Raiffeisen: Helvetia-Partner raus, Mobiliar rein?

Präsident Guy Lachappelle soll Einfluss nehmen auf laufende Auswahl, mit wem Genossenschafts-Bank zusammenspannt.

Guy Lachappelle hat nichts im operativen Geschäft verloren. Eigentlich. Doch der Präsident der Raiffeisen Schweiz sieht das offenbar anders.

Laut einer Quelle sei es nämlich Lachappelle, der bei einer zentralen Ausschreibung den Takt vorgebe. Dabei steht viel auf dem Spiel.

Es geht um den zukünftigen Versicherungspartner der Raiffeisen-Gruppe mit ihren rund 200 Banken und 700 Filialen im Land.

Bisher war das die Helvetia. Dafür sprach vieles: gemeinsame Heimat in St.Gallen, personelle Nähe, zudem gabs lange eine Aktienbeteiligung der Raiffeisen an der Helvetia.

Immer, wenn es um Vorsorge und Versicherungen geht, dann offerieren die gut 10’000 Raiffeisen-Banker ihren Kunden Produkte der Helvetia.

Raiffeisen-Chefs sassen im Verwaltungsrat der Helvetia. Man war sich nah. Ex-Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz sprang vor 4 Jahren fliegend auf den Präsidentenstuhl der Helvetia.

Er könnte das Ziel gehabt haben, die beiden Konzerne noch enger zu verzahnen. Eine Neuauflegung der Allfinanz-Idee ging um.

Vincenz ist längst Geschichte. Und nun droht der Helvetia der nächste Dämpfer im Geschäft mit der Raiffeisen.

Laut der Quelle prüft die Raiffeisen-Zentrale einen Wechsel zur Berner Mobiliar. Sie hatte sich letzte Woche am Medienhaus Ringier beteiligt. Für 25 Prozent zahlte sie 400 Millionen, wie die SonntagsZeitung berichtet.

Die Mobiliar-Fürsten in der Bundeshauptstadt könnten mit einer Raiffeisen-Kooperation ihren nächsten Coup landen – mit Zugang zu 3 Millionen Kunden.

Der Insider sieht Guy Lachappelle als treibende Kraft hinter dem möglichen Wechsel, weg von der Helvetia, hinüber zur Mobiliar.

Die Parameter für die Ausschreibung seien kürzliche angepasst worden – und zwar so, dass sie ideal zur Mobiliar-Offerte passe, sagt der Gesprächspartner.

Eine Sprecherin der Raiffeisen Schweiz meinte letzte Woche auf Anfrage zu einem möglichen Wechsel des Versicherungspartners:

„Die Kooperation mit Helvetia läuft bis Ende 2021. Im vergangenen Frühjahr hat Raiffeisen Schweiz die Kooperation im Versicherungsbereich öffentlich ausgeschrieben.

„Wir sind zurzeit mit verschieden Versicherungsunternehmen im Gespräch. Ein Entscheid ist bis anhin nicht gefällt.“

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Vermutlich ein guter Wechsel. Wie die Vergangenheit aber eindrücklich bewiesen hat, gilt immer noch das Sprichwort, Schuster bleib bei deinen Leisten! Letztendlich müssen die Produkte gut sein, der Kunde muss diese verstehen und die Risiken überschauen können, gerade in Kombination mit Hypothekardinanzierungen. Alles andere ist Mumpitz.

  2. Spannende Gedankenspiele.

    Vor allem, wenn man weiss, dass Herr Lachapelle mit einem Mitglied des Verwaltungsrates der Mobiliar (Genossenschaft und Holding AG) im gleichen Rotary ist.

    Und auch der Präsident der Mobiliar ist in der Heimat von Herrn Lachapelle (= Region Basel) wohnhaft.

    Noch besser wird es allerdings, wenn man weiss, dass der Präsident der Mobiliar und das VR-Mitglied der Mobiliar eine gemeinsame Vergangenheit als Konzernleitungsmitglieder bei der Basler Versicherung haben (2001 bis 2003).

    Gutes Networking (von wem?) also oder doch nur reiner Zufall?

