Negativzinsen machen Sinn

Die Notenbanker reagieren nur auf die immer tiefere Nachfrage nach Kapital. Wir sparen zu viel und haben zu wenig Ideen.

Bevor Sie sich jetzt wegen des Titels aufregen und gleich einen scharfen Kommentar verfassen, halten Sie kurz inne und stellen Sie sich ganz entspannt die Frage: Gibt es ein verbrieftes Recht, dass man als Geldgeber Anrecht auf Zinsen hat?

Oder etwas weniger prosaisch: Ist der Anspruch auf Zinsen gottgegeben?

Sie finden solche Sinnfragen im Zusammenhang mit Negativzinsen unangemessen? Nun gut, zumindest ist die Phase des Zinses in der gesamten Geschichte des Geldes die Ausnahme und nicht die Regel.

Geld in unserer heutigen Vorstellung entstand rund 1000 v. Chr., als die Chinesen Spaten aus Bronze für Zahlungen zu nutzen begannen, gefolgt von richtigen Münzen bei den Lyder um 700 v. Chr. mit ihrem Elektron.

Seit dieser Zeit waren Zinsen bis in die 1500er Jahre unüblich, moralisch verwerflich oder gar verboten. Sowohl im Christentum als auch im Judentum und im Islam.

Das begann schon bei Moses („Du sollst nicht Zinsen von ihm nehmen“) bis zum kanonischen Recht, das Zinseinnahmen als Raub deklarierte. Erst um 1500 wurde das Zinsverbot aufgehoben, jedoch 1548 mit einem Höchstzins von 5 Prozent für Christen und Juden gedeckelt.

Wenn also zum grössten Teil der Geschichte des Geldes Zinsen unüblich waren, darf der Anspruch auf einen positiven Zins zumindest in Frage gestellt werden. Dies rechtfertigt aber noch keinen negativen Zins.

Das Konzept des Kredits ist wohl die genialste Erfindung seit dem Entstehen des Geldes. Nur damit können ungenutzte Gelder anderweitig produktiv zugeteilt werden. Es scheint intuitiv logisch, dass man dafür einen Preis verlangt und ihn auch erhält.

Weshalb überlässt man überhaupt jemand anderem sein Kapital? Logischerweise nur, weil man davon ausgeht, dass dieser „jemand“ einen höheren Ertrag mit diesem Geld erzielt, als man selbst.

Man fordert also ein Entgelt dafür ein, dass jemand anders eine bessere Idee hat – oder weil man selbst gar produktive Idee hat.

Die Hypothese für diese Annahme ist, dass es eine entsprechend grosse Nachfrage für dieses Kapital gibt. Die Sparer und Investoren gehen deshalb davon aus, dass ihnen der Kreditnehmer einen Zins bezahlen muss.

In jedem klassischen Ökonomiebuch wird Kapital neben Boden und Arbeit als Produktionsfaktor definiert und muss deshalb einen Preis haben – als wäre es ein Axiom.

Die Grundsatzfrage, die sich die Apologeten des Zinskonzeptes stellen könnten, ist, ob wirklich alles immer so bleiben muss, nur weil es in der Vergangenheit entsprechend der Fall war.

Es sind ja nicht nur die Zentralbanken, die mit der ultra-lockeren Geldpolitik zu Geldschwemme beitragen, sondern auch die demographische Entwicklung. Die Menschen werden immer älter und sparen entsprechend.

Gemäss OECD hat beispielsweise die Sparquote der privaten Haushalte in der Schweiz von 14 Prozent der verfügbaren Einkommen im Jahr 2000 auf zuletzt 18 Prozent zugenommen.

In anderen Ländern ist die Entwicklung ähnlich, wenn auch auf tieferem Niveau. So in Deutschland von 9 auf 11 Prozent oder in den USA von 5 auf 7 Prozent.

Dies führt zu einem Überhang an Kapital, weil auf der anderen Seite durch die Digitalisierung, Effizienzsteigerungen und Optimierungen laufend eine Abnahme der Nachfrage nach Kapital stattfindet – und eine Trendumkehr ist nicht in Sicht.

Beispielsweise dürfte es in 10 Jahren deutlich weniger Rechtskanzleien geben. Alle Gesetzestexte sind vorhanden und werden weiter ergänzt. Algorithmen können so programmiert werden, dass fast alle Fragen von einem System beantwortet werden können.

Weshalb benötigt es da noch Millionen von Anwälten? Wozu braucht es noch Kapital, um Investitionen in Advokaturen zu tätigen und Menschen zu beschäftigen? „Google Law“ wird es richten.

Bei den bisherigen drei industriellen Revolutionen wurden obsolet gewordene Berufe durch neue ersetzt. Dem Postkutscher folgte der Lokführer, die einzeln tätigen Handwerker wurden am Fliessband vereinigt, diese Arbeiter wurden durch Roboter ersetzt – jede dieser Umwälzungen benötigte Kapital.

Diese Wirkungskraft hat sich umgekehrt. Heute liefert der Kunde seine Daten freiwillig in den sozialen Medien und wirkt kostenlos an wirtschaftlichen Prozessen mit.

Dieser Tage übernimmt der Bankkunde die Arbeit des Bankangestellten, indem er Zahlungen erfasst und Börsenaufträge selbst eingibt. Und von grossen Investitionen in die IT-Infrastruktur ist nichts zu sehen.

Im Coop scannt der Kunde selbst ein, am Flughafen checkt der Passagier selbst ein. Sie kennen das.

Wir sind auf dem Weg von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft eigentlich bei der Selbstdienstleistungsgesellschaft angekommen.

Als Indiz dafür, welche Wirtschaftszweige boomen, lohnt sich ein Blick auf den Arbeitsmarkt, wo Personal stark nachgefragt wird, beziehungsweise fehlt – Stichwort Fachkräftemangel.

Gemäss Statistik ist dies eindeutig im Gesundheitswesen der Fall (Ärzte, Pflegepersonal, Spitex), einer Branche, die wenig Kapital benötigt. Klar wird ab und an ein Spital gebaut. Dies wird jedoch meistens durch Steuergelder finanziert.

Die industrielle Revolution 4.0 hat schlicht und einfach die bis anhin gültigen Gesetze ausgehebelt. Es hat mehr renditesuchende Kapitalgeber als nachfragende Kreditsucher.

Trotz günstigen Refinanzierungsbedingungen sinkt die globale Kreditnachfrage im Nicht-Finanz-Sektor seit Jahren weltweit.

Solange die Geldschwemme der Notenbanken anhält, die Menschen mehr und länger sparen und weniger Kredit nachgefragt wird, bleibt der ausgleichende Faktor tief beziehungsweise negativ.

Die Geldpolitik der EZB und damit der SNB erscheint uns wie ein schlechter Witz, aber sie ist letztendlich nur die Folge einer demografischen Entwicklung und einer geringer werdenden Kapitalnachfrage.

Auch diese Damen und Herren leben mit ihren Lehrbüchern, und bei seit Jahren kaum vorhandenem Preisdruck sind ihre Lösung die Negativzinsen, um die Konsumentenpreise irgendwie wieder nach oben zu bringen – auch wenn es ein hoffnungsloses Unterfangen bleiben wird.

Was jedoch letztendlich entscheidend ist, ist der Realzins. Was nützt es, optisch attraktive Nominalzinsen zu haben, aber wegen der Inflation massiv an Kaufkraft zu verlieren?

Von 1970 bis 1975 war der Realzins durchs Band negativ und erreichte 1973 minus 7 Prozent.

Weitere negative Perioden – wenn auch weniger stark ausgeprägt – folgten in den achtziger und neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts (minus 1 bis 3 Prozent) und zuletzt 2008 (minus 2 Prozent).

