Banken-Kennedy Kennel in Deep Trouble

Präsident von Schwyz-KB verliert 100:0 gegen Ex-Partner – Der kriegt 100’000 Fr. gutgesprochen – Debakel für Lenz&Staehelin.

Kuno Kennel ist immer noch jung, zudem freisinnig, eloquent, charmant, erfahren. Ein Alpen-Kennedy von Swiss Banking.

Nun steht er vor der Schlacht seines Lebens. Für Kennel geht es um Sein oder Nichtsein.

Als Präsident der Schwyzer Kantonalbank ist der ehemalige Investmentbanker der englischen Barclays der Hauptverantwortliche für eine Schlappe der Extraklasse.

Vor dem Gericht in Schwyz. Im eigenen Reich quasi. Der Bote der Urschweiz, das führende Blatt der Region, berichtete heute darüber.

Die Schwyzer Richter entschieden, dass Kennel und seine Staatsbank zusammen mit einer weiteren Klägerin gegen einen Ex-Partner unterliegen. Und zwar nicht knapp. Sondern hundert zu null.

„Die Klage ist nach den gemachten Ausführungen vollumfänglich abzuweisen“, halten die Richter in ihrem Entscheid vom letzten Freitag fest.

Die Bank und die Mitklägerin müssen dem Ex-Partner rund 100’000 Franken für dessen Anwalts-Kosten zahlen. Hinzu kommen Gerichtskosten über 60’000 Franken.

Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.

Für Kennel könnte die Niederlage persönliche Folgen haben. Die Frage wird laut, ob er als Präsident der Schwyzer KB bleiben kann.

Entscheiden wird die Politik. Eine Kommission des Schwyzer Parlaments klärt seit Monaten ab, ob Kennel noch tragbar ist.

Er selbst verwies gestern auf Anfrage an seine Pressestelle. Diese wollte sich nicht äussern.

Alpen-Kennedy: Kennel (SZKB)

Fällt Kennel, wäre dies ein Sturz aus stolzen Höhen.

Kennel galt lange als Helvetiens Musterbanker. Einer der Letzten aus dem Geldgewerbe, der nicht zuerst an den Mammon denkt.

Oder doch? Kennels Tragödie hängt mit einem Investor namens Serge Aerne zusammen. Der Unternehmer hat zwei Standbeine: Immobilien und Pensionskassen.

Letztere verkaufte er 2014 an Kennel und dessen Schwyz-KB. Im Vehikel namens Nova Vorsorge waren Aernes PK-Aktivitäten gebündelt.

Kennels KB erhoffte sich, via Aernes Nova Vorsorge schnell gross im PK-Business zu werden.

Dafür waren Kennel und seine Mitstreiter bereit, viel Geld auf den Tisch zu blättern. Im 2014 und dann vor allem im 2015.

Da waren aus Partnern erbitterte Feinde geworden.

Es kam zur teuren Trennung. Kennels Schwyz-KB wurde in der Folge zusammen mit einer Drittpartei Alleinbesitzerin der Nova Vorsorge.

Schon bald zeigte sich, dass Kennel viel zu viel bezahlt hatte. Seine Kantonalbank musste sich einen Millionenbetrag ans Bein streichen.

Was war da schiefgelaufen? Hatten Kennel und seine KB nicht genau hingeschaut beim Kauf der Nova?

Machten sie keine richtige Prüfung der Bilanz und der Erfolgsrechnung? Wollten sie rasch den Gegenspieler loswerden?

Kennel suchte Hilfe bei Anwälten. Er und die Schwyzer KB beauftragten die Zürcher Wirtschaftskanzlei Lenz&Staehelin, eines der renommierten Rechts-Häuser auf dem Bankenplatz Zürich.

Dieses ging zusammen mit seinem Mandanten in die Offensive: Klage auf Millionen gegen Ex-Partner Serge Aerne. Der hat in seiner Karriere Spuren hinterlassen, die vielenorts kritisiert werden.

Staehelin-Schuss – nach hinten: Gerichtsentscheid (IP)

Kennel und die Kantonalbank gingen auch strafrechtlich gegen den Unternehmer vor. Die Verfahren sind seit langem hängig.

Dieses Jahr überschlugen sich schliesslich die Ereignisse. Zuerst eröffnete der Tages-Anzeiger das „Feuer“. In mehreren Artikeln wurde Serge Aerne als Schuldiger für die Verluste bei einer Pensionskasse dargestellt, der Phoenix.