    • Der Herr Lachappelle braucht doch noch einen weiteren lukrativen VR Sitz. Mit den läppischen 700k von Raiffeisen wird er sich kaum zufrieden geben …

  3. ist ja logo, dass es so läuft. lachapelle ist vrp und ceo in personalunion.
    kennen wir doch schon von anderen banken im negativen sinn. vorsicht oder muss raiffeisen in diesem wichtigen fach nochmals nachsitzen. manche velieren eben das hinterwäldlergetue gar nie. keine einflussnahme durch edelassistenten heinz huber. der hält sich sowieso gerne im versteckten. diese rolle passt ihm sehr gut.

  4. Ein Drittel des Lebensgeschäftes kommt bei Helvetia von Raiffeisen. Klar, dass am liebsten alle Versicherungen mit Raiffeisen zusammen arbeiten möchten.

  5. Das wäre Klasse, vorallem für die Raiffeisenkunde , Helvetia ist mit Moneypark ein direkter Konkurrent und vermittelt wenig an Raiffeisen, krallt sich mehr als Sie bringen, Raiffeisen zahlt unterdurchschnittlich und die Provisionsgetriebene Moneygeil, schliesst da ab wo es am meisten gibt, hinzu kommt das die Produkte der Helvtia eine Katastrophe für den Kunden sind, in den Vorsorgeprodukten stecken entweder Raiffeisen oder noch schlimmer Leonteq Derrivate, richtig Derrivate, Wetten, daran verdienen vorallem die Emittenten gut, der Helvetia Garantieplan zum Beispiel ist gar kein richtiges Versicherungsprodukt mehr, die Helvetia trägt 0,00 Risiko am Produkt sondern verdient nur, fällt Raiffeisen oder Leonteq aus gibt das einen riesen Schaden in der Steuerbegünstigten 3. Säule, das der Staat dies zulässt ist eine riesen Schweinerei. Solche Produkte sind für dem Abfall, im Gegenzug bietet Mobilar Ihren Kunden ein Produkt das genau 10 Jahre 100% Rückkaufswert bietet von der Sparprämie, wohingegen die Helvetiaprodukte direkt nach Generali die mit abstand miesesten Rückkaufswerte haben, in den letzten Jahren hatten die Kunden glück da die Eigenheimpreise so stark gestiegen sind, wollen die Banken nach 10 Jahren plötzlich gar keine Ammortisation mehr haben, da die einstige 80% Hypothek zum neuen Wert der Immobilie 10 Jahre später plötzlich unter 65% ist, damit musste niemand zurrückkaufen im Gegenteil, die Verpfändungen werden aufgelöst, brauchen wir nicht
    Mehr, sagt der Kreditgeber, sollte das mal drehen, prost Nägeli wer dann indirekt über solche Produkte Ammorisiert, die Spezialisten der Raiffeisen, sind sogar so intelligent das Siw 100% der Versicherungsprämie als Ammortisation berücksichtigen, auch wenn 50% für Erwebsunfähigkeitsrenten und hohe Todeafallkapitalien drauf geht, also eigentlich nur 50% der benötigen Ammortisation geleistet wird. Sinken die Preise mal (oder steigen Sie nur schon nicht mehr) dann werden die Leute aber wieder Amortisieren müssen, viel Glück für der den dann nur 50% wirklich bezahlt hat und die geile Helvetia dann noch 30% als Rückkaufspenalty abzieht…da fehlt dann plötzlich 60-70% von der Ammortisation….das geile die Bank und die Versicherung haften für nichts, halt dann das Problem des Kunden…obwohl er alles tat was ihm sein Berater empfahl….Beraterhaftung für Bankberater einführen & wechsel zur Mobiliar wird vielen Raiffeisenkunden etwas bringen (solange die Produkte gleich bleiben) und die ändern alle paar Monate/Jahre immer aufpassen

  6. Die alte Raiffeisen hat gut zu Helvetia gepasst. Zwei tolle Unternehmen. Nun passt die Mobiliar besser. Vielleicht gibt dann Minus mal Minus ein Plus…