Der Mittelwert des realen Sparzinses in der Schweiz von 1932 bis heute liegt bei schlappen 0.08 Prozent (durchschnittliche Verzinsung von Sparkonten minus Teuerung; Quelle SNB). Da sind wir heute mit einem Realzins von null doch gar nicht so schlecht bedient.

Seien Sie entspannt und denken Sie in einer ruhigen Minute über das althergebrachte Konzept des Zinses nach. Frohe Weihnachten.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. wir sparen zu viel? unsere westlichen Staaten verschulden sich seit Jahren, dank den Sparern. Diese finanzieren dieses Schneeballsystem. Bitte keine Vorwürfe an tugendhafte Staatsbürger.

  2. Mannnn……….
    Herr Mettler, sind Sie sich bewusst an was sie da mit solchen Aussagen herumlaborieren ?

    Zitat :
    Bevor Sie sich jetzt wegen des Titels aufregen und gleich einen scharfen Kommentar verfassen, halten Sie kurz inne und stellen Sie sich ganz entspannt die Frage: Gibt es ein verbrieftes Recht, dass man als Geldgeber Anrecht auf Zinsen hat?
    ————

    Also, wenn man keinen Zins mehr bekommt, warum sollte man noch Geld verleihen ?
    Und damit stellen sie ein Jahrtausend-Gesetz der Ökonomie in Frage. Das was unsere Gesellschaften zur heutigen Blüte gebracht haben, das wollen sie negieren ?

    Das wäre in seiner Tragweite schon beinahe so weitreichend, wie wenn sie die Evolution als „Prozess“ bestreiten wollten.
    Ohne Evolution keine Menschen…….. ohne Ökonomie keine fortschrittlichen Gesellschaften.

    Die Ökonomie ist ein Gesetz, es ist recht eigentlich das Menschsein….. es ist der Eigennutz der uns zu unseren Leistungen antreibt. Ohne Ökonomie sind wir keine Menschen mehr, geht der Antrieb für Weiterentwicklung verloren.

    Wenn wir unsere Gesellschaft vernichten wollen, dann schaffen wir die Ökonomie ab…..
    Zum ersten den Zins als Ergebnis unseres Schaffens, eine tragende Säule unserer Gesellschaftsform…… damit haben wir schon sicher 50% beseitigt.

    Herr Mettler, schaffen sie doch gleich auch den Lohn ab…. und sehen sie zu was passiert.

    Ich sags ihnen…….
    Die Menschheit entwickelt sich dann zurück zum Stammesverbund, der Sippengemeinschaft die nur noch für das eigene überleben kämpft, nur ihren Magen füllen möchten, die nächste Frau für Sex suchen.

    Denn auch den können sie nicht abschaffen, diesen Urtrieb der Menschen.
    Er wird sich bahn brechen, entweder in einer modernen Gesellschaft, oder einer in der auch Gewalt dazu akzeptiert ist.

    Nochmals…..
    Wenn sie finden es gehe auch ohne Zins…… rütteln sie an unserem Menschsein.

  3. Jürg Mettler

    Gut geschrieben und hergeleitet!
    Deine Geschichten lese ich gerne sie sind flüssig und auch süffissant.
    Regen zur Diskussion an – Das ist es doch was wir brauchen um auf neue Gedanken und Ideen zu kommen.
    Sind die Nationalbänker nicht alles Narzisten?
    Leiden die nich alle wie die Politiker an Kontrollverlust?

    Hope for the best and prepare for the worst

  4. Die Sicht von Herr Mettler kann man akzeptieren.
    Ich möchte da was anschliessen
    was die Medien weltweit totschweigen. Die Einfűhrung des bargeldlosen Zahlungssystem weltweit im 1. Quartal 2020 sowie gleichzeitig die Vernichtung jeden Bargeldes!

  5. Hat Moses nicht auch gesagt du sollst nicht mit Quantitativ Easing das Geld aller entwerten oder den Goldstandard beenden um deinen Krieg mit selbst gedrucktem Geld zu finanzieren?

  6. Wenn wir einmal etwas ganz vernünftiges für’s 2020 machen wollen:
    Schaffen wir zuerst den Zinseszins ab! (… die ungerechte Kaptialvermehrung für’s Nichtstun)
    Den Zins abschaffen können wir 2021!

    Äs guets Nüüs!

    • @Maurizio Degiacomi

      die „Austrians“ sind nicht einmal in der Lage zwischen einen Kredit und eine Leihe zu unterscheiden. Wie soll da was vernüftiges geboren werden? Was nicht verstanden/akzeptiert werden will ist folgendes:

      Um die stets steigenden Zinsforderungen des akkumulierten Kapitals zu erwirtschaften, zwingt die Zentralbanken die Geschäftsbanken vorsätzlich dazu, die Qualität der Kredite zu senken, also Kredite an Kreditnehmer zu vergeben, denen sie ohne diesem Druck lieber keinen Kredit geben/gegeben hätten. Ist das NEU??? Natürlich nicht. Die angebliche Bankenkrise 2008 wurde dadurch ausgelöst, dass Fannie Mae/Mac viele Hypokredite an Kreditnehmer ausgegeben haben, die sie nicht zurückzahlen konnten. Diese faulen Kredite wurden in Pakete geschnürt, bei denen man von aussen nicht sehen durfte was drin ist, und an andere Investoren verkauft. Auf diese Weise wurde das ganze Geldsystem vorsätzlich zerstört, um es dann von den Steuerzahlern mit echtem Geld retten zu lassen. Und jetzt giben die Zentralbanken dieser Welt ganz offen zu, eine nächste Runde der genau gleichen Zerstörung wieder zu starten. Sind diese Leute wahnsinnig, inkompetent oder böse? Nein, nichts von alldem. Diese Menschen sind sehr pragmatisch und auch nicht böse; weil sie wissen wieso das System dieses Verhalten notwendig macht. Der Kapitalismus braucht inzwischen, in seiner Spätphase angelangt, den Zugriff auf alles noch im System vorhandene Geld der Bürger. Die Zinsforderungen des akkumulierten Kapitals sind inzwischen soweit explodiert, dass die Ausbeutung im Produktionsprozess trotz ständig steigender Produktivität und Brutalität gegen Mensch und Natur nicht mehr ausreicht, um dem Kapitalismus als bedeutendstes Mittel zum Zweck, Erfüllung der Zinsforderungen, zu dienen. Der Kapitalismus hat keinerlei direktes Interesse an einer Bedürfnisbefriedigung durch Warenproduktion, er hat kein Interesse an Menschen und ihrem Wohlergehen, er hat noch nichtmal ein direktes Interesse daran, dass die Produktionsmittel in Privateigentum sind! Der Kapitalismus hat nur ein Interesse: Die steigenden Zinsforderungen des akkumulierten Kapitals irgendwie zu erfüllen. Alles, bis hin zur Privateigentümerschaft der Produktionsmittel, ist dem Kapitalismus nur Mittel zum Zweck. Da nun aber die Anforderungen an den Kapitalismus explodieren, und zwar mit der Rate einer Verdoppelung etwa alle 10 Jahre, muss der Kapitalismus auch die Mittel und Wege anpassen, mit denen er die explodierenden Forderungen an ihn erfüllt.

      Freundliche Grüsse

  7. „Jesus sprach: Lasset sie fahren!

    Sie sind blinde Blindenleiter.

    Wenn aber ein Blinder den andern leitet,
    so fallen sie beide in die Grube.“

    Matthäus 15, 14

  8. Die EZB finanziert mit ihrer Nullzinspolitik die
    maroden Länder in Europa auf Kosten der Sparer.
    Jetzt hat sich die Rettungspolitik durch Frau
    Merkel erübrigt. Solche Zocker wie Herrn Mettler
    sollte man vergessen und abschreiben.

  9. Bravo, Herr Mettler!
    Sorgen Sie sich nicht über die vorhersehbaren bösartigen Kommentare. Unangenehme Wahrheiten kommen nie so sofort gut an. Sie stellen die richtigen Fragen und irgendwann werden die Menschen auch die richtigen Antworten akzeptieren.

