Headhunter: Women-Fan verliert 3 Power-Frauen

Guido Schilling holte neue Raiffeisen-Chefs, ist Medienstar dank Frauenthema – Nun flüchteten 3 Partnerinnen.

Guido Schilling hat es weit gebracht. Der Ex-Industrielehrling mit kaufmännischer Zusatzausbildung gehört heute zu den bekanntesten Headhuntern des Landes.

Frauen sei Dank. Die Förderung des „schwachen“ Geschlechts ist Schillings Credo. Damit bringt es der Personalvermittler mit Domizil im mondänen Zürcher Prime Tower zu Dauer-Medienpräsenz.

Bei sich selbst hapert es aber mit der Promotion guter Partnerinnen. Das zeigt der jüngste Massenabgang. Gleich drei bekannte Frauen, alles Persönlichkeiten und mit Tamtam angekündigt, verliessen Schillings Firma.

Jede hat ihre Gründe. Die Erste, sie heisst Nicole Diermeier, hat sich getäuscht. Sie sei weniger Vermittlerin und mehr Frontfrau, meinte sie am Telefon.

So ist Diermeier zurück im Tourismus. Dort, nämlich bei Schweiz Tourismus, war sie vor dem Wechsel zu Schilling & Partner im letzten Herbst. Dort ist sie jetzt wieder: bei den Rigi-Bahnen.

Lieber Rigi als Prime Tower: Diermeier

Die Zweite, die letzten Herbst zu Guido Schilling gestossen war und jetzt schon wieder das Weite gesucht hat, ist Betina Balitzki.

„Betreffend Ihrer Anfrage zu einem Austausch, was bei Guido Schilling passiert ist, kann ich Ihnen nur sagen, dass es einfach kulturell nicht gepasst hat“, meinte die Frau in einem LinkedIn-Austausch.

„Kulturell unpassend“: Balitzki

„Herr Schilling hat ein Imperium aus dem Nichts aufgebaut, auch wenn er sehr viel im gleichen ‚Schweizer‘ Teich fischt und sehr schweizerisch ist, so ist sein Prozess transparent.“

Für sie und andere Frauen sei es bei Schilling schwierig. „Frauen mit viel Erfahrung aus grossen Konzernen und einer eigenen Meinung passen da einfach nicht rein, nur Juniors, die sich den Gegebenheiten anpassen wollen und müssen.“

Dritte und Letzte, die Guido Schilling diesen Frühling nach kurzer Zusammenarbeit den Rücken gekehrt hat, ist Daniela Beyrouti. Sie hat bereits ihre eigene Firma, die Beyrouti & Partner Executive Search. Beyrouti liess eine Anfrage via LinkedIn unbeantwortet.

Schweigt: Beyriouti

Guido Schilling meinte in einem Telefongespräch, dass er die Abgänge der drei Frauen bedaure. In jedem Fall gebe es individuelle Gründe. Es sei nichts vorgefallen, nur hätten die Frauen andere Pläne für sich weiterverfolgen wollen.

Schilling nutzt das Frauenthema für sich. Er machte sich einen Namen mit Berichten über zu wenige Frauen auf den Chefetagen.

Kein Wunder, ist der Innerschweizer aus einer Grossfamilie im Vorfeld des Frauenstreikes vom kommenden Freitag derzeit gefragter Interviewpartner.

The Boss: Schilling

In der letzten NZZ am Sonntag kam Schilling mit Statements und Foto zu Wort. Die Story thematisierte die Frage, warum trotz viel medialem Wirbel die Frauen in der Geschäftswelt ganz oben immer noch untervertreten sind.

„Noch immer sind viele Unternehmen reine Männermodelle“, wird Guido Schilling im Sonntagsblatt widergegeben.

Laut Schilling geht es um Männer-Seilschaften, um karrieremässig unpassendes Teilzeit-Arbeiten, und um das, was die Anderen von einem denken.

„Das Sozialprestige einer Frau in einer Topposition, die kleine Kinder hat, ist in der Schweiz noch immer miserabel“, meinte Schilling in der Sonntags-NZZ.

Sein Versuch, dies mit drei neuen Partnerinnen bei sich zu ändern, ist gescheitert. Die Frauen erhofften sich Freiraum und Mitentscheidung. Schilling aber entpuppte sich als Patron im klassischen Sinn.

