Rechtsboss Cerutti, Musterknabe der CS

Weihnachts-Party in Billig-Kantine im Üetlihof-Backoffice – Neue Partnerin sofort aus Grossbank ausgeschieden – Überlebenskünstler.

Romeo Cerutti ist der oberste Polizist der Credit Suisse. Er befiehlt, was für Kunden beim Multi noch erlaubt sind und welcher Berater die volle Härte bei Verstössen gegen seine Regeln zu spüren bekommt.

Nun wird Cerutti, seit einem Jahrzehnt General Counsel der Bank und damit deren höchster Jurist, zum absoluten Vorzeige-Banker der CS.

Seine Rechtsabteilung geht voraus bei der Frage, wie man noch mehr Kosten einspart. Ceruttis Team erhält nämlich ein Weihnachtsessen nicht in einem Zürcher Gourmet-Tempel, sondern in der CS-Kantine im Üetlihof.

Dort hat die CS ihr riesiges Backoffice, und dort führt im Auftrag der CS eine Gastrostätte eine Kantine. Diese wird nun zum Christmas-Lokal für Cerutti und seine vielen Juristen und Assistenten.

„Das Restaurant ‚Le Mosaique‘ im Üetlihof bietet auch dieses Jahr wieder die ideale Infrastruktur für diesen Anlass und erfüllt alle Anforderungen punkto Kulinarik, Erreichbarkeit und Budget“, sagt ein Sprecher der Bank.

Was gegen Fondue? (CS-Kantine)

Cerutti geht voraus. Er spart, nutzt die Kantine, macht auf bescheiden.

Als er seine Partnerin kennenlernte, liess sich der Rechtsboss ebenfalls nichts zuschulden kommen. Die Frau war bei der CS: eine heikle Sache, wie die Entlassung des McDonalds-CEOs von dieser Woche zeigt.

Cerutti löste den Fall wie ein Posterboy. Die Frau verliess die Bank, es gab keine Schlagzeilen. Sache erledigt.

Auch um den US-Aufpasser namens Neil Barofsky wurde es ruhig. Obwohl: Dieser ist immer noch mit der CS beschäftigt. Er taucht ab und zu in Zürich auf, um klarzumachen, dass sein Mandat offiziell immer noch läuft.

Hier bleibt nichts haften (wikimedia.org)

Für alle perfekt. Barofsky erhält weiter Geld, was hilft, in Ruhe das eigene Fortkommen zu planen. Und Cerutti hat weiter die Gewissheit, dass ihm persönlich von den USA keinerlei Gefahr droht.

Das zeichnet den Rechtschef der CS aus. Egal, in welche Strudel seine Grossbank gerät – Mosambik, Fifa, Steuerkrieg, Spionage-Thriller -, am General Counsel bleibt nie etwas hängen.

Sein Boss Urs Rohner, der Cerutti einst von Lombard Odier zur CS geholt hatte, gilt seit dem US-Feldzug als „Weisse Weste“.

Dies, weil Rohner aussagte, er habe persönlich keinerlei Schuld an den Steuervergehen seiner Bank mit Bürgern aus den Staaten.

Cerutti könnte in Anlehnung an den Westen-Ausdruck Mister Teflon heissen. Der Rechtschef prallte bisher Sämtliches ab – dafür sorgt er selber.

Intern-Freundin, US-Watchdog, Christmas-Fete: Ceruttis Taten lesen sich wie das Tugend-Buch eines Chef-Juristen. Das hilft, damit niemand auf die Idee kommt, laut zu fragen, ob der Schweizer nach 10 Jahren zuoberst noch passt.

Kommentare

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  1. Was ich absolut verstehe ist das er die Kantine im UH2 auswählt. Die ist genial. Super KüchenChef mit super Team. Da ist du besser als in den meisten Top Restaurants ( wenn sie den KüchenChef und Team machen lassen)

  2. Nix Unschuldslamm vom Dort. Der Typ ist schleimig bis zum geht-nicht-mehr. Vorne durch Saubermann, hintenrum dick abkassieren! Pfui Tscherutti!

