Noch mehr Harassment-Verdacht bei Ernst&Young

Beraterin weitet Untersuchung aus – Vermutet wird nicht nur einer, sondern mehrere Vorfälle – Ex CEO: Strafanzeige gegen IP.

Bei Ernst&Young fiel in den letzten Wochen einer nach dem anderen. Zuerst wurde ein Partner wegen Harassment-Verdachts beurlaubt, dann gab der CEO EY Schweiz seine Machtstellung auf.

Nun ist auch der „Samichlaus“ mit der „Lapdance“-Performance von Weihnachten 2015 Geschichte bei der Beraterin. Das spezielle Schauspiel vor 200 EY-Leuten ging um die Welt.

Der Partner, auf dessen Schoss sich vor allen Augen seine Sekretärin setzte und der seine Studiumsarbeiten beim Ex-Raiffeisen-Präsidenten an der HSG geleistet hatte, hat die EY Schweiz verlassen. Er geht zur Konkurrenz – und lässt ausrichten, dass der Schritt freiwillig erfolgt sei.

„Der Austritt von Hr. (…) als Partner von EY erfolgte per Ende Februar 2019 auf Wunsch von Hr. (…)“, sagt der Anwalt des bisherigen EY-Partners. „Eine Freistellung wurde nicht ausgesprochen“.

Und weiter: „Wie Ihnen ausserdem wiederholt dargetan, hat der Wechsel von Hr. (…) keinen Zusammenhang mit der durchgeführten Untersuchung oder den durch Sie medial erhobenen Vorwurf im Zusammenhang mit der Weihnachtsfeier 2015.“

Tatsache ist, dass EY ihre interne Untersuchung rund um sexuelle Belästigungen von Frauen durch Partner und Vorgesetzte nicht beendet hat. Vielmehr hat sie die Ermittlungen in der Zwischenzeit sogar ausgeweitet.

Damit geht die Führung der EY Schweiz auf Anordnung der Vorgesetzten in Europa und in Amerika dem Problem erstmals ernsthaft nach. Zuvor lehnten dies die Schweiz-Chefs lange ab; sie sagten, des gebe nichts zu untersuchen.

„Wie bereits bestätigt, wurde eine unabhängige Anwaltskanzlei beauftragt, einige ältere und neuere Vorwürfe über unangemessenes Verhalten am Arbeitsplatz zu überprüfen“, meinte die Sprecherin von EY Schweiz auf Anfrage.

Man müsse verstehen, „dass wir keine Kommentare zur Untersuchung, den Ergebnissen oder unseren Massnahmen abgeben“, fuhr sie fort.

Und: „Wir können jedoch sagen, dass die Anwaltskanzlei eine gründliche Überprüfung durchgeführt hat und wir strenge Disziplinarmassnahmen gegen jeden ergreifen, von dem wir feststellen, dass er gegen unsere Richtlinien und/oder unseren Verhaltenskodex verstossen hat.“

Entscheidend ist die Aussage der EY-Sprecherin, wonach „einige ältere und neuere Vorwürfe über unangemessenes Verhalten am Arbeitsplatz“ abgeklärt würden.

Bisher ging man nämlich davon aus, dass nur ein Fall vorgefallen sei und entsprechend unter die Lupe genommen würde. Dabei geht es um jenen Partner, der schon im vergangenen Dezember beurlaubt wurde und von dem sich EY dann im Januar getrennt hat.

Ein eigens beauftragter externer Anwalt hatte zuvor die Vorwürfe rund um jenen Harassment-Vorfall unter die Lupe genommen, der vor knapp 3 Jahren stattgefunden hatte.

Dieser Fall steht am Anfang der Geschichte. Im letzten Oktober wollte EY auf eine Anfrage dieses Mediums nichts wissen von sexueller Belästigung von Mitarbeiterinnen durch hochrangige EY-Partner und -Manager.

Statt den Vorwürfen nachzugehen und dann Stellung dazu zu nehmen, schickte der damalige Pressechef von EY Schweiz dem Blog ein Email, in dem er schwere Vorwürfe erhob.

„Aus einer halben Information, die so zugespitzt wird, dass sie spannend klingt, aber mit der Realität nur noch sehr wenig zu tun hat, gehen Sie auf Ihren Blog“, meinte der Sprecher, der inzwischen Kommunikationsleiter der grossen Post geworden ist.

