Klartext zur Performance im Berater-Mainstream

Mandate, Profile, Oblis? Unnötig, da alles schon in Vorsorge drin. Viel besser sind Aktien, von der Wiege an.

Vermögensverwalter ordnen sich dem Mainstream unter – den Kunden nur keine Verluste erklären müssen.

Also verlassen sie sich nach angelsächsischer Tradition auf Risiko/Ertragsmodelle mit kurzem Zeithorizont, auf Übergewichtung entsprechender Volatilität und auf minimalen Tracking Error in der Aktienauswahl.

Verlustrisiken im Aktienanteil werden so minimiert, damit aber leider auch die Gewinnchancen.

Die Beimischung von risikoloseren festverzinslichen Papieren oder strukturierten Produkten ist so etwas wie Weichspüler, macht das Ganze erträglicher und liefert vordergründig eine Erklärung für tiefere Erträge.

Gefangen im Sachzwang, keine negative Jahresperformance ausweisen zu müssen, verlassen sie sich auf kurzfristige Optimierungen und blenden aus, dass die Welt gänzlich anders tickt.

Denn es gelten immer noch ein paar einfache Paradigmen:

Dividendenpapiere ohne Restlaufzeit und Rückzahlung erzielen eine bessere Gesamtrendite;

Obligationen sind nur mehr oder weniger risikobehaftete Versprechen auf Rückzahlung, keine Eigentumstitel;

die Zeitachse hält nicht am Jahresende inne, die Zeit läuft und läuft;

die herrschende Ordnungspolitik der führenden Wirtschaften baut auf dem kapitalistischen Modell auf, selbst bei den tiefsten Krisen der Weltwirtschaft bleibt dies der erfolgreichste Ansatz.

Die Anlegerwelt steht eigentlich Kopf. Je langfristiger der Anlagehorizont, umso grösser die Ertragschancen mit Aktien.

Ab 5 bis 10 Jahren ist sogar ein „Risk Reversal“ zu beobachten: Der Ertragsnachteil von Obligationen wird zunehmend grösser als die negativen Folgen der Volatilität im Aktienmarkt.

Und trotzdem hängt der Mainstream am kurzfristigen Risiko/Ertragsmodell, anstatt sich in erster Linie langfristig mit Aktienanlagen einzudecken. Völlig verkehrt, zur Zeit mit höheren Dividendenrenditen als Erträgen auf dem Zinsmarkt sowieso.

Hinzu kommen noch zwei bis drei Säulen der beruflichen Vorsorge, die den zukünftigen Cashflow-Bedarf grössten Teils abdecken, sodass die Erzielung von Einkommen in den Hintergrund treten kann, wenn nicht die Konsumgewohnheiten nach mehr Liquidität verlangen.

Vermögensbildung erfolgt somit im Aktienmarkt. Was der Mainstream im kurzfristigen Horizont als höchste Risikokategorie erkennt, ist in Wahrheit die Kategorie mit den langfristig geringsten absoluten und Opportunitätsrisiken.

Also, jeden Sparbatzen ab Wiege in Aktien. So bekommt der Begriff der aktiven Vermögensverwaltung einen ganz anderen Stellenwert.

Nur fehlten bis jetzt weitgehend intelligente Instrumente, um eine aktive Verwaltung zu unterstützen.

Im Moment haben viele wichtigere Sorgen als Aktienperformance, und Bewertungsplattformen für Aktien gibt es unzählige. Solche aber, mit deren Hilfe seit 17 Jahren wesentliche Indizes übertroffen werden, sind selten.

Wenn diese dann im ersten Halbjahr 2020 trotz Pandemie die Indizes deutlich, nämlich um 6 bis 8%, schlugen (ohne Berücksichtigung der Dividendenrendite), dann lohnt es sich erst recht, genauer hinzusehen.

Dow Jones Industrial Average -9.6%, Dollar Referenz-Portfolio -1.4%; EuroSTOXX 50 -13.6%, Euro Referenz-Portfolio -7.1%; Swiss Market Index -5.4%, Franken Referenz-Portfolio +2.0%.

Im 10-jährigen Vergleich 2010 bis 2019 erzielten die gleichen Referenz-Portfolios folgende Resultate: DJIA 173.7%, Dollar Referenz-Portfolio 359.7%; ESTX50 26.3%, Euro Referenz-Portfolio 113.3%; SMI 62.2%, Franken Referenz-Portfolio 147.5%.

Es gibt viele Plattformen, die dem privaten und mündige Anleger beim Investieren helfen. Als ehemaliger Berater und Manager bei der UBS habe ich selber eine zur Auswahl von Aktien entwickelt (siehe GEM+S, Global Equity Monitor and Selector).

