Vontobels Struki-Biz säuft ab, Topmann geht

Chefverkäufer der Erfolgssparte springt von Bord – Schon zuvor wechselte Spitzenmann intern – Entlassungen im Wochentakt.

Der Erfolg der Zürcher Vontobel hat einen Namen: Strukis. Gemeint sind die Strukturierten Produkte, die unter lustigen Namen hohe Gewinnchancen versprechen.

Damit machte die Familienbank ein Vermögen – bis vor kurzem. Jetzt steckt der Bereich in seiner schwersten Krise.

Im Wochentakt verlassen Leute das Schiff. Entweder freiwillig, oder dann werden sie über Bord geschmissen.

Kosten runter, lautet das Kommando. Roger Studer schreit es von oben, von der Brücke. Studer ist der langjährige Chef der Sparte Financial Products, wie der Bereich bei der Vontobel heisst.

Wie stürmisch die Lage ist, zeigt eine zentrale Personalie: jene von Eric Blattmann. Blattmann hat soeben die Bank Vontobel verlassen. Dies bestätigte gestern Abend ein Vontobel-Sprecher.

Kürzlich gab Blattmann noch frischfröhlich Interviews auf Finanz-Newsseiten. Als Chefverkäufer Struki pries er die Vontobel in den hellsten Farben an.

Nun ist Blattmann Geschichte. Mit ihm sollen weitere Leute aus dem Verkauf das Weite suchen. Dies wurde von der Vontobel gestern in Abrede gestellt.

Auch davon, dass sich der Bereich in einer schweren Krise befinden würde, will die Vontobel offiziell nichts wissen.

Von Abbau keine Spur, heisst es, im Gegenteil: Der Bestand an Mitarbeitern sei im bisherigen Verlauf von 2019 gestiegen, nicht gesunken.

Herr der Strukis: Studer (SFI)

Rund 130 Leute zählen die Strukis bei der Vontobel, und sie verdienten lange ein Heidengeld für die Bank. Entsprechend konnte sich Chef Studer im Glanz des ewig währenden Erfolgs sonnen.

Studer liess die Kollegen in der Geschäftsleitung lange hinter sich. Axel Schwarzer als Chef Asset Management und Georg Schubiger vom Private Banking hatten das Nachsehen.

Tempi passati. Studer trägt die Zwei am Rücken. Neuer König ist Axel Schwarzer. Sein Asset Management erzielt die höchsten Renditen.

Auch Georg Schubiger holt auf. Dank dem Kauf der Notenstein Privatbank hat er nun eine kritische Grösse erreicht.

Das sorgt bei Sonnyboy Roger Studer für Stress. Der Mann ist sich nicht gewohnt, der Konkurrenz hinterherzurennen.

Ein entscheidender Punkt im Niederbang der grossen Success-Story der Vontobel war der Wechsel von Mister Struki. Es handelt sich um Georg von Wattenwyl, enger Vertrauter von Chef Studer.

Von Wattenwyl gab die Leitung der Strukis letzten Herbst ab, um nach Singapur zu zügeln und von dort die Externen Vermögensverwalter zu lenken.

Ab nach Fernost: GvW (LinkedIn)

Neuer Struki-Boss wurde Peter Camenzind. Der scharte sofort seine eigenen Gefolgsleute um sich. Das führte zu interner Unruhe. Die alten Buddies rund um von Wattenwyl sahen ihre Felle davonschwimmen.

Nun ist es zum Knall gekommen. Mit dem Abgang von Chefverkäufer Blattmann ist die Krise bei den Strukis offen zum Vorschein gekommen.

Dahinter steckt die grosse Gemütlichkeit. Statt ihren Vorsprung dank einer modernen Informatik und der Struki-Plattform namens Deritrade zu nutzen, ruhte sich die Vontobel auf ihren Lorbeeren aus.

Nun ist sie nicht mehr die mit Abstand führende Derivate-Anbieterin auf dem Platz, sondern nur noch eine von mehreren, die im Geschäft mitmischen.

Dass bei Vontobel der Wurm im Struki-Geschäft drin ist, zeigte sich letzte Woche. Da blies Chef Roger Studer kurzfristig ein Pressefrühstück ab. Dort war die Lancierung eines neuen Vorzeigeprodukts geplant.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Blattmann Chefverkäufer ? guter Witz.. der ist im Struki-Marketing aber sicher kein Chefverkäufer. Und ein Verlust ist er auch nicht..

    und Von Wattenwyl hat viel zu spät gehen müssen.

    • Wahrscheinlich bist du weder loyal noch ein Buddy, jedenfalls stellt sich die Frage, für wen dein Herz nun schlägt. Personen namentlich schlecht zu machen in einem öffentlichen Forum ist jedenfalls sicher nicht die Art eines loyalen Menschen, schon gar nicht eines „Buddies“, sondern eher eines Feiglings. Abgesehen davon, wünschenswert wären Argumente oder Fakten welche deine Behauptungen stützen? Proof points nennt man das im Marketing, in dem du dich ja auszukennen scheinst, Betonung auf „scheinst“.