„Begeht ein angesprochener Akteur den Fehler, Ihre Information in den Kontext zu stellen oder mit Fakten zurechtzurücken, überziehen Sie ihn schon mit der nächste Geschichte. Und das Ganze mit hohen Klickraten, da die Unternehmen, die Sie begleiten, vorzugsweise grosse Mitarbeitendezahlen haben.“

Dann gab der EY-Kadermann den Tarif durch. „Wir werden Ihre Anfragen nicht mehr beantworten und Ihre Einträge nicht mehr mit Fakten widerlegen. Vor allem werden wir dem Blog von Geräten unserer Firma keinen Traffic mehr verschaffen.“

Der Grund liege in der jüngsten Anfrage, führte der Mann aus, der eigentlich fürs Kommunizieren bezahlt war. „Für uns als Firma hat Ihr Blog eine rote Linie überschritten, als sie es zuliessen, dass Menschen im feigen Schutz der Anonymität Sexistisches und Unflätiges gegen unsere Mitarbeiter von sich geben.“

CEO weg, hoher Partner weg, „Lapdance“-Partner weg, Ausweitung der Untersuchung auf „einige ältere und neuere Vorwürfe über unangemessenes Verhalten“: Der Fall scheint klar.

Doch weit gefehlt. Wer gedacht hat, dass all die seit der ersten Berichterstattung erfolgten Entlassungen und Eskalationen zu einem Umdenken an der EY-Spitze führen würde, sieht sich getäuscht.

Vielmehr attackiert die EY Kritiker noch stärker, als sie es mit einer zivilen Klage von Oktober es letzten Jahres bereits getan hat.

Im Januar reichte das Unternehmen nämlich zusätzlich zur hängigen Klage am Handelsgericht eine Strafanzeige bei den Untersuchungsbehörden des Kantons Zürich ein. „Straftatbestand: Widerhandlung gegen das UWG etc.“, also das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb.

Da war gerade noch der damalige CEO von EY Schweiz, welche die Strafanzeige eingereicht hatte, zuständig. Wenige Tage später zog er sich auf eine Position im internationalen EY-Verbund zurück.

Jenes Unternehmen, das „ältere und neuere Vorwürfe“ wegen sexueller Belästigung abklärt, weil offenbar einiges im Argen liegt, verdächtigt nun also den Journalisten, der den Fall ins Rollen gebracht hat, eines Verbrechens. Die Ermittler haben das Verfahren fürs Erste auf Eis gelegt.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Als Revisionskunde von EY erwarte ich, dass nun endlich aufgeräumt wird und jegliche Versuche, Journaisten mit Klagen mundtot zu machen, eingestellt werden.
    Am nächsten Meeting mit dem Leitenden Revisoren werde ich dies unmissverständlich ausdrücken. Ich habe kein Problem, das Mandat neu auszuschreiben.

    • Bravo! Bravo, bravo.

      Wenn nur jeder Revisionskunde so reagieren würde (ich habe dies nun aber schon von einigen Kunden gehört). Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

      Eine Schweinerei sondergleichen, wie kleine Buben die erwischt wurden und jetzt ein Bitzeli täubelen. Weltkonzern? Wer, was, wo? Trötzeler sind die Jungs ganz oben. Leider auch in der Rechtsabteilung wie’s scheint.

  2. […] Noch mehr Harassment-Verdacht bei Ernst&Young frauenpg […]

  3. Lieber Christophe (Marclay)
    Natürlich kam die Anweisung für die Strafanzeige von Mäse (oder Bruno?), aber du als General Counsel hast sie sicherlich ausgeführt. Lieber Christophe, wirklich? Ist das dein Ernst? Vertrittst du auch diese uneheuerliche Politik? Oder einfach nur Angst vor denen da oben?Du hast sie eingereicht, du kannst die Anzeige wie auch die Klage zurückziehen (ein Telefonat an den Kunz von Walder Wyss) denn beides wird in einer epochalen Niederlage (medial auch bei einem “Sieg” vor Gericht) enden, einem medialen Desaster für uns, wenn Hässig auch nur ein Achtel seiner Zeugen vorladen wird.

    • Der B. doch nicht, dazu ist er doch zu träge. Das passt eher zu M.: Erst mal blindwütig dreinschlagen, nachher (vielleicht) denken.

  4. Chiomento schaut weiterhin tatenlos zu?? Befindet diese Klagen und dieses ganze frauenfeindliche Gehabe seiner männlichen Verantwortlichen in diversen Positionen für angebracht? Verantwortlichkeitsklagen nach OR dürften auch ihm bekannt sein, oder?