  3. cerutti hat ja vor dem US gericht ausgesagt, dass CS eine kriminell ist, nachdem sie us kunden systematisch steueroptimiert hat. natürlich darf er bleiben.

  4. Genau so sollte ein Schweizer Banker sein! Wie soll ich sonst einem Typ der nicht mit Geld umgehen kann mein Geld anvertrauen???

  5. Natürlich ist dieser Artikel relevant. Was sollen die paar eingesparten Franken im Vergleich zu den 1.6 Milliarden Franken Lohnkosten für die 1030 „Risk Taker“?
    Wozu braucht diese Bank 1030 Einkommensmillionäre? Um Cerutti, Thiam und Rohner zu huldigen?

    Bei den Risk Takers kann man sparen, mit einem 1000-fachen Hebel!

  6. Was ist denn bei IP los?
    Heute kein Bashing?
    Oder geht es um die Frage, ob er Talent für eine CEO Rolle hätte.
    Diverse Banken mit Niederlassungen in Zürich täten gut daran mal wieder neue VR/CEO/CFO/COO zu rekrutieren.

  7. Das Thema dieses genialen Nicht-Artikel Artikels ist ja nicht der Cerrutti, sondern die CS und wie es möglich sein kann bei all den genannten (bekannten) Skandalen, dass der oberste Jurist seit zehn Jahren nichts davon verhindern konnte. Wenn an der CS die Skandale kleben, kleben sie dann nicht auch am GC? Und wenn nicht, was bedeutet das für den Maschinenraum und Level 0,1,2?

  8. Keine Seiten mehr und kein Podium für die CS GD Mannschaft. Ein Haufen unkomptetente und lächerliche Leute.
    Cerutti ist die Iceberg Spitze, hinter him stehen aber noch einige “Erfinder” der “Zero Toleranz” CS Politik, die die Bank definitiv zerstören (auf Eis stellen) werden.
    Jeden Tag verlassen Kunden und kluge RM CS

  9. Chefjurist? In einer Bank?
    Meiner bescheidenen Meinung nach ist es richtig, dass eine Bank den Chefjuristen lange Zeit behält, denn dieses Geschäft ist langfristig….und diese „Art von Wissen“…man lernt nicht an der Universität oder in den Gerichtssälen…….
    Dann, nach denen, die ihn kennen, ist RC ein „integer“ Typ….aber jeder integer Typ, wenn er in einem Sektor arbeitet, nicht so sehr….was kann er noch tun? Anpassung ist das Gesetz der Natur…….

  10. Man mag ja halten von Herr Cerutti, was man will. Aber in den oben aufgeführten Fällen hat er sich ja jetzt wirklich korrekt verhalten. Was soll mir also der Artikel genau sagen?

    • Dass es auch anständige Topjuristen gibt!
      Ich würde es begrüssen, wenn IP im Ausgleich zum „Bösen“ auch Gutes berichtet.

    • Weiterdenken hilft: Cerutti ist mit Rohner mitverantwortlich dafür, dass die CS an 1030 Einkommensmillionären festhält, aber gleichzeitig systematisch Arbeiter auf die Strasse stellt.
      Wenn schon sparen, dann bei den Einkommensmillionären. Verstehen Sie den Artikel jetzt besser?

  11. „Backbone of a jellyfish“ – der Ausdruck gefällt mir. Dazu würde ich bei beiden noch die „Ausstrahlung eines verbogenen Kaffeelöffels“ hinzufügen. Das wiederum passt zum Weihnachtsessen in der CS-Mensa.

  12. Neben „Weggli“ Cerutti gäbe es bei der CS noch eine ellenlange Liste von Ueberlebenskünstlern zu erstellen, die sich seit Jahren irgendwie verstecken/verschlaufen können oder irgendwo einen besonderen Götti haben. 30 Jahre Banking prägt eben.