    • @Urs Abderhalden

      Sie laufen einem Feindbild hinterher und verstricken sich dadurch trotz guter Ansätze in Widersprüche. Machen Sie sich schlau und fordern Sie, dass sich die SNB oder die EZB einfach an die Gesetze hält ohne Ideologie.

  10. Es ist nicht lange her, haben viele in der Zinsknechtschaft und den langfristigen Folgen des Zinseszinseffekts das Übel aller Dinge gesehen.
    Nun sind wir also in der Verwirklichung der Freiwirtschaftslehre (siehe Silvio Gesell, WIR-Bank etc.) angelangt und sollten uns langsam Gedanken machen, wie wir mit dem „Freigeld“ – ob nun temporär oder langfristig – möglichst sorgsam umgehen.
    Überall betreten wir Neuland: Überalterung, Überbevölkerung, Abstieg Europas in der Welt, Säkularisierung in den christlichen und das Gegenteil hievon in den muslimischen Ländern (und die Klimafrage will ich gar nicht erst bemühen).
    Wenn in einer solchen Kommentarspalte jedoch bereits das Bashing etwas Andersdenkender vorherrscht, sehe ich die Chancen konstruktiver Lösungen rapide schwinden.
    „Macht den Zaun nicht zu weit“ ist man mit Bruder Klaus versucht zu sagen. Fröhliche Weihnachten – Ihnen allen.

  11. Sehr geehrter Herr Mettler

    Ich habe nun in einer ruhigen Minute über das Konzept des Zinses und ihren Artikel nachgedacht und habe mir dazu folgende Überlegungen gemacht:
    • Es gibt kein Menschenrecht auf Zins aber auch ohne Zins gab es in der Vergangenheit jeweils andere Gegenleistungen z.B. für einen Kredit.
    • Wenn ich mir eine Welt ohne Zins vorstelle, gibt es in dieser Welt auch keinen Platz für Negativzins und die SNB würde ein wichtiges Instrument ihrer Geldpolitik verlieren.
    • Die Zentralbanken haben die relativ tiefe Nachfrage nach Kapital ja mit der Geldschwemme selbst geschaffen. Im Vergleich zur ursprünglichen Nachfrage nach Kapital wird nun viel mehr Kapital angeboten. Im Gegensatz zu Zentralbanken können private Haushalte übrigens nicht Geld aus dem Nichts schaffen und spielen eine eher untergeordnete Rolle.
    • Die grossen Beträge der Geldschwemme liegen bei Unternehmen und Geschäftsbanken und nicht bei den privaten Haushalten. Die Zentralbanken sollten sich fragen, weshalb die Unternehmen und Geschäftsbanken das Kapital nicht in die reale Wirtschaft investieren.
    • Wahrscheinlich fehlen den Unternehmen und Geschäftsbanken das Vertrauen in das Wirtschaftssystem. Die Geldschwemme, die Negativzinsen und Zombie-Unternehmen sind Signale für einen Krisenmodus und für das Vertrauen in das Wirtschaftssystem nicht förderlich.

    Ich wünsche Ihnen entspannte Weihnachten und freue mich über Ihre weiterführenden Überlegungen.

    Freundliche Grüsse

    Ihr Rechner

    • Sehr geehrter Rechner,

      Gute Argumente und spannende Gedanken. In der Tat gab es in der Vergangenheit auch ohne Zinsen Gegenleistungen für Kredite. So war ja das Abliefern des „Zehnten“ an den Vogt als Kompensation für das Nutzungsrecht des Landes für Bauern üblich. Und in einer Welt ohne Zins kann es richtigerweise auch keinen Negativzins geben. Das führt zur naheliegenden Frage, wozu es überhaupt Zentralbanken braucht.

      Vor einigen Monaten habe ich eine Erzählung geschrieben: 2084. Es ist eine Neuinterpretation von George Orwells 1984. In der Welt, wie ich sie in dieser eher dystopischen Geschichte male, gibt es keine Regierungen mehr, nur noch 10 Firmen beherrschen die Erde (für jeden Hauptsektor eine).

      Wie ich mir die Wirtschaft in 65 Jahren vorstelle, habe ich aufgrund der Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte extrapoliert. Weshalb braucht es noch tausende von Finanzinstituten? Ein einziges globales genügt. Weshalb sollte es noch hundert verschiedene Währungen geben? Eine weltweite Einheitswährung ist viel effizienter, konzipiert als Vollgeld. Doch was passiert mit all den Menschen, wenn die gesamte Wirtschaft optimiert und total effizient geworden ist? Das beantworte ich dann im Schlussteil meiner Erzählung.

      Wenn Sie mögen, sende ich Ihnen gerne ein Exemplar.

    • Herr Mettler

      Stellen Sie doch bitte den Link hier zur Verfügung für ein ePub file.
      Ich bin daran interessiert. Denn die Vision welche Sie beschreiben, ist meiner Ansicht nach keine Vision, sondern eine plausible die Zukunft.

      Negativzinsen sind Enteignung des Volkes. Die Multimilliardäre werden dadurch noch reicher. 2084 wird entweder von einigen Firmen und Multimilliardären beherrscht oder die Multimilliardäre und deren Elite wurden vom Volk ermordet. Ich hoffe ehrlich auf letzteres. Die erste Variante ist zurück zur Sklaverei von vor 1000 Jahren und bedeutet reinen Rückschritt der Menscheit.

      Wenns gut kommt haben wir uns sowieso vorher selbst gegenseitig erledigt. Alber Einsteins Vision vom 4ten Weltkrieg mit Stock und Stein wird real.

    • Sehr geehrter Herr Mettler

      Das klingt nach einer spannenden Erzählung. Gerne können Sie mir die PDF-Version senden an rechner.ip@yahoo.com

      Wenn Sie schon nicht öffentlich dazu Stellung nehmen wollen, dass wohl nicht die privaten Haushalte sondern die Notenbanken selbst die Geldschwemme verursacht haben, können Sie mir Ihre Meinung dazu auch gerne via Email senden.

      Falls Sie Lust haben, können Sie mir via Email auch erklären, weshalb Ihrer Meinung nach die Negativzinsen die Geldschwemme reduzieren sollten, obwohl dies in der Praxis in den letzten Jahren nicht passiert ist. Sie können mir auch erklären, warum es langfristig nicht besser wäre, die Geldmenge langsam zu reduzieren und die Zinsen langsam zu erhöhen, um das essentielle Vertrauen in das Wirtschaftssystem wieder herzustellen und ein Japan-Szenario zu verhindern.

      Freundliche Grüsse

      Ihr Rechner

  12. Mit Nullzinsgeld kann man in überschuldeten Staaten vorläufig den status quo aufrecht erhalten und veraltete Industrien subventionieren zu Lasten aller Sparer und Kapitalbesitzer.

    Mittelfristig bringt es eine Volkswirtschaft jedoch nicht voran.

    Musterbeispiel Japan seit nun 30 Jahren!

  13. Eine Anhäufung von selektiven Wahrnehmungen, liebenswürdig beschriebenen kleinen Frechheiten, welche, pseudounterlegt mit Geschichte, im Zynismus enden. Ultra-lockere Geldpolitik vs. demografische Entwicklung? Echt zynisch sowas.
    Beispiel Realzinsen: https://www.tagesgeldvergleich.net/zinsradar/deutschland.html#historisch
    Man beachte die Entwicklung seit der durch die Banken verursachten Finanzkrise, welche zur riesigen Staatsverschuldung führte.
    „Negativzins“ ist schlicht Enteignung, auch wenn ab und zu bestritten wird, dass eine Forderung nicht enteignet werden könne.
    Uebrigens: „Negativzinsen“ existieren weder ökonomisch noch juristisch. Das Kind ist klarer benamst mit „Bankensteuer“ oder „Abgabe zur Erhaltung des maroden Finanzsystems“, oder gar „Solidaritätssteuer“? Tja, ziemlich pervers, wenn man an die Boni denkt. Fiat-Geld ist die Pervertierung einer an sich guten Sache.

