Riesenpleite für Thiam mit „stupid“ Klage gegen UBS

CS-Chef forderte maximal Geld, weil seine Amerika-Banker direkt zum Erzrivalen überliefen – Nun gibts Peanuts – Schuss in Ofen.

Tidjane Thiam hatte 2015 einen grossen Plan. Als neuer CEO wollte er die CS stark in Asien und der Schweiz machen.

Und so schloss er sein US-Private Banking. Heute ist klar: Das war ein kolossaler Fehler. Obendrauf kommt nun noch die Schmach.

In der Nacht auf heute wurde in Übersee das Urteil bekannt. Es regelt Thiams Klage gegen die UBS.

Diese hatte die vielen US-Private Banker der CS mit Handkuss bei sich aufgenommen.

Zum Nulltarif. Statt teuren Ablösesummen musste die direkte Konkurrentin aus der Schweiz nur ihre Türen in den USA öffnen.

Danke fürs Geschenk, Tidjane.

Majestätisch (govamedia.com)

Der Big Boss der CS, damals ganz frisch im Amt, liess sich das nicht gefallen. Er verklagte die Rivalin – wegen unfairer Wettbewerbs-Praxis.

Zahlen, UBS, und zwar dreistellig.

Nun sind es 9 Millionen – Dollar. In Franken noch etwas weniger.

Daneben hatte Thiam Anwaltskosten, die wohl ein Vielfaches dieses Betrags ausmachen.

Unter dem Strich ein dickes Minus.

Die CS siehts anders. „Wo genau liegt die angebliche Pleite, wenn ein Gericht einstimmig zugunsten der Credit Suisse entscheidet?“, sagte heute früh ein Sprecher.

Millionen Kosten, ein paar Krümel-Millionen, welche die UBS kaum spürt, und vor allem:

Kein US-Geschäft. Dieses will die Thiam nun offenbar neu lancieren, heisst es im Markt. Die CS plane unter CEO Thiam ihr Comeback bei den Übersee-Reichen.

Als wäre das nicht genug, hagelte es zusätzlich noch Klagen. Einige der amerikanischen Private Banker, die von der CS zur UBS gewechselt hatten, haben sich ihrerseits gegen Thiam respektive die CS vorgeknöpft.

Warum? Ihnen hatte Thiam den zurückbehaltenen Bonus gestrichen. Wenn Ihr zum Feind überläuft, dann kriegt Ihr nix von mir, rief Thiam damals.

Jetzt ist alles anders herausgekommen. Die zuständige Behörde gab den ehemaligen Kundenberatern der CS recht. Diese erhalten ihre Boni ausbezahlt.

Drei Mal auf ganzer Linie verloren:

Gegen die UBS, weil 9 Millionen nichts sind; gegen die Ex-Banker, weil die CS diesen nun viel Geld überweisen muss; und: in der Öffentlichkeit.

Die CS steht als schlechte Verliererin da. Geschäft dichtmachen, gegen Konkurrenz klagen, die in Lücke springt, und nirgends Recht erhalten.

Fulminant.

Shit happens. Doch für Thiam stellen sich Fragen. Was hat sein grosser Aufbruch von 2015 der CS wirklich gebracht?

US-Rückzug im Private Banking? War ein Schuss in den Ofen. Börsengang der CS Schweiz? Wurde sang- und klanglos abgeblasen. Supergewinne in Asien? Nicht doch.

Thiam reüssierte vor allem bei einem: dem Schleifen der Kosten. Die Zeche dafür zahlen die Tausenden von Mitarbeitern im Schiffsrumpf. Ihre Boni wurden geschliffen, viele landeten auf dem Arbeitsamt.

Umgekehrt vergoldet die CS weiterhin Hunderte von Einkommensmillionäre und Tausende von Managing Directors. Mit denen legt sich Thiam nicht an, sonst könnte er nicht selbst 10 Millionen einstecken – pro Jahr.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Ach ja, Direktor einer grossen Bank müsste man sein. Das der Globus rund ist, scheint als Wissensbasis schon mal sehr gut als Eignung anerkannt zu werden.

