Bundesanwaltschaft durch Covid lahmgelegt

Grosser Teil der Berner Justiz-Truppe befindet sich in Quarantäne, Fälle verzögern sich. Laut Sprecherin ist Betrieb „gewährleistet“.

Die Bundesanwaltschaft ist die oberste (Wirtschafts-)Kriminalbehörde der Schweiz. Sie wuchs von 140 auf 250 Mitarbeitern innert eines Jahrzehnts.

Nun liegt sie flach. Corona-bedingt. Ein Grossteil der Behörde steckt in der Quarantäne. Dies, nachdem es zu mehreren Infizierungen gekommen ist.

„Die Bundesanwaltschaft (BA) kann Ihnen mitteilen, dass sie erstmals seit Ausbruch des Coronavirus in der Schweiz einzelne positiv getestete Mitarbeitende am Standort Bern hat“, bestätigte eine Sprecherin der BA auf Anfrage.

„Dementsprechend sind diese Mitarbeitenden und die gemäss Contact Tracing des Kantons Bern direkt betroffenen Personen in Quarantäne.“

Home alone (BA)

Man halte sich an die „Vorgaben und Empfehlungen des Bundesrates, des BAG sowie der kantonalen Gesundheitsdepartemente der jeweiligen Standortkantone“, schreibt die BA-Sprecherin in ihrer Mail-Antwort.

Die BA stehe aber nicht still. „Die Führung der Strafverfahren sowie der operative Betrieb der BA waren und sind stets gewährleistet.“

Aus Anwaltskreisen ist Anderes zu vernehmen. „Die BA kann in einem aktuellen Straffall nicht vorwärtsmachen“, sagt ein Involvierter. „Dies, weil man nach eigenen Angaben wegen der Quarantäne weitgehend lahmgelegt sei.“

Das Beispiel wirft ein Schlaglicht auf die Folgen der zentralen Corona-Massnahme. Alle Positiven 10 Tage in Verbannung, lautet diese.

Das lähmt das Land. Tourismus am Boden, Geschäftsfliegerei ebenso. Und nun auch die obersten Verbrechens-Jäger: Sie sitzen zuhause die Strafzeit ab.

Wie lange noch? Der bekannte St.Galler Infektiologe Pietro Vernazza plädierte gestern in CH Media für einen „Strategiewechsel“.

Statt „Containment“, also Eindämmung, neu „Mitigation“, Abschwächung. Gefährdete und Kranke mit starken Symptomen schützen und abschirmen, der Rest soll wieder frei herumlaufen – mit Distanz und ohne Händeschütteln.

„Wenn wir kranke Personen zu Hause isolieren für die Zeit, in der sie Symptome zeigen, dann können wir rund die Hälfte aller Infektionen verhindern“, ist Vernazza überzeugt.

Die vielen Tests, die rasch in die Milliarden gingen, führten automatisch zu immer höheren Ansteckungszahlen; diese seien kein sinnvoller Indikator für Massnahmen.

„Ein Test ist nur sinnvoll bei Personen, die so krank sind, dass sie hospitalisiert werden müssen“, meint der Experte.

Die bisherige Strategie sei „längerfristig kaum aufrechtzuerhalten“, schreibt der Experte. „Das Ziel des ‚Einschliessens‘ wird unrealistisch. Das Virus ist in allen Ländern verbreitet.“

Laut Vernazza bleibe eines zentral: „Wir müssen die Gefährdung des Gesundheitssystems rechtzeitig erkennen können. Dazu brauchen wir verlässliche Daten zu den Hospitalisationen.“

„Hinzu kommen die Hygienemassnahmen, sie behalten ihre Gültigkeit, sind nachvollziehbar und breit akzeptiert, insbesondere bei gefährdeten Personen.“

Würde die Schweiz auf Vernazzas Linie umschwenken, dann wären die Bundesanwälte rasch wieder im Büro und an den liegen gelassenen Fällen.

Kommentare

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  1. Masken gleich Maulkörbe? Dass Leute wie Du solchen Schwachsinn glauben und verbreiten, zeigt noch viel mehr über das nicht vorhandene Denkvermögen.

    Du und Deine Covidioten-Freunde fühlt euch als Freiheitskämpfer, als Diejenigen mit dem absoluten Durchblick, die Superheros unserer Zeit. Ihr die durch Youtube und IP Aufgeklärten, lasst euch nicht von der „Diktatur“ des Staates unterdrücken.

    Zieht ihr es wenigstens durch? Nein, nicht mal das, im Zug tragt ihr auch brav eure Masken.

    Erbärmlich

  2. Wegen ein bisschen Krankheit, hört man nicht auf zu arbeiten. Das sollte für alle gelten – auch für die Bundesanwaltschaft. Ansonsten freuen sich nur die bösen Buben über mehr Freilauf.

