NAB schliesst CEO weg, Aargau-KB nicht

Infiziertes Regierungsmitglied war mit Topbankern zusammen. Einer verkriecht sich freiwillig, Zweiter macht weiter wie bisher.

Urs Hofmann, SP, 63, ist das bekannteste Mitglied der Aargauer Regierung. Nun befindet sich Hofmann in Selbst-Quarantäne. Er hat sich mit dem Virus angesteckt.

Sofort gingen mehrere Personen, die mit dem Spitzenpolitiker Kontakt hatten, nach Hause, um sich und andere zu schützen.

Die zwei obersten Banker des Kantons Aargau, die Chefs der Neuen Aargauer Bank, eine CS-Tochter, und der Aargauischen Kantonalbank hatten vor Hofmanns Selbstisolation ebenfalls Kontakt mit dem Exekutiv-Politiker.

Nun ging der Eine – der Chef der NAB – sofort freiwillig nach Hause, um ja niemanden anzustecken. Der Andere von der Staatsbank Aargaus hingegen macht weiter wie bisher.

No Risk: Herrmann (LinkedIn)

„Roland Herrmann hat sich am Dienstagmittag unmittelbar nach dem Bekanntwerden für 14 Tage in Selbstquarantäne begeben“, sagt der Sprecher der NAB. „Er fühlt sich gesund und ist wohlauf. Roland Herrmann bleibt zu Hause und arbeitet im Home Office.“

„Das Vorgehen und das Verhalten entsprechen den Richtlinien der Taskforce der NAB, die für alle Mitarbeitenden der NAB gelten. Selbstverständlich hält sich auch unser CEO daran. Die Richtlinien unserer Taskforce entsprechen auch den Empfehlungen des BAG.“

Anders die Reaktion bei der Aargauischen Kantonalbank. Dort sagt eine Sprecherin auf die Frage, warum der oberste Chef weiterhin ins Büro geht:

„Wir haben die Situation schon vor einigen Tagen in Ruhe besprochen und analysiert. Es wurden alle Sicherheitsmassnahmen zu jeder Zeit eingehalten. Dieter Widmer zeigt keinerlei Symptome und überwacht seinen Gesundheitszustand laufend.

„Er sass an der besagten Sitzung zuhinterst und weit entfernt von den heute positiv getesteten Personen.“

Mir gehts super: Dieter Widmer (AKB)

Auch die AKB habe eine für alle gültige Regelung. „Wer mit einer bestätigten infizierten Person engen Kontakt hatte (Abstand von weniger als 2 Metern während mehr als 15 Minuten), aber nicht im selben Haushalt lebt und keine intime Beziehung hat, überwacht seinen Gesundheitszustand.

„In allen anderen Fällen arbeitet die Person ab sofort für 5 Tage nur noch von Zuhause aus und hält aktiven Kontakt mit seiner Führungskraft. Wenn es die Arbeit und der Betrieb zulässt, ist Home-Office der Arbeit vor Ort generell vorzuziehen.“

Die Holländer, deren Regierung bis vor kurzem die Durchseuchung der Bevölkerung mit dem Virus angestrebt hatte, nun aber angesichts der hochschnellenden Todesfälle eine 180-Grad-Volte vollzogen hat und die Menschen zur Heimarbeit aufruft, reagieren anders.

So schreibt heute der Chef der Bilanz, eines Management-Magazins, in seinem Wochen-Newsletter rund um die Titelstory über den neuen UBS-Chef Ralph Hamers, der aus den Niederlanden stammt:

„Dass er sich als Chef selbst ins Home Office setzt, war für Hamers unverhandelbar: ‚Nur so werden wir unserer sozialen Verantwortung gerecht‘.

„Die Arbeitszeit daheim ist für ihn normal (‚vorbildliches Verhalten heisst nicht, als Erster im Büro zu sein, zu Hause habe ich Zeit zum Nachdenken‘).

„Andere Chefs von Grossunternehmen (Namen wollen wir keine nennen) haben ihren Mitarbeitern das Home Office verordnet, gönnen sich aber noch immer die tägliche Fahrt ins familienfreie Einzelbüro. Vorbild geht anders.“

Kommentare

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  1. Glaube nicht das er vermisst wird, den das Renommees der NAB mit ihren Verwaltungsmandaten ist das pendent der CS: den Kunden möglichst mit Aussagen die für den Kunden schwer verständlich sind, ihn mit überhohen Mandats- und Fondsgebühren zu übervorteilen.

  2. Der Kapitän verlasst grundsätzlich als Letzter das Schiff, auch wenn es nicht sinkt!

    Sich im Luxushaus zuhause verkriechen, passt aber zu der CS Mentalität…

    • Luxushaus? Soweit ich weiss wohnt der CEO der NAB in einer Mietwohnung. Nix Luxushaus. Da spricht wohl der Neid?

  3. Nun ja, von einen echten Chef mit Statur würde ich erwarten das er die Stellung hält.

    Vorsichtig kann man auch dabei sein.

    Aber was gerade in der Schweiz abgeht…… unglaubliche viele haben sich zu Hasenfüssen gewandelt.
    Diese Angsthasen ums mal Nett zu formulieren, hocken zu Hause und glauben dem Virus so entgehen zu können.

    Wir sehen gerade sehr schön, was uns von irgendwelchen unrasierten Bundes-Typen auch empfohlen wird, die allermeisten tun es, Schaffe wohin man auch blickt.

    Nichts kan das aufhalten und wer darauf warten will bis ein Impfstoff verfügbar ist, kann unter Umständen bis Mitte 2021 warten….in Selbst-Quarantäne warten….

    Was ist bloss aus uns Schweizern geworden….. und was passiert hier wenn wir mal eine echte Krise haben ?

    Wer hier bei Frau Villalon mitgelesen hat, der weiss …. ich war für Massnahmen… vor 7 Wochen.^
    Nun aber heisst es krank werden und eine Immunabwehr aufbauen, so wie wir Menschen das seit Jahrhundertausenden immer tun mussten.

    Risikopersonen die müssen jedoch vorsichtig sein und durchhalten, für sie ist nur ein Impfstoff das Ende der Corona Epidemie.

    • Naja,wie definieren Sie “ echte Krise“?
      Wir haben Tote,Witschaftsausfälle,Tragödien einzelner haufenweise,Verkehrstechnisch geht wenig und Läden haben zu.In meinem Verständnis trifft der Begriff “ Krise“ ziemlich punktgenau zu.

  4. keine ahnung was theater soll.
    kann nicht verstehen, dass
    „manger“ und politiker den
    virus haben, weil sie in letzter
    minute noch an jeder
    „hundsverlochetet“ waren.
    sie sollten sich schämen!

  5. Was soll man von so einem Mangement halten? Dieses Verhalten zeigt wieder einmal, ab gewissen Hirarchiestufe meinen sie, sie stehen über allem und wissen alles besser! Solche Leute gehören abgemahnt.
    Wie kann man nur so dumm und hochnäsig sein?

  6. Jaja, dieser Dieter Widmer von der AKB. Einer von der Spezies, die sich für unverzichtbar hält. So sieht er auch aus.

    Herr Widmer, bleiben Sie doch mal zu Hause. Dann sehen Sie, dass der Laden ohne Sie viel besser läuft!

    • Ja, genau davor haben doch viele Banker Angst! Von zu Hause lässt sich halt nur erschwert intrigieren.