Erdbeben in Chur: VR-Rücktritt bei KB

Thomas Huber stolpert über seine Beziehungen zu einem Osteuropäer. Der hat Landesverweis in der Schweiz. Bündner Staatsbank mitten drin.

Der Fall Ruvercap mit illiquiden Fonds und Verlusten für Schweizer Banken, Vermögensverwalter und Pensionskassen fordert ein erstes prominentes Opfer.

Thomas Huber, Mitglied des Bankrats der Graubündner Kantonalbank (GKB), muss sein Mandat per sofort niederlegen.

Man habe gestern „den Rücktritt von Bankrat Thomas Huber akzeptiert“, meldet die GKB heute früh.

Sie danke „Thomas Huber für seine fünfjährige Tätigkeit als Bankrat und seine wertvolle Mitarbeit bei der Weiterentwicklung der GKB“, schreibt die Kantonalbank, die führend in der Schweizer Ferienecke ist.

Mit der „Zurverfügungstellung seines Mandates“ würde Huber „die Reputation der GKB“ schützen.

Hintergrund ist der Fall Ruvercap. Huber ist Präsident einer mit Ruvercap verbundenen Gesellschaft namens Batagon. Diese hatte von einer Ruvercap-Finanzierungsfirma in Luxemburg einen hohen Kredit erhalten.

Damit erwarb Batagon in Serbien eine Batteriefabrik. Die Kaufsumme betrug „nur“ ein paar Millionen. Was mit dem restlichen Kredit passierte, ist umstritten.

Hinter Batagon steht ein Balkan-Unternehmer namens Dalibor Matic. Dieser wurde vom Bundesgericht wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung verurteilt.

Das Urteil umfasst einen Landesverweis. Matic, der sich vom Occasionhändler zum Finanz-Unternehmer hochgearbeitet hatte, darf nicht mehr in die Schweiz kommen.

Bankrat Huber sagte vor ein paar Wochen, dass Matic eine „zweite“ Chance verdient hätte.

Peter Fanconi, ein Ex-Vontobel-Spitzenmann, der die Bündner KB als Präsident leitet, meinte gestern am Telefon, dass er Hubers Einschätzung hinterfrage.

„Es geht um den Ruf, diesen gilt es zu schützen“, so Fanconi.

Die Bündner KB sei die Verluste mit den Ruvercap-Fonds am Aufarbeiten. „Wir haben letztes Jahr eine Kurskorrektur von 10 Prozent auf dieser Position vorgenommen“, so Fanconi.

Die definitive Verlusthöhe sei derzeit noch nicht abschätzbar. „Das hängt vom weiteren Verlauf bei den Fonds ab.“

Ruvercap hatte drei Fonds. Diese finanzierten sogenanntes Factoring and Lending. Gemeint ist die Vorfinanzierung von Lieferanten-Rechnungen.

Die Fonds waren in Franken, Euro und Dollar und in Irland domiziliert. Gründer waren zwei Unternehmer mit Sitz in Zürich.

Sie gerieten in den letzten Wochen ins Visier der Medien. Der Grund ist die Illiquidität der Fonds. Die werden seit letztem Juli abgewickelt.

Dafür zuständig ist ein neu gewähltes Fonds-Management. Ruvercap ist aussen vor.

Die Verluste könnten in dreistellige Millionenhöhe gehen. In Ruvercap investiert haben Kunden der Freiburger KB, der Aquila Vermögensverwaltung, der Edmond de Rothschild Schweiz, der PK der Stadt Zug und weitere.

Ihnen drohen hohe Verluste, je nachdem, zu welchen Preisen die Assets in den drei Ruvercap-Fonds veräussert werden können.

Verluste erleiden auch Kunden der Bündner KB. Der jetzt zurückgetretene GKB-Bankrat Huber sagte in einem früheren Bericht, dass er nichts gewusst hätte von den Investments der Bündner KB für deren Klienten.

Ein Sprecher der GKB meinte damals, dass der „Anlageausschuss der Bank“ den Entscheid gefällt habe, Kundengelder in Ruvercap-Fonds anzulegen.

Der Bankrat der GKB sei „in keiner Art und Weise in Anlagediskussionen oder -entscheidungen involviert“.

