Trick mit Kurzarbeit?

Ausgerechnet Adecco, Vermittlerin von Temporärarbeit, lässt Mitarbeiter kurzarbeiten. Viele leisten Extraschicht.

Die Republik berichtete gross von Worldline, dem ehemaligen Zahlbereich der Schweizer Six-Gruppe. Dort gäbe es „Kurzarbeit trotz Arbeitsüberlastung“.

Es könnte kein Einzelfall sein. Laut Insidern lasse Adecco, die weltweite Temporär-Vermittlerin, ihr Personal in der Schweiz schuften bis an die Grenze.

Gleichzeitig holt Adecco vom Staat Gelder ab. Das Unternehmen lässt offiziell kurzarbeiten.

Eine Sprecherin bestätigt die anhaltende Kurzarbeit. Diese nehme allerdings sukzessive ab.

„Die Adecco Gruppe Schweiz reduziert aktuell schrittweise die Kurzarbeit und befolgt dabei strickt die Vorgaben des Bundes“, meinte die Adecco-Frau.

„Wir analysieren aktuell den Geschäftsgang und sind mit unseren Mitarbeitenden stets im Dialog bezüglich Erwartungen.“

„Das Leadership Team hat während mehreren Monaten freiwillig eine Lohnkürzung für sich beschlossen.“

Einer der Auskunftspersonen sagt hingegen, dass er nahezu voll arbeiten würde – dies trotz Kurzarbeit.

„Bei uns gilt praktisch 100% Einsatz, die Verkaufsziele wurden nicht der Kurzarbeit angepasst.“

Dagegen protestieren sei riskant. „Wer sich wehrt wie ich, dem wird nahegelegt zu schweigen oder sich nach einem neuen Job umzuschauen.“

Bei Adecco Schweiz kam es kürzlich zu einem Spitzenwechsel. Die oberste operative Managerin ging von Bord. Ein zweiter Topmann wechselte von der Adecco Schweiz zur Adecco Österreich.

Auf der Firmen-Bewertungsseite Kununu kommt Adecco derzeit schlecht weg.

Mehr Herz, bitte (Kununu.com)

„Hände weg!“, heisst es im obersten Eintrag mit Note 1,1. Die Vorgesetzten würden die Mitarbeiter „klein“ machen und Leute „vor den Augen anderer“ entlassen.

Der nächste Eintrag mit Bewertung 2,5 klingt nicht viel besser. „Mitarbeiter-Wertschätzung ist sehr künstlich und nur selektiv von Herzen“, steht da.

Bei der dritten Wortmeldung auf Kununu zu Adecco Schweiz sinkt die Note auf 1,0 ab, die Rede ist von „leeren Versprechungen“ und „falschen Hoffnungen“, welche den Kandidaten gemacht würden.

Später folgen bessere Qualifikationen. Insgesamt kommt Adecco Schweiz aber nicht gut weg.

Adecco hält dem mit eigenen Wortmeldungen auf Kununu entgegen. „Liebe/r ehemalige/r Mitarbeiter/in, Wir bedauern es, dass Du bei der Adecco Gruppe Schweiz zur Zeit nicht Deinen persönlichen Great Place to Work findest und eine schlechte Erfahrung machst.“

„Wir schlagen vor, dass Du dich intern an deinen Vorgesetzten oder an deinen HR Business Partner wendest. Hoffentlich können wir deine Frustration etwas oder sogar komplett aus der Welt schafen (sic!).“

Kommentare

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  1. Ja, genau Herr Schweizer – Vor allem die, die freiwillig auch noch am Samstag arbeiten. Alles gratis und deshalb nicht steuerbar, oder?

  2. Da wo ich arbeite ist es genauso. Es ist zum Kotzen, dass der Staat die Firmen nicht kontrolliert und masslos unsere Steuergelder an diejenigen verschleudert, die ohnehin Millionengewinne machen!!!! 🤮🤮🤮 Die Leidtragenden sind nur wieder die Arbeitnehmer. Es müssen viel mehr und aggressivere Demos stattfinden. Es reicht endlich mit dem Sklaventum!!!!

  3. Adecco Schweiz hat eine neue Chefin und es gibt einen Grund, warum. Die Alte war schlecht, eine Intriganting und auch noch eine Politikerin, die es nicht gescheut hat, sich selber nur zu profilieren. Jetzt ist sie sogar VR bei Ascom – einem Technologieunternehmen, von dem sie etwa so viel Ahnung hat, wie ein Goldfisch von Webseiten programmieren. Die schlechten Kununu-Bewertung beziehen sich vorallem auf das alte Führungsteam, das nur von oben herab regiert und reagiert hat. Es ist schon spannend, wenn man von Diversität spricht, eine Frau in den VR „wählt“, die aber keine Ahnung vom gesagten Thema hat und dann gleichtzeitig den Männern vorwirft an Seilschaften festzuhalten.
    Übrigens, wieviele Frauen in führenden Positionen haben Minderheiten gefördert – abgesehen von weissen Frauen?
    Mit der Kurzarbeit bescheissen viele grosse Firmen. Das ist leider so – die Unterstützung vom Staat ist vor allem für die Reichen. Selbstständigerwerbende, die sich über Jahre gar Jahrzehnte etwas aufgebaut habe, werden nicht unterstützt – warum auch? Wer trägt die Wirtschaft? Sind es nicht die abertausende Kleinfirmen oder doch die paar wenigen grossen Firmen?

