Vontobel: Schaffhausen, Olten zu, 700 Mio. wofür?

Pampa mag Zürcher nicht: Kauf von Notenstein entwickelt sich für Familienbank immer mehr zum finanziellen Flop.

Die Bank Vontobel ist eine der besten Schweizer Banken. Dies finden jedenfalls die Anleger. Die Aktie der Zürcher Privatbank steigt, während jene von Konkurrentin Julius Bär dümpelt.

Long Vontobel, short Bär, lautet der Ruf der Investoren. Daran ändert einer der grösseren Flops der jüngeren Zeit offenbar wenig.

Die Vontobel hatte vor zwei Jahren für die stolze Summe von 700 Millionen Franken die Notenstein Privatbank übernommen.

Besitzerin Raiffeisen wusste mit der einst von der Wegelin erworbenen Boutique nicht mehr, wie weiter.

Der Deal wurde gefeiert. Vontobel-Chef Zeno Staub meinte, damit würde seine Bank zur neuen Macht im Schweizer Private Banking.

Wer liebt die Züri-Bank? (IP)

Nun schliesst Vontobel die vor 24 Monaten erworbenen Notenstein-Ableger in Schaffhausen und in Olten.

Zu wenig gute Leute, die man für die Filialen findet, zu wenig attraktive Kunden, die sich fürs Private Banking der Bank Vontobel interessieren.

„Die Oltner und Schaffhauser Wealth Management-Kunden werden künftig aus Bern beziehungsweise Winterthur betreut“, bestätigte gestern ein Sprecher der Vontobel die Schliessung der Standorte im Norden und im Mittelland.

Zentral sei bei allen Ablegern im Land die „kritische Teamgrösse für unsere Kunden“, damit „immer ein Ansprechpartner da“ sei für diese.

„Trotz intensiver Suche konnten wir an den beiden Standorten die gesuchten guten Leute nicht finden, im Gegensatz zu anderen Standorten und speziell Chur, wo wir das Team verdreifachen konnten.“

Nächster Versuch: Chur (steinbock.gr)

Das Aus in Schaffhausen und Olten trifft vor allem die einfachen Berater und Backoffice-Leute, während die Leiter offenbar bleiben können.

„Insgesamt sind neun Leute betroffen, mindestens drei davon – darunter die Standortleiter – bleiben bei Vontobel und wechseln an die neuen Betreuungsstandorte Bern und Winterthur“, sagt der Sprecher.

„Die weiteren sechs Mitarbeitenden werden bei der Suche nach einer passenden Lösung intern oder extern von Vontobel aktiv unterstützt. Weitere Schliessungen sind nicht geplant.“

Letzteres bleibt anzuwarten. Die 700 Millionen, welche die Vontobel für die Notenstein auf den Tisch blätterte, entpuppen sich jedenfalls als Kaufruine.

Der Vontobel gelingt es offensichtlich nicht, sich in die Herzen der Kunden in der helvetischen Pampa zu bringen.

Der Grund ist einfach. Vontobel gilt als traditionelle Zürcher Trading- und Anlagebank, bei ihr ist man als reicher Vermögender, wenn man bereit ist, etwas zu wagen und zu investieren.

Für alle Anderen machen die stolzen Preise der Zürcher keinen Sinn.

In Olten, Schaffhausen und weiteren Orten, wo die Ur-Wegelin eine Präsenz aufgebaut hatte und die Notenstein als Nachfolgerin versuchte zu punkten, ist unter Vontobel-Flagge kein Geschäft zu machen.

Lieber gehen die konservativen, ländlichen Kunden zu Regionalbanken wie Valiant, nationalen wie Migros Bank oder den Kantonalbanken. Denen traut man eher als den „Haifischen“ aus Zürich.

Wenn der Notenstein-Kauf mit 700 Millionen tatsächlich deutlich überzahlt war: Wie gross könnte dann der Notenstein-Abschreiber in den Büchern der Vontobel ausfallen?

Von aussen wird das kaum ersichtlich sein. Die Zürcher dürften versuchen, die Sache mit der lukrativen Kooperation mit Notenstein-Verkäuferin Raiffeisen bei den Anlage-Produkten positiv zu färben.

