Gottstein desavouiert Private-Banking-Chef

CEO stellt Serge Fehr in den Senkel. Bei der CS würden die Kunden auf keinen Fall geduzt. Dressman aus Genf im Regen.

Wie die „Schweiz am Wochenende“ am Samstag berichtete, wird laut Chef Thomas Gottstein bei der CS auch in Zukunft kein Kunde mit Du angesprochen.

„Kunden siezen wir konsequent. Und das wird auch so bleiben“, so Gottstein. „Ob am Telefon oder im Kundengespräch, das Sie bleibt. Wir sind bei der CS und nicht in einer Kaffeebar.“

Genau. Nur sagte Serge Fehr, Chef Private Banking Schweiz, vor kurzem das Gegenteil. „Wir werden die Regeln der Bankenbranche ändern“, gab ihn der Tages-Anzeiger wieder mit Bezug aufs Duzen der Kunden.

Auch beim Kleiderstil versprach Serge Fehr, der stets adrett im Dressman-Look auftritt, Neuigkeiten. „Wir werden keine T-Shirts tragen, aber cool aussehen.“

Das Ganze ist der CS nun um die Ohren geflogen. Die Reaktionen mussten wohl gnadenlos ausgefallen sein. Ex-CS-Chef Oswald Grübels Kritik war dabei wohl noch eine der harmloseren.

Ober-Chef Gottstein sah offenbar keine andere Möglichkeit mehr, als die Notbremse zu ziehen. Sofort Übung abbrechen, koste es, was es wolle.

Was es kostet, ist die Stellung von Serge Fehr. Der hohe Private Banking-Manager aus der Westschweiz steht mit abgesägten Hosen da.

Es sind diese Flops, die den Menschen in Erinnerung bleiben, während strategische Fehler und Verluste im Alltag meistens schnell vergessen gehen.

Duzis cool, dann pfui – diese Spitzkehre macht die CS ein wenig zum Gespött am Paradeplatz. Kann passieren, doch Gottstein, der keinen Stein auf dem anderen lassen will, hat kein Bock auf solches.

Kommentare

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  1. A propos Dutzen. Früher, und hoffentlich immer noch, sagte der Vorgesetzte zu seiner langjährigen Assistentin: „ Ursula, darf ich Sie um etwas bitten?“

    Das schaffte eine angenehme Vertrautheit, ohne dem Anderen zu nahe zu treten. Diese von gegenseitigem Respekt, aber auch von menschlicher Nähe geprägte Umgangskultur scheint allmählich zu sterben.

    Wie so vieles im Leben: Es gibt auch Zwischentöne. Es muss nicht nur entweder Sie, Frau Schneider oder Du, Ursi heissen.

    Und diese CS-Geschichte: Leute, habt Ihr keine anderen Probleme?

    • Würde alles OK sein, wenn die Sekretärin ungestraft hätte antworten dürfen: “ Aber gerne, wünschen Sie den Tee gezuckert, Herbert?“

  2. Von meinen britischen, australischen, neuseeländischen und nordamerikanischen Geschäftspartnern werde ich stets gesietzt. „ Patrick, what do you think?“ Auf Deutsch: Patrick, was meinen Sie?“

    Vornahmen und Sietzen, kein Problem, im Gegenteil. Aber Dutzen, lieber nicht.

    • … und wie wäre dann auf Englisch: Patrick was meinst du?…

      Den Unterschied zwischen Sie und Du gibt es im Englischen nicht… aber schön wenn man sich die Realität hinbiegt wie Sie einem gefällt…

  3. Zusammensch***tauchen, das kann Gottstein. Ich erinnere an das Townhall Meeting, als G. eine Mitarbeiterin in der Fragestunde zusammensch***tauchte, weil sie sich besorgt äusserte über den extrem schlechten Ruf der Banker. Und weil man deshalb oft blöd angemacht werde.
    Gottsteins schnauzte sie an, wenn man das nicht ertrage, müsse man auch nicht Bänkler werden.
    Man habe ja die Wahl.
    Sagt einer, der jahrzehntelang Millionen kassiert hat und mehr als das halbe Leben auf dem Golfplatz verbracht hat.
    Mit Kunden natürlich, Arbeitszeit, klar.

    • travailleur peut-être, honnête sûrement, mais tout cela ne sert à rien s’il va dans la mauvaise direction – celle de l’anglification d’une culture traditionelle qui est fondée sur des valeurs locales…voire allemandes et françaises (latines), où l’on cultive la civilité de la distinction en ou bien tutoyant ou vouvoyant quelqu’un. Pas tous les essais ou bien scoops marketing sont réussis. Par contre, je ne pense et n’espère pas que M.Fehr va pour autant être viré…

  4. Das hat der Tommy Gottstein jetzt aber gut gemacht. Nur, ich habe mich aber letzte Woche schon entschlossen, das Angebot des Duzis anzunehmen! Also Tommy, wie wär‘s? Lädst Du mich jetzt für ein gutes Nachtessen in die Kronenhalle ein? Wir könnten dann das Duzis besiegeln, äh besaufen! Dann könnte ich Dich auch gerade noch fragen, ob es Dich eigentlich nach der Fusion mit der UBS noch braucht?

