Ex Bitcoin Suisse-Mann in U-Haft

Youngster der 1. Stunde beim aufstrebenden Krypto-Unternehmen landete wochenlang in Zürcher Gefängnis. Gründe sind unklar.

Er zählte zu den Mitarbeitern der ersten Stunde bei der Bitcoin Suisse. Ein junger Typ, heute erst 28, auf der Karriere-Erfolgsstrasse.

Bis im Herbst. Dann schlug die Polizei zu. Der Krypto-Spezialist, der die Bitcoin Suisse kurz zuvor verlassen hatte, um mit einem eigenen Unternehmen auf Touren zu kommen, landete in U-Haft.

Wochenlang. Erst vor vor rund einem Monat liessen ihn die Ermittler springen.

Ein Sprecher der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft sagte auf Anfrage:

„Ich kann Ihnen bestätigen, dass die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen … führt.“ Es gelte die „Unschuldsvermutung“.

Die Gründe für die Verhaftung und das nun angelaufene Strafverfahren liegen im Dunkeln.

Arthur Vayloyan, ein Ex-CS-Urgestein, der die Bitcoin Suisse mit Sitz in der Krypto-Hochburg Zug operativ leitet, weiss nicht mehr.

„Ich habe von der Verhaftung gehört“, meinte Vayloyan am Telefon. Was vorgefallen sei, wisse er aber nicht.

„Nach heutigem Wissensstand gehe ich davon aus, dass es nichts mit uns und der früheren Arbeit von ihm bei uns zu tun hat.“

„Wohl nichts mit uns zu tun“: Vayloyan (Bitcoin Suisse)

Der Beschuldigte lebt in einem steuergünstigen Ort in der Innerschweiz. Er zeigte sich im Internet mit einem teuren Auto.

Bei der Bitcoin Suisse startete er als einer der ersten Mitarbeiter. Er sei eine Art Mädchen für alles gewesen, meinte CEO Vayloyan im Gespräch.

Damals hätten die Leute aufgrund der kleinen Grösse der Firma – ein richtiges Garagen-Startup – fast alle als Allrounder gewirkt.

Beim Ausscheiden in diesem Jahr wurde der junge Mann reich – zumindest für sein Alter.

Er könnte mit dem Verkauf seiner Anteile an der Bitcoin Suisse, die sich bei der Finma um eine Bankenlizenz bemüht, rund eine Million gelöst haben.

Mit dem Geld versuchte er sich auf eigene Faust. Er gründete ein Unternehmen und geschäftete laut einem Insider mit Partnern. Ob dabei Grenzen überschritten wurden, bleibt abzuwarten.

Kommentare

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  1. Und was genau hat das mit der Firma BitcoinSuisse zu tun? Verstehe nicht – ein ehemaliger Mitarbeiter betätigt sich in anderem unternehmerischen Umfeld und wird verhaftet, möglicherweise wegen privaten Angelegenheiten oder eben weil er unternehmerische Fehler gemacht hat, aber was hat das mit BitcoinSuisse oder Crypto im Allgemeinen zu tun? Es gilt die Unschuldsvermutung, oder lesen wir morgen von den letzten 100 Jahren Fiat-Geldgeschichte rund 50‘000 Stories von Bankern, die eingeknastet wurden und Notenbankern, die ganze Volkswirtschaften kaputt manipuliert haben?

    • @ Ludwig: wegen „unternehmerischer Fehler“ wurde in den letzten 729 Jahren in der Schweiz noch nie jemand verhaftet.

      Nice try, but try harder next time!

  2. Da sieht man mal wieder wie die Medien alles verdrehen… Schade, die Bitcoin Suisse ist ein tolles Unternehmen! Aber wenn man den Erfolg gewissen Leuten und Unternehmen nicht gönnt, entstehen solche Artikel. Aber hey, was im Internet steht ist ja immer wahr! Und Wikipedia ist eine gute Informationsquelle… 😉

  3. Wenn man das nun so liest, Herr Hässig, dann bedeutet dies, sie wissen 0,0 und kreieren einen Bezug zur Crypto Welt, der so gar nicht existiert, bringen das Unternehmen grundlos in einen negativen Zusammenhang, zerstören Reputation – das hat nichts mit investigativem Journalismus zu tun, sondern ist reine Show auf Kosten anderer.

  4. Warum Zug diese dubiose Firma auch noch willkommen heisst, erstaunt mich sehr. Bitcoin ist die traurigste Erfindung seit Jahren.

