Die Krypto-Nation macht vorwärts

Kryptoassets und Banken, Blockchain und Finanzplatz: Fruchtbare Symbiosen – Banker sollten sich damit beschäftigen – Jetzt.

Steuern, der Inbegriff der Staatsmacht. Bitcoin, das kryptoanarchistische Geld. Beides passt so schlecht zusammen wie der Teufel und das Weihwasser. Doch haben die Phänomene eine grosse Gemeinsamkeit. Egal, wie stark man sie ignoriert, irgendwann holen sie einen immer wieder ein.

So wurde der Bitcoin schon 377 Mal für tot erklärt. Auch wenn es einige unbeugsame Banker, Politiker und Wirtschaftsgrössen noch immer nicht wahrhaben wollen, Bitcoin existiert nach wie vor und hat sich nach jedem Preiseinsturz wieder aufgerafft.

Abseits der Politforen und Massenmedien scheinen immer mehr Menschen zu erkennen, dass die vermeintlich totgeweihte Kryptowelt nicht nur überleben, sondern mehr und mehr gedeihen wird. Laut des neusten „Top 50 Berichts“ der Investmentgesellschaft Crypto Valley Venture Capital kann die Schweizer Kryptoszene mit beeindruckenden Zahlen aufwarten.

Die Top-50-Blockchain-Unternehmen konnten ihre Bewertung in den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 auf insgesamt 40 Milliarden US-Dollar verdoppeln. Vorzuweisen hat dieser aufstrebende Bereich mittlerweile über 800 Unternehmen, die mehr als 4’000 Mitarbeiter beschäftigen sollen.

Ende August ging zudem eine Nachricht aus der Schweizer Kryptolandschaft um die Welt. Das in Zug ansässige Unternehmen Seba sowie die in Zürich beheimatete Firma Sygnum liessen verlauten, dass sie von der Finma je eine Banken- und eine Effektenhändlerlizenz erhalten hatten.

Für die Kryptonation – wie Ex-Bundesrat Johann Schneider-Ammann die Schweiz einst nannte – ein grosser Schritt. Endlich gibt es Schweizer Kryptobanken; und das ganz offiziell.

Weitere sollen folgen. Kryptopionier Bitcoin Suisse will schon bald mit Seba und Sygnum gleichziehen und hat im Juli ebenfalls eine Banklizenz beantragt. Der bereits seit 2013 tätige Kryptofinanzdienstleister aus Zug wirkt wie ein riesiger Magnet. Gegenwärtig zählt die Bitcoin Suisse AG 118 Mitarbeiter.

Damit hat sich die Mitarbeiteranzahl in den vergangenen zwei Jahren verfünffacht. Andere Finanzdienstleister in diesem Bereich sind die Bity, Crypto Finance, Lykke, Swiss Crypto Exchange oder Token Suisse. Nicht wenige von ihnen beschäftigen ehemalige Banker, welche in die neue Welt der Kryptoassets abgewandert sind.

Nebst den noch jungen Kryptofinanzdienstleistern haben sich auch mittelgrosse Banken an das Bitcoin- und Kryptothema herangewagt. So ermöglichte die Falcon Private Bank 2017 als erste Bank Europas Direktinvestitionen in Kryptoassets.

Auch die Swissquote brachte diesbezüglich ein Angebot auf den Markt, Vontobel und Leonteq sind vor allem für ihre an der Six gehandelten Bitcoin-Zertifikate bekannt. Andere, wie die Hypothekarbank Lenzburg und die Zürcher Privatbank Maerki Baumann, sind der Kryptowelt offen gesinnt.

Überwacht werden sie von einer engagierten und aufgeschlossenen Finma. Mit seinen ICO- und Stablecoin-Leitfäden leistet der Schweizer Regulator behördliche Pionierarbeit und gilt weltweit als Positivbeispiel.

Sogar die Schweizer Bankiervereinigung hat eine Wegleitung zum Thema „Eröffnung von Firmenkonti für Blockchain-Unternehmen“ publiziert, sie signalisiert damit ihre grundsätzliche Offenheit gegenüber der Krypto-Thematik.

Wer sich noch immer zögerlich verhält, sind etablierte Geldhäuser wie beispielsweise die fünf grössten Banken der Schweiz: UBS, Credit Suisse, Raiffeisen, ZKB und Postfinance. Angesichts der Tatsache, dass sich Kryptoassets gerade als neue Anlageklasse etablieren, wäre etwas mehr Empfänglichkeit und ein etwas grösserer Kooperationswille durchaus wünschenswert.

