Whatever it takes – und das bis zum bitteren Ende

EZB senkt Zinsen auf minus 0.5%, startet neues Quantitative Easing – 20 Mrd Euro Assetkauf pro Monat – „So lange wie nötig“.

Mario Draghi ging an seiner letzten Pressekonferenz gestern nochmal „all in“. Nicht nur senkte der Italiener die Zinsen, sondern er verkündete auch einen Neustart von QE (Quantitative Easing).

Kaum wurde es gestoppt, schon geht es wieder los mit dem Aufkauf von Anleihen durch die Europäische Zentralbank.

Und die Hoffnung, dass die Geldpolitik jemals wieder normalisiert werden kann, wird hochkant aus dem Fenster geschmissen.

Das ursprünglich nur für den Zeitraum März 2015 bis September 2016 vorgesehene, dann aber verlängerte und aufgeblähte Aufkauf-Programm der EZB war Ende letzten Jahres nach fast 4 Jahren gestoppt worden.

Draghi verkündete damals, am 13. Dezember 2018, Folgendes: „Was die geldpolitischen Sondermassnahmen betrifft, so werden die Nettoankäufe im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Programme – APP) im Dezember 2018 beendet.“

Die Zinsen konnten zwar noch nicht wie in den USA angehoben werden, aber wenigstens sollte QE nun endlich vorbei sein und so die Kritiker zum Verstummen gebracht werden.

Das Programm war nur temporär für den Notfall und es hat funktioniert – so die Botschaft. Weit gefehlt.

Nur 9 Monate später zeigt sich, was es geschlagen hat: Schubumkehr. Der Versuch der Normalisierung ist grandios gescheitert.

Nicht nur Negativ-Zinsen sind dauerhaft nötig, nein, gleich auch wieder ein nächstes Quantitative Easing: Der EZB-Rat beschloss, „die Nettoankäufe im Rahmen seines Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (…) in einem monatlichen Umfang von 20 Mrd EUR ab dem 1. November wieder aufzunehmen.“

Der monatliche Absolutbetrag von 20 Milliarden Euro ist zwar nicht so hoch wie früher (damals waren es 60 Milliarden der Einheitswährung pro Monat), jedoch soll das Programm nun auf unbestimmte Zeit laufen.

„QE Infinity“ sozusagen. So lange, bis die Inflation eine Punktlandung knapp unter 2% macht.

Eingriff in die Märkte auf unbestimmte Zeit heisst: Eine Normalisierung ist nicht möglich. Dies ist ein unglaublich schwerwiegendes Eingeständnis.

Es wird auch in den nächsten Monaten von der US-Notenbank kommen. Aus QE gibt es keinen Ausweg. Hotel California sozusagen.

The Eagles: You can check out any time you like but you can never leave (Youtube)

Die Märkte reagierten gestern nach der EZB-Ankündigung zunächst volatil, am Ende aber blieb alles ruhig.

Der SMI schloss praktisch unverändert bei 10’100 Punkten – nahe am Rekordstand -, und der DAX war 0.4% im Plus. Nur die Bankaktien litten ein wenig. Diese hatten aber zu Beginn der Woche schön dazugewonnen.

Noch niedrigere Zinsen? Bankaktien fandens zunächst nicht gut (Swissquote Analysis Tool)

Gleich nach dem Entscheid gab es auch ziemlich Bewegung in den Bondmärkten. Vor allem italienische Staatsanleihen waren zunächst stark gefragt.

Statt wie in der Eurokrise 2011 mit 7%, „rentierten“ die 10-jährigen italienischen Staatsanleihen während des gestrigen Handelstages auf einem neuen Rekordtief von nur noch 0.78%. Am Ende des Handelstages noch 0.9%.

Italien kreditwürdiger als die USA, Kanada oder Australien? Es ist schon verrückt.

Noch mehr QE? Italien sagt „Grazie, Mario“ (Investing.com)

Und auch US Präsident Trump tweetete sofort nach dem Entscheid. Er will ebenfalls Negativzinsen von seiner Zentralbank. Was macht Fed-Chef Powell nächste Woche?

