Jan Schoch, Roger Studer: Suche nach Glück

Bei Leonteq und Vontobel die grossen Struki-Zampanos, nun Hotelier im Appenzell und Family-Office-Man in Wollerau.

Sie gaben eine Zeitlang den Takt an auf dem Finanzplatz Zürich: Jan Schoch und Roger Studer. Als Lenker der beiden führenden Struki- und Derivate-Plattformen gehörten sie zu den Big Boys.

Nun haben sie Macht und Moneten getauscht – gegen Freiheit und Unternehmertum. Einer wurde Wirt, der andere Privat-Financier.

Was geblieben ist, ist der Drang in die Medien. Sowohl Schoch mit seinem Gastrohaus als auch Studer mit seinem Family Office suchen die Nähe zur Presse.

Die Macht mussten sie hergeben. Den Glamour wollen sie weiter haben.

Schoch zeigt sich begeistert von seinem „Bären“ in Gonten. „Das perfekte Wochenende in Jan Schochs Hotel“, titelte Finews kürzlich. Der Ex-Banker gehe „öfters barfuss“, er sei gelassen geworden.

Heimatli statt Struki (Baeren-Gonten)

Letzten Sonntag war Bettag, die Sonne schien, die Gäste stürmten Schochs Bären im malerischen Appenzellischen Hügelland.

„Wir warteten, und warteten, und warteten“, meint einer der Gäste. „Dann gingen wir wieder. Es hatte viel zu wenig Personal“.

Wer nichts wird, wird Wirt? Das Geschäft ist offenbar doch nicht kinderleicht. Er gebe halt Vollgas, meinte Schoch auf Anfrage, da klappe noch nicht alles wie am Schnürchen.

„Ich bin gerade an einem weiteren Ausbau des Restaurants und der Seminarangebote. Der Betrieb hat eine Auslastung von über 80% und es mangelt uns teilweise an Servicepersonal.“

„Diesen Monat werden wir trotz Corona den gesamten Umsatz vom letzten Jahr überschreiten. Dass ich an einem so erfolgreichen Unternehmen festhalte versteht sich von selbst.“

Schoch hat offenbar grosse Freude an seinem neuen Abenteuer. Das nötige Kleingeld dafür ist ihm trotz Niedergang bei Leonteq und einem gescheiterten Ausflug in die Fintech-Szene geblieben.

Roger mags klobig (Studer Family Office)

Auch Roger Studer macht mit einem Auftritt bei Finews auf sich aufmerksam. Der Ex-Vontobel-Banker gehe „mit Family Office auf Einkaufstour“, meldet heute das Finanzmedium.

Bei Studer ist es im Unterschied zu Schoch weiter die Welt des Geldes, die ihn anzieht. Neu aber ist auch der Zürcher unter die Unternehmer gegangen – und wie Schoch nutzt auch er den medialen Verstärker für sich und sein Vorhaben.

„Studer Family Office AG verwaltet und investiert die Vermögen der Familie Studer und von lieben Freunden“, schreibt der Ex-Vontobel-Star auf der Homepage seiner neuen Firma.

„Wir sichern unsere Vermögen, ganzheitlich und renditeorientiert für unsere kommenden Generationen. Wir sind unabhängig in Geist und Handeln und fördern mit unserem Wirken einen positiven Impact auf die Gesellschaft und die Umwelt.“

Statt Ferrari und Party jetzt Nachhaltigkeit und Society. Der Geläuterte.

Oder auch nicht. Studer investierte in Bitcoin Suisse, das ist eine führende Blockchain- und Krypto-Adresse in Zug. Für Studer ist klar: Krypto und Blockchain sind die Zukunft.

Schoch auf die Alp, Studer ins Crypto Valley: Die einstigen Vorzeige-Jungs kehren dem klassischen Zürcher Banking den Rücken. Aus Not, Überzeugung, Weitsichtigkeit? Time will tell.

Kommentare

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  1. Was erwarten Sie, wenn Sie in eine Wirtschaft gehen? Dass Sie bewirtet werden. Den Gast nicht beachten ist das Dümmste was Sie machen können. Die beiden Herren sind symptomatisch für eine Generation von Blendern die nichts auf die Reihe gekriegt haben.

  2. Von wegen Siliconvalley, die Family Office Website ist aus JPEG Bildern aufgebaut, das ist sowas von 1998. Hoffe mit dem Zuwachs an Fachkräften lässt sich da was machen…

  3. Schoch ist seit mehreren Jahren Besitzer des Bären. Und: ausgezeichnetes Restaurant, Hässig hin oder her! Wer es ausser marktschreierischen Artikeln nicht sehr weit gebracht hat im Leben sollte besser vor der eigenen Türe wischen….