  14. Dann legen wir doch zu Herrn Mettlers Argumentation noch eine Schippe nach. Wer sagt denn, dass ich für mein „Geld“ bei der Bank einen positiven Zins erhalten muss? Unsere Ökonomen, denn ansonsten brechen deren Modelle allesamt zusammen.

    Werden aber von der Wirtschaft keine Kredite mehr benötigt, da bereits ein Zustand der Übersättigung vorhanden ist, was dann? Dann muss ich wohl der Bank einen Obolus für die Aufbewahrung meines „Geldes“ entrichten. Das hier auf IP kaum ein Leser dieser Vorstellung folgen kann ist mir bewusst. Schließlich sind negative Zinsen doch Diebstahl an den Bankkunden?

    LG
    Rudi Müller

  15. Interessante historische Ausführungen einleitend.

    Den Grund für die Negativzinsen aber darin zu sehen, daß keine Leute mehr Kapital nachfragen?

    Zitat: „Die Hypothese für diese Annahme ist, daß es eine entsprechend große Nachfrage für dieses Kapital gibt.“

    Es gibt doch genügend Nachfrage nach Kapital, wie die zahlreich emporschießenden Bank-Alternativen-Portale wie Bondora etc. zeigen.

    Banken geben kein Geld mehr, weil es sich nicht lohnt wegen der niedrigen Zinseinnahmen.

    Nur Großspekulanten erhalten noch Geld.

    Sie kaufen ganze Industriezweige auf mit dem billigen Geld.

  16. Danke für die warmen Worte, gelobt sei der Herr, der alleinseeligmachende Markt. Sie haben seine Gesetze ordentlich nachgebetet. Angebot und Nachfrage. Auch die Zinsgesetze der Gelehrten kennen Sie gut. Sein Reich komme: denn den Markt, an den Sie glauben, den gibt es auf Erden noch nicht. Wir haben es mit einem „Markt“ zu tun, wo einige nach Lust und Laune Papier bedrucken und kleine Unternehmer und Arbeitende „müssen“ mit wechselnder Begründung – negativen oder positiven – Zins zahlen. Das Mittelalter, wo es um die Stabilisierung von Herrschaftsverhältnisse im mißbrauchten Namen des Herrn ging, ist nah.

  17. Welch eine Rechtfertigung…
    Es ziehlt doch bloss alles darauf ab, den kleinen Fischen weniger zu bezahlen, das die Dicken noch dicker werden, denn die ‚Dicken‘ kratzt es eh nicht mit ihren Bonus…
    Sollte sich mal jeder selber überlegen, was er tun könnte. Frohe Festtage

  18. dear Mr. Jürg Mettler und IP-Team
    Was für eine geschichtsträchtige Analyse rundum Geld, Kapital und Zinsen! Dafür bin ich Ihnen dankbar, wie auch dem IP-Team.
    Gespannt und manchmal angespannt, schaue ich dem kommenden Finanz-Zirkus entgegen. Es lässt nichts Gutes erahnen und deshalb ist es tatsächlich ratsamer dem Motto: „Cash is King“ zu folgen, dies auch wenn es 0% dafür gibt. Besser so, als mit der sich „irgendwann in naher Zukunft“ anbahnenden grossen Korrektur grössere, wenn nicht sogar vernichtenden Verlusten die Wunden zu lecken.
    Frohe Weihnachten und ein ein gutes Neues Jahr wünschend !

  19. Wenn wir sehen, wie einerseits der Klimawandel (den es immer gab) als Notstand ausgerufen und andererseits die ganze Schuldenwirtschaft verniedlicht wird, kann man nur zum Schluss kommen, dass die grösste Bedrohung der Menschheit die Verblödung ist. Die Wissenschaft und der gesunde Menschenverstand, soweit er noch als gesund zu erkennen ist, können nicht irren: Die Verblödung ist menschen gemacht!

  20. Das Problem der wirtschaftlich stagnierenden und überalterten westlichen Industriestaaten ist die hohe unproduktive Kapitalnachfrage nach Sozialleistungen, Krankenversicherung und Renten, die der Staat nicht mehr allein durch Steuern finanzieren kann.

    Dieses Kapital drucken sich solche Staaten selbst durch die Notenbank.

    Musterbeispiel Japan!

  21. Die „immer tiefere Nachfrage nach Kapital“ ist also die Ursache für tiefe Zinsen. Nein. Das immer grössere Angebot an Kapital ist die Ursache. Und das geht auf die Geldausweitung durch die Politik / Zentralbanken zurück. Zack sind die Bemühungen und Konsumentsagungen des Sparers ad absurdum geführt. Im Dienste der stets leichteren Staatsverschuldung durch aktionistische Politiker und – im Falle der Schweiz – eines auf Dauer aussichtslosen Währungskriegs.

    Und jetzt kommen Sie, Herr Mettler, und sprechen Ihren Segen dazu. How dare you?

  22. Dinge machen keinen Sinn, Dinge ergeben Sinn.

    Der Rest ist ähnlich falsch gedacht.

    Mir fiel schon öfter auf, dass der Autor im klassischen Atlantikbrückedenken verhaftet ist. Deswegen übernimmt er auch diesen englischen Ansatz, dass Dinge sind machen könnten, wenn man nur lange genug Gedanken in es stecken würde.

  23. Geschätzter Herr Mettler

    Ein spannendes Thema haben Sie hier angepackt. Für Ihr Engagement vorab vielen Dank.

    Eine alternde Bevölkerung dürfte mehr sparen (entspart wird erst nach der Pensionierung) und risikoaverser sein (die Zeit nochmals von vorn zu beginnen fehlt, also werden beispielsweise keine unternehmerischen Risiken eingegangen). Weiter scheint Unternehmertum im aktuellen Zeitgeist nicht hoch im Kurs zu sein. Soweit ist Ihre Argumentation schlüssig und die niedrigen Zinsen nachvollziehbar.

    Die Negativzinsen und die Geldschwemme der Notenbanken sind der von Beginn weg zum Scheitern verurteilte Versuch Konjunkturzyklen wegzuglätten, Rezessionen zu vermeiden und nun, im Finale, die Nationalstaaten zu retten, welche über Umwege auf den Schulden der Fehlinvestitionen sitzen geblieben sind. Resultat ist wohl zwingend eine kommende Finanzkrise, mit starker Inflation und/oder Währungszusammenbrüchen.

    Die kommende Finanzkrise ist das schmerzliche, jedoch notwendige und reinigende Gewitter (Schuldner mit Fehlinvestitionen, unrentable Unternehmen etc. werden untergehen und neue, bessere Marktteilnehmer erhalten eine Chance).

    Unsere Regierung und unsere Nationalbank sollten sich so positionieren, dass die Schweiz mit guten Voraussetzungen in die Nachkrisenzeit starten kann.

    Was meinen Sie zu dieser Auslegeordnung ?

    • Die SNB ist gar nicht schlecht aufgestellt für das von Ihnen beschriebene RESET-Szenario. Immerhin ist sie grösster Einzelaktionär des Banknotendruckers Orell Füssli. Wenn dann die neuen Noten gedruckt werden müssen, wird Orell Füssli von Aufträgen überflutet werden.

    • Sozialdetektiv: Orpnie verstanden….Zynismus?
      OF: Sofern das Papier hält, was es verspricht.