Hier befehle ich. Wasser und Wein – das alte Lied.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Wen wundert es. Starke Frauen haben es noch nie lange bei Herrn Schilling ausgehalten. Karriere-Förderung von Frauen ist auch ein gut bezahltes Geschäftsmodell für gewisse Headhunter – Marketing! Es gibt noch andere in der Branche – und in anderen Branchen.
    Klar arbeitet er nur mit Frauen. Die sind fleissig und identifizieren sich mit dem Job und seine „Assistentinnen“ lassen bestimmt keine Frau raufkommen. Zusagen haben die Wasserträgerinnen auch nichts und schon gar nicht zu gestalten. Wasser predigen und selbst Wein trinken ist das Motto.

  2. „quotenfrauen“ das ist auch DISKRIMINATION – bei Schilling, usf. kommen die fachlich wirklich besten nicht einmal zu einem Kaffee!

  3. Wenn schon der Name Rickli fällt: hat jemand erwas von dieser Dame gehört, was die Sache mit Hetzer Glarner betrifft? Nein? Ist ja logisch, Gottvater Blocher hat es verboten, denn Glarner ist ja sein Sprachrohr….

    Ansonsten habe ich zum Thema nix zu sagen. Kopfgeldjäger sind grundsätzlich nur am Honorar interessiert. Egal welche Firma.

  4. Predigt Frauenförderung aber in Tat und Wahrheit interessiert er sich einzig dafür möglichst schell jemanden zu platzieren. Hochnäsig und arrogant habe ich ihn selber erlebt. Das Frauenthema ist lediglich eine Marketingmasche. Selbst für gestandene Frauen aus der Finanzbranche mit einem hervorragenden CV hat Schilling keine Zeit. Das Selfmarketing-Genie ist das Geld nicht wert ist, welches Firmen in seine Mandate investieren.

  5. Als wir in meiner alten Firma bewusst Frauen für gewisse Positionen suchen wollten, wählte die GL immer Schilling als HH.

    Er beschäftigt übrigens fast nur Frauen. Er lebt es also vor. Dass ein paar Frauen gehen, finde ich in diesem Zusammenhang, dass er quasi nur Frauen hat, nicht so bemerkenswert.

    Schilling hat ein wirklich cooles Geschäftsmodell: prangert den Missstand von Frauenunterrepräsentation in VR und GL an und hat dann gleichzeitig 100 Frauen über sein Schilling Büchlein im nahen Umfeld, die er sicher auch gerne platziert.

    Habe ich übrigens gesagt, dass ich finde, dass diese Unterrepräsentation der Frauen, wenn man alles genau analysiert, Ausbildung, Erfahrungsjahre, Auslanderfahrung, Zusatzausbildungen, Anstellungsgrad etc. recht gut erklärbar und nachvollziehbar ist und nichts mit Diskriminierung zu tun hat. Das weiss wohl auch Guido Schilling und dass er diese ganze unsachliche Frauen-sind-unterdrückt und-benachteiligt Diskussion so pusht, muss man ihm vorwerfen. Zumal er knallhart profitiert.

    Als HH fand ich ihn aus eigener Erfahrung ganz OK, auch wenn ich Job dann nicht bekam.

  6. Medienstar äh what?
    Der sollte mal zuerst gründlich lernen, mit unternehmerischen Büschbränden umgehen zu können und insbesondere auch, fürchterliche Bländer zu entlarven!

    Der ist gut: Nicole Diermeier, hat sich getäuscht- das ist ja nicht das erste mal!

    Daniela Beyrouti, auf die kann die Headhunter Szene vollständig verzichten. Sie versucht immer und immer wieder, mit anderen Mitteln zu punkten….

    Betina Balitzki fährt die Schiene; Kultur unpassend! Gelesen, gelacht, gelocht.

  7. Schilling ist bestenfalls ein passabler Selbstvermarkter, der beruflich mit seinem Raiffeisen-Mandat ein beträchtliches Klumpenrisiko fährt. Die Mietkosten im Prime Tower werden ihm über kurz oder lang den Rest geben. Sein Engagement für Frauen ist reines Marketing in eigener Sache und wenig glaubwürdig.

