Zahlen zeigen: Raiffeisen streicht 10% der Jobs

Zentrale der Genossenschafts-Gruppe führt Abbau in drei Wellen durch. Allein im November fielen fast 140 Jobs weg.

Wieviele Arbeitsplätze verschwinden in der Raiffeisen-Zentrale in St.Gallen? Diese Frage blieb bisher unbeantwortet. Die neue Führung hielt sich bedeckt.

Nun legen Zahlen erstmals den Abbau offen. Im November fielen in den Bereichen Firmenkunden, Services und Informatik insgesamt 136 Stellen dem Rotstift zum Opfer.

Rund die Hälfte der gestrichenen Jobs konnte durch die natürliche Fluktuation aufgefangen werden. Sprich knapp 70 Raiffeisen-Banker kündigten von sich aus, weil sie etwas Neues hatten oder sich sonst veränderten.

Weitere 37 Angestellte in der Raiffeisen-Zentrale nutzten die Chance, sich vorzeitig pensionieren zu lassen.

Ab 58 ist so eine vorzeitige Pension möglich. Das sind im Branchenvergleich grosszügige Konditionen, ausgehandelt vom externen Bankenpersonalverband.

Es blieben 34 Angestellte, denen die Raiffeisen kündigte. Also rund ein Viertel aller Stellen, die wegfielen, erfolgte durch den Blauen Brief.

Die 136 Stellen, die abgebaut wurden, entsprechen knapp 10 Prozent aller Jobs in den betroffenen Bereichen. Dort arbeiteten zum Zeitpunkt des Streichkonzerts gut 1450 Leute.

Jede 10. Stelle fällt weg: Es ist ungefähr das, was immer passiert, wenn Berater ins Haus kommen mit dem Auftrag, Kosten einzusparen.

Im Fall der Raiffeisen stammen die externen Berater von Roland Berger, eine deutsche Beratungsgruppe. Sie erhielten den Auftrag, die Raiffeisen-Zentrale unter die Lupe zu nehmen.

Mr. 10%: Huber (RCH)

Wo sind wir fett und träge, wie viele Stellen können wir einsparen? Vermutlich stand das Ziel der 10 Prozent Job-Abbau schon fest, bevor die Berger-Leute sich an die Arbeit machten.

Bereits im vergangenen August fand eine erste Abbaurunde statt. Wie gross diese war, ist nicht bekannt. Es wurden keine konkreten Zahlen offengelegt.

Die dritte und letzte Runde steht vor der Tür. Die Mitarbeiter der betroffenen Bereiche, darunter das Treasury, könnten noch im Januar informiert werden.

Eventuell gibt es bereits heute Neuigkeiten. Die Raiffeisen Schweiz lädt zum Mitarbeiteranlass in die Olma-Hallen ein.

Dahinter stünde nichts Aussergewöhnliches. „Bei der Veranstaltung am Donnerstag handelt es sich um eine regulär stattfindende Mitarbeitendenveranstaltung jeweils zu Anfang des Jahres“, meinte eine Sprecherin vor 2 Tagen.

Sie bestätigt, dass der Abbau in der Raiffeisen-Zentrale nach einem genauen Fahrplan ablaufe. „Raiffeisen Schweiz hat das Effizienzprogramm in drei Etappen aufgesetzt.“

Wie viele Stellen insgesamt abgebaut würden, bleibt geheim. „Zur Gesamtzahl der betroffenen Personen geben wir heute noch keine Auskunft.“

Die jetzt bekannten Zahlen der November-Welle deuten auf 10 Prozent hin. Das heisst, dass bei rund 2’000 Mitarbeitern in der Zentrale der 3. Bankenkraft im Land bis zuletzt rund 200 Jobs verschwinden werden.

Oft gehen die Jungen und Leistungswilligen freiwillig von Bord, wenn eine Firma mit dem „Rasenmäher“ abbaut. Auch bei der Raiffeisen Schweiz fällt auf, dass gegen die Hälfte des Abbaus durch Fluktuation bewältigt wird.

Kommentare

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  1. Und der Guy versteckt sich hinter der „La Chapelle“!
    Merke: Der ist kein Banker, der ist Jurist!
    …Copy Paste Basler KB.

  2. Herr Grübel, ex CS, war stets der Meinung: 10% liegen immer drin. Geht die Lohnsumme runter, steigen Gewinn und Boni. Logo.

    • Was für Boni? Unsere Genossenschaft im Dorf hat die Boni schon seit vielen Jahren abgeschafft, wie ganz viele andere Raiffeisenbanken auch. Denken Sie dran: Raiffeisen Schweiz ist die Tochter der Raiffeisenbanken.

  3. Der Abbau ist unvermeidlich. Abbau über natürliche Fluktuation ist sozialverträglich, aber der Preis dafür ist Unberechenbarkeit. Gute und junge Leute wechseln auch, wenn es keinen Abbau gäbe. Alles halb so schlimm.