Von Kennel und seiner Rolle sprach lange niemand. Erst im Frühling dieses Jahres wurden eigentümliche Verstrickungen des KB-Präsidenten publik.

Über seine private Gesellschaft hatte Kennel Beratungshonorare des Ex-Partners kassiert.

Bemerkenswert war, dass Kennel dafür explizit nicht grünes Licht von seinen Kollegen im VR der KB Schwyz erhalten hatte, seine Leistungen nach dem Njet dann aber trotzdem anbot.

Es soll einfach sein Name nirgends auftauchen, meinte Kennel in einem Email an Aerne.

Besonders zu reden geben könnte noch die Frage Kennels an den Ex-Partner, ob dessen PK in eine italienische Finanzfirma investieren möchte.

Dass Kennel über seine private Firma an diesem Italien-Konstrukt selber einen Anteil hatte, behielt Kennel damals für sich.

Kommentare

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  1. Typischer moderner Banker: Smart, eloquent, top vernetzt, hervorragend im Self-Marketing, und jetzt das Wichtigste: Ueber allem steht das Füllen der eigenen Tasche.

  2. Interessant, was heute in den Kantonalbanken Blühten treibt! Das wäre bei einer Staatsbank für einigen Jahrzehnten nich möglich gewesen. Die Kantonalbanken sind abzuschaffen, sie werden gegenüber der Konkurrenz privilegiert.

  3. Und wieder einer von der FDP . Dieser Kennel hinterlässt nebst dem 10 Mio. Schaden bei der Kantonalbank einen noch viel grösseres Reputations-Minus bei seiner Partei. Am 20. Oktober wird der Schwyzer Steuerzahler darum 😐 wissen was es für die Freisinnigen geschlagen hat: nicht wählbar!

  4. Was für eine Rolle spielt eigentlich der Bankrat? Die von den Parteien vergebenen Sitze im Bankrat gehen an verdiente Mitglieder der FDP, SVP, CVP und SP. Weniger an Leute mit einer Affinität zum Banking. Anyway, die SKB habe ich vor Jahren mit meinem Immobilienportfoglio verlassen. Was ich da an Inkompetenz und falscher Beratung erlebt habe, geht auf keine Kuhhaut. Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen. FDP Kennel wird ein gutes Fasnachts-Sujet in Schwyz abgeben……

  5. Und alle wie sie da oben sitzen und es sich auf Kosten Dritter gut gehen lassen, werden sie aus dem Schlick und Schmok an’s Tageslicht gespühlt…..

  6. Super! Schon haben wir einen würdigen Follower von anderen Gestürzten gefunden. Es ist immer dasselbe Spiel! Macht und Gier macht die Menschen hirnlos.

  7. Freisinn im wahrsten Sinn des Wortes geschäften: frei von Sinn und zulasten SteuerzahlerInnen die eigene Tasche füllen. Bei „Liberalen“ geht das immer!

  8. Das sind doch genau diese Schlufis (von vielen), die NIEMALS in die Nähe von Pensionskassengeldern kommen sollten.

    • So ein Schlufi wurde vor rund 10 Jahren beim VSG-Zürich (Erdgas-Vereinigung) fristlos freigestellt – und „verwaltete“ alsbald die AHV-Gelder.
      Kennzeichen dieses Schliffs: Er fuhr die dicksten BMW’s und hatte sich selber ein wenig zu viel Spesen gegönnt…

    • Unter dem Deckmantel „Stärkung der 2.Säule“ versuchen die Bürgerlichen, ihre Exponenten (Schlufis) an die Tröge der Pks zu schleusen, aus denen sie sich dann üppig bedienen können. Selbstverständlich zulasten der Versicherten.

  9. Gut zu wissen, dass Lenz&Staehelin doch nicht so eine tolle Anwaltskanzlei ist. Aber eigentlich egal. Der Kunde musste die Honorare trotzdem zahlen. Anwälte verdienen immer, auch wenn sie schlecht arbeiten.

    • Die meisten Anwälte sind ein Desaster. Selten ist einer sein (bzw. des Kunden) Geld wert!

    • Es geht wie im Bankengeschäft zuerst ums abkassieren.
      Die vielen Juristen in der Politik erzeugen jährlich absichtlich immer mehr neue und möglichst komplizierte Gesetze mit “Gummiparagraphen“, damit die “Juristerei“ und die Gerichte immer “unabkömmlicher“ werden, und abkassieren können.

      Vorschlag: Wählen Sie keine Juristen in die Politik, sonst wird es teuer!