Lieber Christian

Anonymous der Swiss Re sieht hinter Gewinnwarnung seines Unternehmens falsche Strategie von CEO Mumenthaler.

Es heisst doch, alle guten Dinge sind drei. Darum melde ich mich nochmals. Waooh, was für ein Ergebnis, und das erst Mitte Jahr, eine schallende Ohrfeige für eine einst so stolze Firma.

So sehr, dass man sogar eine Gewinnwarnung herausgeben musste. Einmalig. Aber vielleicht auch genehm, weil man vieles unter dem Covid-19 Deckmantel schönreden kann.

Die uniformierten Wendehälse Deiner Investor Relations Abteilung haben sicher schon eine schöne Gutenachtgeschichte für die Investoren und Analysten zusammen. Aber bis diese ihre Kür abliefern dürfen, dauert es halt noch ein paar Tage.

Und in der Zwischenzeit schauen wir aber mal ein bisschen genauer hin. Du hast sicher nichts dagegen.

Du bist jetzt 4 Jahre im Amt, und seit deiner Übernahme als CEO ist dein Leistungsausweis, um es mal vorsichtig zu formulieren, mehr als bescheiden. Eher grottenschlecht, auf gut Deutsch.

Klar, Du kannst jetzt argumentieren, dass Du nicht für alle früheren Entscheide persönlich verantwortlich gemacht werden kannst, aber hey, Du bist halt dann doch der Chef, nicht?

Was besonders schmerzt: Dort wo eigentlich unsere Kernkompetenz liegt, nämlich in der Risikoselektion, läuft alles schief. Hohe „Combined ratios“ in der Rückversicherung, oft über 100%, fast quer durch die Bank. Was für eine Schmach.

Und von Corporate Solutions wollen wir hier mal gar nicht mal reden, diese Business Unit vernichtet Kapital schneller als ein auf Leistung getriebener Mähdrescher.

Eigentlich erstaunlich, da alle Rückversicherer im gleichen Becken fischen, die sogenannten „Risk pools“, für die Du in deinen Townhalls einen Fetisch entwickelt hast.

Warum können es die anderen besser und wir nicht (mehr)?

Schauen wir uns mal die Strategie der letzten Jahre an, die liefert nämlich ein paar Antworten. Wir haben über Jahre das Casualty Geschäft hochgepumpt – obwohl dieses schon mit sehr hohen Combined ratios befleckt war – und fast gleichzeitig das Property Geschäft (vornehmlich im Katastrophen Bereich) heruntergefahren.

Warum haben unsere Konkurrenten einen anderen Weg eingeschlagen?

Könnte es damit zu tun haben, dass wir zu sehr auf unser ökonomisches Steuerungsinstrument (EVM, a.k.a. die heilige Kuh, entwickelt von ein paar sehr kreativen Mathematikern) verlassen haben?

Weil damit lässt sich die Kostenberechnung anhand vorteilhafter Zinsannahmen zur Diskontierung immer schönbiegen. Viel realistischer als US GAAP, heisst es. Und je länger die Laufzeit des Geschäfts, desto grösser der Diskontierungseffekt, richtig? Und welche war die damalige Annahme?

Die Zinsen können nur steigen weil diese eh schon im Keller sind, richtig? Erklärt das vielleicht auch, wieso man das kurzlebige Property Geschäft hat schrumpfen lassen? Nur so eine Hypothese. Und bald kommt IFRS oben drauf? Oje, das wird ein wahrer Krimi.

Ok, Du wirst aber jetzt sagen, dass sich die Aktie bis dato doch gut gehalten hat. Ja, das hat aber andere und vor allem künstliche Gründe.

Die üblichen Tricks halt: hohe Dividendenauszahlungen, Share buybacks, vorgezogene Realisierung von Kapitalgewinnen.

Also leben wir schon seit Jahren von der Substanz, weil das Underwriting keinen Mehrwert mehr generiert. Der Swiss Re-Supertanker pfeift schon länger aus dem letzten Loch.