(Quelle: Twitter)

Wie lange kann der Schein noch aufrechterhalten werden? Wie lange wird den Zentralbanken noch vertraut?

Unbegrenzte lockere Geldpolitik, Asset-Käufe und aufgeblähte Zentralbankbilanzen enden wohl letztlich in der Zerstörung des ganzen Finanzsystems. Das Spiel wird bis zum bitteren Ende gespielt.

„Whatever it takes“ eben.

Vielleicht kommen grössere Bewegungen an den Märkten erst in den nächsten Tagen oder nach dem Entscheid der US Federal Reserve, wenn die Tragweite des 180 Grad-Kurswechsels verstanden wird. Oder es dauert noch ein paar Monate bis zur nächsten Rezession.

Und auch Thomas Jordan und seine SNB spielen noch mit. Der Druck von allen Seiten steigt. Es bleibt spannend.

Kommentare

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  1. Das vorrangige Ziel des Europäischen Systems der Zentralbanken ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten

    Die modernen Zauberlehrlinge haben alle Spielräume der Ausweitung von Verschuldung genutzt und trotzdem sinkt der Wohlstand in vielen – südlichen – Staaten Europas, unabhängig von den hohen Zukunftslasten, die die heutige Situation zwangsläufig mit sich bringt.

  2. Es ist absoluter Unsinn, wenn souveräne, aber wirtschaftlich völlig unterschiedliche Staaten ihre Währungen zusammenlegen.

    Auch in der Vergangenheit (lateinische Münzunion) hat dies noch nie funktioniert.

    Die Schwachen und Überschuldeten werden immer Mittel und Wege finden alle anderen erpressen:

    https://www.nzz.ch/wirtschaft/treffen-der-eu-finanzminister-eu-will-fiskalregeln-ueberarbeiten-ld.1508804

    Egal, mit was für Märchen und Lügengeschichten dieses Versagen von Politik und Notenbank bemäntelt wird.

    • @Unsere Arbeit dient dem Wohl der Menschen in Europa

      Mit zweierlei Mass misst man dann noch nicht. Deutschland hat die Defizitkriterien X-Mal verletzt. Es trifft zu, dass eine Währungsunion zum Scheitern verurteilt ist. Zurück zu den Landeswährungen, Schuldenschnitt, Einführung von Personen,- und Kaptalverkehrskontrollen sind erste notwendige Massnahmen, um zu deeskalieren.

    • Es ist wohl direkt einsichtig, daß es ein erheblicher Standortnachteil ist, wenn amerikanische Banken mit deren Reserveguthaben beim FED gutes Geld verdienen, wie alle Banken in Staaten mit positivem Leitzins, während europäische Banken dafür mit Strafzinsen belastet werden:

      https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/europaeische-banken-fallen-gegenueber-usa-weiter-zurueck-16387064.html

      Und dies 10 Jahre nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009.

  3. Einstein soll mal den Wahnsinn so definiert haben.
    „Wahnsinn ist, wenn immer das Gleiche getan aber immer ein anderes Ergebnis erwartet wird.“
    Die EZB macht mit der Geldschwemme weiter, obwohl die Kröten schon in der Vergangenheit niemand haben wollte.

  4. Es geht wie immer um einen global einzuführenden Sozialisamus, auch in der Schweiz.
    Und wie gesagt führt der Weg über den Kapitalismus, weil zuerst muss die „Masse“ Wert erzeugen, den sich die „Schweine“ der animal farm dann demokrattisch unter sich verteilen. Der Intelligenz, die die Werte dann erzeugt hat, geht es dann wie in China, Kambodscha, unter Stalin und heute in Südafrika, sie werden um die Rübe gekürzt.
    Wie viele Länder sind Teil der kommunistischen Weltbewegung?
    https://www.youtube.com/watch?v=PRPKXDHsG9s (englisch)

    Uns wird oft gesagt, dass es nur noch 6 „kommunistische“ Länder gibt, d.h. Nationen, die von einer kommunistischen Partei regiert werden. Sie sind China, Kuba, Laos, Nepal, Vietnam und Nordkorea. Wenn man „kommunistisch“ in der traditionellen marxistisch-leninistischen „Befehlswirtschaft“ definiert, gibt es eigentlich nur ein einziges linkes Nordkorea.

