Frau Ospel wird Bankerin – Finma will es so

Partnerin von Ex-UBS-Boss gelangt heute wohl in Bankrat der Schwyz-KB. Ex-UBSler und Oberaufseher Mark Branson sei Dank.

Adriana Ospel ist eine Bodmer. Die umtriebige Unternehmerin aus wohlhabendem Haus, die einst bei Hans Geiger am Zürcher Uni-Bankeninstitut ihre Abschlussarbeit gemacht hatte, steht vor einem grossen Tag.

Frau Ospel dürfte heute nämlich als Vertreterin der SVP in den Bankrat der Schwyzer Kantonalbank gewählt werden, zusammen mit einem Ex-Goldman-Sachs-Banker.

Ebenfalls ins Gremium soll ein Kadermann der Bankiervereinigung. Er wird Präsident der KB und ersetzt Kuno Kennel. Der Ex-Barclays-Banker musste nach Wirren um PK-Investments der KB Schwyz gehen.

Adriana Ospel Bodmer tritt mit ihrer Wahl – falls sie im Schwyzer Kantonsrat heute zustande kommt, woran niemand zweifelt – in die Fussstapfen ihres kürzlich verstorbenen Manns.

Zumindest symbolisch. Marcel Ospel musste 2008 von der UBS-Brücke, nachdem der Multi im Subprime-Eisberg Leck geschlagen hatte.

Marcel Ospel sagte öffentlich keinen Pieps mehr. Er wurde zur Reizfigur. Seine Frau hielt ihm die Stange. Das Paar wurde Anfang 2009 Eltern von Zwillingen.

„Grüssen Sie Geiger“ (adbodmer.ch)

Um die Wahl von Adriana Ospel Bodmer gabs im Kanton Schwyz eine Kontroverse. Grund ist ihr fliegender Parteiwechsel: von den Freisinnigen zur Volkspartei von Übervater Christoph Blocher.

Das ist nicht nur ein Thema, weil Blocher einst die UBS-Vorgängerbank SBG erobern wollte – zusammen mit Finanzfreund Martin Ebner.

Sondern vor allem, weil Frau Bodmer noch 2019 aktiv mitgemacht hat bei der FDP in ihrer Wohngemeinde Wollerau SZ, einem Steuerparadies, wo die Ospels seit langem leben.

Im Februar dieses Jahres machte dann ein SVP-Mann Adriana Ospel auf die Wahl von zwei neuen SVP-Vertretern im Bankrat der Schwzyer KB aufmerksam. Das wäre doch etwas für sie.

Und wie. Ospel Bodmer bewarb sich um den Job – und hüpfte dafür husch-husch rüber zur SVP. Ohne das wäre sie von Anfang an keine Wahl gewesen.

„Das kann man so sehen“, meinte Adriana Ospel Bodmer am Montag in einem Telefongespräch. „Aber mit meinen politischen Ansichten passe ich sowieso besser zur SVP als zur FDP.“

Um den Job zu kriegen, habe sie „unzählige Assessments“ absolvieren müssen. „Mich überraschte, wie professionell die Kür lief.“

Zuständig war ein externer Headhunter. Entscheidend aber war ein Anderer: Mark Branson, Chef der Finanzmarktaufsicht in Bern, der Finma.

Branson machte zwei Dinge klar. Erstens, er wollte eine Frau. Zweitens, es braucht Fachwissen.

Gut für Adriana Ospel Bodmer. Frau, das ist sie. Fachwissen? „Ich bringe jahrelange Erfahrung mit Startups und KMUs mit“, meint sei.

Nicht immer erfolgreichen. Zusammen mit ihrem Mann investierte Adriana Ospel Millionen in Numbrs, ein Fintech von Martin Saidler, das bankübergreifende Mobil-Zugriffe ermöglicht.

Numbrs musste kürzlich massenhaft Leute entlassen, die Zukunft des Startups, das von vermögenden Privaten und Institutionen gegen 200 Millionen eingesammelt hatte, ist ungewiss.

Für die Wahl von Adriana Ospel Bodmer spielt das keine Rolle. Mit ihrem frischen SVP-Parteibuch, dem Ökonomie-Abschluss und dem Frau-Sein schafft sie den Sprung ins Spitzengremium der Kantonalbank von Schwyz mit Links.

Kommentare

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  1. toll wenn man schreibt was man über die Schweizer denkt, wird es gesperrt, Feiglinge, gekauft seid Ihr, ohne Rückgrat und Charakter
    Arschlöcher auf deutsch

  2. mein Gott wieder eine mehr rechts und dann noch Bäckerin, als hätte Ihr Ex-Greis nicht schon zuviel Unheil angerichtet, was für eine Scheisslobby. Aber denen schmeisst man ja das Geld nach. Das dumme Volk soll sich endlich wehren…

  3. Nach dem Schock braucht der Ex-GF eine knall-harte Karriere-Beraterin. Eine die an verschiedenen Finanz-Standorten aktiv ist. Eine mit schlagenden Argumenten. Eben eine Professionelle. Postet, wenn Ihr einen guten Tipp für die Finanz-Legende habt..