Mal schauen, wie die Rating Agencies das in ein paar Wochen sehen. Hat S&P nicht im Mai den Outlook auf negativ gesetzt? Eine Herabstufung, das fehlt gerade noch.

Wenn das die Strategie war, dann ist diese gründlich gescheitert. Und für die Strategie ist nun mal das Management verantwortlich. Und das heisst eben auch, dass das Management versagt hat. Nennen wir es doch ganz einfach beim Namen.

Vielleicht sollten wir uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren: das Underwriting, was mal zu unseren Stärken gehörte.

Und weil Du so auf „Corporate language“ stehst, mache ich Dir gleich einen Vorschlag: Wie wäre es mit „Let’s make Swiss Re resilient again“ anstatt „We make the world more resilient“?

Wäre doch ein guter Anfang, nicht?

Ja, ich weiss, Du wolltest in jungen Jahren mal Chef einer NGO werden. Auch wenn das scheinbar nicht geklappt hat, heisst das jetzt nicht, dass Du aus Selbstverwirklichungsdrang aus Swiss Re eine NGO – mit ganz viel Diversity, LGBTIQ und Neusprech – machen musst.

Lass es bitte sein, das führt nur zu einem Zwitterkonzern, und Zwitter sind bekanntlich nicht fortpflanzungsfähig.

Das nächste Mal reden wir vertieft über „Project Evergreen“ und warum der Chef von McKinsey Schweiz bei dir rein und rausgeht. Nur ein paar Sachen vorweg, als Appetizer sozusagen.

Wir könnten zum Beispiel sprecher über die Reform der Konzernstruktur, die anstehende Digitalisierung und Technologisierung des Konzerns, die Palantir-Krake, weitere Kosteneinsparrungen und ob es doch nicht auch ein wenig darum geht, dem Sergio Wind aus den Segeln zu nehmen sollte dieser nächstes Jahr übermotiviert ans Werk gehen wollen.

Einverstanden? Die Investoren wird es sicher freuen, die Ü50-Jährigen wohl nicht so sehr.

In der Zwischenzeit, hier ein paar persönliche Vorschläge um das Evergreen-Potential auszuschöpfen. Das ist wichtig. Wir brauchen:

eine klar formulierte Strategie auf Stufe Gruppe, nicht nur schöne Visionen; eine Digital- und Tech-Strategie, um dem Excel-Wahnsinn ein Ende zu setzen; eine schlankere und effizientere Organisation um die vielen Zwischenstufen und Schnittstellen zu minimieren. Zu viele machen aus dieser Komplexität sogar noch Karriere.

Weiter sind nötig: schlankere Führungsgremien, überall. Zu viele Häuptlinge, da kommt man sich fast wie im Forum im Alten Rom vor; eine stärkere operative Kultur; ein funktionierendes CRM Tool für unsere Salesforce.

Sodann: Dienstleistungen an die Businessunits (digitale Lösungen, einheitliche Systeme, konsolidierte Datenlandschaften). Und nicht BUs, die alles für sich entwickeln; eine IT, die dem Business dient und nicht umgekehrt; entschlackte Gruppenfunktionen. Die kosten viel, und keiner versteht ,was die den ganzen Tag so treiben.

Weiter: ein entschlacktes Asset Management. Dort hat es mehr Leute als bei Sergios UBS, aber viel weniger Assets zu verwalten; eine entschärfte Expertenkultur. Ab Director level nicht länger als 3-4 Jahre in einer Funktion lassen und durch die Wertschöpfungskette rotieren lassen.

Zuletzt: mehr Leadership und Accountability beim Management. Managing Directors, bitte kräftig in den Arsch treten, damit sie liefern und nicht immer alles schönreden; mehr Herkunfts-Diversity beim Management. Da hat es zu viele Briten, die nur noch Briten befördern und/oder einstellen. Struktur bei Stargate (a.k.a Palantir), weil bei den ganzen isolierten „Use cases“ hat keiner mehr den Durchblick hat, worum es da geht.