    • Wer sagt denn, dass diese Leute krank sind? Im Home Office kann man natürlich keine Akten aufarbeiten. Essen wird geliefert, aber Akten……

  3. Wenn alle Normalos, von der Seuche und ihren Massnahmen, dahingerafft wurden, benötigen die Überlebenden viele, viele Beamte.
    Die wissen wie der Wiederaufbau geht.
    Zumindest denken sie zu wissen, wie der Hase läuft.
    Also sie kennen einen überlebenden Experten und können vermitteln.
    Ich meine, sie kannten jemanden… Nein. Ist in Folge Bewegungsmangel an einem Hirnschlag erlegen.
    Sorry. An COVID-19 verstorben.
    Schon wieder falsch. Der hat sich aus lauter Hoffnungslosigkeit vor einen Zug, resp. von einer Brücke geworfen. Also an COFID-19 verstorben.
    Ergo, er hat seinen CO2-Fussabdruck deponiert.
    Macht doch den Wiederaufbau selber… Besserwisser! „@@#%ç@# Souverän &ç@##@%! Ethik“

  4. Die Regierung hat Masken – sprich Maulkörbe – verteilt. Die Bevölkerung nahm dies in grossen Teilen und ohne Widerspruch an. Mehr ist über den Zustand des eigenen Denkvermögens in unserem Lande nicht zu sagen.

  5. Jetzt hat die Bundesanwaltschaft einen Schuldigen gefunden um unbequeme Straftaten verjähren zu lassen! Für was alles noch muss dieses Virus den Kopf hinhalten?

  6. Quarantäne ist ja nicht gleichbedeutend mit Ferien, es kann auch zu Hause weitergearbeitet werden. Aber das gäbe hier wohl keinen Artikel…

  7. Vorschlag:
    Einen Monat lang ALLE im BAG, ALLE Epidemologen dazu
    ALLE Mitarbeiter der grossen Medienredaktionen jeden
    Tag testen.
    Entweder in einem Monat sind ALLE von der Bildfläche
    oder der Test taugt nix.

  8. Ob sie im Büro oder zu Hause rumlümmeln, auf Verjährung der Fälle hoffen, spielt keine Rolle.
    Nur sollte ihnen der Lohn in der Quarantäne gestrichen werden. Diese gesparte Geld sollte für diejenigen eingesetzt werden, welche samstags für Gratisnahrungspakete anstehen!!!

  9. Spielt keine Rolle. Auch wenn die arbeiten, kriegen die nur wenig gebacken.

    Ärgerlich einfach, dass viele Menschen nicht daran glauben und lieber in Quarantäne gehen, als sich ordentlich zu schützen.

    • Richtig – ich würde das aber nicht mit „arbeiten“ bezeichnen, wenn diese schlafmützigen Sesselfurzer anwesend sind und mit Ihrem A…. den Stuhl wärmen!

  10. Richtig so, Vernazza vor!

    Die ganze Angst- und Bangemacherei sind ja nur Augenauswischerei.

    In Tschechien wird es, wie weiland schon in Ungarn, separate Zeiten geben wenn Alte oder Gefährdete einkaufen können.

    Der Rest muss sich in Selbstverantwortung begeben. Aber gerade diese Selbstverantwortung die im Osten Europas, hinter dem Eisernen Vorhang den Menschen im Sozialismus ausgetrieben wurde, diese Selbstverantwortung soll jetzt auch im Westen ausgetrieben werden.

    Der homo oeconomicus soll büezen und Steuern zahlen, sich einen Lappen vor die Nase hängen und sonst vor der Glotze hängen. Aber, um Himmelswillen, ja nicht mehr selbstständig denken.

    Wo kämen wir dahin?

  11. Also soweit mir bekannt ist, ist der Job bei der BA ein „Büro-Tschopp“. Wenn man also „nur“ in Quarantäne ist, ohne Symptome – was hindert einem dann am Arbeiten – bzw. was ist dann der Unterschied zwischen Quarantäne und Home-Office?
    Oder ist das beim Bund, wie so vieles andere auch anders, als in der Privatwirtschaft?

    • Ja, ich denke deren Arbeit ist Top-Secret. Da stört es wenn beim Arbeiten die Partnerin über die Schulter schaut, oder die Kinder mit den Dossiers spielen.

  12. Die Bundesanwaltschaft ist auch so eine Bullshit-Behörde, die nichts zustande bringt, aber ständig mehr Ressourcen frisst.
    Entlasst nach dem Zufallsprinzip 2/3 der Belegschaft. Es kann ja nur besser werden.