    Und Deutschland diesmal wieder an der Spitze der Bewegung! Communism coming home: Marx, Lenin, Stalin, Merkel!

    … Vielleicht verstehen nun einige mehr, weshalb der westliche Mainstream derart auf Trump einschlägt, weil er es ist der sich an die Spitze der neuen antikommunistischen Bewegung gesetzt hat und Schritt für Schritt versucht der Krage einen Kopf nach dem anderen abzuschlagen.

    … Vielleicht verstehen Sie dann auch die Rolle Obamas, Merkels und der alles zu vollenden vorgesehenen Killary!

  5. Wohl nicht zufällig bringt der rote Blick seit zwei Tagen Horrorgeschichten über die angeblich wachsende Zahl von Wohnungseinbrüchen. Natürlich nur Einbrüche in grenznahen Dörfern, begangen durch Banden aus dem Ausland, Ausländer in der Schweiz sind dagegen nicht kriminell, weiss die SP. Die Schweizer Sparer sind nun gewarnt, ihre Ersparnisse nicht, aus Angst vor den von Blick herbei- und schöngeredeten Negativzinsen für Sparer, in der Wohnung zu verstecken. Ein Rentnerpaar, das sich die Pensionskassenansprüche vor der Pensionierung auszahlen liess, insgesamt über 600`000 Franken, müsste bei einem Negativzins von 1 % monatlich 500 Franken der Bank abliefern. Genau der Betrag, auf den es angesichts hoher Mietzinse, Nebenkosten und Krankenkassenbeiträge dringend angewiesen ist. AHV Ergänzungsleistungen bekommen sie natürlich, weil sie ja so reich sind, keine. Die Franken 600`000 werden, weil die AHV nicht ausreicht und dank der von den Linken herbeigesehnten Inflation, die alle gleich, bzw. gleich arm machen wird, jeden Monat weniger. Und sollte in ein paar Jahren noch etwas übrig bleiben, dann wird es vom Altersheim innert kürzester Frist einkassiert: Altersheimkosten für ein Rentnerpaar derzeit über Fr. 6`000 im Monat. Wer ein Leben lang nichts gespart und wenig oder nichts in die Sozialwerke einbezahlt hat, bekommt dagegen alles gratis. Das ist die soziale Gerechtigkeit, die Jositsch`s SP mit Hilfe ihrer Steigbügelhalter, FDP, CVP, BDP und Grüne, geschaffen hat.

  6. Jetzt mal ernsthaft ein paar Fragen an all die Bankbürogummis und Produktverkäufer hier im Blog. Denkt ihr wirklich, dass sich diese Situation eines Tages einfach so „puff“ in Luft auflöst und danach wieder alles gut sei? Oder seid ihr bereits dermassen eingeschüchtert worden an euren Arbeitsplätzen, dass ihr euch tagtäglich selbst belügt in der Hoffnung, der Kelch im Falle eines Crashs möge an euch vorbeigehen? Denkt wirklich jemand, dass es in 10-20 Jahren das 3-Säulensystem in der Vorsorge noch geben wird? Geschlossenen Auges in den Abgrund, so kommt mir dies vor….

    • Bedenke, daß die durch die Markt- und Preisverzerrungen der großen Notenbanken erzeugten Vermögenspreisblasen die Verluste von Morgen sind, wollte oder müßte man zukünftig wieder zu deutlich höheren Zinsen zurückkehren.

  7. Es wäre einmal an der Zeit auszurechnen, ob die Einheitswährung Euro Europa bisher überhaupt in der Summe einen wirtschaftlichen Vorteil gebracht hat. Ferner noch unter Einbeziehung der zukünftigen sozialen Lasten.

    Dem Scheinwohlstand seit der „Euro – Konvergenzphantasie“ ab 1995 bis 2007 stehen nun schon 12 Jahre der Probleme, des Schuldenzuwachses und des wirtschaftlichen Siechtums entgegen, denen voraussichtlich noch viele weitere folgen werden.

