Wurde Iqbal Khan entlassen?

„Superstar“ kann seine gesperrten Boni der Credit Suisse möglicherweise behalten – Dann hätte er nicht selbst gekündigt.

Iqbal Khan und Tidjane Thiam zelebrierten Harmonie zum Abschied. „I thank Iqbal for the strong results he delivered during his time leading IWM and wish him well“, liess sich CS-CEO Thiam zitieren.

Worauf Khan meinte: „After six successful years as CFO and later CEO of International Wealth Management at Credit Suisse I decided to pursue the next career move outside of Credit Suisse Group.“

Und weil Khan zugetraut wird, dereinst oberster Chef einer grossen Bank zu werden, wurde sein Abgang so interpretiert, wie Khan dies gern gehabt hat: Ich ging.

Ging er wirklich? Oder musste er gehen?

Die Frage stellt sich, nachdem Khan nicht bei der Julius Bär gelandet ist und seine Zukunft vorläufig offenbleibt.

Lässt spekulieren: Khan (IP)

Die Antwort, um die Frage nach einer möglichen Kündigung durch seinen Chef Thiam und die CS zu entkräften, wäre leicht. Khan müsste nur sagen, was mit seinen gesperrten Boni geschieht.

Wenn Khan selbst gekündigt hat, dann verfallen diese Ansprüche. Das zeigt das Beispiel von Ex-UBS-Spitzenmann Andrea Orcel.

Der wollte CEO bei der spanischen Santander werden. Als die merkte, dass Orcels Verpflichtung 50 Millionen Euro an wegfallenden UBS-Boni kostet, winkte sie ab.

Auf den Fall Khan übertragen heisst das: Wenn er kündigt, verliert er seine Ansprüche bei der CS. Wenn die Bank ihm kündigt, dann erhält er sie gemäss Plan über die Zeit ausbezahlt.

Khan hat seit seinem Weggang bei der CS einen externen Kommunikationsberater. Der meinte auf Anfrage, das sei „eigentlich seine Privatsache“. Nichtsdestotrotz würde er einen Versuch starten.

Kurz darauf meldete er per SMS, er könne die Frage, ob Khan „alle seine CS-Ansprüche“ verlieren würde, „nicht beantworten“.

„Aber vielleicht die CS Medienstelle?“

Die bedankte sich wie üblich für die Anfrage. Man würde sich melden, falls man dazu Stellung nehmen würde.

Seither blieb die Leitung stumm.

Die CS schweigt also. Das ist normal. Khan schweigt ebenso – respektive er lässt schweigen: seinen Sprecher.

Er hätte Anderes tun können. Nämlich sagen: Ja, ich erhalte meine CS-Boni ausgezahlt.

Oder dann halt: Nein, meine gesperrten Boni verfallen, habe ja selbst am alten Ort gekündigt.

Letzteres hätte ins Bild gepasst, das Khan von seinem Abgang bei der CS zeichnet. Er habe „entschieden“ zu gehen.

Doch nun sagt Khan gar nichts zu seinen gesperrten Vergütungen bei der Credit Suisse. Und daraus lässt sich ableiten, dass er diese nicht verloren hat – was als Folge nur den Schluss zuliesse: Die CS wollte Khan nicht mehr.

Kommentare

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  1. Die 1030 CS Einkommensmillionäre (Risk Taker) können den Kommentar von cs_buddy nicht stehen lassen: Sie tragen schliesslich das unglaubliche Risiko, GEKUENDIGT zu werden! Ohnen einen Stutz Eigenkapital im Unternehmen!
    Muss man sich einmal vorstellen, so ein Risiko!
    Wahnsinn, so unternehmerisch sind die!

  2. Aber sicher hat er und sein Bonzenclub nach Wegen gesucht damit er seine Boni nicht verlustig geht. Einmal mehr bestätigt sich, dass die „Risktaker“ keine solchen sind, sondern sich hinten und vorne mit cover your ass absichern.