Zu guter Letzt: Wir brauchen eine neue Führungstruppe, um das Obige anzupacken und umzusetzen. Auch wenn der Umbau unumgänglich ist, hat man die Zeichen zu spät erkannt.

Sorry Christian, aber Du bist hier eher Teil des Problems und weniger Teil der Lösung. Bei dem, was ansteht, braucht es einen Macher und Sanierer und keinen Visionären.

Der Klaus Schwab sucht doch langsam einen Nachfolger? Das WEF wäre für Dich doch eine tolle Möglichkeit, Deinen Jugendtraum doch noch zu verwirklichen. Überleg es Dir bitte, das könnte „Win win“ für alle sein.

Lieber Christian, wir sind viele. Wir vergessen nicht. Bis bald.

Kommentare

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  1. Ich verstehe wirklich nicht, wie man als Mitarbeiter der Swiss Re denken kann, mit einem solchen Artikel der Firma oder den Kollegen einen Gefallen zu tun. Wer am Arbeitsplatz so leidet, sollte einfach kündigen.

    Es mag durchaus angemessene Kritik an der Swiss Re und ihrer Führung geben, aber in diesem Stil erreicht man sicherlich wenig bis gar keinen Wandel im Unternehmen. Außerdem schadet es dem Ruf fälschlicherweise, denn dieses Schreiben ist meines Erachtens bei weitem nicht repräsentativ für die Stimmung im Haus.

  2. In unserer Kultur sollte es immer möglich sein, Kritik offen zu äussern. Im Gegenzug darf sie nicht persönlich verletzend oder gar drohend sein. Beides ist hier scheinbar nicht der Fall.
    Dass die SR Probleme hat, muss man kaum betonen. Es wäre aber naiv zu glauben, CM wüsste das nicht und würde nur darauf warten, das WEF zu übernehmen.
    Ich glaube, er hat selber einmal geschrieben, dass die Macht des CEO, seine Macht, überschätzt wird, und wenn man sich so umsieht, dann gebe ich ihm recht: Unternehmen mit egozentrischen und diktatorischen CEOs, oft Angelsachsen übrigens, haben zur Zeit die Nase vorn, und zu der Spezies gehört CM sicher nicht.
    Trotzdem steht er als „Spielertrainer“ natürlich in der Verantwortung; einerseits für den Kader und die Teamaufstellung, und andererseits – wenn auch nicht allein – für die Strategie. Beides sind zwei verschiedene Dinge, und die Fehler, die man bei ersterem macht, können das letztere unmöglich machen – und umgekehrt. Vielleicht ist genau das die Misere; aber egal, am Ende gilt: „Die Wahrheit is auf´m Platz“, und da sind vor langen Jahren in Zürich Weichen gestellt worden, an denen der Zug in Hannover und in München eben geradeaus gefahren ist. Bekanntermassen ist Rückversicherung kein Tram, sondern ein langer Zug, so dass der SR erst sehr viel später das auf die Füsse fällt, was hier so oft bemängelt wird: Die einst überragende Expertise, speziell in klassischer Versicherungstechnik, hat gelitten; schleichend, aber merklich. Die Ergebnisse, speziell in CorSo und US Casualty, legen das zumindest nahe, und sie werfen natürlich auch noch ganz andere Fragen auf. Nur hoffentlich ist es im Interesse aller (!), genau dem entgegen zu steuern; und dass da nichts passiert, kann man nicht wirklich behaupten. Im Gegenteil. Trotzdem gibt es Bereiche, wo man sich existentielle Sinnfragen stellt – gut so -, und um die beantworten zu können, bräuchte es – neben dem Mannschaftskapitän – wahrscheinlich noch einige von diesen „vielen, die nicht vergessen“.
    Die Idee von dem einen starken Mann, der für Erfolg und Misserfolg allein verantwortlich ist, ist psychologisch verständlich, historisch nicht einmalig, aber Gott-sei-Dank unrealistisch.
    Irgendwie glaube ich, CM weiss das auch.