  5. Man gehe mal auf die Website von „Bitcoin Suisse“. Da würde ich gerade mal 3 Mitarbeitern Kryptogeld oder was auch immer anvertrauen. Kryptowährungen ziehen mehrheitlich wohl dubiose Typen an. Erstaunlich ist nur, dass rund 50% dieser Herren von „Bitcoin Suisse“ es in ihrem Ursprungsland auch mit Kryptowährungs-Startups versuchen könnten und trotzdem die Schweiz gewählt haben. Liegt es unter anderem an der laschen Aufsicht, FINMA?

    • Also ich find die ganz sympathisch. Die zeigen sich wenigstens und man sieht da effektiv Mitarbeiter. Andere Buden in diesem Umfeld sind einfach voller prominenter Banksters im Management und Bitcoin Diggers im VR.

      Ganz ehrlich ich glaube die haben wenigstens Ahnung in diesem Umfeld. Und ansonsten „be your own Bank“ und lerne mit Krypto umzugehen anstatt so viel Schwachsinn zu posaunen.

    • Guten Tag Herr Neutraler Beobachter
      Wie ich in Ihren kurzen Schreiben erkennen kann, sind Sie doch nicht so ein Neutraler Beabachter.
      Sie haben wohl recht mit Spektulieren. Denn; Es gibt keine Anlage mit der nicht Spekuliert wird.
      Und Arbeiten ist wohl nicht das richtige Wort;
      Da Sie offenbar nicht gerade auf einem ensprechenden Level von bez. Trading sind, möchte ich Sie daran erinnern dass Trading sehr wohl Arbeit sein kann.
      Nur mit dem Kauf ist es nicht gemacht, und darauf warten dass eines Tages ein Typ vor der Tür steht mit einem entsprechenden Check in der Hand.

  6. Das sind die Gründe:
    Der Friedhof der Kryptowährungen erstreckt sich nach nur wenigen Jahren über ein grosses virtuelles Feld. Auf der Website deadcoins.com sind 1839 digitale Währungen aufgelistet, die in den wenigen Jahren seit der Erfindung des Bitcoins bereits wieder das Zeitliche gesegnet haben. Investoren dürften sich angesichts dieser Todesfälle einige Tränen verdrücken – oder vor Ärger am liebsten in die Tischkante beissen. Denn ein Hinscheiden einer Währung ist immer mit Verlusten jener verbunden, welche die digitalen Coins gekauft hatten.

    Kapitulation, Betrug, Parodie, gehackt

    Deadcoins will nach eigenen Angaben helfen, «den Kryptobereich» aufzuräumen. Gemäss den Daten der Website sind von den aufgeführten Währungen über 1000 «aufgegeben» worden. Über 700 basierten auf Betrug, fast 100 digitale Währungen wurden als Parodie gegründet und fast 30 Währungen von Hackern zerstört.

    Der wohl grösste Betrugsfall im Kryptobereich dürfte der Onecoin sein, der im Jahre 2014 von Ruja Ignatova ins Leben gerufen wurde. Diese «Währung», die mit Hilfe eines Schneeballsystems über 4 Mrd. $ sammelte, hatte nie eine funktionierende Blockchain als Basis. Im Herbst 2017 verschwand die Gründerin von der Bildfläche und wurde seither nie mehr gesehen. Erstaunlicherweise wird das Schneeballsystem in Drittweltländern weitergeführt und generiert weiterhin Einnahmen.

    Einkassieren und schnell wieder auflösen

    Es ist aber zu vermuten, dass sich auch unter den «aufgegebenen» Währungen noch Betrugsmodelle verstecken. Einige Beispiele haben gezeigt, wie eine solche «Abzocke» im lange Zeit kaum regulierten Bereich durchgeführt werden konnte. Ein Startup nimmt über eine Coin-Emission Mittel auf. Die Investoren erhalten Token. Diese verkörpern beispielsweise das Recht, an der zukünftigen Leistung des Unternehmens beteiligt zu werden – etwa beim Mining von neuen Coins. Die Investoren hatten in diesem Fall ein Utility-Token erhalten.

    Das neue Unternehmen wird aber gar nie produzieren, sondern führt eine Liquidation herbei. Beispielsweise definiert das Startup (absichtlich) keine Revisionsstelle, und der Gesetzgeber ordnete wegen Organmangels die Liquidation an. Der Investor besitzt dabei keinen Anteil am Firmenkapital, sondern hat nur einen Anspruch auf zukünftige Einnahmen erworben.

    Investoren werfen einem Witz Geld hinterher

    Einige Leser werden sich auch wundern und sich fragen, was wohl eine Parodie-Währung sei. Die Bekannteste ist der Dodgecoin, der 2013 von zwei Programmierern ins Leben gerufen wurde. Als Name wurde ein bekanntes Hunde-Meme gewählt. Einen deutlichen Hinweis auf eine Parodie gaben etwa Fundraising-Aktionen für die Olympiateilnahme des jamaicanischen Bob-Teams oder eine Mondmission.