  5. Eine junge EY Beraterin aus der welschen Schweiz hat mir erzählt, dass sie von mindestens einem für sie wichtigen Partner im Beförderungsprozess (es geht ja immer darum überall einen „guten Eindruck“ zu hinterlassen, sprich es besteht eine permanente Abhängigkeit, wenn man weiterkommen will) ungefragt Begrüssungsküsschen bekommen hat und sie das als unangenehm empfunden hat. Es sagt halt einiges über den (fehlenden) Code of Conduct aus. Wie kommt ein Partner dazu ? Ist doch nur völlig daneben und hat sicher nichts mit einem guten Arbeitsklima zu tun, wenn auch das vielleicht nicht unter sexuelle Belästigung fällt.

    • Bitte nicht!

      1.) Hören sagen
      2.) Gelten Begrüssungsküsschen z.B. in der französischen Schweiz als üblich

      Mit Ihrem Kommentar ziehen das ernste und wichtige Thema (absichtlich??) ins Lächerliche.

    • 1. Das ist eine sehr gute Kollegin von mir und das war bei den verschiedenen Treffen so. Sie hat sich explizit darüber beschwert.
      2. Nein, dass ist bei der Arbeit von einem Ü50 Partner überhaupt nicht üblich, auch nicht in der Welschschweiz
      3. Keine Ahnung wie man das als normal empfinden kann

      Nein, ich ziehe überhaupt nichts ins lächerliche, für diese Kollegin war es eine Belastung und die gilt es meiner Meinung nach Ernst zu nehmen.

    • Ich empfinde es auch als ‚unangenehm‘ wenn am morgen der Wecker klingelt. Hab dazu aber in unserem COC noch keinen Passus gefunden….

    • @Mutti
      Begrüssungaküsse üblich in der Westschweiz? Zwischen Chef und Mitarbeiterin?
      Als Bilangue kann ich nur sagen: Sie haben keinerlei Ahnung! Das ist alles andere als üblich und angemessen! Die Westschweiz ist beruflich deutlich hierarchischer und formeller als die Deutschschweiz!

    • @Jerome
      Da gibts nur eins: Ab mit Namen und Details zu Hässig.
      Er wird diesen Typen sicher noch so gerne zur Rechenschaft ziehen.
      Und nein, liebe Machos, das ist en No-Go. Wangenküsse auf der gleichen Ebene – ok. Aber sicher nicht vom Vorgesetzten iniziiert!!!

  6. Warum zieht eigentlich EY nicht endlich mal eine brauchbare PR-Agentur bei? Diese hilflose Bastelei ist doch nur noch peinlich.
    Gratistipp:
    1) Stalder sofort verabschieden
    2) Sämtliche Klagen gegen Hässig sofort zurück ziehen
    3) Neuen CEO und Verwlatungsratspräsidenten bestimmen
    Damit wären schon mal 90% der Probleme gelöst.

  7. Jetzt mal im Ernst; haben die noch alle Tassen im Schrank da bei EY (CH und offensichtlich au EMEIA)?….es wäre nun die Chance da, noch fertig aufzuräumen und die chauvinistische Truppe rauszuwerfen die noch an den Sesseln klebt und bei null anzufangen. Goodwill zu zeigen und aufzubauen. Aber was machen die Löllis beim Tower? Weiter um sich schlagen, die Elefanten. Aber wo sich der Elefant gerade befindet, scheinen sie noch immer nicht realisiert zu haben, Porzellanladen und so. Kaum zu glauben; wer ist hier für die taktischen Manöver zuständig bei EY und hat diese Klagen und Strafanzeigen aufrechterhalten resp. angeordnet? Den sähe ich vom IQ her auch beim Bätschtelär. Freue mich auf die Hauptverhandlung im Prozess….wenn die ganzen Zeugen inklusive alle Opfer aufgeboten werden…..das wird wieder ein mediales Debakel für EY!!…dass die ganzen Partner keine Eier(stöcke) haben, sich gegen die „Führung“ zu erheben?

  8. „Auf Wunsch von (…)“, „Keinen Zusammenhang mit der Untersuchung“ – ist heute denn bereits der 1. April?

    • Für einen anständigen Stundensatz schwindelt ein Anwalt jeden Unsinn zusammen.

  9. Bravo Herr Hässig,

    Auch wenn es nicht angenehm ist Post von der Staatsanwaltschaft zu erhalten, nehmen Sie es gelassen.