  4. Was ist denn daran so komisch?
    Frau Müller-Möhl hat‘s ja such in den Nestle VR geschafft.
    Dagegen ist die Schwyzer KB ein kleiner Wicht. Ein no name. Aber als Übungs-Plattform durchaus für einen befristeten Durchlauf geeignet.

  5. „STOLZ“ – der Unterschied zwischen der „UDSSR“ & „CH“ ist sehr einfach ..

    Erstere Sind „STOLZ“ & Haben „STOLZ“! (Verdient!)

  6. Ex-UBSler = Hirn- & Geschlechts-Los; Ihr schiesst Eure wertvolle Schweiz auf den Mond, weil Ihr nicht in der Lage- oder -fähig seid, zwei Zentimeter geradeaus zu denken?

  7. Guten Tag Frau Ospel Bodmer, herzlich willkommen zum Assessment.

    Sind Sie in der richtigen Partei?
    Ja, hab gerade gewechselt.

    Sind Sie reich?
    Ja, habe geerbt und mein Mann war auch dicke.

    Herzliches Beileid. Haben Sie Erfahrung im Bereich der Unternehmensleitung?
    Ja, ich habe auch schon die eine oder andere Firma an die Wand gefahren.

    Ok. Assessment bestanden, wann können Sie anfangen?

  8. Nun, die Partei darf man ja wechseln, Frau Ospel ist nicht die Erste, die das tut. Man kann sie auch nicht für die Sünden ihres Mannes verantwortlich machen; der Name Ospel ist aber schon eine gewisse Hypothek. Hoffentlich macht sie alles richtig, gerät in keinen Skandal. Sonst wird der Name zum Mühlstein am Bein.

    • Ich denke, ihre Reputation ist Hypothek genug.
      Und als Frau ginge sie bei mir nicht mal in stockbesoffenstem Zustand durch – die Person hat den Look eines Staubwedels und den Sex-Appeal einer Töffgarage!
      Shit-storm, here we come!

  9. So werden also auch Staatsbanken vom Filz der korrupten Elite eingeholt.
    „Was ist der Grund für Korruption? Wenn Sie an sich selbst interessiert sind, an dem, was Sie wollen, an dem, was Sie sein müssen, wenn Sie gierig, neidisch, hart oder brutal sind, dann gibt es Korruption. Die wahre Ursache der Korruption liegt in Ihrem Inneren. Wenn Sie das nicht herausfinden und es ändern, werden Sie ein korrupter Mensch sein.“ (J.K.)

  10. Perfekt!
    Ein kluger Schachzug und darüber hinaus auch noch auf das beste Pferd gesetzt. Genau die richtige Person für dieses Amt.Ich kenne Parlamentarierinnen, welche seit Jahrzehnten tote Pferde reiten und dabei nix merken….
    Hier also ein mustergültiges Beispiel einer echten Amazone!
    Good luck & welcome to SZKB

    #schoenschoenermarkwalder

  11. Sehr gute Wahl. Sie ist äusserst kompetent, sehr aktiv, sehr ideenreich. Man wird sie mit Sicherheit noch in viel grösseren VR Mandaten sehen.

  12. Bei diesen beiden Neubesetzungen dürfte man eine interessante Neuausrichtung der Strategie der SZKB erwarten, sprich viele interessante Investments … (in Startups und andere Gefässe). Mit entsprechenden Risiken und Verlusten.
    Aber zum Glück für die Schwyzer Steuerzahler haben Bankräte ja nicht wirklich etwas zu sagen … Darum ist diese Personalie nicht so wichtig.

  13. Müssen Basler Altlasten diskret entsorgt werden mit dem Segen der Finma und Grossbanken?
    Gunther Kropp, Basel

  14. Was genau hat Adriana denn aufgebaut und wo war sie erfolgreich tätig.

    Ich kenne sie nur als Frau aus steinreichem Haus, die einen ältern steinreichen Herrn geheiratet hat und jetzt durch den Tod von Herrn Ospel noch steinreicher wird.

    Was sind ihre die echten Erfolge der „umtriebigen“ Unternehmerin, wo Marcel die Finger nicht im Spiel hatte???

    • So wie es Bünzli und Bünzli gibt, trifft das auch bei den Bodmers zu. Da sind einerseits die alteingesessenen Bodmers „An der Sihl“, „Sihlgarten“ und „Zur Arch“, andererseits zugewanderte Stadtzürcher wie Grossvater J.J. Bodmer von Fällanden, eingebürgert 1900.

