Blackstone Resources trickst, Börse nickt

Hinter Privatplatzierung steckt wohl Präsident und Grossaktionär der schlingernden Energie-Firma: Er kaufte – Für Börse alles Ok.

Die Aktie der Blackstone Resources, ein Nebenwert, der letztes Jahr kotiert worden war, ist in freiem Fall. 13.50 Franken kostete der Titel beim Start im Juli, gestern Abend waren es noch 1.50.

Dahinter steckt ein Trauerspiel, das vor allem an eine wichtige Instanz Fragen aufwirft: die Schweizer Börse.

Die Six liess zu, dass die Blackstone Resources im Expressverfahren, also ohne eingehende Prüfung und ohne grosse Roadshow bei Profi-Investoren, loslegen durfte. Nun folgt der Boomerang.

Denn was sich in den letzten Tagen und Wochen rund um das Unternehmen mit Sitz in einem öden Bürogebäude im Kanton Zug abspielt, spottet jeder Beschreibung.

Der Höhepunkt einer ganzen Reihe vor Ungereimtheiten wie dem stillen Abgang des Finanzchefs und der Verschiebung des Geschäftsberichts ist der soeben gemeldete Verlust. Der schlägt alles.

23 Millionen Franken beträgt das Minus für das Geschäftsjahr 2018. Im Vorjahr, sprich 2017, gab es noch ein Plus von knapp 4 Millionen. Aber damals war die Firma ja noch nicht an der Börse.

Kurz: Man geht mit einem Gewinnausweis aufs Parkett, verkauft die heisse Ware so schnell es geht, und dann taucht wie aus dem Nichts ein Riesenloch auf.

Was ist da los? Und was sagt die Börse dazu?

Diese flüchtet sich in Allgemeinplätze. „SIX Exchange Regulation AG überwacht sämtliche Emittenten hinsichtlich der Einhaltung der anwendbaren börsenrechtlichen Regularien und geht Verdachtsmomenten systematisch nach“, meinte ein Sprecher zum Abgang des CFOs vor ein paar Wochen durch die Hintertür.

Und weiter: „Werden Unregelmässigkeiten festgestellt, eröffnet SIX Exchange Regulation AG eine Untersuchung und informiert die Öffentlichkeit über die Einleitung der Untersuchung. Zum von Ihnen erwähnten Sachverhalt können wir keine Auskunft erteilen.“

Da kommt ein Unternehmen mit einem mehr oder weniger undurchsichtigen Geschäftsmodell im Schnellverfahren an die Börse, der Kurs stürzt steil bergab, es ereignen sich am Laufmeter eigenartige Vorfälle – und die zuständige Börse macht … nichts.

Besonders brisant wird es nun. Letzte Woche gab die Blackstone Resources bekannt, sie habe im Rahmen einer Privatplatzierung mehrere Millionen neues Kapital bei Aktionären aufnehmen können.

Was sie nicht sagte ist, wer diese Aktien kaufte. Alles deutet darauf hin, dass es sich dabei um Hauptaktionär und Blackstone-Präsident Ulrich Ernst handelt.

Wieso diese Vermutung? Die Zahl der Aktien, die privat platziert werden konnte, stimmt aufs Stück genau überein in der Pressemitteilung der Blackstone Resources und auf der Six-Webseite, wo die Management Transaktionen publiziert werden.

Dort heisst es, erfolgt sei der Kauf der rund 1,2 Millionen Aktien von „einem Exekutiven Verwaltungsratsmitglied / Mitglied der Geschäftsleitung“.

Die Fragen an die Blackstone Resources lauteten somit wie folgt:

„Die Privatplatzierung von 1’218’948 BLS-Aktien entspricht einem Kauf über die gleiche Anzahl BLS-Aktien durch ein exekutives VR-Mitglied vom 2. Mai 2019. Hat somit ein Mitglied der Führung das Private Placement ermöglicht? Ist es Ulrich Ernst?“

„Wie wurde der Preis für die Aktien bezahlt? In Form eines Darlehens, in Cash, anders?“ „Warum wurde ein Preis weit über dem aktuellen Börsenkurs bezahlt?“ (5.62 Franken pro Aktie)

Sie wurden vorgestern eingereicht. Bisher blieb es still. Keine Antworten.

4 Jahre vor dem Börsengang der Blackstone Resources gab es eine Kapitalerhöhung. Dabei taucht eine British Virgin Islands-Firma auf. Diese wandelte ein Darlehensguthaben über 20 Millionen Franken in Aktien der Blackstone Resources.

Die Richtigkeit der Transaktion bestätigte Ulrich Ernst. Testiert wurde das Ganze von einem wenig bekannten Treuhandbüro.

Zu all dem gab es in letzter Zeit Vorstösse von Investoren bei der Six. Was die Börsenorganisation danach machte – ob sie eine Untersuchung startete -, ist nicht bekannt.

Kommentare

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  1. Ah, die Oede Immobilie gleich neben dem ehemaligen Hauptsitz der Foxled… also dem Königreich vom Sonnenkönig in spe

  2. Ein Preis weit über dem aktuellen Börsenkurs, bezahlt wurden CHF 5.62 Franken pro Aktie angeblich, bedeutet nichts anderes, als das damit beurkundet wohlverstanden, eine deutlich höhere Forderung gegenüber Dritten später realisiert werden könnte….

    Was aber viel wichtiger ist: Die Lausbuben gingen damit hausieren und zockten Investoren ab, dass es einer Sau graust!

    Am Ende- ein Totalverlust! Die Gelder verschwanden in den Taschen der Initianten- welche ja seit Jahrzehnten es sich gut gehen lassen auf Kosten Dritter…..

  3. Na ja, Facebook und Google faken/hypen doch Ihre Werbedaten ganz krass und ziehen ihre Kunden damit übelst über den Tisch. Es geht je um Dutzende von Milliarden jährlich. Alles kein Problem für die Nasdaq und NYSE.

  4. Wer einer Oma die Handtasche entreist wandert in den Bau – wer Anleger um Millionen verarscht trinkt Gratis-Cüpli mit Branson und Ermotti!

  5. #FinanzplatzSchweiz – oder wie es Aufsichtsbehörden, Börsenbetreiber und ein Haufen blinder Politiker schaffen den Standort Schweiz durch Untätigkeit und Unfähigkeit zu schaden…

  6. Dann hat der hiesige Investor wohl beim IPO Kohle gemacht und einen Teil reinvestiert. Damit die Firma noch 1 Jahr überlebt…

  7. Ein Schwarzes Loch wo alles verschwindet. Die Kapitalerhöhung wohl
    ein sehr Windiges Geschäft. Wer bezahlt über 5.- wenn an der Börse
    das Gleiche unter 2.- zu haben ist!

    • an „Trudi“: immer wieder erstaunlich wie Aussenstehende sich ohne jegliche Fachkenntisse äussern müssen/wollen.

    • Colombo bist ein Insider. Spielst nicht nur briefschreiber für die bis, nein auch noch Troll. Läch mir was für e Looser Truppe

    • an Troll: wenn schon anöden, dann doch mit dem richtigen Namen? Und ein wenig Fachwissen würde
      auch nicht schaden.

  8. Wenigstens haben sie nun geschrieben, dass es sich bei Blätter um ihren Mandanten handelt. Bei ihrem letzten Artikel fehlte dieser Hinweis. Er war aber offensichtlich subjektiv.
    Bitte Interessenskonflikte weiterhin ausweisen.