  2. Ach je die Katzen wollen und können das Mausen nicht lassen.Und die Mäuse schnallen es erst wenn die Katzen
    zugebissen haben.Irgendwann sind die Mäuse alle, dann bleibt den Katzen nur noch miau, miau, aus aus.

  3. Im Struki Bereich werden schon lange keine Fachkräfte mehr befördert oder angestellt. Loyaler Buddy vom Chef muss man sein, mit ihm Marathon laufen und ja nie wiedersprechen

    • @ Frauenpower

      Was ist genau Ihre Mitteilung??? Dass Frauen durchs Band Fachkräfte sind? Dass sie keine loyalen Buddies sind / sein können? Dass sie nicht Marathon laufen? Dass sie niemals widersprechen? Mit solchen Kommentaren tun‘ Sie den Damen dieser Welt wohl eher einen Bärendienst, als dass Sie Verständnis und Unterstützung für Ihr durchaus berechtigtes Anliegen kreieren. Mal ganz abgesehen davon, dass Sie offenbar selber ein ähnlich anti-pluralistisches Weltbild vertreten („Frauenpower“) wie dasjenige, welches Sie offenbar anprangern (Management = Männerwelt)…

    • Die Bank erstellt zwar Strategische Zertifikate auf „Power of Diversity“ aber in der Unternehmung ist keine Spur zu sehen. Ich finde es nur schade und total unglaubwürdig.

  4. Peter Camenzind hat leider wirklich keine Ahnung vom Struki-Business. Es ist zu hoffen, dass Studer den Strahlemann möglichst bald erlöst aus seiner Überforderung.

  5. Es wäre interessant, wenn die Personalie Camenzind genauer beleuchtet würde. Während der interne Move für ihn sicherlich viel Sinn machte, löst er von aussen betrachtet ein gewisses Stirnrunzeln aus. Er ist kein Spezialist im Bereich und war auch in seinem vorhergehenden Verantwortungsbereich käumlich ein Garant für „Erfolgsstories“. Offenbar kann er sich selber aber gut verkaufen. Nur würde ich von einem Studer (und einer Vontobel GL) dennoch einen etwas anderen Personalselektionsstandard erwarten. So einen haben die in dieser Position doch nicht nötig…

    • Seit wann ist es bei der Vontobel wichtig Spezialist zu sein oder durch Fachwissen zu glänzen? Gefördert wird, wer sich nahe am Boss hält. Und wenig Skrupel hat. PC ist darin Profi. Wie viele andere auch. Und RS will es genau so haben.

  6. Wirklich fähige und wertstiftende Mitarbeitenden haben Vontobel bereits vor längerer Zeit verlassen – und zwar in allen Geschäftsbereichen. Die heutige Belegschaft setzt sich mit wenigen Ausnahmen vornehmlich aus zweitklassigen Schwätzern und Selbstoptimierern zusammen. An der Spitze stehen ein farbloser CEO, ein noch blasserer CFO und ein VRP, der bestenfalls die Lachmuskeln, aber keinesfalls den Intellekt stimuliert, sowie eine abgehalfterte Rest-Geschäftsleitung, die sich auf Kosten der Kunden gesundstösst. Das Geschäftmodell von Vontobel hat definitiv ausgedient.

    • Ich habe keine Ahnung, wie, wo und von wem Sie damals als Kunde betreut worden sind, aber ich kenne noch sehr viele fähige Mitarbeiter in der Bank und bin felsenfest überzeugt, dass das Geschäftsmodell von Vontobel noch lange nicht ausgedient hat.

    • Es gibt viele gute Mitarbeiter bei Vontobel. Es gibt auch jede Menge faule Äpfel. Auf Spartenebene und den MDs. Aber das Problem haben alle Banken.

  7. Hässig meint wieder einmal, er sei gescheiter als die Vontobel Manager. Dabei entlassen die meisten Banken ihre Ueberkapazitäten und passen sich den heutigen Marktverhältnissen an. Wer dies nicht macht, wird über kurz oder lang Probleme mit der Rentabilität kriegen. Also ein total normaler Vorgang, doch weil Vontobel dies macht, ist Hässigs Vontobel Phobie wieder ausgebrochen, eine unheilbare Krankheit, welche zur Verdummung führt!

    • Lies nochmals! Ein einziger Satz ist „Anti Vontobel“, der Rest ist sachlich, könnte höchstens falsch sein, aber das behauptet einstweilen niemand.

