CS-Fonds pumpenvoll mit Wirecard

Bank frohlockte über „beste Beiträge“ des deutschen Zahlunternehmens, das jetzt Pleite ist. Anleger verlieren massiv.

Die Credit Suisse und die deutsche Wirecard verbindet viel. Neu sind übers Wochenende Fonds der CS zum Vorschein gekommen, die im grossen Stil in Wirecard-Aktien investierten.

Laut SonntagsZeitung hat die CS „für mindestens fünf ihrer Anlagefonds rund 740’000 Wirecard-Aktien im Wert von über 100 Millionen Euro“ erworben.

Die Investments in Wirecard haben in den Fonds zum Teil beträchtliches Gewicht angenommen. Die CS-Fondsmanager waren denn auch happy mit Wirecard.

Das Unternehmen habe zusammen mit anderen „einige der besten Beiträge zur Performance“ geleistet, hielten diese in ihrem Bericht zum 31. Mai 2018 fest.

Damals schrieb die Financial Times bereits über mögliche Buchhaltungstricks des Münchner Unternehmens. Dank Banken-Empfehlungen stürzten sich die Anleger trotzdem auf die Titel.

In einem Fonds namens „Small and Mid Cap Alpha Long/Short“ stellte die Wirecard-Position eine Art Klumpenrisiko dar.

Per 31. Mai 2019 machten Wirecard-Aktien 7,7 Prozent des gesamten Fonds-Vermögens zu diesem Zeitpunkt aus. Die nächst grössere Position stammte von einer Firma namens Morphosys, diese hatte 5,7 Prozent „Gewicht“ im CS-Fonds.

Massiv-Gewicht (CS Small Mid Cap)

Die CS-Fondsmanager hatten von 2018 auf 2019, als sich die Fragen rund um mögliche Betrügereien der Wirecard-Spitze in der Financial Times zu häufen begannen, an Wirecard festgehalten.

Per 31. Mai 2018 hatte das Gewicht von Wirecard im Small- und Midcap-Fonds 7,64 Prozent betragen. Die CS hatte somit von 2018 auf 2019 die relative Position erhöht, statt sie zu reduzieren.

Da war Wirecard längst ein Kartenhaus (CS)

In weiteren Fonds hatte die CS auf Wirecard gesetzt und viel Geld ihrer Kunden investiert. Per Mai 2019 lag der Anteil von Wirecard im CS „Europe Equity Absolute Return Fund“ bei 3,23 Prozent.

Auch hier hielten Wirecard-Aktien die Spitzenposition im Fonds, mit einigem Abstand folgten die nächst grösseren Titel.

Weiter im Takt: Im CS „Global Security Equity Fund“ gehörten Wirecard-Aktien per Mai 2019 mit 2,73 Prozent zu den Top-10. Der Abstand zu den führenden Aktien war gering.

„Main positive contributor“ (CS Global Security Equity)

Ein Jahr zuvor, per Mai 2018, war Wirecard im Security-Fonds noch die Nummer eins, mit einem Anteil von 3,1 Prozent am gesamten Fondsvermögen.

Zu diesem „Global Security Equity Fund“ schrieben die CS-Fondsmanager im Mai 2018: „The main positive contributor in the last month was (…) Wirecard AG, a leading provider of software systems for online payments (IT security)“.

Bestes Pferd in Fonds-Stall (CS)

Die FT berichtete letzte Woche, dass Wirecard nur mit wenigen Kunden Geschäfte mit namhaften Umsätzen gemacht hatte, darunter solchen aus der Pornoindustrie.

„A significant part of the remainder comes from the pornography industry, with some clients paying unusually high rates for payments processing“, schrieb der FT-Journalist, der seit 2015 von Unregelmässigkeiten bei Wirecard berichtet hatte.

Statt ihn ernst zu nehmen, glaubten die Banker den Wirecard-Chefs. Diese machten Jagd auf den Journalisten mit ihren Anwälten.

Sex-Biz blieb Wirecard-Kern (FT)

Die Verluste in den CS-Fonds gehen zulasten der Kunden der Bank. Mit deren Geldern hatte die CS Aktien von Wirecard erworben. Diese sind nun Schrott.

Die CS meinte am Freitag auf Anfrage: „Die Position von Wirecard war ein langjähriger Teil des Investmentuniversums und der Portfolios dieser Fonds, und dies wurde Anlegern gegenüber transparent kommuniziert.“

„Aufgrund des aktiven Risikomanagements und breiter Diversifikation liegen die Auswirkungen des Betrugsfalls auf die Performance der Fonds im Rahmen üblicher Schwankungen.“