  4. Weiss der Geier was diese Banker für Träume vom tollen Wirten haben. Mir scheint die unterschätzen die Aufgaben eines erfolgreichen Wirtes massiv. Mit einem Gastrobetrieb kann man nicht gleich rum lauern wie bei einer Bank. Die Gäste wollen ihren Food und Drink und zwar jetzt und nicht erst in 90 Minuten. Bin schon gespannt wie lange Schoch seinen Traum leben kann. Sollten alle Stricke reissen kann er sich ja bei Daniel Bumann dem Restauranttester melden. Der wird ihm dann die Basics der Gastronomie erklären.

  5. Please, könnte man mal mit diesem Bashing aufhören. Das ist unerträglich! Was gibt es zu motzen, wenn Menschen Unternehmertum an den Tag legen und dies in ihrer Region?!

  6. Das Krypto-Engagement von Studer wird sich entweder als toller Erfolg oder aber als totaler Flop erweisen. Dazwischen gibt‘s nichts. Ich tippe auf Letzteres. Time will tell.

  7. Die Beiz ist ja etwas was Hand und Fuss hat und kann sich durchaus auch sehr lohen, wenn sie gut läuft. Aber Bitcoins? Gute Nacht!

  8. Schoch weiss genau dass es sich nicht lohnt. Da er aber den Return on Investment noch nicht erreicht hat, macht er jetzt noch ein bisschen weiter bis es soweit ist. Zudem glaube ich kaum dass das seine wahre Leidenschaft ist.
    Besser einfach 100 % arbeiten, das Verhältnis von Arbeit zu Ertrag stimmt deutlich besser. Ich war mehrere Jahre in einem Gastro Laden Gesellschafter. Wir waren zwar rasch in der Gewinnzone, man hat aber einfach unglaublich viel Ärger am Hals. Die ganze Zeit ist irgendwas und man kommt nicht zur Ruhe. Man arbeitet meist gratis.. Siehe bei Schoch, Personalmangel.. Bin froh, als ich austreten konnte.

  9. Einmal sind es Strukis dann Krypto, Blockchain, “Finanztechnik“/Fintech, Hotel/Gastronomie …vielleicht wird es noch mehr, die Auswahl ist ja gross (noch). Hoffen wir und wünschen ihnen, das der schwierige Absprung gelingen wird.
    Wenn die Falschgeldbombe erst mal platzt werden noch viele Leute neue Jobs in der Realwirtschaft suchen müssen. Die Realwirtschaft wächst aber langsamer (oder könnte noch weiter schrumpfen) wie die Kreditwirtschaft. Die heisse Luft muss zuerst mal abgebaut und verdaut werden, es wartet zuerst mal ein steiniger Weg der lange Zeit dauern könnte.

  10. Gastro ist ein Knochenjob. Man muss für den Erfolg chrampfen, und das jeden Tag. Lob gibt es durchaus, aber halt nicht Lastwagen voller Kohle. Nimmt mich wunder, wie lang das dem Neo-Wirt gefällt.

    • @Nema Problema: Mit solchen Preisen und solchem Service wird ers nicht lange machen. Die Tripadvisor-Bewertungen sind vielsagend. Da kann ich ebensogut in der Aarauerstube essen.

      Die Leute zahlen heute solche Preise NICHT mehr!

    • @Problema Principal
      4.5 Sterne von möglichen 5 auf Tripadvisor. Das ist ein verdammt starkes Urteil der Gäste… der scheint also was richtig zu machen

  11. Erinnert mich an Jana Caniga welche vom Schweizer Fernsehen in Gastrofach wechselte. „Sie hätte nie gedacht, dass der Beruf mit so viel Arbeit verbunden ist“ liess den Medien wissen. Heute scheint sie ihr Glück auf einem fernen Inselparadies gefunden zu haben.

    • ….und auch dank vielem Geld ihrer Schwiegereltern. Trotzdem Chapeau, sie war ja auch keine Bänklerin. Sie weiss, was hart arbeiten heisst.

  12. Hoffentlich verliert er viel Kohle mit den Bitcoins. Das ist nach wie vor nur für Steuerhinterzieher und dunkle Geschäftemacher. Zug wird auch noch merken, was das bringt.

    • Unverständlich
      Wenn Sie schon keine Ahnung von Kryptowährungen haben und in Ihrer sehr beschränkten Denkweise Pauschalen rauslassen resp. schreiben, sollten die klappe halten

  13. Menschen mit überdurchschnittlicher narzistischer Prägung haben immer das Bedürfnis, Aufmerksamkeit zu erregen und bewundert zu werden, unabhängig davon, was sie gerade tun. Dies ist ein im (Top-)Management leider ziemlich verbreitetes Phänomen.

    • Herr Studer war Jahrelang einen „success “ key. Wieviel genau hat er fuer die Bank als netto Gewinn gebracht , wissen wir nicht. Wieviel hat er persönnlich als Gehalt, wissen wir nicht. Sein Bentley hat er vielleicht verkauft. In Philanthropy kann er viele Projekte entwickeln.