  5. Credit Siez

    Erst wird geduzt, dann wieder nicht,
    am Hauptsitz sagt man: „Es war schlicht
    ein Furz von einem Untertan,
    wir strengen uns nun tüchtig an,
    dass im Gespräch und in Notizen
    wir unsre Kunden wieder siezen.“

    Hei, war das ein Gschiss
    bei der Credit Suisse!

  6. Serge Fehr war halt schon immer ein cooler Typ mit seinen farbigen „Söckli“. Mit der Duzis-Kultur hält er es selber nicht so genau, wie ich vernommen habe. So soll er selbst beim Treffen mit seinen Direktoren beim Sie geblieben sein….. Es ist halt wie immer: „Wasser predigen und Wein trinken“.

  7. Salu Thomas !

    Haben wir gar nicht gewusst, dass Sie ein neues verheerendes “SIGNAL“ gesetzt haben und mit Herrn Ueli Maurer und Axel Weber neuste “Du-z-Freunde“ haben.

    Herr Gottstein und Axel, sind sie mit Herrn “Bail in“ auch “Du-z-Freund“?

  8. Ein dahergelaufener Schweizer Banker duzt mich – unvorstellbar, ich würde ihn ebenfalls in den Senkel stellen und die Bankbeziehung abbrechen.

    • Ich hoffe, dass dahergelaufene Kunden wie Du, so schnell woe möglich das Weite suchen. Nicht einmal den einfschsten Sachverhalt verstehen (wollen?), aber eine riesen Klappe haben.

  9. Typischer Fall einer Doppelmoral in der Geschäftsführung: Dieser strategische “Duzis”-Entscheid von Fehr ist unter Gottstein ergangen und sicher nicht ohne das Absegnen durch Gottstein passiert (wäre ja tragisch, wenn er nicht in die Strategie der Bank Schweiz eingeweiht wäre, oder?).

    Jetzt geht der Schuss nach hinten los und Gottstein geht an die Presse und tut so, als hätte er von all dem erst durch Oswald Grübel aus dem Zeitungsartikel erfahren… sowas ist weder ownership, noch leadership.

    Der Titel sollte eigentlich heissen: “Gottstein desavouiert sich selbst und macht die Doppelmoral für alle offensichtlich”.

    • Gottstein wiederholt lediglich noch einmal, was als TEST in EINER Filiale von CASH SERVICE MITARBEITERN erprobt wird.

      Dass sowohl Journalisten als auch Möchtegern Experten wie Sie das nicht begreifen wollen, desavouiert oder besser gesagt entlarvt eure Doppelmoral. Motzen, motzen und nochmals motzen ohne nur die geringste Ahnung zu haben.

  10. Ich schlage vor die Kundschaft nach Einlagevermögen zu behandeln:
    >100k = du
    ab 1m = Sie
    ab 10m = Eure Hochheit
    ab 100m = Eminenz
    ab 1b = Meine Gottheit

  11. Es ist schlichtweg undenkbar, dass ein Private Banking Chef bei CS einen derartigen granatenmässigen Bullshit rauslassen kann wie das DUZEN der Kunden und die Geschäftsleitung ist nicht informiert.

    Genauso wenig ist es möglich, dass ein GL Mitglied bei Spygate überwacht wird und CEO und weitere GL Mitglieder sind nicht informiert.

    • Korrekt Herr Leu, das ist undenkbar und darum auch nicht passiert.

      Undenkbar ist auch, dass sie alle hier zu dumm sind, eine Pressemitteilung (nicht den subjektiven Brunz von Luki) zu lesen und zu verstehen. Ist leider trotzdem passiert.

    • Humor hat, wer trotzdem lacht!

      Diese Duzis-Gescichte ist wahrlich lachhaft.

      Man darf mich gerne mit Patrick ansprechen, aber bitte mit Sie!

  12. die Sorgen wo diese Bank hat. Lieber doch eine zweite Plattform aufbauen und so die Digital-Banken angreifen. Gähn.
    Zieht mal einer den Stecker?

