Ego-Partner von EY neu bei Deloitte

Andreas Bodenmann wollte am alten Ort die Macht. Er scheiterte, nun fand er Unterschlupf bei Konkurrentin Deloitte.

Andreas Bodenmann war ein Zögling der alten Arthur Andersen-Truppe, die nach ihrem Sprung zur EY Schweiz dort die Zügel in die Hand nahm.

Bodenmann wurde persönlicher Assistent von Peter Athanas, ein Ex-Andersen-CEO, der von 2004 bis 2008 Chef von EY Schweiz war.

Bodenmann stieg nach Athanas‘ Abgang bei EY weiter auf, bis er vor 4 Jahren „Chief Digital Officer“ Schweiz wurde. Er gehörte zur Spitzentruppe um EY Schweiz-Chef Marcel Stalder.

Als Ende 2018 rund um Stalder Fälle von Belästigungen auftauchten, sah Bodenmann die Chance gekommen, selber die Macht zu ergreifen. Er soll dabei Grenzen überschritten haben.

Ein Berater will nach oben (LinkedIn)

Schliesslich kam es zum Zerwürfnis. Der neue Chef von EY und Nachfolger von Stalder wurde ein anderer: Stefan Rösch. Der trennte sich nach einer internen Untersuchung von Bodenmann. Es drohte ein Arbeitskonflikt.

Nun scheint das Thema vom Tisch. Bodenmann hat jedenfalls eine neue Anstellung gefunden. Er wechselt zu EY-Konkurrentin Deloitte, wie eine Sprecherin gestern auf Anfrage bestätigte.

Auf seinem LinkedIn-Profil schreibt Bodenmann, dass er seit Juni „Partner“ bei Deloitte Switzerland sei. Laut einer Quelle arbeitet er dort im Bereich Assurance, also in der Revision.

Deloitte erhofft sich mit der Verpflichtung von Bodenmann, weiter Boden in der Schweiz gut zu machen. Längst hat die aus London heraus geführte Beraterin die KPMG vom 3. Platz verdrängt.

Heute liefern sich Deloitte und EY ein Rennen um den zweiten Platz, hinter PwC als langjährige Führerin.

EY punktet gerade mit dem Audit-Mandat der Raiffeisen-Gruppe, Deloitte wird oft von der Finma als externe Prüferin in Skandalen geholt, so in den Fällen Raiffeisen und Julius Bär. Was fehlt, ist ein grosses Banken-Mandat.

Kommentare

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  1. War nicht in einem kürzlich publizierten Artikel Deloitte abgeschlagen auf Rang 4? Plötzlich mit der KPMG den Platz getauscht?

  2. da wird sich die RAB aber freuen, wenn der Charakter nicht fit for purpose ist, dann ist es seine Revisonslizenz auch nicht (mehr) sein – wird sicher untersucht und in 3 Monaten heisst es dann, man hat sich in gegenseitigem Einvernehmen wieder getrennt 😂😂

  3. Ich arbeite schon lange bei Deloitte und war immer stolz auf unsere Kultur und Werte – wir haben sicher schon heute ein paar grosse Egos bei Deloitte, aber zu einer solchen Überschrift in IP hat es noch Keiner gebracht. Es ist eine Schande, dass uns dies nun passieren muss. So wird es für uns noch schwieriger im Audit Markt Fuss zu fassen.

  4. Hat denn nicht jeder eine zweite Chance verdient?

    Vielleicht hat er sich ja geändert und die charakterlichen Defizite sind überwunden?

    Vielleicht ist er jetzt ja eine gereifte, ehrliche, integre, kompetente und zuverlässige Persönlichkeit???

    Vielleicht …

    • Vielleicht … aber seien wir ehrlich, der Mann ist keine 5 Jahre mehr, das heisst ich gehe stark davon aus, dass er sich eben nicht ändert, sondern sein Charakter voll ausgebildet (oder missbildet) ist. Er hat sicher eine 2. Chance im (Berufs-) Leben verdient, aber wirklich wieder als Partner einer Big4? Das ist sehr fragwürdig meines Erachtens

  5. Bodenmann der grosse Digitalisierer 😂😂 – hat nichts bewegt, wirkungslos, keine Kunden gewonnen. Dafür ein ausgezeichneter Politiker – hat das ja auch studiert. Leider war der Herr nicht nur ungenügend bei EY, sondern auch zu indiskret. Da gewinnt Deloitte nichts dazu, ausser einen neuen Politiker. Schauen wir mal, ob er den Zievater Miolo auch noch los werden will… da ist für Spannung gesorgt 😉

    • Bei PWC hat der angeklopft schaffte es aber nicht in die zweite Runde. Zu heiss das Eisen; Finger weg! Zu schlecht die Reputation im Zusammenhang mit den Geschehnissen um den unrühmlichen ‚Boys Club’ bei EY. Unredlich das Motiv. Egoistisch. Selbstherrlich und selbstsüchtig. Wie hier beschrieben von der „Mutti“ ein reiner Politiker, Schaumschläger und doof in die Linsegucker – wie man ihn von der Lindenstrasse her kennt. Nein liebe Deloitte – da habt ihr ne Niete gezogen. Nicht fachlich aber als Mensch und Charakter. Good luck 😘

    • …indiskret? Klar sollte jeder MA nichts nach aussen tragen, aber intern wird regelmässig und wissentlich sexuelle Belästigung, Mobbing, Vorfälle bei denen MA vom Vorgesetzten denunziert werden etc. ignoriert oder heruntergespielt. Es geht so weit das MA in der schwächeren Position die Kündigung erhalten.
      Die Sache hätte man viel grösser aufziehen müssen.