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Wirecard ist nicht ein Skandal der Credit Suisse,sondern des Deutschen Finanzplatzes.Bafin,die Aufsichtsbehörde der Deutschen Börse und die Revisions-gesellschaft haben komplet versagt.Als die ersten Artikel in der Fiancial Times
    auftauchten,wurden nicht Fakten geprüft,sondern eine angelsächische Verschwörung
    von Hedge Fund Managern als Grund ausgemacht und sogar Baisse Spekulationen verboten.Der Titel wurde immer hochgelobt und galt neben SAP als Hoffnungsträger
    im Digitalen Finanzbereich.Das eine Revisionsgesellschaft das Verschwinden von
    2 Milliarden nicht bemerkt ist unverständlich.Viel grösser als die Verluste der
    Fonds,sind die der strukturierten Produkte mit Wirecard als Bestandteil

    • Sowohl als auch. Das Bafin hat auf der ganzen Linie versagt – weder von deutschen Behörden, noch von deutschen Politikern will jemals wieder eine Belehrung hören.
      Aber auch die Analysten der CS (und anderswo) taugen nichts. Wer hohe Managementfees rechtfertigen will, muss mehr als nur auf Auditors vertrauen und die publizierten Daten aus dem Bloomi ziehen können.
      In der Payment Services Szene galt Wirecard schon immer als dodgy. Offenbar sind bei der CS nicht mehr erfahrene Leute mit Netzwerk im Lead.
      Ich bleibe dabei, Banken sind einfach schlechte Vermögensverwalter.

  2. Wer seit 2015 noch CS „eigene“ Fonds gekauft hat ist selber schuld. In der Vergangenheit wurden sämtliche Anlagen ein ständiges Flop: nach 2-3 Monaten wurden RM ständig als Psycholog ausgebildet …
    Hedge Fonds, Global Village, Global Solutions, Eco Funds oder GIP: Ergebnis war demütigend, dagegen war die Kommission ein riesiges Erfolg.

  3. Wirecard war offenbar immer in den Top 10 Positionen der oben erwähnten Anlagefonds zu finden. Jede*r Fondsanleger*in kann sich über das Fact-Sheet informieren. Wenn man mit den vom Portfoliomanagement eingegangenen Positionen nicht einverstanden ist, kann man den Fonds verkaufen.
    Wer an der Börse investiert, sollte sich mit den eingegangenen Anlagen auseinandersetzen.
    Wenn es rauf geht, sind alle Helden und haben alles richtig gemacht und gewusst, wenn es Verluste gibt, sind immer die „Anderen„ schuld.

  4. Wirecard wurde mich auch empfohlen bei meiner Bank aber ich vertraue meinem Bankberater nicht und hab keine einzige Aktie gekauft.

    Dafür in Wasserstoff-Titel investiert und liebe schöne 100% vorne.

  5. …solche Fonds-Managerli gehören in die Kiste für Jahre und all ihr Privatvermögen ist zu beschlagnahmen, zu verwerten und der Erlös geht an die Geschädigten, Punkt.

    Es wird nicht mehr so lange gehen wie es gegangen ist, dann werden Gewisse ihr Rechte selber in die Hand nehmen!

  6. Swissair wiederholt sich.

    Die CS hatte damals schon Aktien, welche sie für sich selbst als Investition gekauft hatte, plötzlich in Fonds und gemanagte Depots umgelagert, als sie Wind davon bekam, dass das Ende da sei. Als Folge davon entstanden Fondsanteileignern und Anlegern massive Verluste.

    Und nun mit Wirecard das Gleiche: gehaltene Anteile werden verteilt, als krumme Dinger ans Licht kommen. Den Schaden haben auch wieder Fondsanteileigner und Kunden, deren Depot durch die CS gemanagt werden.

    Man sollte sich gut überlegen, welche Kundenbeziehung man mit der CS haben will.

    • Jetzt passt der Preis in den Small und Mid Cap Fund. Weise Voraussicht!!

    • Eine sehr gute Frage! Ist das ein Verstoss gegen das Anlagereglement?!

    • Wirecard ist ja erst Mitte 2018 in den DAX aufgestiegen. Bis dahin war Wirecard in MDAX, passt somit in einen Small/Mid Cap Fund für 2018. Nach dem DAX Aufstieg hätte man Wirecard aber gerne raus kicken können 🙂

    • What’s the big deal? Bei 100€ war market cap 15bn, das geht unter heutigen Thresholds für midcap (up to 30) noch gut durch. Nehme nicht an, dass damit irgendwas verletzt wurde.

    • bei Luckin Coffee sogar Lead Manager ! Totalabsturz wegen BETRUG wie bei Wirecard. Offenbar versteht die CS nicht, was eine Due Diligence ist.

  7. Diversifikation ist das A und O.
    Wiedereinmal ein unnötiger Artikel, wer hätte gedacht dass man an der Börse Geld verlieren kann?

  8. Bin ja kein hochbezahlter und hichstudierter Fondsmanager, aber fast 10% einer Fonds-Position erinnert eher an Ebners Visionen, anstatt an Risiko-Diversifizierung und Asset Allocation.

  9. Na, immerhin befindet sich die CS in guter Gesellschaft. Bei der Deutsche Bank Tochter DWS sieht es ähnlich aus…

    • VIAC nutzt die Indexfonds der Credit Suisse, also keine Sorge. Bitte erst informieren, dann schimpfen.