  4. Betriebswirtschaftlich ist es ganz einfach notwendig, dass jede Firma (jeder Branche) sich in regelmässigen Zeitabständen die Frage stellt, ob auf der Kostenseite Kürzungen möglich sind. Unternehmen tendieren leider dazu, dass die Kosten über Zeit aus dem Ruder laufen. Ein verantwortungsvoller Chef (jeder Stufe) schaut kritisch auf die Kosten ohne äusseren Auftrag und ohne externe Berater: Von sich aus und aus eigener Kraft. Und er setzt seine Erkenntnisse um. Eigentlich keine wirklich schwierige Sache. Wachstum, neue Produkte und Dienstleistungen, neue Märkte, neue Prozesse etc. setzen deutlich mehr Kreativität voraus.

    • Freuen wir uns auf einen vierten Raiffeisen-Frühling (Banking 4.0) mit viel Dynamik, Kreativität, Engagement und als wahre Alternative im Retail-Banking der Schweiz. Kosteneinsparungen sind in Ordnung, sofern dadurch ein attraktives Geschäftsmodell sichergestellt, resp. weiterentwickelt wird. Die Messlatte liegt hoch!

  5. Reisserischer Titel – 10% Entlassungen bei Raiffeisen. Doch die Realität zeigt: 34 Entlassungen in der Zentrale, 100 Einstellungen bei den Raiffeisenbanken.
    Macht dieses Portal nicht seriöser, aber irgend eine Tageszeitung wird das Thema sicherlich aufnehmen, da der Journalist auch nur den Titel liest.

  6. falsches bild. aktion hat nichts mit heinz huber zu tun. one man show lachapelle greift hier in grossspuriger manier durch. erstaunlich für einen ehemaligen kantonalbänkler(sprich beamten). huber lediglich adlatus. kann aber gut für skirennen am lauberhorn eingesetzt werden. trotzdem ist es wichtig, dass der raiffeisenstall richtig ausgemistet wird. das ganze gspürschmi, würschmi, wolle, fade bascht ist überholt. also; auf gutes gelingen 😇

  7. Wir gehen davon aus, dass in Zukunft sowieso nur noch “Rosteisen“ übrig bleiben wird.

    Gemäs Bericht von Herrn Lukas Hässig gibt’s ja bereits einen genauen Fahrplan für den Abbau.
    Damit das ganze etwas verschleiert wird nennt man das “Effizienzprogramm“, – wie lächerlich.

    Alles nicht verwunderlich, denn das betrügerische Kreditschneeball-Finanzsystem der Bankster steht vor der Rückabwicklung!

    Als das Kreditschneballsystem noch kräftig expandierte wurde aufgebaut, jetzt wo sich die Schuldenberge des Schneeballsystem weltweit allmählich auf Höchststand bewegen muss logischerweise abgebaut werden. Ab einem gewissen Zeitpunkt wird sich dann der Abbau rasant beschleunigen, und in die Fallgrube einmünden.

    Sobald sich das Kreditschneeball-Finanzsystem in Luft auflöst, werden sich auch die Banken in Luft auflösen!

    Falls es noch immer Leute gibt, die glauben mit zukünftigen Bankenrettungen liebäugeln zu können, müssen sie sich im klaren sein, dass dies in Zukunft kaum mehr möglich sein wird, denn wenn der Hurrikan einmal in Bewegung ist, wird er in kürzester Zeit wüten und alles was jetzt schon auf wackeligen Füssen steht innert kürzester Zeit umreissen. Der “Schaden“ wird innert kürzester Zeit derart gewaltig sein, dass man die Handlungsunfähigkeit rasch selbst erkennen wird. Das Abwärtskarussell wird sich dann so schnell drehen, dass alle rasch aus der Bahn fliegen werden, und Rettungen unmöglich und sinnlos machen. Ausserdem würden die Betrugs-Summen derart gross sein, dass sie gar nicht mehr bewältigt werden können.

    Aber keine Angst liebe Bundesrätinnen und Bundesräte es werden auch wieder Arbeitsplätze entstehen. Die Konkursverwalter und Betreibungsämter werden bald Hochkonjunktur feiern! …und Klaus Schwab wird am teuren, sinnlosen “Schwafel-WEF“ schon bald die Industrierevolution 6.0 verkünden…., und bei den Bundesratsrenten könnte dann auch die Frage aufkommen, wer diese noch wird bezahlen können…. Herr Finanzminister weshalb tragen Sie eigentlich nicht den Namen “Bezahlminister“?….

  8. Natürlich gehen „die Jungen und Leistungswilligen“. Wer will schon in einem ‚lame duck‘ Unternehmen arbeiten? Der Rest sitzt es aus – bis es der Markt regelt. Alles wie immer.

  9. „34 Angestellte, denen die Raiffeisen kündigte“
    –> oh mein Gott, 34 Angestellten von über 11’000 in der Schweiz wurde gekündigt. Unter dem Strich wurde sogar Personal aufgebaut, wie der Jahresbericht zeigt, einfach am richtigen Ort!

    • @ Besserwisser

      Wenn eine Bank (mit über 11’000 Mitarbeitern) die Einnahmen über ein Kreditschneeball-Finanzsystem generiert, dann arbeiten dort exakt über 11’000 “Mitbereicherer“ zuviel!

    • Das beudeutet wohl, dass Sie kein Eigenheim besitzen. Wenn Sie das Schneeballsystem nennen, zweifle ich ein wenig an Ihrem Verstand.
      Die Bank gibt mir Geld und als Gegenwert hat sie meine Immobilie, die zusätzlich massiv an Wert zugenommen hat.