    Strafanzeigen gegen Sie werden das Leiden der Opfer nicht mildern, und die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft auf die Täter und Mitwisser im Management nur vergrössern.

    Lapdance, sexuelle Belästigungen, sexuelle Nötigung werden sicher als Offizialdelikte von der Staatsanwaltschaft sorgfältig untersucht.

    Opfer und Zeugen sollten sich KEINESFALLS bei den von EY beauftragten Rechtsanwälten melden, sondern AUSSCHLIESSLICH bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft. Nur so wird sichergestellt, dass die Untersuchungen neutral und professionnell durchgeführt werden. Offensichtlich hat hier bei EY die Compliance total versagt.

    Untersucht wird, zu den Straftaten selber, auch die « Chain of command », wer war im Management verantwortlich, besteht ein grobes Organisationsverschulden, Fürsorgepflichtverletzung, Körperverletzung uvm.

    Die Wahrscheinlichkeit dass hier § 52 des StGB (Strafgesetzbuch) angewendet wird ist gross, denn es sieht die Strafbefreiung aus Verhältnismässigkeitsgründen vor (Opportunitätsprinzip).

    Den Opfern wünschen wir viel Kraft und diese können kostenlose Unterstützung erhalten(juristisch, finanziell und psychologisch) bei der
    Opferhilfestelle Kanton Zürich
    Neumühlequai 10
    8001 Zürich
    Telefon : 043 259 25 41

    • Wäre aber für singende Mitwisser interessanter, die Telefonnummer und Adresse der untersuchenden Polizeistelle, oder Staatsanwaltschaft, zu wissen.
      Luku, bitte im nächsten Artikel gleich nachholen, dann bricht es den obrigen Selbstdarsellern und Narzisten noch schneller das Klage-Genick

    • STGB Art. 52
      Art. 52 1. Gründe für die Strafbefreiung. / Fehlendes Strafbedürfnis

      1. Gründe für die Strafbefreiung.

      Fehlendes Strafbedürfnis1

      Die zuständige Behörde sieht von einer Strafverfolgung, einer Überweisung an das Gericht oder einer Bestrafung ab, wenn Schuld und Tatfolgen geringfügig sind.

      Reminder
      Hinzu kommen die Beweisfrage, resp. Aussage gegen Aussage.

      Meine Empfehlung
      1) Frauen lasst Euch konkret in der Situation nichts gefallen.
      2) Zieht nur in schweren Fällen Untersuchungsstellen da mit rein. Diese Prozesse sind extrem (emotional) belastend und können zum Bumerang (Karriere) werden.

    • Ich kapiere das nicht oder werde es nie kapieren. Wenn ein Frau nicht will, dass man ihr zu Nahe tritt, sie sexuell belästigt, dann wird sie wohl auch fähig sein nein zu sagen und damit wäre es dann in der Regel auch erledigt. Es sei denn, dass sie sich Vorteile durch ihr „Stillschweigen „ erhofft! Dasselbe ist doch auch bei den Hollywood Stars mit dem Weinstein passiert. Um ein einfaches Weiterkommen zu ermöglichen, kann man auf den Schoss sitzen oder sich ganz einfach hochschlafen. Was ist daran falsch? Das ist nun ganz einfach menschlich ob wir das wollen oder nicht. Ich persönlich möchte den korrekten Weg wählen.

    • @alles wird gut:

      du hast so richtig gar nichts verstanden, ich hoffe du hast keine Tochter!! Sagt dir das Wort Abhängigkeitsverhältnis etwas? Evt. Subordinationsverhältnis? Was die Folge ist vom nein sagen? Siehe den hier abgehandelten, bekannten case; Drohungen gegen die Opfer und nahestehende Personen, deren private und berufliche Zukunft zu ruinieren.
      Drohungen dass auch deine weitere Karriere in dieser Stadt zerstört wird durch diese mächtigen Firmenchefs und Partner. Noch Fragen? Gut, dachte ich mir. Und für die Zukunft; zuerst überlegen und dann schreiben. Falls ersteres nicht möglich ist, dann weiteres ganz sein lassen an deiner Stelle.

