Iqbal Khan zu Goldman Sachs oder UBS

Transfer des Jahres entscheidet sich Ende Monat – Goldman Sachs will im Private Banking wachsen – UBS braucht Dynamik.

Iqbal Khan und Tidjane Thiam machen gute Miene zum scharfen Schnitt. Nun wartet Swiss Banking gespannt auf den neuen Einsatzort des ausgeschiedenen CS-Privatebanking-Chefs.

Klar ist: Ende August fallen die Würfel. Das ist aus dem Umfeld von Khan zu vernehmen. Dieser ist zuvor in die langen Sommerferien verreist.

In rund 3 Wochen also soll Khan die Katze aus dem Sack lassen. Bisher wurde über die UBS als nächste Station spekuliert.

Dort könnte Khan in die Konzernleitung gelangen – und wäre somit ein Kandidat für die CEO-Nachfolge.

Eine andere Möglichkeit taucht nun auf. Sie heisst Goldman Sachs.

Die amerikanische Wallstreet-Bank will im Private Banking gross werden; dies, um weniger vom volatilen Trading abhängig zu sein.

Goldman Sachs hat dafür eine Offensive in der Sparte Vermögensverwaltung vor. Die Schweiz spielt dabei eine wichtige Rolle.

Iqbal Khan wäre das Signal zum Angriff. Würde der Ex-CS-Manager neu bei Goldman Sachs tätig sein, dann gäbe dies den Ambitionen der Amerikaner im Private Banking deutlich mehr Gewicht.

Hi, ich bin der Neue (Khan, CS)

Khan stünde für Offensive. Er würde den Platzhirschen, allen voran seiner alten Credit Suisse, versuchen einzuheizen.

Auch die UBS als Nummer 1 müsste befürchten, dass vor allem reiche Kunden Goldman Sachs Schweiz unter Führung eines Khan als mögliche Alternative prüfen würden.

Es käme zu einer veränderten Ausgangslage.

Goldman Sachs, die Bank-Ikone aus den USA, die soeben mit einem Quartalsgewinn von gut 2 Milliarden Dollar die Schweizer Multis einmal mehr in den Schatten gestellt hat, will im Geschäft mit vermögenden Privatkunden mitmischen.

Holt „Goldie“ dafür Khan?

Für die CS wäre dies kein angenehmes Szenario. Nur ist für die Zürcher Grossbank der Fall erledigt. Man ist geschieden.

Umgekehrt stünde die UBS noch stärker im Regen. Die Bank müsste sich vorwerfen lassen, eine Chance zu verpassen.

Der Platzhirsch ist aus dem Tritt geraten. Vor allem steht die führende Kraft mit einer angegrauten, uninspirierten obersten Führungscrew da.

Unter Chef Sergio Ermotti hat die UBS zuoberst viele Spitzenleute, denen nicht zugetraut wird, den Tanker wieder richtig in Fahrt zu bringen.

Ulrich Körner leitet seit Jahren das Asset Management, das zwar viele Assets bewirtschaftet, beim Gewinn aber zurückbleibt. Eine Fusion mit der DWS, eine Tochter der Deutschen Bank, ist missglückt.

Axel Lehmann, Leiter der UBS Schweiz, wirkt wie ein Technokrat. Vor lauter Planung und Ordnung geht der Spirit verloren. Sabine Keller-Busse, die globale Chefin des Backoffices, versprüht den Charme einer Iron Lady – nicht wirklich inspirierend.

Martin Blessing hat als Co-Leiter des weltweiten Private Bankings noch nicht überzeugt.

Im Investment Banking teilen sich zwei aus Schweizer Sicht unbekannte Manager die oberste Führung. Sie drängen sich nicht auf, noch einen Schritt zu machen.

Es bleibt US-Chef Tom Naratil. Auch er ein Urgestein; zudem eines, das weit weg ist von der Schweiz und damit keinen Aufbruch zu neuen Ufern verspricht.

Khan würde die Truppe, die wie ein Clan alter Funktionäre mit Dame wirkt, aufmischen. Ob die UBS-Führung dies will?