    • Danke, dass Sie den Diminutiv in Ihrem Namen verwenden. Wenigstens ist schlussendlich zumindest noch Ihre Selbsteinschätzung akurat vor dem Hintergrund des ansonsten doch etwas gar knapp bemessenen Gedankenprozesses, den Sie hier offenbaren…

    • @ Careful

      Ich muss nicht nochmals lesen. Wenn sie das fortlaufende bilden von Über-/Unterkapazitäten und deren Korrektur als normalen Vorgang betrachten, dann soll es in Ihren Augen halt so sein. Für mich ist das eher ein Indiz für Planungs- und Managementfehler. Ich zumindest musste in den letzten 20 Jahren keine Menschenseele aus ökonomischen Gründen entlassen und halte von dieser Hire & Fire Sichtweise grundsätzlich nicht das Geringste. Und ich glaube, Selbiges gilt für die meisten Leute.

      Entsprechend sind Sie auch auf dem Holzweg bezüglich „Anti-Vontobel“. Ich kenne das Unternehmen nicht im Detail und interessiere mich auch nicht sonderlich dafür. Mein Kommentar zielt in eine andere Richtung (siehe oben).

  8. Ich frage mich jeden Tag wie man für diese Bank arbeiten kann!! Ich sehe fast täglich den CEO dieser Bank und staune wie man mit diesem Auftritt die Leute motivieren kann für Ihn zu arbeiten. Unfreundlich, stillos und arrogant. Das selbe gilt für die Struki Division! Die Herren parkieren Ihre dicken Sportwagen vor dem Kaffee und machen einen völlig relaxed und überheblichen eindruck. Währenddessen sind die armen Mitarbeiter bereits im Office und hoffen durch fleiss und gute Arbeit auch mal etwas vom Kuchen ab zubekommen. Ich war auch lange in diesem Struki Einheit und habe mitleid mit jedem der sich irgendwie Hoffnung macht auf eine Karriere! Mein Tipp an meine Ehemaligen Kollegen, verlasst euch nicht auf die anderen sonder nimmt euer Schicksal selber in die Hand.

    • Deutsche Rechtschreibung ist bei ihnen Glücksache. Ihr Beitrag strotzt vor Fehlern; ich nehme einmal an, sie wurden bei Vontobel entlassen, mangels „Grips“ in der Birne!

    • Ich weiss ja nicht, wo Sie, Mikki, arbeiten. Auf alle Fälle an einem Ort, wo kein Wert auf Rechtschreibung gelegt wird. Mindestens 17 Fehler in den paar Sätzen…

      Wenn man nicht richtig schreiben kann, könnte man den Text ja zuerst im Word korrigieren lassen, bevor man andere Leute angreift.

  9. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Struki-Motor bei Vontobel stottert und aktiv Personal abgebaut wird. Ganz im Stil von Vontobel allerdings etappenweise und mit unschönen Nebengeräuschen.

  10. Strukis sind eigentlich ein Affront gegenüber jedem VV-Kunden. Nicht wenige Banken, aber auch viele EVV setzen stark auf die Vehikel und kassieren klammheimlich schnell Mal 100-200 Punkte dazu. Langfristig verdient ein Anleger mit einem sorgfältig selektionierten PF weit mehr und wird nicht plötzlich Besitzer des „worst performing stock“, weil blöderweise die mittelgrosse Industrieaktie kurz getaucht ist. Aber, Strukis sind schnell zusammengeschustert, hören sich interessant an und bedürfen nur wenig Arbeit. Toll für die Bank, kein Mehrwert für die Anleger.

    • Niek: Da bin ich ganz anderer Meinung. Gerade in Börsenrückschlägen haben gerade Barrier Reverse Convertible einen sehr grossen Nutzen für den Anleger. Das Aufsetzen eines solchen Barrier Reverse Convertible ist mit erhelbicher (Denk)Arbeit verbunden und dafür sollte der Kunde auch bezahlen. Gehen Sie ohne Lohn arbeiten ?

    • Und schon wieder ein Besserwisser? Wenn du die gesamte Palette verstehen würdest, wäre dir vielleicht klar, dass bei der richtigen Wahl nicht unbedingt der „worst performing stock“ massgebend wird. Struktis haben ihre Berechtigung, werden aber schlicht und einfach teilweise überschätzt. NB Jeder Investor, welcher sich Produkte ins Depot holt, welche er nicht versteht, ist selber schuld.

  11. Strukis sind sowieso standardisierte Produkte, die grossen Kunden können diese heute problemlos selber kreieren. Für was brauchts es da überhaupt 130 Leute? 2 Backoffice MA reichen da vollkommen aus… Oder haben die Banken etwa die Digitalisierung verschlafen?

    • Engineering ohne Ingenieur??? Träum weiter, oder baust du dein eigenes Haus auch im Pyradonis-Stil? NB Wenn das so einfach wäre, warum machst du das Business denn nicht gleich selber und garnierst die daraus entstehenden Returns, du Kenner des Geschäfts?

    • @ Supermario: wenn ich mit vorfabrizierten Legosteinen ein Häuschen bauen will, brauche ich weder ein HTL- noch ein ETH-Studium.

    • @Max
      Und wer liefert oder produziert dir die Legosteine? Denk mal an die ganze Kette und dann meld dich wieder.