Auch in der Bildung ist man längst auf dieses neue Thema aufmerksam geworden. An der Blockchain geforscht wird an der ETH Zürich, der Universität Zürich, der Universität Basel und der Hochschule für Technik Rapperswil.

Speziell zu erwähnen gilt es die Universität Basel, wo im Rahmen der Forschungsstelle „Center for Innovative Finance“ seit mehreren Jahren Blockchain-Vorlesungen angeboten werden.

Der Fokus liegt auf der Interdisziplinarität von Ökonomie, Informatik und Kryptografie. Mittlerweile wurden die sechs Blockchain-Kurse von knapp 700 Studierenden besucht, 126 Kurszertifikate über die Ethereum-Blockchain wurden ausgestellt.

Auch an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich, an der Hochschule Luzern oder an der Kalaidos Fachhochschule werden Kurse zum Thema angeboten.

Flankiert werden die Schulen, Unternehmen und Startups von einer lebhaften und äusserst faszinierenden Crypto-Community. Fast jede Woche bieten sich kleinere und grössere Veranstaltungen an. Neben interessanten Neuigkeiten zur rasanten Fortentwicklung in der Kryptoszene lassen sich auch spannende Kontakte knüpfen.

Prominentester Veranstalter, der diese Meetup-Kultur in der Schweiz wie kein anderer prägt, ist die Bitcoin Association Switzerland. Überaus beeindruckend ist, wie diese Vereinigung aus Bitcoinenthusiasten fortwährend eine beachtliche Anzahl Leute für ihre Events mobilisieren kann. Erst im Juli organisierten sie eines der europaweit grössten Meetups.

Die Begeisterung für das neue Thema kommt bei vielen nicht von ungefähr. So ist man der Überzeugung, dass Kryptobanken und Blockchain-Unternehmen dem Schweizer Finanzplatz zu neuer Blüte verhelfen werden.

Um diesen scheint es nicht sonderlich gut bestellt zu sein. Die Wertschöpfung des Schweizer Finanzsektors ohne Versicherungen ist in den letzten zehn Jahren von 47 Milliarden auf 30 Milliarden gesunken, während das gesamte Bruttoinlandsprodukt von 576 Milliarden auf 668 Milliarden Schweizer Franken gestiegen ist.

Dank Innovationen rund um die neue Technologie soll der Schweizer Finanzplatz auch ohne Bankgeheimnis fortbestehen und im internationalen Vergleich bestens dastehen können.

Kryptoassets und Banken, Blockchain und Finanzplatz – beides kann eine fruchtbare Symbiose sein. Deshalb sollte man sich gerade als Banker mit diesem Thema beschäftigen.

Heute mag es vielleicht noch so sein, dass man eine positive oder negative Meinung zu Bitcoin haben muss. In ein paar Jahren wird man eine Investmentstrategie zu den Kryptoassets haben, die dann entweder positiv oder negativ ausfällt.

Damit letzteres nicht der Fall ist, beschäftigt man sich lieber jetzt schon mit dem Thema. Möglichkeiten bieten sich zuhauf.

Initiativen wie der Kryptolunch versuchen, die Brücke zwischen traditioneller Banken- und neuer Kryptowelt zu schlagen. Letzte Woche fand eine Veranstaltung zum Thema Krypto und Immobilien statt, zwei weitere Durchführungen sind in diesem Jahr noch geplant.

Kommentare

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  1. Das Problem ist nicht die Technologie sondern die Personen die sich in diesem Bereich tummeln. Leider gibt es hier zu viele Windeier, denen ich kein Vertrauen schenken kann! Es wird langsam Zeit, dass hier eine Konsolidierung stattfindet

  2. Ah. Die heutigen Zeiten….. Jeder muss irgend einen Schwachsinn von sich geben ohne das die Kompetenz und Wissen auch nur annähernd vorhanden ist.
    Wer sich mit Blockchain Technology länger beschäftigt dem ist glasklar das einiges an potenzial vorhanden ist. Praktisches potenzial.
    Eine Denkaufgabe für: Wieviel Energie und Stromverbraucht benötigt Bargeld? Bankomaten, Cash Transporte. Jeder Laden muss sein Bargeld physisch in die Bank bringen.
    Wer ganz viel denken will noch eine Frage: Bitcoin Schwarzgeld? Bitcoin hinterlässt keine Spuren? Gibt es eine Währung die Transparenter ist? Und was ist Bargeld? Mit Bargeld wird bestimmt nichts illegales gemacht!