Diese bewertet über 600 Large Cap-Unternehmen, bei denen jeweils die Rohdaten von bis zu 20 Analysten zusammengefasst werden. Das Tool ist simpel, es erfordert keine aufwändigen Ausbildungskurse.

Fragen, Kommentare, Kritik freuen mich: antonimstankiewicz@gmail.com.

Kommentare

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  1. Kann doch jeder mit seinem Geld machen was er will. Sicher werde ich mein Geld nicht so anlegen, wie dieser Herr es vorschlägt.
    Wenn man Geld mit Geld machen will, dann muss man sämtliche Prinzipien über Bord werfen. So würde ich, wenn ich denn einsteigen würde, nur in Aktien von Waffenlieferanten investieren. Da geht immer was.
    Aber da ich mein Prinzipien behalte, investiere ich in ausgewählte Crowdfundings.
    Aber wie angetönt – jeder kann machen was er will.

    • Nein, man kann mit sym Geld nicht machwawott. Lesen Sie dazu z.Bsp. das GwG, Verordnungen und Rundschreiben der FINMA, usw. Märssi für d’Kenntnisnahm und denn na en schöne !

  2. The most money is made when fast moves and extreme fluctuations occur at the end of major cycles.

    William Delbert Gann
    * 6. Juni 1878 † 14. Juni 1955

  3. Man kann die Performance jedes marktbreiten Index dadurch verbessern, indem man jene Indexmitglieder aussondert, die sich in einem stabilen Abwärtstrend (GD 200) befinden.

    Als aktuelles Beispiel beim SMI kann The Swatch Group SA gelten.

    Das grundliegende Problem der letzten Jahre ist, daß es in Europa und der Schweiz nur wenige große Unternehmen von globaler Bedeutung in den wachstumsstarken Bereichen Software, Elektronik, Chipherstellung, Internet und eCommerce gibt. Beispielsweise ist ASML als Hersteller von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie das einzige europäische Unternehmen im Nasdaq 100 – Index.

    Dies war im Konjunkturzyklus von 2003 bis 2007 anders, als sich eine marktbreite Anlage im deutschen DAX-Index verdreifachte und im MDAX-Index vervierfachte bei zeitgleich starkem Euro, während sich der Nasdaq 100 – Index währenddessen „nur“ verdoppelte:

    https://www.boerse.de/etf/iSHARES-DAX-ETF/DE0005933931

    https://www.boerse.de/etf/ISHARES-MDAX-DE/DE0005933923

    https://www.onvista.de/index/NASDAQ-100-Index-325104

    Hier zur richtigen Zeit die richtigen investiven Schwerpunkte zu setzen überfordert anscheinend schon die meisten Vermögensverwalter.

  4. Bravo ! Endlich wurde es einmal gesagt; wir sind ja heute sonst schon so weit, dass man nicht einmal mehr die Wahrheit sagen kann, ohne in den rechter Ecken gestellt zu werden !!

  5. Bravo alles Geld in Aktien (für mich Schweizer Aktien) und keine Fonds und strukturierte Produkte. Und Finger weg von Bitchcoins, das ist das allerletzte.

  6. So angeblich einfache und sichere Modelle gibt es innzwischen wie Sand am Meer.
    Die Zeit als Aktien in der grossen Masse mit einem Realwirtschaftlichen Wert und Ertrag unterlegt waren, ist seit über 30 Jahren Geschichte.
    Sicher es gibt sie noch die soliden Titel, doch die sind nicht oder nur bedingt im Handel.
    Das angepriesene läuft vorrangig gespeist aus der Marktbasierten, oder Zentralbanken gestützten Geldschöpfung.
    Bei soooo vielen „Sicheren“ Modellen und Strategien warum zum Kukuk müssen die Zentralbanken und Staaten das Finanzsystem innzwischen als Dauerzustand mit ständig steigender Liquidität füttern ?
    Bei soooo vielen Finanzhelden stellt man sich denn doch die Frage, waren und sind die innzwischen zum Dauerzustand gewordenen Verwerfungen an den Kapitalmärkten real oder bloss Einbildung?
    Oder liegt es in Wahrheit an den zu fast Schamanen mutierten ,,Ökonomen“ / Finanzhelden?!

  7. 900 CHF pr Jahr für eine GEM+S Lizenz. Warum kann LH solche Artikel nicht als Werbung oder Paid Post kennzeichnen? Machen andere Plattformen auch und wäre wenigstens transparent…..

  8. Ok wow – nun verkommt IP also noch zum Dauerwerbekanal für gescheiterte UBS Fritzen. Muss Werbung nicht klar ersichtlich als solche deklariert werden?