Kommentare

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  1. Achtung: nicht vergessen Huber ist auch VRP der Zugerberg Finanz. Diese gewinnt zwar jährlich den VVPreis der Bilanz, aber wahrscheinlich nur weil sie ihn selber sponsert 😂😂😂

  2. Schutz der Reputation? Looolllll… Hört mal endlich auch mit diesem Kunstbegriff. Es gibt keine Reputationsschäden bei Banken. So ein absoluter Blödsinn.

  3. Mal schauen, was bei der Schwyzer Kantonalbank passiert, da hats ja auch noch eine merkwürdige Dame, deren Tun den Ruf der Bank nachhaltig beschädigen könnte.

  4. mein schweizerisches Unternehmen hätte 800‘000 zur Rettung benötigt. Leider habe ich nur Absagen erhalten. Ich hätte für 80 Mio anfragen sollen – mein Fehler

  5. wenn etwas weiter geschaut wird – könnte man auch gewisse Beziehungen aus dem Fall Schweizer Kredit AG und W. finden.

  6. Interessant, dass bei den Ruvercap Investoren die PK einer Versicherung – es könnte sogar eine Rückversicherung gewesen sein, aber ich bin mir leider nicht mehr ganz sicher – plötzlich nicht mehr erwähnt wird … Um 10:30 wurden die noch erwähnt …

  7. Dass bei solchen Vorfällen jeweils der Chef die Konsequenzen zieht – so er Grösse und Verantwortung hat – ist ein Teil der Geschichte.
    Der andere Teil ist, welche Rolle denn die Mitglieder des Risikoausschusses, bzw. des Anlageausschusses spielten. Denn meist sind es nicht einsame Einzelentscheide, sondern Kollektiv-Entscheide. Ein Gremium von Abnickern tappt meist in die nächste Falle…

    https://www.gkb.ch/de/Documents/DC/GKB-Facts-Figures/Publikationen/Organigramm/Organigramm.pdf

  8. Wenigstens hat die GKB schnell gehandelt. Bei der SZKB hockt ja die HR-Tante mit ihren PK-Deals weiterhin in der Geschäftsleitung und kassiert ab.

  9. Ruverkap; wenn ich nur die Namenswahl höre wird es mir eiskalt am Rücken.

    Vermutlich sind Involvierte, wie auf dem Latrinenweg vernehmbar, mit 💯 erten von Millionen abgehauen. Neue Bleibe soll Tel Aviv sein.

    Na dann Prost, für all jene welche diesen auf den Leim gegangen sind.

    • tel aviv…die ewige konstante, wo das heilige und der teufel sich unterschlupf gewähren.

  10. Auffalkend wie viele Manager Dreck am Stecken haben. Ich frage mich imner wieder, wie solche Typen zu solchen Jobs kommen.

    • Wahnsinn: Vermutlich immer auf dieselbe Weise, durch forsches, selbstsicheres Auftreten. Daneben mag einer noch ganz „gmögig“ sein, es fehlt aber oft an Seriosität, an Verantwortungsbewusstsein dem Geld anderer Leute gegenüber. Und so passiert’s dann halt und man fällt als Manager selbst auf so einen rein mit bekanntem Ergebnis …

    • eine gute Frage, die stelle ich mir seit meiner Arbeitslosigkeit jeden Tag; Aber Säuhäfeli, Säudeckeli und entsprechende Kontakte!

    • Seilschaften!
      Die da sind: Militär; Freikirchen (Fischli), und ganz oben Bilderberger.

  11. Mein Vorschlag wäre
    Bundesrat und Parlamentarier freiwillig zurücktreten und Junge an die Macht
    diese haben einen gesunden Menschenverstand und „verlochen“ nicht Milliarden für Schutzmasken
    die sowieso 90 Prozent davon nichts nützen. Mit diesem Geld hätte man besser den Binnenmarkt unterstützt.
    Wir Steuerzahler müssen nun für das Debakel gerade stehen

    • Oberholzer:

      Hier geht es um die GKB und um PK-Abschreiber und nicht um Schutzmasken.
      Sie sind hier ins falsche Forum geraten.
      Evtl. ist Ihre Wahrnehmung eine andere?

    • Oberholzer, wollten sie den Kommentar nicht bei einem Stöhlker Elaborat schreiben? Nehmen sie ihre Medikamente regelmässig wie der Arzt vorgeschrieben hat?