  3. Kryptos. Mit Rallies von 40%+ an einem Tag scharen sie die hoffnungsvollen Fans um sich. Die grossen Fische treiben diese Rallies und steigen dann aus, wenn es opportun ist. Dann bricht der Kurs wieder zusammen. Die kleinen Fischli bleiben zurück und hoffen auf die nächste Rally. Und irgendwann bleibt der Kurs dann endgültig liegen und das Vermögen ist einmal mehr von den Kleinen zu den Grossen „umverteilt“.

    Krypto-Währungen sind das neuste „Get-Rich-Quick-Scheme“. Aus Staub sind sie geboren, zu Staub kehren sie zurück.

    • Absolut richtig erkannt: Bargeld = Inhaber Asset, Geld auf dem Konto = Namen Asset. Wo kann der Staat sich bedienen? Richtig, bei Inhaber Assets. Und jetzt Cryptos in der eigenen Wallet, das sind . . . . . . . . . . . . . . INHABER ASSET 🙂

  4. wow, viele crypto haters hier! da raubt euch der staat via negativzinsen die ersparnisse und renten, und ihr unternehmt nichts dagegen? mit lagarde hat die eu die pest mit der cholera ersetzt: das qe wird fortgesetzt und die zinsen wandern weiter nach süden. das funktioniert ab ca. -1.5% nur noch mit bargeldverbot, kapitalverkehrskontrollen, zwangshypotheken, goldverbot und mehr. da ist es keine schlechte idee, etwas crypto money auf der hohen kante zu haben, nicht bei einer online-bank, sondern in der eignen wallet.

  5. Dream on. Blockchain-Technologie, OK, vielleicht.
    Bitcoin ist hingegen simpler Nepp (Libra wäre anders) nach dem Motto: „immer noch einen Dümmeren finden“.

  6. Herr Hügli sie haben uns nun den weit hergeholten Beweis geliefert, dass es für die Kryptowelt keinen Mehrwert gibt. Im Gegenteil, ergeben sich daraus höchstens Chancen für ganz wenige oder für Geldwäscher. Nehmen wir an, ich lege eine Geldsumme in diesem dezentralen Casino an. Nun, plötzlich ist nichts mehr auf dem Konto!!! An wen kann ich mich nun wenden???

    Alles ein riesiges Ponzi System und sonst gar nichts.

  7. „Überwacht werden sie von einer engagierten und aufgeschlossenen Finma.“ Gibt es bitte IP wieder billigen Hurra Lobbyismus. Der Autor blendet die staatstragende Krise des Libra auf Genf komplett aus, ebenso die darknet Transaktionen der cryptos, mit denen Waffen für reale Terrorangriffe anonym finanziert und gehandelt wurden. Und wenn die Bankiervereinigung von cryptos träumt, dann vom Phönix aus der Schwarzgeldasche materiell besserer Tage des Finanzplatzes.

    • Wer im Darknet mit Bitcoin zahlt, hat Bitcoin nicht verstanden. Alles ist nachvollziehbar auf der Blockchain. Nicht Anonym sondern Pseudonym. Das muss man halt schon verstehen.