Selbst wenn die Vontobel im Anlagebereich mit Partnerin Raiffeisen stark profitiert, wird mit den aktuellen Schliessungen immer klarer: Die 700 Millionen für die Notenstein Privatbank waren gigantisch.

Kommentare

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  1. Die übernommene Notenstein Belegschaft gehört so wie man hört zu den unproduktivsten und ineffizientesten in der Schweizer Finanzwelt. Bei Vontobel ärgert man sich sehr stark wegen diesen Leuten.

  2. So sieht es überall in der Schweizer Privatbanken Landschaft aus. Die kleinen Niederlassungen haben nicht die Power zum wachsen. Auch bei Julius Bär ist dieser Trend zu beobachten. Die Niederlassung Zug muss schliessen, andere werden folgen. Es wird eine Konsolidierung geben. Die Zeit wo die Kunden ihre Bank vor Ort brauchten ist auch vorbei.

  3. D Froog isch doch aigentlich: wieso het d LaRoche Family sich verkaufft an die Notenstein. Vellicht hän sy jo Gäld bruucht für irgendwelli privati Fehlinvestitione! im 2stellige MioBetrag.
    e truurigs Kapitel – dr Finanzplatz Basel isch aber eineweg e weneli kaputt.
    Anderersyyts, de Vontobel het jo scho viel Mischt gmacht. e Gruess vom Ulli

  4. Wann geht HK zu??
    Habe gehört, die bringen nicht mal 50bp für die eine Mia.
    Mussten wegen schlechtem Feng-Shui das Gebäude wechseln, verbunden mit hohen Kosten. HK-NNA im 2019 bei 50MM und Personal- und Mietkosten von 5Mio./Jahr.
    Da die GL den Standort wünschte, kann man nach wnsch-Ausführung den Laden nicht mehr einfach schliessen, sonst verliert man das Gesicht.
    Nun denn, der Normalo kann zu seinen Fehlern stehen und sogar noch in den Spiegel schauen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Diese GL-Georg’s haben Ex-Frau und Kinder mit Geld abgegolten. Jagen jedem Rock hinterher. Feine Herren. Viel Erfolg beim Authentisch wirken. Die nicht ganz verblendeten Kunden merken das möglicherweise auch, ausser sie hinterziehen Steuern mit Schwarzgeldern, via Briefkastenfirma.
    Davon bedient sich die feine GL und der VR gern.

    • lach. veritas du meinst das nicht ernst oder.. die vontobel.. sind ja kolossale pfeiffen.. wer kauft schon von der Puuuurebank eine Privatbank? Das it ja noch schlimmer als einem Eskiom Schnee zu verkaufen. Sowas von Pfeiffen die ganze Welt lacht ja darueber.. eine Privatbank von einer Bauernbank zu kaufen.. ha

  5. Auch Vontobel ist ein Auslaufmodell, dass von einer Manager-Riege geführt wird, die aus einer vergangenen Welt stammen. Vom jugendlich Spirit, welcher der einstige Hoffnungsträger Zeno Staub einst versprüht hat, ist nichts, aber auch gar nichts, hängengeblieben. Die Belegschaft ist grösstenteils konsterniert ob der Abzocke in der Teppichetage. Und der ewiggestrige VRP Scheidt ist mehrheitlich mit der Selbstoptimierung beschäftigt. Alles in allem ein kraft- und saftloser Laden, der sich mit unglaubwürfigen Phrasen (Client Centricity) anbiedert.

  6. In diesen Ablegern hatte es viele faule Eier. NLR hatten keine Na-Vorgaben. War zu lange unfair, für Vontobel-ZH RM’s.
    Die guten NLR-MA, welche mit grossen Kunden gehen konnten, sind schon lange Weg.
    Won den 3Mia. Assets, sind deren höchstens 0.7 noch geblieben.
    Gutes Geschäft, wenn man die Total Assets als Übernahmepreis bezahlt?
    Wäre besser gewesen, 700Mio. Aufzunehmen, und selber zu investieren.
    Kein Asset Manager zahlt den selben Preis, wie die total übernommenen Assets, ausser er war mit 3Promille besoffen-
    Zeugt von guter GL-Arbeit.
    Nun muss das Personal dran glauben.
    Einstellungsstopp, ausser bei jenen Sparten, die hierarchisch in der GL vertreten sind.