    • Nur nicht täuschen bei GS – er ist bescheiden und kein Blender (was ihn übrigens sehr sympathisch macht) und kann sich die Büros im Prime Tower 3x leisten….

  8. So viel zur Frauenförderung! Die Damen erhalten eine Plattform und verfolgen dann die eigenen Interessen. Richtig so. Wie aber will man nachhaltige Nachfolgeregelungen erreichen, ausgewogene Führungsgremien entwickeln? Führungserfahrung für die Damen aufbauen: das geht aber nicht in Kursen, Seminaren oder in ein paar Monaten. Firmen-hopping ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Das Dilemma zu lösen scheint eine Sisyphus-Aufgabe zu sein. Viel Aufwand (beiderseits) und Absorption von Unternehmertum/Mehrwert. Zum Glück können wir uns das leisten. Dafür brauchen wir aber keine Headhunter. Deren Mehrwert ist nicht messbar, trotz den horrenden Honoraren. GS ist da keine Ausnahme: lässt sich das Netzwerk mit Luftheulern bezahlen, die er platzieren kann. P.S.: unter dem Deckmantel Compliance lässt sich der Prozess rechtfertigen… Wir haben alle eine weisse Weste. p.p.s: weiss ist nicht gleich transparent…

    • Natürlich. Mit dem „Druck“. Was auch immer dieser „Druck“ sein mag.

      Ein Personalvermittler, der nicht mal dieses Kriterium im Vorstellungsgespräch seriös abklären kann, ist wohl kaum ein Top-Vermittler…

    • woher wissen Sie das denn alles Mr. Huntheader?

      vielleicht hatten die Frauen einfach keinen Bock auf billiges Sourcing und das mitbringen ihrer Kontakte ohne Mehrwert generieren zu können.

      Im Grunde ist alles Spekulation. Fakt ist aber: wenn drei MA innert kürzester Zeit wieder abspringen, dann stimmen Jobbeschreibung und tatsächliches Aufgabengebiet nicht überein.

      Tatsächlich dämlich wäre der Entscheid zu dieser Agentur zu wechseln gewesen, wenn es stimmt was ein Poster hier schrieb. Nämlich dass es offenbar nur einen wirklichen Hauptkunden gibt. Das ist nicht nur ein immenses Klumpenrisiko, sondern es ist auch unmöglich wirklich etwas zu bewegen. Egal ob m/w/d

      In diesem Sinne: lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende. Gut gemacht. Clevere Leute ziehen schneller die Reissleine. Sie wissen was sie können und versemmeln ihren Berufsweg nicht mit Unnützem aussitzen. Egal ob m oder w

  9. Ich kann diese Headhunter-Hülsen nicht mehr sehen. Schilling, Johansson, Forster etc. Give me a fucking break!!

  10. Schilling rekrutiert hauptsächlich für Raiffeisen und zugewandte Orte. Dort hat er reichlich zu tun, so dass die Damenabgänge kaum schmerzen. Das Plakat ,Damen in die Führungs-Etagen‘ passt nun mal als Werbe-Gag : so oder anders!

  11. Der Unterschied zwischen einem Arbeitsplatz und einer Karriere besteht in mindestens zwanzig Stunden in der Woche.

  12. Guido S. ist jemand, der – wohl auch aufgrund seiner Körpergrösse – einen grossen Minderwertigkeitskomplex hat und sich daher selbst gerne in den Vordergrund rückt. Seine Leistungen als Headhunter sind eher bescheiden.

    • Schilling ist einer der besten Headhunter am Platz Zürich – keine Berührungsängste und kein Schnick Schnack!
      Er verlangt aber auch mit Recht Leistung
      Dass gleich 3 Frauen in so kurzer Zeit abspringen, ist sicher kein gutes Zeichen. Bei genauerem Hinschauen liegt der Grund aber evtl zum Grossteil auch bei den Frauen selbst?

  13. Ich glaube, daß nur der erfolgreich ist,
    der seine Handlungsweise mit dem Zeitgeist in Einklang bringt,
    so wie der erfolglos sein wird,
    dessen Vorgehen nicht mit den Zeitverhältnissen übereinstimmt.

    Niccoló Machiavelli
    * 3. Mai 1469 † 21. Juni 1527

    • … oder wie schrieb einmal „einer“ in der nzz: „im trend liegt unsere zukunft“.