    • @alles wird gut
      WTF*?
      Mit ihrer Einstellung ist und wird gar nichts gut!
      Es ist ein absoluter no go, Mitarbeiterinnen anzumachen, die zum Vorgesetzten in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen!
      Häufig kommts ja dann drum nicht zur Anzeige, da man sich im Zuge des Prozesses laufend mit der Sache beschäftigen muss und das halten Betroffene vielfach nicht aus.
      Es ist eine Schande, dass das im 2019 in Unternehmen noch so stattfindet und man hierzu im Forum Stellung beziehen muss!

  10. Das Lächerlichste an der ganzen Sache ist, dass diese Leute Unternehmen
    „beraten“ und dafür noch absurd viel Geld erhalten !!
    Auch hier ist der MYSTIZISMUS (die Anerkennung der ausserpersönlichen Authorität)schuld.
    Dass man sich nach Erhalt von so viel Geld für so wenig Leistung euphorisch „daneben“ benimmt ist absolut normal und vergleichbar mit Lottogewinner-Party’s oder Junggesellen-Abenden………
    Auch Fryday-Night-Syndrom genannt.(Happy go Lucky)
    In England nennt man dies:
    Fuck the Fuckers

  11. Es ist abzunehmen, dass diese grosse Firma nie zum Mittel der Strafanzeige gegen ein etabliertes Medium gegriffen hätte. Einerseits verfügt ein grosses Medium über Ressourcen, um sich vor Gericht zu wehren, andererseits ist eine grosse mediale Beachtung eine Gefahr, falls die Strafklage unfundiert ist, was in diesem Fall schwer annehmbar ist.

    Im Fall eines kleinen, unabhängigen Mediums oder eines einzelnen freien Journalisten ist die Einreichung von Strafanzeigen jedoch ein wirksames Mittel. Deshalb wird es von solchen Grossorganisationen auch gerne angewendet. Der Strafklage erfüllt dabei die Rolle eines Instruments zur versuchten Nötigung des Journalisten.

    Da die vierte Gewalt im Land Teil des Systems wurde und kleine, unabhängige Medien und freie Journalisten die eigentliche Rolle der etablierten Medien übernommen haben, können wir uns selber ausmalen, wohin solche Praktiken führen.

    Zu einer medialen Diktatur derjenigen, welche über die notwendigen finanziellen Mitteln verfügen, um jeglichen kritischen Journalismus mit Strafklagen einzudecken.

    Es wäre wünschenswert, wenn die Judikative im Land, im Wissen solcher Praktiken, eine besondere Sorgfalt in der Annahme solcher nötigenden Strafklagen entwickeln würde.

    • Die Staatsanwaltschaft sollte die Anzeige gegen Hässig sofort entsorgen, aber unbedingt sofort Ermittlungen wegen Falschbeschuldigung erheben und möglichst (zur Beweissicherung) eine Hausdurchsuchung an der Hardbrücke durchführen.
      Dies würde Nachahmungstäter abschrecken.

  12. …lustiger Fakt; Die Strafanzeige wurde von EY-CH eingereicht, das heisst, auf Geheiss von Stalder, natürlich durch das Legal von EY-CH. Wer ist General Counsel EY-CH? Christophe Marclay. Und wo hat Christophe Marclay lange gearbeitet? Genau, bei Lenz & Staehelin. Lenz & Staehelin? Genau, das ist die Kanzlei, die doch „unabhängig“ untersuchte (wobei das mit „untersuchen“ ja nichts zu tun hatte) im Harassment Fall und jetzt auch „unabhängig“ untersuchen soll … really, EY, wirklich? Ist das euer Verständnis von „unabhängig“?…erklärt so einiges … somit werden auch die weiteren Fälle welche jetzt untersucht werden (ja eeeeeeeh) sicherlich äusserst „thorough and independent“ untersucht werden…

    Am Abend treten ja diese Spielzeit im Zirkus Knie Giaccobo/Mueller auf,….bespasst EY jeweils in der Nachmittagsvorstellung?

  13. „. . . .meinte der Sprecher, der inzwischen Kommunikationsleiter der grossen Post geworden ist.“

    Echt jetzt, bei der Post und wir bezahlen so was noch den Lohn? Wieso hat der sich nicht als „Kommunikationsleiter“ bei Trump beworben?

    Von welchem Body wurde der wieder eingestellt, Herr Schwaller? Wo sind die Politiker und #mee too Frauen in der Politik zu diesem Thema?