      Seine Arbeit kann ich nicht beurteilen, da ich nicht 1:1 mit ihm zusammengearbeitet habe. Aber er hat mein Team mit ins Leben gerufen und hat mich vorab dazu befragt und mein Input und Wissen berücksichtigt.

      Liebe MUTTI, nenne mir doch bitte einen aktuellen EY Partner der Wert auf das Wissen/Können seiner MA, die am Ende der Kette stehen, legt?

    • Stimmt alles!! Man kann sich nur fragen, was Deloitte für eine schlechte backgroundrecherche gemacht hat, dass sie so jemanden als Partner reinholen. Die müssen es ja wirklich nötig haben!!

  6. Was ist bei Deloitte los? Die Deloitte Partner Brülisauer und Stocker verliessen die Firma Richtung MME und Bär & Karrer…

    • Lieber Fritz – sind reine Performance Issues. Brülli Hatte schliesslich noch nie irgendwo Kohle verdient. Weder bei good old EY noch bei Deloitte. Sicherlich ist er ein ganz toller Kerl mit viel Wissen, Show und vorallem Chaos. Savoia hätte es eigentlich wissen müssen. Sicherlich – Brülli mag die jungen Traxler immer zu dolle in den Bann ziehen. Das war’s dann aber schon. Schall und Rauch. Leider.

      Stocker Raoul hat wenigstens sein Salär aus dem Hügel geklopft – sprich verdient. Mag ihn persönlich Sehr gut. Es hat aber immer Wieder Leute im Team die haben mit seiner direkten Art etwas Mühe. Phinögggeli halt. Zudem ist B&K mit Neeracher ein geiler Laden! Weniger Politics – mehr Business! Lieber Raoul – viel Erfolg bei Neri. Da spielt wenigstens Musik!

  7. Haha Herr Hässig. Weshalb Bodenmann gehen musste, wissen Sie, Herr Bodenmann und auch alle bei EY.

    Man 💩 nicht, wo man 🍽

    • Bodenmann ist kein strait shooter! Im Kern klassischer Servelatpromi der an jeder Hundsverlocheten doof in die Linse gähnt – in der steten Hoffnung er werde doch noch mal Presidenete; er verweilt im Wunsche man möge ihn lieben – was natürlich niemand tut. Als Zögling vom unvergessenen und einmaligen Athanas Peter hätte er mehr Profil beerben sollen. Was war Athanas doch für ein grossartiger CEO!

      Ein Blick zurück: auch Marcel Stalder – so umstrittenen er war – hatte wenigsten Charisma, Kanten und Ecken – eine Frontsau. Der langweilige Bodenmann – wir nannten ihn ‚die Kichererbse‘ – sollte also nach dem noch langweiligeren Bruno Chiumonto – EY zu neuen Höhen führen. Naja – hat ja zum Glück nicht geklappt. Mit Rösch ist EY einstweilen gut bedient. Skandalfrei bisher – aber auch ihm wirft man gelegentlich Konsolidierungstendenzen vor.

      Über den Wechsel zu DTT ins traute Neschte zu Alessandro Miolo – war ich nicht überrascht – hätte aber vermutet er sei ein zu heisses Eisen. Ich wurde eines Besseren belehrt. Man staunt. Bodenmann hat aus egoistischen Motiven gehandelt – wollte Stalder schädigen, ihn frühzeitig absetzen – hat unentwegt an seinem Stuhl gesägt, und wollte diesen beerben. Unredlich! Derlei Charaktereigenschaften sind im Normalfall wenig attraktiv um hohe Kader- Positionen bei etablierten Unternehmen zu bekleiden.

  8. Da fehlt nicht nur ein Banken Mandat. Ausser einem Grosskunden hat Deloitte but Mini Mandate im Audit. Auch global wird Deloitte nicht als Audit firm sondern reine Beratung gesehen. Alle grossen Banken und Versicherer sind bereits an EY und KPMG vergeben, Rotation steht auch keine mehr an. Als ist also der Business case dieses grossartigen Leaders???

  9. The Bad and the Ugly – welcome to the club!

    Wenn’s einmal nicht mehr reicht,
    und aus allen Rohren seicht,
    ist Deloitte als Retterin nicht ferne,
    da treffen sich alle Möchtegerne.

    Die selbstherrliche Partnergilde,
    reitet mit Vorliebe auf der wilden Hilde,
    den Kunden gilt es optimal zu schröpfen,
    da diese nichts hätten selber in den Köpfen.

    Die Führungscrew vor lauter Langeweile,
    tanzt mit Ladies auf dem Seile,
    flux sich für den Umsatz auf Projekte setzen,
    und dann die langen Messer wetzen.

    The Bad and the Ugly – das ist Deloitte klar,
    vereinen in ihren Reihen eine besondere Schar,
    wer Qualität und Lösungen haben will,
    ruft da nicht an und ist lieber still.

  10. „So findet jeder Hafen seinen Deckel“

    Ich vermute mal, dass Hr. Bodenmann sich perfekt in die schon bestehende (Un-)Kultur von Deloitte integrieren wird.

    • Ja der passt exakt dazu wie bei den Grossbanken, nur noch Bonusgierige.

  11. Man sollte auch die andere Seite kennen. Andreas hat etwas gemacht was andere stillschweigend hingenommen und unter den Tisch gekehrt haben. Die Gründe kennt nur er. Zudem sollte man sich auch fragen was intern vorgefallen ist.
    Viele im EY Management sind interne Poser und versprechen viel, sogar schriftlich, damit die Mitarbeiter still sind und weiterhin Leistung erbringen. Und wenn es dann soweit ist heisst es nur „sorry, nein“. Warum verlassen denn so viele Mitarbeiter das Schiff….