Giga-Investor Reini Frey vor Big Leonteq-Schlappe

Struki-Bank fällt an Börse immer tiefer – 10-Prozent-Aktionär hat Kaufpflicht zu Hochpreis – Vontobel, Leonteq: Game over.

Rainer-Marc Frey hat ein eigenes Markenzeichen. RMF lautet es, es ist das Kürzel des Schweizer Finanzmanns, der es zu sagenhaften Milliarden gebracht hat.

Das war vor 20 Jahren, als Frey seinen Hedgefund nach England verkaufte. Derzeit geht es für ihn in die andere Richtung.

Nach unten. Freys Grossinvestment bei der Leonteq, einer Bank mit Fokus auf modische Finanzprodukte, hat immer weniger wert.

Diese Woche sank der Kurs der Leonteq-Aktie – einmal mehr. Praktisch ohne Widerstand durchbrach der Titel die 30-Franken-Grenze nach unten.

Gestern Abend kostete eine Leonteq-Aktie noch gut 29 Franken. Damit hat die ganze Leonteq-Firma an der Börse gerade noch einen Wert von gut 500 Millionen.

Capt’n Frey: Hobby-Pilot, Milliardär (Transafrica)

Wo liegt das Problem?, könnte Rainer-Marc Frey sagen. Ihm gehören seit 2017 rund 10 Prozent der Strukturierten-Firma, gekauft mehrheitlich zu Preisen von damals rund 25 Franken pro Titel.

Also weiterhin im Plus. Zudem hat Frey ja Prämien für die Puts eingestrichen.

Nur: Frey wurde übermütig. Er dachte, allein mit seinem Namen als Grossinvestor würde die Leonteq zu neuen Höhenflügen ansetzen.

Nun zeigt sich das Gegenteil. Freys Engagement reichte für ein Zwischenhoch, mehr nicht. Der Investor überschätzte sich selbst.

Im Herbst vor einem Jahr vergrösserte er seinen Wetteinsatz. Er schrieb Put-Optionen, sprich, er gab den Käufern das Recht, ihm zu einem bestimmten Preis per Oktober 2019 viele Leonteq-Aktien zu verkaufen.

Dieser Preis hat es in sich. 48,35 Franken. Termin: 21. Oktober 2019.

Voll daneben: Aktie seit Freys grossem Put (Swissquote)

Also in 12 Tagen. Es geht um ein paar Prozent an Leonteq. Kein Killer für Frey, aber genug, um sein vermeintlich schönes Investment in die „Bude“ zu verhageln.

Nun, da Freys Deadline näherrückt, nehmen die Verkäufe von Leonteq-Aktien an der Schweizer Börse zu.

Der Kurs fällt und fällt. Die vermeintlich guten Zahlen im bisherigen Verlauf von 2019 helfen bis jetzt wenig. Die Aktie findet keinen Halt.

Hintergrund ist das Geschäft. Die Kunden halten sich zurück bei Strukturierten Produkten. Das merken alle, die gross im Geschäft mit den Kick-Ins, Goals und sonstigen Cocktails sind.

Die Vontobel entlässt laufend Leute in ihrem Bereich Financial Products, und zwar hauptsächlich dort, wo sie am meisten Personal beschäftigt: bei den „Strukis“.

Was die letzten Jahre nur immer eine Richtung kannte – nach oben –, ist nun zu einem Sanierungsfall geworden. Stellen gehen verloren, Spezialisten kriegen den blauen Brief, die Gewinn krachen zusammen.

Und für einmal trifft es sogar den Mann mit dem goldenen Händchen. Rainer-Marc Frey müsste nun zeigen, dass er bei der Leonteq das Steuer herumreissen kann. Bisher ist davon nichts zu spüren.

Kommentare

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  1. Auch Rainer Frey ist nur ein Mensch und kein Wahrsager. Dass er verliert und vielleicht noch viel mehr, ist menschlich. Auf oder unter den Boden kommt jeder zurück – es ist nur eine Frage der Zeit…

    • Vor allem ist das ein Unternehmer der mit dem eigenen Kapital arbeitet und nicht wie bei den angestellten Mänätscherli auf Kosten von anderen auch noch gross abkassiert, wenn es in die Hosen geht. Die Verluste hat er sicher einkalkuliert. Dieser Mann hat meinen höchsten Respekt.