  14. Head of HR, laut LinkedIn „Developing the leaders of tomorrow“……eeehm,….sind das die Leader, welche die Welt braucht? Versagt am Laufmeter und hat seinen Laden nicht im Griff, ist ja aber auch aus dem Risk direkt ins HR katapultiert worden, dementsprechend die Leistung (oder haben Sie jemals eine Giraffe Bäume erklimmen sehen?)….von wem? Genau, von Marcel Stalder. 😉 …naaa, ringing a bell warum sexual harassment bei EY CH offensichtlich nicht ernst genommen wird? Wer ist eigentlich verantwortlich für das Personalwesen und somit für die Mitarbeiter und die Unternehmenskultur?

    • Der Mann hat schlicht keine Ahnung von HR. Er war halt befreundet mit Stalder und SMS. Darum hat man ihm diesen gut bezahlten Job gegeben.
      Der postet jetzt fragwürdige Kommentare auf Kununu.

    • Vieli ist ne Marionette…klassisch verspekuliert. Partner wird der sicher nicht mehr.

    • Haha love it!! Der nette Mario ist ne Mario-Nette🤡. Noch schlimmer ist das die Flasche früher Head Risk war….wahnsinn

    • Vieli ist einer der Hauptpersonen. Dadurch, dass das Opfer B nicht einvernommen wurde durch den geldgefrässigen Harold Frey, konnte er nochmals aufatmen. Der war damals einer der Zentralfiguren im Projekt SMS-Stalder-entlasten. Was für ein HR-Chef.

    • ….also sollte der V jemals zum Partner befördert werden, wäre das der finale Beweis, dass die ganzen Sexual Harassment Vorwürfe auch von der neuen Führung kaum ernst genommen werden.

  15. Lustig…ist eigentlich der PR-Verantwortliche bei EY (und nicht nur EY CH) von Beruf Gärtner? Oder heisst das Chiomento alles gut?? Lernresistenz Level World Class. „Building a better working world“ ist doch das EY-Motto, nicht? Nun denn, wie verträgt sich das mit folgenden Themen:

    – Der Mann mit der Jobbezeichnung „Forensic & INTEGRITY Services“. haha,…..hat da einer seinen Titel beim Titelroulette gewonnen? Integer gegenüber sich selber und seiner payroll?

    – Stalder: Was macht der eigentlich immer noch im Unternehmen? Ah ja,..Klagen einreichen, genau, hat wohl das Feld: „Klageneinreicher und Rumpelstilzchen-Fan“ getroffen bei selbigem Roulette;

    – Bruno C.: Was zum Geier macht der Typ eigentlich den ganzen Tag (ausser Whistleblowerinnen jagen und …..offensichtlich gar nichts (richtig))?

    – VR Andreas B. …hat eigentlich doch einen guten Ruf,..nur,…wo ist er während der letzten Monate? Was macht er? Sucht er sein Rückgrat?

    – EMEIA: spielen sich als Retter auf, leider alles nur Show wie man sieht; lieber Klagen gegen Hässig zulassen als tatsächlich aufräumen und auch noch den Rest der Schuldigen rauskegeln (natürlich unter Vorwänden wie „verlässt das Unternehmen freiwillig“, etc.)

    – die externen Anwaltskanzleien, Walder Wyss und Lenz & Staehelin,…macht ihr für Geld eigentlich alles? Wirklich alles? …und das, wie gesehen im Fall von Lenz noch äusserst schlecht? Herr Kern von Walder und Herr Frey von Lenz;….zusammen im Rückgrat-such-Club mit Andreas B.?

    – Warum spielt Xherdan Shaqiri bei Liverpool nicht mehr? Ist da EY CH auch involviert?

    • Einverstanden, ausser mit der Einschätzung zu Blumer. Blumer ist durch und durch integer. Aber in diesem durch Stalder und seine Buddy’s durchseuchten Laden stehen Leute wie er oder Schwaller auf verlorenem Posten. Ein Problem ist ganz klar auch Teigland. Diese hätte von Beginn weg durchgreifen sollen.
      Aber es wird nun schnell besser: Blumer wird sicher neuer CEO (hoffe ich zumindest stark).
      Stalder taucht zwar angeblich noch gelegentlich an der Hardbrücke auf, aber den wird man in wenigen Wochen entsorgen, wie auch den V und hoffentlich den ganzen Rest der Buddy’s von Stalder.
      P wird es hoffentlich am neuen Ort noch erwischen, wäre Schade, wenn er so abschleichen könnte!