  3. Ein sehr guter Artikel! Mich wundert es nicht, dass es anonym ist. Anders geht es nicht. Leider habe ich sehr oft miterlebt, was passiert, wenn Mitarbeiter zur Recht Kritik üben. Das gleicht schon fast einem Selbstmord.Bestenfalls wird man zum Psychologen geschickt.
    Das Asset Management ist stark gewachsen da sie seit Jahren die Verluste im Underwriting ausgleichen müssen.
    Corporate Solution ist komplett abgekoppelt vom rest des Konzerns. Vor zwei Jahren hat selbst Herr Mumenthaler bei einem Townhall zugegeben, dass er verwundert sei, dass Corso scheinbar keine Strategie hätte.
    Solange dort die Führungskräfte hauptsächlich mit Intrigen, Mobbing der eigenen Mitarbeiter und Sicherung der eigenen Stellung/Burnout falls nicht klappt beschäftigt sind, kann es auch nicht laufen.

  4. Traurig, was aus der stolzen Rück geworden ist. Als einstiger Rück-Mitarbeiter habe ich dort Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen, die mir auf meinem Lebensweg entscheidend geholfen haben.

    Damals (in den 80er Jahren) war noch Professionalität, Ehrlichkeit und offene Diskussion tägliche Realität. Die SR war damals die wohl beste und fortschrittlichste Firma am Platz Zürich. Dass ein ‚Anonymous‘ nun auf diese Art und Weise Interna verbreiten muss, ist ein Zeichen, dass der Zersetzungsprozess mittlerweile weit fortgeschritten sein muss.

    Für meinen Teil habe ich die Rück 1985 verlassen, als McKinsey mit der Gemeinkostenwertanalyse aufkreuzte. Es ist schon so: Jedes Mal, wenn sich in verschiedenen Ländern und Funktionen meine Wege mit McKinsey kreuzten, war dies ein untrügliches Warnzeichen einsetzender Dekadenz und Anreiz, mich neu zu orientieren. Damit muss ich McKinsey dankbar ein, denn jedesmal habe ich dann eine neue, herausfordernde Aufgabe gefunden.

    ‚Anonymous‘, machen Sie den Schritt, Sie werden es nicht bereuen! Ich wünsche viel Erfolg.

    • Ob eine Firma sich jemanden mit homophoben Tendenzen wünscht? Einer, der anscheinend keine Ahnung vom Liebesleben der Weinbergschnecken hat, damit aber argumentiert?

      Biologe ist er/sie wohl nicht, ob ein/e guter Kadermann/frau … ich weiss es nicht.

    • ad Prof. Dr. Dr. hum. causa
      Meinten Sie den folgenden Satz: „Auch wenn das scheinbar nicht geklappt hat, heisst das jetzt nicht, dass Du aus Selbstverwirklichungsdrang aus Swiss Re eine NGO – mit ganz viel Diversity, LGBTIQ und Neusprech – machen musst.“ Daraus homophobe Tendenzen abzuleiten, scheint mir übertrieben. Anonymous weisst zu Recht auf die nicht nur bei der Rück verbreitete Unsitte, Nebenschwaden von Worthülsen auf die Belegschaft und Aktionäre abzuschiessen, hinter denen sich statt konstruktive Tat und Idee nur sterile Verwaltung und Manipulation verbirgt.

    • nicht nur.

      Lass es bitte sein, das führt nur zu einem Zwitterkonzern, und Zwitter sind bekanntlich nicht fortpflanzungsfähig.

      Weinbergschnecken sind Zwitter, und bekanntlich zur Fortpflanzung fähig.

      Die Unsitte ist die fehlende Aufklärung. Offensichtlich jedoch nicht bekanntlich.

    • Es geht um Qualität, nicht um Kosten. Einem BCGler erkläre ich das gerne auch nochmal langsam.

  5. „eine IT, die dem Business dient und nicht umgekehrt“

    Business? Die IT ist hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt. Seit endlosen Jahren dieselben mediokren B’s und C’s aus dem Boys Club, mit ständig wechselnden schillernden Titeln und stark gefordert ob der Innovationsgeschwindigkeit. Do an average job and you won’t get fired!