    • Vielleicht kann U, der sich damals erfolgreich mit Pierin Vincenz bekriegt hat, das Steuer nochmals rumreisen.
      Aber vermutlich ist er auch schon geschwächt und muss sich um seinen unfähigen Zögling J kümmern.

  7. Wer aus der Pampa kommt und den Abzocker-Groove der bekannten Gross- oder Privatbanken braucht, der will in Zürich empfangen werden.

    Normale Bewohner der Pampa mit Geld kommen bei den Kantonalbanken unter, mit gleichwertigen Leistungen zu tieferen Preisen.

  8. Wenn die so genannten Zürcher Haifische die so genannten konservativen und ländlichen Kunden in der Oltner und Schaffhausener Pampa mit derselben Arroganz behandeln und einschätzen wie Sie, Herr Hässig, dürfte es effektiv schwierig sein in der Pampa erfolgreich zu akquirieren bzw. jetzt die Kunden nach Bern oder Winterthur zu locken.
    Ihre DNA, Herr Hässig, scheint jener der Haifische zu gleichen.

    • Ach kommen Sie, Notenstein ist nicht eine gmögige Bernerland-Bank aus Sumiswald, deren Stärke es ist Kühe und Melkmaschinen zu finanzieren.

      Das weis jeder.

      In Sumiswald gibts PTT-Anlagefonds und ein Kaffee Crème aus der Jura-Kaffeemaschine. Notenstein ist eine andere Liga.

    • wer kauft schon von einer Puuuurebank eine Privatbank … Lach.. sowas von Stuemper diese Vontobel lach

  9. Schubringer hat es noch nie gebracht…
    Gem. den Kollegen (VT-Mitarbeitern) kommt er zu spät zu Kunden-Meetings, er läuft in Turnschuhen herum. Er hat VSWA ausgebremst (Soni Deepak & andere RM-Jäger vertrieben), er macht Stielaugen in Frauenausschnitte, er besucht Amerika zum herum zu turteln, er hat Notenstein-Grab übernommen, er hat den Senior RM’s einen exklusiven Bonus bis und mit 2020 garantieren lassen, Er bringt CH-Business nicht zum fliegen (ausser durch teure RM-, oder Firmenzukäufe)… und selber hat er gem. den RM’s noch gar keine Kunden zur Bank geführt.
    Zeno… weiter so!
    Schade, dass es bei VT besonders wichtig ist, einen hohen Buddy zu haben, ohne selber etwas zu leisten. Anscheinend braucht es solche Choleriker.

    • Schubiger liebt die Yacht Partys (inkl. Female-Entertainment) in den USA, für die VT lässig den Geldbeutel öffnet. Er soll doch wieder an seine guten alten Zeiten bei Danske und Sampo Bank anknüpfen. Einfach ein bisschen weiter östlich und schon findet man in Aserbeidschan einen super Markt für Neukunden.

  10. Vonwho? Dieses Institut ist ein reines Zürcher-Phänomen – und das ist gut so. Bereits im Aargau hört das Einzugsgebiet auf: angeblich soll es Aargauer geben, die schon mal von diesem Institut gehört haben, aber eine Kundenbeziehung besitzt kaum einer.

  11. Es ist wohl hoffentlich mittlerweile allen klar, dass die Vontobel gar keine Wahl hatte und die Notenstein sowie die Vescore übernehmen musste. Vontobel wurde regelrecht gezwungen diese zu übernehmen, ansonsten hätten sie die lukrativen Kooperationen mit Raiffeisen vollständig verloren. …manche Planetbewohner sollten die Finger vom Banking und vom Asset-Management lassen. Immerhin können wir alle daraus lernen…

    • Also strategisch ähnlich „einfallsreich“ wie etwa die SNB? Komm schon, die Schleichwerbung nervt langsam!

    • @Tenbagger Sie betreiben hier auf einer Platform, die auch viele Retailkunden betreiben, Vermögensberatung, wenn Sie den Kauf eines Nasdaq 100 ETF empfehlen (speziell hier auf dem Niveau). Haben Sie die dafür notwendige Lizenz?

      @LH: Haben Sie dies geprüft, bevor Sie diese Anlageempfehlung veröffentlichten?