    • Jep, dachte ich au re Blumer. Aber: ein weiterer Whistleblower-Brief war an Chiomento UND Blumer adressiert, noch VIEL ausführlicher….und Blumer hat NIX gemacht (Bruno C. natürlich nicht…war ja gerade mit Betonfussblöcken ausgestatteb auf which-hunt, am Whistleblowerinnen jagen)…..der hat leider seine Cojones auch seit einigen Jahre auf hold der Blumer…schade.

  16. „Für uns als Firma hat Ihr Blog eine rote Linie überschritten, als sie es zuliessen, dass Menschen im feigen Schutz der Anonymität Sexistisches und Unflätiges gegen unsere Mitarbeiter von sich geben.“

    Interessant! Hier ist der Unterschied: In Ihrer Firma – liebe EY – haben Ihre Mitarbeiter Sexistisches und Unflätiges NICHT anonym von sich gegeben. Und deshalb sollte man euch ganz einfach meiden und diese Mitarbeiter blossstellen, damit sie es nie mehr wieder tun und die Konsequenzen dafür tragen.

    Die Respektlosigkeit und das Machtgehabe, die diese Individuen an den Tag legen, sind einfach nur peinlich! Die Zeiten sind vorbei.
    Es ist top, dass diese Supertypen bekannt werden! Und jeder Nachbar und jeder Arbeitgeber weiss, was für Komplexhaufen das sind. Ein Mann mit Selbstvertrauen (und Intelligenz) hat das nämlich nicht nötig!

  17. Mit der Strafanzeige macht sich E&Y vollkommen lächerlich – und unglaubwürdig. Schlechter kann man den Fall nicht managen – typisch Beraterfirma, die die eigenen Fälle nicht auf die Reihe kriegt.

  18. Billiges Manöver aus der Kommandozentrale eines Wirtschaftprüfers?

    Wasted time. What happened, happened!

    • Meinst du das läuft bei irgend einem der B4 vollkommen anders?
      Die anderen 3 sind sicher nicht unglücklich über das Theater welches EY hier aufführt.
      Wenn sie schlau sind nutzen sie die Zeit zum ihren eigenen Schweinestall auszumisten. Still und heimlich.
      Aber wahrscheinlich sind eben nicht alle schlau.

  19. Ich denke die anderen Untersuchungen sind wegen einem anderen Partner – jahrelang hat er Damen beleidigt und mit anzüglichen Sprüchen eingedeckt

    • Meinst Du den oben?
      Der war zwar stilvoller als der unten, aber immer noch unter jeder Kanone.

  20. Wenn man die Sache nüchtern betrachtet ist LH tatsächlich ein Verbrecher. Nur hat der EX-CEO, Mitarbeiterninnen, die an ihn direkt rapportieren, immer wieder bei Ihrer Karriere unterstützt und sogar „offizielle“ Retention Boni zahlen lassen. …. keine Ahnung, ob das mit dem Code of Conduct vereinbar ist……

    • Blödsinn. Hässig hat nur seinen Job als Journalist gemacht.
      Der Tagi hat die Geschichte ja auch bestätigt mit eigener Recherche.
      Das ist der billige Versuch der Rache von St., Sch. & Sch. sowie dem PR-Fuzzi, der zwischenzeitlich auch weg ist. Er soll zur Post wechseln, was man hört.

    • @Wurzel
      Und das was Sie machen ist Verleumdung und Anprangerung in einem öffentlichen Forum. Wäre auch ein Verbrechen.

  21. Eine Ergänzung zum Lapdance-Mann.
    Der Mann ist geizig und geldgierig. Meines Wissens startet er erst am 1.4. bei … (Welche Pfeifen machen da eigentlich die Due Dilligence?)
    Der verzichtet garantiert nicht freiwillig auf einen Monat bezahlte Freistellung.
    Ein Mann der damit prahlt, dass er mit der Metallsäge das Netzteil des Stromkabels seines Laptops bearbeitet, um kein neues (für 7,50 Fr.) kaufen zu müssen.
    Ergo sagt sein Anwalt nicht alles.
    Übrigens ist der Lapdance-Fall nur die Spitze des Eisbergs.

    • Habe gehört, London habe ihm die Wahl gelassen: Entweder sofort raus oder formelle Untersuchung (mit Risiko des Verfalls der Partneranteile). Er hat erst ein wenig geschimpft, aber dann schnell aufgegeben.
      Endlich wird der Laden aufgeräumt!

    • Aktuell hockt er zuhause, ohne Bezahlung.
      Aber er will im April am neuen Ort anfangen. Vermutlich steht die Frauenkampfgruppe mit Plakaten dann vor dem Haus.