  24. @Jürg Mettler

    Sie erwähnen nicht, dass der Kapitalismus inzwischen weit mehr Geld als selbst im Rahmen der Globalisierung durch die Ausbeutung der Arbeitskraft von Menschen erwirtschaftet werden kann braucht. Der Kapitalismus braucht inzwischen, in seiner Spätphase angelangt, den Zugriff auf alles noch im System vorhandene Geld der Bürger. Die Zinsforderungen des akkumulierten Kapitals sind inzwischen soweit explodiert, dass die Ausbeutung im Produktionsprozess trotz ständig steigender Produktivität und Brutalität gegen Mensch und Natur nicht mehr ausreicht, um dem Kapitalismus als bedeutendstes Mittel zum Zweck, Erfüllung der Zinsforderungen, zu dienen. Die nächste „Bankenkrise“ wird als Ausrede für das Retten systemischer Finanzstrukturen mit dem Geld der Bürger benutzt werden – und sie wir kommen! Die Evolution hat uns nun halt mal nicht für das intuitive Erfassen exponentieller Steigerungen ausgestattet. Leider kümmern sich exponentielle Steigerungen nicht darum. Die Verdoppelung der Geldmenge M1 alle 10 Jahre und damit mit der Steigerung des Nachdrucks, mit dem das akkumulierte Kapital seine Verzinsung einfordert, ist einer von vielen Beweisen.

    Frohe Weihnachten.

  25. Jetzt vollständiger Text:-)

    Das stimmt alles! Sehr schön und wohltuend unakademisch gschildert! Danke.
    Was aber fehlt, ist die globale Verschuldung, und zwar von Staaten und Unternehmen – die Geldpolitik ist nicht mehr unabhängig und hat sich in den Dienst der Schuldenmacher gestellt. Sie managt die ganze Zinskurve. Deutschland muss negative Zinsen haben, wenn Draghi den 10Y-Zins von Italien auf 1% runterpusht, per i suoi fratelli! Der einzige Anker ist noch die FED, ironischerweise. BOJ und die EZB haben ihre Unschuld längst verloren – die SNB überzieht ihr Mandat.
    Die Welt braucht eine grosse Inflation – der einzige Ausweg aus den Schulden. Der ist der Masterplan – und glauben Sie mir: die Geld- und Fiskalpolitik wird alles tun, um ihn umzusetzen – and believe me: it will be enough…;-)
    Frohe Weihnachten!

  26. Das stimmt alles! Sehr schön und wohltuend unakademisch gschildert! Danke.
    Was aber fehlt, ist die globale Verschuldung, und zwar von Staaten und

    Das stimmt alles! Sehr schön und wohltuend unakademisch gschildert! Danke.
    Was aber fehlt, ist die globale Verschuldung, und zwar von Staaten und Unternehmen – die Geldpolitik ist nicht mehr unabhängig und hat sich in den Dienst der Schuldenmacher gestellt. Sie managt die ganze Zinskurve. D muss negative Zinsen haben, wenn Draghi den 10Y-Zins von Italien auf 1% runterpusht, per i suoi fratelli! Das ganze w ironischerweise, die FED. BOJ und die EZB haben ihre Unschuld längst verloren – die SNB überzieht ihr Mandat.
    Die Welt braucht eine grosse Inflation – der einzige Ausweg aus den Schulden. Der ist der Masterplan – und glauben Sie mir: die Geld- und Fiskalpolitik wird alles tun, um ihn umzusetzen – and believe me: it will be enough…;-)
    Frohe Weihnachten!

  27. Ja, ja Herr Mettler, entweder Sie wissen es nicht besser oder Sie plappern einfach nach, was die SNB von sich gibt. Die Geldschwemme ist Faktoren bedeutender als das etwas gesteigerte Sparaufkommen! Speziell wenn die Wirtschaft nicht mehr ganz soviel Kapital nachfragt.

  28. Eins darf nicht vergessen werden: Wenn die Zentralbanken den freien Markt spielen lassen würden, gäbe es keine Negativzinsen. Mit welchem Recht manipulieren sie den Markt? Es ist Diebstahl – nichts weiter…

  29. Noch immer wurde nicht erklärt, weshalb wir mit negativen Zinsen leben müssen.

    Weshalb müssen uns die Banken beklauen? Gibt es wirklich bald keine Währung mehr, wo man einfach sein Geld deponieren kann?

    Und seltsamerweise sind Rettungen von Banken und bankrotten Staaten zu einem Evergreen der „Investitionen“ geworden.

    • Ganz so schlimm ist es dann doch noch nicht. Wenn Sie nicht wählerisch sind, erhalten Sie auf der überwiegenden Mehrzahl der Währungen weltweit noch Zins. Teilweise sogar sehr hohe Zinsen. Selbst der USD ist deutlich positiv verzinst. Klar, man handelt sich dann ein paar andere Probleme ein, aber wenn man nur auf Zinse achtet, gibt es schon Alternativen

  30. Bedauerlicher Artikel, der von diversesten falschen angeblichen Facts ausgeht. Zum Glück lesen das am 24.12. nicht viele und somit wird manchem Leser Weihnachten nicht verdorben. Quatsch pur.

  31. Letztlich ist der ganze Mechanismus eine Allgemeinsache.
    Wer sein Geld in welcher Vorm auch immer zur verfügung stellt leistet, einen Beitrag zum Gemeinwohl.Grosse Dinge sei es Infrastruktur oder Produktionsanlagen lassen sich nur mit zusammenlegen der Recorsen Realisieren.
    Das letztlich entscheidende kommt in aller Regel viel zu kurz in der Wahrnehmung und im agiere.
    Von Kindsbeinen lernen und bekommen wir das Monetäre Denken faktisch in die Wiege gelegt.Wir denken geht ja nicht anders, überwiegend in Geldeinheiten.
    Damit wird vor allem in unserer hoch arbeitsteiligen Welt das Grundlegende kaum noch wahrgenommen und von innzwischen viel zu vielen nicht mehr geschnallt.
    Das alles entscheidende ist das Realwirtschaftliche,
    genau hier läuft und entscheidet sich was am Ende herauskommt, Geld und Kapital sind lediglich begleitende Hilfsmittel-Faktoren.
    In der ganzen Wirtschaftslehre und Vorschung sollte längst die Gewichtung, wieder deutlich ,,Bodenständiger ,, werden. Unser Wohlergehen hängst letztlich nich am Geld, sondern an den Früchten, realer Leistung und Wertschöpfung.
    Man kann die Sache rational nüchtern oder ideologisch angehen. Geld ist weder gut noch schlecht,sondern ein notwendiges Hilfsmittel das die Arbeitsteilung erst rational und effizient möglich macht.
    Jegliche Verideologiesierung und anderes in das Medium
    Geld hineininterpretieren, ist und bleibt letztlich kontraproduktiev, bis schlicht irrational schwachsinnig.

  32. Die sog. Teuerung ist ein theoretischer Wert eines Warenkorbes. Positiv Zinsen sind real und ich kann mir damit etwas kaufen, mit negativ Zinsen nichts. Zudem gab es in den 70er und 80er Jahren massive Lohnsteigerungen. Mein Lohn war 10 Jahre nach der Lehre um das 3.5 fache gestiegen und real blieb da ganz viel übrig auch nach Berücksichtigung der gestiegenen Kosten. Zudem haben Negativzinsen noch ein weiteres Manko, ein psychologisches. Wie will man jungen zum Menschen anregen, wenn sie beipielsweise in ihrem Berufsleben eine Million einzahlen und beim Uebergang ins Rentenalter noch 800’000 auf dem Konto haben.

  33. Werter Herr Mettler
    Was im übrigen heutzutage auch niemand mehr braucht sind Devisenhändler. Das machen heute Apps und die ziehen den Kunden genauso gekonnt über den Tisch wie ihre Gilde das seit jeher macht.
    Frohe Weihnachten
    Christ Kind

    • Was es auch nicht mehr braucht, sind Bänker.

      Bänker, die bis heute noch nicht kapiert haben, daß in Zeiten des Internets Überweisungen sofort gutgeschrieben werden müßten.

