Wolf of Bahnhofstrasse: Boris der Schreckliche

Schon wieder schlägt Collardi für seine Pictet bei Ex-Arbeitgeberin Bär zu – Dort kommt Luxemburg-Toxisches zum Vorschein.

Boris Collardi spielt Leonardi DiCaprio immer besser. Der Hollywood-Star wurde mit dem Blockbuster „Wolf of Wallstreet“ zum Filmgott.

Collardi äfft DiCaprio nach. Er wird zum Wolf of Bahnhofstrasse. Von seinem Büro an der Bahnhofstrasse aus lächelt er smart hinüber ins Nachbarfenster, wo seine Ex-Kollegen von Julius Bär sitzen.

Und wie der Wolf im Märchen mit den drei kleinen Schweinchen säuselt Collardi: Ich krümme Euch kein Haar.

Zwei Wölfe, grau und blau

Dann dreht es sich einmal um die eigene Achse, scharrt mit den Füssen – und wusch, schnappt er sich das nächste Stück.

Kürzlich eine Asien-Bankerin, wie die Finanz-Seite Finews meldete. Es war der letzte in einer ganzen Reihe von Akquise-Coups des heimlifeissen Collardi-Wolfs bei seiner Ex-Bär.

Der Pictet-Jäger reisst die Bär-Schafe, so das Bild.

Und so soll es auch sein, denkt sich wohl Collardi. Denen bin ich bestimmt nichts schuldig.

Interessant ist, dass Collardi eine weidwunde Bär vor sich her jagen kann. Dass es seiner früheren Arbeitgeberin schlecht geht und diese an allen Ecken und Enden angreifbar geworden ist, dafür ist hauptsächlich ein Mann verantwortlich.

Monsieur Collardi.

Zuerst die Julius Bär in alle Highrisk-Märkte und Oligarchen-Zirkel drängen, dann die Compliance als lästigen Bürokram kleinhalten, schliesslich die Umsätze in die Höhe treiben.

Zuletzt den Bonus einkassieren.

Und dann direkt hinüber zur Konkurrenz und dort das Spiel wieder von vorne beginnen: Collardi ist ein Meister seines Fachs.

Mit nachhaltiger Wirkung. Das zeigt sich am immer grösseren Flurschaden, den Collardi bei der Julius Bär angerichtet hat.

Es geht um den Kauf der Commerzbank Luxemburg, eine Tochter des deutschen Bankgiganten. Collardi erwarb den Luxemburg-Ableger vor 3 Jahren, weil er die Lizenz und die Computerplattform für seine Europa-Expansion wollte.

Das klang gut. Und so stellte auch niemand Fragen nach dem Kaufpreis. Der belief sich zuletzt auf 100 Millionen. Euro.

Ä chli vil für eine Minibank wie die CoBa im Herzogtum.

Aber gut, was soll’s. Doch nun wird’s gravierender. Die CoBa hatte ein Dirty Secret in Luxemburg. Sie steckte in einem Wrapper-Sumpf.

Die Rede ist von den berühmt-berüchtigten Versicherungsmänteln. Mit denen hüllten die Banker und Berater die Vermögen ihrer reichsten Kunden ein. Nach 10 oder mehr Jahren waren diese wieder verfügbar.

Falls es sich bei den eingewickelten Assets um Schwarzgeld handelt, war nun alles paletti – Verjährung sei Dank. Kein Risiko mehr, Wrapper sei Dank.

Wie meistens kommen solch dreckige Geheimnisse irgendwann zum Vorschein. Im Fall CoBa Luxemburg war das der Fall. Sie arbeitete mit einer Vermittlerin namens Lombard zusammen. Diese Lombard war Akteurin, sie vertrieb ihren Kunden die Versicherungsmänteln.

Doch Gelder einiger Kunden landeten bei der CoBa Luxemburg. 2015 musste die Zentrale der grossen CoBa einen Ablassdeal mit den deutschen Steuerbehörden eingehen.

Für Bär war das Timing entscheidend. Erst nach der Einigung mit dem Fiskus erwarben die Zürcher den CoBa-Ableger in Luxemburg.

Jetzt taucht ein Folgeproblem auf. Tief in den Verträgen zwischen der Lombard war ein Fehler versteckt. In einer Hüst-und-Hott-Aktion versuchten die Lombard-Leute, mit nachträglichen Vertragsänderungen die Sache ins Lot zu bringen.

Dabei spannten sie auch die CoBa- respektive neu Bär-Banker – ein. Diese merkten offenbar nicht, was die Lombard-Seite für ein Problem hatte.

Der Einsatz ist nicht klein. Laut einem Kenner der Materie geht es um gegen 100 Millionen Prämienvolumen, die mit solchen Mänteln erwirtschaftet wurden. Nun könnten Kunden, die ins Visier des Fiskus geraten sind, mit scharfen Anwälten gegen Lombard vorgehen.