    Legacies, passend zu der von ihnen entworfenen und real existierenden IT-Landschaft, für eine wirkliche Transformation leider nur im begrenztem Ausmass von Nutzen für die BUs. To be replaced!

    SwissRe sell, die IT wird
    auch in dieser Industrie spielentscheidend, auch wenn viele das nicht hören wollen.

  6. Ich kann die Swiss Re Leute verstehen. Kann mich nicht mehr an den letzten Zahlenkranz erinnern der ueberzeugte. Dafür muss man sich von vermeintlichen Zwergen wie Hannover Re vorführen lassen wie es richtig geht. Und dies nun seit geraumer Zeit. Vielleicht konzentriert man sich auf dass was im Logo steht. Das Rueckversicherungsgeschaeft, aber richtig! Alle diese komischen Diversifikationsstrategien, Mc Kinsey? Kosten Unsummen und bringen nichts.Mummenschanz? Kommentar überflüssig.

  7. Dr. Mülli: Verdammte Sch****e! Wer aus meinem Team hat ge-twittert? Ich reiss Euch – so was von den A***h auf!

    • Mülli-Milch, Mülli-Milch, Mülli-Milch – die Schmeckt, Mülli-Milch, Mülli-Milch – die zeigt was in Dir Steckt

    • Dr. Mülli, als unbeliebtester Swiss Re Vorgesetzter, der neu unbegründet sein Team restrukturiert und neubesetzt, nimmt es nicht Wunder, dass innert der Presse Interna zutage kommen. Job and team – out of control? Wir sind viele, wir vergessen nicht..

  8. Wow, das ist ja eine richtige Analyse, die könnte von McKinsey sein, würde dann einige Tausender oder Zehntausender kosten. IP hätte noch die IBAN anhängen sollen. Herr Mumenthaler weiss ja jetzt gar nicht wohin er das Honorar senden soll. Übrigens: Ob das alles stimmt, ich weiss es nicht, zu unverständlich. Könnte man das auch auf Deutsch sagen ?

  9. Was ist der Unterschied zwischen meinem Turm und der Swiss Re?

    Bei meinem Turm sind die grössten Nieten unten …

  10. Eine Strategie und dass unser Group Executive team endlich mal Konzern fokussiert ist, wäre wirklich erfrischend. Und da stimme ich dir zu Anonymous, Herr Mumenthaler muss mal in die Pötte kommen. Oder darf er nicht weil der eigentliche CEO der Kielholz ist? Es besteht noch Hoffnung. Aber…

    Der Moses ist comfortable, der Andreas anscheinend auf Kurs (wirklich???) und der neue Carlo soll das Steckenpferd IptiQ reiten.

    Und unsere Group Functions, träge, ein Wasserkopf. Dem Patrick fehlts an EQ, der Guido flutet uns mit Country CEO Kommunikation zu anstatt sein AM mal zu entschlacken. Der Nigel rotiert seine unmöglichen HR Chefs und von Human ist nichts mehr zu sehen. Ist es nicht an der Zeit, dass die mal gehen? Dank der neuen Anette gibts bald keinen IT Chef mehr, dafür viele neue MD rollen und eine Transformation die keiner im business versteht. Ahoi!

    Am Ende werden es die alten RI Leute richten, Thierry, Russell, Jonathan und Urs, viel Glück!

    • @Optimistisch

      Sie schreiben: Dem Patrick fehlts an EQ.

      Zum eiskalten Patrick Raaflaub kommt mir folgender Satz in den Sinn:
      „He can suck the fun out of a room faster than anyone.“

  11. Palantir und alle anderen Unternehmen rauswerfen, die mit bzw. für die Geheimdienste arbeiten ist eine gute Idee!

    • Aber was bringts die Geheimdienstler rauszuwerfen, dann Windows und Office jedenfalls mit, wenn die Banken sich zwingen lassen selbst alle Infos zu sammeln und rauszugeben (KYC, AIA, FATCA, EU-Zinsbesteuerung… … …)?