    • Oberholzer: Leider muss ich Ihnen Recht geben. Die vom Bund gekauften und z.B. Coop, Migros und Landi gelieferten Masken made in China sind Schrott (selbst probiert). Sie halten nicht, verrutschen dauernd, somit muss man sie allpot zurecht rücken und greift sich ins Gesicht. Für die nächste Pandemie kann man jetzt einiges lernen und dann besser machen.

  12. Und immer noch wirken alte Muster bei Raiffeisen: Nichts gesehen nichts gewusst.
    Das waren die Vorgaben des gescheiterten Bündner Ex-CEO.

    • Sie haben nicht gemerkt, dass es um die Graubündner Kantonalbank geht, und nicht um Raiffeisen?

  13. Bestimmt ist der Wirtschaftlichberechtigte der Lux-Firma der gleiche wie beim Batagon. Finanzierung durch Scheinkredite war zu den alten Zeiten Standard, auch ein Weg Zahlungen in der Form von Zinsen zu ermöglichen, und Steueroptimierung zugleich, Luxemburg war/ist darauf spezialisiert.

  14. Very interesting move, Mr Huber. ‚Zweite Chance…verdient. Ausgewiesen vom Bundesgrericht…!

    Only a question of time when Clapasson (RuverCap), Turnes (RuverCap), C (RuverCap), Huber (GKB/Batagon), and B (Batagon) are being questioned by investors.

    “You can fool some of the people all of the time, and all of the people some of the time, but you can not fool all of the people all of the time.” AL

  15. gehabt, werden sie sagen.
    Dass der Anlagechef und sein Research-Team nur oberflächlich forschten, dass das Anlagekommitee nicht entscheidet sondern nur abnickt, dass nur schon die elementarsten Nachforschungen ausblieben, davon will man dann nichts wissen.
    Und dann fragen sie sich, warum die Kunden ihnen nicht vertrauen und trotz Minuszins nicht noch mehr anlegen möchten.

    • Sie scheinen sich bei der GKB nicht auszukennen. Sonst wüssten Sie, dass der unglückliche Investitionsentscheid unter der Führung der damaligen Anlage CHEFIN geschah. Sie ist in der Zwischenzeit in die GL vorgerückt, so schlimm kann der Case für die GKB also nicht sein. Khunt guat!

    • Das ist die schweizerische Weissgeldstrategie! WEISS nicht woher es kommt und wohin es geht!

  16. regionalbank und erdbeben wegen 0,0001 milliarden schrägbängking

    meingott herr hässig sollen wir uns, nun alle aufhängen.

    entweder bekommen sie nichts mit was in der wechslerszene die letzten jahrzehnte so abläuft….
    sie sind vorsenil….
    sie arbeiten für das pulpfiktionhaus ringier….suchen sie sich was aus.

    und dann noch weiter unten eine rothschild im geschädigten getümmel
    non enim erit ultra omnis stultus est. mr.l.hässig

    • Dieser Kommentar macht sogar dem Virus den Garaus. Oder des Kommentators Muttersprache ist tatsächlich Latein (oder Ladin, die Verständigungsart der UnterengadinerInnen).
      Und so, hänge ich mich, nun auf.

    • Der Kommentar ist *leider*, eben punktgenau @RB

      Nur die eine, anscheinend geschädigte Rothschild tut noch mehr weh.

      Ansonsten; stipendium operam ut rectum nodum RB

  17. Die GKB merkt wenigstens, wenn es Zeit wird zum Ausräumen. Bei der CS warten wir seit Monaten und UR ist immer noch im Amt.

    • Bei der CS ist es wohl bereits zu spät zum ausmisten.
      Da sieht es Zapfenduster aus

  18. Close to your client, heisst nicht, das man sich für den Kunden vor den Buss werfen muss. Ein professionelle Distanz, ist jederzeit angebracht! Zuviele Banker meinen immer noch, das sie in der Liga der wichtigen Kunden turnen! Ihr seit alle über Nacht austauschbar und niemand erinnert sich an euren Namen in sechs Monaten.

    • Was heisst in sechs Monaten? Nach 14Tagen sind die doch im Niemandsland vorbei und vergessen!!!

    • Genau! Der eigentliche Kunde ist der Chef, mit dem der Mitarbeiter einen kündbaren Vertrag hat, die „Kunden“ sind bloss ein Mitten, den eingentlichen Kunden zufrieden zu stellen.