  13. Das freut uns sehr und wir wünschen Herrn Cerutti und seinem Team bereits heute einen gelungenen Abend. Wir von Eldora werden unseren Teil mit vollem Einsatz dazu beitragen. C. Hürlimann, Direktor Eldora Deutschschweiz

  14. LH, heute besser länger geschlafen, das ist keine Story. ‚Le Mosaique‘ ist ein gutes Restaurant, etwas verstaubt aber durchaus mit einer bemerkenswerten Küche. Cerutti wird dann schon noch mit seinen engsten Vertrauten irgendwo in einem Gourmettepel zuschlagen. Voraussetzung: Aloys Hirzel und UBS Leute verkehren dort nicht.

  15. „Cerutti könnte… Mister Teflon heissen.“
    Und eben Rohner – weisse Teflon-Weste – verliehen von den Scheikhs aus dem Nahen Osten…

  16. Es gibt sie doch noch: Die ehrlich arbeitenden Bankangestellten die mit den Füssen auf dem Boden stehen und den Kopf unterhalb der Wolkendecke halten. Ich bin nicht überrascht, dass Dr. Cerutti an dieser Stelle so positiv erwähnt wird. Ich kenne ihn seit vielen Jahren und kann nur bestätigen, was im Artikel geschrieben ist.

    • Verstehe nicht ganz: stimmt der Artikel oder ist er ehrlich arbeitend? Meines Erachtens gehört Cerutti zum Clan, der die CS moralisch gegrounded hat.

  17. Und was an diesem Artikel ist nun lesenswert?
    Sorry Herr Hässig, dieser Artikel ist den Platz nicht wert, den Sie dafür verschwendet haben.

  18. Verstehe den Artikel nicht…

    Soll RC nächstes Jahr lieber seine Feier im Dolder halten? Wäre ihnen dies lieber Herr Hässig?

    Hätte seine Partnerin besser bei der CS bleiben und direkt zum MD befördert werden sollen?

    Romeo Cerutti als schlechtes Beispiel aufzulisten ist eher ein schwaches Beispiel. Da gibt es vermutlich genügend andere Kandidaten die besser passen.

    Danke

  19. C’mon Hr. Hässig; jetzt verhält sich ausnahmsweise einmal ein Top Shot im Banking korrekt (ist ja eine echte Rarität auf den Top Levels) und nun ist das auch wieder nicht recht. Warum nicht die Schlagzeile: „So sollte Banking sein – Sparsam, korrekt und ohne Allüren „

  20. Zum sparen gehörte auch, dass Cerutti (auch Weggli genannt) einst eine Kündigungswelle in seinem Bereich kurz vor Weihnachten aussprach.
    Kosteneffizient, nicht illegal, aber halt doch mit Gschmäckle…

  21. Herr Cerrutti steht ua hinter der völlig gescheiterten und unprofessionellen Verteidigungsstrategie der CS im Skandal Thiam/Iqbal.

    Anstatt hinstehen und zugeben, dass die Ueberwachung üblich sei bei derartigen Abgängen (aus der Erfahrung mit Marco Illy) wurde alles verneint, verleugnet und abgestritten.

    Als Rechtsboss trägt hier Herr Cerrutti die Verantwortung.

  22. Sparen an der Location und Essen für die Mitarbeiter. Aber Hauptsache Boni bleibt, den braucht es ja auch denn später geht es mit Urs sicherlich zur Kronenhalle.

  23. hab ihm vor 8 o 9 jahren mal ne mail gemacht, weil cs seniormanagement in horgen meine private Daten, bilder, mails abgegriffen und zur Belustigung hundertfach rumgeschickte. er sendete einen vp, der sich sofort auf deren seite schlug. es passierte nichts, ausser dass die Herrschaften noch mehr grund zum lachen bekamen.
    warum ihm ne mail? laut code of conduct muss man das machen, wenn ceo und mdr fehlverhalten an den tag legen. er deckt die. eine krähe hackt der anderen usw usf…

  24. Selber Millionen abkassieren über Jahrzehnte und dann das Weihnachtsessen für das Personal in der Kantine machen passt genau zu Romeo Cerrutti.

  25. Romeo Cerrutti und Urs Rohner tragen die Hauptverantwortung für die ungute und unselige Kultur bei der CS.

    Es sind beides aalglatte, teflonbeschichtete, arrogante und humorlose CS Juristen mit dem backbone of a jellyfish.