Ländle-Bank von SVP-Anwalt vor Aus?

Union könnte kurz vor Lizenzrückgabe stehen, ihr China-Investor ist unerwünscht. 2 Berater geschasst: Geheimnisverrat.

Bei der Union Bank des Zürcher Wirtschaftsanwalts und SVP-Politikers Wolfram Kuoni gehen die Wogen hoch. Anfang Woche stellte die Union zwei Berater wegen Verdachts auf Bankgeheimnis-Verrat vor die Tür.

Die beiden sollen mit Kunden bei Konkurrenzhäusern hausieren gegangen sein. Die Union wollte keine Stellung nehmen.

Beim Rausschmiss scheint es sich um die letzten Zuckungen eines Geldhauses zu handeln, bei dem schon in wenigen Tagen die Lichter ausgehen könnten.

Hintergrund ist eine verschärfte Gangart der Bankenaufsicht in Liechtenstein. Diese ist jüngst aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht.

Nach zuvor schon mehreren Interventionen erschütterte kürzlich der fulminante Rausschmiss des CEOs einer Bank namens Sigma das Fürstentum.

Banker verweisen auf Moneyval. Das europäische Expertengremium entscheidet 2021, ob Vaduz bei Geldwäscherei und Terrorismusbekämpfung die Standards einhält.

Den Stresstest mit Gütesiegel will das Ländle unbedingt erfolgreich bestehen. Also greifen die Behörden nun bei mehreren Banken hart durch.

Eine für Liechtenstein völlig neue, spürbar härtere Finanzaufsicht. Wurde Zeit, finden Kritiker. Für Wolfram Kuoni und seine Union Bank kommt der Wechsel von Wegschauen zu Durchgreifen allerdings zur Unzeit.

Dem Juristen mit Kanzlei an der Zürcher Löwestrasse und engen Links zu russischen Vermögenden gehen die Optionen aus. Er könnte mit der Union am Ende angelangt sein.

Dabei dachte Kuoni, mit dem obersten Job bei der Union einen sicheren Platz zu haben. Dort gelandet war er als Vertreter eines reichen Russen, genauer Ukrainers, der mit Ferrexpo eine grosse Rohstofffirma mit Kotierung in London kontrolliert.

Dieser gehörte lange zu den Vorzeige-Unternehmern aus dem Osten. Bis der Wind drehte. Nach einem Regimewechsel in der obersten Politik ist der Oligarch heute in seiner Heimat zur Fahndung ausgeschrieben.

Von daher machte sich dessen finanzielles Engagement mit grosser Aktienbeteiligung an der Union Bank nicht mehr gut. Zuvor schon war der andere Grossaktionär, ein Geschäftsmann aus dem Iran, über Venezuela-Schmiergelder gestolpert.

Beide Hauptgeldgeber flach am Boden: Kuoni brauchte dringend neue Geldgeber. Doch wo finden?

Statt Russen tauchten schliesslich Chinesen auf, diese stammen nicht aus dem Rohstoff-Business, dafür aus einem anderen „heissen“ Bereich: dem Krypto-Geschäft.

Binance heisst das Schanghai-Unternehmen, das nach eigenen Angaben die weltgrösste Krypto-Börse betreibt und mit dem so erwirtschafteten Vermögen eine Mehrheit an der Union kaufen wollte.

Mit den Chinesen hatte Kuoni alles schön aufgegleist, da legte sich überraschend die FMA, also die Bankenaufsicht von Liechtenstein, quer.

Die fand die Herkunft nicht nach ihrem Geschmack. Eine weitere Ländle-Bank in China-Händen, das war den Aufsehern offenbar wenig geheuer.

Die FMA lehnte jedenfalls die Binance ab. Für Anwalt und Union-Präsident Kuoni ein Drama. Einen alternativen Investoren hatte er nicht zur Hand.

Was tun? Kuoni entschied sich zusammen mit der Binance für die Flucht nach vorn: Krieg gegen den Regulator, ein Novum. Doch offenbar sah Kuoni keine andere Chance.

Mit seinem Manöver zwang der Zürcher Anwalt die Vaduzer Bewilligungsbehörde, in einem formellen Verfahren Farbe zu bekennen. Was genau ist am China-Investor nicht genehm?