  8. Ach je Digitalgeld, ist halt auch nur
    Geld mit allem drum und dran.
    Das Problem ist die Transparenz, das ist
    naheliegend Technik-Systembedingt.
    Innzwischen ist der Wertpapierhandel voll
    Digtalisiert einfach in klassischen
    Geldeinheiten,Deviesen.
    Interessant. Der Bitcoin wurde 377 Mal
    für Tot erklärt.
    Hmmmm sind da etwa 377 mal welche auf die
    Schnauze gefallen???
    Diese Kryptowährungen sind hoch volatiel,
    das heisst, es gibt wenige Gewinner und
    eine Breite Masse an Verlierern.
    Stinkt nach Zockergeld. Diejenigen die das
    System die Technik kennen haben potentiell
    die Möglichkeit an den ,,Wert,,-Zyklen zu verdienen.
    Das über direkte Steuerungs,oder Analyseverfahren.
    Grundsätzlich keine Frage ein sauber angewendetes
    Digitalgelsystem ist weder gut noch schlecht sondern
    einfach eine andere Geldform.( Na ja wenn der Strom ausfällt ist halt Pech.)
    Damit das sauber funktioniert braucht das eben nach
    wie vor eine zentrale Legitimationsstelle ,,Notenbank,, die zumindest die Leitwährung vorgibt und bestmöglich kontrolliert.Innerhalb eines Währungsraumes sollten alle dieversen Digitalwährungen
    im ,,Wert,,und in der Legitimation an die Leitwährung gebunden sein.
    Ohne diese Vorgaben wird die als Vortschritt verkaufte und angepriesene schöne neue Geldwelt, zu einem
    grins erheblichen Rückschritt, in eine sehr fragwürdige Vergangenheit.
    Vor der aufgleisung der einheitlichen Nationalen
    Wärungen, hmmmm, hatte jeder ,,Chüngelizüchterverein,, seine eigene Währung. Wie das in einer Modernen hoch Arbeitsteiligen Wirtschaft wirkt hmmmmm???
    Leicht nachvollziebar wenn man es nachvollziehen kann
    ganz bestimmt nicht sooooo schlau.
    Da gibt es zum Glück nicht soooo verbreitet, das mit
    der ganzen WIR Geschichte als 1 zu 1 Lehrstück,wie so
    Konstruktionen im Realwirtschaftsablauf und offenem
    Wettbewerb entsprechend wirken.

  9. Der Werbeartikel ist OK – leider ca. 2 Jahre zu spät. Mittlerweile ist ein ziemlicher Kater in die Cryptowelt eingekehrt. Klassische Blockchain zu langsam, keine wirklich nützliche Anwendungsfälle und Cryptowährungen sind zum einem Anlage-Asset mutiert (als Zahlungsmittel unbrauchbar). Nichtsdestotrotz glaube ich an die zweite Blockchain-Welle und den zukünftigen CSF – Crypto Schweizer Franken unter SNB Aufsicht 😉

  10. Nerd AG`s, Unis, gepimpte Aktienkurse, Polit-Marketingsprech: Gibt`s auch News aus der wirklichen Welt?

    Die „Revolution“ wird langsam alt.

  11. Pascal Hügli
    Durchleuchten Sie bitte Platincoin. Aus meiner Sicht ein fragwürdiges Ding. Der Gründer will weitermachen bis Platincoin Kurs usd 1000 erreicht.
    Bei 600 mio platincoins waeren das 600 mia kapitalisierungswert. Bitcoin hat zur zeit ca. Usd 150 mia kapitalisierung, Somit hätte platincoin vier mal mehr kapitalisierung als bitcoin heute. Dies sind versprechen von platincoin. So auch in der schweiz mit vielen anlässen wie gestern in baar. Wie seriös ist platincoin?
    Sie werben gross mit multilevelmarketing in der schweiz. Check auch plc auf youtube.

  12. Super Artikel, welcher aufzeigt welches Potential Blockchain UND Crypto haben. Es kommt nicht von irgendwo her, dass die Krypto-Firmen immer mehr gestandene Banker und Angestellte aus anderen Bereichen anlocken. Es zeigt den Drive, welche diese Szene hat und mal wirklich was bewirken will. Zum immer wieder aufkommenden, langweiligen Thema Energieverbrauch von Kryptos: ihr solltet euch zuerst mal ein bisschen schlau machen, bevor nur immer genörgelt wird:
    Bitcoins entstehen durch Mining – einem Vorgang bei dem Computer ein kompliziertes kryptographisches Rätsel lösen müssen, um im Gegenzug neue Bitcoins für Ihren Arbeitseinsatz zu erhalten. Da dieser Prozess (auch Proof-of-Work genannt) einen hohen Einsatz von Rechenleistung benötigt, wird entsprechend Strom verbraucht.
    Mining ist unerlässlich für das Funktionieren der Bitcoin-Blockchain. Die einfache Rechnung ist: je günstiger der Strom, desto mehr Gewinn machen die Miner. Wichtig zu erwähnen ist, dass Mining komplett ortsunabhängig und dezentral ist. Daher werden die meisten Mining-Farmen dort errichtet, wo es günstigen Strom gibt. Günstig ist der Strom dann, wenn es Überkapazitäten gibt. Somit siedeln sich viele Mining Farmen dort an, wo sie beispielsweise von billiger Wasserkraft, Solarenergie oder anderen grünen Energiequellen profitieren können. Weiter ist es auch schwierig, aufgrund der Dezentralität an konkrete Daten über den tatsächlichen Stromverbrauch zu kommen. Das Netzwerk kann zwar feststellen, wie viel Rechenleistung ihm von allen angeschlossenen Rechnern in Summe zur Verfügung gestellt wird, nicht aber wie effizient diese arbeiten.
    Auch relativiert sich das Energieargument, wenn man von der Betrachtung der einzelnen Überweisung auf die Ebene des Gesamtsystems wechselt und den Energieverbrauch unseres Geldsystems untersucht. So können bei einer normalen Banküberweisung beispielsweise 4-5 Banken und Zahlungsabwickler involviert sein. Die Kosten einer Bitcoin Transaktion sind wesentlich geringer als die Energie, die es benötigt, um ganze Finanzplätze zu betreiben.
    Weiter ist der Energieverbrauch ist alles andere als nutzlos, denn durch das Mining werden Daten über Transaktionen im Wert von Hunderten von Milliarden Dollar validiert und gesichert. Weiter dient das Mining der direkten Bereitstellung eines öffentlichen Gutes, nämlich einer Online-Peer-to-Peer Zahlungsinfrastruktur, die jeder auf der Erde mit einem Smartphone und einer Internetverbindung nutzen kann.
    Auch wird sich die Effizienz der Mining-Hardware weiter verbessern, sowie werden Fortschritte bei den erneuerbaren Technologien weitere Einflüsse auf den CO²-Fußabdruck von Bitcoin ausüben.