Kommentare

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  1. Private Banking ist ein absoultes Auslaufmodell, aufgrund des politischen und regulativen Umfeldes in der Schweiz wird es langsam weiter den Bach hinuntergehen bis nichts mehr da ist. Von Seite der Politik wurde von A-Z alles vermasselt. Die Banken besorgen mit standardisierten, teuren und uninteressanten Angeboten gerade den Rest. Der Binnenmark ist klein und wenig attraktiv und die internationale Kundschaft zieht es woanders hin. Das dürften sowohl Khan als auch GS realisiert haben.

  2. suppper! dann ist ja die ubs aktie bald bei 18 chf… ich deck mich msl mit ein paar calls ein… (ironie off)

  3. Grübel kam, sah und stellte fest. UBS ist noch ein grösserer Sumpf als CS. Und der war Banker. Ganz im Gegensatz zu den Selbstüberschätzern von heute. Mit all den Quereinsteigern, Zugewanderten und unseren Quoten Frauen, geht die Branche in den Abgrund!

  4. Teile die Einschätzung zur obersten UBS Riege. Jede Führungsperson schaut, dass zur nächsten Stufe ein grösserer Abstand vorhanden ist (sonst könnten die Untergebenen ja gefährlich werden). Idealerweise bestehen die Untergebenen aus loyalen Ja-Sagern. Dieses System gipfelt im MD Layer (darunter müssen die Leute arbeiten).

    Iqbal Khan würde hier nicht ins Schema apassen.

  5. Was für ein Hype um diesen Iqbal Khan! Der Typ ist doch kein richtiger Private Banker, sondern ein Wirtschaftsprüfer. Für solche Jobs brauchte es doch Leute mit Fronterfahrung und Beziehungen.

    • Ja Transfergebühren für diese “Finanzgladiatoren“, dass würde zu diesem grotesken, “parasitären-Bankster-Grossschmarotzertum“, sehr gut passen.
      …und dann alles in den Medien noch dick “aufgemoppst“!
      Dummheit kennt keine Grenzen.

  6. Goldman wird’s definitiv nicht. Die koennen ihm nach seiner Zeit bei der CS und dies gar als CEO IWM definitv keine Sicherheit für etwaige spaeteren Verfahren gegen die CS und seine Person in den USA geben.

    Sollte da später etwas hoch-poppen, dann wird uns das wohl an die damalige Einreise von Raul Weil in die USA erinnern….ohne Vorwarnung!

    Das Risiko sollte man nun nicht wirklich eingehen.

  7. Die Bankenwelt in der heutigen Form ist so oder so ein Auslaufmodell. Also werden in der nächsten Zeit die Bankkunden noch etliche „Spesen“ für den Erhalt des Systems zahlen müssen.

  8. Der gute Kan wird doch total überbewertet… dieser Hype um ihn wird sich spätestens dann legen, wenn er bei der UBS oder GS den heraufbeschworenen Erfolg nicht bringt und einfach schön abkassiert hat… wie all die anderen überbezahlten ‚Cracks‘ auch….

    • Dieser Tanz ums „goldene Kalb“ Khan ist idiotisch.
      Der Mann ist nicht nachhaltig. Nach kurzer Zeit wieder weg von CS.
      Die effektive Arbeit machen Anlageberater, die über viele Jahre
      Kundenbeziehungen aufbauen und pflegen.

    • Unnötiger, komplett unqualifizierter (Neid-)Comment! Bei CS hat er es ja ohne Zweifel bewiesen

