Aufräumen mit Thiams Kommunikations-Reich

CS hatte Medien, Marke, Marketing und Aktionärs-Beziehungen beim Einflüsterer des Ex-Chefs. Nachfolger Gottstein schleift Burg.

Für den alten Credit Suisse-CEO war die Kommunikation das A und O. Zuletzt nutzte Tidjane Thiam gar Instagram, eine Plattform für Showstars.

Image ist alles. Passend dazu baute der CS-Boss eine Burg mit allem, was Kommunikation und Schein anging: Medien, Marketing, Investor Relations und Markenpflege waren bei Adam Gishen, Thiams Einflüsterer.

Thiam und Gishen sind beide weg. Der neue CEO, Thomas Gottstein, ist daran, die Kommunikations-Trutzburg in seine Einzelteile zu zerlegen.

Die CS will das nicht offiziell bestätigen. Aus Gesprächen geht die grosse Demontage von Thiams wichtigstem Einflussbereich aber hervor.

Was die Bank lediglich sagt ist, dass die heutigen Pressesprecher bleiben könnten.

„Sowohl James Quinn als auch Dominique Gerster werden weiterhin Teil der Kommunikationsabteilung von Credit Suisse sein“, führte gestern die Bank aus.

Schluss mit Smoke and Mirrors? (IP)

Quinn, das ist der Mann der CS für alle Medienauskünfte in London, Gerster macht den gleichen Job für die Bereiche, die in Zürich angesiedelt sind. Also die Schweizer Einheit und die globale Vermögensverwaltung.

Quinn und Gerster, die hohe Direktoren-Titel haben, rapportierten die letzten Jahre an Thiam-Mann Adam Gishen.

Der hatte nach der Absetzung des Marketingchefs, einem Deutschen, der mit viel Tamtam von BMW zur CS gewechselt hatte, auch dessen ganzen Bereich unter sich.

Und schliesslich noch die Beziehungen zu den Investoren, also vor allem jene zu den Grossaktionären.

Da wurde es speziell. David Herro von Harris Associates, einem US-Investoren mit 8 Prozent an der CS, schickte seinen Brief mit Forderungen auf dem Höhepunkt des Machtkampfs zwischen Thiam und dem Verwaltungsrat nicht Präsident Urs Rohner.

Auch nicht CEO Tidjane Thiam. Sondern Adam Gishen. Das zeigt, welch einflussreiche Rolle Gishen unter Thiam hatte. Und wie die Zwei mit einigen der grossen Aktionären der CS eng liiert waren.

Tempi passati. Thomas Gottstein dürfte in Bälde die Medien, die Markenpflege, das Marketing und die Investor Relations separieren – so wie das früher immer der Fall war.

Nichts ändern will Gottstein aber an der Strategie. „Wie bereits öffentlich dargelegt gibt es keine Pläne, Änderungen an der Strategie vorzunehmen“, hiess es dazu gestern.

Kommentare

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  1. Frau Kambers-Borens von der neuen Guintet Privat Bank wird dies sicherlich auch mit Interesse zur Kenntnis genommen haben…schliesslich ist mit Herr Gishen nun ein Kommunikationsexperte auf dem Markt, welcher für eine Einstellung auch ein ganz wichtiges Erfordernis mitbringt…er wurde bereits aussortiert !

  2. Frau Doktor Kambers-Borens von der neuen Quiltent Privat Bank braucht möglicherweise noch einen aussortierten Kommunikationsboss…gut möglich also, dass Herr Gishen bald dort wieder auftaucht ! Die Kunden sind ja bekanntermassen unwichtig….

  3. Gottstein wie bitte, der ist alles andere als ein Macher!
    Die CS wird mit ihm nie und nimmer in die Gänge kommen, Punkt.

  4. In dieser Firma gibt es noch ganz viel aufzuräumen. Am besten alle überbezahlten Risk Takers auf einmal weg wäre mal ein Anfang.

  5. Zitat: „Instagram, eine Plattform für Showstars“

    Wow! Ich nutze Instagram auch. Nur war mir nicht bewusst, dass auch ich ein Show Star bin …

    Also Herr Hässig: Von IT haben Sie wirklich wenig Ahnung!

  6. Bevor das CS-Marketing – Branding – Storytelling wieder einiger massen funktioniert, muss man die zuständigen HR-Leute „austauschen/wegschicken“. In der Bankenwelt und oft in der Luxusgüterbranche sind die HR Boys & Boysies die reale Katastrophe … Die Warmluftbläser werden DORT vor sortiert. Ein Zusatzkürsli reicht da nicht mehr. Eben.

  7. Ich als CS-Mitarbeiter in der Schweiz (SUB) muss sagen, von Gishen und Althaus kam doch nie öppis Sichtbars. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern. . Hingege was unsere SUB-Marketing Teams machen ist seit einigen Monaten ein Unterschied von Tag und Nacht, viele frische Gesichter von aussen sind gekommen (Migros, Digitec). Ich lieb das, „Unternehmer fragen: Warum nicht!“ gilt als grosser Erfolg, frech, neu, gut.