    • Sinnigerweise sind es ja genau die „erfolgreichen“, die ihr Glück ziemlich blauäugig in der Warmluftproduktion versuchen. Sagt für mich ziemlich viel aus, ohne lange Wortklaubereien.

    • ODER die Dinger werden einfach mit billigstem china-kohlestrom geschürft. Dürfte näher an der Realität sein…

  13. Was für ein Gähner und wohl noch nicht begriffen, was Bitcoin etc. tatsächlich so ist/sind, weil er nur an der Oberfläche kratzen kann. – Er sollte ins PR-Fach wechseln.
    Hier noch weitere Seminar- und Zertifikatsvorschläge: „Krypto für Femministinnen“, „LGBT-Krypto“, „Krypto in Homöopathie“, „Krypto for Future“, „Krypto-Flüchtlinge“, „Alles Krypto oder was!?“
    – Für eine hohe „Hasch“-Rate scheint in der Szene ja gesorgt zu sein.

  14. Kypto Bullshit…wieder was unnützes um die Allgemeinheit giggerig zu machen und übers Ohr zu hauen. Heute ist die Tendenz bei den meisten mit wenig Aufwand grosses Geld und einen auf dicke Hose zu machen.

    Das Finanzsystem wird eh mal crashen dann tauschen wir wieder Edelmetalle und Felle gegen Ware wir in der Steinzeit und keine Bitcoins

    • Spannend zu lesen, wie viele sich dem technologischen Wandel vehement versuchen in den Weg zu stellen. Dieselbe Haltung war beim Aufkommen des Internets zu beobachten. Teufelszeug, nur für Kriminelle nutzbar, E-Mail? hä..whuat?
      Egal, Sie werden in ein paar Jahren feststellen, dass sich Bitcoin nicht totkriegen oder verbieten lässt. Spätestens wenns bei uns auch ungemütlich wird und erste westliche Staaten mit einer Währungskrise, Hyperinflation und Vertrauensverlust zu kämpfen haben, kommt so genanntes Sound Money zum Zug. Und sagen Sie mir nicht, sie wollen dann mit Goldbarren und Silbermünzen durch die Gegend rennen. Nein, Sie werden das via Smartphone und einer Internetverbindung tun wollen. e voila. Übrigens, BTC war die bestlaufende Assetklasse in den letzten 10 Jahren.

  15. Alleine das Netzwerk von Bitcon verheizt im Jahr soviel Strom wie die ganze Schweiz. In den ersten Monaten dieses Jahres wurde in nur 3% aller Transaktionen Bitcoin effektiv für die Bezahlung reale Güter verwendet. 97% ist reine Spekulation und dafür verheizen wir den Strom einer ganzen Industrienation? Zur sinnlosen Beschäftigung für 4’000 Arbeitsplätze sind wir bereit 96 Terrawattstunden zu verheizen?
    Hinzu kommt der ganze Elektroschrott der PC’s und die riesigen Investitions- und Unterhaltskosten für 3% Transaktionen, 97% Energie verheizen?