    Unabhängig davon, daß man dadurch so etwas wie eine verlorene junge Generation geschaffen hat, von denen speziell in Südeuropa schon viele das Land verlassen haben mit zukünftigen Nachteilen für das Sozialsystem und die Gesellschaft dort.

    Zudem ist grotesk daß Angehörige jener Generation – nun schon weit im Rentenalter – die einst die mißliche Lage heute mit verschuldet haben, die „Rettung“ bzw das „Zeit kaufen“ durchführen wie Mario Draghi. Aber das ist in Japan ganz ähnlich.

    Die platte Merkelweisheit „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ ist ähnlich unsinnig wie „Wir schaffen das“ oder daß man Grenzen nicht sichern könne.

    Anstatt umzudenken, daß alles bisherige vielleicht ein Fehler war, wird mit gigantischen Verrenkungen versucht, die bisherigen Fehlsteuerungen weiter aufrecht zu erhalten.

    Wechselkurse sind nützliche Schnittstelle und Anpassungsinstrument von unterschiedlichen Wirtschaftsräumen. Sonst könnte man – auf längere Sicht – die ganze Welt unter einem Währungsraum vereinigen.

    Ein Teil, das Problem mit der Einheitswährung Euro zu lösen, wäre der Abtritt der Politikergeneration, die ihr politisches Schicksal daran geknüpft haben. Aber das dauert nun wahrscheinlich noch viele weitere Jahre.

  8. Auf dem Weg zum ewigen Verliererkontinent, in dem Politrentner + / – 70 die von deren Generation mit Spekulationsexzessen und Fehlsteuerungen (Euro – Konvergenzphantasie) erzeugte staatliche und private Überschuldung mit lächerlichen Lügen und Märchengeschichten an die Jüngeren weiterreichen.

  9. Euro-Crash – Wie können sich Anleger vor dem Zusammenbruch schützen?

    Währungskonto: Auf sichere Währungen setzen
    Aktien: Substanzwerte aus der Schweiz und den USA
    Anleihen: Auf eine Rückkehr zur D-Mark setzen
    Hebelpapiere: Auf einen Euro-Crash „wetten“
    Gold: Die älteste Währung der Welt

  10. Wo der TRUMP recht hat er recht:
    Die (…Europäer…) kriegen Geld fürs Schuldenmachen.
    Ich antizipiere eine Verdoppelung des Goldwertes (in CHF auf 100’000.- pro Kilo) in den nächsten 2…3 Jahren.
    Den Goldliebhabern gefällt’s.

  11. Es kommt mir vor wie in einem Unternehmen, dass zu 60% Idioten-Jobs beibehält, weil es einfacher ist, als Verantwortung zu übernehmen. Mario Draghi weiss es nicht besser. Wie auch? Er wurde gross mit der italienischen Lire.

  12. Dass niemand Herrn Draghi stoppt zeigt wie korrupt das System Eurozone geworden ist. Die stecken alle unter einer Decke bis zur Implusion. Die Steuerzahler und kleinen Leute bezahlen dann dafür.

  13. Hunderte von Milliarden aus Zentralbanken in den Finanzsektor und in marode Staatsanleihen zu pumpen löst nicht das Grundlegende Problem. Dieses ist nicht die Inflation sondern die Nachfrage bei den Konsumenten. Die Leute haben kein Geld um zu konsumieren, sind bereits überschuldet und leiden unter der Preisblase bei Wertanlagen wie Immobilien etc. Firmen benötigen keine Kredite da kein Mehrkonsum vorhanden ist. Das jetzige Produktionsvolumen ist schon zu gross. Also geht das grosse Geld an die Börse, kauft overpriced egal was angeboten wird (auch Kryptos oder was immer so aussieht). Die die haben versaufen in liquiden Mitteln und wissen nicht wohin damit. Pleitestaaten platzieren 0% Anleihen mit 50 jähriger Laufzeit und werden diese auch noch los. Was wir heute erleben ist die grösste Geldentwertung der Geschichte und diese geschieht völlig ohne Inflation im statistischen Warenkorb.