Nun steht ein Entscheid der FMA unmittelbar bevor. In den nächsten Tagen würde die Behörde die Karten auf den Tisch legen, heisst es von mehreren Seiten.

Auf dem Finanzplatz Liechtenstein gehen Beobachter davon aus, dass der Union damit das letzte Stündlein geschlagen hat. Die Bank selbst wollte sich gestern auf Anfrage nicht dazu äussern.

Möglich wäre eine Rückgabe der Bankenlizenz, so wie das kürzlich die Zürcher Falcon Private Bank beschlossen hatte. Ein Weitermachen als unabhängiger Vermögensverwalter wäre dann möglich.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Völlig rätselhaft warum nicht auch die Bendura Bank / ex Valartis Bank in Liechtenstein von den Behörden untersucht wird. Dahinter steckt auch ein reicher Chinesen Milliardär HonKwokLung, der die Bank mehstufig nutzt um das Geld in den Schweizer Uhrenindustrie- und Hotelbranchen in Kreislauf zu bringen.

  2. Was hat der Artikel mit der SVP zu tun? Aha, es gibt dort immer noch Politiker, die in der Privatwirtschaft arbeiten. Währenddessen stehlen Wermuth und seine SP-Kumpane meine Steuergelder und werden immer breiter.

  3. W.K. ist Wirtschaftsanwalt. Nun kann er auch Erfahrungen sammeln und Kompetenz zeigen beim Abwickeln einer Bank. Er wird dadurch zum Allrounder. Seiner Karriere wird’s keinen Abbruch tun. Im Gegenteil. Das Auf-und-ab gehört zum Leben, ob SVP, SP oder xy. Vorwärts schauen und weiter gehen.

  4. Wolfram Kuoni kämpft und setzt ich persönlich ein. Das kann man ihm wohl kaum zum Vorwurf machen. Lächerlich und dümmlich, was hier teilweise an Kommentaren zu finden ist.

  5. Da versucht ein VR (Kuoni) eine Bank und damit auch Arbeitsplätze zu retten und wird im Gegenzug angefeindet – I don‘t get it.

  6. Der Union Bank Geschäftsführer und CFO A., scheint über beachtliche Erfahrung in der Versenkung von Banken zu verfügen.
    Bereits beim Bank Hottiger-Krimi war er als CEO mitverantwortlich für den Untergang der Bank, welche als Musterbeispiel für schlechtes Management dient. Wo hat die FMA bei der Gewährsprüfung hingeschaut?

    https://insideparadeplatz.ch/2015/10/28/nobelbank-hottinger-denver-clan-am-loewenplatz/

    https://insideparadeplatz.ch/2013/11/20/neue-ausland-player-ueberrollen-swiss-banks/

    • Gut recherchiert! A. hat Hottinger im Feb. 14 verlassen, die Bank hat im Oktober 15 geschlossen! Also was soll er damit genau zu tun haben?
      Ich habe mit A. lange zusammengearbeitet, sehr kompetent und gute Führungskraft.

    • Das Ende der renommierten Hottinger-Bank hat nichts mit Branchenproblemen und US-Steuerdisput zu tun, sondern mit einem Krimi, bei dem Kunden um 100 Millionen betrogen wurden.

      Der Fall wurde 2013 durch die SonntagsZeitung bekannt.

      Auch damals war die von A. geleitete Bank in Strafverfahren verwicklet.

      A. hat das sinkende Schiff im Februar 2014 verlassen und sich aus dem Staub gemacht. Der Schaden war bereits angerichtet.

  7. Habe Kuoni im Rahmen einer Transaktion kennengelernt. Der Mann ist vielleicht in der falschen Partei, geschäftlich aber ein topfitter Jurist, mit dem ich jederzeit wieder arbeiten würde.