  15. Für den Investmentbanker ist gut, dass Bodmer im Fokus steht. Seine Personalie wäre mindestens ebenso interessant. Wo hat er für wen gearbeitet, und vor allem was hat er erreicht? Noch heisser wird es, wenn man schaut, für wen er beratend tätig war. Da sind durchaus nicht ganz unumstrittene Figuren dabei. Naja, Geld stinkt nicht…

  16. Egal ob links oder rechts, das richtige Parteibuch entscheidet. Erstaunlich nur, wie schnell man seine Gesinnung wechseln kann, wenn ein lukratives Pöstli winkt.

    • Die SVP ist das Sammelbecken für charakterschwache angeblich Reiche………

  17. Offizielle SZKB Geheimdienst-Uebung

    “Werte Kolleginnen und Kollegen,

    Folgen Sie in den kommenden Tagen jeweils um 11:55 Uhr der betrieblichen Geheimdienst-Uebungsanweisung:

    1. Drehen Sie Ihren Kopf nach rechts und schauen Sie Ihre(n) Sitznachbarn(in) an.

    2. Drehen Sie Ihren Kopf nach links und schauen Sie Ihre(n) Sitznachbarn(in) an.

    3. Jetzt stellen Sie laut die Frage: Arbeitet mein(e) Kollege(in) beim hausinternen SZKB Geheimdienst?

    Folge-Uebungsanweisung für die kommenden Tage:

    Wiederholen Sie diesen Vorgang bitte in jedem Meeting für die kommenden Wochen bis zu den Sommerferie.

    Freundliche Grüsse

    Ihr hausinterner SZKB Geheimdienst”

    • Jura-Studentin, (ZH),

      aus juristischer Perspektive eine sehr interessanter Fall für eine Jura Semester Abschluss Klausur:

      Tiefe Verletzungen in verschiedenen juristischen Bereichen des Schweizer Rechtssystems:

      Verletzung des Schweizer Bürgerrecht, Verletzung des Schweizer Arbeitsrecht, Verletzung des Schweizer Datenschutzrecht, Bildung von para-legalen, halb-staatlichen-Organisationen, Bildung terroristischer Organisationen, Verletzung der Genfer Konvention-Menschenrechte, ..

    • stellt euch nicht so an, die jungs wollen nur ein wenig im sandkasten spielen..

  18. Ich bin kein Befürworter der „Sippenhaft“ – aber ob sich da die Schwyz-KB einen Gefallen tut? Wohl kaum. Aber die Schwyz-KB hat ja sonst keine Probleme, ausser Phoenix, Kennel u.s.w. Übrigens betr. Qualifikation: Ein Abschluss in Oekonomie sagt nix darüber aus, Frau Bodmers Aussage „jahrelange Erfahrung mit KMUs…“ auch nix. Parteibuch – nix. Frau (Quote?) – nix.

  19. Frau Dr. Bodemer vergleicht die KB Schwyz mit einem Start-up? Ich glaub mich tritt ein Pony!

    Dann ist nur zu hoffen, dass es der KB besser ergehen wird als Numbrs nach Bodmers Einstieg.

  20. Finde ich gut! Diese gute Frau wird wohl wegen ihren Fachkenntnissen und Führungsqualitäten ins Gremium gewählt werden… und hey: Sie hat auch ein knallhartes Assessment überstanden! Wow! …Und sie wird sicher nicht wegen ihrem Namen, Netzwerk und Vermögen gewählt werden… (Ironie off)
    PS: und noch kurz vor der Wahl merkt die Frau, dass sie bei der SVP besser aufgehoben ist… Welch eine Offenbarung!

  21. Im November 2006 sprach der Anwalt und Journalist Ben Stein mit Warren Buffet. Das Interview fand für die New York Times statt: “There’s class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.” – “Es herrscht Klassenkampf, völlig richtig, aber es ist meine Klasse, die reiche Klasse, die Krieg führt, und wir gewinnen.” (Gemeint ist der Krieg gegen die unteren 80%.)