Für Bär wäre die Sache vor allem ein Image-Gau mit einem Fall im Herzen Europas. Und den kann die Bank nach den Endlos-Skandalen um Geldwäscherei von Fifa bis Venezuela zuletzt brauchen.

Die Lombard-Boutique hatte sich vor 5 Jahren verkauft: an die grosse US Private Equity Blackstone. Die Amerikaner wissen sich wohl zu verteidigen.

Wer zuletzt die Haupt-Zeche zahlt, bleibt abzuwarten. Die Julius Bär steht jedenfalls wie ein geschlagener Hund da und harrt ihres Schicksals. Derweil Wolf Collardi hinter seinem süssen Lächeln die scharfen Zähne leckt.

Kommentare

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  1. Wenn ich denke, dass ich mit dem Verkauf von UBS-Aktien, die Im Jahr 2000 zum Preis von 78 CHF realisiert wurden, ein Haus gekauft habe, dann sind wir heute zwanzig Jahre später bei 12 CHF….UBS.CS und JB haben in den letzten Jahren nur an Wert verloren und der Trend ändert sich für die nahe Zukunft nicht. Ich hoffe nur, dass unsere Pensionskassen die Botschaft verstanden haben, bei diesem ungünstigen Klima, und bei dieser Art von „Top-Management“ gibt es keinen Zukunftswert zu realisieren…… aber auch für Privatanleger….:)

    • Well done. Bankentitel muss kein Hammel haben. Das sind tote Pferde. Es spielt keine Rolle, ob die PKs das wissen, oder nicht. Dank Indexierung können die da überhaupt nichts gegen machen… Also reiten wir halt tote Pferde. Schon mal gelesen? http://www.roland-schaefer.de/totespferd.htm

  2. Nun wie wächst die Vermögensverwaltung in der Schweiz? Sicher nicht mehr so wie anno dazumal, als es genügte in einem schönen Büro zu hausen mit der Schweizerfahne an der Türe und am Fenster.
    Das Optimalste heute, um den Gewinn sicher zu steigern, man übernimmt billig Banken mit reichlich Vermögensverwaltung, die schöne Erträge abwirft.
    Aber dies ist immer noch sehr kostspielig und man ist gezwungen, das alte Kader weiterhin zu beschäftigen.
    Ein Weg, wie man es billig macht, zeigt die Bank Vontobel, angefangen von der Finter Bank zu Notenstein, dies haben viele der alten teuren Kader nicht überlebt.
    Ob Collardi die Bank Bär genügend aushöhlen kann, um sie später für Pictet billig zu übernehmen, wird sich zeigen. So ist halt das Geschäftsleben. Es nur moralisch zu beurteilen, ist fehl am Platz. Schliesslich sind Banker unserem Recht unterstellt, wie wir alle und daran müssen wir uns alle halten. Es moralisch zu beurteilen, ist oft abwegig. Moralisch kann man es eigentlich nur verurteilen, dass es die Arbeitslosigkeit im Bankensektor erhöht.

  3. Wann können diese Sorte (Bankleute) wieder mit dem Herzen arbeiten? Geld-Beutel fast voll – Herzen fast leer

  4. Boa Lukas, Collardi zum x-ten Mal? Und dann mit so einer „Cold Coffee“ Story? Gääähhn…

    Fokussiere Dich doch mal auf die seriöseren Fragen unserer Zeit: Geschäftsmodelle von schweizer Großbanken, Fusionsmodelle als Überlegensstrategie, Digitalisierung, usw.

    Auch du müsstest langsam gemerkt haben, dass Leute wie Collardi, ob Wolf oder nicht, nicht für alles Gute und Schlechte in der Finanzwelt allein verantwortlich seinf, denn: Das ganze ist doch eine Systemfrage, in der jeder gerne mitspielt, egal ob Geschäftsleitung, Front Office, Middle Office, oder Back Office. Wer dabei ist, wird so lange prächtig verdienen, bis die Anstellung einmal endet. Erst dann stellt man fest, wie gut und sicher man gegenüber anderen Berufen bezahlt wurde. Und was macht man dann? Man schreibt Dir eine E-Mail und versucht seinen Frust dadurch zu bewältigen, in dem man seine ehemaligen Kollegen mit echten oder erfundenen Stories anschwärzt. Das ist dann wiederum dein Geschäftsmodell, Welches für dich ja auch prächtig funktioniert. Gruß an deine Werbepartner.