  12. Ich stell mir grad die Nieten aus der Kommunikationsabteilung vor …

    Denn ich hatte nach dem Erscheinen des ersten “lieber Christian” Artikels das Vergnügen, in der S4 nach Adliswil eine*n nervôse*n Mitarbeiter*in dieser gloriosen Truppe am Mobile Phone zu hören. Nein, gelauscht habe ich nicht. Ich bin sicher, man hat das noch im übernächsten Bahnwagen mitgekriegt …

  13. Nun wird in PI bereits zum dritten Mal ein Schreiben eines vermutlich frustrierten Kader Mitarbeiters der Swiss Re an Christian Mumenthaler publiziert. Der Mitarbeiter scheint sehr detaillierte Kenntnisse, basierend auf jahrelanger Erfahrung, von Swiss Re zu haben. Ich kann mir nur vorstellen, dass es sich um einen Mitarbeiter auf C-Band Level handelt mit dieser Breite an Wissen aller Vorgänge in der Swiss Re in allen Bereichen.

    Vermutlich ist der Schreiber ein Kader Mitarbeiter welcher seit vielen von einem sehr guten Einkommen finanziert durch die Swiss Re erlebt.

    Ich finde es mehr als traurig und bedenklich, dass einem Mitarbeiter auf diesem Level nichts besseres in den Sinn kommt als IP mehrmals solche Schreiben zukommen zu lassen. Grösse wäre, mit Christian Mumenthaler einen Kaffee zu trinken und die Bedenken direkt an ihn zu wenden.

    Grösse wäre auch, aufgrund dieser grossen Bedenken an Allem was Swiss Re macht (Businessmodell, IT, zentrale Dienste, etc.) zu kündigen und eine neue Stelle in einer anderen Firma zu suchen. Mit diesen grossen und breiten Kenntnissen sollte es kein Problem sein eine neue Stelle auf dem gleichen Level und mit dem gleichen Salär / Bonus zu finden.

    • Es gibt vielleicht einen Grund wieso, wer immer der Schreiber ist, dies nicht tut. Eigene Meinungen und Kritik sind bei der Swiss Re nicht willkommen, Feeback nur wenn er positiv ist.

    • @Ein Wissender – Ist bei allen multinationalen Banken und Versicherungen so. Sie ermutigen dich offiziell um deine aufrichtige Meinung. Erzählst du die Wahrheit, bist du entlassen. Bei den angelsächsisch geführten Firmen (Heimatort egal), Axa oder Allianz, da kennt man gar nichts. Ehrliches Kundendenken, soziale Verantwortung, langfristiges Denken – da bist du nur ein Weichei das nicht mitzieht. Kunden sind nur zum „ausnehmen“ in eigener Sache da.

      In der Allianz hat ein ehemaliger CEO in einem Business Meeting fast Klartext geredet und gesagt, dass Mitarbeiter eh nur Input (Verbrauchsmaterial) sind. Verklausuliert: Alles entlassen was nicht mitzieht.

    • Einen Kaffee mit CM trinken und abladen? Da kommt dann vom CEO viel Verständnis, Lob und darnach der Rauswurf.Es bleibt ja Alles zwischen 2 Kaffee Tassen.
      Das Frust-Niveau bei den Kielholz-Seglern scheint gewaltig zu sein und der interne Meinungsumtausch ist auf Grund gelaufen. Es braucht ja offensichtlich sehr viel, dass ein interner Kenner der Materie sich gezwungen fühlt seine Meinung hier öffentlich kundtun zu müssen. In der Hoffnung es bewegt sich etwas.

    • Wenn er kündigt dann überlässt er die SwissRe den schlechten Leuten.

      Ist Ihr Vorschlag spieltheoretisch durchdacht?