  13. Es geht schon lange nicht mehr um Corona. Mit Evidenz lassen sich diese Massnahmen schon lange nicht mehr rechtfertigen, im Gegensatz zu März/April. Ich habe gelernt, wie schnell man in einer Demokratie alle Rechte als Bürger abgibt. Heute glaube ich, dass es von der Demokratie zur Diktatur genau einen Tag braucht. Heute braucht man keinen Krieg mehr, es reicht eine Panik durch die Medien zu verursachen um sämtliche Macht an sich zu reissen und das gerade noch bis Ende 2021. Bern hat null Interesse daran, zum normalen Leben zurückzukehren (wie etwa in Wuhan) oder sie sind mutlose Weicheier, das ist die andere Erklärung. Hey was soll’s: Aldous Huxley hat schon gesagt, dass die Massen so manipuliert werden, dass sie sogar alles unmenschliche lieben werden … Es ist Zeit für mich, langsam abzutreten und dieser Scheiss-Welt tschüss zu sagen.

    • Hall0 Angsthase
      Inhaltlich gebe ich dir recht. Ich hoffe jedoch, dass mit der Scheiss-Welt die Schweiz gemeint ist 🙂 Kopf hoch. Weisst du, wir sind angewiesen auf Leute die so denken wie du! Sonst übernehmen die Sozialisten hier noch schneller.

    • Bitte aber nur von der Welt verabschieden symbolisch. ;_;
      Ich selbst habe mich ziemlich abgespalten von der Welt. Wenn es so gemeint ist, ist es gut.

    • @auguste
      Was ist genau ein Verschwörungstheoretiker? Das alles was Angsthase beschrieben hat ist passiert oder gesagt worden. Verstehe ich jetzt nicht ganz was hier „Theorie“ sein soll.

  14. Justiz in Quarantäne. Trotz aller Vorsichtsmassnahmen. Der Blitz hat ins eigene Haus eingeschlagen. Pietro Vernazza will Strategiewandel.
    Keine Chance.
    Beat Gygi Weltwoche vom 16.9.20:
    „Ausserhalb des Bundeskreises stehen die Immunologen Beda M. Stadler oder Pietro Vernazza, die ernsthafte Kritik vorbringen. Bei alldem hat der Bundesrat den Hauptteil der Medien auf seiner Seite, die eifrig auf der Regierungslinie argumentieren und aussenstehende Meinungen rasch als Verschwörung abtun. Es passt ins Bild, dass die Corona-Politik von Bundesrat und Parlament eine Aufstockung der Medienförderung vorsieht.“
    Gute Besserung. Lasst euch ruhig Zeit.

  15. Könnnen die MA der BA nicht von zu Hause aus arbeiten? Quarantäne heisst ja nicht, nichts tun. Es heisst nur zu Hause bleiben.
    Was ganze Firmen können geht offenbar bei der BA nicht?? Nicht wollen – oder nicht können?

  16. Sorry, ob die jetzt zu Hause sind oder in Quarantäne spielt keine Rolle, bis jetzt in
    keinem Fall nennenswerte Resultate produziert. Ausser Spesen nichts gewesen.
    Wenn das FBI sich amüsieren will dann lesen die unsere Fälle durch und bekommen
    einen Lachanfall wegen Inkompetenz und mangelndem Willen die Arbeit richtig
    zu machen. Wenn man in der Schweiz genug Geld und Sitzfleisch hat kann man
    Anklagen aussitzen und warten bis zur Verjährung. Ein Schelm, der böses denkt.

  17. Und um das zu merken, mussten Monate verstreichen und Millionen an Steuergeldern verpulvert werden.

    Hoffentlich werden auch in der Schweiz die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen. Ungöaublich was da abgeht. Uns Bürgern wird immer eingetrichtert, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt.

    Dann zeigt mal, wie ernst ihr das in Bern meint.

  18. Die Klickzahlen gehen zurück, lass uns wieder einem Corona Artikel mit null neuen Inhalten bringen.

    Man kann vom Virus halten was man will. Erschreckend ist, wie der Umgang damit gnadenlos aufzeigt, wie befallen die Menschheit von einem viel schlimmeren Übel zerfressen ist: Egoismus

    Egal ob man an die Gefährlichkeit von Covid glaubt oder nicht, egal ob man von der Wirksamkeit der Masken überzeugt ist oder nicht: es ist offenbar wichtiger, ja gar ein Menschenrecht, die eigenen Bedürfnisse über die Gesundheit anderer zu stellen. Das hat sich in der Vergangenheit in der Rücksichtslosigkeit der Raucher gezeigt und zeigt sich jetzt noch pointierter im Umgang mit Covid.

    Einziger Lichtblick: die Klimadiskussion können wir uns sparen, die Menschheit wird sich in absehbaret Zeit selbst vernichten.

    • kleine Korrektur:

      „…Menschenrecht, die eigenen Bedürfnisse über die FREIheit anderer zu stellen…“

      😉

  19. Die Geister, die ich rief. Global benutze die Politik das Virus für Generalstabsübungen und versagten kläglich. Der schwierigste Akt wird sein ohne Gesichtsverlust aus der angerichteten Misere rauszukommen. Kristallkugel – Die Politiker werden ihre Akzeptanz vollends verlieren.