  2. Ich verstehe diesen schwachsinnigen Beitrag überhaupt nicht.
    Das ist einfach eine Politik, die man machen muss. Man möchte medienwirksam sein.

    CS ist mein Hammer Arbeitgeber und ich fühle mich sehr wohl darin.
    Also nix über CS rumlabern. Es ist Wochenende Leute 🙂
    Schönen Abend noch

  3. für alle, die es noch nicht begriffen haben: die CS hatte sich in der Finanzkrise mit äusserst fragwürdigen (wenn nicht illegalen, aber von der Finma in der Not tolerierten) Methoden selbst am Schopf aus dem Sumpf gezogen! Wie?

    Jemanden einen Kredit geben, damit er eine Kapitalerhöhung des Kreditgebers finanziert. Das ist die Erbsünde Brady Dougans, und Rohner war schon bei dieser Schweinerei dabei. Und an allen anderen später auch. Es ist ein Skandal. Wieso wird dieser Mann von der Gesellschaft nicht geächtet?

    • Der wirkliche Skandal ist, dass dieser Bilanztrick mit dem Kredit CS-Katar und zurück nicht untersucht worden war …
      Das ist einfach krass, 10 Milliarden aus heisser Luft zu machen um die eigenen Aktien zu kaufen.

  4. Mindestens 1’030 angestellte Einkommensmillionäre sind es. Das kann jedermann im CS Jahresbericht nachlesen. Diese Angestellten nennen sich unverschämterweise „Risk Taker“. Sie tragen überhaupt kein Risiko. Thiam beschützt sie ja!

    Die normalen kleinen Angestellten werden behandelt wie Luft. Sie werden bedrängt, wenn sie sich wehren. Einschüchternde Chefs können Karriere machen.

    • Im Uetlihof steht ein riesen Druckzentrum… Die CS hat mich diese Woche informiert, dass alle Infos nur noch elektronisch erfolgen. Lauf der Zeit?

  5. Ein Richter hat der CS recht gegeben und die UBS zu 9 Mio. Busse verklagt. Da wurde dem Anspruch der CS doch Recht gegeben! Also: well done Thiam.

  6. Warum wird Thiam auffallend gefliessentlich nicht mit dem Mozambique Skandal in Verbindung gebracht. In keinem Kommentar. Hat er das eingefädelt?

  7. Dear TT, your approach to Switzerland was completely wrong. Take the chance and go around, London banks are looking for UK managers.

  8. „The strongest people are not those who show strength in front of us, but those who win battles we know nothing about.“
    IQ

    Das Problem mit den Schweizer Banken ist nicht der CS, obwohl er viele Fehler gemacht hat, aber Sie war immer allein ohne externe Hilfe erfolgreich und unterwegs. Das Problem ist die größte Bank, diejenige, die 2006 noch als unantastbar und nicht kritisierbar galt.
    Die Berichte schreibten damals noch so etwas: „die Besten der Branche im Risikomanagement.“ Tatsächlich war es in den nächsten 10 Jahren in jeder Hinsicht eine Katastrophe und wurde nur dank des „Genies“ einiger weniger Menschen und der Hilfe des Staates gerettet. Nicht viel, um die Wahrheit zu sagen…. hier ist das eigentliche Problem: Wie kann man ein Unternehmen wiederbeleben, das heute von Menschen dominiert wird, die „Nichtgutwillig“ und kurzsichtig sind?…. vielleicht sollte die Schweiz damit aufhören, sich das anzusehen, sondern den vielen „Perlen“ im Bereich der Start-ups folgen! Die Zukunft wird von dort kommen und nicht von einer Bank mit alten und anachronistischen Strukturen, mit eigenständigem Neopotismus und mit Kundengewohnheiten, die nicht so sehr an die nahe gelegene Halbinsel, sondern an Südamerika bzw. deren schlimmsten Teil erinnern. Mit diesen Voraussetzungen gibt es nichts Gutes zu hoffen. Dänk dran, macht öppis!

    • Hab selber ein Startup, glauben Sie mir die Rettung kommt nicht von den Startups- ist längst eine Blase.