    Herr Hügli, das meinen Sie doch nicht im ernst?
    Erklären Sie uns den Mehrwert was wir bekommen bei Bitcoin und co als Gegenleistung für die Vernichtung von 96 Terrawattstunden???

    Das Sie sich auf den Tiefflieger Schneider Ammann berufen lässt tief blicken.

    SRF-Moderatorin Patrizia Laeri wollte vom Bundesrat wissen, wie er seinen privaten Computer schütze. Darauf antwortete Schneider-Ammann:

    «Ich schütze meinen Computer eigentlich nicht. Ich lasse ihn nicht liegen, das ist der beste Schutz.»

    https://www.watson.ch/digital/bundesrat/961449579-so-antwortet-bundesrat-schneider-amman-auf-die-frage-ob-er-seinen-computer-schuetze

    • Tief schnaufen, den Puls runterbringen und langsam auf 100 zählen: im Artikel geht es gar nicht um Bitcoin, sondern um die massiven, bevorstehenden Umwälzungen. Das kann und darf man ignorieren, wie zum Beispiel mein Nachbar, der seine Einzahlungen noch immer bar am Postschalter erledigt.

  16. Guter Artikel, Pascal! Zeigt genau, wo das Problem liegt: beim fehlenden Wissen. Die breite Masse vereinfacht es auf «Krypto=Blockchain=Bitcoin=Teufelswerk». Nur wer in die Materie eintaucht, erkennt das enorme und disruptive Potential. Ganz ähnlich wie vor 25 Jahren beim Internet, die Musikindustrie kann ein Lied davon singen, um nur ein Beispiel zu nennen.

    An alle Technologieverweigerer die jetzt hier stänkern werden: es wird euch wie meinem Onkel Franz ergehen. Der wollte keinen PC mit Internet und liest heute täglich in der NZZ mit der Lupe die Aktienkurse 😉

    • Das Internet hatte einen unmittelbaren Nutzen für die User und verbreitete sich deshalb in Windeseile. Pornos und Onlinebanking. Das Internet musste man nicht zuerst „verstehen“ (tun übrigens bis heute die wenigsten).

      Die Blockchain hingegen ist ein verkopftes Konzept, das technisch zwar raffiniert und revolutionär sein mag, wirklichen Menschen aber keinen spürbaren Nutzen bringt.

    • Da Onkel Franz sicherlich kein Daytrader ist, reichen die Kurse in der NZZ übrigens voll und ganz. Die sind im Internet nicht höher.

      Und was Onkels Augenlicht angeht, wäre es wohl nach jahrelangem Bildschirmstarren eher noch schlechter.

    • Wenn CryotoKid dann gross ist, darf er auch mit den Erwachsenen am Tisch sitzen. Da essen wir aber mit Messer und Gabel und nicht einfach Bitcoin-Burger und Crypto-Pommes mit den Händen, die nur dick und doof machen.

  17. Zu Beginn war der Crypto Hype durchaus spannend; ein Gegenentwurf gegen das zentralistische Finanzsystem. Inzwischen ist es aber nur noch ein schwarzes Loch, welches Unmengen an Strom verschlingt. Dank den Minuszinsen gibt es jedoch nach wie vor viele Investoren, die alles mit Geld füttern, das sich auch nur annähernd mit Crypto und „Innovation“ (wie dieser Werbeartikel) schmückt. Somit wird die Party wohl noch einige Jahre weiter gehen.

    Die Blockchain an sich hat als Forschungsobjekt Potenzial, aber garantiert nicht, um Weltwährungen und/oder globale Transaktionssysteme abzulösen. Das ist schlichtweg illusorisch – analog neutraler Medien oder echter Demokratie.

    Was Zukunft haben wird: die weitere Vernetzung verschiedener Systeme/Komponenten, daraus mögliche Automatisierungen, eine zentrale intuitive Bedienung sowie die daraus resultierende Vereinfachung und Vergünstigung für den Endnutzer – all das hat aber nicht viel mit Crypto zu tun, sondern mit der Classic IT von heute: API, Mobile, Vernetzung, Automatisierung und ein schickes Frontend GUI.

    In der Schweiz – und auch NUR in der Schweiz – mag Zug als Crypto Valley verschrien werden, aber ausser dem 500 Mio. Fiasko Twint, das seinen Ursprung eher in Züri Hard hat, ist bisher ja nicht wirklich viel bei rum gekommen.