    • Da hat Carsten wohl nicht so gut aufgepasst: Althaus, der von Gishen abgesaegt wurde hat den zerruetteten Brand Laden wieder so richtig auf Vorderman gebracht. Er wird als Motivator und Teamplayer beschrieben (auch von SUB Leuten). Komplettes Gegenteil habe ich über Gishen gehoert. Aber der ist ja mit seinem Beschuetzer zusammen von Bord gegangen.

    • immer wieder nett von insidern wie carsten s. zu hören……..

      wie abgestumpft und proletarisch so eine verleihbude zusammen gesetzt ist.
      und was hier als frech neu und gut nachwächst erinnert höchstens an unsere neuen gummibootasylanten die unsere rentenhedgefonds retten sollen…..

      na ja, schön und gut meine felle sind ja im trockenen )))

    • Aus der Kundenperspektive kann ich bestätigen, dass diese Kampagne – tatsächlich sehr gut ankommt: subtil, souverän, innovativ, on point.

      Leider werden wir wohl kaum erfahren, welcher kreative Kopf mit Niveau tatsächlich dahinter steckt.

  8. Kann mir jemand erklären, warum eine Schweizer Bank einen MD in der Kommunikation in London braucht? Das macht nun wirklich keinen Sinn..

    • die Credit Suisse Group AG ist eben keine Schweizer Bank. Vielleicht meinen sie die Credit Suisse (Schweiz) AG, das ist aber ein separates Unternehmen.

    • Sagen wir’s mal so:
      es macht in etwa gleich viel Sinn wie Schneeketten für einen Lamborghini Aventador in Dubai oder Spanischkurse belegen für den geplanten Brasilien-Aufenthalt.

      Kannst Du machen, ist aber dann halt Kacke!

    • weil wir keine schweizer bank mehr sind… egal was der „töme“ sagt… london ist die wahre machtzentrale der bank! schaut mal in der IT nach…. alles inselaffen… und es zieht sich durch die ganze bank…

  9. Ob solcher „Personal-Leiterlispiele“ ohne spürbaren Nutzen für den Kunden kann die hart arbeitende Bevölkerung (weiterhin) nur den Kopf schütteln…

  10. Ein Marketing Submix (PR, d.h. Texte für Broschüren schreiben) macht einen auf Marketingleiter. Das ist die CS in einem Satz erklärt.

  11. Totaler Machtmissbrauch, den sich TT und seine Entourage da geleistet haben. Jetzt hat die CS unter Gottstein die grosse Chance, sich wieder auf ihre Schweizer Wurzeln zu besinnen.

    Die vielen Königreichen innerhalb der Firma müssen verschwinden, ebenso die hohen Saläre und Boni. Das geldgierige Pack muss weg! Bleiben werden Menschen, die daran interessiert sind, einen guten Job zu machen und die Firma weiterzubringen!

    • @Martin
      Meinsch das Ernst…? ist den CS eine Wohltaetigkeitsorganisation mit Leute die gerne 9 Stunden+ am Tag arbeiten wollen auf tiefem Salaer ?

  12. Sehr schade, dass Gottstein an der Strategie nichts ändern will, reine Kosmetik. Aber er kann vermutlich auch gar nicht, denn das Sagen hat der VR und seine einflussreichen Grossinvestoren. Gottstein ist da nur eine gekaufte Nummer, von der man verlangt, nichts anzurühren und so weiter wie bisher zu machen.
    Schade, wieder eine verpasste Chance!

    • Hmmm… Der VR hat ja auch nichts zu bestimmen… Haben wir ja gesehen, wie der TT dem Rohnerlich jahrlang auf der Nase rumtanzte!

    • CS ist ein ungutes Unternehmen beherrscht von Geldgier, Arroganz, Selbstgefälligkeit und Ignoranz im Management Team.

      Es wimmelt von Ja Sagern und Kriechern in diesem System CS.

      Es reicht nicht TT & seine Crew auszuwechseln – es braucht eine Erneuerung auch in der 2. und 3. Führungsebene um einen Neustart zu ermöglichen.

  13. Als CS Mitarbeiter höre ich das erste mal davon. Und tatsächlich, der Gishen ist klangheimlich und ohne Kommunikation abgeschlichen. Wie erbärmlich.

  14. ja da wird aufgebaut und noch mehr aufgebauscht, soweit dass sich alle für sooooo wichtig halten. Aber ohne die wärs einfacher besser und günstiger! Schaumschläger und heiss Föhn, glatt wie die es immer schaffen sich so in Szene zu setzen. Dies talent haben sie.

    • …und die „weisse Weste“ doch gleich in die Reduktion mit einbeziehen!
      Da würde der Aktienkurs Freudensprünge vollführen – das Covid-19-Negativum gleich überkompensieren. Wetten?!