      Die CS hatte externe Hilfe indem ihr Ueli Maurer und die FINMA erlaubten (obwohl bankrott) Katar einen 10 Milliarden-Kredit zu geben und einen Teil dieses Kredites als Eigenkapital zurück zu buchen.

      Ich möchte das auch gerne- würde danach aber sicher wegen Bilanzbetrug in den Knast wandern- von wegen ohne Hilfe..

  9. Schon interessant wie Internationalistisch die in den ganz oben Tepich Etagen aufgestellt sind, Top Vorbilder, na ja eine Sache des Weltbildes der Weltanchauung.
    Da wundert man sich denn gelegentlich schon, wie so hochkarätige Spitzenleute so rund um den Globus ihr
    Arbeitspläze einenehmen und wieder verschieben.
    Interessant auch das die oft auch umgehend wieder ganz oben antreten,hocharbeiten zumindest eine gewisse Zeit und Position erarbeiten,wohl altmodisch, war einmal.
    Ob sich da so etwas wie ein globales Nietenkarrusell,
    dreht und etabliert hat. Könnte ja sein!??

  10. Wann greift die FINMA endlich bei der Credit Suisse durch, wenn es um den Punkt «Gewähr für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit» geht? Dieser Punkt ist u.a. Personenbezogen – Ergo erfüllen diesen Punkt diverse Personen, angefangen bei VRP Rohner oder CEO Thiam schlichtweg nicht!

    Ist die FINMA mit Blick auf die ganzen ‚Deals‘ die Versagen der FINMA selber kaschieren und Dritte vor Strafanzeigen schützen überhaupt noch handlungsfähig gegenüber Grossbanken etc. oder finden vorallem nur noch ‚Absprachen‘ statt weil die Aufsichtsbehörde erpressbar geworden ist?

    • Es wäre eben schon lange dringend notwendig, dass sich die Medien mit der Rolle, dem Zustand, der Verantwortlichkeit, der Bankenhörigkeit, etc. , etc. der Finma ernsthaft beschäftigen, z. B. mit Recherchieren und nochmals Recherchieren. Von Bundespräsident Maurer, dem EFD und den Parlamentariern wird die Finma nie in Frage gestellt werden. All diese Leute profitieren zu sehr vom widerlichen Zustand dieser Alibiinstitution.

  11. Wer hat Thiam gebracht?
    Einfache Antwort Urs Rohner.

    Urs Rohner ist Hauptverantwortlicher für diese negative Entwicklung von CS.

    • Der Urs ist sicher nicht Schuld an dem Schlamassel – denn dazu hätte er ja etwas davon wissen müssen.
      Langsam aber sicher sollte jeder im Land wissen, dass der Urs nie von etwas weiss, wenn jemand die Verantwortung dafür tragen sollte.

    • Die „weisse Weste“ hat mit dem einbürgerungswilligen CEO ja auch den perfekten Gegenpart installiert. Alles schön abgesegnet vom Gesamt-VR mit freundlicher externer Unterstützung der FINMA! Welche Rolle spielt die FINMA? Wie unabhängig ist die FINMA tatsächlich noch?

  12. Alle ehemaligen US Kunden der CS und CSPA, welche wir trafen, haben die Art und Weise des Rückzuges aus dem US Geschäft als höchst unprofessional erlebt. Vergiss es einfach dort wieder einzusteigen. Da warten nur ein paar Berater auf grosse Honorare für wenig Beitrag. UBS verdient in USA auch kein Geld.

  13. Das Meiste was TT bis dato auf die Reihe gekriegt hat, ist das Drehen an der Mitarbeiter-Kostenschraube. Eine tragfähige und belastbare Geschäftsstrategie ist, bis auf das Festhalten an den eigenen hohen Bezügen, nicht erkennbar. Er kann es wohl nicht besser.

  14. „swiss“ banking at it’s best. Raus aus USA war guter Entscheid. Der Rest nicht. Wieder rein um nochmals die Finger zu verbrennen? Ein Haufen „Top Shots“ durchfüttern? Wann lernt die CS das banking eigentlich ein ganz langweiliges business ist das man locker mit ein paar wenigen, kaufmännisch geschulten Schweizern machen könnte. Banking ist Geld nehmen und gegen Zinsen weitergeben. Den Rest soll man Profis überlassen. Und die finden sich bei der CS und UBS sicher nicht „mehr“.