  4. Herr Hässig, DAS ist ein Thema auf welches Sie sich fokussieren und genauso beharrlich daran festbeißen sollten ( wie Sie es bei Personen tun , die Ihnen nicht „schmecken“).
    Es gibt sicherlich auch (zu) viele kleine Unternehmen, die versucht haben unberechtigt Corona Zuschüsse zu erhalten , aber es wird diese bei den Kontrollen wahrscheinlich als erste erwischen . Skandalöser ist allerdings der professionelle „Betrug“ der größeren Unternehmen, die subtilen Druck auf Ihre Mitarbeiter ausüben die Kurzarbeitbestimmungen zu umgehen, selbstverständlich ist vordergründig natürlich alles rechtens und schriftlich geregelt aber im Hintergrund und dann eben auch nicht mehr schriftlich wird zu verstehen gegeben, dass man ja schließlich seinen eigenen ….. da würde sich mal eine Recherche bei den mittleren bis großen Unternehmen lohnen welche Kurzarbeit beantragt haben….

  5. Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Viele Unternehmen tricksen bei der Kurzarbeit.
    Auch zum Beispiel die Swiss
    Unbedingt untersuchen und Gelder zurückfordern. Auch wenn es zu Pleiten führt.

  6. Tricksen und Abzocken auf Kosten aller und die ehrlichen und anständigen werden zu Leibeigenen der Trickser und Abzocker, damit die grenzenlose Fresssucht einer kleinen Elite befriedigt werden kann.
    Gunther Kropp, Basel

  7. kleine Gauner : Riesen – Halunken.

    Die Corona-Kredit- und Subventions-Vergabe-Maschinerie wird als die grössten Milliarden-Betrügerei in die Geschichte eingehen.

    Ein total überforderter Bundesrat hat in der Notrecht-Ausübung, mit animalischer Angst im Nacken, willkürlich darauflos Milliarden-Steuergelder verschleudert.

    Dass bei dieser katastrophalen Nachlässigkeit die „Betrüger“ sich nicht lange bitten liessen ist naheliegend.

    Wer solches Politisieren und kindisches Verwalten lebt, was Gauner direkt einlädt zu Delinquieren, gehört entweder sofort abgesetzt oder von einer PUK untersucht zu werden.

    Die Schweiz ist mit der Covid-19 und ihrem versagendem Bundesrat vollständig zur Bananen-Republik verkommen.

  8. Die CEO s kosten viel und wenn man vom Bund „Coronazuschüsse“ erhält wieso nicht.
    Die Mitarbeiter sind zum schuften da und die Chefs zum kassieren!

  9. ja, ja unsere bluechips sklavenvermittler…

    dass sind gleich nach den zinslern die grössten abgreifer
    im fedimperium…wo wird das bitte alles noch enden.

  10. Adecco
    Wieder so eine Dreckfirma mehr.
    Wenn dieser Bericht stimmt kann ich mir sehr gut Vorstellen wie es in diesem Dreckladen läuft.
    Wer sich zur Wehr setzt wird Entlassen oder er soll sich um eien Neue Stelle Bemühen.
    Ich war mal in solch einer Dreckfirma wo die Genau gleiche Mentalität vorhanden ist.

  11. Ist doch noch weit unter Zimmertemparatur…

    Bin gespannt, was dann los ist wenn am 29.11.2020 die hiesige Wirtschaft, dank der Klugscheisser-Gutmenschen-Weltverbesserer Initiative, über den offenen Fahrstuhlschacht direkt auf die internationale Anklagebank geschoben wird.

  12. Es gibt Firmen da müssen die Leute am Mittag Ausstempelt und arbeiten. Alle habe angst was zu unternehmen

  13. Tja – da hat einer ein neues Geschäftsmodell entwickelt. Das war abzusehen. Kein Wunder, dass sich Christoph Blocher rückwirkend sein Salär ausbezahlen lässt. Das Bundesbern fährt ohne Augenmass die (fast) ganze Wirtschaft an die Wand und verteilt Volksvermögen – und wir müssen ruhig sein?

    • ich habe nichts gegen blocher im gegenteil…

      aber wenn in morgen die würmer holen, wär mir dass auch recht.

    • Ja geh doch mal auf kununu blocherfirmen anchschauen, bevor du diese Familie überhöhst.

  14. wenn man sich umschaut, was für eine ‚elite‘ sich in unseren VRs und GL tummelt, dann wundert mich das gar nicht… da werden ja alle (kunden, mitarbeiter, staat…) kreuz und quer über den tisch gezogen…

  15. also, ich weiss von zwei schweizer grossverteiler,
    die mitarbeiter in kurzarbeit „geschickt“ haben,
    diese aber zuhaus 100% arbeiten oder auch mehr.
    usw.
    eine riesensauerei!
    hoffe sehr, dass diese „patrioten“ hart dran
    genommen werden und ihr blöden werbungen auch grad
    verboten werden.