  2. Aber dass die Raiffeisen – der Klotz am Bein – keine Absichten macht, der Leonteq endlich zum Befreiungsschlag zu verhelfen, wird im „super“ recherchierten Bericht von Lucky Luke nicht erwähnt… LUKI: bitte bleib am Boden und fange nicht damit an, auf den falschen rumzuhacken. Zudem wollen wir ja nicht nur Araber oder Chinesische Investoren in unseren Schweizer Büdelis… ODER?

  3. Im aktuellen Tiefzins- / Low-Return Umfeld sind fundierte Kenntnisse über Derivativmärkte und das Strukturieren von Returnprofilen absolut zentral, um einen Mehrertrag erzielen zu können. Ein Engagement in Leonteq, welche diese Kenntnisse besitzen, scheint nicht die schlechteste Investition zu sein.

  4. Investieren, ist stets mit Risiken verbunden. Da es für diesen Herrn ein tragbares Risiko darstellt, können die anderen Stakeholder und MA sehr froh sein. Keine wirkliche whisle blower Meldung.

  5. Hat da noch jemand den Überblick?
    Solange die Banken die ,,Herren,, des Kapitalmarktes waren, war da zumindest noch eine gewisse Übersicht und Kontrolle mit im Spiel.Notenbanken und Aufsichtsbehörden hatten die Sache,sicher im Verlauf der letzten 30 Jahren abnehmend und nur noch lückenhaft, so lala im Griff. Die Lehmann-Pleite hat so einiges an Vertrauen und Reputation in Sache Banken und Kapitalmarkt zerstört, das bei allen vom kleinen Sparer bis zum Grossinvestor.Der Kleinsparer muss da notgedrungen mit der Misere Leben.Die Grossinvestoren
    agieren zunehmend ausserhalb der Bankenwelt, auf der Ebene des Unternehmens und Privatrechtes. Auf der Ebene greifen die Regeln und Vorgaben für das Bankgewerbe nicht.
    Wärend sich die grosse Mehrheit zum Thema Banken aufregt, etabliert sich ein mehr oder weniger ,,Schatenkapitalmarkt,,.
    Damit etabliert sich zunehmend ein wahrhaft anarchisches, Geld und Kapitalmonster.
    Das ganze Logo im Zeitalter der Globalisierung rund um den Planeten, und niemand weiss noch, wer was wie wo.
    Huch, denn mal Prosit Gemeinde, das kann noch heiter und ,,lustig,, werden.

  6. Das kümmert ihn wohl einen kalten Furz- die noch nicht vollständig realisierten Verluste hatte er ja als VR der UBS mit dem Kauf von UBS Titeln die er kurze Zeit später wieder versilberte- und einen schönenb Gewinn einstrich- im Kopf bereits verrechnet. Der war schon so in der IDFMan.

    Der Bänkler Rohner versucht sich ja auch als Hoby Pilötli…

  7. Mit Strukkis in die Börsen-Baisse, da hat der ehemalige Hedgefund Manager RMF vermutlich die Gier statt Verstand begleitet. Seinem Fiasko werden in den kommenden Jahren noch Dutzende folgen, wenn die “Musik” nicht mehr spielt.

  8. Mir ist neu das Leonteq eine Bankenlizenz besitzt.

    Immer wieder spannend was man so am Morgen früh in Erfahrung bringen kann.

  9. Ein bisschen respektlos geschrieben: „Reini Frey“ oder Luki Hässig? Und: er verkaufte RMF im Mai 2002, also vor 17 Jahren und nicht vor 20 Jahren, aber es tönt natürlich viel dramatischer für die Leser….

  10. Zu all diesen Luftblasen gibt es einen schönen Satz von Prof. Galloway

    „Overpromise and underdeliver has become a means for access to cheap capital. You could fake it till you make it. The lines between charm, vision, bullsh*t, and fraud have become so narrow as to be one line.“
    Zitat aus: https://www.profgalloway.com/yogababble

    Es erstaunt mich immer wieder wie leicht sich Investoren blenden lassen.