    • Ganz genau .
      Das ist doch nur das verscharren der Probleme.
      Dieses Siezen und Duzen ist nun mal ein zumeist deutschsprachiges Problem .
      Es kommt auf den Nerater und auf seine Beziehung zu den von ihm gebrachten Kunden an . Berater müssen ihren Kunden mit dem ihnen verdienten Respekt gegenüber treten und das hat nichts mit Siezen oder Duzen zu tun.
      Diese wir Siezen Debatte kommt wohl aus Angst weil er mit der im anderen Merger Artikel von heute um seinen Job fürchtet bzw angst hat das sein zukünftiger PB Berater bei der UBS ihn wegen seines goldenen Fallschirms aus prinzip nur noch Duzt.

  13. Lukas so langsam machst Du echt Alles für ein paar Klicks oder?

    Wer lesen (und verstehen) kann, der soll sich die Kommunikation von Fehr nochmals vor Augen führen. Es war NIE die Rede (ausser bei den Medien und diesem Schundblog), dass die Kunden einfach so alle geduzt werden.

    Der Mitarbeiter stellt sich mit seinem Vornamen vor und siezt den Kunden. Dieser entscheidet, ob er auf das Du eingeht oder nicht. Ihr kapiert nicht einmal das, wollt aber bei Covid über die komplexesten medizinischen Studien mit diskutieren.

    Und an alle die, welche Beleidigungen gegen alle CS Mitarbeiter raus lassen: was seid ihr für ein trauriger Haufen!

    • Diese Medien da sowie dieser Schundblog (= 100% der Medienschaffenden) liege *alle* falsch. Nur 1 CS Mann hats korrekt gesagt, imfal.

      Ok

    • Fähige Mitarbeiter gab es mal vor 10-15 Jahren bei der CS, gerade die etwas älteren, waren Banker auf die absolut Verlass war – menschlich und immer respektvoll gegenüber dem Kunden. Ab 2014/2015, versuchte man bei der CS Telefonschlangen für Millionäre einzurichten, die sich mit zweitklassigen Telefon-Beratern begnügen mussten – ich glaube es war der falsche Weg der CS und damit einhergehend Abwanderungsbewegungen der Kundschaft (meistens Millionäre)und ein Reputationsverlust, den man nicht mehr verschweigen kann.

    • Bish hüt aggressiv, Mann?! Oder häsch d’Wuflu? Sie / Du müssen das Blog ja nicht lesen! And now, go back to Reddit.

      Absolut keine Grüsse.

    • das ist doch nicht nur bei Oswald Grübel verpönt. Weisse Socken gehören im Prinzip nur auf der Tennisplatz. Ist definitiv Sportbekleidung und hat unter einem Anzug nichts zu suchen. Mit Jeans zusammen gehen die weissen Socken ja noch…am allerschlimmsten sind Männer mit Socken in den Sandalen und am zweitschlimmsten Männer ohne Socken in Turnschuhen. Oder umgekehrt?

  14. Den Serge Fehr muss Gottstein sofort entsorgen. Als Abschiedsprämie winkt ihm eine Bermuda–Shorts, In–Sneakers von Federer und ein Leibchen mit der Inschrift: I am the loser from the Welschland, Der Du–Sergilein.

  15. Wenn sich ein Chef mit solchen Äusserlichkeiten glaubt profilieren zu müssen, hat er wohl wenig fachliche Kompetenz.
    Zum Kontrast:
    Als die Zurich Versicherung in der Schweiz einen neuen Chef bekam, hat der in seiner ersten Ansprache (Townhall) alle Mitarbeiter (ja, und -innen) eingeladen, ihn zu duzen.
    Keinerlei Vorgaben, dass das jetzt alle mit allen machen müssten, schon garnicht mit den Kunden.
    Hat trotzdem das Arbeitsklima entspannt=verbessert.

  16. Richtig so Thomas! Man könnte meinen, dass Serge Fehr’s Truppe Nichts zu tun haben und dadurch ganz komische „neue“ Wege gehen möchten. Mann-oh-Mann… ihr habt Kunden, die gerne professionel betreut und beraten werden möchten! Nehmet emol d’Händ usem Hosesack! Macht endlich mal endlich eure Arbeit und denkt dran, es ist schlussendlich der Kunde, der euren Lohn bezahlt!!!

  17. Ach, die abgesägte Hose kann Serge locker wegstecken – mindestens die Hälfte der rund um den Paradeplatz herumstolzierenden Geck-Jünglinge tragen pseudo-coole Anzüge, die offenbar so geschnitten sein müssen, was man früher als „Hochwasser-Hose“ nannte. Kommen dann noch die knalligen Zebra-Socken in Dosenbach-Billigst-Tretern hinzu, kann bei der Beratung des 60plus-Entrepreneurs ja nichts mehr schief laufen…

  18. Serge Fehr ist auch der, der im steuergünstigen Kanton Zug Wohnungen anschaut und trotz wiederholter Beteuerung keine Rückmeldung gibt….weder Zu- noch Absage. Ist das die neue Handschrift und der zukunftsträchtige Stil im CS Privatbanking?
    Tut wohl gut, wenn Thomas Gottstein seinem Team erst Mal die Manieren beibringt.