  9. Entscheidend ist nicht unbedingt der Mann, der die Bank in die paradisischen Gefilde des Private Banking mit dem Manna von grosszügigen Kommissionen führt, sondern es braucht zuerst eine Analyse, wo so etwas einzurichten ist.
    Die USA sind ein hartes Pflaster, dort ist FATCA und die Konkurrenz beinhart, da bezahlen die USA-Reichen nicht ihre Banken, sondern die Politiker in Washington, dies ist für sie lukrativer. Ähnlich verhält es sich in der Euro-Zone.
    Lukrativ für das Geschäft mit Privatkunden sind Staaten, wo
    die Elite einander physisch an die Gurgel geht und der Staat ein Leistungsbilanz-Überschuss aufweist, der nicht durch ausländische Subventionen von den Grossmächten gespiesen wird.Überhaupt ist es gefährlich, wenn die USA und die EU die Macht haben, sei es nun für Drogenhandel wie in Kolumbien oder die offensichtliche Benützung für eigene Vermögenszwecke von Exporterlösen betreffend Rohöl in Venezuela, harten politischen Druck auf die Depotbanken dieser privaten Kundschaft aus solchen Ländern auszuüben. Hier kommt dann die Geldwäsche zum Zug, wo der Geldtransfer sich über mehrere Länder erstreckt. Am besten es kommt blütenweiss herein und was vorher war, ist für die Bank nicht bekannt. Wie gut und ehrlich die organisierenden Anwälte sind, weiss man nie zum voraus und was passiert, wenn der wahre Eigentümer das Zeitliche gesegnet hat.
    Am besten sind diejenigen Länder, wo die USA und die EU nicht den dortigen Eliten vorschreiben können, wie korrupt sie sein sollen und gleichzeitig diese Eliten immer damit rechnen müssen, in einem politischen Konflikt physisch bedroht zu werden. Die ganze islamische Welt ist voll von derartigen Staaten, wo das Rechtswesen willkürlich und käuflich ist und die gerne den Galgen bedienen, um untereinander politisch abzurechnen.
    Da kann natürlich der Kaviarhändler aus dem Iran und der Dattelverkäufer aus Algerien gleichzeitig auch Geldwäscher für seine politischen Freunde sein. Man weiss dies nie so genau.
    Die hier erwähnten Aspekte sind nur teil davon, wie man diese Honigbienen mit ihrem Nektar mit billigem Zucker abspeist. Es gäbe noch viel dazu zu sagen, um ein sehr profitables Schweizer Privat-Kunden-Geschäft zu gestalten.
    Es ist ganz eindeutig, mit einem EU-Beitritt der Schweiz, ist auf der politischen Seite das ganze Geschäft mit der internationalen Privat-Kundschaft besser abgestützt. Aber der geneigte Leser hier, hat es wie der Kaspar im Struwwelpeter. Nein, diese Suppe ess ich nicht, am Schluss
    verhungerte er. Weiter so, ihr Anti-EU-Banker, aber wenn ihr meint, ihr kommt mit dieser Haltung ins Paradies, täuscht ihr euch, eine trostlose Steppe erwartet euch.

    • FATCA in den USA? Mensch, erzähl keine Märchen! FATCA gibt es eben ganz genau NICHT in den USA, sondern nur ausserhalb!

    • Herr Eugster. Das natürlich FATCA für die US-Banken für ihre ausländischen Kunden nicht zählt, ist mir bekannt. Dagegen müssen sie wissen, das die EU mit den USA aber schon ein FATCA Abkommen abgeschlossen hat, wo die Steuersünder auf beiden Seiten zur Kasse kommen. Abgesehen haben die USA mit dem FATCA Abkommen mit der EU weniger rausholen können als mit uns. Die USA haben uns mehr fesseln angelegt. Und da behauptet man immer die EU sein ein Papier-Tiger. Wir sind der Papier-Tiger!

  10. The unstoppable story diesen Sommer, hat wahrscheinlich ein Ende….wir freuen uns, dass diese Webermotti ein Ende hat und den Galgenfrist zu eine Ende kommt….von CS zu GS wäre eine upgrading eigentlich, zu UBS weiss ich nicht, aber sieht so träge aus dort, dass der Kahn schnell zu lame duck werden könnten…man sollte von der Geschichte lernen, schreibt gerade den Blick…für einmal stimmt den Artikeln zu 60% ….ob die “ neue“ CEOs ohne eigentlich Erfahrung und Wissen eine nächste Krise schaffen könnte ist fraglich…aber das freut uns trotzdem…mindestens das Prinzip Hoffnung bleibt….was sonst?😁😊

    https://www.blick.ch/news/wirtschaft/grounding-und-abgewendeter-bankenkollaps-hatten-mehr-miteinander-zu-tun-als-bisher-bekannt-wie-die-swissair-die-ubs-rettete-id15449977.html