  8. Es mag für Viele wieder ein interessantes Geschichtli sein, indem eine Bank und ein Wirtschaftsanwalt involviert ist. Besonders gern wird darin herumgewühlt, weil es eine kleine Bank ist. Bei einer System-relevanten würde die FMA sicher anders agieren. So weit so gut und bekannt. Aber was hat die ganze Geschichte mit der SVP zu tun? Hat man bei Stories bei den Grossbanken UBS oder CS je gehört, dass involvierte Herren z.B. FDP-Mitglieder sind?
    Also was soll das? Ein Bericht soll doch ein Geschehen beschreiben. Ob daran beteiligte Personen nebenbei im Turnverein, im Alpenclub , in der Kirchenpflege oder eben wie in diesem Fall in der SVP sind, interessiert kein Mensch, ausser man will polemisieren.

  9. Selber seit 40 Jahren in der Bankbranche tätig, bin ich weiterhin überrascht, das solche Banken und deren Berater, heutzutage noch mehr als ein Monat „überleben“. All die Berater, die auf dicke Hose machen, haben das Game nicht verstanden. Bescheidenheit ist eine Garantie für jahrzehnte Kundenloyalität.

  10. Der eine entlassene Berater ist S ……war bei der Alpinum zuvor …. hat nicht geklapt weil der dort schon gemauschelt hat…Alpinum hat ja immer noch knapp 18 Mio None performing loans…mal schauen wann das die FMA merkt….wollte dann bei der Union eine auf dicke Hose und Kundenberater machen… hat leider auch nicht geklappt…. war dort sehr eng mit C der ja auch gegangen wurde….nehme an das wars dann für die Herren im Ländle…..keine Bank wird diese beiden Gestalten nochmals anfassen…. es war erstaunlich das Kuoni so lange nicht gemerkt hat das S und C die wenigen Kunden die sie hatten auf die … Retroliste gesetzt hatten um danach von … kickbacks zu erhalten…. das ist das businessmodel von … Kube‘s an Banken zu vermitteln… mit den Kube‘s einen Deal machen, das die Kunden via … gekommen sind… Kube‘s kriegen den Lohn der Bank plus einen Teil der Kickbacks …. Kuoni wach mal auf… Z ist nicht dein Freund sondern er hat dich mit C und S verarscht

    • Aber sonst ist alles gut bei Dir? Hast Du die Medikamenten-Dosis erhöht oder bist Du einfach frustriert und fühlst Dich übergangen.

  11. Die Rollladen runter ,
    Und Oligarchen raus !
    Es wird immer bunter
    Der FL – Bänkli-Strauss.

    Verruchtes Overbanking:
    Schweizer Wirbelwind!
    Fertig nun mit BlingBling,
    Eine Totgeburt ich find 🥶

    • Frage der Fragen? Wer kann „heisse“ Klientel erben? Geht es jetzt in die Schweiz? Da wäre es schon möglich, dass es kleinere Finanzinstitute gibt, die ……

  12. Auffällig, der eine Typ wird von der illegitimen, Amerika-hörigen ukrainischen Regierung verfolgt, der andere wegen Venezuela, der neu angedachte Aktionär ist unwillkommen da Chinese… Es scheint die liechtensteinische Bankenaufsicht ist fest in den Händern der US-Regierung?

  13. SVP Politiker müssen nun eine Ehrencharta unterschreiben das passt ja hervorragend. Das hat aber nichts mit Charakter zu tun nur, dass sie die SVP Sprüche nachplappern.

  14. Illusionäres Finanz Konstrukt. China, Krypto-Börse, Lichtenstein und Kuoni, da verweigern mir die Synapsen.

    • Was genau möchten Sie uns mitteilen? Beim Lesen Ihrer Zeilen stellt sich bei mir der Eindruck ein, dass sich nicht nur Ihre Synapsen komplett verabschieded haben, mein Bester.

    • Vermutlich verstehst Du auch meinen Kommentar nicht, wie so vieles andere.

    • unglaublich gaga
      Sie tragen Ihrem Pseudo erkennungsnamen die volle Ehre.
      Wenn Sie schon keine Ahnung von Krypto Börsen haben, sollten Sie am besten ( unglaublich gaga ) weiter Pflegen.

  15. LH, würde in der Journi-Schule rot angestrichen: „eines reichen Russen, genauer Ukrainers“, was jetzt?

    • LH kennt den Unterschied zwischen Russen und Ukrainern eben nicht. Geht leider vielen so.