  5. Können sie einen mal aufklären, um was es denn da so geht? Was hat denn nun die CISAL mit angeblich falschen Veträgen zu tun? Dafür haftet sicherlich nicht die Bank geschweige denn jetzt Bär. Und das in den Wrappern überwiegend Schwarzgeld geparkt war, ist doch jedem bekannt. Das weiss sogar schon seit Jahren das Finanzamt und hat im Regelfall , aufgrund der Laufzeit, kaum Chancen auf einen Nachweis. Im übrigen sind die Lux Banker bei weitem nicht so „doof“ wie sie hier andeuten wollen, denn die wenigsten der Versicherungen haben eine Laufzeit von nur 10 Jahren. Dreimal dürfen sie wohl raten, warum.

  6. Tochter des deutschen Bankgiganten? Commerzbank AG? Market-Cap. 9,5 Mrd.?
    Das tönt ja sooo dramatisch. Aber worum geht’s denn eigentlich? Erklären tut der Beitrag nichts.

  7. ich als Laie frage mich, wie konkret funktionieren den diese Versicherungsmäntel? Kann mich jemand aufklären?

    • Bei der Auswahl des Versicherers ist große Vorsicht geboten, da teilweise hohe Abschluss- und Managementgebühren verrechnet werden, die den Steuervorteil nahezu aufheben können

      Beim Versicherungsmantel wird eine Geldanlage in die rechtliche Struktur einer Versicherung eingebettet. Der Versicherungsmantel gehört zu den Bank-Assurance-Lösungen und wird zur Steuervermeidung sowie zur Erbplanung angewandt:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Versicherungsmantel

  8. Super recherchiert….Collardi ist ein wirklicher Intrigant … aber er wird es mit den neu Acquirierten und Abgeworbenen genauso machen. Die werden noch aufwachen…und wir können es alles auf IP nachlesen…

    • Ich gebe Ihnen 100% recht, ein unehrenhafter Typ. Wie konnte Pictet so blind sein und solch einen Blender einstellen. Beider Gier hört offenbar die Ehre und Ehrlichkeit auf.

  9. Ich würde heute gerne Bernhard Hodlers Gesicht sehen. Er scheint komplett unfähig, die Mitarbeiter halten zu können. Intern sagen viele: Hodler ist masslos überfordert und ist sowieso nicht mehr lange CEO. Ich denke, dass der VR sich langsam sputen muss und einen echten CEO suchen. Unter Hodler leidet die Bank nur noch.

  10. Rücksichtslos waren die Genfer Privatbanken schon immer. Neu ist, dass sie es nicht mehr fernab von der Öffentlichkeit tun (können). Vorfälle, die 10 Jahre und mehr zurückliegen wurden damals von den Medien nur oberflächlich aufgegriffen und nicht selten liessen sie sich von geschickten Manövern der Protagonisten auch täuschen. Ihren Expansionsdrang in die Deutschschweiz führt auch dazu, dass die Genfer Verschwiegenheit und deren willfährige Presse sie nicht mehr voll umfänglich schützt. Es gäbe über die Genfer noch soooo viel spannendes zu berichten.

  11. wölfe jagen im verbund und teilen gerecht.
    bei diesen zwei typen handelt es eher um
    zwei andere am sack der aktionäre.

  12. Wo ist das Problem? Das ist eine alte Story und die Insurance Wrapper waren eine gängige Lösung über lange Zeit, die alle Banken betrieben.

    Diese sind aber seit vielen Jahren vom Markt verschwunden – folglich ein bekanntes Thema, dass gelöst wurde. Alter Cafe!

    Die 100 mn sind ein fairer Kaufpreis gewesen, denn soweit ich mich erinnere: man erwarb neben einigen Mrd an Assets vor allem eine State-of-the-Art T24 Plattform, das Personal, das Know-How, benötigte keine Implementierung (sparte Zeit und Geld) und konnte den EU Hub umgehend umsetzen, was wiederum viel Geld sparte. Im Gegensatz zu den hohen Kosten der T24 Implementierung, die man in Asien versenkt hatte.

    Diesen Artikel verstehe ich nicht – aus dem Wechsel einer Bärin zu Pictet, bei der Boris CEO ist, den Sprung zu Insurance Wrapper und dann zu Problemen in Luxembourg schwenken – aus nichts mit grossspuriger Überschrift einen Artikel kreiert.

    • Mein Mitleid mit Bär hält sich stark in Grenzen. Jeder kriegt, was er verdient hat – gilt auch in diesem Fall. Wenn die Bank Bär damit nicht gerechnet hat, tut sie mir nur leid!

    • Luxemburg „State-of-the-Art“ T24… das ich nicht lache.
      Die alte TAFC in Luxemburg wird von Temenos selber für neue Kunden nicht mehr supportet!
      Im vergleich zu dem, was Raiffeisen oder UBS für neues Core Banking ausgegeben haben, war das T24 im Asien ein Schnäppchen.

    • Wie können Sie eigentlich Schlafen Herr Collardi und vor allem sich im Spiegel noch anschauen?