  3. Khan hat KEINE von Anfang an privilegierte akademische Karriere gemacht, sondern eine typisch schweizerische. Khan hatte sich in der Bank hoch gearbeitet.

    Er bleibt vielen ein Vorbild.

    • @Ruedi

      Danke.

      In Grossunternehmen wie EY oder CS macht HEUTE fast niemand mehr Karriere mit einem CH Fachausweis und anschliessendem Dipl.. (Khan war vor der CS Managing Partner Financial Services bei EY. Er hat also bereits bei EY Karriere gemacht. )

  4. Nun, wen er eine Stelle hätte, dann wäre dass schon lange in der Presse. Auch in dieser Stellung kündigt doch keiner ohne Stelle. Die Gefahr, dass dein Wert und Preis mit jedem Tag ohne Stelle auf dem Arbeitsmarkt sinkt ist doch riesig. Nach diesem Bericht steht er umso stärker unter Zugzwang endlich einen positiven Abschluss zu melden. Nach meiner Einschätzung wurde er ziemlich eiskalt auf die Strasse gestellt.

  5. Anstatt wirkliche Insider News zu bringen (zB wo heuert Khan an), verfällt Luki in Spekulationen die seinen Neid kaum mehr verdecken können. An den Haaren herbeigezogene Schlussfolgerungen, die von manchen Kommentarschafen sogleich als bare Münze angenommen werden…wenn selbst bei der Bachelorette geistreichere Stories erzählt werden wird es richtig traurig…

  6. Kahn wird vorbereitet einer CS Fusion oder Übernahme, 400 Mio Nettogewinn in einem Quartal mit 48000 MA imkonzern ist die grösste Lachnummer

  7. Selbst erlebt: Ein Kollege fing bei einer grossen Bank an. Nach knapp zwei Monaten (in er Probezeit) gab er auf – denn sein Chef war einer von vielen Zeitabsitzern dort (bedeutet: Anwesenheit = Leistung, unabhängig davon, was man innerhalb der Zeit wirklich schafft).
    Bei Austritt war es selbstverständlich, dass er zwei Arbeitszeugnisse erhielt: Eines, in welchem er gekündigt und so keine Erklärungsnöte bei der nächsten Bewerbung hatte.
    Und noch ein Anderes – darin wurde er entlassen. Wieder keine Erklärungsnot (resp. Wartezeit). Diesmal allerdings beim RAV.

    Wenn sowas bereits im niedrigen Kader Alltag ist, erzähle mir mal noch einer, dass „oben“ nicht noch ganz andere Deals gedreht werden…

    • Nach nur 2 Monaten kriegst du doch noch kein Arbeitszeugnis, höchstens eine Arbeitsbestätigung.

  8. Kein Wunder bei dieser Firmenkultur. Die Guten gehen und die Lahmen zurück bleiben. This bank is screwed, completely. Wie die US boys sagen.

    CSJan20,P14 .. läuft

    @~ 12,50$ double down, CSJun20,P12

    for 7$

    PS: bei 9$ muss Hochwohlgeboren TT zeigen ob er investment banking versanden hat und wie er dann die buy backs durchführt. nach dem letzten stress test wird er von der FED keine Mittel bekommen.

  9. Ein Superstar, was auch immer das sein möge, zumindest Einer mehr auf den die Welt nicht gewartet hat.

  10. Come on! Es gibt auch noch eine andere Leseart, die als wahrscheinlichstes Szenario ansehe. Man hat sich „im gegenseitigen Einvernehmen aufgrund unterschiedlicher strategischer Auffassungen“ getrennt – wie es so schön heisst. Und gleichzeitig vereinbart, dass die Pläne nicht verfallen. Für Iqbal wichtig (erster grosser Reibach) und Thiam egal (ist nicht sein Geld). Das ist natürlich nicht ganz prinzipientreu und deshalb schweigt man lieber.

  11. Mit welcher Begründung hätte man ihn entlassen? Und ohne Deal ginge sowas dann wohl gar nicht ab, stelle ich mir vor.