  14. Also, früher hat man solche Probleme mit einem grossen Krieg gelöst. Ein schöner ‚Reset‘ und man (die Elite) konnte neu aufbauen und daran verdienen. Aber mit Minuszins und Börsen-Hype lässt sich auch viel Geld machen. Unverständlich, dass das Volk nicht auf die Strasse geht. Vermutlich zu viel Überzeit und Gaming…

  15. Die Stimmen der wirtschaftlich gewichtigen westeuropäischen Länder Deutschland, Frankreich und Holland plus Länder wie Österreich und Estland haben im EZB-Gremium offenbar nichts zu sagen. Sie werden von den Habenichtsen, welche auf hohen Schulden sitzen und weiterhin auf den Geldregen aus Brüssel resp. Frankfurt angewiesen sind, glatt überstimmt. Die aussterbende Rasse der Sparer, Pensionskassen etc., aber auch unsere SNB, sind die Lackierten.

  16. Draghi wird in die Geschichte eingehen, der mitverantwortlich war, dass die Kommerzbanken ihre legitime Einnahmequelle, die Transformationsmarge zu Grabe getragen hat. Der Zins, das Schmiermittel der Wirtschaft wird politisch niedergeprügelt. Unter dem Deckmantel einer freien kapitalistische Wirtschaft kommen wir immer mehr auf Grund dieser Eingriffe zur Schuldenplanwirtschaft. Weder theoretisch noch praktisch hat jemand einen Zyklus von negativen Zinsmärkten erlebt. Wir fischen also allem im Trüben. Die europäischen Konkursraten zeigen seit Jahren in den Süden. Also wird ein Teil der Unternehmungen künstlich am Leben erhalten, so wie das bei manchen Staaten der Fall ist. Dies schlägt irgendwann in die Bücher der Banken, welche diese Risiken in den Bilanzen halten müssen. Wenn dann mal diese Kredite gekündigt werden müssen, vorallem auch auf Grund der Chancen Risiko Verteilung, da die Transformationsmarge nichts mehr hergibt, kommt dann der Aufschrei. Die Banken seien an allem Schuld. Wie heisst es doch so schön. Mit oder ohne Jordan, sterben und wieder auferstehen: Da war doch was im Religionsunterricht, über den Jordan gehen. Kommt eine ganz heiße Phase auf uns zu! Spätestens dann wenn Unternehmungen den Kredithahn zugedreht wird, weil Banken einfach nicht mehr können. Entgegennahme von Geldern und verleihen derer.

  17. Draghi, Powell und Jordan. Pyrotechniker als Notenbanker. Ihr Geschäftsmodell: Verlängern der Zündschnur der Schuldenbombe.
    Bei der absehbaren Explosion werden auch ihnen die Balken um die Ohren fliegen. Ihr Negativ-Eintrag in die Geschichtsbücher ist gesichert. Whatever it takes.

  18. Zauberlehrlinge am Werk.
    Übrigens: Hat jetzt Jordan mittlerweile die Grundlagen der Doppelten Buchhaltung auch begriffen? 🙈🤣🤐🤡

  19. Nochmals:

    Slobodan Milošević (sonst bekannt von den Balkan-Kriegen) lies die Notenpresse anfahren. Die EZB ebenfalls. Den Serbien resp. der EU ging das Geld aus.

    Der Eine war offiziell der Böse, die anderen offiziell die Guten.

    Die Ähnlichkeit ist verblüffend.

    Geschichte reimt sich.

    Ich werde diesen Vergleich noch oft bringen. Heuchelei soll man nicht vergessen!

