. Es ist ja nicht so, dass man verpflichtet ist sein 3a Guthaben bei der RB zu halten. Ausser es ist als Sicherheit für die indirekte Amo der Hypothek verpfändet.

  36. ……………ist doch kein problem. 3a auf eine andere bank transferieren. raiffeisen ist in sachen anlagen so oder so schwach auf der brust. analog firmenkundengeschäft. stark in sparen und hypotheken. auch dort in letzter zeit preislich über markt.

    • Wenn das für die meisten Raiffeisen-Kunden so einfach wäre. Es ist davon auszugehen, dass viele 3.-Säulen zu Gunsten der Hypotheken und der indirekten Amortisation verpfändet sind, schliesslich wollte man damit ja nochmals Steuern sparen… Ich gehe davon aus, dass ein Grossteil der 3. Säulen bei Raiffeisen ziemlich immobil sind und nun dazu dienen, die wegfallenden Margen aus dem Hypothekengheschäft zu kompensieren.