  10. All diese Fonds, ETF’s und so weiter sind letztlich beim Zusammenbruch des Finanz.- und Bankensystems so viel wert wie totaler Schrott.
    Am Ende bleibt ausser vielen Verlusten, Depotgebuehren und Courtagen nichts mehr uebrig zukuenftig. All diese Dinge werden nur nuch mittels beliebig vermehrbarer wertloser Waehrungen bewertet. Somit null, und die Null entspricht auch dem tatsaechlichen Wert des Notenbanken.- und Bankenkartells. Wer noch auf die Schwindeleien dieses Ganovensyndikats hereinfaellt ist selber schuld.

  11. Quot erat demonstrandum.
    Passt doch zu dieser Bank:
    Maximale surreale Mänätscher-Saläre – Negative Leistungen.
    Siehe auch „Wert“-Entwicklung über die letzten 15 Jahre.
    Es bleibt nur noch…. Luft.

  12. Wenn jemand diese Funds gekauft hat, war das seine eigene Entscheidung. Nichts dazu zu sagen hatte man, wenn die Pensionskassen solche Funds gekauft haben. Schlage vor, alle fragen mal dort nach! Überhaupt muss man den Pensionskassen-Managern viel mehr auf die Finger schauen: Es ist unglaublich, mit welcher Naivität dort gewirtschaftet wird. Aber kein Problem: Es ist ja nicht ihr Geld. Und die entsprechenden Aufsichtsorgane sind ebenso völlig frei von Fachkompetenzen…

  13. gemäss CS hochgelobten „ESG regeln“, hätte somit CS nie in diese Firma investieren dürfen(Sex business), warum haben sie es doch gemacht?

    • Die CS macht alles ohne Verstand, Hauptsache die Boni kommen und dort schaut keiner hin.

    • @unglaublich

      Im Singular heissen die Boni dann Bo-Nuss … Passt doch gut zu den Empfängern, oder nich?

  14. Die CS ist und bleibt ein Saftladen solange ZR dort ist und Gottschalk schafft es auch nicht. Frühlinsputz angesagt und Lohnbegrenzung.

    • ZR?
      Beim ersten Buchstaben wohl auf der deutschen Tastatur eine Taste zu weit links getroffen? [Schauen Sie doch einfach Ihre Tastatur an. Auf der englischen wär’s wohl „YR“ geworden 🤣 ]
      Ein Linker, also??

      So oder so:
      Ein oder zwei Buchstaben falsch und schon ist ein Satz URiniert. Für einmal in mehr als einem Sinn …

  15. Typisch und Konstant:

    Eine unter schwachen Leistungen brillierende CS investiert Kundengelder en Masse in dubiose Firma
    mit Ursprung im Porno-Business ?

    Die geprellten Kunden können und müssen eine Sammelklage gegen die CS starten, am besten gleich in Frankfurt, wo WireCard und ihre Verfehlungen bestens dokumentiert sind. In der Schweiz ohne Erfolg da nicht zulässig (?) !

    Auch Strafanzeigen gegen die CS-Verantwortlichen sind besser als die Faust im Sack.

    Fazit: die CS schmiert schon wieder ab.

  16. Geldgier, Arroganz und Skrupellosigkeit prägen die Kultur der Credit Suisse.

    Wirecard Debakel ist nur ein kleiner Teil, welcher ins Bild der Credit Suisse passt.

    • Kein Problem für CS! Der Fonds wird geschlossen, die Fondsanteilinhaber haben den Verlust und mit dem Rest wird ein neuer Fonds eröffnet …. natürlich OFFSHORE! So löst man ein solches Problemchen!!

  17. CS versucht sich jetzt natürlich mit Floskeln, Plattitüden und Kauderwelsch rauszureden und die Situation schönzureden. Fakt ist, dass es sich um miserables Stockpicking und einen Totalverlust bei Wirecard handelt. Man hat anscheinend heute nur noch die Wahl zwischen Pech und Schwefel, entweder zahlt man Negativzinsen auf seinen Cash bei der Bank und wird langsam enteignet (0,75% Negativzins plus 2% Inflation plus Vermögensverwaltungsgebühren macht total bis zu 4% Verlust p.a.) – oder man kauft „Fonds“ und verliert sein ganzes Geld mit Schrottaktien auf einen Schlag.

    • Und da sehen Sie wirklich keine anderen Möglichkeiten mehr? Wo die doch so innovativ sind. In den Filialen mit den neuen Stehpültchen arbeiten durchwegs innovative (Krampfadern?) Angestellte. Ob die Vordenker auch den ganzen Tag rumstehen und das beim „Nach“-Denken über neue Gebühren hilfreich ist?

  18. Von 7.7 auf 7.64 erhöht? Ich staune immer wieder über Deine (nicht vorhandenem) Fähigkeiten, Lukas

  19. Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer.

    Amschel Mayer Rothschild
    * 12. Juni 1773 † 6. Dezember 1855

  20. keine verantwortlichen in sicht, business as usual, die kommissionen sind geflossen, die boni gesprochen