Käufer Benko, Migros: Wer trägt Globus-Shutdown?

Milliarden-Deal fällt mitten in Corona-Lockdown. Nun taucht Frage auf, wer für den riesigen Umsatz-Ausfall geradesteht.

René Benko ist der Mann hinter Signa, die grosse europäische Warenhäuser betreibt und von der Migros den Globus für eine Milliarde gekauft hat.

Nun hat Signa Stress. Man verliere mit der deutschen Warenhausgruppe jede Woche 80 Millionen Euro Umsatz, zitiert TextilWirtschaft, ein Fachmedium, aus einem internen Memo von Signa.

Es liefen „Gespräche mit den Banken“, diese seien Voraussetzung für eine „Inanspruchnahme staatlicher Hilfsgelder“.

Was heisst das für Benkos Deal mit der Migros? Ein Sprecher von Benko sagte auf Anfrage:

„An der durch SIGNA/Central Group und Migros am 4. Februar 2020 gemeinsam angekündigten Übernahme von Globus hat sich nichts geändert.

„Die Finanzierung des Kaufs stand selbstverständlich bereits vor der gemeinsamen Kommunikation zu 100 Prozent. Auch daran hat sich nichts geändert.“

„Das Signing der Transaktion ist erfolgt. Die finale Übernahme steht unter Vorbehalt der Zustimmung der europäischen Wettbewerbsbehörden und soll bis Mitte 2020 vollzogen werden (Closing).“

Auch bei der Migros beteuerte ein Sprecher, dass die Transaktion auf Kurs sei. „Nach unserem Verständnis läuft alles nach Plan.“

Warnruf aus Deutschland (TextilWirtschaft)

Warenhäuser befinden sich mitten im grossen Corona-Sturm. Strippenzieher Benko und seine Mit-Investoren, darunter bekannte Schweizer Grössen, sind mit einer Millionen-Frage konfrontiert.

Wer steht für die laufenden Umsatzausfälle bei der Globus-Gruppe gerade, Käufer Benko und sein Partner aus Thailand oder Verkäuferin Migros?

Aus Insiderkreisen ist zu hören, dass das Thema in Bälde von Benko lanciert würde. Würde heissen, dass der Selfmade-Milliardär aus Österreich mit dem vermeintlich goldenen Händchen für Immobilien bei der Migros vorsprechen würde.

Ihr oder wir?

Benkos Schweizer Sprecher sagt dazu:

„Verhandlungen mit der Migros im Zusammenhang mit den durch die Corona Krise hervorgerufenen wirtschaftlichen Konsequenzen bei Globus gab es nicht.“

Kommentare

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  1. Benko hat gerade für Karstadt Deutschland Konkurs angemeldet. ⚠️

    Wir erleben gerade wie Big Boys reihenweise Milliarden – Konkurse hinlegen und dabei Banken und Investoren in den Abyss reiten.

    WeWork war nur der Anfang: alle Mittels irren Bankkrediten aufgebauten Luft-Schlösser sind am verdampfen.

    Ich sollte mich arg täuschen, wenn der Migros-Benko-Deal ebenfalls mangels Materie erst gar nicht zum Tragen kommt.

    Und diese Ausstrahlungen zerfetzen den Immo-Himmel Schweiz 🇨🇭 nach Strich und Faden.

    Benko wird wieder Estrich-Böden ausbauen gehen.

    Die Prokuristen – Gazette Bilanz wird wieder ein neues Koryphäen-Titelbild Küren 😳.

  2. Vor dem Closing gibt es immer Mittel und Wege, nach zu verhandeln, wenn sich die Lage ändert. Natürlich wird Benko nicht den vollen Preis zahlen. Das weiss auch die Migros.
    Im Notfall wird der Deal durchfallen, dann hat die Migros ein echtes Problem.

  3. Im März würde in der „BILANZ“ René Benko als „KING OF GLOBUS“ gefeiert. Das gleiche Blatt hat in der jährlichen Sonderausgabe vor Jahren, Werner K. Rey als „Reichster Schweizer“ betitelt. Heute?

    Die 8. Abteilung des Bezirksgericht Zürich schrieb (2001) in einer Urteilsbegründung (Ehrverletzungsklage eines Finanziers gegen Bilanz / Urteil musste publiziert werden): „Denn die jährliche Sonderausgabe spreche nicht nur Wirtschaftsinteressierte an, sondern auch eine Kundschaft, die ihre Neugierde über Reiche befrieden wollen“.

    • In den 80ziger Jahren zur Zeit von Rey, Omni Holding und Co. machte faktischer jeder innert 2 Jahren Pleite, nachdem er auf der Frontseite der Bilanz abgelichtet wurde….

      Da gab es doch auch den Artikel in der Bilanz, wo diese zum Besten gab, Menschen, die eine Rolex tragen hantieren mit Kapital was ihnen nicht gehört…., was eine riesige Verkaufswelle von gebrauchten Rolex Uhren nachsich zog.

      IWC Uhren standen dann in der Gunst der Protz Bänkler Clowns…

  4. Tipp an Hr. Benko und Migros: Bitte immer erst nach dem Closing kommunizieren und nicht schon beim Signing, wenn noch 37 Bedingungen (z.B. Finanzierung) erfüllt werden müssen.

  5. Benko: Hauptsache eigener Profit. In Deutschland will Benko 1.) keine Mieten mehr zahlen und 2.) die gestundeten Mieten wohl garnicht zurückzahlen. Benkos Geschäftsgebahren ist im Graubereich. Wird seine Signa Gruppe den Corona Tornado überleben? Völlig schleierhaft ist mir, weshalb so viele Schweizer Superreiche dem Benko ihr Vermögen anvertraut haben, die könnten einen Grossabschreiber haben. Benko arbeitet oft mit Leverage, das heisst er benutzt Einlagen um sich damit bei mehreren Banken mehrstöckige Kredite zu beschaffen und die Kundeneinlagen dienen den Banken als hinterlegte Sicherheits Margin. Was passiert mit den Einlagen der Investoren?

    • Benko schafft es ja nicht einmal sein eigenes Gewicht diszipliniert zu halten. So jemandem würde ich keinen Franken anvertrauen.

    • In Deutschland befinden sich sämtliche Immobilien im Besitz der Signa, an wen sollen sie Miete zahlen?
      Benko finanziert alle Deals sehr langfristig (25 Jahre).
      Ein kleiner Blick in die Bilanz der Signa-Holding würde ihre trübe, einfältige Sichtweise ein wenig aufklaren.

  6. Verluste trägt logischerweise derjenige der zur Zeit des Verlustes der rechtmässige Besitzer ist. In dem Fall die Migros da die Uebernahme (siehe Artikel oben)nicht vollzogen ist.

  7. Benko könnte Vogt-Lyotard als Berater anheuern, der macht ja auf Selbstfindung und hätte sicher wieder Lust, eine weitere Firma glamourös zu beerdigen.

  8. Klar muss dies Benko tragen! Ist sein Unternehmerisches Risiko.
    Denn wäre kein Corona gekommen und seine Globus hätte den Umsatz extrem erhöhen können, würde er auch nicht zur Migros um zu sagen wollt Ihr mehr Geld ich habe es zu billig bekommen!