  15. Thiam ist schnell beleidigt und fühlt sich oft missverstanden.

    Thiam & sein Team erwarten mehr Wertschätzung für Ihre drittklassige Arbeit.

    Die Kultur bei CS gegenüber Kunden und Mitarbeiter ist ungut.

    • Majestät Thiam ist sich gewohnt, dass eine ganz kleine Schicht in einem goldigen Bett schläft und eine goldige Toilette benutzt.

      Ein Mensch mit einem derartigen Hintergrund und einem derartigen Selbstverständnis an die Spitze der Credit Suisse zu setzen ist nicht nachvollziehbar.

      Es wäre wünschenswert und sinnvoll fuer die guten Kunden von CS – TT & sein Trupp würden umgehend gehen.

  16. Dass Boni bei den Grossbanken immer noch ein Thema sind! Wer wagt es endlich einmal, mit diesem Unsinn aufzuhören? Je früher je besser!

    • Ich bin mit Ihnen voll einverstanden, dass man das Unwort „Boni“ aus dem Vokabular streichen sollte, da es nur negative Assoziationen weckt. Aber ich bin mir sicher, dass man in den Teppichetagen ein neues Wort erfinden wird. Wie wäre es zB. mit „Gambling“, da es sich bei Boni auch etwa um ein Glückspiel handelt.
      Vor etlichen Jahren gab es noch die Gratifikation, die dann durch das Wort Boni ersetzt wurde. Auch die Gratifikation war für viele mehr oder weniger ein „Glückspiel“. Es wird sich demnach auch in Zukunft nichts ändern, nur dass das Kind einen anderen Namen hat.

    • @ Peperoni

      Sie haben da etwas falsch verstanden: Gratifikation und Bonus sind nicht dasselbe.

      Die Gratifikation wird bezahlt, weil man seinen Mitarbeiter / seine Mitarbeiterin wertschätzt für den wertschöpfenden Beitrag am Unternehmen. Weil das grundsätzlich aber nicht die Haltung von Unternehmen ist, sind Gratifikationen auch so tief (oder meistens gar inexistent).

      Das Konzept des Bonus kommt dagegen aus dem Versicherungsbereich und ist das Gegenstück vom Malus. Dieser wird äusserst selektiv als Risikozuschuss an Schwervermittelbare verrichtet, die in der Realwirtschaft nach einem eventuellen Rauswurf nicht mehr (oder nur unter massivst schlechteren Bedingungen) unterkommen würden. Grundsätzlich gilt: Je grösser die Pfeiffe (und damit einhergehend das Risiko des zukünftigen Kaufkraftverlustes), desto grösser der unmittelbar zu verrichtende Risikozuschlag. Es ist also quasi so was wie die Sicherung der zukünftigen Kaufkraft, und damit ein geradezu „soziales“ Konzept…

      Davon zu unterscheiden sind variable Lohnbestandteile, oftmals fälschlicherweise auch als Bonus bezeichnet, welche beispielsweise an erfolgreiche Verkäufer und bezahlt werden. Für die terminologische Verwirrung ist dabei im Übrigen das Bundesgericht schuld, welches mit seinen Entscheiden bezüglich der Zulässigkeit von „Vermittlungsprovisionen“ (oder „Kick-backs“ etc) ziemlich viel Rechtsunsicherheit generiert hat. Weil die Arbeitgeber jetzt dümmlicherweise nicht wissen, ob sie in den Anwendbarkeitsbereich besagten Urteils fallen würden (wenn sie variable Lohnbestandteile als „Vermittlungsprovisionen“ bezeichnet ausbezahlen), nennen sie’s einfach „Bonus“. Gemeint ist aber was anderes, und total legitimes…

      Ich hoffe diese neunmalkluge Erklärung hilft für’s allgemeine Verständnis.

      ** IRONIE OFF **