      Zahlreiche Firmen, die das erkannt haben wie Paypal mit seinen horrenden Gebühren von 3,5% (zzgl. noch einer Fixgebühr), können Kunden abziehen einzig mit dem Geschäftsmodell, Zahlungen sofort auszuführen und gutzuschreiben, anstatt wie es die innovationslosen Bänker mit ihren althergebrachten Banken tun und das Geld 1 Tag zurückbehalten.

    • @Remo: Mir hat heute Morgen (08.30 Uhr) jemand Geld überwiesen. Ist gutgeschrieben (10.35 Uhr)!! Ebenso ist meine Ueberweisung von heute Morgen auch schon bei meinem Kollegen auf der UBS gutgeschrieben. Ich bin Raiffeisenkunde. Sehe das Problem nicht und auch nicht die Notwendigkeit, 3.5% Gebühren dafür zu bezahlen…

    • @ Bänkster:

      PostFinance macht das nicht.
      Sogar wenn man 1 Sekunde nach Mitternacht eine Überweisung eingibt, wird sie über 24 Stunden absichtlich zurückbehalten.

      Ansonsten sehr aufschlußreich, danke für den Hinweis.

      Spricht für die Raiffeisen.
      Oder für die Bank, von der das Geld kam.
      Oder für beide Banken.

      Anders aber für Überweisungen nach Deutschland, Luxemburg und anderer SEPA-Raum:
      Dort dauert es oft 3 Tage, bis Geld gutgeschrieben bei einigen Banken wie z. B. der Norisbank (der „Verbraucher“-Bank).

      Dort dauert eine Überweisung von Zürich als München länger als im Mittelalter mit dem Postreiter eine Zahlung dauerte (besonders wenn man bei der PostFinance ist).

  34. Nicht viel verstanden, oder? Das Geld erwirtschaftet nur aus einem Grund keine Zinsen mehr, weil die Banken sich keine Kredite mehr geben, weil sie Angst haben vor Verlusten. Deshalb schwemmen die Notenbanken der grossen Nationen die Märkte mit Geld, damit die Anleihen welche die selben Nationen auf Ihre Staatsverschuldung ausgeben überhaupt noch gekauft werden, weil weder Banken noch Private Staatsanleihen von Griechenland, Italien oder den USA kaufen wollen. Durch diese Schwemme wird aber das privat gehaltene Geld „wertlos“ im Markt, da selbst hochriskante Anlagen fast gratis via Notenbanken finanziert werden. Hochriskant? Ja, die USA sind längst zahlungsunfähig und müssten entsprechend mind. ein C Rating haben. Griechenland übrigens müsste klar D geratet sein (Schuldenerlass, Basel II). Es ist nicht so dass das Geld einfach so nicht mehr gegen positive Zinsen angelegt werden könnte, nein, es findet eine aktive Umschuldung statt, nach dem Motto: Wenn Ihr schon kein Geld in eure eigenen Märkte/ Länder investieren wollt, dann werten wir Euer Geld einfach ab (und wir Notenbanken finanzieren uns so dann die hochriskanten Stützkäufe). Das hat nichts mit digitalisierung zu tun, das ist alles auf die Überschuldung der Staaten und dem damit einhergehende Misstrauen in die entsprechenden Märkte zurückzuführen.

    • In was bitte soll denn das Kapital noch investieren – realwirtschaftlich (inkl. Schaffung vieler Arbeitsplätze) mein ich und nicht spekulativ um die Assetblasen noch weiter aufzuheizen?
      Die Werkbank der Welt hat sich v.a. nach Asien verschoben, der Markt offeriert Konsumgüter in noch nie dagewesener Abundanz, wirklich bahnbrechende Innovationen von grosser Signifikanz und vor allem Wirtschaftsvolumen sind auch keine in Sicht.
      Neben dem Ueberschuldungsproblem, welches durch die Zentralbankenpolitik auf die Zinsen drückt, ist es schlichtweg auch der Umstand, dass immer mehr Wirtschaftszweige so optimiert werden oder wurden, dass sie immer weniger Kapital und auch Arbeitskräfte brauchen.
      Seit dem Jahr 2000 wurde weltweit übrigens rund 280 Bio $ in Fixed Capital Assets investiert (Infrastruktur, Real Estate, Produktionsmittel), die dürften auch nach Abschreibungen immer noch um die 160 Bio wert sein, also unter dem Strich in etwa soviel wie die Gesamtsschulden weltweit gestiegen sind von rund 90 Bio $ auf 250 Bio $ aktuell.
      Vor allem in China ging da viel, die haben jetzt eine vergleichsweise topmoderne Infrastruktur.
      Weitere Negativzinsen werden die Wirtschaft nicht ankurbeln, wenn bei 0% nicht mehr viel geht, dann wird das auch bei -5% nicht sehr viel anders sein.
      Aber in Europa könnte man noch einiges an Infrastruktur wieder aufpimpen, nur leider müsste das wieder grösstenteils die öffentliche Hand finanzieren und das ginge dann wieder nur über weitere Schuldenaufnahme.
      Auch die ganze Klimaproblematik und die Transformation hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung wäre ein Jahrhundertprojekt, nur wer würde und will das alles finanzieren?

  35. „Wir sparen zu viel.“ Unsinn, die meisten von „uns“ haben gar keine Ersparnisse, sondern Kredit- bzw. Hyposchulden. Weil das Geld so billig ist, steigt die Verschuldung. Schlecht- und durchschnittlich Verdienende (80% der Erwerbstätigen) können gar nicht sparen, weil der Lohn seit der PFZ stagniert, die Abgaben auf dem Lohn (wegen STAF, bald auch Papi-Urlaub) jedoch laufend steigen (was auch ein Grund ist, dass die Arbeitgeber keine Lohnerhöhungen gewähren). Da zusätzlich die KK-Prämien jedes Jahr steigen, ist die Behauptung falsch, es gebe keine Inflation. – Der Grund für Negativ- und Nullzinsen ist einzig die Schwächung des Frankens gegenüber dem Euro und somit eine Subventionierung der Exportwirtschaft inkl. Tourismus. Als ob es das bräuchte. Denn dadurch wird die Einwanderung noch verstärkt.

  36. Sehr geehrter Herr Mettler
    Ein bunter Mix von „ernst gemeinten“(?) Aussagen in Ihrem Artikel. So z.B. „die Leute sparen zu viel, fürs Alter“. Das ist die Ursache der geringen Kreditnachfrage und der Geldschwemme, zu der „auch ein wenig“ die Zentralbanken beitragen…. und
    „die Sparer wollen Zinsen für das Risiko dass sie tragen, den Heute total maroden Banken Geld zu leihen.“
    Natürlich gehört der Zins und Zinseszins abgeschafft. Eine Langzeitwaffe gegen die Menschen! Aber aus welchem Beweggrund vergessen Sie dabei die Banken, die Zinsen verlangen auf Geldern, die sie durch eintippen im PC erschaffen? Und wer sorgt dafür, dass die Geldschwemme nicht mehr oder kaum, in der Realwirtschaft ankommt? Unternehmerisches Risiko ist bei Banken nicht gewünscht. Das Finanzkasino ist viel lustiger. Zudem müssten realwirtschaftliche Kredite ja mit Geldern hinterlegt werden, die in Banken kaum mehr zu finden sind.
    Was vielen nicht bewusst ist, ist dass in Banken kaum noch echte Liquidität zu finden ist.
    Entschuldigen Sie bitte, aber ich werden den Eindruck nicht los, dass Sie die Menschen mit diesem Artikel verhöhnen.