    • Vogelzvic: Sie wollen jetzt aber nicht allen ernstes so ein Mickey-Mouse Währung wie den serbischen Dinar mit der zweitwichtigsten Devisenwährung wie dem Euro vergleichen?
      .
      Ja wirklich ein selten dümmlicher Vergleich – wenn es Ihnen zu langweilig wird mit dem Dinar, können Sie ja auch den argentinischen Peso, den venezuelanischen Bolivar oder eine sonstige Wald- und Wiesenwährung nehmen…

  20. Ich will auch Negativzinsen, aber auf meine Schulden. Wäre doch gut, wenn man von 10k Kredit nur 9k zurückzahlen müsste. Da macht das Schulden machen richtig Spass…
    Oder man könnte das so festlegen, dass der am Ende der vertraglichen Laufzeit zurück zu zahlende Betrag jeweils 0 beträgt…
    Da es ein Kredit und keine Geschenk ist kann man das auch von den Steuern abziehen.
    Da sind alle glücklich, ausser der Fiskus, aber wen kümmert das…

  21. Das geht ja nicht anders. Gratis Geld um die Börsen zu stützen in denen die Pensionskasse meine Altersversorgung angelegt hat. Wenn das einkracht, muss ich bis 100 arbeiten obwohl es keine Stellen mehr gibt.
    Das Ende ist nah!

    • Juhui, Freude herrscht!

      Wir brauchen keine Stellen. Ich habe eine bessere Idee: Wir beide gründen Scheinfirmen und bewerben uns gegenseitig darauf bis wir ausgesteuert sind. Dabei schütten wir uns gegenseitig Boni aus für unseren Mehrwert den wir zum CH-BIP leisten.

      Deal?

  22. Es mag spannend bleiben, aber eigentlich ist es doch – und wir wissen es doch insgeheim alle – ein Tanz auf dem Vulkan.

    Die Zentralbanken klammern sich sklavisch an die „Inflation“, die sie auf biegen und brechen erreichen wollen. Inflation – ein Begriff den die ZBs immer noch an einen Warenkorb binden. Was keine von Ihnen wirklich einrechnet, geschweige denn gerne zugeben würde, ist dass ihre kolossale Geldschwemme längst eine Inflation in anderen Märkten ausgelöst hat: In den Vermögensmärkten. Unternehmen die auf Pump Aktienrückkäufe tätigen (also ihr Risikoprofil aufblähen), Immobilienpreise die – hauptsächlich durch die günstigen Zinskonditionen und mangelnder Anlagealternativen – steigen und steigen, mehr oder weniger esoterische „Krypto-Assets“ die ihren Boom erfahren – ein unmittelbarer Treiber dafür ist die Zentralbanken-Politik.

    Im übrigen, dass ein Schulden-König und Con-Artist wie Trump es bäumig fände, für das machen von Schulden auch noch bezahlt zu werden, dass versteht sich von selbst.

    • Wenn die ZB echte Inflation erreichen wollen würden, hätten sie gleich zum Helikoptergeld greifen müssen, um die Menschen ohne Intermediäre mit Währungen zu versorgen. Die bisherige Geldmengenerweiterung kam nie in der Main Street an und was die Wall Street damit erreicht hat, sehen wir alle an den aufgeblähten Finanzmärkten („wealth effect“, my ass..). Womöglich heben sie sich Helikoptergeld noch als letztes Mittel auf, um Hyperinflation herbeizuführen, die gigantischen Schuldenberge wegzuinflationieren und einen Reset einzuleiten. Anyway, XAU ftw!

    • @Monetaria
      Bis auf letzten Abschnitt kann ich Ihnen folgen. Aber das Trump ein multidimensionales Schach spielen könnte, sollten Sie zumindest nicht ausser Acht lassen.

      https://www.nzz.ch/finanzen/fonds/us-aktien-ist-donald-trump-ein-finsteres-genie-ld.1506982

      Abgesehen des Bashings der NZZ (… finsteres Genie, was sind dazu die urangeschwängerten Bombenteppiche der vorhergegangenen Präsidialdarsteller?), muss ich immer wieder hinzufügen: Präsident Trump hat noch keinen einzigen weiteren Krieg angezettelt. Im Gegenteil hat er bereits mehrere Brandherde von lichterloh brennen auf glimmen gebracht.

    • @NBAH, das ist ja das Erschreckende: Von der Geldschwemme ist bis jetzt nur ein Bruchteil über den Kreditvergabeprozess in der privaten Wirtschaft angelangt (sieht man am Verhältnis von M0 zu M1/2/3, die Banken halten also „Excess Reserves“)… aber bereits das bisschen war genug um eine mehr oder minder kolossale Immobilienblase zu erzeugen.