    Bereits in ihrem Geschäftsbericht für das Jahr 2003 wies die Investment-Gesellschaft Berkshire Hathaway Inc. auf den “Krieg von reich gegen arm” hin, dort drin steht u.a.: Wenn es in den USA einen Klassenkampf gibt, wird er eindeutig von meiner Klasse gewonnen. Heute zahlen viele große Unternehmen – deren agile Vorstandsvorsitzende Ihren Unternehmenschef wie einen Tollpatsch erscheinen lassen – nicht im Entferntesten den föderalen Steuersatz.

    https://www.youtube.com/watch?v=r158Y5xQuXg

    Wir brauchen keinen Demokratie konformen Markt, wir brauchen Markt konforme Demokratie, Angela Merkel

    Die CDU muss endlich erkennen, dass der Kapitalismus und Sozialismus in gleicher Weise gescheitert sind. Heiner Geissler

    Die Zerrüttung der Demokratie vor 100 Jahren ist aus der Mitte des bürgerlichen Lagers entstanden. Gerhart Baum

  22. Genau aufgrund solchen „Gewählten“ gehen die Banken und Unternehmen bachab. Gerade die KB-Schwyz braucht jetzt eine Person, für die das Wort „redlich“ und der Satz „Die Gewähr für eine einwandfrei Geschäftsführung“ inkl. des dazu nötigen, aktuellen Wissens, nicht nur eine Farce ist.

  23. Danke für den Artikel.
    Tja, wäre ein anderes Parteibuch nötig gewesen, hätte sie wahrscheinlich auch zu diesen gewechselt.

    Spannender finde ich das die Leute von Goldman Sachs und auch von Blackrock in allen hohen Gremien dabei sein müssen.

    Offenbar ist man verzweifelt auf der Suche nach Organisationen die mehr ans Fressen denken anstelle einer unternehmerischen Ethik. Eine Frau soll dann offenbar die ilegalen Praktiken gegen aussen als „seriös“ und „sozial verträglich“ verkaufen.

  24. Da sieht man erneut, wie weit die SVP gekommen ist. Nur Geld zählt und kein Fachwissen und keine Leistung. Wie Esther Friedli, überall dagegen sein und markige, haltlose Sprüche klopfen, aber laut.

  25. Eine Quotenfrau zu sein, stört nur diejenigen Frauen nicht, die sowieso nichts vom Geschäft verstehen, keine entsprechende Führungserfahrung haben und somit nicht qualifiziert für den VR-Job sind. Alle kompetetenten Frauen hüten sich, zum Feigenblatt im Gender-Kontext gemacht zu werden.

  26. Treibt sich bei der Schwyzer KB nicht noch ein anderer weiblicher Problemfall in der Geschäftsleitung herum?
    Warum schafft es die Firma nicht, diesem Fall endlich zu bereinigen?

    • Hmmm… was hat die FINMA überhaupt schon mal auf die Reihe gekriegt???????

  27. Herr Haessig
    Wenn ich die politische Zuordnung betrachte schafft die Dame es wohl eher mit Rechts😎
    Spass beiseite
    Haben Sie begruendete fachliche Vorbehalte anzubringen nachdem die Dame bei Hans Geiger den Abschluss gemacht hat?
    Falls nicht was soll der heutige Beitrag aussagen?

  28. Ob Frau Ospel qualifiziert für den Bankrat ist oder nicht, weiss ich nicht. Das kommt aus dem Artikel auch nicht heraus. Was aber deutlich rauskommt ist, dass Herr Hässig Frau Ospel offenbar nicht als eigenständigen Mensch sieht, sondern als Anhängsel eines Mannes, als Parteimitglied oder als FINMA-Quotenfrau.
    Es würde diesem Artikel gut tun, die Leistungen und Fehlleistungen der Frau Ospel unabhängig ihres Zivilstands, Familienbaum und Parteibuch zu erörtern. Vielleicht wüssten wir dann, ob Zivilstand, Familienbaum oder Parteibuch oder vielleicht ihre Leistungen den Ausschlag gaben.

  29. Die Frau bringt alles mit was es braucht. Der Seitenhieb, dass Numbrs nicht erfolgreich war und auch der Switch von FDB zur SVP ist eigentlich überflüssig. Erfolg haben nur die, welche sich unterscheiden.Wenn man permanent bei Leuten aus welchen Gründen auch immer nur nach Fehlern sucht, dann ist bald niemand mehr bereit sich für Lösungen zu engagieren.

  30. Der eigentliche Skandal ist da wohl, dass ein Bankrat noch immer nach Parteibuch besetzt wird! Aber die Schwyzer waren halt schon immer sture Holzköpfe. Das hätte auch Mao gefallen.

    • Gibt es in Schwyz noch andere Parteien als die SVP?

      P.S. Natürlich ist mein Bergkanton keine kommunistische Diktatur, nur mögen wir halt Verhältnisse, wo die Wahlresultate vorhersehbar sind. Das Parteibuch darf doch heutzutage bei der VR Besetzung eines Unternehmens einfach keine Rolle mehr spielen. Das hat sich nicht zuletzt aus den Bankinsolvenzen der letzten Jahrzehnte herauskristallisiert.

    • Putin freut sich – der Kommunismus wird fleissig in den Westen exportiert.., es dauert nicht mehr lange, dann sind wir in der Schweiz in Russland angekommen..