  22. Danke EY, dass ihr frisches Futter garniert mit alten Kamellen serviert. Und so die Vergangenheit zur neuen Gegenwart erhebt. Ihr wisst ja auch: sex sells.

  23. Ich habe es nicht ganz kapiert. Bis auf das, dass der Lapdance Partner nun zur Konkurrenz gegangen ist und die Anzeige sistiert wurde, ist nichts weltbewegendes passiert oder?

    • Wenn ich das richtig verstehe, dann gab es eine NEUE Anzeige! Bis jetzt am Handelsgericht, nun auch noch Strafanzeige!
      Das wäre dann schon eine massive Eskalation durch EY (die ich nicht verstehe).

  24. Jetzt überschreitet EY eine Rote Linie.
    Als regelmässige Käuferin von Beratungsleistungen (auch von EY) ist diese Firma nun bei mir auf der Webseite Schwarzen Liste.
    Wie auch Bain.

    • Ja, ja.. Du arbeitest garantiert niht im Procurement. Procurement hat rein gar nichts zu Sagen was Advisory-Projekte/Budgets angeht… Du arbeitest irgendwo in der Wertschriftenabwicklung.

    • @Nicht hässig
      Auch Sie sollten vielleicht besser Deutsch lernen.
      Herr Hässig scheint mir nämlich die ganze Chause mit Humor und einem Lächeln entgegenzunehmen. Denn er Weiss genau, dass er Recht behalten wird. Offensichtlich scheint ja mehr bei EY in der Sche…. zu liegen.

    • Lustiges neues Spielchen; herausfinden, wer den Kommentar verfasst hat, die Chancen stehen bei 25%:

      A. SMS
      B. Mäse
      C. Head HR EY-Schweiz
      D. Tommaso Ramundo

      p.s. Als Telefon-Joker steht der Partner von Forensic & Integrity Services zur Verfügung.

  25. Das mit der Klage finde ich richtig. Sollte jeder so machen, der hier verunglimpft wird. Nun sollte LH aber nicht jammern, dass er, der arme Journi, nun hart angefasst wird… Bist ja keine Memme!

    • War denn irgendetwas an der Berichterstattung zu dem Fall sachlich nicht richtig?

    • @Sandy Bournell
      Ich glaube, Sie haben noch nicht verstanden, wer hier die Marode Firma ist. Sicher nicht IP und Herr Hässig. Es beweist ja nur zu gut, dass bei EY Etwas im Argen liegt. Sie Herr Bournell sollten vielleicht besser Deutsch lernen, dann würden Sie auch die Zusammenhänge verstehen.

    • Was ist eigentlich mit MS – man hört gar nichts mehr über den Chef…?!

    • Drei Sache kann man nicht lange verstecken: „die Sonne, der Mond und die Wahrheit!“
      Aber hier würde ich sehr, sehr vorsichtigt sein: EY Schweiz ist beschäftigt mit sich selbst nach der Finanzkrise, etliche Skandalen und jetzt diese Reputationschaden…eigentlich unnötig. Wenn der CEO selber involviert war, es ist nicht gutes zu erwarten…trotzdem würde ich sehr vorsichtig sein: bei Betrug oder Manipolation die Sachen sind ziemlich klar, bei “ harassement“ sind immer ein bisschen “ dubiosär“, man braucht immer mindestens zwei Seiten…ausser die Sonne klar à la Weistein und Konsorten…
      EY CH muss sich selber “ heilen“ und wieder fit und Vertrsuensvoll werden. Dazu gehört auch umgang mit Technologie, Stress und Überarbeit bei gewisse “ Key peoples“. Das machen sehr gut die tec Giganten, noch nicht gut die Revision – Beratungsbranche. Der rest ist eine Spekulation, trotzdem würde ich nie ein Journalist verklagen, da er nur die Informationen von interne bekommen hat. Somit der Wurm ist inside and not outside, falsch etwas gelaufen ist…viel Glück und Erfolg!🤣

  26. Der Fall wird immmer skurriler:
    – „Lapdance“ behauptet, er sei rein zufällig dann sofort abgetreten, als EY begonnen hat, zu ermitteln 😂
    – Klage gegen Hässig, obwohl man mit den Abgängen eigentlich bestätigt hat, dass die Vorwürfe wahr sind. 😂
    Ein Fall für die Fasnachtszeitung!