  12. Ganz einfach, wenn er leer ausgeht, wird er klagen, denn unsere Gerichte haben ja nix besseres zu tun, als sich um die moralisch-egozentrichen Manager zu kümmern.

    • Er war ein guter, kein Abzocker.. Ein wirklich guter Leader und auch ein toller Mensch war nicht hochnäsig.
      Collardi ist ein Abzocker… Aber nicht Khan.

  13. Ist beim PB vielleicht etwas (nochmals) schief gegangen ? Im 2013-14 handelte es sich um Fall Lescaudron in Genf, damals wurde ein grosses CS Kopf abrupt rausgeworfen. Dann kam das Bermuda Theater, auch dort wurden einige Prominente zur Türe begleitet. Die Problematik PB ist beim CS immer noch mit der berühmte „Null Toleranz Politik“ verwaltet.
    Rausgeschmiessen ? Kein Problem, Kunden und Boni behalte ich für die nächste Runde !

  14. Wieso genau sollte die CS ihren besten Mann in die Wüste schicken? Khan führte die einzig stabile Business Unit der CS.

  15. Bei solchen hochrangigen Abgängen wird immer Stillschweigen vereinbart. Lieber LH ist Ihnen Langweilig?;-)

    Wir brauchen wieder eine story auf dem Niveau “Fall Raiffeisen und Pierin…” wo bleibt die Qualität Ihrer Recherchen…

  16. Iqbal Khan wird wohl tatsächlich seine gesperrten Boni kriegen, obwohl die Initiative zum Austritt von ihm kam. Spätestens im nächsten Kompensationsbericht wird zu lesen sein, wieviele Millionen er mitnehmen durfte. Was zeigen wird, dass dieses Managementbindungsinstrument nach Belieben manipuliert werden kann.

  17. Entweder wollte die CS Kahn nicht mehr, oder es wird halt ab einer gewissen Stufe anders gehandhabt als bei den unteren Raengen. Was eine verdammte Frechheit ist….aber so ist es halt !!

  18. Ich fasse mal die Storyline zusammen:
    1) LH hat bei CS und Khan bzgl gesperrten Boni nachgefragt.
    2) Beide geben keinen Kommentar ab.
    3) LH schliesst daraus, das Khan keinen Kommentar abgibt, das dieser entlassen wurde und nun seinen gesperrten Bonus erhalten wird.

    Sorry, das macht doch wenig Sinn und ist nicht inhaltlich ziemlich dünn. Mal schauen, wie langer der Artikel so online bleibt 🙂
    Oder mal anders gefragt, wenn Khan tatsächlich entlassen wurde, warum gibt er sich mit der Auszahlung seines gesperrten Bonus zufrieden. Da werden auf dem Level normalerweise Millionenabfindung gezahlt um die Leute los zu werden. Und sowas bleibt normalerweise dann nicht im Dunkeln……

  19. Naja, das sind aber wirklich nebulöse Vermutungen hier, die eigentlich nichts mit seriösem Journalismus zu tun haben. Warum sollte Khan auf die Anfrage zu seinem Bonus überhaupt antworten, egal ob er etwas bekommt oder nicht? Würde wohl kaum einer von uns klar beantworten wollen.

    Ansonsten liegt die Wahrheit wie immer wahrscheinlich irgendwo zwischen den Extremen. Ob gekündigt oder gegangen, man wird sich finanziell schon entgegen gekommen sein und sich geeinigt haben.

  20. Als wenn jemand offenkundig mit einem CEO Job bei Bär liebäugelt würde ich ihn auch entlassen. So wer ist ja nicht mehr integer v.a. wenn man bedenkt welche Business Area ihm untersteht.

  21. Wenn er tatsächlich gekündigt wurde, macht er dieselbe Erfahrung, wie vor ihm tausende Angestellte mit der Credit Suisse und anderen Banken.