    Das verhinderte aber nicht den Erfolg der Währung, die zu Jahresbeginn 2018 einen Wert von über 2 Mrd. $ aufwies und zu den 30 wichtigsten Kryptowährungen gehörte. «Es sagt einiges über den Stand der Kryptowährungen, wenn eine Währung mit einem Hund als Logo, deren Software seit mehr als zwei Jahren kein Update mehr gesehen hat, einen Marktwert von einer Milliarde Dollar erzielt», sagte Dodgecoin-Mitbegründer Jackson Palmer 2016 zu einem Fachmagazin.

    Nur wenige bringen Masse und Handelsvolumen

    Das Gegenstück von Deadcoins ist das Online-Verzeichnis Coinmarketcap. Auf dieser Website werden 2381 Kryptowährungen aufgelistet, die gegenwärtig handelbar sind. Alle diese Währungen zusammen weisen eine Marktkapitalisierung von 191 Mrd. $ auf – wobei die grössten drei, Bitcoin, Ethereum und XRP, bereits 153 Mrd. $ auf sich vereinen (Bitcoin alleine 131 Mrd. $). Gemäss diesen Daten sind also nur noch etwas über 50% aller je gegründeten Währungen auf dem Markt.

    Viele der Währungen, die noch auf Coinmarketcap aufgeführt sind, weisen kaum einen Handel auf. Einige Marktbeobachter gehen davon aus, dass 87% der digitalen Währungen faktisch tot sind. In einer Eingabe für einen Bitcoin-ETF an die US-Börsenaufsicht SEC legte der Asset-Manager Bitwise jüngst zudem dar, dass 95% der Umsätze an Bitcoin-Börsen nicht real seien.

    Angesichts dieser Zahlen kann man nur zum Schluss kommen, dass noch viel heisse Luft im Kryptomarkt steckt und sich der Friedhof der Kryptowährungen in den kommenden Monaten noch drastischer ausdehnen wird. Das häufige Sterben – und die Betrügereien – belasten jeweils auch die Marktführer Bitcoin und Co., obwohl sie damit nichts zu tun haben.

    • „…und fast 30 Währungen von Hackern zerstört.—“

      Ach ja? Dann ist dieses „Blockchain“-Zeugs doch nicht so sicher wie immer behauptet wird? Looolllllll, wen wundert’s?

    • @ Krypto Guru: Wenn Sie hier mittels Copy and Paste einen Artikel von Herrn Werner Grundlehner aus der NZZ vom 27.12.2019 wiedergeben, wäre es das mindeste, dass Sie dies auch entsprechend vermerken!

    • @Krypto Guru
      Sehr guter Kommentar der aufzeigt wieviel Schindluderei da getrieben wird.
      Ist das mit dem Bitcoin und den anderen Marktführern jetzt schlauer, NUR weil DIE Marktführer sind?
      Das sog. Mining, ist ja angeblich nur begrenzt möglich.Das mag ja technisch zutreffend sein. Ist deswegen die ganze Kryptosache wie lauthals verkündet wird auch, wie Gold begrenzt??? Sie Schreiben doch klar und deutlich
      Zitat: —die Marktführer— Zitat Ende.
      Offensichtlich gibt es da div.in sich ,,begrenzte,, Kryptowährungen,die sicher und selbstverständlich frei untereinander tausch und Handelbar sind.
      Fazit:
      Eine ,,unbergrenzte,, Anzahl an in sich begrenzten Kryptowährungen, ergibt eben auch wieder,das was den
      Etablierten Währungen angelastet wird, Geldschöpfung nach oben unbegrenzt.
      Nennen wir das Kind Kryptogeld beim Klarnahmen miese Abzoke gutgläubiger, vor allem der Jüngeren Generation
      die mit der IT- Welt aufgewachsen ist.
      Sicher man kann auch den CH-Franken Digitalisieren, man kann dem Kind auch einen anderen Namen geben, grins zb. Swisscoin.
      OHNE entsprechende Kontrolle einer zentral verantwortlich Institution kann das nicht Funktionieren. Letztlich egal ob das SNB oder wie auch immer genannt wird, grins zb.Swisscoin-Zentrale usw.
      Da ist tatsächlich ein weit verbreitetes Übel.
      Da wissen und schnallen offenbar immer weniger, was Geld ist,wie es wirkt und das der Missbrauch dieses im Kern sehr sinnvollen ,,Mediums,,verheerend wirken kann.
      Wenn junge Enthusiasten den Durchblick nicht haben
      dann ist das keine Frage verzeihlich.
      Wenn da sog. Fachleute oft alte Grosschwätzer und Blender den Durchblick verloren haben resp. offenbar nie hatten.
      DANN ist es nun ganz klar KEIN Wunder das bald ALLES
      den Bach runter und gegen die Wand driftet.
      Lieber Gott oder der Teufel, Sch.-Egal, lass im 2020
      anstat mehr Geld, mehr Hirn Regnen.
      Grins, guet Rutsch.