  37. Endlich einmal eine objektive Darstellung. Auf den Realzins kommt es an und auf die Rendite mit einem ausgewogenen Anlagekonzept. Und die Pensionskassen werden dieses Jahr ,wenn sie gut ,aber trotzdem mit kleinem Risiko angelegt haben, eine Rendite von über 5 % , wohl eher bei 10 % haben.
    Und die Rentner kommen wegen der Nicht-Teuerung ( ausser Krankenkassenprämien)fast ohne Kaufkraftverlust weg

    • An Höbele. Glauben Sie doch nicht so obrigkeitshörig an die offiziellen Teuerungsraten, die man dem naiven Volk vortäuscht. Die inoffizielle Teuerung ist viel höher, Stichwort immer wie deutlich höhere Abgaben, Gebühren, Steuern, Lebensmittel usw. sowie natürlich Krankenkassenprämien, die in der Teuerungsrate nicht enthalten sind. Wenn die Arbeitnehmer die inoffizielle Rate kennen würden, gäbe es ein Aufschrei bei so für die meisten Leute mickrigen Lohnerhöhungen. Die offizielle, klar zu niedrig publizierte Teuerungsrate ist somit im Sinne der Arbeitgeber.

  38. Wer sind „wir“ die „zu viel“ sparen, bitte?

    Wieviel haben Sie gespart, Herr Mettler? Darf ich Ihnen beim ausgeben helfen, ich habe sehr viele Ideen!

    Das Gelddrucken der ZBs werde ich nicht mal nenne?

  39. Wer sein Geld in seriöse Schweizer Aktien investiert, hat keine Probleme und verdient gut. Ich meine nicht Fonds und CS Aktien, dort verdienen nur die unfähigen, arroganten TT und UR.

    • Um in die seriöse Schweizer Aktien investieren und davon gut verdienen (ich meine in absoluten Zahlen, nicht prozentual gesehen) braucht viel Kapital. Wie alle andere seriöse Anlagen. Darum werden reiche immer reicher, auch (und speziell) wenn alles den Bach hinunter geht.
      So, Sie haben Kapital. Gut für Sie. Andere (die meisten) haben es nicht.

  40. Sie können es so schön umschreiben wie Sie wollen doch hat nicht das Sparkapital ohne Idee die Zinssenkungen ausgelöst, sondern die vermeintlich weltrettende Geldschwemne. Als Folge gab es bewusst zu viel Kapital, ganz im Sinne der Anleger und verschuldeten Staaten. Überdies gratis und ohne Gegenwert, wie der europäische Raum ganz besonders krass bestätigt. Und NUN kam das Sparen der Bürger die man eben doch nicht für dumm verkaufen kann und die Ideenlosigkeit ob der Masse an Geld seitens Anleger. Alles gewollt und mit kalkulierter Absicht. Wie gesagt, Sie können alles schönreden doch scheint mir hier einma mehr ein Fall von Den-Tatsachen-nicht-in-Augen-sehen-wollen naheliegender.

  41. Ziemlicher Humburg, die Länge hat dem Artikel nicht gut getan, auch der Rückgriff auf die Bibel nicht. Die Frage ist nicht, ob bzw. wie hoch der Zins sein soll. Es geht vielmehr um eine künstliche Fehlsteuerung der Märkte durch die Notenbanken, die zu verkorksten Märkten und Fehlallokationen mit entsprechenden Wertvernichtungen führt. Einzig um den immer notwendigen Reformprozess aufzuhalten und den Politikern zu ermöglichen, in alter Form weiterzutanzen ohne Konsequenzen für ihr (Nichts-)Tun. Nur lässt sich das nicht auf ewig aufhalten. Man fällt über Zeit fürchterlich zurück, und der Reformstau schwappt mit einer riesigen Welle über. Das wird dann hart, die Eingriffe in die Freiheit des Bürgers sind absehbar, das Gejammer dann zu spät. Die Rechnung werden aber nicht die bezahlen, die heute dafür verantwortlich sind.

  42. Sehr schöne originelle Perspektive und Analyse, das gefällt mir. Kurz vor Beginn eines neuen Jahrzehnts. Jetzt kommen die Zwanziger Jahre – vor hundert Jahren waren das die „roaring twenties“ oder auch die „années folles“. Mal sehen wo es uns hinführt. Ein Freund hat mir ein “eruptives” Jahr 2020 gewünscht. Es wir auf jeden Fall disruptiv bleiben. Cheers

  43. Absurd Argumentation!
    Wenn die Nachfrage nach Kapital zu tief wäre, dann muss die SNB definitiv nicht noch mehr Kapital innuendo kaputten Markt drücken.

  44. Die ausgeweiteten Notenbankbilanzen – viele Billionen Euro, US – Dollar bzw. Yen – ist die von den Zentralbanken „weggekaufte“ Kapitalnachfrage (hauptsächlich der Staaten):

    https://tagesgeld.info/statistiken/bilanzsummen-der-zentralbanken/

    Insofern ist es völliger Unsinn, wenn Zentralbankgouverneure von Ersparnisflut / saving glut oder tieferer Kapitalnachfrage sprechen.

    Was im Umkehrschluß nur zeigt, wie man von offizieller Seite belogen wird.

  45. Negativzinsen sind Enteignung. Punkt. Beschönigend könnte man sie höchstens als eine weitere Steuer bezeichnen, zusätzlich zur Vermögenssteuer. Ein Skandal. Der zeigt, wie tief die Schweiz bereits im wuchernden Sozialismus steckt.

  46. Wenn schon zuviel Geld von Privaten im System ist, wie Sie schreiben, warum nur pumpen die von Ihnen so gelobten Nationalbanken noch mehr rein? In der Zeit ohne Zinsen war Geld kein FIAT-Geld.

  47. Interessante Gedanken und ein spannender Ausflug in die Geschichte des Geldes.

    Aber fehlt in Ihren Ausführungen nicht etwas? Könnte es sein, dass etliche schlecht geführte Länder (und Firmen) mittlerweile so hohe Schuldenstände haben, dass nur die künstlich bzw. geldpolitisch herbei geführten Null- und Negativzinsen den Zusammenbruch unseres kreditbasierten Systems hinauszögern? Mathematisch unausweichlich, dass ein solches System zusammenbricht, wenn ich permanent höhere Schulden mache, diese also nie zurückzahle und darüber hinaus die Zinsen für diese Schulden auch permanent mit eben neuen Schulden finanziere. Zinseszinsformel, exponentielles Schuldenwachstum, wohl eine der stärksten aber am wenigsten verstandenen Kräfte des (Finanz-) Universums.

  48. Wolfgang Schäuble hat an die Deutschen appelliert, sich zugunsten des Klimaschutzes auf Abstriche in ihren Lebens- und Konsumgewohnheiten einzustellen.

    Derweil der Großteil der Weltbevölkerung das exakte Gegenteil anstrebt.

    Willkommen im Kontinent der unbegrenzten Zumutungen und Belastungen …

    • Tja, wer hätte gedacht, daß soviele Jahre nach dem 2. Weltkrieg der Morgenthau-Plan doch noch umgesetzt wird.

      Die Deindustrialisierung Deutschlands schreitet ja in einem atemberaubenden Tempo voran.

      Die Konkurrenz weltweit kann sich freuen über die politisch gewollte Deindustrialisierung.

      Und das Tempo beschleunigt sich, z. B. zuletzt durch politisch-ideologisch eingeführte Dieselverbot.

      Ein Zulieferer-Werk nach dem anderen schließt, Massenentlassungen in der ehemaligen Schlüsselindustrie Deutschlands.

      Wobei die Autoindustrie ja nur ein Beispiel ist.

  49. Zitat: Gemäss Statistik ist dies eindeutig im Gesundheitswesen der Fall (Ärzte, Pflegepersonal, Spitex), einer Branche, die wenig Kapital benötigt. Klar wird ab und an ein Spital gebaut. Dies wird jedoch meistens durch Steuergelder finanziert.