    Crypto ist halt lässig und alternativ, dazu machen die ganzen IT-Hipster derzeit auch gutes Geld damit. Das wars dann aber auch schon; nichts Nachhaltiges…

  18. Ufff…. Soviel Text…. Mir wurde schon zu Beginn langweilig. Der Autor vermischt hier Blockchain und Crypto Currency. Zwar basieren letztere auf erstgenannter Technik. Aber das bedeutet nicht, dass Crypto Currencies überlegen müssen/werden. Das ist doch alles nur heisse Luft!

    Die Blockchain Technik wird sich vermutlich schon durchsetzen, aber ist jetzt auch nicht sooo der Brüller! Für viele Anwendungen ist das weder notwendig noch sinnvoll.

    • Dafür ist es bei dir wenig Text und wenig Inhalt.
      Blockchain ist ein Teil von Bitcoin, Menschen die von Blockchain-Technik sprechen zeigen wie wenig Ahnung sie von dem ganzen Bereich haben.

    • @ Bitcoin im Turm

      Ja, Herr Siebenmalklug! Genau das habe ich ja oben geschrieben! Ich habe geschrieben, dass die Crypto Currencies auf Blockchain basieren. Lesen kannst du offenbar nicht!

  19. Krypto ist das allerletzte was die Menschheit erfand. Ausser grosser Stromverbrauch nutzlos, höchstens für Kriminelle und Steuerhinterzieher. Schneider-Ammann hat eh nichts gebracht, der war nur Stolz auf den Kryptoaward… und Maudet passt zu Libra der macht ja auch krumme Sachen.

    • Ehrlich Walter, ich bin neidisch auf Deine simple Denke! Muss äusserts angenehm sein, mit einem so leichten Kopf unterwegs zu sein.

    • Aha, hier schreibt der Fachmann! Mit ganz wenigen Wissenslücken… Ich erlaube mir, diese zu füllen:

      «Krypto» kommt von Kryptographie. Diese haben die alten Ägypter schon 3’000 v. Chr. verwendet. Heute bilden Algorithmen wie SHA-256 oder AES die Grundlagen der Blockchain Technologie.

      Grosser Stromverbrauch stimmt nur bei Anwendungen ersten Generation (ja, Bitcoin) mit «Proof of Work». Es gibt neuere und effizientere Verfahren wie zum Beispiel «Proof of Stake». Ethereum wechselt im 2020 auf PoS.

      Nur für Kriminelle und Steuerhinterzieher: wer diesen Mist glaubt, muss konsequenterweise auch alle Inhaber Assets verbieten wie Bargeld, Gold, Kunstwerke, Schmuck und mehr.

    • @Fachmann: Immer wieder ein Klassiker (war auf IP am 9.8.2018):
      „Dann stellen wir doch mal einen „Bitcoin“ her: Sie kaufen sich einen Zwiebelkuchen, essen ihn und furzen anschliessend „Do Re Mi“. Für die in die Luft geblasene Tonfolge erhalten Sie einen Bitcoin. Um einen weiteren Bitcoin zu erhalten, müssen Sie schon zwei Zwiebelkuchen kaufen und „Do Re Mi Fa So“ furzen. Um nochmals einen Bitcoin zu erhalten, müssen Sie sich bereits tagelang mit Zwiebelkuchen ernähren und dann eine Symphonie von Beethoven furzen, fehlerfrei. – Der Gegenwert des Bitcoin ist immer ein sich bereits verflüchtigter, vielleicht kunstvoll abgegangener Furz (= das Bitcoin-Asset). Nicht mehr. (Bei Goldschürfung haben Sie wenigstens Physisches Gold mit einem Marktwert in Händen.) Nun gibt es „Greater Fools“, die einen „Gutschein auf einen bereits verflüchtigten Furz“ (= Bitcoin) gegen echte Assets tauschen… – Alles klar jetzt?“

    • @Iznogoud: ich habe tatsächlich mal «gefurzt» im 2015, mit einem AntMiner S3. Ich kenne den Mining Prozess und muss Ihnen leider mitteilen, dass die Analogie zum Zwiebelkuchenessen ein ganz klein wenig hinkt: die zu essende Menge hängt von der Difficulty ab, welche sich aus der Zeit zwischen zwei… stopp, keine Überforderung. Apropos Gegenwert: auf magische Weise haben sich einige Fürze in eine IWC verwandelt…