    • @ Krypto Guru
      Sie verdienen meinen hohen Respekt, wie Sie umfassend und sehr verständlich einen wahren historischen, zeitlichen Bericht über die Krypto-Szene verfasst haben. Potenzial für ein IP-Kolumne sollten Sie erhalten und ich würde mich sehr darüber freuen!

      Kommen und Gedeihen wird aber nichtsdestotrotz die Krypto-Szene und vor allem wird sich die Blockchain-Technologie durchsetzten. Momentan ist es einfach noch ein wilder Westen, welcher sich selbst und von den Regierungen regulieren werden wird. Davon bin ich überzeugt. Spreu vom Weizen wird sich trennen um ein bekanntes BonMot zu verwenden.

      Wish you all a happy new year !

    • @Copy & Paste.
      Aufmerksam Bravo.Fast eins zu eins abgeschrieben.
      Leider fehlt auch in der Version NZZ das
      Fazit:
      All diese Krypto Währungen ,,müssen,, mit offizeller
      Währung / Währungen gekauft werden.
      Damit kauft man einfach eine Paralellwährung wie zb. WIR,oder andere Wertverschreibungen wie Aktien usw.
      Wobei bei einer Aktie,ist die Wertverschreibung in Form eines Real existierenden Unternehmen vorhanden.
      Grins was steht hinter diesen sog. Coin??? Ein Rechnerprogramm, das wars, genau das kauft der Kunde faktisch Spielgeld, ganz klar gegen offzielle sauer verdiente Währung.
      Der Erstausgeber /Verkäufer macht den Reibach grins
      ofizielle Währung gegen ein Rechnerprogramm resp.,,Produkt,, tauschen.
      Tja und wenn das von den Schürfern im Rechner generiert wird, grins was ist es dann? Geldschöpfung aus dem nix, wie das die Zentralbanken, rechtlich legal auch praktizieren.
      Tja da sind wir wieder bei einem anderen, von vielen nicht geschnallten Faktum bei der Marktbasierten Geldschöpfung.
      Müsste Logo sein, so ,,Konstruktionen,, na ja wirken schlicht und ergreifend zusätzlich Geldmengeausweitend.
      Hmmmm Grenzwertig, je nach Konstruktion eben facktisch Geldfälschung, oder schlicht sog. Blüten.
      Wobei der Straftatbestand beschränkt sich, auf Münz und Zentralbank-Papiergeld.
      Na ja jedem seine Freiheit, was er mit seinem sauer verdienten Geld anstellt, er kann damit Spekulieren, ganz sympel Spielen, oder damit Schrott kaufen.
      Alles klar noch Fragen, Wiederspruch, Ergäzungen, Richtigstellungen, alles wird gerne zur Kenntnis genommen, stetes lernen erweitert den Horizont.

    • @Hans und alle anderen Interessierten: die Aussage «1839 digitale Währungen» ist viel zu vereinfachend und irreführend. Reine digitale Währungen gibt es nur ganz wenige (Bitcoin, Litecoin, Monero). Bei den meisten handelt es sich um Projekte mit sehr konkreten Zielen und Nutzen.

      Beispiel 1: IOTA ermöglicht automatische und anonyme Mikrozahlungen in Sekundenbruchteilen zwischen Dingen im Internet (Internet of Things). Tönt zuerst mal sehr komisch, wird aber beispielsweise benötig, wenn dereinst Fahrzeuge untereinander das Platooning abrechnen möchten. Ist keine reine Sci-Fi: https://www.fit.fraunhofer.de/de/fb/cscw/blockchain/platooning-prototyp.html

      Beispiel 2: Basic Attention (BAT) und Brave Browser sind angetreten, dem gigantischen Werbebetrug (Ad Fraud) im Internet einen Riegel zu schieben. Schätzungen beziffern den jährlichen Schaden mit 10 bis 20 Milliarden USD. Der Brave Browser filtert alle Werbung raus und schützt den User vor Tracking. Der User bestimmt, welche Werbung angezeigt wird und erhält für das Betrachten Mikrozahlungen in BAT: https://de.wikipedia.org/wiki/Brave_(Browser)

      IOTA und BAT stehen in harter Konkurrenz zu anderen, ähnlichen Projekten. Es ist also unmöglich zu prognostizieren, ob sie erfolgreich sein werden. 85% bis 90% verschwinden wieder, das unterschreibe ich sofort. Ist das ein Problem? Nein, überhaupt nicht, das nennt man Marktwirtschaft.