    • Genau so ist es wie „ein Wissender“ schreibt. Das habe ich dort selber erlebt. Kritische Stimmen und Erfahrung sind nicht erwünscht. Wichtig ist der Obrigkeit, auf allen Stufen, positives Feedback zu geben. So werden interne Umfragen zur Beurteilung von anderen Funktionen frisiert, damit die beurteilende Funktion auch positiv beurteilt wird. Dies weil die Umfragen Bonus relevant sind. So ein System bringt eine Unternehmung nicht weiter, leider.

  14. Lächerlich! Tobt sich auf einer anonymen Platform aus, aber hat nicht die Eier konsequent zu sein und anderswo anzuheuern.

  15. Tja, Management, Zahlen und Tools – eine üble Kombination.
    Andere Firma: GL ließ die Experten eine quantitative Analyse machen.
    Dabei kam raus, dass Variante X klar die beste ist.
    Kommentar GL: aber diese Variante wollen wir nicht. Wir wollten doch immer Variante Y. Überdenkt doch euer Modell!

    Ein paar Wochen später war Variante Y die beste 🙂 .

  16. Einige der erwähnten Punkte kann ich nicht wirklich beurteilen. Mit einigen (wenigen) anderen bin ich nicht ganz einverstanden.

    Aber der Grundtenor ist absolut korrekt. Insbesondere

    * sollte CorSo endlich dicht gemacht werden – sie haben nun 10 Jahre lang bewiesen, dass sie es nicht können
    * verzichten wir gerne auf Newspeak Christian Style – haben Sie tatsächlich nichts dringenderes zu tun, Herr Doktor Mumenthaler?
    * bringt es wenig, mit Palantir Dinge nachzuvollziehen, die längst bekannt sind; zwei Fragen nebenbei: Wieviel kostet Palantir? Und wieviel Geld wurde dadurch gespart oder durch neues Business verdient?
    * darf man sich fragen, was genau der Business Value einer Portierung / Neuimplementierung „aller“ bestehenden Anwendungen auf Microsoft Azure ist
    * hat es viel zu viele Managing Directors, in deren Titel Digitalization und / oder Transformation vorkommt

    • Das Ziel aller Cloudplattformen amerikanischer Unternehmen ist es, die Kundendaten der NSA zur Verfügung zu stellen.

      Siehe Cloud Act 2018!

      Gilt via SAP u.a. übrigens auch für die Behördendaten in der Schweiz.

  17. Wenn die Theoretiker den Karren in den Sumpf gefahren haben, dann melden sich die Praktiker und fordern die Erneuerung, damit der Karren ohne Theorie, aber mit physischer Kraftanstrengung von allen aus den Dreck gezogen werden kann. Nur so funktionierts.
    Gunther Kropp, Basel

  18. Interessant! Vielleicht täusche ich mich: könnte es sein, dass sich hier Mitarbeiter nicht mehr länger mit „bullshitten“ hinhalten lassen und jeden „Corporate Scheiss“ mitmachen? Der Frust muss hier sehr tief sitzen, dass so etwas in die Öffentlichkeit getragen wird.
    Da scheinen grobe Führungsfehler vorzuliegen plus sind wohl zweifelhafte „Castings“ auf den oberen Stufen gemacht worden.
    Was hat der Verwaltungsrat in den letzen Jahren gemacht außer Geld einzustreichen?

  19. Kleiner Blick in die Kristallkugel zeigt uns was in den nöchsten 24h passiert. Management liest den Artikel und sofort werden eine Menge Telefonate mit den anderen Managern in der Firma geführt um sich gegenseitig zu versichern dass man alles richtig macht und die Strategie die richtige ist. Dann gibt es vielleicht eine kleine Nachricht an die Mitarbeiter dass alles perfekt läuft.
    Die Mitarbeiter finden den Artikel toll und freuen sich dass jemand dem Management die Meinung sagt. Dann lesen sie die Nachricht vom Management und denken sich dass sich sowieso nichts ändert und sind frustriert.

  20. Guter Artikel, ein gutes Beispiel von Management-Blindness, wobei sich das Management von der Basis abgekoppelt hat und in einer eigenen Blase lebt. Damit lassen sie auch nur die Ihnen genehmen Informationen durch und sehen nicht mehr die Realität.