  16. Hier wird einmal ein sehr wichtiges Thema angefasst. Mit der Kurzarbeit wird derzeit sehr viel Mist gebaut. Um nur mal zwei mir bekannte Beispiele zu nennen: Eine Firma meldet die MA zu 100% auf Kurzarbeit an, lässt sie trotzdem ca. 50% arbeiten und bezahlt nur 80% Lohn, somit arbeiten die MA gratis für die Firma, da ja der Staat den Lohn bezahlt…
    Oder eine MA, die einen neuen Job hat und dort per sofort anfangen könnte. Die Chefin beharrt aber auf der Kündigungsfrist, obwohl die Mitarbeiter noch in Kurzarbeit sind. Somit wird der MA in gekünidgtem Verhältnis geschadet, die gerne gehen möchte, den MA, die gerne mehr arbeiten würden, jedoch nicht können weil sie so in Kurzarbeit behalten werden und dem Staat, weil er Kurzarbeit zahlen muss, obwohl es nicht nötig wäre…
    Beide Beispiele kommen aus dem Fachhandel, in dem die Löhne so oder so bereits unterirdisch sind!

    • Kann man nur zustimmen.
      Bitte auch die grenznahen „Schweizer“ Unternehmen genauestens unter die Lupe nehmen, die zwar für Marketing Swissness groß schreiben , aber deren Unternehmensstrategie darauf aufgebaut ist, Ihre Mitarbeiter so zu bezahlen , dass diese motiviert/ zwingt die Kaufkraft auf der anderen Seite der Grenze zu realisieren. Ganz abgesehen von anderen Geschäftskosten die dann lieber auf die andere Seite der Grenze verschoben werden als die unmittelbare Einheimischen Wirtschaft etwas zurück zu geben (Geschäftsessen, Hotels etc…..).

    • Kann man nur zustimmen.
      Bitte auch die grenznahen „Schweizer“ Unternehmen genauestens unter die Lupe nehmen, die zwar für Marketing Swissness groß schreiben , aber deren Unternehmensstrategie darauf aufgebaut ist, Ihre Mitarbeiter so zu bezahlen , dass diese motiviert/ zwingt die Kaufkraft auf der anderen Seite der Grenze zu realisieren. Ganz abgesehen von anderen Geschäftskosten die dann lieber auf die andere Seite der Grenze verschoben werden als die unmittelbare Einheimischen Wirtschaft etwas zurück zu geben (Geschäftsessen, Hotels etc…..).

  17. Die Personalvermittlungs Branche wird es schwierig haben in den nächsten Jahren. Ausser im Bereich Gesundheitswesen.

  18. Das ist nicht nur bei Adecco so, das ist schweizweit gang und gäbe, vorallem auch bei Anwaltskanzleien und in der Beratung, da wird weiterhin 100% oder mehr gearbeitet und Kurzarbeit bezogen. Was die wenigsten wissen: Wer das als Arbeitnehmer macht, macht sich strafbar, genauso wie der Arbeitgeber. Wo sind hier die Whistleblowers, die auf diese Missstände aufmerksam machen, wo die Journis, die der Sache nachgehen?

    • Ihre letzte Frage erübrigt sich. Wir sind doch in der “Avenir Suisse” Schweiz. Solidarität ein bisschen bei Corona. Am Arbeitsplatz seit jeher Fehlanzeige.

    • Die Whistleblowers haben auch Miete zu zahlen. Da geben sich diese Klitschen nichts, nach bald eineinhalb Jahrzehnten in der Beratung kann ich ruhigen Gewissens sagen, das ignorieren des Arbeitsrechts und das Operieren im dunkelgrauen Bereich gehört mit zum Geschäftsmodell. Wer nicht mitzieht kann gehen – oder kommt zumindest im besten Fall in der Firma nicht weiter.

  19. Da wird von Grossen Konzernen und Firmen mit System der Saat ausgepresst – Die Angestellten wo richtig arbeiten sind die Verlierer (z.B. Hanwerker )

    • Richtig !
      Da wird von grossen Konzernen und Firmen mit System der Staat ausgepresst – die Angestellten wo richtig arbeiten sind die Verlierer ( z.B. Handwerker)

    • Und siehe da: bis vor 2 Monaten bestanden auf VR-Stufe eine enge Verbindung zwischen den beiden Unternehmen. Ein Schelm, wer da Böses denkt?

  20. Verdammte Schweinerei, das ist eine …firma aus dem Bilderbuch und dann noch Kurzarbeitsentschädigung abgreifen ! Gehört auf eine pechschwarze Liste. Wer hockt da im VR ?

    • Wenn es nur die Tricks mit der Kurzarbeit wären. Adecco hat noch mehr Dreck am Stecken, da würde sich das SECO sowie paritätische und tripartite
      Kommission noch wundern, wenn man vertieft mal die Bücher prüfen würde. Aber nur schon die interne Fluktuation zeigt auf, wie es in diesem Laden läuft.