    Ich frage Sie, Herr Oberschlaumeier: Weshalb explodieren denn die Krankenkassen? Na klar, weil dort am wenigsten Kapital gebraucht wird!

    • Die Krankenkassen-Prämien explodieren wegen der Gier der Pharmaindustrie und der Ärzte.
      Wohl aus gutem Grunde.

      Es werden zuviele unnötige Behandlungen durchgeführt.
      Dies noch zudem zum Schaden der Gesundheit der Patienten oftmals. Selbst erlebt.

      2 Beispiele (von vielen weiteren):

      a)

      Wo man früher einfach einen Gips bekommen hatte und nur operiert wurde, wenn das Bein bei einem Beinbruch nicht von selbst richtig verheilt, wird heute gleich die große Kasse aufgemacht und operiert.

      b)

      Warum explodiert – um ein anderes Beispiel zu nennen? – die Zahl der Kaiserschnitte in der Schweiz?

      Weil so Kasse gemacht werden kann.

      Das Kantonsspital Graubünden etwa legt nicht einmal die Saläre der Leitung offen im Jahresbericht.

  50. Die Zinsen werden von den Notenbanken nach unten manipuliert, indem diese einen Großteil der Kapitalnachfrage in Form von Anleihenemissionen selbst aufkaufen.

    Überlegen Sie nur, wo die Zinsen in Japan oder den USA stünden, wenn die Notenbanken dort nicht einen Großteil der Staatsanleihen aufkaufen würden.

    Der Vergleich mit den sog. Realzinsen ist nicht zielführend, da der Warenkorb zur Inflationsmessung selbst hedonistisch manipuliert wird.

    Das sieht man momentan gut in der Schweiz mit offizieller Teuerung um Null, jedoch explodierenden Lebenshaltungskosten.

    Ferner sind Banken und Altersvorsorgeeinrichtungen auf positive Zinsen angewiesen, um notwendige Erträge generieren zu können.

    Letztlich hemmen Null- und Niedrigzinsen mittefristig die Wirtschaftsentwicklung und Prosperität einer Volkswirtschaft, wie es sich nun seit drei Dekaden in Japan beobachten läßt.

    Man konserviert längerfristig ungefähr das Wohlstandsniveau einer Gesellschaft zu Beginn des Nullzinszeitalters.

    Auch in der Schweiz ist dies sichtbar, die überwiegend klassische Industrien besitzt welche nur durch eine geschwächte Währung wettbewerbsfähig bleiben, derweil die global dominierenden Internet- und Technologiekonzerne nicht in der Schweiz zu finden sind:

    https://www.finanzen.ch/index/liste/spi

    Seien Sie ehrlich: wenn Sie für ihr Kapital zu parken, welches Sie üblicherweise in den Aktienmarkt investieren 2% oder 3% Zinsen wie früher erhalten könnten, würden Sie mehr und bedenkenloser konsumieren als heute mit der Bedrohung durch Negativzinsen.

    Ähnlich wie der Klimanotstand oder daß man Grenzen nicht schützen könnte ist die Nullzinsideologie ein weiteres Märchen der politischen Klasse, um gewissen Kreisen Subventionen zuzuschanzen und das dumme Volk ruhig zu stellen.

    In Europa geht es mit darum, die falsche und schädliche Einheitswährung Euro weiter am Leben zu erhalten.

    • An Unsere Arbeit dient dem Wohl der Menschen. Sehr bemerkenswerter Artikel von Ihnen. Bitte weiter so!

  51. Das Problem am Zins ist, dass man immer mehr Geld zurückzahlen muss, als man bekommen hat.

    Woher kommt dieses Geld?

    Es kommt von anderen, die sich ebenfalls Geld geliehen haben.

    usw. usf.

    Sofern die produzierten Werte mit dem ausgegebenen Geld übereinstimmen, scheint ein gewisses Gleichgewicht möglich.

    • In der Grundschule gelernt:

      Ich überlasse Ihnen mein Pferd, während ich auf eine Reise gehe. Ich zahle Ihnen die Unkosten dafür und noch etwas obendrauf fürs Beaufsichtigen. Sie müssen ja einen Stall haben, um das Pferd unterbringen zu können (also einen Safe oder eine EDV, um mein Geld hineinzutun). Wenn ich zurückkomme, ist das, was Sie mir zurückgeben, immer noch mein ganzes Pferd, und nicht eines ohne Beine. Ausserdem überlasse ich Ihnen das Pferd auch, damit SIE inzwischen IHRE Geschäfte mit diesem Pferd tätigen können, Sie sind nämlich z.B. Fuhrmann (oder ein Banker, der aus Geld angeblich gewinnbringende Geschäfte macht), dessen eigenes Pferd gerade lahmt, weshalb Sie meines für Ihre Arbeit nehmen. DAFÜR will ich Entgelt von Ihrem so erwirtschafteten Gewinn, und zwar eben in dem Umfang, dass ich am Ende zumindest mein Pferd GANZ und gesund zurückerhalte und nicht draufzahlen muss. Wir haben es hier also mit einem Gegengeschäft zu tun.

      Dasselbe sollte auch gelten, wenn ich Ihnen das Pferd für eine Gruppen-Pferdesport-Art (Fonds und andere Vehikel) ausleihe. An sich sollten Sie mir dann garantieren, dass wenn mein Pferd tot getrampelt wird, SIE MIR ein gleichwertiges wieder hinstellen auf Ihr Risiko, denn SIE wählen ja das Spiel (- mit Ausnahmen, wo ich noch direkt investieren kann/darf). Die Geldgeschäft-Realität sieht jedoch anders aus. Beim Pferd mit Verlust eines Ohrs würde es jeder sofort merken.

      Weniger Kredite??? – Ist nicht alles geleast heute, im Gegensatz zu 1980?

      Normale Logik: Mehrwert = mehr Wert pro gleiches Produkt, weil es inzwischen durch Arbeit veredelt wurde. Wenn das Produkt mir gehört, werde ich es am Ende um den Bearbeitungspreis plus eine höhere Gewinnmarge teurer verkaufen können, als das ursprüngliche Produkt (ICH, nicht die Bank, die der von mir bezahlte Bearbeiter ist). Wenn die Bank als Bearbeiter dies nicht mehr erfüllen kann, tut sie was? – AGBs verlängern, Kosten und Gebühren verschleiern und erhöhen, Risiko aus „ihrem Geschäft“ auf mich abwälzen usw.

      Zins, Anschaffungspreis des Geldes usw.: Nix Neues! Der Chiemgauer funktioniert genau so, wie ein Dukate gegen 7 Pfund Brot funktioniert. In der Schule hatte ich gelernt, dass das buchhalterische Optimum, und nicht das buchhalterische Maximum der Betrag ist, mit dem man langfristig überlebt. Irgendwer hält sich einfach nicht daran und derselbe kann sich – auch weiterhin – die Anwälte und seine Lobby leisten oder Lokalwährungen verbieten wollen.

      Faktisch ist und bleibt die (von uns benutzbare Oberfläche der) Erde eine Scheibe. Deshalb wird uns seit längerem bei jedem Produkt heisse, inexistente Heils-Luft mitverkauft, in der Meinung, das Optimum dadurch erhöhen zu können. Darin liegt der globalisierte Denkfehler. Heisse Luft ist und bleibt heisse Luft und auch die Gier des Menschen ist durch sein Sterben beschränkt und damit endlich.

    • Marte……

      Dieser „Mehrwert“ der das Zins bezahlen möglich macht, der entsteht eigentlich durch die Arbeit die wir ins Produkt investieren.

      Diese Arbeit beinhaltet Zeit und die wird uns Menschen mit der Geburt quasi mitgegeben.
      Sie ist das Grundkapital.

  52. Gut getroffen und sauber erklärt auch wenn das manchen nicht gefällt.
    Dass die Börenrally so finanziert ist, wird dann für die Banken zum richtigen Problem.