  11. Nach fast 20 Jahren bei der CS habe ich vorallem eines gelernt, das Management kann man beliebig auswechseln ohne, dass das irgend einen Impact hätte. Die Fluktuation im Top-Management war enorm und jeder CEO kam wieder mit einer neuen Idee von Allfinanz, OneBank zum wie auch immer man das aktuelle Setup nennen will. Brady Dougan hat 200 mio CHF kassiert, damit Thiam ebenfalls Dutzende Millionen kassiert um so ziemlich das Gegenteil zu machen, Rohner scheint die Strategie sowieso egal zu sein, der hat in den letzten Jahren alles mitgemacht. Ob alle dem ist der Aktienkurs völlig im Keller, scheint aber auch nicht relevant zu sein, jedenfalls hat der keinen Einfluss auf die Entschädigung und Optionsprogramme werden einfach entsprechend angepasst. Jeder dieser Manager wurde hochgejubelt, nun also Khan, weil der in kurzer Zeit viel auf den Kopf gestellt hat ohne das irgendjemand weiss, wie nachhaltig das ist. Als Informatiker würde ich seine IT Auslagerungen jedenfalls sehr kritisch sehen, wobei bei man bei der CS sowieso nicht von IT Strategie sprechen kann, vielmehr macht jede Bankeinheit wozu sie gerade Lust hat und die zentrale IT wurstelt irgendwie vor sich hin, Hauptsache alle Manager können ihren Job behalten.

    • Natürlich hat Leistung und Können keinen Einfluss auf die „Entlöhnung“. Diejenigen, die zum erlauchten Kreis gehören zocken ab und wir einfachen Büezer müssen tatenlos zusehen.

  12. ich sag deutsche, die suchen ganz verzweifelt ambitionierte und zahlen jeden preis dafür. denn auch die db will der ubs und der cs im private banking kunden abgraben.

  13. Also als EAM würde ich sofort meine in der CH gebuchten Kunden bei der CS und UBS zu Goldman bewegen, sollte er da landen und den auch äusserst fähigen Wohnlich unterstützen

    • CIAO, schaffst wohl beim EAM-Desk der CS?
      An so einem Desk muss man nicht mal von Vermögensverwaltung eine Ahnung haben. Ich würde das Desk mit günstigen Assistenten bevölkern, die sind billiger und fleissiger!

  14. Kahn bereitet eine Fusion bzw. Uebernahme vor. UBS und CS werden Ende 2020 ganz neu aufgestellt bzw. aus neuen Händen gelenkt werden. Die Gewinnausweise der beiden grossen sind mässig und insofern vertuscht, dass die Betriebskosten reduziert wurden. Da die Teilzeitstellen bei beiden fast ausgeschöpft sind, steht der Kahlschlag unausweichlich bevor.

  15. Wieso soll jetzt ein Khan alleine etwas reissen können? Unwahrscheinlich. – Glaubt Ihr alle an den Weihnachtsmann?

    • Ermotti schaffte das auch. Alleine riss er die Bank runter. Ein Konzern hängt von der obersten Person ab. Siehe Apple, Amazon, Netflix. Aber auch JPM hatte einen Glücksgriff gemacht.

  16. Warum hat die CS den Kahn gehen lassen? Glaube nicht, dass Goldi oder die UBS gute Nachrichten für die CS sind. Oder?!

  17. Wenn der Iqbal nicht ganz doof ist, wird er seinen „strategic move“ eher in Richtung GS machen, UBS wird in spätestens 18 Monaten ein Übernahme- resp. Abwicklungsfall sein. Wobei wir dann in der 1. Reihe miterleben dürfen, wie gut die Credit- und sonstigen Risk-Mänätscher mit ihren elaborierten TBTF und sonstigen Notfallplänen zur Abspaltung des Schweizer-ZV und -Kreditgeschäfts taugen, doch vorerst freuen wir uns mit ihnen über abgegriffene Boni für unterirdische Kompetenz und Leistung bei schönem Folien-pinseln….

    • „Sobald das Genie aus der Lampe gekommen ist, ist es jedoch nicht einfach, ihn wieder reinzubringen.“

      Da ist die grösste Illusion der TBTF Strategie: und alle glaube dran…Letzte Wille Abspaltung…totale Phantasie….wie kann man eine Auto auf zwei oder mehrere Teile spalten, wenn nur ein Motor gibt?
      Wieso sollte bei Bank anders sein? Ich weiss nicht, wie überhaupt so etwas jemanden noch studiert denken kannn….aber ich bin nur ein Idiot…🤣😉