  19. Gottstein hat seinen Laden im Griff, das lässt positiv aufhorchen!
    Wurde auch Zeit, nach all den vielen Verfehlungen in den letzten paar Jahren.
    Nächstes Projekt: raus mit den hochbezahlten Nichtsnutzen, die sich Risk Takers nennen und mehr Risiko und noch viel mehr Takers sind.

    • Lieber Martin, dem kann ich nur herzlichst beipflichten. Vor allem der zweite Teil Ihrer Äusserung hat es in sich. Den sogennanten „Risk Takers“, grösstensteils Einkommens-millionäre ohne jegliche eigenen unternehmerischen Risiken, dürfte das Lachen bald vergehen.

      Sollte das Projekt UBS-CS-Fusion nämlich in absehbarer Zeit verwirklicht werden, wird es unumgänglich auch zu einer Bereinigung dieser „Etage“ kommen.

    • Ihr Urteil scheint ein wenig zu optimistisch zu sein. Bisher hat er noch nichts Substantielles gemacht.

      Ich bezweifle dass er die nötigen Leadership Qualitäten besitzt. Aber Abzocken das kann er. Das hat er bewiesen. Aber ob das reicht?

      Ein Merger mit UBS würde ihn wohl vom Tatbeweis erretten. Es steht ausser Frage dass Khan, de Ferrari oder eben auch Fehr führungsmässig mehr drauf haben.

    • War ja klar, dass der Timool seinen Senf dazu geben muss.

      -> es heisst siezen, nicht sizen
      -> Du hast ein privates Umfeld? Imaginäre Freunde zählen nicht
      -> Gross-/Kleinschreibung wäre auch was

    • :-)) ein Mann mit Humor, das gefällt mir. Offenbar ist diese Plattform hier auch ein Tummelplatz für arbeitslose Linksradikale ohne Vermögen oder Erspartes, die zuviel Zeit haben und darum den ganzen Tag im Internet surfen, ihr antikapitalistisch-idealistisches Gedankengut kundtun und aus Neid anderen jeweils den Jaguar anzünden am 1. Mai.

    • Mit Ihrem offensichtlichen Problem sollten Sie sich vielleicht mal bei einem Therapeuten melden. Kein Artikel in IP bei dem Sie sich nicht mit diesem überflüssigen Kommentar melden. Was immer Ihre Frau oder die CS Ihnen angetan hat, eine Therapie hilft vielleicht Ihren Frust abzubauen. Geniessen Sie das schöne Herbstwetter.

    • Gegen Frust hilft gemäss Sanitas-Kundenmagazin eine Schachtel Farbstifte und Malbücher, deren schwarz-weiss Seiten bunt angemalt werden dürfen.

  20. Krisenanstalt Credit Suisse ist die perfekte Lachnummer.

    Es ist glücklicherweise niemand verpflichtet mit dieser unsäglichen, arroganten und unseligen CS Bank zu arbeiten, wo sich das Management Team stets selber auf die Schulter klopfen muss.

    Kein Kunde mag es, wenn sich das Managemt Team ständig selber lobt und selber auf die Schulter klopft.

    Genau dies macht die CS.

    Eine solche Organisation wird nicht langfristig überleben und ist leider zum Untergang verdammt.

  21. Ich lass mich doch sowieso nicht von jedem CS Lackaffen duzen.

    Das Managementteam von CS ist wohl komplett durchgeknallt.

    Zudem weiss eine Hand nicht was die andere macht.

  22. Seit Wochen die tägliche Hetze in Tagi und NZZ:
    Angebliche Proteste in Minsk mit Fotos die irgendwo auf der Welt gemacht werden können. Stecken wieder NGOs wie Pussy Riots dahinter?
    Dann Breitseite gegen Trump, Putin wegen Nawalny, der angeblich vergiftet wurde. Allerdings bisher keine Beweise.
    Dann wird verlangt dass die Schweiz Flüchtlinge aus Moria aufnehmen muss.
    Gelobt wird KKS weil sie mit Gewerkschaften zusammenarbeitet.
    Verrückte Welt.

  23. Bravo Gottstein!!!
    Diese Duzerei überall entspricht nicht unserer Kultur. Andere Länder andere Sitten. Wir müssen nicht alles nachmachen weil es Geil und Sexy ist.

    • Leute, welche man nicht sehr gut kennt, zu Dutzen ist weder „Geil noch Sexy“, sondern einfach respektlos und primitiv.

  24. Wenn der CEO eines Unternehmens sich nicht mit Plänen oder Einführung neuer Benimmregeln seiner Mannschaft gegenüber der Kundschaft auseinandergesetzt hat, muss man sich die Frage stellen, was hat der gute Mann im Griff?