Falcon: Heritage will Kunden, Inder ganze Bank

Um Privatbank ist Seilziehen im Gang. Genfer Heritage prüft Assetdeal, Indien-Unternehmer offeriert VR Komplettübernahme.

Als die Falcon-Spitze letzte Woche das Ende ihrer Privatbank ankündigte, erwähnte sie einen Verkauf der Kundenassets. Nun wird bekannt, wer gemeint ist: die Genfer Privatbank Heritage.

Diese prüft derzeit den Kauf der Vermögen, welche Kunden bei der Falcon Private Bank halten. Laut einer Quelle drückten die Genfer stark auf die Preise.

Weder Carlos Esteve, Vize-Präsident der Heritage, noch ein Sprecher der Falcon wollten etwas zum Deal sagen. Schon früher soll die Heritage interessiert gewesen sein an Falcon, damals sei es um die ganze Bank gegangen, heisst es.

Die ganze Falcon, das will auch ein indischer Rohstoffmagnat. Dieser heisst Srinivas Solaraj und führt eine in London domizilierte Öl- und Gas-Gruppe namens Citax.

Die Citax hat am 17. Mai dem Verwaltungsrat der Falcon Private Bank einen „Letter of interest“ geschickt.

„Acquisition of Falcon Private Bank Ltd. (FB) shares“ ist der Brief überschrieben. Man schlage einen „Data-room“ sowie ein „information memorandum“ vor mit dem Ziel einer „due diligence“.

Auf dieser Basis wäre dann eine „non-binding“ Offerte für die ganze Falcon Bank möglich. Anvisiert würde die „acquisition of the 100% FB shares“, sprich die „Zurich entity as parent company and its branches/Representative offices in Switzerland and abroad“.

Der Kaufpreis richte sich nach dem Wert der Aktien, den Kundenassets, Steuererleichterungen sowie den „sensitive issues FB is facing for the last 4 years“. Gemeint sind die Skandale wie in Malaysia mit dem dortigen Staatsfonds.

Das Handelsblatt, eine renommierte deutsche Wirtschaftszeitung, zählte den indischen Citax-Unternehmer und Falcon-Interessierten kürzlich zu „mysteriösen“ Investoren.

Dieser offerierte zusammen mit anderen eine Rettung der in Schieflage geratenen indischen Yes Bank. Ingesamt würden 2 Milliarden von privaten Investoren eingeschossen.

„Auf Medien und Analysten machen die Geldgeber einen dubiosen Eindruck“, schrieb das Handelsblatt am 1. Januar. „Auch die angebliche Quelle ihres Kapitals wirft Fragen auf. Es soll unter anderem aus Deutschland stammen.“

Das Handelsblatt verwies auf hiesige umstrittene Aktivitäten rund um den Citax-Chef.

„In der Schweiz leitet Solaraj laut Handelsregister zusammen mit einem Niederländer ein Unternehmen namens Oceanworld, das als Beratungsfirma eingetragen ist.“

„Der Niederländer ist in der Schweiz kein Unbekannter. Er machte 2011 Schlagzeilen als Chef einer umstrittenen Stiftung, die Geld für angebliche Krebshilfe einsammelte und wegen Intransparenz auf eine Warnliste von Wohltätigkeitsexperten geriet.“

Trotzdem begrüssten die Verantwortlichen der notleidenden Yes Bank die Citax-Rettung. Im Dezember sagte der VR, er unterstütze das Citax-Angebot.

Nun will die gleiche Gruppe die Falcon Bank übernehmen; dies nach vorgängiger Prüfung. Der VR der Falcon sagte jedoch vor Wochenfrist, man sei schon sehr weit fortgeschritten in Verhandlungen mit einer Schweizer Bank über den Verkauf der Kundenassets.

Gemeint war offensichtlich die Genfer Heritage. Ob der VR der Falcon noch auf den Brief der Citax reagieren wird, bleibt abzuwarten.

Kommentare

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    • Absolut. Ein klares No-Go. Vor denen zittern gar die Araber im Geschäftsleben…, das will was heissen.

  1. „Ich hab eine Schweizer Bank“ ist für Asiaten immer noch ein gutes Reklameschild. Damit werden dann naive indische Anleger geködert.Mal abwarten…noch ist es nicht so weit.

  2. Die Inder wissen schon, wie sie ihre „mysteriösen Geschäfte“ organisieren müssen und wo. Die Schweizer Politik ist bekanntlich gegen einen vernünftigen Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungs-Initiative der Linken, die ungefähr dem entspricht, was auch die EU gegenwärtig einführen will. Nein, wir wollen bildlich gesprochen unbedingt weiterhin alle möglichen Stechmücken mit ihren Krankheitserregern anziehen, damit wir etwas von ihrem abgesaugten Blut bekommen. Solche Typen mit ihren „mysteriösen Geschäften“ seien angeblich ungemein profitabel für Schweizer Anwälte, Banker und Treuhänder, wenn auch nicht für den Steuerzahler. Was wir wirklich erhalten, ist nur ein Rappen mit einem Odeur der übelsten Sorte und keinen rechten Batzen, geschweige denn einen schönen Fünfliber, auch nicht für unsere Anwälte, Banker und Treuhänder.
    Wir sind dabei überzeugt, so etwas ist die beste Werbung für unser Land des Roten Kreuzes und von Pestalozzi und die EU und die USA werden vom moralischen Gewicht von diesen Schweizer Realitäten in den politischen Verhandlungen ganz eingeschüchtert sein.

  3. wer beliefert hässig wohl mit diesen top sekret documents….egal

    endlich ein inder, mit wohnsitz in der londoner squaremile auch noch.
    mehr garantie für weisse wäsche im akaribisch kontrollierten
    digi cashbusiness geht ja dann wohl kaum mehr.

    fehlen nur noch diese abgemagerten verzeckten, anscheinend heiligen kühe im züri stadtbild die sich quer durch downtown auf den fahradstreifen wiederkäuend breitmachen.

    aber was nicht ist kann ja noch werden.

  4. Neapel hat auch noch starkes Interesse angemeldet.

    Voraussetzung ist: Kauf gegen Bargeld (EUR;USD oder CHF in CASH) sonst möchte sie es definitiv sein lassen. 🙂

    Trümmer-Banken werden mehr und mehr,
    wer hat noch nicht, dann bitte sehr!

    • nicht so einfach, die haben benko in ihren assets…@ realist oder eben, vielleicht gerade darum))) egal wie, die wickeln uns links um die finger.

  5. Indian Investor from London or Dubai? My friend has friend who knows a friend who has access to huge amount of money, Boss Sir! Been there, seen it, never touched it. Stay away from such people.

  6. Ob die Citax Jungs wissen, dass bei einer Übernahme die Banklizenz nicht garantiert ist und neu erteilt werden muss?

  7. Die Frage ist wohl,ob die Heritage noch grosse Luftsprünge kann machen mit einem grossen Klumpen am Bein. Es soll ein Basler daigiger Wirtschaftssanwalti im VR sein,der anscheinend nur auf einen Sturzpiloten hört, wie man die Marbella-Sache in Washington vermarkten kann, mit dem Resultat, dass gestern eine wichtige Stütze von Donald Trump den Verwaltungsrat eines Basler Konzerns blitzartig verlassen musste. Ein amüsante Basler Seifen-Oper.
    Gunther Kropp, Basel

    • @Fahrlehrer
      Infantile Machtspiele von zwei Basler Bebbis, die immer in der Sandkasten-Phase sind und eine grosse Freude, Genuss und Spass haben Sandburgen zu zerstören.