    • Nicht ganz… die wenigsten von den normal sterblichen Angestellten hat einen goldenen Fallschirm

  22. Sonntagszeitung ist glaubwürdiger als IP:

    https://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/hurra-ein-neues-bankenwunderkind-ist-da/story/14347123

    „Khans Leistung wird vor allem an der Kennziffer des Netto-Neugelds gemessen, das unter ihm stark anstieg, genauso wie der Vorsteuergewinn der Sparte, der unter ihm von 709 Millionen Franken auf 1,7 Milliarden Franken angeschwollen ist. Das alles ist erfreulich und Wachstum letztlich Zweck eines jeden Unternehmens.“

    Finanz & Wirtschaft sind der gleiche Meinung. Tagesanzeiger auch.

    Alle loben den Khan, alle finden ihn super. Nur Hässig nicht. Strange!

    • Ich meine, dass man ihm dann die 1.7 Mia auszahlen sollte, ist ja sein Verdienst, und die dummen Aktionäre haben nun wirklich nichts dazu beigetragen.

    • Bloesinn Meier, Er war wirklich gut, Was hätte Er tun sollen wenn Er den Job von Thiam nicht kriegen konnte..
      Jeder möchte in seiner Karriere weiterkommen, der Khan ist noch Jung und wir werden von ihm noch hören..

  23. Auf Khan’s Stufe wird einem nicht gekündigt, sondern mitgeteilt, dass es Zeit ist, sich für einen externen Karriereschritt zu entscheiden.

    Noch Fragen?

  24. Gut möglich, dass er entlassen wurde.

    Heute braucht’s dazu nicht mehr viel. Entweder spurst du, oder du verschwindest in der Versenkung, so wie viele ehemalige „Top Shots“.

    Standardisiertes Rum-Managerlen kann praktisch jeder, aber zu 150k max bitte.

  25. Aber das ist doch „Usus“ – man teilt ihm mit, er muss gehen und arrangiert ein Gentlemen´s Agreement.

    Per sofort freigestellt, keine negativen Äusserungen beidseits, du bekommst für deine Kündigungszeit resp Freeze Period noch dein Gehalt und Bonus inkl der Ansprüche, diese werden an einem bestimmten, fixierten Tag aufgelöst und ausgezahlt. In manchen Fällen gibt’s noch was on Top, damit die Bank nicht verklagt wird.

    So gescheit dies jeden und jeden und jeden Tag…..

    IK wurde TT nunmal zu aufmüpfig und TT erhielt nicht mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit, die ein Egomanie wie er benötigt. Dazu wurde ihm die Diskussion um Julius Baer (CEO) und somit IK´s Streben nach Höherem – evtl gar den Posten von TT – zu viel – das war der Knackpunkt!

    Performance kann es nicht gewesen sein, denn der Leistungsausweis von Iqbal im IWM ist bestens und gegensätzlich zu TT´s für die ganze CS (siehe SharePrice)!

    Aber selbst gegangen ist IK vmtl auch nicht, denn er setzt nicht einfach so die Millionen an ausstehenden Boni at Risk – dafür ist seine Karriere in dem Hemisphären noch zu frisch. ER verdient seit Jahren gutes Geld, aber er seit IWM klingelt die Kasse richtig.

    Mit Iqbal´s Nachfolger hat TT nun einen eigenen Follower auf den Posten gesetzt, was für ihn alles einfacher macht.

    Dennoch, erneut festzuhalten, es geht hier um das Kapital der Investoren und ein CEO stellt seine eigenen, persönlichen Interessen vor das Wohl der Shareholder – Hauptsache, ER hat seinen Willen durchgesetzt. Das beschreibt auch den Unterschied eines Leaders vs eines egomanischen Managers!

  26. Khan-Komplex? Sekondo-Komplex?

    LH, was ist los? Er ist seit 2 Wochen weg, müssen wir wirklich jeden zweiten Tag was „neues“ über IK lesen?

    • …und die bank gibt es immer noch, die aktie wird jeden tag gehandelt (glaubte zu meinen, tendenziell zu nördlicheren preisen), somit wieder bewiesen, dass jeder ersetzlich ist, was solls.