    • Demnach ist How deep is your Sommerloch? dein richtiger Name?

      Und anonym ist automatisch falsch?

      Und mit Name automatisch richtig?

      Wie dumm kann man sein?

  21. Das liest sich jetzt aber nicht sehr SwissRe-spezifisch, so sieht es doch in der ganzen Versicherungsbranche aus: Die grundsätzlichen Probleme sind im In- und Ausland gleich, die phantasielosen Lösungsversuche des vermeintlich digitalen Umbaus letztendlich ein strategiefreies „weiter so, wie immer“, das dann auf ein weiteres völlig ungeplantes Sparprogramm hinausläuft, bis der Laden irgendwo krachend an die Wand fährt. Das kann man dann für die Shareholder aus den Reserven ein wenig aufhübschen. Und als Leitungsmitglied kommt man damit in den nächsten paar Jahren noch gut in den Ruhestand. Für die Entscheider ist also nicht alles perfekt, der Druck gemeinsam einen wirklich guten Plan für die Zukunft zu machen hält sich aber sehr in Grenzen. In der Schweiz sind es dann die Mitarbeiter, die gehen dürfen und am liebsten die Älteren. Bin gespannt, wer hier als erstes aufwacht, wenn überhaupt.

    • Der Blick aufs untere linke Seebecken in Zürich zeigt, womit sich die Herren VRPs und CEOs am liebsten beschäftigen – weil Versicherung ist ja soooo laaasngweilig.Architektur dagegen – sooo spannend, ob Swiss Re, Zurich oder Scor: es kreist der Kran, der Betonmischer rumpelt, jedem Pharao seine neue Pyramide. – Jemand daheim in den Pyramiden? Wieso denn? – Alle im Home Office! Und offenbar funktioniert das besser als früher mit Präsenz….

  22. Das ist nicht nur die Geschichte von Swiss Re, das ist Corporate Switzerland, leider. Keine Unternehmer mehr an der Spitze, welche ihr Business kennen.

    • Sie harmlose Figur sind offensichtlich entweder nicht mehr berufstätig oder selbständig. So wird heute in den Grosskonzernen gesprochen. Mit den vielen Anglizismen klingt vermeintlich alles etwas gescheiter. Es steht auf jeden Fall zu befürchten, dass es mit Sergio nicht besser kommt! Was er drauf hat bzw. nicht, haben wir bei der UBS gesehen. Es ist schon eine Schande, dass solche Figuren stolze Konzerne ruinieren können, nur weil sie dem richtigen Netzwerk angehören.

    • Welches Sprachproblem haben Sie denn?

      Und wie sieht es mit der Bewertung des Inhalts aus? Haben Sie dazu auch eine Meinung?

      Für mich klingt es nachvollziehbar.

    • Lieber Anonymous

      als jemand welcher von Euren Briten längst gemeuchelt wurde, unterschreibe ich fast alles, was Du schreibst.

      Allerdings lässt sich diese Rück nicht mit Property retten. Dazu ist sie einfach zu gross geraten. Die Liste der Strategie-Leichen ist darum auch viel länger als sie selbst KIN ganz zu verantworten hätte. Die Servicegesellschaften-Verluste, SCHWEIZ Versicherung, Prakash Shimpi, Barbadosgemauschel, Henderson’s Private Equity Disaster, Front Ending im Life Re Geschäft, GE Insurance Solutions.diese Liste wäre noch viel länger.

      Die Rück braucht wieder Innovation auf höchstem Niveau. Und zwar ungefähr so, wie Aigrain das vorzeigte. Natürlich darf man dann noch gleich wieder dem Tradingfloor die Vollmacht über die ganze Bilanz erteilen.

      So, jetzt habe ich wohl auf ewige Zeiten Hausverbot am Mythenquai. Und das nicht bloss, weil ich hetero bin…

    • Genau 😉

      Ironie ist die letzte Phase der Enttäuschung.
      Anatole France (1844 – 1924)